Archiv der Kategorie: Stellplätze

230917 – Ein paar Zahlen fĂĽr unsere Statistikfreunde – some numbers for our friends who like statistics >

Wir waren 500 Tage und 499 Nächte unterwegs – wo haben wir die Nächte verbracht:

Our adventure lasted 500 days and 499 nights – where did we spend the nights:

  • in Hotels: 23 
  • auf offiziellen Campingplätzen – at official campgrounds: 114
  • auf informellen Ăśbernachtungsplätzen (Tankstellen, Shoppingcenter oder Ketten wie Walmart in den USA, oder Restaurants wie Cracker Barrel) – informal camp sites (gas stations, shopping centers like Walmart, restaurants like Cracker Barrel: 255
  • freies Stehen – wild camping: 67 
  • privat – private: 24 (inklusive – including AirBnB)
  • am Schiff – on board the ship: 15
  • im Flugzeug am Heimflug – on the plane on the flight home: 1

Besuchte Länder– visited countries: 19 (eigentlich 20, wenn man das britische Antarktis-Gebiet Port Lockroy mitrechnet – 20, if you count the British Antarctic Territory of Port Lockroy)


GrenzĂĽbertritte – border crossings: 

  • offiziell – officially 31 (manche Länder mehrfach besucht – we visited several countries more than once: 2x Brasilien / Brazil, 3x Uruguay, 4x Chile, 7x Argentinien / Argentina); 
  • fĂĽr die Antarktis-Reise haben wir Argentinien verlassen und waren in internationalen Gewässern unterwegs – for the Antarctic adventure we left Argentina, cruising through international waters; 
  • fĂĽr das britische Antarktis-Gebiet Port Lockroy gab es keine Ein/Ausreise-Formalitäten – there were no immigration formalities for the British Antarctic Territory at Port Lockroy

Aufenthaltsdauer pro Land – days per country

  • Der längste Aufenthalt entfiel auf Argentinien mit insgesamt 118 Tagen bei 7 Besuchen, der kĂĽrzeste auf Costa Rica mit leider nur 4,5 Tagen (weil wir schnell nach Panama mussten wegen der Verschiffung nach Kolumbien); the country where we spent the most days was Argentina with 118 days and 7 visits; the shortest visit was in Costa Rica with only 4,5 days (we had to hurry to Panama to ship our Brave Camper to Colombia)

Tage pro Land – days per country:

  • Kanada / Canada: 11
  • USA: 95
  • Mexiko / Mexico: 25
  • Belize: 8
  • Guatemala: 7
  • Honduras: 7
  • Nicaragua: 6
  • Costa Rica: 4,5
  • Panama: 10,5
  • Kolumbien / Colombia: 26
  • Ecuador: 15
  • Peru: 26
  • Bolivien / Bolivia: 11,5
  • Paraguay: 15,5
  • Brasilien / Brazil: 58,5
  • Uruguay: 26,5
  • Argentinien / Argentina: 118
  • Chile: 18,5
  • Antarktis / Antarctica: 10

Zurückgelegte km – miles we have been driving:

  • Insgesamt sind wir 83.080 km gefahren (da fehlt noch Hamburg-Wiener Neudorf) – we drove a total distance of 51.634 miles (without the last part, from Hamburg to Wr. Neudorf)

Km pro Land – miles in each country:

  • Kanada / Canada: 866 km / 538 miles
  • USA: 23.753 km / 14.763 miles
  • Mexiko / Mexico: 4.355 km / 2.707 miles
  • Belize: 579 km / 360 miles
  • Guatemala: 712 km / 442 miles
  • Honduras: 1.159 km / 720 miles
  • Nicaragua: 526 km / 327 miles
  • Costa Rica: 667 km / 414 miles
  • Panama: 885 km / 550 miles
  • Kolumbien / Colombia: 3.189 km / 1.982 miles 
  • Ecuador: 1.436 km / 892 miles
  • Peru: 4.296 km / 2.670 miles
  • Bolivien / Bolivia: 1.920 km / 1.193 miles
  • Paraguay: 2.500 km / 1.554 miles
  • Brasilien / Brazil: 9.982 km / 6.204 miles
  • Uruguay: 3.350 km / 2.082 miles
  • Argentinien / Argentina: 20.184 km / 12.544 miles
  • Chile: 2.901 km / 1.803 miles
  • Antarktis: gar nix  / zero 

Zurückgelegte Schritte: 3.740.600 – steps we walked

Zu Fuß zurückgelegte km: 2.550,56 km – 1.585 miles on foot

Geradelt: nur 68,5 km (das nächste Mal lassen wir die Räder gleich daheim) – only 42,57 miles on our bicycles (next time we´ll leave them at home)


Spritverbrauch – diesel consumption and mileage: 

  • ĂĽber 7.000 Liter Diesel (um genau zu sein: 7.359,878 Liter – in vielen Ländern zeigen die Zapfsäulen auf 3 Kommastellen an)
  • plus mehr als 1.400 Gallonen Diesel (1.417,195 Gallonen – in den USA, Belize, Guatemala, Ecuador und Peru wird in Gallonen berechnet)
  • umgerechnet gesamt 12.724,522 Liter bzw. 3.361,462 Gallonen Diesel
  • das bedeutet einen durchschnittlichen Verbrauch von 15,315 Liter auf 100 km – eigentlich ganz ok – wir können stolz sein auf unser Krasses Pferd
  • we needed more than 7.000 liters Diesel (exactly 7.359,878 liters – in many countries the diesel pumps showed three numbers after the coma)
  • plus, more than 1.400 gallons of diesel (1.417,195 to be exact – the US, Belize, Guatemala, Ecuador and Peru are using gallons)
  • in total: 12.724,522 liters respectively 3.361,462 gallons of diesel
  • this means an average consumption of 15,315 liters for 100 km, or – for our friends who are used to gallons and miles: we got on average 15,357 miles out of one gallon diesel, which is more than ok for our Brave Camper

Nächste Woche gibt´s wieder einen Beitrag – bleibt dran!

There will be another info post next week – stay tuned!

230820 – Flohmarkt und Tramway >

Sonntag / Sunday, August 20, 2023
Tag 490 – Flohmarkt und Tramway

Heute macht sich die Wahl unseres Apartments in San Telmo wirklich bezahlt – wir verlassen das Haus und stehen bereits am Sonntags-Flohmarkt, der sich die ganze Calle Defensa von der Plaza de Mayo über den Mercado San Telmo bis über die Plaza Dorrego nach Süden zieht, das sind immerhin 1,7 km. Im nördlichen Abschnitt steht die außen eher schlichte Basilica de Nuestra Señora del Rosario, deren Orgel ganz ungewöhnlich hinter dem Altar postiert ist. In einer Seitenkapelle sind englische Regimentsfahnen ausgestellt, die die Argentinier den Engländern 1806 bei der Rückeroberung von Buenos Aires abgenommen haben. Am Platz vor der Kirche befindet sich das Mausoleo de General Belgrano, momentan nicht sehr fotogen, weil eingerüstet.

