Archiv der Kategorie: Brazil

231214 – Niederösterreichische Nachrichten/Newspaper


Hier die pdf-Version inkl. Download-Link:

231119 – Paramedics & Ambulances >

Abgesehen von der großen weltumspannenden Familie des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds gibt es noch eine zweite globale Familie. Egal ob sie Paramedics, Notärzte, Notfallsanitäter, Rettungssanitäter, First Responder usw. genannt werden –  gemeinsam haben sie alle, dass sie sich um Erkrankte, Verletzte und Menschen in Not kümmern, egal unter welchem Logo, Zeichen, Slogan oder in welchem Land sie tätig sind.

Wir sind stolz darauf, Teil dieser Familie zu sein und natürlich haben wir auf unserer Reise viele dieser KollegInnen und „Familienmitglieder“ getroffen. Interessante Geschichten wurden erzählt, Einsatzfahrzeuge und Equipment hergezeigt und neue Freundschaften über die Grenzen hinweg geschlossen. Wir danken Euch für diese wundervollen Momente!

Apart from the large, worldwide family of the Red Cross and the Red Crescent, there is another global family. Whether they are called paramedics, emergency physicians, paramedic technicians, EMTs, first responders, and so on, they all have one thing in common: they care for the sick, the injured, and for people in need, regardless of the logo, symbol, slogan, or country they work in.

We are proud to be a part of this family, and during our journey, we met many of these colleagues and „family members.“ Interesting stories were shared, emergency vehicles and equipment were shown, and new friendships were formed across borders. We thank you for these wonderful moments!

231029 Tutti Fratelli – Todos Hermanos >

Viele von Euch wissen, dass wir seit mehr als 40 Jahren freiwillig beim Roten Kreuz tätig sind. Wir haben die Organisation in all den Jahren auf verschiedenen Ebenen im In- und Ausland kennengelernt und Freundschaften über die Grenzen hinweg geschlossen.

Unsere Reise durch Nord-, Mittel- und Südamerika hat uns natürlich auch wieder neue Begegnungen beschert und unsere Hochachtung vor den Leistungen unserer Kolleginnen und Kollegen bei ihrer täglichen Tätigkeit abgerungen.

Von Krankentransporten in Geländefahrzeugen über Straßen, die wir in Europa bestenfalls als Feldwege bezeichnen würden bis hin zur Flüchtlingsbetreuung, Fund-Raising-Aktionen und sozialen Projekten sind sie rund um die Uhr tätig im Sinne des Gründervaters Henry Dunant.

Viele der regionalen Niederlassungen arbeiten mit Mitteln und unter Bedingungen, die für uns hier in Österreich unvorstellbar sind. Das lässt Demut aufkommen und viele Dinge und Diskussionen in einem anderen Licht betrachten. Eines haben sie aber alle gemeinsam – den Ausspruch den der Gründer des Roten Kreuzes – Henry Dunant – geprägt hat: Tutti Fratelli!

Liebe Freunde und Kollegen – Danke, dass ihr unseren Weg gekreuzt habt und uns Einblick in eure tägliche Arbeit gegeben habt. Macht weiter so und alles Gute!!!


Tutti Fratelli – Todos Hermanos

As most of you know, we have been voluntary members of the Austrian Red Cross for more than 40 years. We have had different tasks on different levels, getting to know the organization in our home country as well as internationally, and we have made friends all over the world.

On our journey through North, Central and South America we met many colleagues from different national Red Cross societies, and we are deeply impressed and inspired by their dedication to their work.

From patient transport in off-road vehicles on roads which we would not dare to call “roads” in Europe, to work for refugees, fund raising activities and various social projects – it´s 24/7 work in the spirit of our founder, Henry Dunant.

Many of the regional branches, especially in Central and South America, have to work with very limited resources and under conditions which are unimaginable in Austria. Experiencing that made us feel humble and changed our perspective. One thing they all have in common: the sense of “Tutti Fratelli” as Henry Dunant said.

Dear friends and colleagues: THANK YOU for crossing our path and for letting us catch a glimpse of your daily work. Carry on, and God bless you!

231022 – Menschen/People >

Viele von Euch haben uns nach unserer Rückkehr nach den schönsten Plätzen, den abenteuerlichsten Routen und nach den schönsten Erlebnissen gefragt. Und jedes Mal fiel uns die Antwort schwer, weil wir täglich mit –zig Eindrücken konfrontiert waren.

Aber ein Punkt zieht sich wie ein roter Faden über alle zurückgelegten Kilometer, jeden erklommenen Höhenmeter, jedes besuchte Land: die Menschen, die unsere Wege gekreuzt haben! Deshalb gibt es in unserem Blog ein Kapitel „people we met“.

Begonnen hat alles in Calais, Maine, USA, mit Ellen und Paul.

In Kanada war es beinahe unmöglich, die Wassertanks zu füllen – Mitte April war es noch viel zu kalt und alle externen Wasseranschlüsse noch geschlossen. Die Suche nach Frischwasser zum Nachfüllen und einem Plätzchen für die Nacht war nach dem Grenzübertritt von Kanada in die USA auch schwierig. Alle Picknick-Plätze waren noch geschlossen, die Saison eben noch nicht eröffnet. Auch die externen Wasseranschlüsse der Tankstellen waren noch nicht geöffnet, da es einfach noch zu kalt war. Schließlich landeten wir bei einem Walmart, wo wir hofften, in der Gartenabteilung Wasser tanken zu können. Auch dort war der Wasserhahn noch nicht in Betrieb, aber Ellen vom Customer Service rief einfach ihren Mann Paul an, weil sie „wohnen gleich um´s Eck“ – Paul kam und lotste uns die ca. 6 Kilometer zu ihrem Privathaus, wo wir unseren Frischwassertank auffüllen konnten.

