Archiv der Kategorie: Museum, Historische Stätte

260527 – Mittwoch, 27.5. – Nanjing –

Vor 10 Jahren waren wir schon mal hier – als unser Flug von Wien nach Shanghai kurz vor dem Start abgesagt wurde, sind wir kurzerhand nach Nanjing geflogen- sonst hätten wir einen oder zwei Tage warten müssen, und hätten damit den eigentlichen Grund der Reise verpasst: das Grand Opening von Disneyland Shanghai am 16.6.2016. 

Da wir damals in Nanjing gleich in den Zug nach Shanghai gestiegen sind, haben wir  nichts von der Stadt gesehen (unsere Koffer übrigens auch nicht, weil die sind zwei Tage später in unserem Hotel in Shanghai angekommen).

Vor 10 Jahren in Nanjing

Dafür machen wir heute einen Ausflug zum Mt. Niushou, und da staunen wir mal wieder.

Die Parkanlage und auch die Pagode am West-Gipfel sind zwar neu, aber hier wurde schon lange Eisenabbau betrieben; die älteste Pagode am Ost-Gipfel ist 400 Jahre alt, und die Gegend ist eine heilige buddhistische Stätte seit der Tang-Dynastie. In einem Gebäude, das aussieht wie eine große Makrone unter einem noch größeren Dach, dreht sich ein entrückt lächelnder Buddha auf einer Plattform, in den Wandnischen sitzen hunderte kleine Buddhas. Dann geht es mit Rolltreppen sechs Stockwerke tief unter die Erde, wo wir im Unterirdischen Palast die einzige existierende Schädelknochen-Reliquie Buddhas zu sehen bekommen. Und es ist wirklich ein unglaublich prunkvoller Palast, die Anlage hat immerhin 4 Mrd. Yuan gekostet.

Am Nachmittag zurück am Schiff beobachten wir Crew und Passagiere am Sonnendeck beim Versuch, Drachen steigen zu lassen – allerdings ist der Fahrtwind dafür nicht ausreichend. Dann heißt es dann Koffer packen, morgen früh endet die Kreuzfahrt leider schon. Abends setzen wir uns ein letztes Mal in die Lounge, um Toni und Coco zuzuhören – “Take me home, Country Roads” ist ein passender Abschluss der Reise über 2.359 km durch sechs Provinzen mit atemberaubender Natur und unglaublichen Attraktionen.

Wednesday, May 27 – Nanjing

We were here once before, 10 years ago. When our flight from Vienna to Shanghai was canceled just before departure, we spontaneously flew to Nanjing instead — otherwise we would have had to wait one or two days and would have missed the actual reason for the trip: the grand opening of Shanghai Disneyland on June 16, 2016.

Back then, we boarded a train to Shanghai immediately after arriving in Nanjing, so we never saw anything of the city (our luggage didn’t either, by the way — it arrived at our hotel in Shanghai two days later). Today, however, we take an excursion to Mt. Niushou, and once again we are amazed.

The park complex and the pagoda on the western peak are new, but iron mining has been carried out here for a very long time; the oldest pagoda on the eastern peak is 400 years old, and the area has been a sacred Buddhist site since the Tang Dynasty. Inside a building that looks like a giant macaron beneath an even larger roof, a serenely smiling Buddha rotates on a platform, while hundreds of small Buddhas sit in niches along the walls. Then escalators take us six floors underground, where, in the Underground Palace, we are shown the only existing skull-bone relic of Buddha. And it truly is an incredibly magnificent palace — after all, the complex cost 4 billion Yuan.

Back at the ship in the afternoon, we watch crew members and passengers on the sun deck trying to fly kites — but the wind created by the ship’s movement is not strong enough. Then it’s time to pack our suitcases, because unfortunately the cruise will end tomorrow morning. In the evening, we sit in the lounge one last time to listen to Toni and Coco — “Take Me Home, Country Roads” is a fitting finale to the journey of 2,359 km through six provinces filled with breathtaking scenery and incredible attractions.

260526 – Dienstag, 26.5. – das chinesische Laxenburg –

Wir haben gestern Abend schon heftiges Wetterleuchten beobachtet. Irgendwann mitten in der Nacht wache ich durch Rütteln und Lärm auf – wir haben ungeplant auf halber Strecke nach Nanjing angelegt. Und es schüttet, blitzt und donnert. In der Früh erfahren wir, dass die Behörden den Schiffsverkehr aufgrund der Wetterlage komplett eingestellt haben. 

Daher wird das Programm einfach umgestellt, der Vormittagsausflug findet nach dem Mittagessen statt und das für den Abend geplante Karaoke am Vormittag. Auf letzteres verzichten wir dankend, setzen uns in die Bibliothek, sortieren unsere Fotos und schreiben am Blog weiter. Das Wetter hat sich inzwischen beruhigt, zwischen grauen Wolkenfetzen sehen wir auch ein wenig blauen Himmel. Wir fahren weiter Richtung Nanjing, begleitet von zwei Schiffen der Küstenwache und einem Schlepper – warum, können wir leider nicht in Erfahrung bringen; vielleicht wurde in der Nacht beim Anlegen irgendetwas am Schiff beschädigt.  

In Nanjing angekommen, werden wir wieder mit Bussen weiter transportiert, und zwar über 100 km nach Nordosten nach Yangzhou in den Slender West Lake Park. Es ist ein schöner Park mit Wasserläufen, Pavillions und Brücken, manchmal auch Pavillons auf Brücken wie zB die 5-Pavillon-Brücke, erbaut 1756 (Tang-Dynastie). Die Weiße Pagode ist eine Kopie der Pagode im Beihai-Park in Beijing (die wir vom Kohlehügel aus gesehen haben). Blühende Magnolienbäume säumen den Weg, ganz versteckt im Grün finden wir den Fahai-Tempel.

Also: schöner Park, aber viel zu viele Leute. Und eigentlich hätten uns Ausgrabungen, Museen, Tempel oder andere historische Stätten, oder auch ein großartiges Ziel wie der Mt. Jiuhua gestern mehr interessiert als das chinesische Laxenburg – zumindest wären wir für einen Spaziergang im Park nicht 100 km weit gefahren. Und außerdem gäbe es ja auch in Nanjing etliches zum Ansehen – aber wir sind ja auch morgen noch hier. Unser Schiff macht heute hier fest und legt gar keine Kilometer mehr zurück, und auch für uns waren es nur schwache 8.516 Schritte oder 5,4 km.

