Archiv der Kategorie: Nachlese

240417 – Die Plus-Seite >

Ab sofort ist die Plus-Seite online! Hier geht es direkt zur Seite:

Unsere grundsätzlichen Erfahrungen:

  • Wohnmobile/Reisemobile/Weltreisemobile sehen auf den Bildern der Hersteller bzw. Händler immer TOLL aus. Gehobener Luxus in der Innenausstattung zusammen mit dem Flair des 4×4 überall hinzukommen, verfehlt hier nicht die Wirkung.
  • Kühlschrank, Backrohr, Gefrierbox, Klimaanlage sind Dinge, die für den beginnenden Overlander im Verkaufsgespräch sehr schnell zu einem unbedingten MUSS avancieren.
  • Neigungsmesser, Bull-Bar, Sandbleche finden rasch den Weg in die Bestellliste.
  • Nicht alles was gut aussieht, hat auch einen entsprechenden funktionellen Wert.
  • Das Fahren auf Straßen in Mittel- und Südamerika kann man im europäischen Raum nicht üben und auch nicht lernen. Auch nicht in einem Steinbruch oder Kiesgrube und schon gar nicht in zwei Tagen. Hier darf man sich nicht in einer trügerischen Sicherheit wiegen.
  • 4×4 ist NICHT der Garant für sicheres, unfallfreies Fahren auf jedem Untergrund, egal in welchem Gelände, egal zu welcher Jahreszeit.
  • Allrad-Ausstatter (Zubehörhändler) wissen genau, was den Abenteurer in Dir anspricht – unabhängig vom tatsächlichen Nutzen der Teile, die sie Dir verkaufen.
  • In Europa werden zumeist Wohnmobile/Reisemobile für den durchschnittlichen europäischen Reisenden, für europäische Straßenverhältnisse, für ein europäischen Servicenetz gebaut (und für die europäischen Abenteuer-Selfies mit dem geilen 4×4, mit dem man zumeist von Campingplatz zu Campingplatz zuckelt).
  • Hinterher bist Du nach so einer Reise immer nicht nur um eine, sondern um viele Erfahrungen reicher – leider zahlst Du zumeist auch ein entsprechendes Lehrgeld.
  • Je einfacher – umso besser (KISS – keep it simple and stupid).
  • Der schonende Umgang mit den vorhandenen Resourcen ist ein (über)lebensnotwendiges MUSS (Wasser, WC-Tank, Energie, Müll, …)
  • In Gesamt-Amerika ist der IVECO 4×4 ein unbekanntes Auto. In manchen Teilen Mittel- und Südamerikas wird der IVECO Daily vertrieben. Baugleiche Ersatzteile sind – abhängig vom Vertriebsnetz – erhältlich (mal einfacher – mal schwieriger). Spezifische Ersatzteile für den 4×4 nimmt man am besten selbst mit. Die FIN des europäischen IVECO 4×4 wird in Südamerika nicht erkannt – das bedeutet, dass für die IVECO-Werkstätten keine Möglichkeit besteht, auf die technische Dokumentation von IVECO 4×4 zuzugreifen.
  • Iveco Werkstatthandbuch: die komplette Werkstattdokumentation für den Iveco 4×4 ist in der Print-Version erhältlich – vorausgesetzt man kennt die Bestellnummern. Englisch: 60395977; Spanisch: 60395981; Portugiesisch: 60395982 – ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR!!! – Für die Dokumentationen verlangte IVECO 2022 € 800,00 pro Exemplar + Versandkosten. Lt. Information besteht ein Exemplar aus 3 Ordnern mit rd. 2083 Seiten pro Sprache (= viel Gewicht und Platz). Auf die Online-Version haben leider nur die IVECO-Werkstätten darauf Zugriff. Der Vorteil der Online-Version ist natürlich auch, dass die Dokumentation auf Basis der FIN dargestellt wird.
  • Die gute Nachricht für Südamerika: sie können alles reparieren!
  • Die europäischen Ersatzteilnummern sind nicht ident mit den südamerikanischen Teilenummern. Die Ersatzteile werden in Brasilien sowohl für den europäischen als auch südamerikanischen Markt gefertigt, unterscheiden sich aber in der Nummerierung.
  • In der Reisevorbereitung unbedingt prüfen, ob die aufgezogene Reifendimension im Zielgebiet erhältlich, verfügbar und lieferbar ist. Der Michelin XZL 255/100 R16 (mit dem sind wir losgefahren) ist zwar ein guter Reifen, aber in Nord-, Mittel- und Südamerika gar nicht oder nur sehr eingeschränkt mit 3 Monaten Lieferzeit erhältlich (Achtung: in Argentinien auf Grund von Zollbeschränkungen so gut wie gar nicht!) . Die Dimension 255/100 R16 ist keine gängige Dimension in diesen Ländern.
  • Ersatzteillieferungen bzw. Amazon-Bestellungen nach Argentinien sind entweder unmöglich oder aber nur mit viel Aufwand durchzuführen (Zoll).
  • Lebensmittel werden nach ihrem tatsächlichen Zustand und nicht nach (zumeist) nicht vorhandenen Ablaufdaten bewertet.
  • Müllvermeidung sollte eigentlich etwas Selbstverständliches sein – möchten wir aber hier trotzdem auflisten.
  • Mülltrennung gibt es in den meisten Ländern – die bunten Tonnen und Behälter sind vorhanden – jedoch wird es (vor allem in Südamerika) noch ein längerer Weg sein, bis sich die Trennung auch wirklich durchsetzt.
  • Lebensmitteleinkäufe orientieren sich immer an dem (noch) vorhandenen Platz im Wohnmobil.
  • Von allem, was ihr in der Reisevorbereitung meint „unbedingt zu benötigen“, könnt ihr getrost mindestens 50% zu Hause lassen! Wir haben bereits in den USA begonnen, Kisten mit unnötigen Sachen nach Hause zu schicken.
  • Und so lässt sich die Liste sicher noch weiter ausführen.