Dieses Erlebnis hat uns schon am Anfang der Reise geprägt und so entstand in unserem Blog das Kapitel „People we met“. Auf den restlichen mehr als 80.000 Kilometern begegneten uns noch viele nette und freundliche Menschen aus allen Kulturen und sozialen Schichten. Mit etlichen dieser neuen Freunde und Bekannten sind wir nach wie vor in Kontakt. Ihnen ist dieser Eintrag und auch die beiden Videos gewidmet. Danke – dass ihr Teil unserer Reise wart!

Short Version
Long Version

Link: https://ottenweinerts.blog/people-we-met/


After our return, many people asked us about the most beautiful places we have seen, the most adventurous routes and the most impressive experiences that had happened to us. And there is no correct answer because there were just soooo many things to see and places to visit – every day!

But if we look back on all the thousands of miles we have been driving, on all the thousands of altitude feet we conquered through each and every one of the 19 countries we visited, there is something standing out: it´s the people we had the great fortune to get to know along the road. That´s the reason for the chapter “People we met” in our blog. And everything started with Ellen and Paul in Calais, Maine, USA.

In Canada, it was almost impossible to get fresh water for our tanks – in the middle of April it was still too cold and freezing, all the exterior faucets were still closed. And after crossing into the USA, the search for water and a place to stay overnight wasn´t much easier on the south side of the border. All the picknick sites still closed – it was still off-season – and the faucets at the gas stations also not open yet. Finally, we stopped at a Walmart, hoping to get water for our tank in the garden department. No luck there, either, but: Ellen from Customer Service called her husband Paul because they lived “Just around the corner”. Paul came, guided us the few miles to their house and allowed us to fill our tank.

This was a distinctive moment right at the beginning of our journey and the reason for “People we met”. On the following 50.000 miles, we met many, many nice, friendly, helpful people from different cultures and social environments. And we are still in contact with several of these new friends and acquaintances. This blog entry and also the two videos are dedicated to YOU, guys – THANK you for being a part of our journey!

500 Tage: Erfahrungen auf den Punkt gebracht! >

Am Anfang unserer Reisen, ab 1996, war immer ein Notizblock mit dabei. Auf den Seiten notierten wir, was uns auf den Fahrten mit (damals noch) ausgeborgten Wohnmobilen sinnvoll und nützlich erschien bzw. was entbehrlich war.

Mit all unseren Ideen und Erfahrungen begannen wir dann 2016 die Planung unseres eigenen Wohnmobils und zuletzt – vor Antritt der Reise – waren die Entscheidungen zu treffen, was wir auf diese Reise mitnehmen.

Die Erfahrung der 500 Tage durch Nord-, Mittel- und Südamerika haben uns neue Erfahrungen und auch „A-ha“-erlebnisse gebracht, die wir Euch nicht vorenthalten wollen.

Was wir grundsätzlich im Bereich Ausstattung und erforderliche Dinge auf der Reise gelernt haben:


Ausstattung

  • Wohnmobile/Reisemobile/Weltreisemobile sehen auf den Bildern der Hersteller bzw. Händler immer TOLL aus. Gehobener Luxus in der Innenausstattung zusammen mit dem Flair des 4×4, überall hinzukommen, verfehlt hier nicht die Wirkung
  • Kühlschrank, Backrohr, Gefrierbox, Klimaanlage sind Dinge, die für den beginnenden Overlander im Verkaufsgespräch sehr schnell zu einem unbedingten MUSS avancieren.
  • Neigungsmesser, Bull-Bar, Sandbleche finden rasch den Weg in die Bestellliste.
  • Merke: Nicht alles was gut aussieht, hat auch einen entsprechenden funktionellen Wert!

Fahrtechnik

  • das Fahren auf Straßen in Mittel- und Südamerika kann man im europäischen Raum nicht üben und auch nicht lernen. Auch nicht in einem Steinbruch oder Kiesgrube und schon gar nicht in zwei Tagen. Hier darf man sich nicht in trügerischer Sicherheit wiegen.
  • 4×4 ist NICHT der Garant für sicheres, unfallfreies Fahren auf jedem Untergrund, in jedem Gelände oder zu jeder Jahreszeit.
  • Allrad-Ausstatter (Zubehörhändler) wissen genau, was den Abenteurer in Dir anspricht – unabhängig vom tatsächlichen Nutzen der Teile, die sie Dir verkaufen.
  • In Europa werden zumeist Wohnmobile/Reisemobile für den durchschnittlichen europäischen Reisenden, für europäische Straßenverhältnisse, für ein europäischen Servicenetz gebaut (und für die europäischen Abenteuer-Selfies mit dem geilen 4×4, mit dem man zumeist von Campingplatz zu Campingplatz zuckelt).
  • Hinterher bist Du nach so einer Reise nicht nur um eine, sondern um viele Erfahrungen reicher – leider zahlst Du zumeist auch ein entsprechendes Lehrgeld
  • Merke: Je einfacher – desto besser (keep it simple, stupid)

Ressourcen und Vorräte

  • Lebensmittel werden nach ihrem tatsächlichen Zustand und nicht nach (zumeist) nicht vorhandenen Ablaufdaten bewertet.
  • Müllvermeidung sollte eigentlich etwas Selbstverständliches sein – möchten wir aber hier trotzdem erwähnen
  • Mülltrennung gibt es (theoretisch) in etlichen Ländern – die bunten Tonnen und Behälter sind vorhanden – jedoch wird es (vor allem in Südamerika) noch ein längerer Weg sein, bis sich die Trennung auch wirklich durchsetzt.
  • Lebensmitteleinkäufe orientieren sich immer an dem (noch) vorhandenen Platz im Wohnmobil.
  • der schonende Umgang mit den vorhandenen Ressourcen ist ein (über)lebensnotwendiges MUSS (Wasser, WC-Tank, Energie, Müll, …)
  • Von allem, was ihr in der Reisevorbereitung meint „unbedingt zu benötigen“, könnt ihr getrost mindestens 50% zu Hause lassen! Wir haben bereits in den USA begonnen, Kisten mit unnötigen Sachen nach Hause zu schicken.