Dann geht es zurück ins Flohmarktgetümmel, und an den mobilen Verkaufsständen hier gibt’s einfach alles – Kunsthandwerk, Mafalda-Souvenirs und Häkeltiere, Porzellan und Lederwaren, Nummerntafel und Messi-T-Shirts, Altes und Neues, und zwischendurch Essbares. Die echten Antiquitäten finden sich eher in den Geschäften in den Seitengassen, so zum Beispiel eine alte japanische Blechambulanz, die wir noch nie gesehen haben – aber 400 US $ ist leider viel zu teuer.

Im Mercado San Telmo legen wir eine Pause ein, nach dem Mittagessen finden wir dann hier im Markt und ein wenig später auf der Plaza Dorego einige Rettungsautos für unsere Sammlung. Am frühen Nachmittag haben wir die ganzen 1,7 km Flohmarkt samt etlichen Abstechern in Seitengassen abgegrast, und freuen uns insgesamt sechs Neuzugänge für die Sammlung. Und dann nehmen wir einen Uber, fahren 6 km nach Westen und stellen uns in einer langen Schlange für eine Attraktion an, die in Wien keine wäre: wir fahren Straßenbahn.

Die Tramway histórico de Buenos Aires wird von einer Handvoll Freiwilliger betrieben gewartet und gepflegt, allesamt Mitglieder des Vereins der Freunde der Tramway, der keinerlei Zuschüsse oder öffentliche Förderung erhält. Und die Straßenbahnfahrt ist obendrein gratis. Wir werden in Gruppen eingeteilt, bekommen kleine Fahrscheine, und hören über die Geschichte der Tramway in BA. Insgesamt ist noch eine Handvoll Trams fahrbereit, heute sind zwei grüne Wagen im Dienst. Plötzlich sind die 50 Minuten Wartezeit um, wir steigen ein und das Gefährt rattert knarrend und ächzend mit uns los. Die Fahrt dauert nicht lange, es sind nur ein paar Häuserblock, aber Spaß macht es, vor allem wenn das Signalhorn betätigt wird – es klingt wie ein Nebelhorn von einem Ozeandampfer, die Fahrgäste applaudieren begeistert. Und da ein PKW einfach knapp an den Schienen abgestellt wurde (ohne Lenker) gibt es viel Nebelhorn, und viel Applaus.

Nach der Fahrt sind wir mutig, und wollen statt mit UBER mit den Öffis zurück zu unserem Apartment fahren. Hier kann man aber im Bus kein Ticket kaufen, man braucht eine SUBTE-Karte, von der wir noch nicht wissen, wo wir sie bekommen. Einer der Tramway-Lenker, Juan Pablo, geht mit uns zur nächsten Haltestelle, wartet mit uns auf den Bus und lässt es sich nicht nehmen, uns mit seiner SUBTE-Karte die Heimfahrt zu spendieren. Wir sind beeindruckt. Buenos Aires ist eine ganz besondere Stadt mit ganz besonderen Menschen!


Day 490 – Flea market and tramway

Today we realize that we really chose an apartment in a great location – as we leave the house, we are already in the middle of the mile-long Sunday flea market on Calle Defensa, starting at the Plaza de Mayo and ending south of Plaza Dorrego. In the northern part, we visit the Basilica de Nuestra Señora del Rosario with its unusual organ (right behind the main altar) and the flags of British army battalions, taken from them by the Argentinians when they reconquered Buenos Aires in 1806 after 46 days of British occupation. The Mausoleo de General Belgrano in front of the church is under renovation right now.

Then we are back at the flea market – here we find a bit of everything, arts and crafts, Mafalda souvenirs and knitted animals, porcelain and leather, license plates and Messi-T-Shirts, old and new stuff, and edible stuff in between. The real antiques can be found in specialized stores, like an old Japanese tin plate ambulance which we have never seen before – but 400 US $ is way too expensive.

We take lunch break at Mercado San Telmo, and then we find some ambulances here and also on Plaza Dorrego. Early afternoon, we have seen all the flea market area and found six new pieces for our collection. And then, we take an Uber to get into a part of town almost 4 miles west. There we get in line for an attraction which would not be one in Vienna: we take the tram.

A handful of volunteers is taking care of the Tramway histĂłrico de Buenos Aires, they all are members of the association of friends of the tram which does not get any money from the city of Buenos Aires or any other institution. And the train ride is free. We get sorted into groups, receive little paper tickets and hear the history of BA´s trams. About a handful of wagons is still in working order, today two green ones are on duty. Suddenly, the 50 minutes wait time is over and we may board the tram. It´s a short ride in a creaking tram but it´s a lot of fun, especially when the horn honks – sounds like a ship´s horn, the guest are thrilled and applaud. And as a car is parked too close to the tram tracks, we hear a lot of honking, and a lot of applause.

After the tram ride, we feel courageous and want to take public transport home instead of Uber. But – you can´t by a bus ticket in the bus, you have to have a SUBTE card, and we don´t know where to get one. One of the tram drivers, Juan Pablo, takes us to the nearest bus station, waits for the bus with us and even uses his SUBTE card to facilitate our ride home. Buenos Aires is a very special city with very special people!

Route 230820

230817 – (temporärer) Abschied vom Krassen Pferd >

Donnerstag / Thursday, August 17, 2023
Tag 487 / 463 – (temporärer) Abschied vom Krassen Pferd

Uruguay lässt es zum Abschied nochmal so richtig krachen, die ganze Nacht.

Es donnert und blitzt beinahe gleichzeitig, es schĂĽttet, in der FrĂĽh ist die Wiese schlammig und neben dem Weg hinunter zu den Werkstätten könnte man Wildwasser-raften. Dennoch mĂĽssen wir in diesem grauslichen Wetter die letzten nötigen Dinge erledigen – Toilettentank reinigen, Wasser- und Abwassertank auslassen, Gasflasche ausbauen. Die Gasflasche lassen wir hier, mitnehmen dĂĽrfen wir sie ohnehin nicht, vielleicht haben andere Reisende Verwendung dafĂĽr. 

Wir verabschieden uns zum dritten und letzten Mal von Timo, Felix, Michael und Lehrling David, und von Frieda, die zitternd Schutz sucht, weil sie Angst vor dem Gewitter hat, das immer noch hier herumzieht.