Tuesday, May 26 – The Chinese Laxenburg

Last night we had already noticed intense flashes of lightning in the distance. At some point in the middle of the night, I woke up because of shaking and noise — we had made an unscheduled stop halfway to Nanjing. And it was pouring rain, with lightning and thunder. In the morning we learned that the authorities had completely suspended ship traffic due to the weather conditions.

As a result, the schedule is simply rearranged: the morning excursion is moved to the afternoon and the karaoke planned for the evening is shifted to the morning. We politely decline the latter, sit down in the library, sort our photos, and continue writing the blog. The weather calmes down; between scraps of gray clouds we can even see a bit of blue sky. We continue toward Nanjing, accompanied by two coast guard vessels and a tugboat — unfortunately we can’t find out why; perhaps something on the ship has been damaged during the nighttime docking.

After arriving in Nanjing, we are transferred again by bus, this time over 100 km northeast to Yangzhou and the Slender West Lake Park. It’s a beautiful park with waterways, pavilions, and bridges, sometimes even pavilions built on bridges, such as the Five-Pavilion Bridge, built in 1756 (Tang Dynasty). The White Pagoda is a replica of the pagoda in Beihai Park in Beijing (which we have seen from Coal Hill). Blooming magnolia trees line the paths, and hidden among the greenery we discover the Fahai Temple.

So: a beautiful park, but far too crowded. And honestly, excavations, museums, temples, or other historical sites — or even a spectacular destination like Mt. Jiuhua yesterday — would have interested us much more than the Chinese version of Laxenburg Park in Lower Austria. At the very least, we wouldn’t have traveled 100 km for a walk in a park. Besides, there’s also plenty to see in Nanjing itself — but we’ll still be here tomorrow. Our ship is staying docked here today and won’t cover any more distance, and for us it was only a modest 8,516 steps or 5.4 km.

260525 – Montag, 25.6 – am Mt. Jiuhua – 

Nach dem Frühstück fahren wir mit Autobussen eineinhalb Stunden Richtung Jiuhuashan UNESCO Global Geo Park. An sich war für heute Regen angesagt, aber wir haben mal wieder Glück, es ist trocken und freundlich, allerdings wieder bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Es geht ordentlich bergauf, über eine Bergstraße mit vielen Serpentinen inmitten von viel Grün. Könnte man fast mit Österreich verwechseln – wenn da nicht der Bambus am Straßenrand wäre.

Der Mt. Jiuhua ist einer der vier berühmten Berge des chinesischen Buddhismus, die jeweils einem der vier großen Bodhisattvas geweiht sind – hier wird Kśitigarbha/Dizang verehrt, Bodhisattva der Erlösung und des Lichts. Als erstes geht’s mit der Standseilbahn (made in Austria) hinauf zum Baisui Palast (1579, Ming Dynastie), auch Zhaixing Tempel genannt. Die Tempel sind grandios, und der Ausblick auf die umliegenden Berge ebenso – an den Hängen und auf den Gipfeln kleben weitere Klöster.

Am Weg zurück zur Seilbahn werden wir von einer zweiköpfigen Patrouille angehalten – die Makaken möchten die Touristen ein wenig näher begutachten – leider halten sich nicht alle an das Gebot, die Wildtiere nicht zu füttern.

Das Mittagessen ist wieder viel zu viel, zumal wir nur zu viert an einem Tisch für zehn Leute sitzen, wo aber dennoch die Menge für zehn Personen aufgetragen wird. Wir fragen mal unsere Guide, was mit dem übrig gebliebenen Essen passiert, in der Hoffnung, dass die Angestellten es bekommen oder es sonst irgendwie weiter verwendet wird. Leider müssen wir dann mit ansehen, wie alles in große Kübeln geleert und weggebracht wird – also das bekommen die Angestellten so sicher nicht zu essen.

Anschließend bekommen wir noch zwei Tempel zu sehen, zuerst den Huacheng-Tempel, dessen Eingang von Elefanten mit sechs Stoßzähnen bewacht wird. Diese symbolisieren die sechs Tugenden im Buddhismus, die zur Erleuchtung führen sollen. Und der letzte Tempelkomplex besteht eigentlich aus drei großen Palästen, einer schöner als der andere. 

Nach dem Abendessen macht sich unser Schiff auf den Weg Richtung Nanjing, 225 km sind es bis dorthin. Wir haben zumindest 11.034 Schritte oder 6,6 km zurückgelegt heute.

Monday, June 25 – at Mt. Jiuhua –

After breakfast, we travel by coach for an hour and a half toward the Jiuhuashan UNESCO Global Geopark. Rain had actually been forecast for today, but once again we are lucky: it stays dry and pleasant, although the humidity is extremely high again. We head steadily uphill along a mountain road full of switchbacks, surrounded by lush greenery. You could almost mistake it for Austria — if it weren’t for the bamboo lining the roadside.

Mt. Jiuhua is one of the four famous mountains of Chinese Buddhism, each dedicated to one of the four great Bodhisattvas. Here, Kṣitigarbha (Dizang), the Bodhisattva of salvation and light, is venerated. First, we take the funicular railway (made in Austria, by the way) up to Baisui Palace (1579, Ming Dynasty), also called Zhaixing Temple. The temples are magnificent, and so are the views of the surrounding mountains — additional monasteries cling to the hillsides and mountaintops.

On the way back to the cable car, we are stopped by a two-member patrol — the macaques want to take a closer look at the tourists. Unfortunately, not everyone follows the rule against feeding wild animals.

Lunch is served once again in a local restaurant- with far too much food, especially considering that there are only four of us sitting at a table meant for ten people, yet the amount served is still enough for ten. We ask our guide what happens to the leftovers, hoping that the staff get to eat them or that the food is otherwise reused somehow. Sadly, we then have to watch as everything is dumped into large bins and carried away — so the staff definitely are not getting it to eat.

Afterwards, we visit two more temples. First, the Huacheng Temple, whose entrance is guarded by elephants with six tusks. These symbolize the six Buddhist virtues that are said to lead to enlightenment. The final temple complex actually consists of three large palaces, each more beautiful than the last.

