Archiv der Kategorie: AirBnB

231109 – Ein Dorf, das deinen Namen trägt … >

Vor einigen Jahren wurde meine Aufmerksamkeit auf die Geschichte meiner Familie gelenkt und ich begann im Internet zu recherchieren. Ich war nicht wenig erstaunt, als eines der Ergebnisse aus der Abfrage auf ein kleines Nest in Texas referenzierte. Neugierig geworden suchte ich nach Bildern und Texten zu dem kleinen Städtchen im Herzen von Texas. Seit damals war für mich klar: dort möchte ich mal hin.

Unsere Reise führte uns tatsächlich zu dem kleinen Ort etwas abseits der Hauptstraße. Ein verschlafener Ort, der aus einigen Straßen besteht und dessen beste Zeit schon lange zurück liegt. Genaugenommen besteht der Ort aus einem kleinen Rathaus, einer Kirche, einem Post-Office, zwei geschlossenen Schulen und einer Feuerwehrstation. Ganze 126 Einwohner zählt der Ort noch … und es werden immer weniger.

Über die Entstehung gibt es unterschiedliche Versionen. Die einen sagen, der Ort wurde nach einem Senator Weinert benannt, andere Quellen sprechen von einem Mitarbeiter der Eisenbahnbaugesellschaft, den man mit Land entlohnte, worauf er den Ort gründete.

Wie auch immer – es ist schon ein eigenartiges Gefühl, wenn man seinen Namen am Rathaus, am Wasserturm, am Friedhof und auf den Feuerwehrautos liest. In jedem Fall war es den Abstecher wert.

Ein Senator mit dem Namen Weinert …

In Austin/Texas besuchten wir das Capitol und fanden die Spuren des möglichen Namensgeber. Eigentlich gab es gleich zwei Senatoren mit dem Namen Weinert und den Aufzeichnungen nach dürften sie auch ziemlich erfolgreich in ihrer Tätigkeit gewesen sein.

https://en.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_C._Weinert

https://en.wikipedia.org/wiki/Rudolph_A._Weinert

Das Weinert Haus in der Weinert Straße …

Das Haus von Ferdinand Weinert steht in Seguin, Texas und ist heute (neben einem Historic Landmark) ein AirBnB. Aber nicht nur als Historic Landmark kennt man das Gebäude, sondern auch als Ort, an dem es spuken soll. Im Buch „The Big Book of Texas Ghost Stories“ von Alan Brown (Rowman & Littlefield, 17.07.2019 – 288 Seiten) werden die geisterhaften Aktivitäten im Weinert-Haus beschrieben.

Eine Weinflasche mit dem Namen Weinert darauf …

Und noch einmal sind wir auf unserer Reise auf den Namen Weinert gestoßen. Diesmal in der berühmten Weingegend um Mendoza in Argentinien.

Etwas außerhalb von Mendoza liegt Lujan de Cuyo – Heimat der Bodega Weinert. Die Weine – und hier besonders der Malbec – haben es zu lobenden Erwähnungen in das Forbes Magazin geschafft.

https://www.forbes.com/sites/karlsson/2020/08/24/bodega-weinert-mendoza-malbec/

Für uns ein Grund, bei der Bodega vorbeizuschauen und natürlich auch eine Flasche dieses berühmten Weins mitzunehmen.

Die Flasche haben wir dann übrigens am letzten Abend in Uruguay bei Timo und seinen Brüdern bei einem Grillabend geleert. Die leere Flasche ist aber als Souvenir mit nach Österreich gekommen.

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A village that bears your name…

Several years ago, my attention was drawn to the history of my family, and I started researching on the internet. I was quite surprised when one of the search results referenced a little town in Texas. Curiosity led me to search for pictures and information about this small town in the heart of Texas. Since then, it was clear to me: I want to visit there someday.

Our journey actually led us to the small town off the main road. It’s a sleepy place with a few streets, and its heyday is long gone. The town consists of a tiny town hall, a church, a post office, two closed schools, and a fire station. It has only 126 residents, and their number is decreasing.

There are different versions of how the town got its name. Some say it was named after a Senator Weinert, while other sources mention a railroad company employee who was compensated with land and then founded the town.

Regardless of the origin, it’s a strange feeling to see your name on the town hall, the water tower, the cemetery, and the fire trucks. In any case, the detour was worth it.

A Senator named Weinert

In Austin, Texas, we visited the Capitol and found traces of the potential namesake. There were actually two senators Weinert, and records indicate they were quite successful in their roles.

https://en.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_C._Weinert

https://en.wikipedia.org/wiki/Rudolph_A._Weinert

The Weinert House on Weinert Street …

Ferdinand Weinert’s house is located in Seguin, Texas; today, it’s an AirBnB (in addition to being a Historic Landmark). The building is not only known as a Historic Landmark but it’s also said to be haunted. The ghostly activities in the Weinert House are described in the book „The Big Book of Texas Ghost Stories“ by Alan Brown.

And once again, we came across the name Weinert on our journey, this time in the famous wine region around Mendoza, Argentina.

A wine bottle with the name Weinert on it …

Just outside of Mendoza is Lujan de Cuyo, home to Bodega Weinert. Their wines, especially the Malbec, have received high praise and made it into Forbes Magazine.

For us, this was a reason to visit the winery and, of course, take a bottle of this famous wine with us. By the way, we emptied the bottle on the last evening in Uruguay with Timo and his brothers at the barbecue. The empty bottle made its way to Austria as a souvenir.

230829 – Der letzte Tango >

Dienstag / Tuesday, August 29, 2023

Tag 499 – Der letzte Tango

In der Früh packen wir Gepäckstück Nummer drei und vier und unser Handgepäck. Wir haben nicht nur völlig unerwartet 44 Rettungsautos in Buenos Aires gefunden, wir haben auch Sachen mitgebracht, die wir hier nicht brauchen, wie unsere guten Hiking-Schuhe, die dicken Antarktis-Parkas, schöne T-Shirts und so weiter, aufgrund der Warnungen, dass Wohnmobile während der Schiffspassage oft aufgebrochen und ausgeraubt werden (und die Diebe nehmen nicht nur Technik, sondern auch Kleidung und Schuhe mit). Also haben wir wesentlich mehr Gepäck als eigentlich geplant, aber das viele Tetris spielen in meiner Jugend macht sich bezahlt, wir bringen alles unter. 

Dann geht es noch einmal in die Stadt, wir spazieren die Avenida Belgrano nach Westen Richtung Tanzlokal. Am Weg liegt eine schöne Kirche, die Basilika de Santa Rosa de Lima und wir machen einen Blick hinein – unser letzter Besuch in einer Kirche auf dieser Reise. Kurze Zeit später sind wir bei der angegebenen Adresse, Tanzlehrer Christian trifft zeitgleich mit uns ein und führt uns durch das bemerkenswerte Gebäude – Tangolokal, Hotel, Veranstaltungsraum, alles in einem, und eine Tango-Showtruppe übt gerade für einen Bewerb – zum Übungsraum, Partnerin Ximena ist auch schon da.

Die nächsten zwei Stunden vergehen wie im Flug, mit viel Erklärungen – Tango ist quasi wortlose Kommunikation zwischen den Tanzpartnern, das Vokabular muss man sich aber hart erarbeiten, wie bei einer neuen Sprache – und vielen Anläufen, bis die Grundschritte sowohl im Modus „parallel“ als auch „cross“ funktionieren. Ximena und Christian haben unendlich viel Geduld mit uns, Christian erklärt auf Englisch und Ximena auf Spanisch. Nach den zwei Stunden sind wir müde, aber es hat viel Spaß gemacht. Und wir haben unsere Tanzschuhe nicht umsonst durch zweieinhalb Kontinente mitgeschleppt!

