Archiv der Kategorie: Kirche/Tempel/Heilige Stätte

260527 – Mittwoch, 27.5. – Nanjing –

Vor 10 Jahren waren wir schon mal hier – als unser Flug von Wien nach Shanghai kurz vor dem Start abgesagt wurde, sind wir kurzerhand nach Nanjing geflogen- sonst hätten wir einen oder zwei Tage warten müssen, und hätten damit den eigentlichen Grund der Reise verpasst: das Grand Opening von Disneyland Shanghai am 16.6.2016. 

Da wir damals in Nanjing gleich in den Zug nach Shanghai gestiegen sind, haben wir  nichts von der Stadt gesehen (unsere Koffer übrigens auch nicht, weil die sind zwei Tage später in unserem Hotel in Shanghai angekommen).

Vor 10 Jahren in Nanjing

Dafür machen wir heute einen Ausflug zum Mt. Niushou, und da staunen wir mal wieder.

Die Parkanlage und auch die Pagode am West-Gipfel sind zwar neu, aber hier wurde schon lange Eisenabbau betrieben; die älteste Pagode am Ost-Gipfel ist 400 Jahre alt, und die Gegend ist eine heilige buddhistische Stätte seit der Tang-Dynastie. In einem Gebäude, das aussieht wie eine große Makrone unter einem noch größeren Dach, dreht sich ein entrückt lächelnder Buddha auf einer Plattform, in den Wandnischen sitzen hunderte kleine Buddhas. Dann geht es mit Rolltreppen sechs Stockwerke tief unter die Erde, wo wir im Unterirdischen Palast die einzige existierende Schädelknochen-Reliquie Buddhas zu sehen bekommen. Und es ist wirklich ein unglaublich prunkvoller Palast, die Anlage hat immerhin 4 Mrd. Yuan gekostet.

Am Nachmittag zurück am Schiff beobachten wir Crew und Passagiere am Sonnendeck beim Versuch, Drachen steigen zu lassen – allerdings ist der Fahrtwind dafür nicht ausreichend. Dann heißt es dann Koffer packen, morgen früh endet die Kreuzfahrt leider schon. Abends setzen wir uns ein letztes Mal in die Lounge, um Toni und Coco zuzuhören – “Take me home, Country Roads” ist ein passender Abschluss der Reise über 2.359 km durch sechs Provinzen mit atemberaubender Natur und unglaublichen Attraktionen.

Wednesday, May 27 – Nanjing

We were here once before, 10 years ago. When our flight from Vienna to Shanghai was canceled just before departure, we spontaneously flew to Nanjing instead — otherwise we would have had to wait one or two days and would have missed the actual reason for the trip: the grand opening of Shanghai Disneyland on June 16, 2016.

Back then, we boarded a train to Shanghai immediately after arriving in Nanjing, so we never saw anything of the city (our luggage didn’t either, by the way — it arrived at our hotel in Shanghai two days later). Today, however, we take an excursion to Mt. Niushou, and once again we are amazed.

The park complex and the pagoda on the western peak are new, but iron mining has been carried out here for a very long time; the oldest pagoda on the eastern peak is 400 years old, and the area has been a sacred Buddhist site since the Tang Dynasty. Inside a building that looks like a giant macaron beneath an even larger roof, a serenely smiling Buddha rotates on a platform, while hundreds of small Buddhas sit in niches along the walls. Then escalators take us six floors underground, where, in the Underground Palace, we are shown the only existing skull-bone relic of Buddha. And it truly is an incredibly magnificent palace — after all, the complex cost 4 billion Yuan.

Back at the ship in the afternoon, we watch crew members and passengers on the sun deck trying to fly kites — but the wind created by the ship’s movement is not strong enough. Then it’s time to pack our suitcases, because unfortunately the cruise will end tomorrow morning. In the evening, we sit in the lounge one last time to listen to Toni and Coco — “Take Me Home, Country Roads” is a fitting finale to the journey of 2,359 km through six provinces filled with breathtaking scenery and incredible attractions.

260525 – Montag, 25.6 – am Mt. Jiuhua – 

Nach dem Frühstück fahren wir mit Autobussen eineinhalb Stunden Richtung Jiuhuashan UNESCO Global Geo Park. An sich war für heute Regen angesagt, aber wir haben mal wieder Glück, es ist trocken und freundlich, allerdings wieder bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Es geht ordentlich bergauf, über eine Bergstraße mit vielen Serpentinen inmitten von viel Grün. Könnte man fast mit Österreich verwechseln – wenn da nicht der Bambus am Straßenrand wäre.

Der Mt. Jiuhua ist einer der vier berühmten Berge des chinesischen Buddhismus, die jeweils einem der vier großen Bodhisattvas geweiht sind – hier wird Kśitigarbha/Dizang verehrt, Bodhisattva der Erlösung und des Lichts. Als erstes geht’s mit der Standseilbahn (made in Austria) hinauf zum Baisui Palast (1579, Ming Dynastie), auch Zhaixing Tempel genannt. Die Tempel sind grandios, und der Ausblick auf die umliegenden Berge ebenso – an den Hängen und auf den Gipfeln kleben weitere Klöster.

Am Weg zurück zur Seilbahn werden wir von einer zweiköpfigen Patrouille angehalten – die Makaken möchten die Touristen ein wenig näher begutachten – leider halten sich nicht alle an das Gebot, die Wildtiere nicht zu füttern.

Das Mittagessen ist wieder viel zu viel, zumal wir nur zu viert an einem Tisch für zehn Leute sitzen, wo aber dennoch die Menge für zehn Personen aufgetragen wird. Wir fragen mal unsere Guide, was mit dem übrig gebliebenen Essen passiert, in der Hoffnung, dass die Angestellten es bekommen oder es sonst irgendwie weiter verwendet wird. Leider müssen wir dann mit ansehen, wie alles in große Kübeln geleert und weggebracht wird – also das bekommen die Angestellten so sicher nicht zu essen.

Anschließend bekommen wir noch zwei Tempel zu sehen, zuerst den Huacheng-Tempel, dessen Eingang von Elefanten mit sechs Stoßzähnen bewacht wird. Diese symbolisieren die sechs Tugenden im Buddhismus, die zur Erleuchtung führen sollen. Und der letzte Tempelkomplex besteht eigentlich aus drei großen Palästen, einer schöner als der andere. 

Nach dem Abendessen macht sich unser Schiff auf den Weg Richtung Nanjing, 225 km sind es bis dorthin. Wir haben zumindest 11.034 Schritte oder 6,6 km zurückgelegt heute.