After dinner, our ship sets course for Nanjing, which lies 225 km away. At least we managed 11,034 steps — or 6.6 km — today.

269524 – Sonntag, 24.5. – Auf den Spuren des Porzellans –

Auch heute Früh werden wir wieder in Gruppen eingeteilt und folgen brav unseren Tourguides zu den Autobussen. Wir fahren von unserer Anlegestelle in Jiujiang knapp zwei Stunden nach Jingdezhen, wo seit über 1.700 Jahren Porzellan hergestellt wird. Hier, in einem professionellen Freilichtmuseum, bekommen wir den Prozess der Porzellanproduktion vom ersten Formen per Hand über das Bemalen bis zum Brennofen live vorgeführt. Es gibt rekonstruierte Brennöfen aus verschiedenen Epochen zu sehen, das älteste originale Exemplar ist 300 Jahre alt. 

Das berühmte Porzellan von hier hat vier Eigenschaften: weiß wie Jade, reflektierend wie ein Spiegel, dünn und daher durchscheinend wie Papier und klingend wie eine Glocke. Und es sind ja auch wirklich wunderschöne Stücke, von winzigen Teetässchen bis zu überlebensgroßen Bodenvasen und sogar Gemälden, alles aus Porzellan. Und natürlich gibt es auch die entsprechenden Shops und ein Café. Fehlt nur noch ein Ringelspiel und eine Hochschaubahn, dann wär‘s ein Porzellan-Themenpark.

Nach dem Besuch gibt es in einem nahe gelegenen Hotel Mittagessen, wieder perfekt organisiert, allerdings viel zu viel. Mit den aufgetragenen Speisen könnten wir eine Woche lang auskommen. Am Weg zurück zum Schiff legt der Bus noch eine Pause ein, damit die Teilnehmer der Exkursion Porzellan einkaufen gehen können. Wir machen eine Runde um den Block, suchen vergeblich Spielzeuggeschäfte und fliehen dann schlussendlich wieder in den Bus mit seiner Klimaanlage– es hat über 30°C und über 90% Luftfeuchtigkeit, und die Kleidung klebt am Leib. Also eigentlich brauchen wir Schwimmflügerl. Dafür, dass wir dennoch so tapfer durchgehalten haben, singt uns unser Guide Jerry zum Abschluss noch ein Ständchen. Auf Chinesisch, natürlich.

Nach dem Abendessen macht die Kreuzfahrtlinie mit einem Vortrag Werbung in eigener Sache – mit einem neuen Schiff werden Flusskreuzfahrten am Rhein und auf der Donau angeboten. Na, schauen wir mal…

Inzwischen hat unser Schiff schon die nächste Etappe begonnen, bis Chizhou sind es 128 km, unsere persönliche Leistung betrug heute nur 9.252 Schritte oder 6 km – wir schieben es auf die Hitze…

Sunday, May 24 – On the Porcelain Trail

Early this morning, we are once again divided into groups and obediently follow our tour guides to the coaches. From our docking point in Jiujiang, we travel nearly two hours to Jingdezhen, where porcelain has been produced for more than 1,700 years. Here, in a professional open-air museum, we are given a live demonstration of the porcelain-making process—from the initial hand shaping, to painting, all the way to the kiln firing. There are reconstructed kilns from different historical periods on display; the oldest original example is 300 years old.

The famous porcelain from here has four characteristics: white like jade, reflective like a mirror, thin and therefore translucent like paper, and resonant like a bell. And the pieces really are beautiful—from tiny teacups to larger-than-life floor vases and even paintings, all made of porcelain. And naturally, there are also the corresponding shops and a café. All that’s missing is a carousel and a roller coaster, and it would be a full-fledged porcelain theme park.

After the visit, lunch is served at a nearby hotel—once again perfectly organized, though far too much food. We could probably survive for a week on what was brought out. On the way back to the ship, the bus makes another stop so the excursion participants can shop for porcelain. We walk around the block, search in vain for toy stores, and eventually retreat back into the air-conditioned bus—it’s over 30°C with more than 90% humidity, and our clothes are sticking to our bodies. To reward us for bravely enduring it all, our guide Jerry serenades us at the end. In Chinese, of course.

After dinner, we attend a presentation by Century Cruises, introducing a new ship that will offer river cruises in Europe, on the Rhine and the Danube. Well, we’ll see…

Meanwhile, our ship has already begun the next stage of the journey. It’s 128 km to Chizhou; our own personal achievement today was only 9,252 steps or 6 km—we’re blaming the heat…

260523 – Samstag, 23.5. – ein gelber Kranich, ein Glockenspiel und der älteste Kühlschrank der Welt

Heute Früh wachen wir in Wuhan auf, der nächsten Millionenmetropole mit mehr Bevölkerung als ganz Österreich (13,77 Mio Einwohner). Erste Besichtigung heute: der Turm – nein, nicht der Fledermaus, sondern  des gelben Kranichs. Das heutige Bauwerk, einer der „Vier großen Türme Chinas“, ist allerdings nicht mehr das Original, sondern mittlerweile das zwölfte. Der erste Turm wurde im Jahr 223 n. Chr. errichtet, und im Laufe der Jahrhunderte elf mal durch Kriege, Feuer oder Blitzschlag zerstört und wieder aufgebaut. Der heutige Turm ist 51,4 m hoch und besteht nur aus Beton, was man ihm eigentlich gar nicht ansieht. Im obersten Stock finden sich wunderbare Gemälde und die Aussicht ist großartig. Die mussten wir uns aber auch verdienen, der Besucherandrang ist gewaltig.

Nach dem – gut organisierten und ausgiebigen – Lunch in einem Hotel in der Nähe geht es weiter zum Museum der Provinz Hubei – und hier sind die Besuchermassen angsterregend. Das Museum ist eines der größten in China, und wir bemühen uns in der kurzen Zeit, die uns zur Verfügung steht, wenigstens einige der herausragenden archäologischen Schätze zu besichtigen.