Wir machen uns auf den Rückweg zu unserem Apartment, und jetzt haben wir dann doch ein wenig Stress – duschen, Mittagessen (schnell alles aufessen, was noch im Kühlschrank ist), Geschirr abwaschen, Müll rausbringen, Betten abziehen und aufkehren. Es ist zwar ein AirBnB und wir müssten das nicht machen, aber wir hatten so nette Vermieter, dass es uns ein Anliegen ist, die Wohnung sauber zu hinterlassen. Pünktlich um 15 Uhr ist Marta da, übernimmt den Schlüssel und verabschiedet sich herzlich, auf südamerikanisch mit Umarmungen und Bussis, und wir versuchen, einen Uber zum Flughafen zu bekommen. Aber: Kreditkarte abgelehnt, Paypal abgelehnt – nicht lustig. Wir wissen nicht, warum es nicht funktioniert, aber dann stellen wir die Zahlungsoption auf „Bargeld“ um – und wenige Minuten später steht ein Renault Kwid vor dem Haus. Der Fahrer bekommt große Augen, als er unser Gepäck sieht – aber er stopft tatsächlich 4 große Gepäckstücke, 2 Rucksäcke und vier kleine Handgepäckstücke plus uns beide in sein Auto. Bequem ist´s nicht, aber wir kommen wohlbehalten am Flughafen an und er bekommt ein dickes Trinkgeld (werden wir wenigsten unsere letzten argentinischen Pesos los).

Dann ist alles ganz easy – Check-in, ein letzter Kaffee bei Starbucks für die allerletzten Pesos, durch die Sicherheitskontrolle (kein Mensch interessiert sich für meinen Kamerarucksack voller Akkus, Ladegeräte, Batterien und Kabel, oder für Sigis Köfferchen mit noch mehr Technikzeugs inklusive Geo-Tagger), Ausreise aus Argentinien (zum siebenten und letzten Mal), Entspannen in der Lounge, Boarding, mit dem ganzen Handgepäck im Jumbojet die Treppe hinauf in den oberen Stock und in unsere Sitze sinken. Langsam beginnen wir zu realisieren, dass das große Abenteuer jetzt wirklich vorbei ist.

Tag 499 – The last Tango

In the morning, we pack our bags #3 and #4 and our carry-on luggage. We haven´t only found 44 ambulances in Buenos Aires (which was completely unexpected), we also brought stuff we knew we wouldn´t need in here, like our good hiking-shoes, the parkas from our Antarctic adventure, the nice T-Shirts and more – due to the warnings that motorhomes often get broken into during the ship passage (and they take the good clothes and shoes, in addition to any technic stuff). So, we have a lot more stuff than planned, but – I did play a lot of Tetris in my youth, and all our things find their space in our luggage, nothing has to stay behind.

Then we walk the Avenida Belgrano one last time direction dance lesson. On the way, we pass a beautiful church, the Basilica de Santa Rosa de Lima, and we have time for a short visit – our last sightseeing point on this journey. A bit later, we arrive at the dance studio, trainer Christian guides us through the interesting building – a tango locale, a hotel and an event space at the same time, a tango show group is training for a competition right now; Christian´s dance partner Ximena is also here.

The next two hours seem to fly by, with a lot of explanations – tango is something like a silent conversation between the dance partners, but you have to work hard to master the vocabulary, it´s like learning a new language – and many, many tries and errors until we are able to reproduce the basics in “parallel” and in “cross” mode. Ximena and Christian are very, very patient, she explains in Spanish and he in English. After two hours, we are exhausted, but it was a lot of fun. And we could put our dancing shoes to good use, after dragging them with us through two and half a continent.

We hurry back to our apartment, a bit stressed now – take a shower and a quick lunch (using all the stuff left in the fridge), do the dishes, take out the trash, strip the bed linens and clean the apartment. It´s an AirBnB, so we wouldn´t need to do that, but we had so much luck with our nice hosts, that we really want to leave a clean apartment and a good impression. At 3 pm on the point, Marta arrives, we hand over our keys and bid her farewell, the South American way, with hugs and kisses, and we want to order an Uber to bring us to the airport. But: credit cards rejected, Paypal rejected – not funny. We don´t know what´s wrong, but then we change the payment option to “cash” – a few minutes later, a Renault Kwid arrives. The driver looks at us and our luggage, obviously in doubt, but he is motivated and manages to put four large bags, two backpacks and four small carry-ons plus ourselves into his small car. It´s is not very comfortable, but we arrive safely at the aiport and he has earned a big tip (and we are happy to get rid of most of our Argentinian Pesos.)

The rest is easy – check-in, a last coffee at Starbucks (for our last pesos), passing the security check (no one is interested in my camera backpack full of accus, batteries, chargers and cables, or in Sigi´s carry-on with even more technical stuff including for example the geo taggers), border control (leaving Argentina for the 7th and last time on our journey), relay in the lounge, boarding, climb up to the second floor of the jumbo jet with all our carry-on and sink into our seats. Slowly, we start to realize, that the big adventure has come to an end.

Route 230829

230828 – Der letzte Tag in Buenos Aires >

Montag / Monday, August 28, 2023

Tag 498 – Der letzte Tag in Buenos Aires

Nach dem langen Abend gestern müssen wir ausruhen, wir schlafen uns aus und machen uns erst am späten Vormittag auf den Weg. Dafür tauchen wir heute nochmals ganz tief in die Geschichte von Buenos Aires ein – im wahrsten Sinn des Wortes, wir gehen in den Untergrund. Nicht weit von unserem Apartment entfernt liegt der Zanjón de Granados, ein Haus mit Geschichte, unterirdischen Zisternen und Tunnels.

Das Wohnhaus, das einst hier von einer Händlerfamilie errichtet wurde, war damals etwa 200 m vom Ufer des Río de la Plata entfernt (heute sind es knapp 2 km) – ideal, um vom Turm aus das Umladen der Waren von den großen Schiffen auf kleine Barken und dann an Land auf Karren zu überwachen und zu dirigieren. Die Ziegel im Mauerwerk sind original, in Vitrinen geben Fundstücke aus den Ausgrabungen Hinweise auf die früheren Bewohner. Alte Karten zeigen die Lage, nicht nur nahe dem Río de la Plata, sondern auch genau über einem kleinen Zufluss, der einfach mit einem Viadukt überdacht wurde. Im Keller des Hauses, das nicht nur Museum ist, sondern auch als Veranstaltungsort dient, sind Zisternen, Viadukt und Zusammenfluss gut erkennbar. 

Nach der Führung machen wir eine kurze Mittagspause in unserem Apartment, packen Koffer Nummer 2 fertig und ziehen dann nochmals los. Wir hätten noch das Museo Casa Carlos Gardel (Tangomusiker) und zwei oder drei Spielzeug- bzw. Modellbaugeschäfte auf unserer Wunschliste. Leider schaffen wir nicht alles, heute sind die Busverbindungen extrem mühsam und die Wartezeiten lang. Wir „erjagen“ noch zwei Rettungsautos, darunter ein schönes Modell aus Resin, aber das Tangomuseum geht sich nicht mehr aus. Man muss halt Prioritäten setzen.

Zurück im Apartment ereilt uns die Nachricht, dass unser Heimflug massive Verspätung hat – statt am früher Nachmittag startet unser Flug erst nach 20 Uhr. Stört uns nicht – wir haben somit noch einen Vormittag in Buenos Aires gewonnen. Wir haben ja unsere Tanzschuhe im Gepäck – vielleicht können wir sie morgen tatsächlich einsetzen. Wir suchen im internet, finden „Tango lessons for all levels“ – das Ganze klingt sehr nett und hat gute Bewertungen. Also kontaktieren wir Christian über Whats App und vereinbaren für morgen Vormittag eine Doppelstunde. Wir sind gespannt!

Day 498 – The last day in Buenos Aires

After yesterday´s evening program, we need to sleep in today. We leave late morning and go once again deep into history – literally, we go underground. Not far from our apartment, there is the Zanjón de Granados, a historic house with subterranean cisterns and tunnels.

The house which has been built here some centuries ago by a merchant family, was within walking distance of Río de la Plata at that time – 650 ft away, versus 1,25 miles today – an ideal place to watch the large ships unload their cargo onto small boats and then onto carts, from the top of the tower. The bricks in the walls are original, in glass display cases objects found during the excavation are providing information about the former inhabitants. Old maps show the location of the house, originally not only close to Río de la Plata but also exactly above a small affluent stream which simply was covered by a viaduct. In the basement and the tunnels (which are not only a museum but also used as event location), cisterns, viaduct and the former confluence of the stream are clearly visible.

