Archiv der Kategorie: Relaxen

260510 – Sonntag, 10. Mai – Universal Studios Beijing – 

Heute müssen wir früh aufstehen, wir benötigen mit Bus und U-Bahn eineinhalb Stunden zu den Universal Studios Beijing, etwa 30 km östlich von Peking, und wir wollen gleich bei Einlass um 9:00 Uhr vor Ort sein.

Der Park ist in sieben Themenbereiche gegliedert: Hollywood, Jurassic World, Transformers, Kung Fu Panda, The Wizarding World of Harry Potter, Minion Mayhem und Waterworld, hier gibt es allerdings bis jetzt nur die Show (und die haben wir ausgelassen). 

Einige Bereiche wie etwa die komplette Harry Potter Welt, der Minion-Ride oder auch die Transformer-Bahn sind genaue Kopien der entsprechenden Attraktionen in den Universal Studios in Florida. Der Kung Fu Panda Teil dagegen (komplett indoor) ist neu für uns, mit einer entzückenden Wasserbahn, und auch Jurassic World hat mit den Jurassic Flyers etwas bislang Unbekanntes zu bieten.

Fazit: wir haben jetzt alle fünf Universal Studio Themenparks weltweit besucht, der Park in Beijing ist angeblich der größte – das können wir aber nicht ganz nachvollziehen. Wir sind am frühen Nachmittag bereits fertig mit einer ganzen Runde durch den Park, sind alle Rides gefahren (außer der ganz bösen Transformers-Hochschaubahn), hatten eine Snackpause mittags und eine Kaffeepause, wir haben die Danceparty und die “Sing”-Live-Show gesehen sowie einige Street Performances und wir waren in allen Shops. Wir bleiben noch bis zur Parade um 17:00 Uhr, und die ist wirklich sehr hübsch – aber dann haben wir eigentlich genug. Und wir müssen ja auch wieder 1,5 Stunden zurückfahren zu unserem Hotel.

Unsere heutige sportliche Leistung: immerhin 19.451 Schritte oder 12,5 km zurückgelegt.

Sunday, May 10 – Universal Studios Beijing – 

Today we have to get up early – we need one and a half hours by bus and subway to reach Universal Studios Beijing, about 30 km east of Beijing, and we want to be there right at opening time at 9:00 a.m.

The park is divided into seven themed areas: Hollywood, Jurassic World, Transformers, Kung Fu Panda, The Wizarding World of Harry Potter, Minion Mayhem, and Waterworld — although so far Waterworld only has the show (which we skipped).

Some areas, such as the entire Harry Potter world, the Minion ride, and the Transformers attraction, are exact copies of their counterparts at Universal Studios in Florida. The Kung Fu Panda section, on the other hand (completely indoors), was new to us, featuring a delightful water ride, and Jurassic World also offers something unfamiliar with the Jurassic Flyers attraction.

Our conclusion: we have now visited all five Universal Studios theme parks worldwide. The Beijing park is said to be the largest one — although we do not agree. By early afternoon, we have already completed a full circuit of the park, and done all the rides (except for the truly terrifying Transformers roller coaster), we have taken a lunch break and a coffee break, watched the dance party and the live “Sing” show, enjoyed several street performances, and visited all the shops. We stay until the parade at 5:00 p.m., which is really lovely — but after that, we have seen everything we came for, no need to stay till park closing at 8 p.m. And of course, we still have the 1.5-hour journey back to our hotel ahead of us.

Today’s athletic achievement: 19,451 steps or 12.5 km.

250515 – Tag 14 / Donnerstag, 15. Mai – Fledermäuse und Schildkröten –

Andy holt Sigi, Ada und Johnny kurz vor 9 Uhr ab, sie fahren in den Kenting NP, und Sigi berichtet am Abend, was mir entgangen ist:

„Unser erster Stop ist der Eluanbi Park. Abgesehen von einigen schönen Aussichtspunkten bietet der Park zwei interessante „landmarks“: der „Qixingyan Basepoint“ hat eine wichtige territoriale Bedeutung für Taiwan. Er ist Ausgangs- und Messpunkt für die 14 Kilometer – Zone rund um Taiwan und bestimmt den territorialen Anspruchs Taiwan auf die umgebende Meeresfläche. Der zweite historisch – und auch für die Seefahrt – wichtige Punkt ist der Eluanbi Leuchtturm mit kleinem Museum.

Nach einem kurzen Foto-Stop an der Küste des Longpan Parks geht es weiter nach Manzhou – Lide Village. Hier wartet ein zwei Kilometer Fußmarsch entlang der Küste auf uns. Das Spektakuläre an diesem Fußmarsch sind die vielen durch Erosion entstandenen Felsformationen. Als kleine Draufgabe gibt es noch einige Vogelarten und immer wieder auftauchende und lärmende Affen zu sehen. 

Dann geht es weiter in den Kenting National Forest Park – am Programm stehen drei Höhlen und ein Aussichtsturm. Die erste Höhle, die Stalagmitenhöhle, entpuppt sich als abgesperrtes „Felsenloch“ und wirkt eher enttäuschend. Die Fairy Cave dagegen, mit ihren engen Durchlässen und den vielen sich dort ausruhenden Fledermäuse ist ein wahres Schmuckstück. Am Ende steht dann noch die Silver Dragon Cave auf dem Programm, die zwar keine Fledermäuse zu bieten hat, aber dennoch durchaus beeindruckend ist.