Für das legendäre, über 2000 Jahre alte Bronzeschwert von Goujian müssen wir uns diesmal sogar vor dem Ausstellungsraum anstellen, und dann einfach nach vorne drängeln – mit geduldig Warten kommt man hier nicht weiter. Das Schwert, ganze 57 cm lang, einst im Besitz des Königs von Yue, wurde 1965 ausgegraben, absolut rostfrei und nach wie vor scharf.

Noch älter (2.459 Jahre) sind die 65 Bronze-glocken in ihrem Holzrahmen, die zusammen das Glockenspiel des Markgrafen Yi von Zeng bilden – funktionieren angeblich einwandfrei und decken fast fünf Oktaven ab. Inmitten von vielen unglaublich fein gearbeiteten Bronzegefäße sehen wir dann unter anderem die Jiangu-Trommelbasis – Dutzende kompliziert ineinander verschlungene Phönixe und Drachen bilden die Basis für eine große Trommel. Und auch den vermutlich ältesten Kühlschrank der Welt bekommen wir zu sehen:  der Bronze-Jianfu des Markgrafen Yi, welcher Speisen und Getränke im Inneren durch Eisblöcke im äußeren Behälter gekühlt halten konnte.

Nach vielen weiteren Hallen mit sensationellem Goldschmuck, Bronzekrügen, Musikinstrumenten, Sarkophagen und Grabwächterstatuen aus zweieinhalb Jahrtausenden stauen wir uns zurück zum Pier, wo unser Schiff liegt – für die 12 km brauchen wir eine Dreiviertelstunde – angeblich ist das heute nur leichter Verkehr, weil ja Samstag ist. Also unter der Woche möchte ich hier nicht Autofahren müssen….

Nach dem Abendessen gibt’s eine Runde Gesellschaftsspiele – die lassen wir aus, stattdessen setzen wir uns mit Drinks aufs Aussichtsdeck. Kurz danach kommt auch die hauseigene Band Toni und Coco an Deck, und da darf‘s dann das eine oder andere Tänzchen sein … wenn uns vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass wir auf einem  Kreuzfahrtschiff mitten am Yangtze eine Rumba tanzen, hätten wir ihn / sie ausgelacht…. Aber damit haben wir heute wenigstens 12.563 Schritte oder 8,3 km geschafft. Unser Schiff steuert mittlerweile die nächste Destination an, es sind 250 km bis Jiujiang.

Saturday, May 23 – A Yellow Crane, a Carillon, and the Oldest Refrigerator in the World

This morning we wake up in Wuhan, the next megacity with more inhabitants than all of Austria (13.77 million residents). Our first sightseeing stop today: the tower—no, not the bat tower, but the Yellow Crane Tower. The current structure, one of the “Four Great Towers of China,” is no longer the original but already the twelfth version. The first tower was built in 223 AD and, over the centuries, was destroyed and rebuilt eleven times due to wars, fires, and lightning strikes. Today’s tower stands 51.4 meters high and is made entirely of concrete—something you would hardly guess by looking at it. The top floor contains wonderful paintings, and the view is magnificent. We had to earn it, though—the crowds of visitors are enormous.

After a well-organized and extensive lunch at a nearby hotel, we continue to the Hubei Provincial Museum—and here the crowds are truly intimidating. The museum is one of the largest in China, and in the short time available to us, we try to at least see some of its outstanding archaeological treasures.

For the legendary Sword of Goujian, over 2,000 years old, we actually have to queue outside the exhibition room and then simply push our way forward- waiting patiently won’t get you anywhere here. The sword, 57 cm long and once owned by the King of Yue, was excavated in 1965, completely rust-free and still sharp.

Even older (2,459 years) are the 65 bronze bells mounted in a wooden frame, forming the bell chime set of Marquis Yi of Zeng – still working perfectly, covering nearly five octaves. Among many superb bronze vessels, we also see the Jiangu drum base—dozens of intricately intertwined phoenixes and dragons form the base for a large drum. And we even get to see what is probably the oldest refrigerator in the world: the Bronze Jianfu of Marquis Yi, which kept food and drinks cool inside by using ice blocks placed in an outer container.

After many more halls filled with sensational gold jewelry, bronze jugs, musical instruments, sarcophagi, and guardian statues from two and a half millennia, we slowly make our way back to the pier where our ship is docked. The 12 km journey takes us 45 minutes—apparently today’s traffic is considered light because it’s Saturday. I definitely wouldn’t want to be driving here during the week…

After dinner there’s a round of board games—we skip that and instead head to the observation deck with some drinks. Soon after, the ship’s resident band, Toni and Coco, also come up on deck, and that calls for a dance or two. If someone had told us ten years ago that we’d be dancing a rumba on a cruise ship in the middle of the Yangtze River, we would have laughed at them… But at least that helped us reach 12,563 steps or 8.3 km today.

Our ship is now heading toward the next destination: Jiujiang, 250 km downstream.

260522 – Freitag, 22.5. – die Königsgräber der Chu –

Nach dem Frühstück geht es mit dem Autobus eineinhalb Stunden zu den Königsgräbern der Chu, ca. 35 km nordöstlich von Jingzhou. Die enorme Anlage ist mindestens so bedeutend wie das Mausoleum des ersten Kaisers Qin Shi Huang mit seiner Terrakotta Armee in Xian, und wurde auch genauso zufällig durch Feldarbeit gefunden. Allerdings haben wir bis zur Vorbereitung auf diese Reise noch nie etwas vom Reich der Chu (ca. 1040 – 220 v. Chr.) gehört.

Auch hier finden sich, so wie in Xian, riesige Opfergruben für Streitwagen und Pferde – aber nicht aus Terrakotta, wie die sorgfältig präparierten Skelette der armen Tiere belegen. Außerdem finden sich zahlreiche 

Gräber für Leibwachen, Konkubinen und Ehrengarden. Als Grabbeigaben waren vor allem Jadeschmuck und Kupfergefäße gebräuchlich. Die Lage der Mausoleen des Kaisers und der Kaiserin ist bekannt, allerdings wurden die Grabhügel bislang noch nicht geöffnet, um den möglichen Zerfall der 2500 Jahre lang luftdicht verschlossenen Artefakte durch den plötzlichen Einfluss von Licht und Sauerstoff zu verhindern. Daher weiß bis jetzt auch niemand, um welchen Chu-Kaiser es sich eigentlich handelt.