Monday, June 25 – at Mt. Jiuhua –

After breakfast, we travel by coach for an hour and a half toward the Jiuhuashan UNESCO Global Geopark. Rain had actually been forecast for today, but once again we are lucky: it stays dry and pleasant, although the humidity is extremely high again. We head steadily uphill along a mountain road full of switchbacks, surrounded by lush greenery. You could almost mistake it for Austria — if it weren’t for the bamboo lining the roadside.

Mt. Jiuhua is one of the four famous mountains of Chinese Buddhism, each dedicated to one of the four great Bodhisattvas. Here, Kṣitigarbha (Dizang), the Bodhisattva of salvation and light, is venerated. First, we take the funicular railway (made in Austria, by the way) up to Baisui Palace (1579, Ming Dynasty), also called Zhaixing Temple. The temples are magnificent, and so are the views of the surrounding mountains — additional monasteries cling to the hillsides and mountaintops.

On the way back to the cable car, we are stopped by a two-member patrol — the macaques want to take a closer look at the tourists. Unfortunately, not everyone follows the rule against feeding wild animals.

Lunch is served once again in a local restaurant- with far too much food, especially considering that there are only four of us sitting at a table meant for ten people, yet the amount served is still enough for ten. We ask our guide what happens to the leftovers, hoping that the staff get to eat them or that the food is otherwise reused somehow. Sadly, we then have to watch as everything is dumped into large bins and carried away — so the staff definitely are not getting it to eat.

Afterwards, we visit two more temples. First, the Huacheng Temple, whose entrance is guarded by elephants with six tusks. These symbolize the six Buddhist virtues that are said to lead to enlightenment. The final temple complex actually consists of three large palaces, each more beautiful than the last.

After dinner, our ship sets course for Nanjing, which lies 225 km away. At least we managed 11,034 steps — or 6.6 km — today.

260523 – Samstag, 23.5. – ein gelber Kranich, ein Glockenspiel und der älteste Kühlschrank der Welt

Heute Früh wachen wir in Wuhan auf, der nächsten Millionenmetropole mit mehr Bevölkerung als ganz Österreich (13,77 Mio Einwohner). Erste Besichtigung heute: der Turm – nein, nicht der Fledermaus, sondern  des gelben Kranichs. Das heutige Bauwerk, einer der „Vier großen Türme Chinas“, ist allerdings nicht mehr das Original, sondern mittlerweile das zwölfte. Der erste Turm wurde im Jahr 223 n. Chr. errichtet, und im Laufe der Jahrhunderte elf mal durch Kriege, Feuer oder Blitzschlag zerstört und wieder aufgebaut. Der heutige Turm ist 51,4 m hoch und besteht nur aus Beton, was man ihm eigentlich gar nicht ansieht. Im obersten Stock finden sich wunderbare Gemälde und die Aussicht ist großartig. Die mussten wir uns aber auch verdienen, der Besucherandrang ist gewaltig.

Nach dem – gut organisierten und ausgiebigen – Lunch in einem Hotel in der Nähe geht es weiter zum Museum der Provinz Hubei – und hier sind die Besuchermassen angsterregend. Das Museum ist eines der größten in China, und wir bemühen uns in der kurzen Zeit, die uns zur Verfügung steht, wenigstens einige der herausragenden archäologischen Schätze zu besichtigen.

Für das legendäre, über 2000 Jahre alte Bronzeschwert von Goujian müssen wir uns diesmal sogar vor dem Ausstellungsraum anstellen, und dann einfach nach vorne drängeln – mit geduldig Warten kommt man hier nicht weiter. Das Schwert, ganze 57 cm lang, einst im Besitz des Königs von Yue, wurde 1965 ausgegraben, absolut rostfrei und nach wie vor scharf.

Noch älter (2.459 Jahre) sind die 65 Bronze-glocken in ihrem Holzrahmen, die zusammen das Glockenspiel des Markgrafen Yi von Zeng bilden – funktionieren angeblich einwandfrei und decken fast fünf Oktaven ab. Inmitten von vielen unglaublich fein gearbeiteten Bronzegefäße sehen wir dann unter anderem die Jiangu-Trommelbasis – Dutzende kompliziert ineinander verschlungene Phönixe und Drachen bilden die Basis für eine große Trommel. Und auch den vermutlich ältesten Kühlschrank der Welt bekommen wir zu sehen:  der Bronze-Jianfu des Markgrafen Yi, welcher Speisen und Getränke im Inneren durch Eisblöcke im äußeren Behälter gekühlt halten konnte.

Nach vielen weiteren Hallen mit sensationellem Goldschmuck, Bronzekrügen, Musikinstrumenten, Sarkophagen und Grabwächterstatuen aus zweieinhalb Jahrtausenden stauen wir uns zurück zum Pier, wo unser Schiff liegt – für die 12 km brauchen wir eine Dreiviertelstunde – angeblich ist das heute nur leichter Verkehr, weil ja Samstag ist. Also unter der Woche möchte ich hier nicht Autofahren müssen….

Nach dem Abendessen gibt’s eine Runde Gesellschaftsspiele – die lassen wir aus, stattdessen setzen wir uns mit Drinks aufs Aussichtsdeck. Kurz danach kommt auch die hauseigene Band Toni und Coco an Deck, und da darf‘s dann das eine oder andere Tänzchen sein … wenn uns vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass wir auf einem  Kreuzfahrtschiff mitten am Yangtze eine Rumba tanzen, hätten wir ihn / sie ausgelacht…. Aber damit haben wir heute wenigstens 12.563 Schritte oder 8,3 km geschafft. Unser Schiff steuert mittlerweile die nächste Destination an, es sind 250 km bis Jiujiang.

Saturday, May 23 – A Yellow Crane, a Carillon, and the Oldest Refrigerator in the World

This morning we wake up in Wuhan, the next megacity with more inhabitants than all of Austria (13.77 million residents). Our first sightseeing stop today: the tower—no, not the bat tower, but the Yellow Crane Tower. The current structure, one of the “Four Great Towers of China,” is no longer the original but already the twelfth version. The first tower was built in 223 AD and, over the centuries, was destroyed and rebuilt eleven times due to wars, fires, and lightning strikes. Today’s tower stands 51.4 meters high and is made entirely of concrete—something you would hardly guess by looking at it. The top floor contains wonderful paintings, and the view is magnificent. We had to earn it, though—the crowds of visitors are enormous.