Fahrzeug, Reparaturen, Werkstatt, Ersatzteile

  • In Gesamt-Amerika ist der IVECO 4×4 ein unbekanntes Auto. In manchen Teilen Mittel- und Südamerikas wird der IVECO Daily vertrieben. Baugleiche Ersatzteile sind – abhängig vom Vertriebsnetz erhältlich (mal einfacher – mal schwieriger). Spezifische Ersatzteile für den 4×4 nimmt man am besten selbst mit. Die FIN des europäischen IVECO 4×4 wird in Südamerika nicht erkannt – das bedeutet, dass für die IVECO-Werkstätten keine Möglichkeit besteht, auf die technische Dokumentation von IVECO 4×4 zuzugreifen.
  • Iveco Werkstatthandbuch: die komplette Werkstattdokumentation für den Iveco 4×4 ist in der Print-Version erhältlich – vorausgesetzt man kennt die Bestellnummern. Englisch: 60395977; Spanisch: 60395981; Portugiesisch: 60395982 – ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR!!! – Für die Dokumentationen verlangte IVECO im Jahr 2022 € 800,00 pro Exemplar + Versandkosten. Lt. Information besteht ein Exemplar aus 3 Ordnern mit rd. 2083 Seiten pro Sprache (= viel Gewicht und Platz). Auf die Online-Version haben leider nur die IVECO-Werkstätten darauf Zugriff. Der Vorteil der Online-Version ist natürlich auch, dass die Dokumentation auf Basis der FIN dargestellt wird.
  • Die europäischen Ersatzteilnummern sind nicht ident mit den südamerikanischen Teilenummern. Die Ersatzteile werden in Brasilien sowohl für den europäischen als auch südamerikanischen Markt gefertigt, unterscheiden sich aber in der Nummerierung.
  • In der Reisevorbereitung unbedingt prüfen, ob die aufgezogene Reifendimension im Zielgebiet erhältlich, verfügbar und lieferbar ist. Der Michelin XZL 255/100 R16, mit dem wir losgefahren sind, ist zwar ein guter Reifen, aber in Nord-, Mittel- und Südamerika gar nicht oder nur sehr eingeschränkt mit 3 Monaten Lieferzeit erhältlich (Achtung: in Argentinien auf Grund von Zollbeschränkungen so gut wie gar nicht!). Die Dimension 255/100 R16 ist keine gängige Dimension in diesen Ländern.
  • Ersatzteillieferungen bzw. Amazon-Bestellungen nach Argentinien sind entweder unmöglich oder aber nur mit viel Aufwand durchzuführen (Zoll).
  • Die gute Nachricht für Südamerika: die Werkstätten dort können (fast) alles reparieren!

Papiere:

  • Internationale Zulassung: die beiden Dokumente (internationale Zulassung und internationaler Führerschein) haben niemanden interessiert und wenn wir sie vorgelegt haben, hat dies nur Verwirrung gestiftet. Der internationale Zulassungsschein, ein unscheinbares graues Heftchen, wird in Österreich (Gültigkeitsdauer 1 Jahr) durch den ÖAMTC ausgestellt und die relevanten Daten werden handschriftlich eingetragen – dies führt zu Irritationen bei den Beamten an der Grenze. Hilfreicher ist hier der Original Zulassungsschein plus je eine Kopie mit den Angaben wie „Besitzer“, „Marke“, „Type“, „Farbe“ etc auf englisch / spanisch / portugiesisch. Eine Zweitausfertigung des Zulassungsscheins durch die Zulassungsstelle ist in Österreich ohne Probleme möglich, sie sollte im Bordsafe verwahrt werden.
  • Internationaler Führerschein: auch dieser wird – wie der internationale Zulassungsschein – in Österreich vom ÖAMTC ausgestellt (Gültigkeitsdauer 1 Jahr). Dieser internationaler Führerschein hat niemanden interessiert. Mit einem Führerschein im Scheckkartenformat ist man gut unterwegs. Abzuraten ist dem kontrollierenden Beamten eine Papierkopie des Führerscheins zu geben. Diese wird vom Beamten nicht akzeptiert und führt meist zu langen Diskussionen.

Grenzformalitäten, Polizei, Militär

  • Grenzübertritte und Grenzkontrollen: in iOverlander bzw. in den diversen Foren haben wir die schlimmsten Dinge über Grenzkontrollen gehört. Lange Wartezeiten, korrupte Beamten und immenser Papieraufwand. Wir haben diesbezüglich ganz andere Erfahrungen gemacht. Die Grenzwartezeiten hielten sich in Nord-, Mittel- und Südamerika in Grenzen. Die meiste Zeit nimmt der Papieraufwand für das TIP (Temporary Import Permit) in Anspruch – weil eben alles auf Papier gemacht wird. Das Innenleben des Wohnmobils hat die Grenzbeamten hauptsächlich aus Neugier interessiert und nicht, weil sie Schmuggelware vermutet hätten. Unser Tipp: sich vorab über die Grenzformalitäten und Einreisebestimmungen informieren – dann sollte alles glatt gehen.
  • An Beschränkungen bzw. Verbote bezüglich Lebensmittelein- und Ausfuhr haben wir versucht, uns zu halten und möglichst immer alles aufgegessen zw. verkocht, was auf der jeweiligen Verbots-Liste stand; tatsächlich interessiert hat das aber kaum jemanden (was keine Garantie dafür ist, dass das immer so ist); ganz selten wollte der Zoll unser Fahrzeuginneres kontrollieren, am strengsten waren die Kontrollen in Feuerland (Argentinien – Chile – Argentinien)
  • Polizei- und Militärkontrollen: Kontrollen in Mittel- und Südamerika sind etwas Alltägliches und kein Grund, in Panik zu verfallen. Grundsätzlich gilt: wie ich in den Wald hineinrufe – so kommt es auch zurück. Ein freundliches Lächeln und die Fahrzeugpapiere schon in der Hand, wenn das Fenster runtergekurbelt wird, wirkt oft Wunder. Tatsache ist, dass der durchschnittliche Beamte weder den Zulassungsschein noch den Führerschein in Deutsch wirklich lesen kann. Zumeist ist es das Frage-/Antwortspiel: Woher, Wohin, aus welchem Land und schlussendlich der Wunsch für eine gute Weiterfahrt. Wir haben auf der ganzen Reise keinen einzigen korrupten Polizisten oder Armeeangehörigen getroffen. Wir wurden überall höflich und freundlich behandelt und oftmals sogar durch Checkpoints durchgewunken.