Am Nachmittag gibt es eine Präsentation über den mächtigen Fluss und die berühmten drei Schluchten. Der Fluss fließt durch elf chinesische Provinzen, bevor er bei Shanghai ins Meer mündet. Und eigentlich hat er viele Namen: im Oberlauf etwa heißt er Tongtian – mit dem Himmel verbunden, einer der gebräuchlichsten Namen ist Chang Jiang – langer Fluss. Außerdem hören wir, dass der Bezirk Fengjie, am Eingang in die erste Schlucht, die Qutang-Schlucht, auch Drei-Drachenbezirk genannt wird: der schwarze Drachen bezieht sich auf den Kohleabbau, der orange Drachen auf die Orangenplantagen und der weiße Drachen auf die Stadt des weißen Kaisers. Und schlussendlich lernen wir auch den Begriff  „wandelndes Portemonnaie“ kennen – das ist die Bezeichnung der Einheimischen für uns, also die Touristen, die ihr Geld hierlassen.

Abends bietet die Crew eine Art Varietee-Show, das Publikum ist begeistert und klatscht heftig – mit den vorher ausgeteilten Handklatschern! 

Und unser Schiff ist seit Mittag bereits wieder unterwegs, bis zu unserem nächsten Stopp morgen früh sind es immerhin 478 km. Bei unserer Eigenleistung dagegen merkt man, dass wir zu den Sehenswürdigkeiten gekarrt oder geschippert werden: heute haben wir nur 9.292 Schritte oder 6 km zurückgelegt.

Friday, May 22 – The Royal Tombs of Chu

After breakfast, we travel by bus for an hour and a half to the royal tombs of Chu, about 35 km northeast of Jingzhou. This enormous site is at least as significant as the mausoleum of the first emperor Qin Shi Huang with his Terracotta Army in Xian, and it was discovered just as accidentally—through agricultural work. However, until preparing for this trip, we had never even heard of the Kingdom of Chu (ca. 1040–220 BC).

Here too, as in Xian, there are enormous sacrificial pits for chariots and horses—but not made of terracotta, as the carefully preserved skeletons of the poor animals clearly show. There are also numerous graves for bodyguards, concubines, and ceremonial guards. Jade jewelry and bronze vessels were especially common as burial goods. The locations of the emperor’s and empress’s mausoleums are known, but the burial mounds themselves have not yet been opened in order to prevent possible deterioration of the artifacts, which have remained airtight for 2,500 years, from sudden exposure to light and oxygen. Therefore, no one yet knows which Chu emperor is actually buried there.

In the afternoon, we attend a presentation about the mighty river and the famous Three Gorges. The river flows through eleven Chinese provinces before reaching the sea near Shanghai. And in fact, it has many names: in its upper reaches, for example, it is called Tongtian—“connected with heaven”; one of its most commonly used names is Chang Jiang—“Long River.” We also learn that Fengjie District, at the entrance to the first gorge, the Qutang Gorge, is also known as the “Three Dragons District”: the black dragon refers to coal mining, the orange dragon to orange plantations, and the white dragon to the City of the White Emperor. And finally, we learn the expression “walking wallet” — the locals’ nickname for us, the tourists, who leave their money here.

In the evening, the crew puts on a kind of variety show. The audience is delighted and applauds enthusiastically—with the clappers that had been handed out beforehand!

Meanwhile, our ship has already been underway again since noon. Until our next stop tomorrow morning, there are still 478 km to go. As for our own contribution, it’s clear that we’re mostly being driven or ferried from one attraction to the next: today we managed only 9,292 steps, or 6 km.

260521 – Donnerstag, 21.5 – das Megabauwerk – 

In der Früh bringt uns eine Standseilbahn vom Schiff zum Autobus Richtung DreiSchluchtenmuseum. Das ganze Gebiet rund um den Damm ist militärisch kontrolliert und kann nur im Rahmen von organisierten Ausflügen besucht werden – ein Besuch auf eigene Faust ist nicht möglich.

Im Außenbereich des Museums sind Baumaschinen zu sehen, die in den 90er Jahren aus Europa und Amerika importiert wurden, weil es die entsprechende Technologie in China noch nicht gab. Ein Raupen-Fahrzeug aus den USA kostete damals 2 Millionen US $, einer der riesigen Goodyear Reifen 500.000 Renminbi (wobei der durchschnittliche Monatslohn 480 RMB betrug)

Der Yangtse kommt aus Tibet vom Mt. Everest und fließt 6.300 km bis Shanghai – somit der drittlängste Fluss der Welt, und außerdem sehr fischreich. Karpfen und Barsch fischen ist erlaubt, aber Störe zu fangen ist verboten und wird mit sieben Jahren Gefängnis bestraft – der Stör steht auf der gleichen Stufe wie der große Panda. Außerdem leben hier angeblich 1.249 Süßwasserdelfine – wie man auf diese Zahl kommt, konnten wir leider nicht herausfinden.

Wasser zu bändigen und zu nutzen, ist nicht neu in China. Der Kanal Beijing – Hanghzou, 1.800 km lang, ist ca 2.500 Jahre alt und nach wie vor in Verwendung. Der Yangtze verursachte etwa alle zehn Jahre verheerende Überschwemmungen. Bereits 1919 träumte Dr. Sun Yat-Sen davon, diese Überflutungen zu verhindern. 1944 wurden amerikanische Wissenschaftler eingeladen, ein Projekt für eine Talsperre zu entwickeln, da kam dann aber der chinesische Bürgerkrieg dazwischen. 1958 traf Mao Tse Tung die Entscheidung, den DreiSchluchtendamm bauen zu lassen, scheiterte aber an den damals schon immensen Kosten (stattdessen wurde eine kleinere Talsperre etwa 35 km weiter flussabwärts erbaut). Erst durch Chinas Öffnung für den Westen konnte auch westliche Technologie hier zum Einsatz kommen. Baubeginn war 1994, fertig gestellt wurde das Megaprojekt mit einer Höhe von 175 m im Jahre 2012. Die Konstruktionskosten betrugen 95 Mrd Yuan, und 86 Mrd Yuan kostete die Umsiedlung der etwa 1,4 Millionen Menschen, die von der Entstehung des 600 km langen Stausees betroffen waren. Die Reste ihrer Siedlungen befinden sich nun tief unter uns, im Wasser.