After a well-organized and extensive lunch at a nearby hotel, we continue to the Hubei Provincial Museum—and here the crowds are truly intimidating. The museum is one of the largest in China, and in the short time available to us, we try to at least see some of its outstanding archaeological treasures.

For the legendary Sword of Goujian, over 2,000 years old, we actually have to queue outside the exhibition room and then simply push our way forward- waiting patiently won’t get you anywhere here. The sword, 57 cm long and once owned by the King of Yue, was excavated in 1965, completely rust-free and still sharp.

Even older (2,459 years) are the 65 bronze bells mounted in a wooden frame, forming the bell chime set of Marquis Yi of Zeng – still working perfectly, covering nearly five octaves. Among many superb bronze vessels, we also see the Jiangu drum base—dozens of intricately intertwined phoenixes and dragons form the base for a large drum. And we even get to see what is probably the oldest refrigerator in the world: the Bronze Jianfu of Marquis Yi, which kept food and drinks cool inside by using ice blocks placed in an outer container.

After many more halls filled with sensational gold jewelry, bronze jugs, musical instruments, sarcophagi, and guardian statues from two and a half millennia, we slowly make our way back to the pier where our ship is docked. The 12 km journey takes us 45 minutes—apparently today’s traffic is considered light because it’s Saturday. I definitely wouldn’t want to be driving here during the week…

After dinner there’s a round of board games—we skip that and instead head to the observation deck with some drinks. Soon after, the ship’s resident band, Toni and Coco, also come up on deck, and that calls for a dance or two. If someone had told us ten years ago that we’d be dancing a rumba on a cruise ship in the middle of the Yangtze River, we would have laughed at them… But at least that helped us reach 12,563 steps or 8.3 km today.

Our ship is now heading toward the next destination: Jiujiang, 250 km downstream.

260522 – Freitag, 22.5. – die Königsgräber der Chu –

Nach dem Frühstück geht es mit dem Autobus eineinhalb Stunden zu den Königsgräbern der Chu, ca. 35 km nordöstlich von Jingzhou. Die enorme Anlage ist mindestens so bedeutend wie das Mausoleum des ersten Kaisers Qin Shi Huang mit seiner Terrakotta Armee in Xian, und wurde auch genauso zufällig durch Feldarbeit gefunden. Allerdings haben wir bis zur Vorbereitung auf diese Reise noch nie etwas vom Reich der Chu (ca. 1040 – 220 v. Chr.) gehört.

Auch hier finden sich, so wie in Xian, riesige Opfergruben für Streitwagen und Pferde – aber nicht aus Terrakotta, wie die sorgfältig präparierten Skelette der armen Tiere belegen. Außerdem finden sich zahlreiche 

Gräber für Leibwachen, Konkubinen und Ehrengarden. Als Grabbeigaben waren vor allem Jadeschmuck und Kupfergefäße gebräuchlich. Die Lage der Mausoleen des Kaisers und der Kaiserin ist bekannt, allerdings wurden die Grabhügel bislang noch nicht geöffnet, um den möglichen Zerfall der 2500 Jahre lang luftdicht verschlossenen Artefakte durch den plötzlichen Einfluss von Licht und Sauerstoff zu verhindern. Daher weiß bis jetzt auch niemand, um welchen Chu-Kaiser es sich eigentlich handelt.

Am Nachmittag gibt es eine Präsentation über den mächtigen Fluss und die berühmten drei Schluchten. Der Fluss fließt durch elf chinesische Provinzen, bevor er bei Shanghai ins Meer mündet. Und eigentlich hat er viele Namen: im Oberlauf etwa heißt er Tongtian – mit dem Himmel verbunden, einer der gebräuchlichsten Namen ist Chang Jiang – langer Fluss. Außerdem hören wir, dass der Bezirk Fengjie, am Eingang in die erste Schlucht, die Qutang-Schlucht, auch Drei-Drachenbezirk genannt wird: der schwarze Drachen bezieht sich auf den Kohleabbau, der orange Drachen auf die Orangenplantagen und der weiße Drachen auf die Stadt des weißen Kaisers. Und schlussendlich lernen wir auch den Begriff  „wandelndes Portemonnaie“ kennen – das ist die Bezeichnung der Einheimischen für uns, also die Touristen, die ihr Geld hierlassen.

Abends bietet die Crew eine Art Varietee-Show, das Publikum ist begeistert und klatscht heftig – mit den vorher ausgeteilten Handklatschern! 

Und unser Schiff ist seit Mittag bereits wieder unterwegs, bis zu unserem nächsten Stopp morgen früh sind es immerhin 478 km. Bei unserer Eigenleistung dagegen merkt man, dass wir zu den Sehenswürdigkeiten gekarrt oder geschippert werden: heute haben wir nur 9.292 Schritte oder 6 km zurückgelegt.

Friday, May 22 – The Royal Tombs of Chu

After breakfast, we travel by bus for an hour and a half to the royal tombs of Chu, about 35 km northeast of Jingzhou. This enormous site is at least as significant as the mausoleum of the first emperor Qin Shi Huang with his Terracotta Army in Xian, and it was discovered just as accidentally—through agricultural work. However, until preparing for this trip, we had never even heard of the Kingdom of Chu (ca. 1040–220 BC).

Here too, as in Xian, there are enormous sacrificial pits for chariots and horses—but not made of terracotta, as the carefully preserved skeletons of the poor animals clearly show. There are also numerous graves for bodyguards, concubines, and ceremonial guards. Jade jewelry and bronze vessels were especially common as burial goods. The locations of the emperor’s and empress’s mausoleums are known, but the burial mounds themselves have not yet been opened in order to prevent possible deterioration of the artifacts, which have remained airtight for 2,500 years, from sudden exposure to light and oxygen. Therefore, no one yet knows which Chu emperor is actually buried there.

In the afternoon, we attend a presentation about the mighty river and the famous Three Gorges. The river flows through eleven Chinese provinces before reaching the sea near Shanghai. And in fact, it has many names: in its upper reaches, for example, it is called Tongtian—“connected with heaven”; one of its most commonly used names is Chang Jiang—“Long River.” We also learn that Fengjie District, at the entrance to the first gorge, the Qutang Gorge, is also known as the “Three Dragons District”: the black dragon refers to coal mining, the orange dragon to orange plantations, and the white dragon to the City of the White Emperor. And finally, we learn the expression “walking wallet” — the locals’ nickname for us, the tourists, who leave their money here.