500 days – experiences – summary

From the very beginning of our journeys (in 1996 – in another millennium), we always took notes about things which made sense to us and proved to be useful and other things which we didn´t need while traveling with a motor home (at that time we lent the vehicles from friends or rented them).

In 2016, we gathered all our notes and our ideas and started planning our own vehicle; in 2022, shortly before leaving, we had to make the final decisions about the stiff we wanted to take with us.

During these 500 days in North, Central and South America we have learned a lot and we experienced several eye-openers which we want to share with you. There are some basic rules concerning equipment and necessary items (which we sometimes had to learn the hard way):

Equipment:

  • Motorhomes / Camper vans always look perfect on the pictures in the brochures and on the websites of builders / sellers / renting companies. A bit of luxury in the interior, together with the mythical flair of the 4×4 (“getting you to any place you want”)
  • Big refrigerator, oven, deep freezer, air condition quickly become “must have items” for the future overlander during the first sales pitch
  • Inclinometer, bull bar, Marston Mat rapidly climb to the top of the wish list
  • But: not every cool looking feature is valuable or even necessary

Driving techniques

  • In Europe, you cannot learn to drive the roads (“ripios”) in Central and South America, you can´t practice it, not even on 4×4 tracks, let alone in a weekend course in an old quarry.
  • Driving a 4×4 is absolutely no guarantee for safe and accident-free driving on any surface, in any terrain and at any time of the year.
  • Special equipment vendors know exactly how to talk to your adventurous side – and you don´t think twice about the actual value of the items they are selling you
  • In Europe, motor homes / camper vans are built for the average European traveler, for European roads and for a European service network, resulting in European adventure selfies with the super 4×4 (which is used mainly to drive from campground to campground)
  • Every journey means learning and practising, you will return with a lot of experience, but you might have paid dearly for some of them
  • Keep it simple, stupid

Ressources and supplies

  • Food: the actual condition is important, not the “use before…” date (which very often was nowhere to be found)
  • Shopping for food is limited by the available space in your home on wheels, especially in your fridge.
  • Careful and restrictive use of your resources (fresh water, grey water, black water, energy) can be vital
  • Try to avoid trash – reuse paper bags for bread and bakery items, bring your own reusable shopping bag and avoid plastic bags – that is kind of self-evident, but we want to mention it anyway because it is important for us
  • Recycling during traveling through South America is difficult – in some countries there are color-coded recycling containers but it will take a long time till that system works
  • Make a list of all the stuff you think you need – and then leave at least 50% at home. After three months, we sent the first boxes with unnecessary stuff home

Vehicle maintenance and repairs, car workshops, spare parts

  • The Iveco 4×4 is an UDO (unknown driving object) in all of the Americas; some countries in South America do know the Iveco Daily, and matching spare parts might be available – but specific spare parts for the 4×4 are BYO (bring your own). The VIN (vehicle identification number) of the European Iveco 4×4 does not exist in the data banks of the South American Iveco partners – meaning they have no access to the technical documentation of the 4×4.
  • IVECO repair manual: the complete documentation for the 4×4 is available as print version – if you know the article numbers: English: 60395977; Spanish: 60395981; Portuguese: 60395982 (as far as we know). In 2022, Iveco asked for almost US $ 800.- plus postage for each version (three binders with about 2.083 pages for each language – a lot of paper, a lot of weight and a lot of space needed). The online version (no paper) is available only to Iveco car shops and partners (but not in South America because the VIN is not in the system there)
  • The good news: the car shops in South America are able to repair almost everything
  • The European spare part article numbers are different from the South American ones. Many spare parts are made in Brazíl, for South America as well as for Europe, but with different article numbers
  • Before you leave – make sure your tires are available in the countries which you are planning to visit. Our Michelin XZL 255/100 R16 was a very good and impressive tire, but hardly or not at all available in all the Americas (we could have ordered them, delivery would have taken three months – cave: almost impossible in Argentina due to custom restrictions). The tire dimension 255/100 R16 is simply very rare in all these countries.
  • Delivery of spare parts or even Amazon deliveries to Argentina are either totally impossible or very, very complicated and take a long time (customs, again)

Papers

  • International car license: in Austria issued by ÖAMTC, sister organization to the AAA – a little grey booklet, valid for 1 year, where all the vehicle data is written manually. The officials at the borders were irritated at best, and that booklet didn´t really work for us. Then we made a copy of the original car license where we translated and highlighted the important data like “owner”, “type”, “color”, in English / Spanish / Portuguese – that worked very well. In Austria you can obtain an official copy of the car license without any problems, we stored that one in our bord safe.
  • International driving license: same story – issued by ÖAMTC, valid for 1 year – no one was interested. A plastic card driver’s license is the best option – just don´t make paper copies of it, the official won´t accept these and start a lengthy discussion