Die Fahrt nach Montevideo dauert trotz regennasser Fahrbahn nicht viel länger als geplant, dafür ist die Zufahrt zum Hotel im Einbahngewirr rund um den alten Markt im historischen Zentrum ein wenig mühsam. Aber schließlich finden wir doch hin und deponieren unser Gepäck in der Lobby.

Dann geht es zum BĂĽro der Verschiffungsagentur, wo wir die letzten Papiere unterschreiben – Parkplätze hier in der Altstadt gibt es hier keine, wir machen es wie die Einheimischen – man bleibt einfach möglichst wenig verkehrsbehindernd irgendwo stehen und schaltet die Warnblinkanlage ein. Nächster Stopp: Bei der Hafenbehörde die Genehmigung zur Einfahrt bzw. zum Betreten des Hafengeländes einholen. Auch hier keine Parkmöglichkeit, und es regnet – also stehen bleiben, Warnblinkanlage an, Motor aus, fertig. Ich lege beide Pässe vor, und bekomme ĂĽberraschenderweise problemlos Genehmigungen fĂĽr uns beide (obwohl angeblich nur eine Person das Fahrzeug zur Ăśbergabe in den Hafen fahren darf). Dann suchen wir die Nordeinfahrt zum Hafen – mĂĽhsam, Baustellen, Absperrungen, Einbahnen; dort wartet Señor Nelson auf uns, der die GasĂĽberpĂĽfung durchfĂĽhrt – Gastank leer, beim Herd kommt kein Gas mehr raus, und auch die Toilette ist gasfrei (!!), somit bekommen wir die nötige Bescheinigung. 

AnschlieĂźend fahren wir ins Hafengelände ein (die Genehmigungen will niemand sehen), wo uns schon der Shipping Agent, Señor Fernando erwartet. Wir durchqueren das gesamte Areal einmal der Länge nach, um die Ausfuhrgenehmigung vom Zoll zu bekommen – es regnet nach wie vor, niemand kontrolliert das Fahrzeug, Fernando erledigt alles fĂĽr uns, wir mĂĽssen nicht mal aussteigen. Dann geht es den ganzen Weg retour bis zur Abstellfläche fĂĽr die Fahrzeuge, die kommendes Wochenende mit der Grande Buenos Aires verschifft werden; ein anderes Wohnmobil steht auch hier. Und jetzt heiĂźt es Abschied nehmen – alle AuĂźenklappen versperren, die DurchgangstĂĽr innen mit der Stiege blockieren, das Handgepäck nehmen, die SeitentĂĽr absperren, SchlĂĽssel abgeben – und hoffen, dass wir unser Treues Krasses Pferd Mitte September wohlbehalten und vollständig in Hamburg abholen können. 

Day 487 / 463 – Saying good-bye to our Brave Camper (temporarily)

We get a grand finale with fireworks for our last day here at Uruguay Storage – thunder and lightning all through the night, pouring rain, the campground is muddy and we could go whitewater rafting on the little creek running parallel to the path down to the workshops. Despite of the weather, we have to finish the preparations – clean the toilet tank, empty water and grey water tanks, take out the LPG bottle which is not allowed on board the ship. So, we leave it here – maybe other travelers can put it to good use.

We say good-bye to Timo, Felix, Michael and apprentice David for the third and last time; and to Frieda who is shaking like a leaf because she is afraid of the thunderstorms which is still very active above our heads. The drive to Montevideo doesn´t take much longer than anticipated, despite the rain and the bad driving conditions; but getting to our hotel near the old market in the historic part of Montevideo is a bit tricky due to the many one-ways. Finally, we find a spot to unload our luggage, leaving it at the hotel lobby.

Then, we drive to the office of the shipping agency where we have to sign the final papers. There are no parking spots here, so we do as the locals do – park without being too much of a traffic obstruction and use the hazard lights. Next stop: getting the entry permission for the harbor area at the harbor control. Same here – no parking spots, so stop, hazard lights on, motor off and go. We present both our passports and to our surprise be both get the permission for entering the harbor (usually it´s only one the person driving the vehicle who may enter). After that, we search the north entrance to the harbor – very tricky, lots of construction, blocked roads, one-ways – where Señor Nelson is waiting for us to do the gas check. The gas tank is empty (otherwise we would have had to take it out), the stove is gas-free and also the toilet (!!), so we get the necessary certificate.

Afterwards, we drive into the harbor area (no one wants to see our permissions) where Señor Fernando, the shipping agent is waiting for us; he guides us from the north end of the harbor area all the way to the south end to get the custom´s permission to export our vehicle. It is still raining, there is no car inspection, Fernando does the paper work for us, we don´t even have to get out of the car. Then we drive all the way back to the north entrance to the parking lot for all the vehicles which will be shipped with Grande Buenos Aires this coming weekend. And now we have to say good-bye. We lock all the exterior hatchets and compartments, block the inner door from the driver´s compartment into the living room with the foldable stair, take our carry-on, lock the side door and leave the keys with the harbor official. We hope and pray that we will get our Brave Camper back, in good shape and with all the contents, mid-September in Hamburg, Germany.

Route 230817

230816 – Letzte Vorbereitungen für die Verschiffung >

Mittwoch /Wednesday, August 16, 2023
Tag 486 / 462 – Letzte Vorbereitungen für die Verschiffung

Wir haben nochmals GlĂĽck mit dem Wetter heute, es ist warm und sonnig. Und wir sind wirklich froh ĂĽber den extra Tag, der uns noch zur VerfĂĽgung steht, um unser Krasses Pferd gut auf die Verschiffung vorzubereiten – wir sind gestern einfach nicht fertig geworden. DafĂĽr können wir heute in Ruhe das Handgepäck herrichten, und die beiden neuen Koffer mit all den Sachen fĂĽllen, die wir entweder in Buenos Aires noch benötigen oder auf gar keinen Fall verlieren wollen, falls unser Krasses Pferd aufgebrochen und ausgeräumt werden sollte. Also werden die wunderschönen Antarktis-Daunenjacken ebenso eingepackt wie die guten Trekking-Schuhe oder Souvenir-T-Shirts von der Reise. 

Nebenbei machen wir Notizen von Dingen, die sich bewährt haben – zu Beispiel die chinesischen Reifen mit den handgeschnitzten Felgen aus Paraguay – wir waren 37.000 km damit unterwegs und hatten bis auf ein Loch im Schlauch keine Probleme (wir müssen unbedingt noch Señor Jaime Gomez in Asunción informieren, dass das so gut funktioniert hat). Und eine Liste von Dingen, die wir reparieren, ersetzen oder neu installieren müssen, wie etwa den Kühlschrank, der rinnt und nicht mehr richtig schließt; oder die Zusatzscheinwerfer, die nie richtig funktioniert haben; oder die „Grableuchte“ im Heckkompartment, die wir durch eine LED-Lichtleiste ersetzen wollen. Unser Backrohr haben wir kein einziges Mal verwendet – entweder wir lernen bis zur nächsten Reise Brot backen, oder wir schmeißen das Backrohr raus. Geschirr müssen wir um mindestens die Hälfte reduzieren, Kleidung um zwei Drittel; und Schuhe – aber das ist ein anders Kapitel.