In the evening, the crew puts on a kind of variety show. The audience is delighted and applauds enthusiastically—with the clappers that had been handed out beforehand!

Meanwhile, our ship has already been underway again since noon. Until our next stop tomorrow morning, there are still 478 km to go. As for our own contribution, it’s clear that we’re mostly being driven or ferried from one attraction to the next: today we managed only 9,292 steps, or 6 km.

260520 – Mittwoch, 20.5 – Zwei Kaiser und zwei Schluchten – 

Und wieder haben wir von unserer nächtlichen Fahrt, diesmal über 212 km bis nach Fengjie,  nichts mitbekommen. Das Programm heute Vormittag: die Stadt des weißen Kaisers, auf dem Berg des weißen Kaisers, einer Insel am Eingang zur Qutang-Schlucht. Mehrere Hundert Stufen führen hinauf, und es ist strahlend schön und heiß. Es gäbe auch die Möglichkeit, sich mit einer Sänfte hinauf tragen zu lassen, aber wir beschließen, uns diesen Besuch zu erarbeiten. Kaiser Liu Bang, Begründer der Han Dynastie, wird hier als Sohn des weißen Kaisers verehrt. Und hier begegnen wir auch Kaiser Liu Bei und seinem loyalen Kanzler Zhuge Liang wieder.

Den Nachmittag verbringen wir am Sonnendeck, wegen des phänomenalen Panoramas. Als erstes fahren wir in die malerische Qutang-Schlucht, die auch auf der Rückseite des 10-Yuan-Scheins abgebildet ist: mit 8 km ist sie die kürzeste und engste der drei Schluchten. An den steilen Felswänden sehen wir in unregelmäßigen Abschnitten Löcher – hier wurden früher Pflöcke waagerecht in den Fels getrieben, und die Verstorbenen darauf gebettet.

In der Provinz Chongqing gibt es über 20.000 Brücken. Bei der Einfahrt in die zweite der drei Schluchten, die Wu-Schlucht, passieren wir die letzte dieser Brücken, bevor wir in die Provinz Hubei wechseln. Wir sind jetzt in Zentral China, die Provinz Hubei hat 75 Mio EW, allein die Bevölkerung der Hauptstadt Wuhan übersteigt mit 12 Millionen die Bevölkerungszahl Österreichs. An den steilen Hängen der Schlucht kleben Tempel (bitte, wie hat man das Baumaterial da hinauf geschafft?), und im etwas flacheren Terrain sehen wir Orangenhaine.

Nach dem Abendessen gehen wir voller Neugierde zum im Abendprogramm angekündigten Gruppen-Tanzunterricht, der für uns aussieht wie eine Mischung aus Tai Chi und Linedance. Da macht die anschließende Dance Party mit der beschwingten Musik von Toni und Coco schon mehr Spaß. Inzwischen legt das Schiff 274 km bis Yichang zurück; wir haben heute zumindest 13.077 Schritte bzw. 8,8 km geschafft – und da ist die Danceparty nicht mitgerechnet.

Wednesday, May 20 – Two Emperors and Two Gorges –

Once again, we missed everything from our overnight journey of 212 km to Fengjie. This morning’s program: the City of the White Emperor, located on White Emperor Mountain, an island at the entrance to the Qutang Gorge. Several hundred steps lead up to it, the weather is beautiful and hot. There is also the option of being carried up in a sedan chair, but we decide to earn this visit ourselves. Emperor Liu Bang, founder of the Han Dynasty, is revered here as the son of the White Emperor. And here we also encounter Emperor Liu Bei and his loyal chancellor Zhuge Liang once again.

We spend the afternoon on the sun deck because of the phenomenal panorama. First, we sail through the picturesque Qutang Gorge, which is also depicted on the back of the 10-yuan banknote. At only 8 km, it is the shortest and narrowest of the Three Gorges. On the steep rock faces we see holes at irregular intervals—this is where people used to put their dead: wooden stakes were driven horizontally into the cliffs, with the deceased laid to rest upon them.

There are more than 20,000 bridges in Chongqing Province. As we enter the second of the Three Gorges, Wu Gorge, we pass the last of these bridges before crossing into Hubei Province. We are now in Central China. Hubei Province has 75 million inhabitants, and the population of its capital, Wuhan alone—12 million—exceeds the population of Austria. Temples cling to the steep slopes of the gorge (seriously, how did they get the building materials up there?), and in the flatter areas we see orange groves.

After dinner, full of curiosity, we attend the group dance lesson announced in the evening program, which looks to us like a mixture of Tai Chi and line dancing. The dance party afterward, with the lively music of Toni and Coco, is much more fun. Meanwhile, the ship covers another 274 km toward Yichang. Today, at least, we managed 13,077 steps, or 8.8 km—and that doesn’t even include the dance party.

260519 – Dienstag, 19. Mai – Geisterstadt, Megadamm und Feuer in den drei Königreichen – 

Wir haben seit gestern Abend leise und unbemerkt 177 km zurückgelegt (nein, nicht zu Fuß), heute früh wachen wir in Fengdu auf, und hier lernen wir: Beijing ist die Hauptstadt von China, aber Fengdu ist die Hauptstadt der Unterwelt. Das Wetter mit mystischen Nebelfetzen passt hervorragend dazu.

Über eine lange Pontonbrücke erreichen wir das Ufer, dann geht es mit dem Shuttle weiter. Der ausgedehnte Tempelkomplex, malerisch auf dem Ming Berg am nördlichen Ufer des Yangtze gelegen, kombiniert Elemente aus Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus. Hier müssen die Toten drei Tests bestehen – eine Brücke überqueren, einen Torbogen durchschreiten und einbeinig auf einer Kugel stehen – bevor sie ins Leben nach dem Tod weiter ziehen dürfen; furchterregende Dämonenstatuen säumen den Weg. Wer die Tests nicht besteht, landet in der 18. Hölle, die recht plastisch dargestellt ist. Und außerdem lernen wir: die Herren steigen mit dem linken Fuß über die Tempelschwelle und die Damen mit dem Rechten, weil: „die Damen haben immer recht!“

Am Nachmittag gibt’s Fortbildung: zuerst die äußerst interessante Dokumentation „Megadamm“ und dann eine Präsentation zum Dreischluchtendamm, den wir übermorgen besuchen werden. Unser Schiff legt inzwischen 62 km bis nach Zhongxian zurück, und nach dem Abendessen geht es von dort mit Bussen ca 30 min zur Show „Feuer in den 3 Königreichen“, wieder ein Mega-Spektakel: eine Freiluftaufführung mit Kriegern zu Pferd auf einer gewässerten Bühne, die den Yangtze symbolisiert, schirmschwingenden Tänzerinnen, die sich inmitten von blühenden Pfirsichbäumen aus der Luft abseilen, beweglichen Kulissen mit riesigen Projektionsflächen sowie rotierendem Auditorium. Also quasi „Kangxi Ceremony“ x „Chongqing 1949“, nur leider ohne englische Untertitel oder Kopfhörer. Von der Story (die zur Zeit der drei Königreiche in China ab 220 n. Chr. spielt) haben wir daher nicht viel mitbekommen, aber die war ja auch eher Nebensache – Reitkunst, Akrobatik, Technik und Spezialeffekte waren die eigentlichen Hauptdarsteller.