Am Nachmittag, mit gut 2,5 Stunden Verspätung, passiert unser Schiff, gemeinsam mit zwei Frachtkähnen, die fünfstufige Schiffsschleuse. Rechts und links ist da wirklich nicht mehr viel Platz. Mit jeder Schleuse sinken wir ca 25 m tiefer, der ganze Spaß dauert etwa dreieinhalb Stunden. Es gibt zwar auch einen Schiffsaufzug, mit diesem würde das Ganze nur etwa 1 Stunde dauern, aber der eignet sich nur für kleinere Schiffe bis 3500 t. Als wir um 19:40 Uhr endlich aus der Schleuse heraußen sind, ist es dämmrig und 20 Minuten später ist es finster – der Damm und die fünfstufige Schleuse sind toll beleuchtet – hätten wir ohne die Verspätung nicht zu sehen bekommen. Dafür sehen wir dann von der Xiling-Schlucht, der dritten und mit 76 km längsten der drei Schluchten eigentlich nichts, weil es stockfinster ist. Und die Passage der Schleuse des Gezhou Damms verschlafen wir bereits, genauso wie den Rest der Fahrt nach Jingzhou. 

Unser Schiff hat heute 148 km zurückgelegt, unsere Eigenleistung betrug nur 10.655 Schritte oder 6,9 km.

Thursday, May 21 – The Mega Structure

In the morning, a funicular takes us from the ship to a bus heading toward the Three Gorges Museum. The entire area around the dam is under military control and can only be visited as part of organized tours – it is not possible to visit on your own.

Outside the museum, construction machinery is on display that was imported from Europe and America in the 1990s because China did not yet have the necessary technology. One crawler vehicle from the USA cost 2 million US dollars at the time, and one of the giant Goodyear tires cost 500,000 renminbi (while the average monthly salary was only 480 RMB).

The Yangtze originates in Tibet near Mt. Everest and flows 6,300 km to Shanghai, making it the third-longest river in the world. It is also very rich in fish. Fishing for carp and perch is allowed, but catching sturgeon is prohibited and punishable by seven years in prison — sturgeon are considered on the same protection level as the giant panda. Supposedly, 1,249 freshwater dolphins also live here — unfortunately, we could not find out how anyone arrived at that exact number.

Controlling and making use of water is nothing new in China. The Beijing–Hangzhou Canal, 1.800 km long, is about 2,500 years old and still in use today. The Yangtze caused devastating floods roughly every ten years. As early as 1919, Dr. Sun Yat-Sen dreamed of preventing these floods. In 1944, American scientists were invited to develop a dam project, but the Chinese Civil War interrupted those plans. In 1958, Mao Zedong decided to have the Three Gorges Dam built, but the enormous costs prevented the realization  (instead, a smaller dam was built about 35 km downstream). It took decades and the opening of China to the West in order to import Western technology. Construction began in 1994, and the mega-project, standing 175 meters high, was completed in 2012. Construction costs amounted to 95 billion yuan, while another 86 billion yuan were spent relocating approximately 1.4 million people affected by the creation of the 600 km long reservoir. The remains of their settlements now lie deep beneath us, underwater.

In the afternoon, running more than 2.5 hours behind schedule, our ship enters the five-stage ship lock together with two cargo barges. There really isn’t much room to spare on either side. With each lock, we descend around 25 meters lower. The whole process takes about three and a half hours. There is also a ship lift, which would reduce the journey to only about one hour, but it is suitable only for smaller vessels of up to 3,500 tons.

When we finally emerge from the last lock at 7:40 p.m., it is already dusk, and twenty minutes later it is completely dark. The dam and the five-stage lock are beautifully illuminated — something we would not have seen without the delay. On the other hand, we see practically nothing of the Xiling Gorge, the third and longest of the three gorges at 76 km, because it is pitch black. We also sleep through the passage of the Gezhou Dam lock, as well as the remainder of the journey to Jingzhou.

Today our ship covered 148 km. Our own contribution amounted to only 10,655 steps, or 6.9 km.

260520 – Mittwoch, 20.5 – Zwei Kaiser und zwei Schluchten – 

Und wieder haben wir von unserer nächtlichen Fahrt, diesmal über 212 km bis nach Fengjie,  nichts mitbekommen. Das Programm heute Vormittag: die Stadt des weißen Kaisers, auf dem Berg des weißen Kaisers, einer Insel am Eingang zur Qutang-Schlucht. Mehrere Hundert Stufen führen hinauf, und es ist strahlend schön und heiß. Es gäbe auch die Möglichkeit, sich mit einer Sänfte hinauf tragen zu lassen, aber wir beschließen, uns diesen Besuch zu erarbeiten. Kaiser Liu Bang, Begründer der Han Dynastie, wird hier als Sohn des weißen Kaisers verehrt. Und hier begegnen wir auch Kaiser Liu Bei und seinem loyalen Kanzler Zhuge Liang wieder.

Den Nachmittag verbringen wir am Sonnendeck, wegen des phänomenalen Panoramas. Als erstes fahren wir in die malerische Qutang-Schlucht, die auch auf der Rückseite des 10-Yuan-Scheins abgebildet ist: mit 8 km ist sie die kürzeste und engste der drei Schluchten. An den steilen Felswänden sehen wir in unregelmäßigen Abschnitten Löcher – hier wurden früher Pflöcke waagerecht in den Fels getrieben, und die Verstorbenen darauf gebettet.

In der Provinz Chongqing gibt es über 20.000 Brücken. Bei der Einfahrt in die zweite der drei Schluchten, die Wu-Schlucht, passieren wir die letzte dieser Brücken, bevor wir in die Provinz Hubei wechseln. Wir sind jetzt in Zentral China, die Provinz Hubei hat 75 Mio EW, allein die Bevölkerung der Hauptstadt Wuhan übersteigt mit 12 Millionen die Bevölkerungszahl Österreichs. An den steilen Hängen der Schlucht kleben Tempel (bitte, wie hat man das Baumaterial da hinauf geschafft?), und im etwas flacheren Terrain sehen wir Orangenhaine.