Dann beschließen wir, das Auto zu waschen – wir wollen unser treues Krasses Pferd nicht schmutzig und staubig nach Hause schicken. Timo kommt vorbei, wir müssen noch die Abrechnung machen, und ich darf eine Runde am Motorrad mitfahren. Am Abend sind wir erledigt – wir essen die letzten Vorräte auf, und fallen ins Bett. Kaum zu glauben, dass das schon unsere letzte Nacht in unserem Heim auf Rädern ist.

Day 486 / 462 – Final shipping preparations

We are in luck with the weather again, it´s warm and sunny. And we are quite happy about the one additional day we got due to the delayed arrival of our ship because we couldn´t finish the preparations yesterday. Today, we have time to pack the carry-on and fill the two new suitcases with all the stuff we either need for Buenos Aires or we don´t want to lose in case someone breaks into our brave Camper and cleans it out during the Atlantic passage. Therefore, we take the nice and warm parkas from our Antarctic adventure, the good trekking shoes and the souvenir T-shirts which we bought our journey.

And we make a list – about the things which worked out well, like the Chinese tires and the handmade rims from Paraguay which carried us for 23.000 miles with only one minor problem (we remind ourselves to email Señor Jaime Gomez in Paraguay and thank him again). And we also make a list about things we have to repair, replace or change; like the leaking refrigerator with the broken part; or the additional head lights which never worked how they should; or the insufficient light in the back compartment which we want to replace by LEDs. We haven´t used our oven even once – either we learn how to bake bread for our next journey, or we kick the oven out. We have to reduce the dishes and all the kitchen stuff by at least 50%, clothes by two thirds, and shoes – well, that´s another story.

Then we decide to wash the vehicle – we don´t want to send our Brave Camper home all dusty and dirty. Later, Timo drops by, we have to settle the bill, and I get a lift on his motorbike. At the end of the day, we are done – we eat our last supplies and fall into our beds. We can hardly believe that this is the last night in our home on wheels.

Route 230816

230815 – schon wieder Putzen >

Dienstag /Tuesday, August 15, 2023
Tag 485 / 461 – schon wieder Putzen

Nach dem FrĂĽhstĂĽck geht es weiter mit den Vorbereitungen fĂĽr die Verschiffung unseres treuen Krassen Pferdes. Wir mĂĽssen den Gastank komplett leeren, daher wird das Ventil geöffnet, das Gas strömt aus und das Ventil vereist relativ rasch. Es geht weiter mit Putzen und sortieren, die Badezimmerschränke mĂĽssen ausgeräumt werden, es dĂĽrfen keine Spraydosen im Auto verbleiben (Deosprays, etc.) und auch keine Putzmittel. Der Wohnteil unseres Krassen Pferdes gleicht einem Schlachtfeld, und wir schwören uns, fĂĽr  die nächste Reise weniger Unnötiges mitzunehmen – ich denke, ich werde vor allem bei den Schuhen reduzieren, auf so ca. 20%.

Die Lamas kommen vorbei, um nach dem Rechten zu sehen, aber wir sind viel zu beschäftigt mit Aufräumen und Putzen, um mit ihnen zu plaudern – beleidigt ziehen sie von dannen. Nach dem Mittagessen machen wir kurz Pause und buchen unsere Schiffspassage nach Buenos Aires. Es gibt pro Tag drei direkte Verbindungen von Montevideo nach Buenos Aires – den Buquebus mittags schaffen wir nicht, weil wir ja mittags erst unser Fahrzeug im Hafen abgeben, und die Abendfähre ist uns zu spät, da würden wir erst spät in der Nacht in Buenos Aires ankommen. Also entschließen wir uns kurzerhand, erst am Freitag zu fahren und buchen für Donnerstag ein Hotel in der Nähe vom Hafen.

Am Abend sind wir zum Grillen eingeladen – wir nehmen die zweite Flasche Wein von der Bodega Weinert aus Mendoza, die wir für eine besondere Gelegenheit aufbewahrt haben, und gehen vom Campingplatz Richtung Werkstätten und Wohnhäuser der Brüder. Wir suchen einen Grillplatz oder ein Lagerfeuer – nein, gegrillt wird im Poolhaus, mit einer riesigen offenen Feuerstelle. Das Ribeye ist köstlich, der Salat auch, und die Knoblauchsoße erst recht. Wir plaudern, erfahren einiges über den Werdegang der drei Brüder Timo, Felix und Michael, die selbst noch gar nicht so lange in Uruguay sind (erst seit 2009), aber hier mit UY-Storage ein erfolgreiches Full-Service Unternehmen für Overlander aufgebaut haben und unter dem Namen TerraVentura großartige Wohnmobile komplett selbst bauen. Sollte es uns jemals wieder nach Uruguay verschlagen, kommen wir auf jeden Fall wieder hierher.

Day 485 / 461 – Cleaning, again

After breakfast, we continue the preparations for shipping of Brave Camper back home. The fixed gas tank has to be completely empty – we open the valve; the gas evaporates and the valve ices up rather fast. Then the bathroom cabinet has to be cleaned out, there are no sprays and no cleaning supplies allowed during the ship passage. Our living room and our kitchen look like a battle field, and we swear to take way less stuff with us for the next journey – I even might reduce the number of shoes – to maybe 20%.

The resident Llamas walk by to check on the guests, but we don´t have time today to talk to them – they seem to be a bit offended and leave. After lunch, we take a break to book our ship passage to Buenos Aires. There are three departures a day directly from Montevideo to Buenos Aires – we won´t be able to catch the one at noon because at that time we have to deliver our vehicle at the port, and the one in the evening is rather late – we would arrive very late at night in Buenos Aires. So, we decide to leave Uruguay a day later and book a hotel near the port for Thursday night.

In the evening, we are invited to a barbecue; we grab the second bottle of wine from the Bodega Weinert in Mendoza, which we saved for a special occasion, and walk from our camp site towards the barbecue place, expecting an open fire place somewhere outside. But no, there is a very large pool house with a very large open fire place indoor. The ribeye is to the point, the salad is delicious and the garlic sauce, too. During the dinner conversation, we get to know more details about the career of the three brothers Timo, Felix and Michael, who have moved to Uruguay with their parents, not so long ago (2009). Since then, they built their very successful companies – UY-Storage, a full-service place for overlanders, and TerraVentura, the camper construction company, producing extravagant motorhomes. If we ever come back to Uruguay, we will definitely check in here again.