240417 Two years ago / Vor zwei Jahren >


Unter dem Motto „Heute vor zwei Jahren“ haben wir uns entschlossen, über SocialMedia unsere Abenteuer Tag für Tag neu zu erleben. Deshalb werden wir unsere Blog-Einträge noch einmal posten. Viele von Euch sind erst während unserer Reise zu uns gestossen und haben deshalb einiges versäumt. Wir hoffen, Euch damit eine kleine Freude zu bereiten und freuen uns schon darauf, wenn ihr uns von Kanada in die Antarktis folgt. Eure „Ottenweinerts“


We are planning to relive our big adventure, on social media, day by day – „Today, 2 years ago“.That´s why we will post our blog entries once more – many of you joined our blog at some point during the journey, therefore missing out on a part of the adventure. We hope you’ll have fun reading our blog and we are looking forward to seeing you following us from Canada to the Antarctic. Sincerely, the Ottenweinerts

231214 – Niederösterreichische Nachrichten/Newspaper


Hier die pdf-Version inkl. Download-Link:

231119 – Paramedics & Ambulances >

Abgesehen von der großen weltumspannenden Familie des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds gibt es noch eine zweite globale Familie. Egal ob sie Paramedics, Notärzte, Notfallsanitäter, Rettungssanitäter, First Responder usw. genannt werden –  gemeinsam haben sie alle, dass sie sich um Erkrankte, Verletzte und Menschen in Not kümmern, egal unter welchem Logo, Zeichen, Slogan oder in welchem Land sie tätig sind.

Wir sind stolz darauf, Teil dieser Familie zu sein und natürlich haben wir auf unserer Reise viele dieser KollegInnen und „Familienmitglieder“ getroffen. Interessante Geschichten wurden erzählt, Einsatzfahrzeuge und Equipment hergezeigt und neue Freundschaften über die Grenzen hinweg geschlossen. Wir danken Euch für diese wundervollen Momente!

Apart from the large, worldwide family of the Red Cross and the Red Crescent, there is another global family. Whether they are called paramedics, emergency physicians, paramedic technicians, EMTs, first responders, and so on, they all have one thing in common: they care for the sick, the injured, and for people in need, regardless of the logo, symbol, slogan, or country they work in.

We are proud to be a part of this family, and during our journey, we met many of these colleagues and „family members.“ Interesting stories were shared, emergency vehicles and equipment were shown, and new friendships were formed across borders. We thank you for these wonderful moments!