Der Anblick des Seaview Towers lässt uns kurz überlegen, ob wir wirklich die Stufen zur Plattform erklimmen wollen – aber zum Glück: es gibt einen Aufzug. Oben angekommen bietet sich ein atemberaubender Rundumblick vom Meer bis hin zu den üppigen Wäldern der Insel. In der beginnenden Dämmerung erreichen wir dann wieder die Tauchschule.“

Für mich geht es heute gemütlicher los, der erste Tauchgang findet um erst 10:30 statt. Außer meinem Tauchcomputer, der GoPro mit Hülle und den Brevets habe ich keinerlei Ausrüstung mit – wir sind ja sieben Wochen mit nur einem Koffer pro Kopf unterwegs, und für einen Tag tauchen zahlt sich Equipment mitschleppen auch gar nicht aus. Also Ausrüstung ausleihen – trotz 28 Grad Wassertemperatur werde ich in einen 3mm Anzug komplimentiert – es gibt Quallen hier, abgesehen von scharfkantigen Felsen am Einstieg. 

Vom etwas mühsamen Ein- und Ausstieg über den felsigen und rutschigen Uferzugang abgesehen, sind die beiden Tauchgänge am Vormittag und am Nachmittag entspannt, die Sicht ist annehmbar, und die Unterwasserwelt scheint in recht gutem Zustand zu sein. Viele Weichkorallen, bunte Rifffische, lustige Feilenfische, ein Schwarm Barrakudas, ein Kofferfisch und eine von den Zweibeinern völlig unbeeindruckte grüne Meeresschildkröte sorgen für viele, viele Bilder. Auch beim Nachttauchgang lässt sich eine Schildkröte blicken, und dann schwimmt ein kleiner Tintenfisch vor uns her – offensichtlich verärgert über die lästigen Begleiter lässt er eine Tintenwolke ab und empfiehlt sich – das habe ich auch noch nie live gesehen.

Nach drei Tauchgängen bin ich völlig erledigt und wirklich froh, dass wir zwei Nächte hier gebucht haben. Morgen geht es dann schon wieder zurück Richtung Norden, die Hälfte unserer Zeit auf Taiwan ist schon um.


Day 14 / Thursday, May 15 – Bats and Turtles

Andy picks up Sigi, Ada, and Johnny shortly before 9 a.m. They head to Kenting National Park, and in the evening Sigi reports what I missed:

“Our first stop is Eluanbi Park. Apart from a few scenic viewpoints, the park offers two notable landmarks: the ‘Qixingyan Basepoint’ holds significant territorial importance for Taiwan. It is the reference point for the 14-kilometer zone around Taiwan and determines Taiwan’s territorial claims over surrounding maritime areas. The second historically and also maritime important site is the Eluanbi Lighthouse, which includes a small museum.

After a brief photo stop at the Longpan Park coastline, we continue to Manzhou – Lide Village for a 2-kilometer coastal hike. The highlight of this walk: many rock formations created by erosion. As a bonus, we spot several bird species and are occasionally startled by noisy monkeys.

Next, we explore the Kenting National Forest Park—with three caves and a viewing tower on the itinerary. The first cave, the Stalagmite Cave, turns out to be a fenced-off rock hole and is rather underwhelming. In contrast, the Fairy Cave is a real gem with its narrow passages and the many bats sleeping in there. Lastly, the Silver Dragon Cave impresses despite the absence of bats.

Seeing the Seaview Tower, we briefly consider whether to climb the stairs—but thankfully, there’s an elevator. At the top, we are rewarded with a breathtaking 360° view from sea to the island’s lush forests. At dusk, we return to the dive school.”

For me, the day starts more relaxed, with the first dive at 10:30 a.m. Besides my dive computer, GoPro underwater camera and diving certification cards, I didn’t bring any gear—we’re traveling for seven weeks with just one suitcase each, and bringing equipment for a single day of diving didn’t make sense. So, I rent the gear. Despite the 28°C water temperature, Heng from the dive center talks me into wearing a 3mm wetsuit—there are jellyfish and sharp rocks at the entry point.

Aside from the challenging entry and exit over slippery rocks, both the morning and afternoon dives are relaxed, visibility is decent, and the underwater world seems to be in good shape. Many soft corals, colorful reef fish, amusing filefish, a school of barracuda, a boxfish, and a huge green sea turtle provide plenty of photo ops. Even on the night dive, a turtle shows up—and then a small octopus swims ahead of us. Apparently annoyed by our presence, it releases an ink cloud and darts off—I’ve never seen that before.

After three dives, I’m completely exhausted and very happy that we booked two nights here. Tomorrow, we will head back north – half of our time in Taiwan is already over.

250514 – Tag 13 / Mittwoch, 14. Mai – Schwimmen mit Capybaras –

In der Früh besuchen wir als erstes den Tempel des Kriegsgottes, den Sacrificial Rites Martial Temple. Und dieser Gott schaut wirklich zum Fürchten grimmig drein.

Anschließend geht es etwa 100 km nach Süden, die Küste rückt näher, und wir kommen an Shrimpfarmen und Obstplantagen vorbei. An einem Stand am Straßenrand versorgen wir uns mit frischem Obst – die Mangos hier schmecken unvergleichlich süß, und die grünen Wasseräpfel sind saftig und ausgezeichnete Durstlöscher.

Unterwegs bleiben wir beim Checheng Fu‘ an Tempel stehen, einer weiteren großartigen Tempelanlage. Wir entdecken immer neue Variationen der Drachen- und Pfauskulpturen auf den Dächern, steinerne Wächterlöwen mit roten Halsbändern, unglaublich detaillierte Schnitzereien und reich verzierte Statuen der jeweiligen Gottheiten. Wenn wir richtig gezählt haben, dann ist das bereits Tempel Nr. 14 auf unserer Taiwanreise, aber wir sind noch immer nicht „übertempelt“.