Border crossing procedures, police and military

  • Crossing borders and border controls: we have heard and read some real horror stories in IOverlander as well as in several online communities, like long waiting hours, corrupt officials and lots and lots of paperwork. But – our experiences were different. Wait times were not bad, not bad at all; getting the TIP (Temporary Importation permit) took the most time because it is done on paper. If the border officials wanted to check the interior of our Brave Camper, they mostly just wanted to have a look inside out of curiosity and not because they suspected any smuggling. Most of the countries explain the immigration process online – if you get the information beforehand, you shouldn´t have any problems.
  • we always tried to comply with any restrictions on import of food, we either ate everything or prepared / cooked the food like fresh fruit, vegetables, eggs, meat. In reality, at most of the borders no one was interested (but that is not a rule, it might be different next time). Very rarely, customs wanted to check the interior, mainly in Tierra del Fuego (Chile – Argentina – Chile borders)
  • police and military controls: these controls are standard in Central and South America and no reason for panic. In principle – if you are nice and friendly, you will also be treated nicely and friendly. Smiling and having car paper and driver´s license ready in hand when you open your window, works wonders. Usually, the average officer is unable to read any of those documents in German language, so it´s mostly Q&A: from where / to where / country of origin, and finally wishing us a safe journey. In all our 500 days, we haven´t met one corrupt police officer or soldier. We have been treated friendly and with respect, and often even waved through checkpoints
  • we could (and maybe we will) continue this list ….

230917 – Ein paar Zahlen für unsere Statistikfreunde – some numbers for our friends who like statistics >

Wir waren 500 Tage und 499 Nächte unterwegs – wo haben wir die Nächte verbracht:

Our adventure lasted 500 days and 499 nights – where did we spend the nights:

  • in Hotels: 23 
  • auf offiziellen Campingplätzen – at official campgrounds: 114
  • auf informellen Übernachtungsplätzen (Tankstellen, Shoppingcenter oder Ketten wie Walmart in den USA, oder Restaurants wie Cracker Barrel) – informal camp sites (gas stations, shopping centers like Walmart, restaurants like Cracker Barrel: 255
  • freies Stehen – wild camping: 67 
  • privat – private: 24 (inklusive – including AirBnB)
  • am Schiff – on board the ship: 15
  • im Flugzeug am Heimflug – on the plane on the flight home: 1

Besuchte Länder– visited countries: 19 (eigentlich 20, wenn man das britische Antarktis-Gebiet Port Lockroy mitrechnet – 20, if you count the British Antarctic Territory of Port Lockroy)


Grenzübertritte – border crossings: 

  • offiziell – officially 31 (manche Länder mehrfach besucht – we visited several countries more than once: 2x Brasilien / Brazil, 3x Uruguay, 4x Chile, 7x Argentinien / Argentina); 
  • für die Antarktis-Reise haben wir Argentinien verlassen und waren in internationalen Gewässern unterwegs – for the Antarctic adventure we left Argentina, cruising through international waters; 
  • für das britische Antarktis-Gebiet Port Lockroy gab es keine Ein/Ausreise-Formalitäten – there were no immigration formalities for the British Antarctic Territory at Port Lockroy

Aufenthaltsdauer pro Land – days per country

  • Der längste Aufenthalt entfiel auf Argentinien mit insgesamt 118 Tagen bei 7 Besuchen, der kürzeste auf Costa Rica mit leider nur 4,5 Tagen (weil wir schnell nach Panama mussten wegen der Verschiffung nach Kolumbien); the country where we spent the most days was Argentina with 118 days and 7 visits; the shortest visit was in Costa Rica with only 4,5 days (we had to hurry to Panama to ship our Brave Camper to Colombia)

Tage pro Land – days per country:

  • Kanada / Canada: 11
  • USA: 95
  • Mexiko / Mexico: 25
  • Belize: 8
  • Guatemala: 7
  • Honduras: 7
  • Nicaragua: 6
  • Costa Rica: 4,5
  • Panama: 10,5
  • Kolumbien / Colombia: 26
  • Ecuador: 15
  • Peru: 26
  • Bolivien / Bolivia: 11,5
  • Paraguay: 15,5
  • Brasilien / Brazil: 58,5
  • Uruguay: 26,5
  • Argentinien / Argentina: 118
  • Chile: 18,5
  • Antarktis / Antarctica: 10

Zurückgelegte km – miles we have been driving:

  • Insgesamt sind wir 83.080 km gefahren (da fehlt noch Hamburg-Wiener Neudorf) – we drove a total distance of 51.634 miles (without the last part, from Hamburg to Wr. Neudorf)

Km pro Land – miles in each country:

  • Kanada / Canada: 866 km / 538 miles
  • USA: 23.753 km / 14.763 miles
  • Mexiko / Mexico: 4.355 km / 2.707 miles
  • Belize: 579 km / 360 miles
  • Guatemala: 712 km / 442 miles
  • Honduras: 1.159 km / 720 miles
  • Nicaragua: 526 km / 327 miles
  • Costa Rica: 667 km / 414 miles
  • Panama: 885 km / 550 miles
  • Kolumbien / Colombia: 3.189 km / 1.982 miles 
  • Ecuador: 1.436 km / 892 miles
  • Peru: 4.296 km / 2.670 miles
  • Bolivien / Bolivia: 1.920 km / 1.193 miles
  • Paraguay: 2.500 km / 1.554 miles
  • Brasilien / Brazil: 9.982 km / 6.204 miles
  • Uruguay: 3.350 km / 2.082 miles
  • Argentinien / Argentina: 20.184 km / 12.544 miles
  • Chile: 2.901 km / 1.803 miles
  • Antarktis: gar nix  / zero 

Zurückgelegte Schritte: 3.740.600 – steps we walked

Zu Fuß zurückgelegte km: 2.550,56 km – 1.585 miles on foot

Geradelt: nur 68,5 km (das nächste Mal lassen wir die Räder gleich daheim) – only 42,57 miles on our bicycles (next time we´ll leave them at home)


Spritverbrauch – diesel consumption and mileage: 