231109 – Ein Dorf, das deinen Namen trägt … >

Vor einigen Jahren wurde meine Aufmerksamkeit auf die Geschichte meiner Familie gelenkt und ich begann im Internet zu recherchieren. Ich war nicht wenig erstaunt, als eines der Ergebnisse aus der Abfrage auf ein kleines Nest in Texas referenzierte. Neugierig geworden suchte ich nach Bildern und Texten zu dem kleinen Städtchen im Herzen von Texas. Seit damals war für mich klar: dort möchte ich mal hin.

Unsere Reise führte uns tatsächlich zu dem kleinen Ort etwas abseits der Hauptstraße. Ein verschlafener Ort, der aus einigen Straßen besteht und dessen beste Zeit schon lange zurück liegt. Genaugenommen besteht der Ort aus einem kleinen Rathaus, einer Kirche, einem Post-Office, zwei geschlossenen Schulen und einer Feuerwehrstation. Ganze 126 Einwohner zählt der Ort noch … und es werden immer weniger.

Über die Entstehung gibt es unterschiedliche Versionen. Die einen sagen, der Ort wurde nach einem Senator Weinert benannt, andere Quellen sprechen von einem Mitarbeiter der Eisenbahnbaugesellschaft, den man mit Land entlohnte, worauf er den Ort gründete.

Wie auch immer – es ist schon ein eigenartiges Gefühl, wenn man seinen Namen am Rathaus, am Wasserturm, am Friedhof und auf den Feuerwehrautos liest. In jedem Fall war es den Abstecher wert.

Ein Senator mit dem Namen Weinert …

In Austin/Texas besuchten wir das Capitol und fanden die Spuren des möglichen Namensgeber. Eigentlich gab es gleich zwei Senatoren mit dem Namen Weinert und den Aufzeichnungen nach dürften sie auch ziemlich erfolgreich in ihrer Tätigkeit gewesen sein.

https://en.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_C._Weinert

https://en.wikipedia.org/wiki/Rudolph_A._Weinert

Das Weinert Haus in der Weinert Straße …

Das Haus von Ferdinand Weinert steht in Seguin, Texas und ist heute (neben einem Historic Landmark) ein AirBnB. Aber nicht nur als Historic Landmark kennt man das Gebäude, sondern auch als Ort, an dem es spuken soll. Im Buch „The Big Book of Texas Ghost Stories“ von Alan Brown (Rowman & Littlefield, 17.07.2019 – 288 Seiten) werden die geisterhaften Aktivitäten im Weinert-Haus beschrieben.

Eine Weinflasche mit dem Namen Weinert darauf …

Und noch einmal sind wir auf unserer Reise auf den Namen Weinert gestoßen. Diesmal in der berühmten Weingegend um Mendoza in Argentinien.

Etwas außerhalb von Mendoza liegt Lujan de Cuyo – Heimat der Bodega Weinert. Die Weine – und hier besonders der Malbec – haben es zu lobenden Erwähnungen in das Forbes Magazin geschafft.

https://www.forbes.com/sites/karlsson/2020/08/24/bodega-weinert-mendoza-malbec/

Für uns ein Grund, bei der Bodega vorbeizuschauen und natürlich auch eine Flasche dieses berühmten Weins mitzunehmen.

Die Flasche haben wir dann übrigens am letzten Abend in Uruguay bei Timo und seinen Brüdern bei einem Grillabend geleert. Die leere Flasche ist aber als Souvenir mit nach Österreich gekommen.

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A village that bears your name…

Several years ago, my attention was drawn to the history of my family, and I started researching on the internet. I was quite surprised when one of the search results referenced a little town in Texas. Curiosity led me to search for pictures and information about this small town in the heart of Texas. Since then, it was clear to me: I want to visit there someday.

Our journey actually led us to the small town off the main road. It’s a sleepy place with a few streets, and its heyday is long gone. The town consists of a tiny town hall, a church, a post office, two closed schools, and a fire station. It has only 126 residents, and their number is decreasing.

There are different versions of how the town got its name. Some say it was named after a Senator Weinert, while other sources mention a railroad company employee who was compensated with land and then founded the town.

Regardless of the origin, it’s a strange feeling to see your name on the town hall, the water tower, the cemetery, and the fire trucks. In any case, the detour was worth it.