After the guided tour, we return to our apartment for lunch break, pack suitcase number 2 and then we are on the hunt again. We have one more museum on our list – the Museo Casa Cardlo Gardel, the tango musican – and two or three toy stores respectively model shops. Unfortunately, we can´t do it all, the bus connection today have extremely long wait times. We find two more ambulances – one of them a nicely done resin model – but the tango museum has to wait until our next visit. Well, you have to set your priorities.

Back at the apartment, we get the message that our flight home tomorrow will be delayed for many hours. We actually don´t mind, so we have half a day more in Buenos Aires. We brought our dancing shoes, maybe we can put them to good use tomorrow. We search the internet and find an ad for “Tango lessons for all levels” – sounds nice, and has good reviews. So, we contact Christian via what´s app and schedule a two hours lesson for tomorrow morning – we are looking forward to that!

Route 230828 – Buenos Aires

230827 – Noch ein Sonntag in Buenos Aires >

Sonntag / Sunday, August 27, 2023
Tag 497 – Noch ein Sonntag in Buenos Aires

Es ist sonnig, halbwegs warm und Sonntag – wieder Flohmarkt in San Telmo. Wir bahnen uns einen Weg durch die Marktstände und die Besucher Richtung Rio Dique, wo die Fregatte Sarmiento auf Besucher wartet. Das ehemalige Schulschiff lief 1899 auf ihre Jungfernfahrt aus und absolvierte bis 1939 insgesamt 39 Ausbildungsreisen in alle Welt, dann war es bis 1960 in argentinischen Gewässern unterwegs. 1961 wurde es in ein Museumsschiff umgewandelt; leider sind derzeit Teile wie etwa die Kapitänskajüte wegen Renovierung nicht zugänglich.

Nach dem Besuch am Schiff geht es zurück Richtung Flohmarkt. Wir kommen an der Casa minimal vorbei, dem schmalsten Haus von Buenos Aires, erbaut Anfang 19. Jhd. Ein Stückchen weiter, am Flohmarkt, kaufen wir dann doch das Buch, das wir letzte Woche gesehen haben – ein Fachbuch über argentinisches Blechspielzeug von 1900 bis 1970, im Handel vergriffen, auch online nicht erhältlich, kleine Auflage, dementsprechend teuer. Aber wir wissen, dass wir dieses Buch wahrscheinlich nie wieder finden werden. Also heute Geld ausgeben oder ab morgen ärgern. Zwei schöne Blechschilder und eine Holzambulanz laufen uns auch noch zu.

Wir bringen die Beute in unser Apartment, machen Mittagspause und überlegen dann, was wir uns noch anschauen wollen. Es gäbe in der Nähe noch Museen, aber das Wetter ist zu schön. Also steigen wir in den Bus und fahren zum Eco-Parque, dem zoologischen Garten. Eigentlich Ex-zoologischen Garten – die meisten Gehege sind leer und viele Gehwege sind abgesperrt, aber Pfaue, Enten und Gänse, Maras (Pampashasen) und sogar Bisamratten laufen uns vor die Füße. Wir können uns das nicht erklären und fragen eine der netten Parkwärterinnen. Es stellt sich heraus, dass sich der Zoo umorientiert und auf Schutz, Zucht und Auswilderung gefährdeter autochthoner Arten ausrichtet. Daher sind viele Tiere bereits in Schutzgebiete in Argentinien und im Ausland übersiedelt. Die Elefanten reisen demnächst in ein Reservat in Mato Grosso, Brasilien, auch die Tapire bekommen ein neues Zuhause. Die Riesenotter dagegen sollen hier Nachwuchs produzieren, der dann in die Ibera-Sümpfe ausgewildert werden soll. Die Giraffen und das Kamel dagegen dürfen für den Rest ihres Lebens hier bleiben. Der Park wird umgestaltet, Pfaue, Enten, Gänse und Fische dürfen bleiben, und die Maras sowieso – die kümmern sich um die Rasenpflege.
Wir machen uns auf den Heimweg, und versuchen ein letztes Mal unser Glück bei der Iglesia y Convento de San Francisco und der Capilla San Roque, die bis jetzt immer geschlossen hatten. Heute Abend hat zumindest die Kapelle offen, Messe wird gelesen, aber die wunderschöne Franziskanerkirche ist nach wie vor zu – durch das große Glasportal sehen wir eingepackte Heiligenstatuen – also wegen Renovierung geschlossen.

Nach dem Abendessen ziehen wir nochmals los. Wir haben die ganze Woche im Internet nach Tango-Shows gesucht, haben auch viele gefunden, konnten uns aber zu nichts entschließen. Gestern abend sehen wir zufällig das La Ventana, nur einen Block von unserem Apartment entfernt und können online „Show only“ buchen, also ohne Abendessen und Transfer. Und diese Show ist wirklich exzellent – die Musiker fantastisch, die beiden Sänger ausgezeichnet, und die drei Tangopaare wirbeln ihre Beine in schwindelerregendem Tempo herum. Das Publikum ist international, von Brasilien und Uruguay über USA bis Italien und sogar Österreich  dementsprechend ist das Programm gestaltet. Als „Evita“ auf der Bühne auftaucht und „Don´t cry for me, Argentina“ singt, bleibt kein Auge trocken. Der schönste Teil für uns aber war die Folklore-Gruppe – zu Klängen von Panflöte und Gitarre ziehen auf der Riesenleinwand im Hintergrund argentinische Impressionen vorbei – genau das, was wir in unseren insgesamt 4 Monaten Reise durch dieses großartige Land gesehen haben – Anden und Atlantik, Kakteenwüste und Dörfer mit geduckten, weißen Adobe-Häuschen, Pampa und weiter Horizont mit Kondoren. Da kommen auch uns ein paar Abschiedstränen – übermorgen geht es schon nach Hause.

Day 497 – Another Sunday in Buenos Aires

It is sunny, acceptably warm, and Sunday – flea market again in San Telmo. We make our way through the market stalls and the visitors towards Rio Dique, where the frigate Sarmiento is waiting for visitors. The former school ship began her career in 1899, traveling 39 times all over the world until 1939; then she served as school ship in Argentinian waters until 1960. In 1961, she was turned into a museum; unfortunately, some parts like the captain´s quarters are closed for renovation right now.

Then, we return to the flea market, passing by Casa Minima, the smallest house of Buenos Aires, built at the beginning of the 19th century. At the flea market, we find ourselves standing at the book stall where we saw a very special book last week – a book about Argentinian tin plate toys from 1900 to 1970, limited edition, no available in the book stores anymore, and not available online, either. And we know that we probably will never find that book ever again. So, it´s “spend money today or cry tomorrow”. We also find a nice handmade wooden ambulance and two tin plate signs.
We carry our booty back to our apartment; after lunch break, we need to decide what to do. There are several museums around, but the weather is too nice to be inside, so we take the bus to the Eco-Parque, the zoological garden. Well, the former zoological garden – most of the enclosures are empty, many walkways are cordoned off, but peacocks, ducks and geese, maras (pampas hares) and even muskrats cross our way. We are puzzled and ask one of the nice park guards. She explains to us that the zoo has changed its goals and projects, concentrating on protection, breeding and releasing endangered autochthon Argentinian fauna. Therefore, many animals have been relocated to reservations in Argentina and also other countries. The elephants will find move to an animal reservation in Mato Gross, Brazíl, very soon, the tapirs will also find a new home. The giant otters on the other hand, are supposed to produce off-spring here, which will be released into the Ibera swamps in the north of Argentina. The camel and the giraffes are allowed to stay for the rest of their lives. The park will be remodeled; the peacocks, ducks, geese and the fish in the ponds will stay, and the maras of course – they are taking care of the lawn.

On our way home, we try our luck one last time at the Iglesia y Convento de San Francisco – Capilla San Roque, which we have never seen open all week. Now, at least the chapel is open for mass, but the beautiful San Francisco church is still closed. Through the big glass portal, we can see covered statues standing in the front area – the church is obviously closed for renovation.