  • über 7.000 Liter Diesel (um genau zu sein: 7.359,878 Liter – in vielen Ländern zeigen die Zapfsäulen auf 3 Kommastellen an)
  • plus mehr als 1.400 Gallonen Diesel (1.417,195 Gallonen – in den USA, Belize, Guatemala, Ecuador und Peru wird in Gallonen berechnet)
  • umgerechnet gesamt 12.724,522 Liter bzw. 3.361,462 Gallonen Diesel
  • das bedeutet einen durchschnittlichen Verbrauch von 15,315 Liter auf 100 km – eigentlich ganz ok – wir können stolz sein auf unser Krasses Pferd
  • we needed more than 7.000 liters Diesel (exactly 7.359,878 liters – in many countries the diesel pumps showed three numbers after the coma)
  • plus, more than 1.400 gallons of diesel (1.417,195 to be exact – the US, Belize, Guatemala, Ecuador and Peru are using gallons)
  • in total: 12.724,522 liters respectively 3.361,462 gallons of diesel
  • this means an average consumption of 15,315 liters for 100 km, or – for our friends who are used to gallons and miles: we got on average 15,357 miles out of one gallon diesel, which is more than ok for our Brave Camper

Nächste Woche gibt´s wieder einen Beitrag – bleibt dran!

There will be another info post next week – stay tuned!

230811 – Ciao, Brazíl – Buenos días, Uruguay >

Freitag / Friday, August 11, 2023
Tag 481 / 457 – Ciao, Brazíl – Buenos días, Uruguay

Mitten in der Nacht – Weltuntergang. Donner, Blitze, ohrenbetäubend laut prasselnder Regen wecken uns – das Gewitter ist genau über uns. In der Früh sind noch graue Wolken zu bemerken, die Sonne ist noch nicht zu sehen. Am frühen Vormittag kommen wir in Sant´Ana de Livramento an, wo wir eine Runde um die Praça internacional (Brasilien) bzw. Placa internacional (Uruguay) drehen. Das ist der einzige Platz der Welt, den sich zwei Länder teilen (sagt zumindest unser Uruguay-Reiseführer).

Die Grenze läuft genau der Länge nach durch den Platz, das Denkmal steht auf der Linie, nördlich davon weht die brasilianische Flagge und südlich die von Uruguay. Im Geschäft auf der Nordseite finden wir auf einen Streich 4 Rettungsautos und werden somit genau unsere letzten brasilianischen Reaís los; im Shop auf der Südseite bezahlen wir die beiden Koffer, die wir zum Heimfliegen benötigen, mit US-Dollar, der uruguayischen Zweitwährung. Hier gibt es keine Zäune, keine Grenzschilder, nur sporadische Kontrollen durch berittene Polizisten, die Dienstpferde tragen Reflexstreifen an Sattel, Zaumzeug und an den Fesseln. Das Büro für die Passkontrolle für die Ausreise aus Brasilien und die Einreise nach Uruguay finden wir dann, etwas ungewöhnlich, zwei km weiter im Shopping-Center.

Und das Shopping-Center beschert uns dann nochmals einen ziemlichen Zuwachs für die Sammlung – gut, dass wir Koffer gekauft haben. Was wir hier allerdings nicht bekommen, ist das TIP (temporary importation permit) für unser Krasses Pferd, das gibt es 13 km weiter in einem etwas baufällig aussehenden Büro-Container am Rande der Ruta 5, bereits im Department Rivera / Uruguay. Insgesamt ein ungewohnter, aber lustiger Grenzübertritt, mit sehr netten Beamten. Und das war dann auch die letzte Einreise mit unserem Krassen Pferd für diese Reise – nächste Woche werden wir es in Montevideo im Hafen abgeben und nach Hause schicken. 

Aber heute geht es nochmals ins Grüne – wir biegen von der Ruta 5 nach rechts ab, und erreichen nach einer halben Stunde den Parque natural regional Valle del Lunarejo. Kein Nationalpark, sondern ein großes – mit Auflagen – von lokalen Familien bewirtschaftetes Naturschutzgebiet und somit größtenteils Privatbesitz. Der nette Mitarbeiter vom Besucherzentrum heißt uns herzlich willkommen, erklärt uns, wo wir alleine unterwegs sein dürfen und wo wir Guides benötige würden, und lädt uns ein, über Nacht hier zu bleiben. Mittlerweile scheint die Sonne, es ist halbwegs warm, und wir gehen spazieren; die Gegend ist ein Vogelparadies, wir sehen Störche, Stirnbandibisse, Truthahngeier, Galleriewaldrallen und eine Familie von Halsbandwehrvögeln mit drei flauschigen Jungen. 

Als wir zurückkommen, ist das Besucherzentrum schon geschlossen, aber der Platz ist nett, hinter uns grasen Schafe, es gibt kaum Verkehr auf dieser Nebenstraße und das WiFi ist schnell – und wir bleiben einfach da. Ist zwar vielleicht nicht das vernünftigste (es sind immer noch 524 km zu Timo, das schaffen wir morgen sicher nicht), aber nach etlichen Nächten auf Tankstellen freuen wir uns, mit Hundegebell, Schafgemecker und Froschgequake einzuschlafen und morgen mit Vogelgezwitscher aufzustehen.

Day 481 / 457 – Ciao, Brazíl – Buenos días, Uruguay

In the middle of the night, we wake up due to infernal noise – thunder, lightning, rain hammering on our roof – the thunderstorm is right above us. In the morning, there are grey clouds, no sun yet. We arrive in Sant´Ana de Livramento, where we walk around the Praça internacional (Brazíl) respectively the Placa internacional (Uruguay). Our guide books says, that this is the only Plaza in the world shared by two countries.