A Senator named Weinert

In Austin, Texas, we visited the Capitol and found traces of the potential namesake. There were actually two senators Weinert, and records indicate they were quite successful in their roles.

https://en.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_C._Weinert

https://en.wikipedia.org/wiki/Rudolph_A._Weinert

The Weinert House on Weinert Street …

Ferdinand Weinert’s house is located in Seguin, Texas; today, it’s an AirBnB (in addition to being a Historic Landmark). The building is not only known as a Historic Landmark but it’s also said to be haunted. The ghostly activities in the Weinert House are described in the book „The Big Book of Texas Ghost Stories“ by Alan Brown.

And once again, we came across the name Weinert on our journey, this time in the famous wine region around Mendoza, Argentina.

A wine bottle with the name Weinert on it …

Just outside of Mendoza is Lujan de Cuyo, home to Bodega Weinert. Their wines, especially the Malbec, have received high praise and made it into Forbes Magazine.

For us, this was a reason to visit the winery and, of course, take a bottle of this famous wine with us. By the way, we emptied the bottle on the last evening in Uruguay with Timo and his brothers at the barbecue. The empty bottle made its way to Austria as a souvenir.

231022 – Menschen/People >

Viele von Euch haben uns nach unserer Rückkehr nach den schönsten Plätzen, den abenteuerlichsten Routen und nach den schönsten Erlebnissen gefragt. Und jedes Mal fiel uns die Antwort schwer, weil wir täglich mit –zig Eindrücken konfrontiert waren.

Aber ein Punkt zieht sich wie ein roter Faden über alle zurückgelegten Kilometer, jeden erklommenen Höhenmeter, jedes besuchte Land: die Menschen, die unsere Wege gekreuzt haben! Deshalb gibt es in unserem Blog ein Kapitel „people we met“.

Begonnen hat alles in Calais, Maine, USA, mit Ellen und Paul.

In Kanada war es beinahe unmöglich, die Wassertanks zu füllen – Mitte April war es noch viel zu kalt und alle externen Wasseranschlüsse noch geschlossen. Die Suche nach Frischwasser zum Nachfüllen und einem Plätzchen für die Nacht war nach dem Grenzübertritt von Kanada in die USA auch schwierig. Alle Picknick-Plätze waren noch geschlossen, die Saison eben noch nicht eröffnet. Auch die externen Wasseranschlüsse der Tankstellen waren noch nicht geöffnet, da es einfach noch zu kalt war. Schließlich landeten wir bei einem Walmart, wo wir hofften, in der Gartenabteilung Wasser tanken zu können. Auch dort war der Wasserhahn noch nicht in Betrieb, aber Ellen vom Customer Service rief einfach ihren Mann Paul an, weil sie „wohnen gleich um´s Eck“ – Paul kam und lotste uns die ca. 6 Kilometer zu ihrem Privathaus, wo wir unseren Frischwassertank auffüllen konnten.

Dieses Erlebnis hat uns schon am Anfang der Reise geprägt und so entstand in unserem Blog das Kapitel „People we met“. Auf den restlichen mehr als 80.000 Kilometern begegneten uns noch viele nette und freundliche Menschen aus allen Kulturen und sozialen Schichten. Mit etlichen dieser neuen Freunde und Bekannten sind wir nach wie vor in Kontakt. Ihnen ist dieser Eintrag und auch die beiden Videos gewidmet. Danke – dass ihr Teil unserer Reise wart!

Short Version
Long Version

Link: https://ottenweinerts.blog/people-we-met/


After our return, many people asked us about the most beautiful places we have seen, the most adventurous routes and the most impressive experiences that had happened to us. And there is no correct answer because there were just soooo many things to see and places to visit – every day!

But if we look back on all the thousands of miles we have been driving, on all the thousands of altitude feet we conquered through each and every one of the 19 countries we visited, there is something standing out: it´s the people we had the great fortune to get to know along the road. That´s the reason for the chapter “People we met” in our blog. And everything started with Ellen and Paul in Calais, Maine, USA.