Und dann folgt eine Attraktion, auf die wir uns schon lang gefreut haben: wir dürfen Capybaras füttern, und zwar in ihrem Territorium. Also rein in die Badekleidung und ab in den Pool – eine Wohltat bei über 30Grad im Schatten. Sobald die Riesenmeerschweinchen die Zweibeiner sehen, springen sie ins hüfthohe Wasser, lassen sich das Grünzeug schmecken und haben keinerlei Berührungsängste. Nach etwa einer halben Stunde ist alles aufgegessen, die Capybaras sind satt und die Touristen glücklich.

Anschließend geht es in den Kenting National Park zum südlichsten Punkt Taiwans, dann in den Maobitou Park und schließlich an den Baishawan Strand für ein paar Sonnenuntergangsfotos und einmal Füße ins Wasser halten – die Temperatur ist sehr angenehm. Dann checken wir in unserem Quartier für die nächsten beiden Nächte ein, in der PADI/SSI-Tauchbasis Dive Pro – morgen dürfen Sigi, Ada und Johnny alleine losziehen, ich schau mir Taiwan unter Wasser an.

Day 13 / Wednesday, May 14 – Swimming with Capybaras

In the morning, our first stop is the Temple of the God of War, the Sacrificial Rites Martial Temple. And this god truly looks intimidating – a fierce and grim expression carved into his statue.

Afterwards, we head about 100 kilometers further south, drawing closer to the coast, passing by shrimp farms and fruit plantations. At a roadside stall, we stock up on fresh fruit – the mangoes here are unbelievably sweet, and the green wax apples are juicy and perfect for quenching our thirst.

Along the way, we stop at the Checheng Fu’an Temple, another magnificent temple complex. We keep discovering new variations of dragon and peacock sculptures on the rooftops, stone guardian lions with red collars, and incredibly detailed carvings alongside lavishly decorated statues of various deities. If we’ve counted correctly, this is temple number 14 on our Taiwan trip – and we’re still not “templed out”!

Then comes an experience we’ve been looking forward to for a long time: feeding capybaras – in their own territory! So, we change into our swimwear and walk right into the pool – a real relief with temperatures above 30°C in the shade. As soon as these giant guinea pigs spot the two-legged visitors, they jump into the waist-deep water, happily munching on the greens, and showing absolutely no fear of contact. About half an hour and hundreds of photos later, all the food is gone, the capybaras are full, and the tourists are happy.

We continue on to Kenting National Park to visit the southernmost point of Taiwan, then to Maobitou Park, and finally to Baishawan Beach for some sunset photos and a quick dip in the water – which feels pleasantly warm. Then we check into our accommodation for the next two nights, at the Dive Pro PADI/SSI diving center – tomorrow, Sigi, Ada, and Johnny will go off exploring on their own while I get to experience Taiwan underwater.

250509 – Tag 8 / Freitag, 9. Mai – Disneyland Hongkong –

Eigentlich öffnet HK DL erst um 10:30, aber wir dürfen mit unseren Early Access Tickets schon um 9:30 hinein. Und das zahlt sich aus – so tolle Fotos mit so wenigen Besuchern schafft man nur in der Früh, außerdem sind die Wartezeiten bei den einzelnen Attraktionen minimal.

Als erstes steuern wir Arundel an – die „World of Frozen“ ist neu im DL HK, uns aber  vertraut – die Wasserbahn ist fast die gleiche wie in Epcot und „Wandering Oakens Sliding Sleighs“ entspricht in etwa Schneewittchens Hochschaubahn im Magic Kingdom, beide in Walt Disney World in Florida. Die sehr gut gemachte halbstündige Bühnenshow „the Wondrous Book“ dagegen gibt es nur hier, ebenso wie das „Mystic Manor“, welches aber leider, leider geschlossen ist.

Eine Runde mit dem Zug rund um DisneyLand muss natürlich sein, genauso wie Kaffee im Starbucks auf der Main Street; hier finden wir Bilder an den Wänden, die alte Ansichten von Wien zeigen.

Tomorrowland wurde in den letzten Jahren, nach Disneys Einstieg in das Marvel Universum, umgestaltet – man kann sich mit Antman schrumpfen lassen und mit Ironman Hongkong retten. Die Avengers treten abends auch gemeinsam gegen Scarlett Witch an, mit Feuerwerk und Drohnen am Himmel. Den Abschluss bildet, wie üblich, die abendliche Show am und über dem Schloss, mit Projektionen und Musik aus den Disney Klassikern von Dumbo bis Arielle, tanzenden Wasserfontänen und Feuerwerk.

Wir sind zufrieden – das Wetter hat halbwegs gehalten, die Besuchermassen waren erträglich, und wir haben den ganzen Park erkundet. Disneyland Hongkong ist ja doch der kleinste aller Disney Parks, das geht sich in einem Tag gut aus. Morgen wartet dann schon das nächste Abenteuer auf uns, es geht mit Ada und Johnny nach Taiwan. 

Day 8 / Friday, May 9 – Hong Kong Disneyland

Technically, HK Disneyland opens at 10:30, but with our Early Access Tickets we get in at 9:30. And it’s worth it – the morning light and minimal crowds make for amazing photos, and the wait times at the attractions are next to nothing.

We head first to Arendelle – the “World of Frozen” is new in HK DL, but familiar to us – the boat ride is almost identical to the one at Epcot, and “Wandering Oaken’s Sliding Sleighs” is somewhat like the Seven Dwarfs Mine Train at Magic Kingdom, both in Walt Disney World, Florida. The well-done half-hour stage show “The Wondrous Book” is exclusive to HK DL, as is “Mystic Manor”, which, unfortunately, is currently closed.