The border runs exactly through the middle of the plaza, the monument is placed on the center line, with the Brazilian flag north and the Uruguayan flag south of it. In the shop on the north side of the plaza, we find four new ambulances, therefore getting rid of our last Brazilian reaís; in the shop on the south side, we buy two suitcases which we need for the flight home,  paying in US dollars, Uruguay´s second currency. There are no fences, no border signs, only random controls by officers on horses (the horses are equipped with reflecting material on their saddle and bridles and even around their ankles). The immigration offices for exiting Brazil and entering Uruguay are 1,5 miles away, at the shopping mall – a bit unusual for us.

And at the shopping center, we find several more additions for our collection – fortunately, we just bought some suitcases. For the TIP, the temporary importation permit, we have to drive 8 miles further south on Ruta 5, already in department Rivera, Uruguay. The office is located in a container on the side of the road. All in all, this was a very unusual but funny border crossing, with very nice immigration and customs officers. And this was also our last customs procedure for entering a country – next week, we will bring our Brave Camper to the harbur in Montevideo and send it home.

But today, we want to spend some more time in Uruguay´s green north – we turn right from Ruta 5 and after half an hour, we reach the Parque natural regional Valle del Lunarejo. It´s not a national park, but a huge protected area; farming is allowed under certain rules, and most of the land is privately owned. The nice señor at the visitor center welcomes us, explains which trails we are allowed to go on our own and where we would need guides, and even invites us to stay the night. It is sunny and warm now, and we go for a walk – the area is a paradies for birds, we see storks, ibis, vultures, wood rails and a family of southern screamers with three fluffy chicks.

When we come back, the visitor center is closed; the place is nice and quiet – almost no traffic on the road, sheep are grazing behind our Brave Camper, and the WiFi is fast – we decide to stay. It´s maybe not the wisest decision (from here, we still have to drive 325 miles to Timo, we won´t be able to do that tomorrow), but after several nights in a row at gas stations, we are happy to go to sleep with the sound of barking dogs, bleating sheep and croaking frogs, and to wake up to the song of birds.

Route 230811

230810 – Von Porto Alegre Richtung Grenze Uruguay >

Donnerstag / Thursday, August 10, 2023
Tag 480 / 456 – Von Porto Alegre Richtung Grenze Uruguay

Das Wetter schlägt Kapriolen – gestern grauslich, nass und kalt, heute Sonnenschein und am frühen Vormittag schon über 20°C. Wir freuen uns, da macht sowohl Fahren als auch Spazierengehen gleich viel mehr Spaß. Also auf nach Porto Alegre, wo wir in der Nähe vom Mercado Público einen Parkplatz in der Kurzparkzone finden. Brav wollen wir am Parkomat das Ticket kaufen – geht nicht. Der nette Kurzparkzonenparkticketüberprüfungsbeamte eilt mir zu Hilfe und will das Ticket elegant auf seinem mobilen Gerät ausdrucken – geht auch nicht. Das System kann mit unserer österreichischen Autonummer nichts anfangen, somit haben wir einmal gratis Parken gewonnen – auch gut.

Gut gelaunt spazieren wir durch das wuchtige rosa Gebäude des ehemaligen Majestic Hotels, heute ein Kulturzentrum, zum Palacio Piratini. Wir waren ja im Jänner schon hier, da war der Regierungspalast wegen Renovierung geschlossen – im August wären wieder Besuche für Touristen möglich, hieß es damals. Das stimmt im Prinzip auch – nur heute nicht, denn heute findet vor dem Palast eine Demonstration statt, die Sicherheitsvorkehrungen sind erhöht und die Touren ausgesetzt. Na schade – soll wohl nicht sein.

Wir trösten uns mit Caramel Macchiato und Maracuja Frappucino von Starbucks und einem neuen Rettungsauto aus dem Geschäft gegenüber. Dann überlegen wir, wie wir weiterfahren. Die schönen Nationalparks Aparados da Serra und Serra Geral mit ihren tollen Cañons mussten wir wegen des schlechten Wetters auslassen, und die Jesuitenmission von São Miguel da Missoes liegt über 600 km weit weg in nordwestlicher Richtung kurz vor der argentinischen Grenze, das geht sich nicht mehr aus. Die direkte Strecke von Porto Alegre nach Uruguay an der Lagoa dos Patos entlang und dann in Uruguay die Küstenroute sind wir schon gefahren. Also wenden wir uns nach Westen und peilen den Grenzübergang Sant´Ana do Livramento (Brazíl) / Rivera (Uruguay) an, da waren wir noch nicht, und dann können wir uns morgen und übermorgen noch ein bisschen von Uruguays Norden ansehen (in der Hoffnung, dass das Wetter hält).

Die 290 führt geradewegs nach Westen, bereits kurz nach Porto Alegre ist die Gegend wieder sehr ländlich. Auf weiten, feuchten Anbauflächen (vielleicht für Reis?) suchen große, weiße Reiher und Scharen von schwarzen Ibissen nach Nahrung; die rosa Farbtupfen dazwischen sind vermutlich rosa Löffelreiher. Weiden, Rinderherden, Geier und Cara-Caras bestimmen wieder das Bild, eine adrenalinsüchtige Gänseschar versucht, die Landstraße vor uns zu überqueren und besinnt sich gerade noch rechtzeitig eines Besseren. Wir kommen heute bis Rosário do Sul, morgen haben wir noch 110 km bis zur Grenze nach Uruguay. Geht sich auch mit unseren restlichen 90 BRS Bargeld schön aus, das sind etwa 16 € – vielleicht finden wir ja im Shopping-Center bei der Grenze noch ein Rettungsauto. 

Day 480 / 456 – From Porto Alegre towards Uruguay

The weather changed overnight – yesterday nasty, wet and cold, today sunshine with 70°F already late morning. We are delighted, both driving and sightseeing or going for a walk is way more fun in nice weather. We drive the remaining miles to Porto Alegre, where we find a parking spot in the short-term parking zone near the Mercado Público. We want to buy a parking ticket at the machine – doesn´t work. The nice Senhor who is responsible for checking the tickets wants to help and print the ticket with his mobile device – doesn´t work either. The system doesn´t acknowledge our Austrian license plate, so the parking is free for us – very nice. 