Nach dem Abendessen gehen wir voller Neugierde zum im Abendprogramm angekündigten Gruppen-Tanzunterricht, der für uns aussieht wie eine Mischung aus Tai Chi und Linedance. Da macht die anschließende Dance Party mit der beschwingten Musik von Toni und Coco schon mehr Spaß. Inzwischen legt das Schiff 274 km bis Yichang zurück; wir haben heute zumindest 13.077 Schritte bzw. 8,8 km geschafft – und da ist die Danceparty nicht mitgerechnet.

Wednesday, May 20 – Two Emperors and Two Gorges –

Once again, we missed everything from our overnight journey of 212 km to Fengjie. This morning’s program: the City of the White Emperor, located on White Emperor Mountain, an island at the entrance to the Qutang Gorge. Several hundred steps lead up to it, the weather is beautiful and hot. There is also the option of being carried up in a sedan chair, but we decide to earn this visit ourselves. Emperor Liu Bang, founder of the Han Dynasty, is revered here as the son of the White Emperor. And here we also encounter Emperor Liu Bei and his loyal chancellor Zhuge Liang once again.

We spend the afternoon on the sun deck because of the phenomenal panorama. First, we sail through the picturesque Qutang Gorge, which is also depicted on the back of the 10-yuan banknote. At only 8 km, it is the shortest and narrowest of the Three Gorges. On the steep rock faces we see holes at irregular intervals—this is where people used to put their dead: wooden stakes were driven horizontally into the cliffs, with the deceased laid to rest upon them.

There are more than 20,000 bridges in Chongqing Province. As we enter the second of the Three Gorges, Wu Gorge, we pass the last of these bridges before crossing into Hubei Province. We are now in Central China. Hubei Province has 75 million inhabitants, and the population of its capital, Wuhan alone—12 million—exceeds the population of Austria. Temples cling to the steep slopes of the gorge (seriously, how did they get the building materials up there?), and in the flatter areas we see orange groves.

After dinner, full of curiosity, we attend the group dance lesson announced in the evening program, which looks to us like a mixture of Tai Chi and line dancing. The dance party afterward, with the lively music of Toni and Coco, is much more fun. Meanwhile, the ship covers another 274 km toward Yichang. Today, at least, we managed 13,077 steps, or 8.8 km—and that doesn’t even include the dance party.

260519 – Dienstag, 19. Mai – Geisterstadt, Megadamm und Feuer in den drei Königreichen – 

Wir haben seit gestern Abend leise und unbemerkt 177 km zurückgelegt (nein, nicht zu Fuß), heute früh wachen wir in Fengdu auf, und hier lernen wir: Beijing ist die Hauptstadt von China, aber Fengdu ist die Hauptstadt der Unterwelt. Das Wetter mit mystischen Nebelfetzen passt hervorragend dazu.

Über eine lange Pontonbrücke erreichen wir das Ufer, dann geht es mit dem Shuttle weiter. Der ausgedehnte Tempelkomplex, malerisch auf dem Ming Berg am nördlichen Ufer des Yangtze gelegen, kombiniert Elemente aus Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus. Hier müssen die Toten drei Tests bestehen – eine Brücke überqueren, einen Torbogen durchschreiten und einbeinig auf einer Kugel stehen – bevor sie ins Leben nach dem Tod weiter ziehen dürfen; furchterregende Dämonenstatuen säumen den Weg. Wer die Tests nicht besteht, landet in der 18. Hölle, die recht plastisch dargestellt ist. Und außerdem lernen wir: die Herren steigen mit dem linken Fuß über die Tempelschwelle und die Damen mit dem Rechten, weil: „die Damen haben immer recht!“

Am Nachmittag gibt’s Fortbildung: zuerst die äußerst interessante Dokumentation „Megadamm“ und dann eine Präsentation zum Dreischluchtendamm, den wir übermorgen besuchen werden. Unser Schiff legt inzwischen 62 km bis nach Zhongxian zurück, und nach dem Abendessen geht es von dort mit Bussen ca 30 min zur Show „Feuer in den 3 Königreichen“, wieder ein Mega-Spektakel: eine Freiluftaufführung mit Kriegern zu Pferd auf einer gewässerten Bühne, die den Yangtze symbolisiert, schirmschwingenden Tänzerinnen, die sich inmitten von blühenden Pfirsichbäumen aus der Luft abseilen, beweglichen Kulissen mit riesigen Projektionsflächen sowie rotierendem Auditorium. Also quasi „Kangxi Ceremony“ x „Chongqing 1949“, nur leider ohne englische Untertitel oder Kopfhörer. Von der Story (die zur Zeit der drei Königreiche in China ab 220 n. Chr. spielt) haben wir daher nicht viel mitbekommen, aber die war ja auch eher Nebensache – Reitkunst, Akrobatik, Technik und Spezialeffekte waren die eigentlichen Hauptdarsteller.

Und somit waren wir während dieser zwei Wochen in China öfter im Theater als in den letzten Jahren daheim! Dafür waren es heute nur 11.454 Schritte oder 7,5 km. 

Tuesday, May 19 – Ghost City, Mega Dam, and Fire in the Three Kingdoms –

Since yesterday evening, we’ve quietly and unnoticed covered 177 km (no, not on foot). This morning we wake up in Fengdu, and here we learn: Beijing is the capital of China, but Fengdu is the capital of the underworld. The weather, with its mystical wisps of fog, fits the theme perfectly.

We reach the shore via a long pontoon bridge and continue by shuttle. The extensive temple complex, picturesquely situated on Ming Mountain on the northern bank of the Yangtze, combines elements of Buddhism, Taoism, and Confucianism. Here, the dead must pass three tests—cross a bridge, walk through a ceremonial archway, and stand on a sphere on one foot—before they are allowed to move on into the afterlife; terrifying demon statues line the path. Those who fail the tests end up in the 18th Hell, which is portrayed in rather graphic detail. We also learn another important fact: men step over the temple threshold with their left foot first, and women with their right—because “women are always right!”