A ride on the Disneyland Railroad is, of course, a must, as is a coffee at the Main Street Starbucks – where we spot pictures on the wall showing vintage views of Vienna.

Tomorrowland has been transformed in recent years thanks to Disney’s Marvel acquisition – you can shrink down with Ant-Man or help Iron Man save Hong Kong. In the evening, the Avengers team up to battle Scarlet Witch, complete with fireworks and drone displays overhead. As usual, the day ends with the evening show at and above the castle, featuring projections, music from Disney classics from Dumbo to The Little Mermaid, dancing water fountains, and fireworks.

We’re happy – the weather wasn’t too bad, the crowds were manageable, and we explored the whole park. Hong Kong Disneyland is still the smallest of all Disney parks, so one day is just right. Tomorrow, our next adventure awaits – we will head to Taiwan with Ada and Johnny.

250506 – Tag 5 / Dienstag, 6. Mai – Chimelong Ocean Kingdom und Spaceship –

Heute früh ziehen wir zwei alleine los, zuerst nochmals ins Ocean Kingdom -wir fahren die Wasserbahnen und probieren (fast) alle Hochschaubahnen aus, besuchen Eisbären und Pinguine und nochmals die Walhaie, bevor wir dann in ins Spaceship wechseln. Und dieser Park gleich nebenan verdient seinen Namen tatsächlich – von oben erinnert die kühne Konstruktion entfernt an Raumschiff Voyager. Hier befinden sich fast alle Attraktionen im Inneren des Gebäudes, auf zwei Ebenen. Besonders lustig finden wir den Virtual Reality Ride – man bekommt VR Brillen aufgesetzt und muss mittels Handbewegungen Ziele treffen – von unten betrachtet, sehen die wild mit den Armen wedelnden Passagiere in den kleinen gelben Schwebegondeln einfach nur lustig aus.

Auch im Spaceship befinden sich jede Menge Aquarien, mit viel Erklärungen, erfreulicherweise auch auf Englisch. Wir verlaufen uns ein paarmal, finden aber dann doch ins Orca Stadion, wo wir gerade zur Show zurecht kommen. Im unteren Bereich, vor der riesigen Acrylwand des Orca-Beckens ist die Akustik phenomenal – wie ein fünfköpfiges Klassikorchester eindrucksvoll beweist.

Anschließend brauchen wir dringend etwas zu essen – die Bestellung ist für uns noch etwas gewöhnungsbedürftig – man scannt einen QR-Code, bestellt und zahlt online. Aber wir haben ja bereits am Sonntag die entsprechenden Apps heruntergeladen, und können mittlerweile mit Alipay und WeChat ganz gut umgehen, und: wir sind komplett bargeldlos unterwegs – eigentlich sehr angenehm. 

Entgegen dem Wetterbericht regnet es nicht, die Wolkendecke reißt auf, und wir würden gern mit der Gondelbahn auf den Berg fahren, um den Park von oben anzusehen. Nach etlichen Umwegen finden wir schließlich die Station der Gondelbahn, aber leider: Eröffnung im Juli. Also – wir müssen wiederkommen. 

Am frühen Abend wechseln wir wieder zurück ins Ocean Kingdom (wir brauchen unsere Tickets nicht mehr zu zücken, der Zutritt funktioniert mittels Gesichtserkennung) – das abendliche Spektakel gestern hat uns so beeindruckt, dass wir uns das heute gleich nochmals anschauen wollen.

Day 5 / Tuesday, May 6 – Chimelong Ocean Kingdom and Spaceship

This morning, the two of us head out alone, back to Ocean Kingdom. We ride the water attractions and (almost) all the roller coasters, visit the polar bears and penguins again, and, of course, revisit the whale sharks. Then we move to the park next door – Spaceship. And this park truly earns its name – from above, the bold structure resembles the Starship Voyager. Almost all attractions are inside the building, spread over two levels. A highlight is the Virtual Reality Ride – you wear VR goggles and use hand movements to hit targets. Viewed from below, the passengers wildly waving their arms in the yellow floating pods look hilariously funny.

Spaceship also features numerous aquariums, and a lot of information – thankfully also in English. We get lost a few times but eventually find our way to the Orca Stadium just in time for the show. In the lower section, in front of the massive acrylic wall of the Orca tank, the acoustics are phenomenal – as proven by a five-piece classic orchestra.

Afterward, we urgently need food – ordering is a bit of a challenge: we have to scan a QR code, order and pay online. But since we downloaded the necessary apps on Sunday, we’re getting used to Alipay and WeChat – managing everything entirely cashless is actually quite convenient.

Contrary to the weather forecast, it doesn’t rain, the clouds part, and we want to take the cable car up the mountain for a bird’s-eye view of the park. After several detours, we find the station – only to see it’s set to open in July. So, we’ll just have to come back.

In the early evening, we return to Ocean Kingdom (no need to show the tickets at the turnstile anymore – entry works via facial recognition) – yesterday’s night show impressed us so much, we want to experience it again tonight.

250505 – Tag 4 / Montag, 5. Mai – Chimelong Ocean Kingdom

Nach dem Frühstück bringen uns Mr. Siu und Gattin Alice ins „Chimelong International Ocean Culture Tourist Resort“, von dem uns Ada vorgeschwärmt hat, von dem wir aber bislang noch nie etwas gehört hatten. Das Resort mit (zur Zeit noch) zwei Vergnügungsparks und mehreren Themenhotels ist riesig, wir Disney-geeichte Touristen sind gespannt.