Route 230815

230814 – Ein letztes Mal in der Werkstatt >

Montag /Monday, August 14, 2023
Tag 484 / 460 – Ein letztes Mal in der Werkstatt

Nach einer ruhigen Nacht unter klarem Sternenhimmel vergeht der Vormittag mit Sortieren, Putzen, Räumen und Schlichten und Kisten füllen. Zwischendurch wird schnell Wäsche gewaschen – hier ist zwar Winter, aber heute ist es sonnig und warm und dazu recht windig, die Wäsche trocknet schnell; für Buenos Aires brauchen wir noch saubere Kleidung für alle möglichen Wetterlagen für 10 Tage.

Nach der Mittagspause holt uns Timo in die Werkstatt – zuerst wird der Fehler bei unserer Dieselheizung gesucht und schnell gefunden, es war nur eine lose Kabelschelle, das ist schnell repariert. Inzwischen wechseln wir die Luftfilter, wir haben noch Original-Ersatzteile und sind froh über jede Schachtel und jede Verpackung, die wir nicht wieder einräumen und mit heimnehmen müssen. Dann werden die Sandbleche abmontiert – wir haben sie nie verwendet, und diese außen befestigten Teile gehören zu den am häufigsten gestohlenen Dingen während der Schiffspassage; Timo kann sie außerdem gut brauchen, er hat sie bereits für einen anderen Kunden verplant.

Es ist warm und sonnig, die Sonne macht schläfrig. Die ungeplante Nachmittagsruhe im Lkw-Reifen wird dann von den Wachhunden Helmut und Frieda unterbrochen, die sich fĂĽr SchoĂźhunde halten und sich als chronisch unterfĂĽttert und unterstreichelt darstellen – somit haben wir dankbare Abnehmer fĂĽr das restliche Hundefutter, das wir noch ĂĽber haben (nein, wir haben keinen Hund mit, aber wir hatten immer Hundefutter fĂĽr hungrige StraĂźenhunde). 

Am späten Nachmittag sind alle Kleinigkeiten am und im Auto erledigt, wir können die Werkstatt verlassen und wieder zum Campingplatz hinauf fahren. Frieda, die riesige Terrierdame, kommt mit, um sich zu vergewissern, dass wir sicher ankommen (und um nachzuschauen, ob noch irgendwo ein paar Brösel Hundekeksi zu finden sind).

Day 484 / 460 – One last time at the mechanic

After a quiet night und a starry sky, we spend the morning sorting, cleaning and rearranging stuff and filling the big silver boxes; in between, we get some laundry done – it´s winter here, but today it´s warm and sunny with some wind, so the laundry dries real quick; we need clan cloths for all kinds of weather in Buenos Aires for 10 days.

After lunch, Timo asks us to drive down to the workshop. First, he and Felix try to find out why our diesel heating didn´t work last week. The reason was just a loose cable clamp – easy to fix. In the meantime, we change the air filters, we still have original IVECO parts, and we are glad about every box and every package we don´t have to take home again. Then, we take the sand sheets off; we have never needed them, and those exterior parts very often get stolen during shipping; and Timo can put them to good use, mounting them on one of the vehicles they are building here.

It´s warm and sunny, I am feeling sleepy. But the unplanned afternoon-nap on a truck tire gets interrupted by Frieda and Helmut, the two guard dogs who think they are lapdogs, chronically underfed and never getting enough attention. So, they are happy to take care of our last remaining dog food (no, we don’t have a dog, but we always carried dog food with us for the hungry street dogs).

Late afternoon, all the necessary work on our Brave Camper is done, we leave the work shop and return to our camp site – accompanied by Frieda, the huge Terrier, making sure that we arrive safely (and checking if there are some dog treats left somewhere in our camper).

Route 230814

230813 – Hausputz, Tag 1 >

Sonntag / Sunday, August 13, 2023
Tag 483 / 459 – Hausputz, Tag 1

Es ist Sonntag, wir können ausschlafen – aber natĂĽrlich sind wir bei Sonnenaufgang munter, eh klar. FĂĽr unser braves Krasses Pferd gibt es jetzt drei Ruhetage mit Mani-Pedi und Spa – wir mĂĽssen ausräumen, Kleinigkeiten reparieren, umräumen, putzen, wieder einräumen und alles fĂĽr die Verschiffung nach Hause vorbereiten. Irgendwie haben sich sehr viele Rettungsautos angesammelt, insgesamt sind es auf dieser Reise ĂĽber 200 gewesen – und das Abenteuer ist noch nicht ganz vorbei. Einen Teil haben wir ja bereits heimgeschickt, aber dennoch sind viele, viele Autos zu verstauen. 

Und zwar möglichst so, dass sie nicht geklaut werden, denn das Auto darf für die Verschiffung nicht versperrt sein, alle Ladeklappen müssen offen und für die Inspektion zugänglich sein. Nach der Inspektion wird der Wohnteil versperrt, und wir hoffen natürlich, dass unser Fahrzeug so wie die Reise von Hamburg nach Halifax auch die Heimreise gut übersteht und nicht aufgebrochen wird (wir haben in diversen Foren Schauergeschichten über aufgebrochene und komplett leer geräumte Wohnmobile gelesen). Also wird eingeschachtelt und Tetris gespielt, und jedes verfügbare Fleckchen Platz genutzt, auch im „Keller“, dort, wo sich einst unsere Klimaanlage befand.
Dann erstellen wir auch einen Essensplan für die nächsten Tage – es dürfen keine Lebensmittel an Bord sein während der Verschiffung, das heißt wir sollten alles aufessen; aber wir sind hier bei Timo meilenweit vom nächsten Ort und damit auch von der nächsten Einkaufsmöglichkeit entfernt; also die Vorräte sollten genau bis zum Morgen der geplanten Abgabe des Fahrzeuges im Hafen von Montevideo halten.

Und dieser Termin hat sich gerade nach hinten verschoben, unser Schiff hat Verspätung, und wir haben ein oder zwei Tage mehr Zeit bis zur Abgabe. Gut, dass wir unseren Heimflug erst für Ende des Monats gebucht haben. Wir sind hier bei Timo und seinen Brüdern Felix und Michael bestens aufgehoben, am Campingplatz haben wir nette Gesellschaft – ein belgisch-polnisches Camperpaar und ein Paar Deutsche in ihrem Riesenmobil. Am Abend fliegen kleine, grüne Krachmacher über uns hinweg, Bronze-Kiebitze laufen schimpfend über die Wiese, Rosttöpfer bessern ihr Nest oben am Lampenmast aus und Graukardinäle suchen hektisch Futter. Und die beiden „Wachlamas“ schauen auch noch vorbei – die Tierwelt hier wird uns sehr abgehen, wenn wir wieder daheim sind.