After dinner, we leave again – we have been searching for Tango shows all week, found many all-around Buenos Aires but couldn´t make a decision. Yesterday evening, by chance, we passed by the “La Ventana” on our way home, just a block away from our apartment. It is possible to book “show only” online – without dinner and transfer. And the show is really excellent – fantastic musicians and singers and three pairs of incredible tango dancers. The auditorium is international, from Brazíl and Uruguay to the US and Italy, and even Austria  and the program is adjusted to the expectations – all of a sudden “Evita” appears on stage, singing „Don´t cry for me, Argentina “– the crowd goes wild. But the best part for us was the folklore ensemble – pan flute and guitar accompany images of Argentina, on a big screen in the back. These are the landscapes we have seen and the memories we have made during our 4 months travel through this beautiful country – Andes and Atlantic, cactus desert and low, white adobe houses, pampa and endless horizon with condors flying. We have to hold back the tears – the day after tomorrow we are going home.

Route 230827 – Buenos Aires

230826 – Eine Basilika und ein paar außergewöhnliche Museen >

Samstag / Saturday, August 26, 2023
Tag 496 – Eine Basilika und ein paar außergewöhnliche Museen

Nachdem uns gestern das Marine-Museum so gut gefallen hat, wollen wir heute das Luftfahrt-Museum in Morón besuchen. Ich schaue nochmals auf der website nach wegen der Öffnungszeiten, und finde, oh Schreck, ein Formular zur Voranmeldung (das Museum befindet sich auf einem Stützpunkt der argentinischen Luftwaffe), der nächste mögliche Tag für einen Besuch scheint morgen zu sein. Wir schreiben aber trotzdem eine Email, hoffen, dass wir im Laufe des Tage noch eine Antwort bekommen und drehen unser geplantes Besichtigungsprogramm einfach um – wir nehmen den Schnellbus über die Autobahn und fahren nach Luján.

Dort stehend wir staunend vor einem unglaublichen Bauwerk, der neugotischen Basilika Nuestra Señora de Luján, mit über 100 m hohen Spitztürmen, großartigen Lüstern und einem kunstvollen Hauptaltar im lichtdurchfluteten Inneren. Es herrscht reges Kommen und Gehen, draußen kann man sich im Vorbeigehen am Bendiciones-Stand bei einem Jungpriester seinen Segen abholen, drinnen wird gerade eine Messe gelesen, und die beiden Paramedics Graziela und Andrés wachen über die Besucher.

Gleich neben der Basilica befindet sich das historische Museum, in einem schön restaurierten kolonialen Gebäudekomplex gibt es Details zur argentinischen Geschichte mit Exponaten wie Uniformen, Waffen oder Gaucho-Zubehör. Im angrenzenden Gebäude finden wir das Museo del Transporte und daneben das Museo del Automóvil – beide nicht groß, aber absolut sehenswert. Neben einem Straßenbahnwagon stehen hier im Transportmuseum unter anderem die „Porteña“, die erste Lokomotive in Argentinien; das Flugboot „Plus-Ultra“, das 1926 in 59 Stunden mit 7 Zwischenlandungen als erstes Flugzeug die 10.270 km lange Strecke von Europa nach Südamerika bewältigte; das Fahrrad von Ricardo Núñez Saavedra, der von März 1963 bis Oktober 1966 auf seinem Fahrrad die Welt umrundete und dabei 63 Länder auf 5 Kontinenten besuchte; die „LEHG“, das erste Schiff von Weltumsegler Vito Dumas (die LEHG II haben wir gestern in Tigre gesehen); und die beiden ausgestopften Criollo-Pferde Gato und Mancha, und das ist eine ganz besondere Geschichte. 

Der Züchter Aimé Tschiffely, ein nach Argentinien ausgewanderten Schweizer, wollte die besonderen Eigenschaften dieser Pferderasse demonstrieren, vor allem Belastbarkeit, Anpassungsfähigkeit und Ausdauer, und ritt bzw. marschierte mit den beiden damals 15 und 16 Jahre alten Pferden von April 1925 bis September 1928 (also fast dreieinhalb Jahre!) über 21.500 km in 504 Etappen von Buenos Aires nach New York, wo er auf der 5th Avenue empfangen wurde. Die Pferde durften anschließend wieder auf ihre Hacienda zurück und lebten dort ein langes glückliches Pferdeleben bis ins hohe Alter von 37 bzw. 40 Jahren.

Im Museo del Automóvil gibt es auch ein paar Gustostückerl zu sehen, zum Beispiel Limousinen der argentinischen Präsidenten oder den Autobus, den dem Papst Johannes Paul II bei seinem ersten Besuch in Argentinien benutzte – ein gewöhnlicher Bürosessel diente als Sitzgelegenheit. Bei der zweiten Reise, Jahre später, war dann schon das Papamobil im Einsatz, das auch hier zu sehen ist. 

Wir kontrollieren unseren Posteingang – nein, es kam keine Antwort vom aeronautischen Museum, also fahren wir einfach auf gut Glück hin. Mittlerweile kommen wir mit den Öffis hier ganz gut zurecht, auch wenn man beim Umsteigen die Bushaltestellen manchmal erst mühsam suchen muss. Wir steigen vor der Airforce Basis aus dem Bus, zücken unsere Reisepässe – die niemand sehen will; es gibt keine Kontrollen, die Wachposten winken nur freundlich, und so marschieren wir quer durch das Militärgelände zum Museum. Und dieses Museum ist quasi ein „Muss-seh-um“, hier stehen wahre Schmuckstücke: unter anderem ein Fiseler Storch; eine russische MIG-15, übrigens das einzige aller hier ausgestellten Fluggeräte, das noch flugfähig ist; die Präsidentenmaschine von J. D. Perón; eine DC-3; eine Douglas C-47; eine Herkules-Transportmaschine; ein Chinook-Hubschrauber; eine BO-105 in Rettungsversion; Flugzeuge und Gerätschaften der Antarktis-Expeditonen. Und ein Oldtimer, das erste argentinischer Automobil, ein Anasagasti aus dem Jahr 1910, der immer noch fahrtauglich ist und heute auf dem Rollfeld ein paar Meter fahren darf.

In einer Ecke in der zweiten Halle entdecken wir eine Ford F-150 Ambulanz, wir haben bereits das Modell im Maßstab 1:43. Wir würden gern näher heran, um ein paar gute Fotos zu machen, aber das Fahrzeug steht im abgesperrten Bereich. Also suche ich einen netten Soldaten, dem ich erstmal erklären muss, warum zwei leicht verrückte Österreicher unbedingt für ein paar Fotos hinter eine Absperrung wollen. Fabian hat Verständnis und begleitet uns; auch zur BO-105 in Rettungsversion dürfen wir dann noch für ein paar Fotos, und dann ist es bereits 17 Uhr und das Museum schließt. Hier hätten wir noch einige Zeit verbringen können.

Alle Bilder vom Museo Nacional Aeronàutica: https://ottenweinerts.blog/fotogallerie/museo-nacional-de-aeronautica/

Day 496 – A Basilica and some extraordinary museums

We want to visit the Aviation Museum in Morón this morning; I check the opening hours on their website again – and now I find a reservation form to fill in prior to any visit (the museum is located inside an Airforce base), at least a day in advance. We send an email asking for permission to visit today, hope that we might get an answer during the day and simply start with number 2 of today´s sightseeing program, taking the fast highway bus to Luján.