Wow. Einfach nur WOW! Das Chimelong Ocean Kingdom ist eine tolle Mischung aus verschiedensten Attraktionen – Aquarien, Freigehege, Hochbaubahnen und Ringelspiele, Shops und Restaurants – in etwa so wie Sea World in den USA, aber dreimal so groß, mit einem riesigen LED-Schirm über der Eingangspromenade und einer immensen Walhai-Skulptur als Wahrzeichen. Wir bekommen Seehunde, Robben und Walrosse, Braunbären, Eisbären und Pinguine zu sehen, Kormorane, Reiher und auch einen Nachtreiher, Flamingos und Capybaras und eine beeindruckende Flotte Pelikane. Und natürlich jede Menge Fische, Muränen, Haie, Schildkröten, und andere Meeresbewohner. Das Prunkstück des Parks ist das Walhai-Aquarium, welches gleich mehrere Weltrekorde hält – unter anderem für den größten Wassertank oder das größte Acrylglas-Fenster der Welt. Und hier bekommen wir das erste Mal in unserem Leben einen Walhai zu sehen – nein, gleich vier Walhaie ziehen hier in aller Ruhe ihre Runden.

Wir stürzen uns ins Vergnügen, bewundern die lustige bunte Parade, das Ballett aus Wasserfontänen und die spektakulären Akrobaten auf ihren Wasserbords. Abends gibt es eine weitere, bunt beleuchtete Parade, und dann wird ein unglaubliches Spektakel geboten, mit Feuerwerk, Projektionen auf die riesigen Walhaifigur, und einer ganzen Flotte an Drohnen, die am Himmel eine Geschichte erzählen. Wir sind tief beeindruckt, aber fix und fertig, dabei haben wir in diesem Park noch nicht alles gesehen und es gibt noch einen zweiten Park nebenan. Erfreulicherweise hat Ada für uns ein 3 Tage – 2 Nächte Package mit Hotel gleich hier im Resort gebucht – wir sind todmüde, und fallen nach 25.000 Schritten mit schmerzenden Beinen ins Bett.

Day 4 / Monday, May 5 – Chimelong Ocean Kingdom

After breakfast, Mr. Siu and his wife Alice take us to the “Chimelong International Ocean Culture Tourist Resort“. Ada had told us about it – we had never heard of it before. The resort – currently with two theme parks and several themed hotels – is enormous, and we Disney-trained tourists are curious.

Wow. Just WOW! Chimelong Ocean Kingdom is a fantastic mix of attractions – aquariums, outdoor animal enclosures, roller coasters, merry-go-rounds, shops, and restaurants – similar to SeaWorld in the USA, but three times the size, with a massive LED screen over the entrance promenade and a giant whale shark sculpture as its landmark. We see seals, sea lions and walruses, brown bears, polar bears and penguins, cormorants, herons and a night heron, flamingos and capybaras, and an impressive fleet of pelicans. And of course, countless fish, moray eels, sharks, turtles, and other sea creatures. The showpiece of the park is the whale shark aquarium, which holds several world records – including the largest water tank and the world’s largest acrylic window. And here, for the first time in our lives, we see a whale shark – actually four of them, peacefully gliding in circles.

We dive into the fun, marvel at the colorful parade, the ballet of water fountains, and the spectacular waterboard acrobats. In the evening, another brightly lit parade follows, and then we get to see an incredible spectacle: fireworks, projections on the huge whale shark sculpture, and a fleet of drones telling a story in the sky. We’re deeply impressed but completely exhausted, and we haven’t even seen the whole park yet—plus, there’s another park next door. Thankfully, Ada booked a 3-day, 2-night package at a hotel right in the resort – we’re utterly worn out and collapse into bed after 25,000 steps, our legs aching badly.

230816 – Letzte Vorbereitungen für die Verschiffung >

Mittwoch /Wednesday, August 16, 2023
Tag 486 / 462 – Letzte Vorbereitungen für die Verschiffung

Wir haben nochmals Glück mit dem Wetter heute, es ist warm und sonnig. Und wir sind wirklich froh über den extra Tag, der uns noch zur Verfügung steht, um unser Krasses Pferd gut auf die Verschiffung vorzubereiten – wir sind gestern einfach nicht fertig geworden. Dafür können wir heute in Ruhe das Handgepäck herrichten, und die beiden neuen Koffer mit all den Sachen füllen, die wir entweder in Buenos Aires noch benötigen oder auf gar keinen Fall verlieren wollen, falls unser Krasses Pferd aufgebrochen und ausgeräumt werden sollte. Also werden die wunderschönen Antarktis-Daunenjacken ebenso eingepackt wie die guten Trekking-Schuhe oder Souvenir-T-Shirts von der Reise. 

Nebenbei machen wir Notizen von Dingen, die sich bewährt haben – zu Beispiel die chinesischen Reifen mit den handgeschnitzten Felgen aus Paraguay – wir waren 37.000 km damit unterwegs und hatten bis auf ein Loch im Schlauch keine Probleme (wir müssen unbedingt noch Señor Jaime Gomez in Asunción informieren, dass das so gut funktioniert hat). Und eine Liste von Dingen, die wir reparieren, ersetzen oder neu installieren müssen, wie etwa den Kühlschrank, der rinnt und nicht mehr richtig schließt; oder die Zusatzscheinwerfer, die nie richtig funktioniert haben; oder die „Grableuchte“ im Heckkompartment, die wir durch eine LED-Lichtleiste ersetzen wollen. Unser Backrohr haben wir kein einziges Mal verwendet – entweder wir lernen bis zur nächsten Reise Brot backen, oder wir schmeißen das Backrohr raus. Geschirr müssen wir um mindestens die Hälfte reduzieren, Kleidung um zwei Drittel; und Schuhe – aber das ist ein anders Kapitel.