Und somit waren wir während dieser zwei Wochen in China öfter im Theater als in den letzten Jahren daheim! Dafür waren es heute nur 11.454 Schritte oder 7,5 km. 

Tuesday, May 19 – Ghost City, Mega Dam, and Fire in the Three Kingdoms –

Since yesterday evening, we’ve quietly and unnoticed covered 177 km (no, not on foot). This morning we wake up in Fengdu, and here we learn: Beijing is the capital of China, but Fengdu is the capital of the underworld. The weather, with its mystical wisps of fog, fits the theme perfectly.

We reach the shore via a long pontoon bridge and continue by shuttle. The extensive temple complex, picturesquely situated on Ming Mountain on the northern bank of the Yangtze, combines elements of Buddhism, Taoism, and Confucianism. Here, the dead must pass three tests—cross a bridge, walk through a ceremonial archway, and stand on a sphere on one foot—before they are allowed to move on into the afterlife; terrifying demon statues line the path. Those who fail the tests end up in the 18th Hell, which is portrayed in rather graphic detail. We also learn another important fact: men step over the temple threshold with their left foot first, and women with their right—because “women are always right!”

In the afternoon, we watch the extremely interesting documentary Mega Dam, followed by a presentation about the Three Gorges Dam, which we’ll visit the day after tomorrow. Meanwhile, our ship travels another 62 km to Zhongxian, and after dinner we take buses for about 30 minutes to see the show Fire in the Three Kingdoms—another mega-spectacle. It’s an open-air performance featuring warriors on horseback on a flooded stage symbolizing the Yangtze, dancers twirling parasols and descending from the sky among blooming peach trees, moving stage sets with enormous projection screens, and even a rotating auditorium. Basically, it’s like Kangxi Ceremony × Chongqing 1949, only unfortunately without English subtitles or headphones. As a result, we didn’t understand much of the story (which is set during China’s Three Kingdoms period beginning in 220 AD), but that was almost secondary—the real stars were the horsemanship, acrobatics, technology, and special effects.

And so, during these two weeks in China, we’ve gone to the theater more often than we have in recent years back home! On the other hand, today we only managed 11,454 steps, or 7.5 km.

260518 – Montag, 18. Mai – bye bye Chongqing – Ahoi Century Legend –

Heute gehen wir’s gemütlich an – wir schlafen länger, nützen die hoteleigene Waschmaschine und den Trockner und frühstücken ausgiebig. Gegen Mittag spazieren wir unerschütterliche Touristen trotz leichten Regens zum Luohan Tempel –  vor beinahe 1000 Jahren gegründet, immer wieder zerstört und wieder aufgebaut, beheimatet der Tempel Hunderte Buddhas und Arhats. Die Architektur ist atemberaubend, ebenso der Kontrast zu den Hochhäusern ringsherum. Dies ist wohl der schönste Tempel, den wir bis jetzt gesehen haben.

Dann stolpern wir in ein Kaufhaus, dessen 8. Stockwerk nur aus Spielzeuggeschäften besteht. So ein Zufall…. Schwer beladen mit vielen Rettungsautos kehren wir ins Hotel zurück und müssen natürlich Koffer umpacken, bevor wir uns, jetzt mit drei Gepäckstücken, auf den Weg machen. Wie hügelig Chongqing tatsächlich ist, merken wir am Weg, den unser Taxifahrer nimmt: um den Stau in der Innenstadt zu vermeiden, nimmt er doch tatsächlich den Weg durch eine Parkgarage – Einfahrt in Ebene 8, Ausfahrt auf Ebene 1, nahe der Uferstraße, bei  朝天门11码头 (No.11 Chao Tian Men Pier). Und von hier legt heute Abend unser Kreuzfahrtschiff, die Century Legend, ab.

Nach fünf verschiedenen Hotels in fünf verschiedenen Städten in den letzten zwei Wochen sind wir froh, jetzt nicht nach zwei oder drei Tagen wieder Koffer packen zu müssen, sondern 10 Nächte im gleichen Bett schlafen zu können. Die 11-tägige Yangtze-Flussfahrt von Chongqing nach Shanghai ist unsere mittlerweile fünfte Kreuzfahrt, und wir sind schon sehr gespannt. 

Wir beziehen unsere gemütliche Kabine und gehen Abendessen – dann stellen wir plötzlich fest, dass sich das Schiff bewegt- wir haben völlig unbemerkt abgelegt. Schnell hinauf auf Deck 6, das nächtliche Chongqing zieht an uns vorbei – ein fantastischer Anblick, und eine tolle Stadt, die einen längeren Besuch verdient hätte.

Dann gibt es die übliche Sicherheitsunterweisung sowie die Vorstellung des Programms für die kommenden Tage – ziemlich schnell und auf chinesisch, aber wir haben Kopfhörer mit englischer Übersetzung. Anschließend bietet das philippinische Duo Toni & Coco live Musik bis zur Willkommensparty des Kapitäns und da gibt es dann noch mehr Musik und Tanz. Und damit kommen wir dann doch immerhin auf 15.356 Schritte bzw. 10 km.

Monday, May 18 – Bye Bye Chongqing – Ahoy, Century Legend –

Today we’re taking it easy — we sleep in, make use of the hotel’s washing machine and dryer, and enjoy a long breakfast. Around noon, we fearless tourists set off despite the light rain and walk to the Luohan Temple. Founded almost 1,000 years ago and repeatedly destroyed and rebuilt over the centuries, the temple is home to hundreds of Buddhas and Arhats. The architecture is breathtaking, as is the contrast with the surrounding skyscrapers. This is probably the most beautiful temple we’ve seen so far.