Day 483 / 459 – Cleaning the house, Day 1

It´s Sunday, so we could sleep in – but of course, we are awake at dawn, although we have three days to take care of our Brave Camper – manicure, pedicure and Spa, so to speak, to get the vehicle ready for shipping. We have to empty all the compartments, get some minor repair work done, sort stuff out, clean and put all our belongings back in the vehicle. Somehow, lots of ambulance models and toys for our collection have accumulated – more than 200 so far, and the adventure isn´t over yet. We have already sent several boxes home, nevertheless we still have many ambulances to stow.

As the vehicle has to be unlocked for shipping with hatches and compartments accessible for inspection, we try to stow as best as possible to prevent getting robbed. After the inspection, the living room will be locked, and we hope that our Brave Camper will have a safe journey home, same as from Hamburg, Germany, to Halifax, Canada, last year without getting broken into (we have read some horror stories in several online travel groups about campers forcefully opened and robbed). So, we play “Tetris”, using every inch of available space, even in the basement, where our air condition once was located.

Then, we create a menu plan for the next days – there mustn´t be any food on board during shipping, so we should finish all our provisions. On the other hand, Terraventura, Timo´s place, is miles away from the next village and therefore any supermarket, so the supplies should last exactly till breakfast on the morning of the planned delivery date.

And that date just changed – our ship is delayed, and we have one or two extra days till delivery. Luckily, we booked our flight home for end of August. We are well taken care of by Timo and his brothers Felix and Michael, and we have some nice company at the campsite – a Belgium-Polish pair of campers, and a German couple with their monster truck. In the evening, some little, green racketeers fly over our heads, southern lapwings run across the meadow, clamoring loudly, rufous horneros work on their house high up on the lamp pole, and grey crested cardinals are looking for food. And the two local “guard llamas” are also passing by – we will miss the local fauna very much, when we are back home!

Route 230813

230812 – Im Gaucholand >

Samstag / Saturday, August 12, 2023
Tag 482 / 458 – Im Gaucholand

Die Entscheidung, über Nacht hier im Valle del Lunarejo zubleiben, war eine gute – herrlich ruhig, ein toller Sternenhimmel, daher recht frisch in der Früh mit 9°C draußen und 14° im Wohnmobil – und die Heizung geht schon wieder nicht. Knurr. Den angezeigten Fehlercode kennen wir nicht, die Bedienungsanleitung finden wir grad nicht, aber wir fahren ja ohnehin zu Timo – er wird´s schon richten (gut, dass wir jetzt noch draufgekommen sind, bevor wir unser Krasses Pferd heimschicken).

Zuerst geht es aber noch nach Tacuarembó, der Hauptstadt des gleichnamigen Departments ganz im Norden Uruguays und Gaucho-Hauptstadt des Landes. Wir haben im letzten halben Jahr viele, viele Gauchos gesehen, die südamerikanische Cowboy-Variante, auf Pferd (mit und ohne Sattel), mit Hund, Baskenmütze oder breitkrempigem Hut, oft silberbeschlagenen Gürteln, ein Messer im Futteral und – am Handy telefonierend. Man geht bzw. reitet mit der Zeit.

Im Museo del Gaucho gibt es nicht nur die Accessoires wie Stiefel und Kappen aus Pferde- bzw. Eselsleder, kunstvoll geschnitzte Hörner und silberne Steigbügel zu sehen, wir bekommen auch sehr viel Information von der Museumsbetreuerin – zum Beispiel über das Patria Gaucha Festival, jedes Jahr im März, wo sogar Uruguays Präsidentenpaar mitreitet, in entsprechender Tracht, natürlich.

Im Museo del Indio sehen wir dann Pfeilspitzen, Wurfgeschoße (Boleadores) und andere traditionelle Waffen, Mörser, ein handgemachtes Kanu und hören die Geschichte der letzten Indígenas Uruguays. Auch hier ist die Museumsbetreuerin begeistert, Besucher zu bekommen, und als sie hört, dass wir mit Wohnmobil auf großer Reise unterwegs sind, kennt ihre Begeisterung keine Grenzen, das ist auch ihr Traum – möge der Traum in Erfüllung gehen!

Im Gaucho-Museum hat man uns noch ein Museum in Valle Edén empfohlen, nämlich das Museo Gardel – alles über das Leben des berühmten Tangomusikers und Komponisten. Aber wir sehen eine kleine Chance, es noch heute bei Tageslicht zu Terraventura und Timo zu schaffen, also lassen wir das Museum aus. Vielleicht begegnen wir Gardel ja nächste Woche in Buenos Aires – Argentinien beansprucht den Tangovirtuosen nämlich auch für sich.

Von TacuarembĂł geht es schnurstracks nach SĂĽden, ĂĽber die Ruta 5 Richtung Montevideo. Die StraĂźen hier sind in deutlich besserem Zustand als viele der StraĂźen, die wir in den letzten Wochen in Brasilien gefahren sind, und wir kommen flott voran, trotz des starken Seitenwindes – kein Wunder, dass hier Windräder stehen. Nach 5,5 Stunden und 400 km, eine Minute nach Sonnenuntergang stehen wir tatsächlich vor Einfahrt von Terraventura. Hier beginnt die letzte Etappe unserer Reise – kaum zu glauben, dass wir in knapp drei Wochen schon wieder daheim sein werden – und wieder arbeiten gehen mĂĽssen!

Day 482 / 458 – Gaucho Country

The decision to stay here in Valle del Lunarejo overnight was a good one – a peaceful night, a great starry sky, a brisk morning with 48°F outside and 57,2°F inside – and the heating won´t work. Again. We have never seen the error code on the display, we can´t find the manual, but we are going to Timo´s workshop anyway, he´ll find the problem (luckily, the error occurred now, before we send our Brave Camper home)

But first, we visit Tacuarembó, the capital of the department in the north of Uruguay and also the country´s gaucho capital. During the last six or seven months, we have seen many, many Gauchos, South American Cowboys, on their horses (with or without saddle), with their dogs, wearing berets or wide brimmed hats, belts with silver applications, a knife on the side, and – talking on their cell phone. Adjusting to the 21st century.

At the Museo del Gaucho, we get to see all these accessories and more, like boots and hats made of horse or donkey leather, ornate carved horns and silver stirrups. And we also get a lot of additional information from the museum guard, for example about the annual Patria Gaucha Festival in March, where even the president of Uruguay and his spouse take part, in Gaucho outfit, of course.

At the Museo del Indio, we get to see arrowheads, boleadores (hunting projectiles) and other traditional weapons, mortars, a handmade wooden canoe, and we hear the story about the last Uruguayan Indígenas. The lady at the museum is delighted to show us around, and when she learns that we are traveling with a motorhome, she is thrilled because that´s her dream, too – may the dream become reality!