In the afternoon, we watch the extremely interesting documentary Mega Dam, followed by a presentation about the Three Gorges Dam, which we’ll visit the day after tomorrow. Meanwhile, our ship travels another 62 km to Zhongxian, and after dinner we take buses for about 30 minutes to see the show Fire in the Three Kingdoms—another mega-spectacle. It’s an open-air performance featuring warriors on horseback on a flooded stage symbolizing the Yangtze, dancers twirling parasols and descending from the sky among blooming peach trees, moving stage sets with enormous projection screens, and even a rotating auditorium. Basically, it’s like Kangxi Ceremony × Chongqing 1949, only unfortunately without English subtitles or headphones. As a result, we didn’t understand much of the story (which is set during China’s Three Kingdoms period beginning in 220 AD), but that was almost secondary—the real stars were the horsemanship, acrobatics, technology, and special effects.

And so, during these two weeks in China, we’ve gone to the theater more often than we have in recent years back home! On the other hand, today we only managed 11,454 steps, or 7.5 km.

260517 – Sonntag, 17. Mai – ein Ausflug auf chinesisch – 

Die weltberühmten Felsskulpturen von Dazu befinden sich etwa 100 km westlich von Chongqing, verteilt auf mehr als 75 Höhlen und Grotten. Die Besichtigung auf eigene Faust ist zwar möglich, aber langwierig und mühsam– daher buchen wir einfach eine Tour, um uns die komplizierte Anfahrt zu ersparen. Und weil es eigentlich nur um den stressfreien Transport geht, nehmen wir eine chinesische Tour – kostet einen Bruchteil einer englischsprachigen Tour, und die Informationen über die Sehenswürdigkeiten haben wir uns vorher brav durchgelesen.

Der Tour Anbieter kontaktiert uns am Vorabend über WeChat, wir werden in der Früh pünktlich vom Hotel abgeholt und die komplette Kommunikation läuft ebenfalls, simultan übersetzt, über WeChat.

Nach einem kurzen Stopp in der Altstadt von Changzhou mit Besichtigung des Büros des ehemaligen Gouverneurs geht es schon nach Beishan, ganz mystisch, mit etwas Nebel und leichtem Regen. Im Wald. Regenwald also. Mittendrin: wunderbare Felsskulpturen, teilweise sogar noch mit etwas Farbe, Guanyin-Statuen in allen Varianten. Besonders beeindruckend finden wir die Pfauenkönig-Skulptur.

Anschließend haben sich die braven Touristen Mittagessen verdient, auch das ist bestens organisiert, und dann kommt der Höhepunkt der Tour, nämlich die Felsskulpturen von Baoshan, die wir mittels Shuttle vom Busparkplatz aus erreichen. Wir sehen Wasserbüffel und ihre Hirten. Und die Wächter der buddhistischen Gesetze. Und Avalokitesvara mit 1000 Händen – eigentlich sind es 1007 Hände und in jeder Handfläche sitzt ein Auge. Und das Rad des Lebens. Und den großen liegenden Buddha. Und, und, und – wir kommen aus dem Staunen nicht heraus, und irgendwie macht sich Indiana Jones Feeling breit.

Im angeschlossenen Museum sind lokale Exponate zu sehen, und auch solche aus anderen Höhlentempeln, in China und weltweit – da hätten wir schon wieder ein paar Reiseziele gefunden. 

Anschließend geht es mit dem Bus zurück, wir steigen in der Nähe der Yangtze Seilbahn aus – die dürfen wir natürlich nicht auslassen. Heute ein Touristenmagnet, war es einst ein ganz gewöhnliches Transportmittel, dass die Einwohner auf die andere Seite des Flusses brachte. Wir streunen ein wenig durch das Viertel am Südufer des Flusses, mit vielen netten Lokalen und kleinen Geschäften und ausgefallener Straßendekoration. Dann geht es mit der Seilbahn wieder zurück, die Gebäude sind mittlerweile abendlich beleuchtet, wir gehen durch die Fußgängerzone mit dem Befreiungsdenkmal zurück zum Hotel – aber wir kommen nur langsam voran, weil wir immer wieder Fotostops einlegen. Die Stadt hat uns total überrascht, wir haben vorher noch nie von Chongqing gehört, und wenn die Kreuzfahrt nicht hier beginnen würde, wären wir wahrscheinlich auch nie hier gelandet. Und heute haben wir brav 19.656 Schritte oder 12,6 km hinter uns gebracht.

Sunday, 17 May – An Excursion in Chinese

The world-famous Dazu Rock Carvings are located about 100 km west of Chongqing, spread across more than 75 caves and grottoes. Visiting them independently is possible, but time-consuming and rather complicated— in order to spare ourselves the hassle of the difficult journey, we simply book a tour. A Chinese tour—it costs only a fraction of an English-speaking tour, and we had diligently read up on the sights beforehand anyway.

The tour provider contacts us via WeChat the evening before. In the morning, we get picked up punctually at the hotel, and all communication is handled through WeChat as well, with simultaneous translation.

After a short stop in the old town of Changzhou and a visit to the office of the former governor, we continue on to Beishan. Everything feels wonderfully mystical: a bit of fog and light rain. In the forest. Therefore: Rainforest, really. Right in the middle of it: magnificent rock carvings, some still showing traces of color, and Guanyin statues in all kinds of variations. We are especially impressed by the Peacock King sculpture.

Afterward, the well-behaved tourists have earned lunch, which is also perfectly organized. Then we move on to the highlight of the tour: the Baoshan rock carvings, which we reach by shuttle from the bus parking area. We see water buffalo and their herders. The guardians of Buddhist law. Avalokitesvara with 1,000 hands—although there are actually 1,007 hands, and each palm contains an eye. The Wheel of Life. The great reclining Buddha. And so much more—we simply cannot stop marveling, and somehow an Indiana Jones feeling starts to take over.

The attached museum displays local exhibits as well as pieces from other cave temples, both in China and around the world—we immediately discover several more travel destinations.

Afterward, we head back by bus and get off near the Yangtze Ropeway—which, of course, we cannot miss. Today it is a tourist attraction, but it once served as an ordinary means of transportation that carried residents across the river. We wander through the neighborhood on the southern bank of the Yangtze River, with its many charming restaurants, small shops, and unusual street decorations.

Then we take the cable car back. By now, the buildings are illuminated for the evening, and we walk back to the hotel through the pedestrian zone near the Liberation Monument—but we make slow progress because we keep stopping for photos.

The city completely surprised us. We had never even heard of Chongqing before, and if our cruise were not starting here, we probably would never have ended up here at all.

And today we completed 19,656 steps—or 12.6 km.