There, we stand at the central plaza, marveling at the incredible neo-gothic Basilica Nuestra Señora de Luján, with two more than 330 ft high bell towers, fantastic chandeliers and an ornate main altar inside. There are many visitors; outside, in the churchyard, you can get a walk-through-benediction from a young priest, while inside mass is delivered. The paramedics Graziela and Andrés are watching over the visitors.
Right next to the Basilica, there is the historical museum inside a nicely restored complex of colonial buildings, offering a lot of information about Argentina´s history, and exhibiting uniforms, weapons and Gaucho items. Inside the adjacent building, we find the Museo del Transporte and the Museo del Automóvil – both not very large, but absolutely worth a visit. The transport museum exhibits, among other vehicles, the “Porteña”, the first locomotive in Argentina; the flying boat “Plus-Ultra” from 1926, the first vehicle to fly the 6.383 miles distance from Europa to South America, in 59 hours with 7 stops; the special bicycle of Ricardo Núñez Saavedra, who biked around the world from March 1963 to October 1966, visiting 63 countries on 5 continents; the “LEHG”, the first boat of Vito Dumas (yesterday in Tigre, we have seen the LEHG II with which he sailed around the world); and the two taxidermized Criollo horses Gato and Mancha, and this is a very special story.

Aimé Tschiffely, born in Switzerland and emigrated to Argentina, wanted to demonstrate the special abilities of this horse breed – resilience, adaptability, and endurance; so he rode and walked with the two horses, at the time 15 and 16 years old, from April 1925 till September 1928 (almost three and a half years!) the distance of 13.362 miles from Buenos Aires to New York, where he was received on 5th avenue. After the journey, the horses retired to their hacienda where they spent the rest of their lives, reaching 37 respectively 40 years of age.

At the Museo del Automóvel, we get to see some very special vehicles, too; for example, limousines of Argentinian presidents, or the bus which Pope John Paul II used when he visited Argentina for the first time; an ordinary office chair was put inside the bus. Years later, during his second visit, he was riding in his white Papamobil which is also exhibited here.

We check our emails – no, we have not received any answer from the aeronautic museum yet, so we just try our luck and take the bus (several busses actually; we are sort of used to the public transport system by now although finding the bus stations can be a challenge sometimes). We arrive at the Airforce base, our passports in hand – but no one wants to see the, no controls, we get waived through, so we march across the military area to the museum. And this one is a “Must-see-´em”, there are some jewels stored here. For example: a Fiseler Storch; a Russian MIG-15 (by the way the only plane here which is still able to fly); the presidential plane of J. D. Perón; a DC-3; a Douglas C-47; a Hercules transporter; a Chinook helicopter; a BO-105 rescue helicopter; vehicles of the Antarctic missions. An a very rare Oldtimer, the first Argentinian automobile, a Anasagasti from 1910, which is still in working order and allowed to drive a few yards on the tarmac today.

Inside hall number 2, in the far corner, we spot a Ford F-150 ambulance – we have the model in scale 1:43. We would love to get closer to get some good pictures, but the area is cordoned off. So I try to explain to a nice young soldier, why two slightly crazy Austrians want to cross the barrier in order to take pictures. But Fabian understands – he accompanies us to the ambulance and afterwards also to the BO-105 rescue helicopter for pictures. And then it´s 5 pm, the museum closes – we would have loved to stay longer.

All pictures of Museo Nacional Aeronàutica: https://ottenweinerts.blog/fotogallerie/museo-nacional-de-aeronautica/

Route 230826 – Buenos Aires

230825 – Tigre >

Freitag / Friday, August 25, 2023
Tag 495 – Tigre

In der Früh fahren wir wieder einmal mit dem Zug – aber es ist keine Touristen-Attraktions-Schmalspurbahn oder Dampflok, sondern die Vorortelinie nach Tigre, wo wir das Museo Nacional Naval besuchen. In großen Hallen illustrieren maßstabgetreue, liebevoll bis ins kleinste Detail nachgebaute Schiffsmodelle die Geschichte der Seefahrt allgemein mit historischen Modellen (z. B. ein ägyptisches Schiff, das einen Obelisken transportiert, ein Schiff der Phönizier oder ein Wikingerschiff) und der argentinischen Seefahrt. Die Marinefliegerei ist ebenfalls mit Modellen vertreten (mit passenden Flugzeugnamen wie Seehund oder Albatros), eine weitere Abteilung beschäftigt sich mit der Präsenz der Marine in der Antarktis.

Natürlich dürfen auch die Malvinas und ein Modell der dort versenkten General Belgrano nicht fehlen; für den Falkland-Krieg wurden zwei Schiffe der Antarktis-Flotte (Eisbrecher) in Hospitalschiffe verwandelt, auch hiervon gibt es maßstabgetreue Modelle. Die venezianische Gondel dagegen im Maßstab 1:1 ist echt, genauso wie die LEHG II von Weltumsegler Vito Dumas, der 1942/43 in 272 Tagen und sieben Etappen mit insgesamt über 20.000 Meilen die Welt umsegelte – allein. Sogar die Beleuchtung in den Hallen ist stilecht, sie besteht aus Steuerrädern.

Nach dem Museumsbesuch spazieren wir am Wasser entlang zurück Richtung Bahnhof, da entdecken wir eine YPF mit „Full“. Wir haben nicht mitgezählt, wie oft wir von Februar bis Juni bei dieser argentinischen Tankstellenkette mit Restaurant und Shop getankt, gegessen, eingekauft, geduscht und übernachtet haben – wir werden ein wenig sentimental und machen hier Mittagspause, es ist wahrscheinlich die letzte YPF / Full auf unserer Reise. Und wie der Zufall will, schwimmt unser Krasses Pferd jetzt in der Nähe vorbei – das Transportschiff ist gerade am Weg von Zarate nach Santos, Brazíl. 

Wir gehen weiter Richtung Bahnhof, es ist warm und sonnig, am Ufer liegen Ausflugsschiffe, eine 2-Stunden-Tour durch das Flussgewirr des Tigre-Deltas startet in einer Viertelstunde. Wir überlegen nicht lange, kaufen Tickets und sitzen kurze Zeit später am Oberdeck des Katamarans, plaudern mit Jenna und Arthur, einem netten brasilianisch-amerikanischen Paar aus der Nähe von São Paulo und lassen die Landschaft an uns vorüberziehen. Auf den Inseln im Delta gibt es keine asphaltierten Straßen oder Garagen, nur Wasserstraßen und Bootsstege; schwimmende Supermärkte versorgen die lokale Bevölkerung. Wir fahren vorbei am ehemaligen Haus von Präsident Sarmiento (zum Schutz vor Wind und Wetter in einem Glascontainer, obwohl es eine Replika ist), heute ein Museum; an hübschen Sommerhäuschen, die jetzt – im Winter – verlassen daliegen; an Schiffsruinen, aus denen Bäume wachsen, bevölkert von Reihern und Kormoranen, und an Restaurants und Bars, wo im Sommer die Hölle los sein muss. 

Nach der Tour geht es dann endgültig zurück Richtung Stadtzentrum, wir haben noch Zeit und besuchen das Museo Evita, untergebracht in dem Haus, das sie als Übergangsheim für sozial Bedürftige gegründet hatte. Mit Filmsequenzen, Photographien und persönlichen Gegenständen, vor allem viel Garderobe inklusive Schuhe und Handtaschen, wird Eva Maria Duarte de Peróns Leben nachgezeichnet, von der Kindheit am Land über ihre Tätigkeit als Schauspielerin und Radiomoderatorin zur Präsidentengattin und sozialpolitischen Aktivistin – ein leider sehr kurzes Leben einer außergewöhnlichen Frau.

Day 495 – Tigre

In the morning, we go for a train ride again, but this time it´s not a tourist attraction narrow gauge or steam train, it´s the Mitre Line to Tigre, where we visit the Museo Nacional Naval. Large halls are home to very detailed, exquisite scale models, illustrating naval history in general – there are ships from Egypt (carrying an obelisk), from the Phoenicians or the Vikings – and the naval history of Argentina. There are models of naval aircrafts (with names like “Seal” or “Albatros”), and there is information about Argentina´s presence in the Antarctic. 

Of course, a part of the exhibition is dedicated to the Malvinas, including a scale model of the General Belgrano which was destroyed there. To take care of the wounded during the Falkland War, two ships of the Antarctic fleet were turned into hospital ships – the models are exhibited. The Venetian gondola on the other hand is in scale 1:1, and it´s original, same as the LEHG II, the ship of Vito Dumas, who sailed around the world in 1942/43, in 272 days, conquering more than 20.000 miles, all alone. Even the lights inside the halls are made from original ship parts.