We also received the recommendation to visit another museum, in Valle Edén, the Museo Gaudel, about the life of the famous tango musician and composer Carlos Gaudel. But we see a small chance to make it to Timo and Terraventura today before or around sunset, so we skip that museum. Maybe we´ll meet Gaudel in Buenos Aires, he was famous in Argentina, too.

So, we drive straight south on Ruta 5 direction Montevideo. The roads and highways are in far better condition here than most of the roads we have been driving the last weeks in Brazíl, and we are making good progress, despite the nasty wind from the side (small wonder that there are many windmills here). After 5,5 hours and 250 miles we actually arrive at the gate of Terraventura, one minute after sunset. Now, the last part of our journey begins – slowly, we are realizing that we will be home again in a bit less than three weeks – and that we will have to go to work again!

Route 230812

230811 – Ciao, Brazíl – Buenos días, Uruguay >

Freitag / Friday, August 11, 2023
Tag 481 / 457 – Ciao, Brazíl – Buenos días, Uruguay

Mitten in der Nacht – Weltuntergang. Donner, Blitze, ohrenbetäubend laut prasselnder Regen wecken uns – das Gewitter ist genau ĂĽber uns. In der FrĂĽh sind noch graue Wolken zu bemerken, die Sonne ist noch nicht zu sehen. Am frĂĽhen Vormittag kommen wir in Sant´Ana de Livramento an, wo wir eine Runde um die Praça internacional (Brasilien) bzw. Placa internacional (Uruguay) drehen. Das ist der einzige Platz der Welt, den sich zwei Länder teilen (sagt zumindest unser Uruguay-ReisefĂĽhrer).

Die Grenze läuft genau der Länge nach durch den Platz, das Denkmal steht auf der Linie, nördlich davon weht die brasilianische Flagge und südlich die von Uruguay. Im Geschäft auf der Nordseite finden wir auf einen Streich 4 Rettungsautos und werden somit genau unsere letzten brasilianischen Reaís los; im Shop auf der Südseite bezahlen wir die beiden Koffer, die wir zum Heimfliegen benötigen, mit US-Dollar, der uruguayischen Zweitwährung. Hier gibt es keine Zäune, keine Grenzschilder, nur sporadische Kontrollen durch berittene Polizisten, die Dienstpferde tragen Reflexstreifen an Sattel, Zaumzeug und an den Fesseln. Das Büro für die Passkontrolle für die Ausreise aus Brasilien und die Einreise nach Uruguay finden wir dann, etwas ungewöhnlich, zwei km weiter im Shopping-Center.

Und das Shopping-Center beschert uns dann nochmals einen ziemlichen Zuwachs fĂĽr die Sammlung – gut, dass wir Koffer gekauft haben. Was wir hier allerdings nicht bekommen, ist das TIP (temporary importation permit) fĂĽr unser Krasses Pferd, das gibt es 13 km weiter in einem etwas baufällig aussehenden BĂĽro-Container am Rande der Ruta 5, bereits im Department Rivera / Uruguay. Insgesamt ein ungewohnter, aber lustiger GrenzĂĽbertritt, mit sehr netten Beamten. Und das war dann auch die letzte Einreise mit unserem Krassen Pferd fĂĽr diese Reise – nächste Woche werden wir es in Montevideo im Hafen abgeben und nach Hause schicken. 

Aber heute geht es nochmals ins GrĂĽne – wir biegen von der Ruta 5 nach rechts ab, und erreichen nach einer halben Stunde den Parque natural regional Valle del Lunarejo. Kein Nationalpark, sondern ein groĂźes – mit Auflagen – von lokalen Familien bewirtschaftetes Naturschutzgebiet und somit größtenteils Privatbesitz. Der nette Mitarbeiter vom Besucherzentrum heiĂźt uns herzlich willkommen, erklärt uns, wo wir alleine unterwegs sein dĂĽrfen und wo wir Guides benötige wĂĽrden, und lädt uns ein, ĂĽber Nacht hier zu bleiben. Mittlerweile scheint die Sonne, es ist halbwegs warm, und wir gehen spazieren; die Gegend ist ein Vogelparadies, wir sehen Störche, Stirnbandibisse, Truthahngeier, Galleriewaldrallen und eine Familie von Halsbandwehrvögeln mit drei flauschigen Jungen. 

Als wir zurückkommen, ist das Besucherzentrum schon geschlossen, aber der Platz ist nett, hinter uns grasen Schafe, es gibt kaum Verkehr auf dieser Nebenstraße und das WiFi ist schnell – und wir bleiben einfach da. Ist zwar vielleicht nicht das vernünftigste (es sind immer noch 524 km zu Timo, das schaffen wir morgen sicher nicht), aber nach etlichen Nächten auf Tankstellen freuen wir uns, mit Hundegebell, Schafgemecker und Froschgequake einzuschlafen und morgen mit Vogelgezwitscher aufzustehen.

Day 481 / 457 – Ciao, Brazíl – Buenos días, Uruguay

In the middle of the night, we wake up due to infernal noise – thunder, lightning, rain hammering on our roof – the thunderstorm is right above us. In the morning, there are grey clouds, no sun yet. We arrive in Sant´Ana de Livramento, where we walk around the Praça internacional (Brazíl) respectively the Placa internacional (Uruguay). Our guide books says, that this is the only Plaza in the world shared by two countries.

The border runs exactly through the middle of the plaza, the monument is placed on the center line, with the Brazilian flag north and the Uruguayan flag south of it. In the shop on the north side of the plaza, we find four new ambulances, therefore getting rid of our last Brazilian reaĂ­s; in the shop on the south side, we buy two suitcases which we need for the flight home,  paying in US dollars, Uruguay´s second currency. There are no fences, no border signs, only random controls by officers on horses (the horses are equipped with reflecting material on their saddle and bridles and even around their ankles). The immigration offices for exiting Brazil and entering Uruguay are 1,5 miles away, at the shopping mall – a bit unusual for us.

And at the shopping center, we find several more additions for our collection – fortunately, we just bought some suitcases. For the TIP, the temporary importation permit, we have to drive 8 miles further south on Ruta 5, already in department Rivera, Uruguay. The office is located in a container on the side of the road. All in all, this was a very unusual but funny border crossing, with very nice immigration and customs officers. And this was also our last customs procedure for entering a country – next week, we will bring our Brave Camper to the harbur in Montevideo and send it home.