Dann beschließen wir, das Auto zu waschen – wir wollen unser treues Krasses Pferd nicht schmutzig und staubig nach Hause schicken. Timo kommt vorbei, wir müssen noch die Abrechnung machen, und ich darf eine Runde am Motorrad mitfahren. Am Abend sind wir erledigt – wir essen die letzten Vorräte auf, und fallen ins Bett. Kaum zu glauben, dass das schon unsere letzte Nacht in unserem Heim auf Rädern ist.

Day 486 / 462 – Final shipping preparations

We are in luck with the weather again, it´s warm and sunny. And we are quite happy about the one additional day we got due to the delayed arrival of our ship because we couldn´t finish the preparations yesterday. Today, we have time to pack the carry-on and fill the two new suitcases with all the stuff we either need for Buenos Aires or we don´t want to lose in case someone breaks into our brave Camper and cleans it out during the Atlantic passage. Therefore, we take the nice and warm parkas from our Antarctic adventure, the good trekking shoes and the souvenir T-shirts which we bought our journey.

And we make a list – about the things which worked out well, like the Chinese tires and the handmade rims from Paraguay which carried us for 23.000 miles with only one minor problem (we remind ourselves to email Señor Jaime Gomez in Paraguay and thank him again). And we also make a list about things we have to repair, replace or change; like the leaking refrigerator with the broken part; or the additional head lights which never worked how they should; or the insufficient light in the back compartment which we want to replace by LEDs. We haven´t used our oven even once – either we learn how to bake bread for our next journey, or we kick the oven out. We have to reduce the dishes and all the kitchen stuff by at least 50%, clothes by two thirds, and shoes – well, that´s another story.

Then we decide to wash the vehicle – we don´t want to send our Brave Camper home all dusty and dirty. Later, Timo drops by, we have to settle the bill, and I get a lift on his motorbike. At the end of the day, we are done – we eat our last supplies and fall into our beds. We can hardly believe that this is the last night in our home on wheels.

Route 230816

230815 – schon wieder Putzen >

Dienstag /Tuesday, August 15, 2023
Tag 485 / 461 – schon wieder Putzen

Nach dem Frühstück geht es weiter mit den Vorbereitungen für die Verschiffung unseres treuen Krassen Pferdes. Wir müssen den Gastank komplett leeren, daher wird das Ventil geöffnet, das Gas strömt aus und das Ventil vereist relativ rasch. Es geht weiter mit Putzen und sortieren, die Badezimmerschränke müssen ausgeräumt werden, es dürfen keine Spraydosen im Auto verbleiben (Deosprays, etc.) und auch keine Putzmittel. Der Wohnteil unseres Krassen Pferdes gleicht einem Schlachtfeld, und wir schwören uns, für  die nächste Reise weniger Unnötiges mitzunehmen – ich denke, ich werde vor allem bei den Schuhen reduzieren, auf so ca. 20%.

Die Lamas kommen vorbei, um nach dem Rechten zu sehen, aber wir sind viel zu beschäftigt mit Aufräumen und Putzen, um mit ihnen zu plaudern – beleidigt ziehen sie von dannen. Nach dem Mittagessen machen wir kurz Pause und buchen unsere Schiffspassage nach Buenos Aires. Es gibt pro Tag drei direkte Verbindungen von Montevideo nach Buenos Aires – den Buquebus mittags schaffen wir nicht, weil wir ja mittags erst unser Fahrzeug im Hafen abgeben, und die Abendfähre ist uns zu spät, da würden wir erst spät in der Nacht in Buenos Aires ankommen. Also entschließen wir uns kurzerhand, erst am Freitag zu fahren und buchen für Donnerstag ein Hotel in der Nähe vom Hafen.

Am Abend sind wir zum Grillen eingeladen – wir nehmen die zweite Flasche Wein von der Bodega Weinert aus Mendoza, die wir für eine besondere Gelegenheit aufbewahrt haben, und gehen vom Campingplatz Richtung Werkstätten und Wohnhäuser der Brüder. Wir suchen einen Grillplatz oder ein Lagerfeuer – nein, gegrillt wird im Poolhaus, mit einer riesigen offenen Feuerstelle. Das Ribeye ist köstlich, der Salat auch, und die Knoblauchsoße erst recht. Wir plaudern, erfahren einiges über den Werdegang der drei Brüder Timo, Felix und Michael, die selbst noch gar nicht so lange in Uruguay sind (erst seit 2009), aber hier mit UY-Storage ein erfolgreiches Full-Service Unternehmen für Overlander aufgebaut haben und unter dem Namen TerraVentura großartige Wohnmobile komplett selbst bauen. Sollte es uns jemals wieder nach Uruguay verschlagen, kommen wir auf jeden Fall wieder hierher.

Day 485 / 461 – Cleaning, again

After breakfast, we continue the preparations for shipping of Brave Camper back home. The fixed gas tank has to be completely empty – we open the valve; the gas evaporates and the valve ices up rather fast. Then the bathroom cabinet has to be cleaned out, there are no sprays and no cleaning supplies allowed during the ship passage. Our living room and our kitchen look like a battle field, and we swear to take way less stuff with us for the next journey – I even might reduce the number of shoes – to maybe 20%.

The resident Llamas walk by to check on the guests, but we don´t have time today to talk to them – they seem to be a bit offended and leave. After lunch, we take a break to book our ship passage to Buenos Aires. There are three departures a day directly from Montevideo to Buenos Aires – we won´t be able to catch the one at noon because at that time we have to deliver our vehicle at the port, and the one in the evening is rather late – we would arrive very late at night in Buenos Aires. So, we decide to leave Uruguay a day later and book a hotel near the port for Thursday night.