After the visit to the museum, we walk the riverbank towards the train station, suddenly we see an YPF with “Full” – from February to June this year, we have used YPF gas stations and the “Full” shop and restaurant countless times for buying diesel, having lunch, taking a shower and staying overnight. A bit sentimental, we take our lunch break here – probably the last YPF / Full on our journey. And by chance, our Brave Camper is not far away – the shipping transporting our vehicle back to Europe is passing Buenos Aires right now, on the way from Zarate, Argentina, to Santos, Brazíl.

Then, we walk towards the train station, it is warm and sunny, there are tour boats moored here, waiting for tourists – a 2 hours tour through the Tigre delta will start in about 15 minutes. We don´t think twice, buy tickets and a few minutes later, we find ourselves sitting on the upper deck, chatting with Jenna and Arthur, a nice Brazilian-American couple from the area of São Paulo while the landscape glides by. There are no roads or garages on the islands in the Tigre delta, just waterways and jetties; swimming supermarkets cater to the needs of the locals. We pass by a replica of the former house of President Sarmiento (under a glass cover, protecting it from wind and rain), now a museum. We see very nice vacation homes – abandoned, it´s winter here; we see the ruins of half sunken ships with trees and shrubs growing on deck, there are cranes and cormorants, and we see quiet restaurants and bars – during summer time, these places must be packed.

It´s early afternoon, so we return to the city and visit the Museo Evita, in the original house she founded for one of her charities, a home for people in need. Film sequences, photos, and a lot of personal items (dresses, shoes, accessories) document the life of Eva Maria Duarte de Perón – from childhood to her career as actress and radio host and then first lady, political activist, engaged in a lot of charity work – a very short life, unfortunately, but an extraordinary woman.

Roze 230825 – Buenos Aires

230824 – Auf der Jagd >

Donnerstag / Thursday, August 24, 2023
Tag 494 – Auf der Jagd

Vom gestrigen Erfolg ermutigt, beschließen wir, das Programm heute umzudrehen – statt zuerst Pflicht (Besichtigungen) und dann Kür (shopping) beginnen wir heute mit der Jagd auf Ambulanzen. Etwa 4 km südwestlich von unserem Apartment haben wir etliche Spielzeuggeschäfte auf Google Maps gefunden, also steigen wir hoffnungsvoll in den Bus – wir hätten genauso gut zu Fuß gehen können. Stau, Umleitungen wegen Baustellen und Straßensperren wegen einer Demonstration bescheren uns eine Stunde Busfahrt. Dafür haben wir dann bei den Spielwarenläden Glück – wir können unsere Einkaufstasche mit einem Dutzend neuer Rettungsautos für unsere Sammlung füllen.

Wir bringen die Beute nach Hause und machen Mittagspause. Nach dem Kaffee ziehen wir wieder los, Richtung Paseo de Colon, wo noch ein paar Figuren des Paseo de la Historieta, des Comicfigurenpfades auf uns warten – Patoruzito und Isidorito (wahrscheinlich die Kids von Isidoro Cañones und dem Tehuelche-Kaziken Patoruzú), Diógenes und sein Hund Linyera und Captain Langostino auf seinem Schiff Corina.

Dann geht es mit dem Bus nach Norden, zum Eisenbahnmuseum.
Das Museo Nacional Ferroviario bietet einen Querschnitt durch „alles Eisenbahn“ – von Werbeplakaten und Fotos über original Einrichtung wie Ticketschalter, Büroausstattung und verschiedenste Sitze, Geräte wie Telefone, Stromumwandler oder Feuerwehrausstattung, fahrbare Riesenkameras, Gleis-Fahrräder, bis hin zu Modellen von Wagons und Loks. Leider können wir die echten Wagons und Loks nicht besichtigen – dieser Bereich ist zurzeit wegen Renovierung geschlossen, voraussichtlich bis Ende des Jahres. Sehr schade, so lange können wir leider nicht warten.

Also spazieren wir einfach durch die Stadt Richtung Apartment, ein Stückchen die Avenida 9. Juli entlang und dann Richtung Plaza de Mayo. Der Obelisk spielt im Abendlicht alle Farben, die Casa Rosada leuchtet rosa und der Cabildo strahlend weiß. Buenos Aires gefällt uns.

Day 494 – Chasing ambulances

Yesterday´s success makes us change our normal tourist routine – usually, it´s sightseeing first and shopping afterwards. But today, we start with our search for ambulances. About 2,5 miles from our apartment, we found several large toy stores on Google Maps, so we take the bus – maybe we should have walked. Traffic jam due to construction work and road closures because of demonstrations cost us about an hour. But then, we get lucky; we check all the toy stores in the vicinity, finally we have a dozen new additions for our collection in our shopping bag.

We return home with our booty, take our lunch break and get some rest. After coffee, we are back on track – sightseeing. At Paseo de Colón, we find some more sculptures belonging to the Paseo de la Historieta: Patoruzito und Isidorito (probably the kids of Isidoro Cañones and the Tehuelche cacique Patoruzú), Diógenes and his dog Linyera and Captain Langostino at the helm of his ship Schiff Corina. Then, we take the bus north, to the Railway museum.

The Museo Nacional Ferroviario exhibits many interesting pieces, illustrating the history of Argentina´s railway. Old photographs and ads, original furniture like a ticket booth, office interior and seats of various wagons, machinery, telephones, electric and firefighter equipment, huge cameras on wheels, railway bicycles and models of wagons and engines. Unfortunately, we can´t visit the real ones – this part of the museum is closed for renovation, at least until the end of the year. Pity, we can´t wait that long. 

So, we decide to walk through the city back to our apartment, along the Avenida 9 July and then towards Plaza de Mayo. The big obelisk changes his colors every few minutes, the Casa Rosada is glowing in pink and the Cabildo in brilliant white. We like Buenos Aires.

Route 230824 – Buenos Aires

230823 – Buenos Aires Tag 5 >

Mittwoch / Wednesday, August 23, 2023
Tag 493 – Buenos Aires Tag 5

Haben wir uns gestern darüber beschwert, dass wir einige ganz spezielle Rettungsautomodelle nicht finden können? Hätten wir früher machen sollen, nach dem Motto „nörgeln muss man, dann klappt´s“ – heute haben wir gleich 6 der gesuchten Modelle entdeckt. Aber schön der Reihe nach: in der Früh besuchen wir als erstes die Iglesia de San Ignacio de Loyola aus dem Jahr 1670, eines der ältesten noch erhaltenen Bauwerke der Stadt, mit einem schönen, blau-goldenen Altar. Von dort sind es nur ein paar Schritte zum Cabildo (Rathaus), das allerdings genauso wenig original ist wie die meisten Ausstellungsstücke. Aber der Blick vom Balkon über die Plaza de Mayo hinüber zur Kathedrale und zum rosa Präsidentenpalast ist den Besuch wert.

Es geht weiter, die Avenida de Mayo nach Westen, vorbei am Don Quijote Monument zum Palacio del Congreso; am Weg finden wir bei einem der allgegenwärtigen Kioske ein schönes Modell einer Militärambulanz der argentinischen Luftstreitkräfte. Nach einer kurzen Plauderei über unsere Sammlung zaubert der Kioskbesitzer noch das zugehörige Magazin hervor, wir sind beeindruckt – das Heftchen stammt immerhin aus dem Jahr 2018.

Wir sind rechtzeitig für die 12-Uhr-Führung beim Nationalkongress – ein beeindruckender Palast, mit einer riesigen Kuppel und einer Quadriga am Dach. Auch innen ist das Gebäude äußerst sehenswert, wir werden durch den Senat, den rosa Salon „Eva Peron“ und etliche weitere Räume geführt, bekommen Wahlurnen aus verschiedenen Epochen und die Repliken von drei Staatsverfassungen zu sehen. Leider ist die Führung nur auf Spanisch und es wird mehr über Geschichte und Politik Argentiniens erklärt als über das schöne Haus selbst, aber einige Dinge sind doch auch für uns sehr interessant (um den Jahreswechsel 2001/2002 hatte Argentinien fünf Staatspräsidenten innerhalb von weniger als 2 Wochen). 