In Canada, it was almost impossible to get fresh water for our tanks – in the middle of April it was still too cold and freezing, all the exterior faucets were still closed. And after crossing into the USA, the search for water and a place to stay overnight wasn´t much easier on the south side of the border. All the picknick sites still closed – it was still off-season – and the faucets at the gas stations also not open yet. Finally, we stopped at a Walmart, hoping to get water for our tank in the garden department. No luck there, either, but: Ellen from Customer Service called her husband Paul because they lived “Just around the corner”. Paul came, guided us the few miles to their house and allowed us to fill our tank.

This was a distinctive moment right at the beginning of our journey and the reason for “People we met”. On the following 50.000 miles, we met many, many nice, friendly, helpful people from different cultures and social environments. And we are still in contact with several of these new friends and acquaintances. This blog entry and also the two videos are dedicated to YOU, guys – THANK you for being a part of our journey!

231003 – Die schießen – auf uns?!?! Nachtrag zu 221104 >

Oftmals wird der Begriff „natural awarness“ verwendet, wenn es darum geht solche Reisen vorzubereiten. Und natürlich spielt auch der Hausverstand eine ganz wichtige Rolle.

„Natural awareness“ ist ein sehr dehnbarer Begriff und wird sich/sollte sich auch an Land, Leuten, Kultur und politischer Lage und den zur Verfügung stehenden Informationen orientieren. Hilfreich sind hier die Webseiten der Außenministerien, wobei wir auch hier die Erfahrung machen mussten, dass sich die Warnstufen in Österreich und Deutschland oftmals unterscheiden und z.T. auch widersprechen. Der einzige brauchbare Tipp ist ganz einfach: Augen auf, wenn möglich lokale Nachrichten hören oder schauen, auf die Bevölkerung und aufs Bauchgefühl hören.

Auf unserer ganzen Reise gerieten wir dreimal in gefährliche Situationen, das erste Mal in Kolumbien:

Die schießen – auf uns?!?!

Wir waren in Kolumbien im Süden des Departments Cauca unterwegs, am Rückweg vom Archäologie-Park Tierradentro mit den einzigartigen Felsengräbern, es war früher Nachmittag und somit Tageslicht, und es war eine – für die Gegend ganz normale – Schotterstraße. Diese war plötzlich von einem VW Amarok und einigen Männer blockiert, wir wussten anfangs nicht warum – bis einer der Männer mit einer Handfeuerwaffe auf uns zukam. Wir ersparen uns hier, den Ablauf bis ins kleinste Detail zu schildern – das Video spricht eine deutliche Sprache:

copyright by ottenweinerts 2022/2023, Download, Weitergabe und Verwendung ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt

Fazit: die FARC Terroristen versuchten, uns zu überfallen und auszurauben bzw. als Geiseln zu nehmen, um Geld zu erpressen. Wir konnten entkommen und uns ist nichts passiert, aber wir haben 5 Einschusslöcher in unserem armen Krassen Pferd, unter anderem im linken Außenspiegel. Entgegen den Empfehlungen haben wir nicht bereitwillig alles hergegeben, sondern haben – solange wir im Fahrzeug hinter verschlossenen Türen saßen – alles unternommen, um zu flüchten. Die verschlossenen Türen waren die einzige – aber zu diesem Zeitpunkt wirksame – Barriere.

Was nicht mehr am Video zu sehen ist: wir sind mit der demolierten Stoßstange, einem am Vorderrad schleifenden Teil und mit viel Herzklopfen die nächsten 50 Kilometer in die nächste Stadt gerast und haben uns einmal bei einer Tankstelle hinter einigen Gebäuden versteckt, bevor wir uns zur Polizei aufmachten, um den Vorfall zu melden.

Da wir den gesamten Vorfall über zwei Kameras (Dash-Cam und GoProMax) hochauflösend auf Video aufnehmen konnten, waren die Beamten natürlich überglücklich, als wir ihnen eine SD-Karte mit den Videos und auch bereits bearbeiteten Standbildern übergeben konnten.

Die Beamten in Rio Plata verdienen unsere Hochachtung. Sie haben alles getan, um uns Sicherheit zu vermitteln. Nach der Aufnahme des Vorfalls wurde ein sicherer Platz zum übernachten gesucht, am nächsten Tag hatte man einen Mechaniker für uns organisiert, der uns einen korrekten Preis für die Reparatur gemacht hat; zum Geld abheben beim Bankomaten wurden wir begleitet und auch Wochen danach gab es immer wieder Kontakt via WhatsApp und die Frage, ob bei uns eh alles in Ordnung ist.