Then we happen to wander into a shopping mall where the entire 8th floor consists only of toy stores. What a coincidence… Heavily loaded with numerous ambulances for our collection, we return to the hotel and, of course, have to repack our luggage before setting off again — now with three pieces of baggage.

We realize just how hilly Chongqing really is from the route our taxi driver takes: to avoid downtown traffic, he actually drives through a parking garage — entering on Level 8 and exiting on Level 1 near the riverside road by 朝天门11码头 (No. 11 Chao Tian Men Pier). And this is where our cruise ship, the Century Legend, will depart this evening.

After staying in five different hotels in five different cities over the last two weeks, we’re happy not to have to pack our suitcases again after just two or three days, but instead to spend 10 nights sleeping in the same bed. The 11-days Yangtze River cruise from Chongqing to Shanghai is already our fifth cruise, and we’re very excited.

We settle into our cozy cabin and then head to dinner — and suddenly realize that the ship is moving. We had completely missed the departure without noticing! We quickly rush up to Deck 6, and nighttime Chongqing glides past us — a fantastic sight and a wonderful city that would have deserved a much longer visit.

We attend the usual safety briefing and the presentation of the program for the next days — quite fast and in Chinese, but we have headphones with English translation. Afterwards, the Filipino duo Toni & Coco provides live music until the captain’s welcome party, where there is even more music and dancing.

And with that, we still manage to end up with 15,356 steps — about 10 km.

260517 – Sonntag, 17. Mai – ein Ausflug auf chinesisch – 

Die weltberühmten Felsskulpturen von Dazu befinden sich etwa 100 km westlich von Chongqing, verteilt auf mehr als 75 Höhlen und Grotten. Die Besichtigung auf eigene Faust ist zwar möglich, aber langwierig und mühsam– daher buchen wir einfach eine Tour, um uns die komplizierte Anfahrt zu ersparen. Und weil es eigentlich nur um den stressfreien Transport geht, nehmen wir eine chinesische Tour – kostet einen Bruchteil einer englischsprachigen Tour, und die Informationen über die Sehenswürdigkeiten haben wir uns vorher brav durchgelesen.

Der Tour Anbieter kontaktiert uns am Vorabend über WeChat, wir werden in der Früh pünktlich vom Hotel abgeholt und die komplette Kommunikation läuft ebenfalls, simultan übersetzt, über WeChat.

Nach einem kurzen Stopp in der Altstadt von Changzhou mit Besichtigung des Büros des ehemaligen Gouverneurs geht es schon nach Beishan, ganz mystisch, mit etwas Nebel und leichtem Regen. Im Wald. Regenwald also. Mittendrin: wunderbare Felsskulpturen, teilweise sogar noch mit etwas Farbe, Guanyin-Statuen in allen Varianten. Besonders beeindruckend finden wir die Pfauenkönig-Skulptur.

Anschließend haben sich die braven Touristen Mittagessen verdient, auch das ist bestens organisiert, und dann kommt der Höhepunkt der Tour, nämlich die Felsskulpturen von Baoshan, die wir mittels Shuttle vom Busparkplatz aus erreichen. Wir sehen Wasserbüffel und ihre Hirten. Und die Wächter der buddhistischen Gesetze. Und Avalokitesvara mit 1000 Händen – eigentlich sind es 1007 Hände und in jeder Handfläche sitzt ein Auge. Und das Rad des Lebens. Und den großen liegenden Buddha. Und, und, und – wir kommen aus dem Staunen nicht heraus, und irgendwie macht sich Indiana Jones Feeling breit.

Im angeschlossenen Museum sind lokale Exponate zu sehen, und auch solche aus anderen Höhlentempeln, in China und weltweit – da hätten wir schon wieder ein paar Reiseziele gefunden. 

Anschließend geht es mit dem Bus zurück, wir steigen in der Nähe der Yangtze Seilbahn aus – die dürfen wir natürlich nicht auslassen. Heute ein Touristenmagnet, war es einst ein ganz gewöhnliches Transportmittel, dass die Einwohner auf die andere Seite des Flusses brachte. Wir streunen ein wenig durch das Viertel am Südufer des Flusses, mit vielen netten Lokalen und kleinen Geschäften und ausgefallener Straßendekoration. Dann geht es mit der Seilbahn wieder zurück, die Gebäude sind mittlerweile abendlich beleuchtet, wir gehen durch die Fußgängerzone mit dem Befreiungsdenkmal zurück zum Hotel – aber wir kommen nur langsam voran, weil wir immer wieder Fotostops einlegen. Die Stadt hat uns total überrascht, wir haben vorher noch nie von Chongqing gehört, und wenn die Kreuzfahrt nicht hier beginnen würde, wären wir wahrscheinlich auch nie hier gelandet. Und heute haben wir brav 19.656 Schritte oder 12,6 km hinter uns gebracht.

Sunday, 17 May – An Excursion in Chinese

The world-famous Dazu Rock Carvings are located about 100 km west of Chongqing, spread across more than 75 caves and grottoes. Visiting them independently is possible, but time-consuming and rather complicated— in order to spare ourselves the hassle of the difficult journey, we simply book a tour. A Chinese tour—it costs only a fraction of an English-speaking tour, and we had diligently read up on the sights beforehand anyway.

The tour provider contacts us via WeChat the evening before. In the morning, we get picked up punctually at the hotel, and all communication is handled through WeChat as well, with simultaneous translation.

After a short stop in the old town of Changzhou and a visit to the office of the former governor, we continue on to Beishan. Everything feels wonderfully mystical: a bit of fog and light rain. In the forest. Therefore: Rainforest, really. Right in the middle of it: magnificent rock carvings, some still showing traces of color, and Guanyin statues in all kinds of variations. We are especially impressed by the Peacock King sculpture.

Afterward, the well-behaved tourists have earned lunch, which is also perfectly organized. Then we move on to the highlight of the tour: the Baoshan rock carvings, which we reach by shuttle from the bus parking area. We see water buffalo and their herders. The guardians of Buddhist law. Avalokitesvara with 1,000 hands—although there are actually 1,007 hands, and each palm contains an eye. The Wheel of Life. The great reclining Buddha. And so much more—we simply cannot stop marveling, and somehow an Indiana Jones feeling starts to take over.

The attached museum displays local exhibits as well as pieces from other cave temples, both in China and around the world—we immediately discover several more travel destinations.

