230820 – Flohmarkt und Tramway >

Sonntag / Sunday, August 20, 2023
Tag 490 – Flohmarkt und Tramway

Heute macht sich die Wahl unseres Apartments in San Telmo wirklich bezahlt – wir verlassen das Haus und stehen bereits am Sonntags-Flohmarkt, der sich die ganze Calle Defensa von der Plaza de Mayo über den Mercado San Telmo bis über die Plaza Dorrego nach Süden zieht, das sind immerhin 1,7 km. Im nördlichen Abschnitt steht die außen eher schlichte Basilica de Nuestra Señora del Rosario, deren Orgel ganz ungewöhnlich hinter dem Altar postiert ist. In einer Seitenkapelle sind englische Regimentsfahnen ausgestellt, die die Argentinier den Engländern 1806 bei der Rückeroberung von Buenos Aires abgenommen haben. Am Platz vor der Kirche befindet sich das Mausoleo de General Belgrano, momentan nicht sehr fotogen, weil eingerüstet.

Dann geht es zurück ins Flohmarktgetümmel, und an den mobilen Verkaufsständen hier gibt’s einfach alles – Kunsthandwerk, Mafalda-Souvenirs und Häkeltiere, Porzellan und Lederwaren, Nummerntafel und Messi-T-Shirts, Altes und Neues, und zwischendurch Essbares. Die echten Antiquitäten finden sich eher in den Geschäften in den Seitengassen, so zum Beispiel eine alte japanische Blechambulanz, die wir noch nie gesehen haben – aber 400 US $ ist leider viel zu teuer.

Im Mercado San Telmo legen wir eine Pause ein, nach dem Mittagessen finden wir dann hier im Markt und ein wenig später auf der Plaza Dorego einige Rettungsautos für unsere Sammlung. Am frühen Nachmittag haben wir die ganzen 1,7 km Flohmarkt samt etlichen Abstechern in Seitengassen abgegrast, und freuen uns insgesamt sechs Neuzugänge für die Sammlung. Und dann nehmen wir einen Uber, fahren 6 km nach Westen und stellen uns in einer langen Schlange für eine Attraktion an, die in Wien keine wäre: wir fahren Straßenbahn.

Die Tramway histórico de Buenos Aires wird von einer Handvoll Freiwilliger betrieben gewartet und gepflegt, allesamt Mitglieder des Vereins der Freunde der Tramway, der keinerlei Zuschüsse oder öffentliche Förderung erhält. Und die Straßenbahnfahrt ist obendrein gratis. Wir werden in Gruppen eingeteilt, bekommen kleine Fahrscheine, und hören über die Geschichte der Tramway in BA. Insgesamt ist noch eine Handvoll Trams fahrbereit, heute sind zwei grüne Wagen im Dienst. Plötzlich sind die 50 Minuten Wartezeit um, wir steigen ein und das Gefährt rattert knarrend und ächzend mit uns los. Die Fahrt dauert nicht lange, es sind nur ein paar Häuserblock, aber Spaß macht es, vor allem wenn das Signalhorn betätigt wird – es klingt wie ein Nebelhorn von einem Ozeandampfer, die Fahrgäste applaudieren begeistert. Und da ein PKW einfach knapp an den Schienen abgestellt wurde (ohne Lenker) gibt es viel Nebelhorn, und viel Applaus.

Nach der Fahrt sind wir mutig, und wollen statt mit UBER mit den Öffis zurück zu unserem Apartment fahren. Hier kann man aber im Bus kein Ticket kaufen, man braucht eine SUBTE-Karte, von der wir noch nicht wissen, wo wir sie bekommen. Einer der Tramway-Lenker, Juan Pablo, geht mit uns zur nächsten Haltestelle, wartet mit uns auf den Bus und lässt es sich nicht nehmen, uns mit seiner SUBTE-Karte die Heimfahrt zu spendieren. Wir sind beeindruckt. Buenos Aires ist eine ganz besondere Stadt mit ganz besonderen Menschen!


Day 490 – Flea market and tramway

Today we realize that we really chose an apartment in a great location – as we leave the house, we are already in the middle of the mile-long Sunday flea market on Calle Defensa, starting at the Plaza de Mayo and ending south of Plaza Dorrego. In the northern part, we visit the Basilica de Nuestra Señora del Rosario with its unusual organ (right behind the main altar) and the flags of British army battalions, taken from them by the Argentinians when they reconquered Buenos Aires in 1806 after 46 days of British occupation. The Mausoleo de General Belgrano in front of the church is under renovation right now.

Then we are back at the flea market – here we find a bit of everything, arts and crafts, Mafalda souvenirs and knitted animals, porcelain and leather, license plates and Messi-T-Shirts, old and new stuff, and edible stuff in between. The real antiques can be found in specialized stores, like an old Japanese tin plate ambulance which we have never seen before – but 400 US $ is way too expensive.

We take lunch break at Mercado San Telmo, and then we find some ambulances here and also on Plaza Dorrego. Early afternoon, we have seen all the flea market area and found six new pieces for our collection. And then, we take an Uber to get into a part of town almost 4 miles west. There we get in line for an attraction which would not be one in Vienna: we take the tram.

A handful of volunteers is taking care of the Tramway histórico de Buenos Aires, they all are members of the association of friends of the tram which does not get any money from the city of Buenos Aires or any other institution. And the train ride is free. We get sorted into groups, receive little paper tickets and hear the history of BA´s trams. About a handful of wagons is still in working order, today two green ones are on duty. Suddenly, the 50 minutes wait time is over and we may board the tram. It´s a short ride in a creaking tram but it´s a lot of fun, especially when the horn honks – sounds like a ship´s horn, the guest are thrilled and applaud. And as a car is parked too close to the tram tracks, we hear a lot of honking, and a lot of applause.

After the tram ride, we feel courageous and want to take public transport home instead of Uber. But – you can´t by a bus ticket in the bus, you have to have a SUBTE card, and we don´t know where to get one. One of the tram drivers, Juan Pablo, takes us to the nearest bus station, waits for the bus with us and even uses his SUBTE card to facilitate our ride home. Buenos Aires is a very special city with very special people!

Route 230820

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