Nach der Führung spazieren wir am Palacio Barolo vorbei, der uns an den Palacio Salvi in Montevideo erinnert. Das Haus war einst das höchste Gebäude der Stadt, mit ehrwürdigen alten Aufzügen. Es gibt auch geführte Touren mit Ausblick von oben auf Buenos Aires – aber es ist bewölkt, und wir haben eigentlich keine Lust auf noch eine Tour. Stattdessen schauen wir lieber bei einem Spielzeuggeschäft vorbei – und finden gleich zwei der gesuchten Modelle von argentinischen Rettungsfahrzeugen. Ermutigt steigen wir in den Bus zum Mercado de las Pulgas, einem Trödel- und Antiquitätenmarkt im Nordwesten der Stadt. Zwischen alten Möbeln, Lampen und Spiegeln, Bildern und allerlei Krimskrams entdecken wir zwar einige Ambulanzen, aber die haben wir alle schon in unserer Sammlung. 

Aber am Rückweg, in der Avenida Rivadavia, werden wir dann wieder fündig – es kommen noch fünf weitere Modelle zur Sammlung dazu. Vor dem abendlich beleuchteten Nationalkongress hat sich die Demonstration von heute Nachmittag mit vielen bunten Indígena-Fahnen in ein Konzert mit Bühne vor dem Kongressgebäude verwandelt. Wir bahnen uns den Weg zur Bushaltestelle – wir sind sehr zufrieden, aber auch sehr müde und wollen nur noch zurück in unser Apartment.

Day 493 – Buenos Aires Day 5

Did we complain yesterday, that we couldn´t find some very special ambulance models? Well, maybe we should have complained earlier because according to the motto “the moment you complain that something doesn´t work – it works” we do find six of the desired ambulances today. But first things first. In the morning, we visit the Iglesia de San Ignacio de Loyola, built from 1670 onwards, one of the oldest original buildings still existing in the city, with a beautiful blue and golden altar. From there, it isn´t far to the Cabildo, the former City Hall – this is building is not the original one, same as most of the exhibits – all replicas. But the view from the balcony over Plaza de Mayo, the cathedral and the pink presidential palace is worth the visit.

We continue on Avenida de Mayo direction west, past the Don Quijote Monument to the National Congress. On the way, we find a very nice model of a military ambulance of Argentina´s Airforce, at one of the ubiquitous kiosks. We chat with the kiosk owner about our collection, and then he presents us with the magazine that came with the model – we are impressed, that´s a 2018 edition.

We are at the entrance of the Palacio del Congreso on time for the 12-o´clock tour. The building is impressive, with a huge cupola and a quadriga on the roof; inside we get to see the senate, the pink Eva Peron salon and several other rooms; ancient voting boxes and the replicas of three different constitutions. The tour is only in Spanish and consists of more information about history and politics of Argentina than about the building itself, but there are some very interesting points which we will remember (for example: in December 2001 / January 2002 Argentina had five presidents within not even 2 weeks).

After the tour, we take a quick look inside Palacio Barolo (the building reminds us of Palacio Salvi in Montevideo); it was once the highest building in the city, the old elevators are still working. We could take a guided tour including a roof top view of Buenos Aires, but the weather is not inviting and we don´t want to go on another tour right now. Instead, we walk into a toy store – and here, we find two of the Argentinian ambulance models we were looking for. We decide to try our luck again and take the bus to the Mercado de las Pulgas, an antiques and flea market, open all week. In between old furniture, antique lamps and mirros, paintings and knickknacks, we do see some ambulances, but we already have them in our collection.

But on the way back, on Avenida Rivadavia, we get lucky again, and we can add five more ambulances to our collection. In front of the National Congress, the demonstration of this afternoon with lots of indigenous flags turned into a concert right in front of the nicely lit palace. We find the nearest bus station and hurry home – we are very happy, but also really, really tired.

Route 230823 – Buenos Aires

230822 – Theaterprunk, Klomuscheln und Mausoleen >

Dienstag / Tuesday, August 22, 2023
Tag 492 – Theaterprunk, Klomuscheln und Mausoleen

In der Nacht gab es Gewitter und starken Regen, aber heute Früh hat sich das Wetter beruhigt und wir spazieren zu Fuß zur Avenida 9. Juli, am Obelisken vorbei und weiter zum Teatro Colón. Mit dem Autobus wären wir auch nicht viel schneller. Das ehrwürdige Theater, das statt der geplanten 30 Monate 18 Jahre Bauzeit und 3 Architekten bis zur Vollendung benötigte, ist das größte in Argentinien und hat eine perfekte Akustik. Foyer und die goldene Halle sind verschwenderisch mit Marmor und Blattgold ausgekleidet, Bronzelüster beleuchten mit je 222 Lämpchen die Büsten berühmter Komponisten von Beethoven bis Verdi. Die einzige auch vom Stiegenaufgang sichtbare Büste ist allerdings die eines Österreichers – Wolfgang Amadeus Mozart hat den Ehrenplatz inne. Die Logen im Auditorium sind mit rosa Plüsch ausgekleidet und der Deckenlüster im hat nicht nur 730 Glühlampen, sondern bietet auch Platz für bis zu 15 Musiker, die von oben mit dem Orchester mitspielen – hoffentlich sind sie schwindelfrei. 

Vom Theater geht es weiter zu einem Museum der anderen Art: Wasserhähne, WC-Schüsseln und Abflussrohre sind im Museo del Agua y de la História sanitaria zu sehen, außerdem die riesige Halle des Pumpwerks mit den großen Tanks. Das Gebäude selbst, der Palacio de las Aguas corrientes, vom schwedisch-argentinischen Architekten Carlos Nyström geplant, dient auch heute noch der Wasserversorgung von Buenos Aires. Das bemerkenswerte Bauwerk, das einen ganzen Häuserblock einnimmt, ist angeblich mit 300.000 englischen Emailkacheln von Royal Doulton verziert – auch davon gibt es oben im Museum Muster aus der Nähe zu sehen. 

Nach einer kurzen Mittagspause geht es Richtung Norden, in den Bezirk Recoleta, wo wir den beeindruckenden Friedhof besichtigen, auf dem auch etliche argentinische Präsidenten ihre letzte Ruhestätte fanden. Viele Mausoleen sind kunstvoll gestaltet und gleichen kleinen Tempeln; das Grabmal von Eva Duarte de Perón, „Evita“, dagegen ist eher schlicht und elegant. Gleich neben dem Friedhof steht die Basilika de Nuestra Señora de Pilar mit einem hübschen blau gefliesten Glockenturm. Innen finden sich ein schöner Silberaltar und, ganz versteckt neben einem der Seitenaltäre, der Eingang zum Museo del Claustro, wo uns Señora Beatrice auf Spanisch, dann Englisch und schließlich, als sie „Austria“ hört, auf Deutsch begrüßt.

Das Museum beherbergt einige Schätze, so etwa das einzige erhaltene Gesangsbuch aus einem Set von 7 Stück (alle anderen sind 1955 verbrannt), oder eine Originaltüre aus brasilianischem Jacaranda-Holz mit einem Loch für die Klosterkatzen. Deren Aufgabe war es nämlich, die Mäuse und Ratten am Friedhofsareal und im Kloster in Zaum zu halten.

Von hier nehmen wir einen Bus nach Chinatown, wo wir das typische Eingangstor, rote Lampions und steinerne Drachen finden. Und chinesische Supermärkte – wir decken uns mit Gewürzen ein, die nach Österreich mitnehmen wollen, und wir kaufen Sushi fürs Abendessen. Eigentlich haben wir erwartet, hier Spielzeug „made in China“ zu finden, aber – Fehlanzeige. Daher gehen wir noch ein Stück nach Nordwesten, wo uns Google Maps ein paar Spielzeuggeschäfte anzeigt. Auf der Avenida Cabildo kommen wir nach einiger Zeit drauf, dass wir gestern schon hier waren – aber heute ist hier viel los, alle Geschäfte haben offen und wir finden tatsächlich wieder zwei Rettungsautos. Die Modellbau- und Hobbyläden dagegen können wir abhaken – die Modelle, die wir suchen, gibt es in diesen Geschäften nicht, die finden wir bestenfalls zufällig an einem Kiosk, ansonsten nur auf Mercado libre, dem südamerikanischen ebay.