Afterward, we head back by bus and get off near the Yangtze Ropeway—which, of course, we cannot miss. Today it is a tourist attraction, but it once served as an ordinary means of transportation that carried residents across the river. We wander through the neighborhood on the southern bank of the Yangtze River, with its many charming restaurants, small shops, and unusual street decorations.

Then we take the cable car back. By now, the buildings are illuminated for the evening, and we walk back to the hotel through the pedestrian zone near the Liberation Monument—but we make slow progress because we keep stopping for photos.

The city completely surprised us. We had never even heard of Chongqing before, and if our cruise were not starting here, we probably would never have ended up here at all.

And today we completed 19,656 steps—or 12.6 km.

260516 – Samstag, 16. Mai – ein Museum, ein Musical und ein Abend mit Freunden – 

Die letzte unserer vier geplanten Zugfahrten bringt uns in 1,5 Stunden von Chengdu nach Chongqing, auch diesmal klappt alles wieder bestens. Insgesamt ist das Reisen mit dem Zug in China angenehm, stressfrei und bequem, auch in der 2. Klasse. Und niemand hat sich für den Inhalt oder die Größe unserer Koffer interessiert – im Vorfeld hatten wir Befürchtungen, da im Internet maximale Kofferabmessungen sowie Beschränkungen bei Flüssigkeiten wie etwa Toilettenartikel angegeben waren. Dass man Spraydosen wie zum Beispiel Deosspray nicht mitnehmen darf, wussten wir ja schon.

Vom Bahnhof geht es mit der U-Bahn Richtung Stadtzentrum, wir müssen einmal umsteigen, und da gibt es die erste Überraschung: hier fährt eine Monorail, so wie in Walt Disney World! Wir bekommen einen ersten Eindruck von der Stadt – sehr hügelig, und viele viele, architektonisch sehr interessante Wolkenkratzer.

Unser Hotel liegt im quirligen Stadtzentrum, nach dem Checkin geht es gleich Richtung People‘s Square mit der monumentalen Halle des Volkes, architektonisch dem Himmelstempel in Beijing nachempfunden. Über 4000 Besucher passen ins Auditorium, welches für Versammlungen und Theateraufführungen genutzt wird – und manchmal von ermatteten Touristen einfach auch für ein Schläfchen zwischendurch. 

Und auf der anderen Seite des Platzes steht das Dreischluchten Museum, wieder ein riesiges Museum mit freiem Eintritt, aber reservierungspflichtig; und diesmal – wir sind ganz stolz auf uns – haben wir die online Reservierung auf WeChat in Chinesisch auch ganz allein geschafft.

Das Museum bewahrt tausende Artefakte auf, die ansonsten durch Überflutung durch den Bau des drei Schluchtendamms  unwiederbringlich verloren gewesen wären. Wir sehen kunstvolle Bronzegefässe und Goldornamente bis hin zu Haarschmuck der Damen von vor 2000 Jahren, ein Prunkstück ist die Hu-Krone mit dem Adler auf der Spitze; alte Münzen beziehungsweise Währungen und Zahlungsmittel in der Form von Muscheln oder Metallplättchen; Tonfiguren und Skulpturen, wie etwa einen Wachtturm – ein Beweis für Modellbau vor 2000 Jahren.

Weitere Ausstellungen zeigen Chinesisches Porzellan wie Krüge, Vasen und kunstvolle Urnen aus vergangenen Dynastien – die Porzellanherstellung begann bereits im 17. Jhd. v. Chr. in der Shang Dynastie. Auch die verschiedenen Ethnien im Südwesten Chinas, sind mit ihren Kostümen, Schmuck und Bräuchen in einer eigenen Ausstellungen repräsentiert.

Und ganz besonders interessant ist die Stadtentwicklung von Chongqing, die auch die historische Rolle der Stadt im Widerstand gegen die Okkupation durch Japan beleuchtet. Und daran schließt sich nahtlos unser Abendprogramm an: wir schauen uns die Show „Chongqing 1949“ an, eine Mischung aus Bühnenstück und Musical mit sensationeller Bühnentechnik. Die Show ist zwar auf chinesisch, aber wir bekommen Kopfhörer mit englischer Übersetzung, die Bühne dreht sich, das Auditorium dreht sich, die Darsteller seilen sich von der Decke ab, und es war ein unvergessliches Erlebnis. Und wem verdanken wir das alles? Dem nächsten unglaublichen Zufall, nämlich einem lieben Rot-Kreuz-Kollegen, der Sigis Posts auf Instagram verfolgt hat.

Stephan und Benedikt sind zwei Wochen in China unterwegs, und genau jetzt genau hier – sie haben für heute Abend Tickets für diese Show gebucht und wir schließen uns einfach spontan an, um den Abend gemeinsam zu verbringen. Wenn wir uns das vorher ausgemacht hätten, hätte es sicher nicht geklappt…

Unsere heutige sportliche Leistung war durchschnittlich : 19.940 Schritte oder 11,6 km.

Saturday, May 16 – A Museum, a Musical, and an Evening with Friends –

The last of our four planned train journeys takes us from Chengdu to Chongqing in 1.5 hours, and once again everything works perfectly. Overall, traveling by train in China is pleasant, stress-free, and comfortable—even in second class. And no one is interested in the contents or size of our suitcases. Before the trip, we had concerns because online information listed maximum luggage dimensions and restrictions on liquids such as toiletries. We already knew, however, that spray cans like deodorant are not allowed.

From the train station, we take the subway toward the city center. We have to change lines once, and that’s where the first surprise awaits us: they have a monorail here—just like in Walt Disney World! We get our first impression of the city: very hilly, and full of fascinating, architecturally impressive skyscrapers.

Our hotel is located in the bustling city center. After checking in, we head straight toward People’s Square with its monumental Great Hall of the People, architecturally modeled after the Temple of Heaven in Beijing. More than 4,000 visitors fit into the auditorium, which is used for assemblies and theater performances—and sometimes simply by exhausted tourists for a quick nap in between.

On the other side of the square there is the Three Gorges Museum, once again a huge museum with free admission, but reservations are required. And this time—we’re quite proud of ourselves—we managed to make the online reservation in Chinese on WeChat completely on our own.

The museum preserves thousands of artifacts that otherwise would have been irretrievably lost due to flooding caused by the construction of the Three Gorges Dam. We see ornate bronze vessels and gold ornaments, including women’s hair accessories from 2,000 years ago. One of the highlights is the golden Hu crown with an eagle on top. There are also ancient coins and other forms of currency and payment, including shells and metal plaques; clay figures and sculptures, such as a watchtower—a testament to model-making 2,000 years ago.