We walk through a massive pink building, the former Majestic Hotel which is now a cultural center, towards Palacio Piratini. We have been here in January, the palace was closed for renovations at that time and would reopen for visits in August, we were told then. That turns out to be correct in principle – just not today because there is a demonstration in front of the palace today, security has been increased and visits for tourists are not possible. Well, bad luck.

A bit disappointed, we treat ourselves to a Caramel Macchiato and a Maracuja Frappucino at Starbucks, and we find a new ambulance for our collection in a store nearby. Then we have to decide how to continue. We had to skip the nice National Parks Aparados da Serra and Serra Geral with their impressive canyons due to the bad weather; the Jesuit mission São Miguel da Missoes is more than 460 miles away, direction northeast near the Argentinian border, that´s too far away. And we took the straight route from Porto Alegre to Uruguay along the Lagoa dos Patos and the coastal route in Uruguay in January already, so we turn west, direction Sant´Ana do Livramento (Brazíl) / Rivera (Uruguay). That way, we hope to see a bit more of Uruguay´s north in the remaining two days (weather permitting).

Rota 290 leads us west; a few miles past Porto Alegre it´s green country again. In large and wet agricultural areas (for rice cultivation, maybe?), huge white herons and flocks of black ibis are looking for food. The pink dots in between are probably pink spoonbills. There are countless pastures with cattle along the road, and vultures and cara-cara in the air. An obviously adrenalin-dependent flock of geese tries to cross the road in front of us but turns around just in time. We make it to Rosário do Sul tonight, tomorrow it´s less than 70 miles to the border. We have about 90.- Reaís in cash left, that´s about 18 US $ – maybe we´ll find one more ambulance at the shopping center at the border tomorrow.

Route 230810

230809 – Regen, Regen, Regen >

Mittwoch / Wednesday, August 9, 2023
Tag 479 / 455 – Regen, Regen, Regen

In der Früh nochmals ein Check unterm Auto – nein, es tropft nichts. Wir schreiben eine 5*-Bewertung für die Werkstatt auf Google Maps und fahren dann die paar km zu IVECO Carboni, um uns auch dort zu bedanken und eine 5*-Rezension einzutragen. Senhor Elisio macht noch ein Foto von unserem Krassen Pferd, die 4×4 Variante gibt es hier nicht, wir ziehen mal wieder alle Augen auf uns.

Und im Übrigen hat uns die Schlechtwetterfront jetzt endgültig erwischt – es ist grau, kalt und es regnet. Somit streichen wir den Stopp in Laguna, wo wir im Jänner bei Sonnenschein und herrlichem Wetter Seevögel fotografiert haben, und fahren durch bis Torres, bereits in Río Grande do Sul. Wir parken uns bei den Basaltfelsen von Guarita ein, es ist grauslich kalt und windig – Winter halt. Dementsprechend hat auch alles zu, Restaurants, Hotels, Pousadas – verschlossen, keiner da. Am Strand bewegen sich nur Möwen und Austernfischer, ein einsamer Angler sitzt auf einer Klippe.

Den Plan, auf die Felsen zu klettern, geben wir schnell wieder auf – die Sturmböen könnten uns hinunterwehen. Und von der Ilha dos Lobos 2 km vor der Küste ist absolut nichts zu sehen – bei dem Wellengang würde auch kein Boot hinausfahren, und ob die Seelöwen und Wale, sofern sie denn überhaupt da sind, für Fotos posieren würden, ist eher unwahrscheinlich.

Aber wir dürfen nicht meckern, bis jetzt haben wir mit dem Wetter im Großen und Ganzen unverschämt viel Glück gehabt. Also freuen wir uns, dass wir im warmen, trockenen Wohnmobil sitzen, trinken heißen Kaffee und schauen einer Möwe zu, die einen großen Fisch erbeutet hat. Und dann fahren wir einfach weiter, Richtung Porto Alegre, und zwar gleich auf der Autobahn – die Küstenroute macht bei dem Wetter überhaupt keinen Sinn. Wenigstens kommen wir halbwegs gut voran, übernachten heute nahe Porto Alegre und haben nur noch 757 km zu Timo´s Uruguay Storage. 

Day 479 / 455 – Rain, rain, rain

In the morning, we look under the car again – no, no diesel leaking od dripping, everything is fine. We write a 5* comment on Google Maps for the mechanic and then we drive the few miles to IVECO Carboni to say thank you to Senhor Elisio and leave a 5* comment as well. And of course, pictures of our Brave Camper are taken, the 4×4 version does not exist here.

The unfavorable weather front has finally caught up with us – it´s grey, cold and raining. So, we skip stopping in Laguna – we have been there in January, taking pictures of sea birds in glorious sunshine – and continue to Torres, already in Río Grande do Sul. We park near the basaltic rock of Guarita, it´s nasty, cold and windy – it´s winter here. Therefore, everything is closed, restaurants, hotels, pousadas – locked, no one there. On the beach, we see only sea gulls and oystercatchers, a lonely fisherman is sitting on a cliff. We scratch the plan to climb up the Guarita Rock, the wind gusts could blow us away. The Ilha dos lobos, only one and a quarter mile away, is invisible; there won´t be any boats going there due to the rough sea, and we doubt that the sea lions and whales would pose for pictures – if they are even there. 

But we have no reason to complain; we were more than lucky; we have been blessed with sunshine and good weather during most of our journey. So, we are happy to sit inside our cozy warm and dry camper, drink hot coffee and watch a seagull devouring a large fish. Afterwards, we simply continue direction Porto Alegre on the highway – the coastal route doesn´t make any sense today. At least we make good progress, stay for the night near Porto Alegre and from here, it´s only 470 more miles to Timo´s Uruguay Storage.

Route 230809