In the evening, we are invited to a barbecue; we grab the second bottle of wine from the Bodega Weinert in Mendoza, which we saved for a special occasion, and walk from our camp site towards the barbecue place, expecting an open fire place somewhere outside. But no, there is a very large pool house with a very large open fire place indoor. The ribeye is to the point, the salad is delicious and the garlic sauce, too. During the dinner conversation, we get to know more details about the career of the three brothers Timo, Felix and Michael, who have moved to Uruguay with their parents, not so long ago (2009). Since then, they built their very successful companies – UY-Storage, a full-service place for overlanders, and TerraVentura, the camper construction company, producing extravagant motorhomes. If we ever come back to Uruguay, we will definitely check in here again.

Route 230815

230814 – Ein letztes Mal in der Werkstatt >

Montag /Monday, August 14, 2023
Tag 484 / 460 – Ein letztes Mal in der Werkstatt

Nach einer ruhigen Nacht unter klarem Sternenhimmel vergeht der Vormittag mit Sortieren, Putzen, Räumen und Schlichten und Kisten füllen. Zwischendurch wird schnell Wäsche gewaschen – hier ist zwar Winter, aber heute ist es sonnig und warm und dazu recht windig, die Wäsche trocknet schnell; für Buenos Aires brauchen wir noch saubere Kleidung für alle möglichen Wetterlagen für 10 Tage.

Nach der Mittagspause holt uns Timo in die Werkstatt – zuerst wird der Fehler bei unserer Dieselheizung gesucht und schnell gefunden, es war nur eine lose Kabelschelle, das ist schnell repariert. Inzwischen wechseln wir die Luftfilter, wir haben noch Original-Ersatzteile und sind froh über jede Schachtel und jede Verpackung, die wir nicht wieder einräumen und mit heimnehmen müssen. Dann werden die Sandbleche abmontiert – wir haben sie nie verwendet, und diese außen befestigten Teile gehören zu den am häufigsten gestohlenen Dingen während der Schiffspassage; Timo kann sie außerdem gut brauchen, er hat sie bereits für einen anderen Kunden verplant.

Es ist warm und sonnig, die Sonne macht schläfrig. Die ungeplante Nachmittagsruhe im Lkw-Reifen wird dann von den Wachhunden Helmut und Frieda unterbrochen, die sich für Schoßhunde halten und sich als chronisch unterfüttert und unterstreichelt darstellen – somit haben wir dankbare Abnehmer für das restliche Hundefutter, das wir noch über haben (nein, wir haben keinen Hund mit, aber wir hatten immer Hundefutter für hungrige Straßenhunde). 

Am späten Nachmittag sind alle Kleinigkeiten am und im Auto erledigt, wir können die Werkstatt verlassen und wieder zum Campingplatz hinauf fahren. Frieda, die riesige Terrierdame, kommt mit, um sich zu vergewissern, dass wir sicher ankommen (und um nachzuschauen, ob noch irgendwo ein paar Brösel Hundekeksi zu finden sind).

Day 484 / 460 – One last time at the mechanic

After a quiet night und a starry sky, we spend the morning sorting, cleaning and rearranging stuff and filling the big silver boxes; in between, we get some laundry done – it´s winter here, but today it´s warm and sunny with some wind, so the laundry dries real quick; we need clan cloths for all kinds of weather in Buenos Aires for 10 days.

After lunch, Timo asks us to drive down to the workshop. First, he and Felix try to find out why our diesel heating didn´t work last week. The reason was just a loose cable clamp – easy to fix. In the meantime, we change the air filters, we still have original IVECO parts, and we are glad about every box and every package we don´t have to take home again. Then, we take the sand sheets off; we have never needed them, and those exterior parts very often get stolen during shipping; and Timo can put them to good use, mounting them on one of the vehicles they are building here.

It´s warm and sunny, I am feeling sleepy. But the unplanned afternoon-nap on a truck tire gets interrupted by Frieda and Helmut, the two guard dogs who think they are lapdogs, chronically underfed and never getting enough attention. So, they are happy to take care of our last remaining dog food (no, we don’t have a dog, but we always carried dog food with us for the hungry street dogs).

Late afternoon, all the necessary work on our Brave Camper is done, we leave the work shop and return to our camp site – accompanied by Frieda, the huge Terrier, making sure that we arrive safely (and checking if there are some dog treats left somewhere in our camper).

Route 230814

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Sonntag / Sunday, August 6, 2023
Tag 476 / 452 – Beto Carrero World

In der Früh liegt noch etwas Nebel über der Bucht, ein Kingfischer lauert auf dem Laternenpfahl auf Beute, ein Nachtreiher schaut begeistert dem Fischer beim Auswerfen des Netzes zu, und eine Schar roter Ibisse gleitet im Tiefflug über das Wasser. Wir machen uns heute ein wenig zeitiger auf den Weg als üblich – wir haben gestern einen Themenpark in der Nähe entdeckt, den nicht mal unser Brasilien-Buch kennt, obwohl Beto Carrero World angeblich der größte Themenpark in Südamerika ist. Na schauen wir mal.