Other exhibitions display Chinese porcelain—jugs, vases, and elaborately decorated urns from past dynasties. Porcelain production began as early as the 17th century BC during the Shang Dynasty. Various ethnic groups of southwestern China are also represented in their own exhibition, featuring costumes, jewelry, and customs.

Particularly fascinating is the exhibition on the development of Chongqing itself, which also sheds light on the city’s historical role in resisting Japanese occupation. And that connects seamlessly with our evening program: we attend the show “Chongqing 1949,” a mixture of stage play and musical with sensational stage technology. The show is in Chinese, but we receive headphones with English translation. The stage rotates, the auditorium rotates, performers descend from the ceiling— an unforgettable experience. And who do we have to thank for all this? The next incredible coincidence: a dear Red Cross colleague who had been following Sigi’s Instagram posts.

Stephan and Benedikt are traveling through China for several weeks, and at exactly this moment they are exactly here—they have booked tickets for tonight’s show, and we spontaneously join them to spend the evening together. If we had tried to arrange it beforehand, it probably never would have worked out…

Today’s athletic achievement was average: 19,940 steps or 11.6 km (7.2 miles).

260515 – Freitag, 15. Mai – Riesenpandas, Riesenbuddha und Riesenfreude –

Wir haben uns während der Reiseplanung überlegt, hier im RiesenPanda- Forschungszentrum von Chengdu – sowie im Jänner in der Central Florida Animal Reserve – ein „Keeper for a Day“ Programm zu machen, also Gehege reinigen, Futter zubereiten, und Panda Kuchen machen. Aber man darf die Pandas nicht mehr angreifen, und das Programm ist dermaßen unverschämt und damit abschreckend teuer, dass wir uns dann doch für einen normalen Besuch entschieden haben. 

Und das war gut so, wir haben eine Tagestour gebucht, und unser Guide Samuel empfiehlt uns dringend, im Forschungszentrum das Shuttle zu nehmen und das neue eröffnete Westareal zu besuchen. Hier gibt es viel, viel weniger Touristen als beim Südeingang, außerdem auch kleine rote Pandas und RiesenPandabären. Große und kleine. Junge und ältere. Dicke und noch dickere. Pandabären mit großen Ohren und Pandabären mit noch größeren Ohren. Beim Essen – Bambusblätter oder Bambussprossen –  oder schlafend. Und erfreulicherweise – sagt unser Guide – ist das Forschung und Zuchtprogramm so erfolgreich, dass die Pandabären nicht mehr auf der Liste der gefährdeten Arten stehen.

Etwa 2 Stunden und ungefähr 11.738 Fotos später steigen wir wieder ins Auto und fahren Richtung Süden, nach Leshan, wo wir vom Schiff aus die mit 71 m Höhe größte sitzende Buddhastatue der Welt bestaunen. Man kann die riesige Sandsteinskulptur auch zu Fuß besichtigen, wir sehen die Touristen die steilen Felstreppen hinauf- und hinunterkrabbeln, aber allein bei dem Anblick tun mir die Knie weh. Dann die Quizfrage des Tages: wie viele Locken hat der Buddha auf seinem Kopf? Es sind 1051. Die Zahl hat keine besondere Bedeutung, irgendjemand hat sich einfach den Spaß gemacht, die Locken zu zählen.

Dann geht es wieder 2 Stunden mit dem Auto zurück zu unserem Hotel, zum krönenden Abschluss des Abends: Julie und Peter warten hier auf uns. Wir haben die beiden, auch begeisterte Reisende und Wohnmobilisten, vor drei Jahren im Rahmen unseres Sabbaticals in Argentinien kennen gelernt und sind ein Stückchen der Reise gemeinsam gefahren. 

Vor ein paar Tagen hat sich Julie bei uns gemeldet, die beiden sind in Chongqing zum 100. Geburtstag von Julies Mama, sie kommen heute nach Chengdu und wir verabreden uns spontan zum Abendessen.

Die Wiedersehensfreude ist riesengroß, wir haben einander viel zu erzählen, und Julie bestellt für uns die lokalen Köstlichkeiten – sie hat ja hier Heimvorteil. Anschließend geht es zurück ins Hotel – heute waren es „nur“ 14.078 Schritte oder 9,75 km. Es heißt Koffer packen, morgen geht es weiter in die nächste Stadt am Programm. 

Friday, May 15 – Giant Pandas, Giant Buddha, and Giant Joy

While planning our trip, we considered joining a “Keeper for a Day” program here at the Giant Panda Research Center in Chengdu, like we did at the Central Florida Animal Reserve back in January. You usually get to clean enclosures, prepare food, and even make panda cakes. But you can’t hug a Panda anymore and it was so outrageously expensive that we decided against it and chose a regular visit instead.

And that turned out to be the right decision. We booked a day tour, and our guide Samuel strongly recommended taking the shuttle at the research center and visiting the newly opened western area. There are far fewer tourists there than at the south entrance, plus there are also little red pandas. And of course giant pandas. Big and small. Young and old. Chubby and even chubbier. Pandas with big ears and pandas with even bigger ears. Eating bamboo leaves or bamboo shoots—or sleeping. And fortunately, as our guide tells us, the research and breeding program has been so successful that giant pandas are no longer on the list of endangered species.

About two hours and roughly 11,738 photos later, we get back into the car and head south to Leshan, where we take a boat to admire the world’s largest seated Buddha statue, a towering 71 meters high. You can also visit the enormous sandstone sculpture on foot; we see tourists climbing up and down the steep stone stairways, but just looking at them makes my knees hurt.

Then comes the quiz question of the day: How many curls does the Buddha have on his head? The answer is 1,051. The number has no special significance—someone simply had fun counting them.

Then it’s another two-hour drive back to our hotel, leading up to the highlight of the evening: Julie and Peter are waiting for us there. We met the two of them—fellow travel enthusiasts and motorhome travelers—three years ago during our sabbatical in Argentina, where we traveled together for part of the journey.

A few days ago, Julie got in touch with us. The two of them are in Chongqing for Julie’s mother’s 100th birthday, and since they were coming to Chengdu today, we spontaneously arranged to meet for dinner.

The joy of seeing each other again is enormous. We have so much to catch up on, and Julie orders local specialties for us—she has the home advantage here, after all.

Afterward, it’s back to the hotel. Today it was “only” 14,078 steps or 9.75 kilometers. Time to pack our bags—tomorrow we move on to the next city on the itinerary.