Day 492 – Theatre splendor, toilet bowls and mausoleums

After thunderstorm and heavy rain during the night, the morning is crisp and clear, and we walk towards Teatro Colón, passing the Avenida 9. Julio and the obelisk – taking the bus wouldn´t get us there any faster. It took 18 years instead of the planned 30 months and three architects to finish the impressive theatre, the largest in Argentina, with perfect acoustics. There is marble and leaf gold everywhere in the foyer and the Golden Hall, there are huge bronze chandeliers with 222 light bulbs each and busts of famous composers from Beethoven to Verdi. The place of honor – the only spot which can be seen from the foot of the staircase all the way up – belongs to an Austrian – Wolfgang Amadeus Mozart. The boxes in the grand auditorium are covered in pink velvet, and the huge room is lit by a chandelier with 730 light bulbs, and up there in the ceiling is also room for 15 musicians – hopefully not afraid of hights.

From the theatre, we walk to a different kind of museum: water faucets, toilet bowls and drains are exhibited at the Museo del Agua y de la História sanitaria, and we also get to see the huge hall with the pumping station and the water tanks. The building, the Palacio de las Aguas Corrientes, planned by the Swedish-Argentinian architect Carlos Nyström, is still used for the water supply for BA. And the building is impressive, it spans an entire block, and it is covered in 300.000 English terracotta tiles, made by Royal Doulton – some tiles are also on display in the museum.

After lunch, we continue north towards Recoleta where we visit the impressive cemetery where, among others, many Argentinian presidents are put to rest. Many of the mausoleums are works of art, resembling small temples; the gravesite of Eva Duarte de Perón, “Evita” on the other hand, is plainer, but elegant. Next to the cemetery, the Basilika de Nuestra Señora de Pilar has a nice bell tower with blue tiles and a marvelous silver main altar inside. Next to one of the side altars, rather hidden, we find the entrance to the cloister museum, where Señora Beatrice welcomes us, first in Spanish, then in English and finally, when we say “Austria” –  in German. The museum houses some several priceless exhibits, for example the last existing liturgical book from a set of 7 (the others were lost in a fire in 1955), or an original door made of Brazilian Jacaranda wood, with a hole for the resident cloister cats. It was their task to keep the mice and rat population in the cloister and at the cemetery at bay.

From here, we take the bus to Chinatown – there we see the typical entrance gate, red lamps and stone dragons. And Chinese supermarkets – we buy herbs and spices we want to take home to Austria, and we get sushi for dinner. We had also expected to find toys “made in China” here, but – no. So, we walk some blocks northwest, where Google Maps indicates several toy stores. On Avenida Cabildo, we find out – we have been here yesterday, but today it´s very busy here, all shops including the toy stores are open and we find two more ambulances. The visits to the model and hobby shops on the other hand prove to be unsuccessful – they don´t have the kind of vehicles we are looking for – we have more chances finding them at kiosks or on Mercado libre, the South American ebay.

Route 230822 – Buenos Aires

230821 – Buenos Aires, Tag 3 >

Montag / Monday, August 21, 2023
Tag 491 – Buenos Aires, Tag 3

In der Früh haben wir gleich mal Glück in der Lotterie. Wir bekommen nämlich im Lotterie-Kiosk die SUBE-card für die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel und können sie auch gleich aufladen. Aber dann beschleicht uns das Gefühl, dass heute irgendetwas anders ist als die letzten drei Tage – es ist verdächtig ruhig, kaum Verkehr, viele Geschäfte, Büros und Banken sind geschlossen, sogar Starbucks-Filialen haben zu, obwohl heute Montag ist, andere sind geöffnet. Des Rätsels Lösung: ein Feiertag natürlich, in diesem Fall der Todestag von General José de San Martín, des argentinischen Nationalhelden. Dass Museen hier am Montag geschlossen sind, wussten wir – ob und welche Geschäfte und Shopping-Malls heute offen haben, kann uns niemand beantworten.

Also spazieren wir mal zum Obelisken, einem der Wahrzeichen von Buenos Aires, 1936 auf der breiten Avenida 9. Juli zum 400. Geburtstag der Stadt errichtet. Davor steht malerisch das „Cartel BA Verde“, der begrünte Schriftzug des Stadtnamens – allerdings die Sparversion, nur die Anfangsbuchstaben wurden aufgestellt. Kaum zu glauben, dass die Avenida 9. Juli einst bebaut war – die Häuserblocks wurden abgerissen, um die begrünte, megabreite Prachtstraße zu schaffen (die dann nochmals umgebaut wurde, um Busspuren einzurichten). Von hier gehen wir weiter zur Plaza Lavalle, wo mächtige Gummibäume unaufmerksamen Fußgängern gerne Fallen stellen – die Äste hängen sehr tief. Ein Stückchen weiter steht das prächtige Teatro Colón, das wir uns eigentlich ganz gern von innen ansehen würden – nur gibt es heute keine Führungen. Im nächsten Häuserblock fällt uns eine Synagoge auf, die erste, die wir in Buenos Aires bemerken. 

Und dann sind wir bei der Adresse eines Modellbau-Geschäftes in einer Shopping-Passage – leider geschlossen. Wir nehmen den Bus und fahren in der Stadtteil Belgrano, wo uns die ungewöhnliche, weil runde Parroquia Inmaculada Concepción auffällt. Dann versuchen wir unser Glück bei einigen Modellbau- und Hobby-Shops in der Umgebung, die wir auf der Liste haben, aber leider – auch alle geschlossen. Kleidung und Schuhe dagegen könnten wir uns jede Menge kaufen, diese Geschäfte sind geöffnet. Und die allgegenwärtigen Kioske sowieso – und hier werden wir tatsächlich fündig, und bei einem Spielwarenladen haben wir dann auch nochmals Glück und kommen mit insgesamt vier Neuzugängen für die Sammlung nach Hause. Schließlich gelingt es uns am Abend, für morgen Tickets für eine Führung durchs Teatro Colón zu buchen, auf englisch – wir freuen uns auf morgen.

Day 491 – Buenos Aires, Day 3

In the morning, we get lucky at the lottery – we find a lottery shop where we can buy the SUBE-card for public transport in Buenos Aires. Afterwards, we look around – something is different today, it is rather quiet, not much traffic, many shops, all banks and offices are closed, even Starbucks, although today is Monday. The reason: it´s a public holiday, the anniversary of the death of Argentina´s national hero General José de San Martín. We knew that museums are closed here on Mondays; but no one can tell us if and which shops are open today. 

So, we walk to Avenida 9. July, to the obelisk, one of the icons of the city, built for the 400th anniversary of Buenos Aires in 1936. In front, we find the „Cartel BA Verde“, the letters “BA” for Buenos Aires, formed by lots of green plants. Hard to imagine, that this broad avenue once was full of buildings. All the houses were torn down to make room for the incredibly wide street (which was restructured many years later to implement special bus lanes). From here, we continue to Plaza Lavalle, where mighty ficus trees are a challenge for people who don´t pay attention – some branches are hanging extra low. There is also the beautiful Teatro Colón which we would like to visit – but no guided tours today. In the next block, we find the first synagogue in Buenos Aires.

And then we stand in front of a shopping passage with a model and hobby store inside – unfortunately, it is closed. We take the bus to Belgrano in the north-western part of town, where we find the unusual Parroquia Inmaculada Concepción, a round church. Afterwards, we try our luck at several model and hobby stores near by – we have a list – but they are all closed. We could by lots of clothes and shoes though – these stores are open. And all the kiosks are open, too – and here we get lucky again, finding two ambulances and two more in a toy store, so that we come home with four new additions to our collection. In the evening, we even manage to buy tickets for a guided tour for Teatro Colón tomorrow, in English – we are looking forward to that.

Route 230821 – Buenos Aires