But today, we want to spend some more time in Uruguay´s green north – we turn right from Ruta 5 and after half an hour, we reach the Parque natural regional Valle del Lunarejo. It´s not a national park, but a huge protected area; farming is allowed under certain rules, and most of the land is privately owned. The nice señor at the visitor center welcomes us, explains which trails we are allowed to go on our own and where we would need guides, and even invites us to stay the night. It is sunny and warm now, and we go for a walk – the area is a paradies for birds, we see storks, ibis, vultures, wood rails and a family of southern screamers with three fluffy chicks.

When we come back, the visitor center is closed; the place is nice and quiet – almost no traffic on the road, sheep are grazing behind our Brave Camper, and the WiFi is fast – we decide to stay. It´s maybe not the wisest decision (from here, we still have to drive 325 miles to Timo, we won´t be able to do that tomorrow), but after several nights in a row at gas stations, we are happy to go to sleep with the sound of barking dogs, bleating sheep and croaking frogs, and to wake up to the song of birds.

Route 230811

230810 – Von Porto Alegre Richtung Grenze Uruguay >

Donnerstag / Thursday, August 10, 2023
Tag 480 / 456 – Von Porto Alegre Richtung Grenze Uruguay

Das Wetter schlägt Kapriolen – gestern grauslich, nass und kalt, heute Sonnenschein und am frühen Vormittag schon über 20°C. Wir freuen uns, da macht sowohl Fahren als auch Spazierengehen gleich viel mehr Spaß. Also auf nach Porto Alegre, wo wir in der Nähe vom Mercado Público einen Parkplatz in der Kurzparkzone finden. Brav wollen wir am Parkomat das Ticket kaufen – geht nicht. Der nette Kurzparkzonenparkticketüberprüfungsbeamte eilt mir zu Hilfe und will das Ticket elegant auf seinem mobilen Gerät ausdrucken – geht auch nicht. Das System kann mit unserer österreichischen Autonummer nichts anfangen, somit haben wir einmal gratis Parken gewonnen – auch gut.

Gut gelaunt spazieren wir durch das wuchtige rosa Gebäude des ehemaligen Majestic Hotels, heute ein Kulturzentrum, zum Palacio Piratini. Wir waren ja im Jänner schon hier, da war der Regierungspalast wegen Renovierung geschlossen – im August wären wieder Besuche für Touristen möglich, hieß es damals. Das stimmt im Prinzip auch – nur heute nicht, denn heute findet vor dem Palast eine Demonstration statt, die Sicherheitsvorkehrungen sind erhöht und die Touren ausgesetzt. Na schade – soll wohl nicht sein.

Wir trösten uns mit Caramel Macchiato und Maracuja Frappucino von Starbucks und einem neuen Rettungsauto aus dem Geschäft gegenüber. Dann überlegen wir, wie wir weiterfahren. Die schönen Nationalparks Aparados da Serra und Serra Geral mit ihren tollen Cañons mussten wir wegen des schlechten Wetters auslassen, und die Jesuitenmission von São Miguel da Missoes liegt über 600 km weit weg in nordwestlicher Richtung kurz vor der argentinischen Grenze, das geht sich nicht mehr aus. Die direkte Strecke von Porto Alegre nach Uruguay an der Lagoa dos Patos entlang und dann in Uruguay die Küstenroute sind wir schon gefahren. Also wenden wir uns nach Westen und peilen den Grenzübergang Sant´Ana do Livramento (Brazíl) / Rivera (Uruguay) an, da waren wir noch nicht, und dann können wir uns morgen und übermorgen noch ein bisschen von Uruguays Norden ansehen (in der Hoffnung, dass das Wetter hält).

Die 290 fĂĽhrt geradewegs nach Westen, bereits kurz nach Porto Alegre ist die Gegend wieder sehr ländlich. Auf weiten, feuchten Anbauflächen (vielleicht fĂĽr Reis?) suchen groĂźe, weiĂźe Reiher und Scharen von schwarzen Ibissen nach Nahrung; die rosa Farbtupfen dazwischen sind vermutlich rosa Löffelreiher. Weiden, Rinderherden, Geier und Cara-Caras bestimmen wieder das Bild, eine adrenalinsĂĽchtige Gänseschar versucht, die LandstraĂźe vor uns zu ĂĽberqueren und besinnt sich gerade noch rechtzeitig eines Besseren. Wir kommen heute bis Rosário do Sul, morgen haben wir noch 110 km bis zur Grenze nach Uruguay. Geht sich auch mit unseren restlichen 90 BRS Bargeld schön aus, das sind etwa 16 € – vielleicht finden wir ja im Shopping-Center bei der Grenze noch ein Rettungsauto. 

Day 480 / 456 – From Porto Alegre towards Uruguay

The weather changed overnight – yesterday nasty, wet and cold, today sunshine with 70°F already late morning. We are delighted, both driving and sightseeing or going for a walk is way more fun in nice weather. We drive the remaining miles to Porto Alegre, where we find a parking spot in the short-term parking zone near the Mercado PĂşblico. We want to buy a parking ticket at the machine – doesn´t work. The nice Senhor who is responsible for checking the tickets wants to help and print the ticket with his mobile device – doesn´t work either. The system doesn´t acknowledge our Austrian license plate, so the parking is free for us – very nice. 

We walk through a massive pink building, the former Majestic Hotel which is now a cultural center, towards Palacio Piratini. We have been here in January, the palace was closed for renovations at that time and would reopen for visits in August, we were told then. That turns out to be correct in principle – just not today because there is a demonstration in front of the palace today, security has been increased and visits for tourists are not possible. Well, bad luck.

A bit disappointed, we treat ourselves to a Caramel Macchiato and a Maracuja Frappucino at Starbucks, and we find a new ambulance for our collection in a store nearby. Then we have to decide how to continue. We had to skip the nice National Parks Aparados da Serra and Serra Geral with their impressive canyons due to the bad weather; the Jesuit mission São Miguel da Missoes is more than 460 miles away, direction northeast near the Argentinian border, that´s too far away. And we took the straight route from Porto Alegre to Uruguay along the Lagoa dos Patos and the coastal route in Uruguay in January already, so we turn west, direction Sant´Ana do Livramento (Brazíl) / Rivera (Uruguay). That way, we hope to see a bit more of Uruguay´s north in the remaining two days (weather permitting).

Rota 290 leads us west; a few miles past Porto Alegre it´s green country again. In large and wet agricultural areas (for rice cultivation, maybe?), huge white herons and flocks of black ibis are looking for food. The pink dots in between are probably pink spoonbills. There are countless pastures with cattle along the road, and vultures and cara-cara in the air. An obviously adrenalin-dependent flock of geese tries to cross the road in front of us but turns around just in time. We make it to Rosário do Sul tonight, tomorrow it´s less than 70 miles to the border. We have about 90.- ReaĂ­s in cash left, that´s about 18 US $ – maybe we´ll find one more ambulance at the shopping center at the border tomorrow.

Route 230810