Bei der Einfahrt zum Parkplatz werden wir gleich zum Busparkplatz gewunken, die Dame am  Ticketschalter spricht zwar nicht Englisch, aber zumindest Spanisch, und dann sind wir schon im Park. Dort lernen wir mal, dass „Beto Carrero“ der Künstlername von João Batista Sergio Murad (1937 – 2008) war, Sohn eines libanesischen Immigranten und einer Brasilianerin. Er war Musiker, Radiosprecher, Verkäufer, Werbeagenturbesitzer und Schauspieler; schließlich eröffnete er 1991 den Themenpark, der seinen Namen trägt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: der Park hat uns sehr gut gefallen (und wir sind Disney, Universal und SeaWorld-Standard gewöhnt). Es gibt Adrenalin für die Großen (die Hochschaubahnen mit Namen wie Firewhip und Star Mountain mit jeweils etlichen Loopings haben wir gleich mal ausgelassen), Karussells und andere Attraktionen für die Kleinen, und Fahrgeschäfte und Shows für die ganze Familie. Die Hot Wheels Epic Show ist eine großartige Stunt-Show auf 2, 4 oder 6 Rädern – eigentlich mit unserem Umweltbewusstsein nicht wirklich vereinbar, aber dennoch: spek-ta-ku-lär!

Die Zugfahrt ist eine Überraschung – der Zug fährt zuerst an weitläufigen Tiergehegen mit Gnus, Antilopen und Schimpansen vorbei, wird von einer großen Schlange verschluckt und kommt bei Kaimanen, Riesenschildkröten und Gürteltieren wieder zum Vorschein, fährt dann durch dichten Wald, wird bei einer brasilianischen Fazenda von Banditen überfallen und von Beto Carrero gerettet, (und das zur Musik von „Bonanza“), fährt an Weihnachtsmann mit Rentierschlitten und Schneemann vorbei (als ob man hier in Santa Catarina jemals einen Schneemann bauen könnte), und bleibt dann noch bei brüllenden Dinosauriern stehen. Also Disney trifft Sea World im Jurassic Park am Nordpol, quasi.

Wir wandern über die Pirateninsel (wo es auch eine Station von Projeto Tamar gibt, dem Meeresschildkröten-Rettungsprogramm), machen die Raskapuska Bootsfahrt (erinnert uns sehr an „Small World“ von Disney), sehen im Zoo-Teil des Parks weiße Tiger, Löwen, Elefanten und Giraffen, amüsieren uns in Vila Germânica über das Oktoberfest, trinken im Cowboy-Land Kaffee, überstehen die Wildwasserfahrt in Madagaskar halbwegs trocken, und überhaupt: Madagaskar! Die Bühnenshow mit Tänzern, Akrobaten, Fahrradstunts und der Crew aus dem Film – Alex, Gloria, King Julian und die Pinguine – ist mitreißend, die Musik dazu sowieso. Zum Abschluss gibt’s im Abendlicht noch eine Runde mit dem Riesenrad, die Gondeln tragen weiße Cowboy-Hüte, so wie Beto Carrero in seinen Filmen. Sollten wir jemals wieder in diese Ecke von Brasilien kommen, werden wir den Park sicher wieder besuchen! 

Alle Bilder: https://ottenweinerts.blog/fotogallerie/beto-carrero-world-brazil/

Achja – noch 1.282 km zu unserer Destination in Uruguay kommendes Wochenende!

Day 476 / 452 – Beto Carrero World

In the morning, there is fog in the bay, a kingfisher sits on a lamp post waiting for breakfast to swim by, a night heron watches a fisherman casting his net and a formation of red ibis is flying low over the water. We get started a bit early than usual – yesterday, we found information about a theme park nearby which is not mentioned in our Brazíl guide book although it is supposed to be the largest theme park in South America. Well, we´ll see.

At the parking lot entrance, we are directed to the bus parking; the lady at the ticket booth doesn´t speak English but at least Spanish, and then we are already in the park. There, we learn that Beto Carrero was the stage name of João Batista Sergio Murad, son of a Lebanese immigrant and a Brazilian (1937 – 2008). He was a musician, a radio moderator, a salesman, an advertising agency owner and an actor; in 1991, he opened the theme park bearing his name.

To sum it up: we liked the park very much (and we are used to Disney, Universal and Sea World standards). There is adrenalin for the grownups (we didn´t ride the high-speed thrill rides like Firewhip and Star Mountain with all the loopings), there are carrousels and other attractions for the little ones, and rides and shows for the whole family. The Hot Wheels Epic Show is a fantastic stunt show on 2, 4 or even 6 wheels – not very compatible with our environmental beliefs, but: spec-tac-u-lar!

The train ride is a surprise – first, the train passes large animal enclosures with gnus, antelopes and chimpanzees, then it gets swallowed by a large snake and appears again in the land of giant caimans, turtles and armadillos, passes through dense forest, gets stopped by bandits at a Brazilian Fazenda and saved by Beto Carrero (accompanied by the “Bonanza” soundtrack), passes Santa Claus with reindeer sleigh and snowman (as if they could ever build a snow man here in Santa Catarina), and finally stops in a cavern filled with dinosaurs. Disney meets Sea World in Jurassic Park at the North Pole, so to speak.

We walk across Pirate Island (with a station of Projeto Tamar, the sea turtle rescue program), ride the log ride through Raskapuska (which reminds us very much of Disney´s “Small World”), see lions and white tigers, elephants and giraffes at the zoo-part of the park, have fun walking through “Vila Germânica” with its year-round Oktoberfest, have coffee and cake in Cowboy land, survive the white-water ride in Madagascar more or less dry, and then go to the Madagascar show. An absolutely captivating show with dancers, acrobats, bike stunts and the crew from the movie – Alex, Gloria, King Julian and the penguins – and fantastic music. We end the day with a ride on the Ferris wheel where the gondolas are covered with white cowboy hats – like Beto Carrero in his movies. If we ever come back to this corner of Brazíl, we sure will visit the park again!

All pics: https://ottenweinerts.blog/fotogallerie/beto-carrero-world-brazil/

Oh, and by the way – 796 miles to our destination in Uruguay next weekend!

Route 230806