Tage nach diesem Vorfall fanden wir auch zwei Projektile im Heck unseres Fahrzeugs. Ein Projektil war im Sitzpolster hängengeblieben, das andere hat die Kühltruhe unter dem Sitz durchschlagen und ruiniert.

Wochen später erreichte uns via Polizei ein TV-Beitrag. Einer der Täter konnte in einer aufwendigen Aktion festgenommen werden. Da er für mehrere Straftaten gesucht wurde, gelang der Polizei hier mit Hilfe unserer Videos eine entscheidende Festnahme.

Mit freundlicher Genehmigung von Viviana Llorente, RCN Television S.A. – Beitrag copyright by RCN TV – 2023 / Download, Weitergabe und Verwendung ohne schriftliche Genehmigung ist untersagt.

Dieser Vorfall ist der Klassiker „zur falschen Zeit am falschen Ort“. Wir wurden auf unserer Reise hinterher immer wieder gefragt, ob wir nicht an diesem Punkt die Reise abbrechen wollten. Im Nachhinein betrachtet hat sich diese Frage eigentlich nie wirklich gestellt. Und außerdem ist Kolumbien ein wunderbares Reiseland, voller großartiger Natur, hoher Berge, schöner Strände, freundlicher Menschen (die meisten jedenfalls). Es soll sich also niemand durch unser Erlebnis von einer Reise nach / durch Kolumbien abhalten lassen – bloß das südliche Stück vom Department Cauca (und eventuell auch die Gegend ganz im Nordosten an der Grenze zu Venezuela) sollte man besser meiden.

Wie haben dieses Erlebnis NICHT in unserem täglichen Blog berichtet – erstens hat uns die Polizei in La Plata gebeten, nichts zu posten, um die Ermittlungen nicht zu behindern. Außerdem wollten wir unsere Familie daheim und unsere Freunde, die unsere Reise per Blog mitverfolgt haben, nicht unnötig beunruhigen (und wir sehen jetzt gerade vor unserem geistigen Auge ein paar sehr blasse Freunde in den USA, die die Hände über den Kopf zusammengeschlagen haben – und wir können sie beinahe hören: „Wir haben es Euch ja prophezeit, wenn Ihr dorthin fahrt!“). Der durchlöcherte Außenspiegel und die von uns später gefundenen Projektile werden als Souvenirs einen Platz in unserem Wintergarten bekommen.



We have heard about „natural awareness” multiple times during the preparations for our journey, and of course you need common sense. „Natural awareness“ is a very flexible term, and should be used in combination with all the information you can get about the country, the people, the culture and the political situation. We used the website of the Austrian ministry of foreign affairs extensively, also the German and the US-American one (but we found out that different countries may have different, sometimes even contradictory warning levels about the same destination). The most important thing is: watch the situation carefully, watch the news, listen to the local population – and to your gut. On our journey, we experienced three different dangerous situations, the first time in Colombia:

They are shooting – at us?!?!

We spent the day at the archeological park of Tierradentro in the southern part of Department Cauca, with its one-of-a-kind rock graves; we were on our way back, it was early afternoon, therefore broad daylight and it was one of the usual gravel roads. Which we found blocked by a VW Amarok and some men, we didn´t see why – until one of the men came to our car, armed with a handgun. We won´t describe the details – the video will tell you everything:

copyright by ottenweinerts 2022/2023. Download, distribution and use without written permission is forbidden

Summary: the FARC guerrilleros tried to rob us and / or take us hostage in exchange for money. We could get away unscathed, nothing happened to us, but our poor Brave Camper now has five bullet holes, one of them in the left side mirror. In contradiction to every recommendation, we didn´t give them anything, but did everything we could to get away, as long as we were sitting in our vehicle behind closed doors and windows. The closed doors were the only barrier, but this was enough.

What happened next (not on video anymore): we raced for about 30 miles to the next town, with a damaged front bumper which touched our right front tire in every curve, and with a considerably elevated heart beat rate. There, we hid behind some buildings at a gas station before we contacted the police.

We were filming all the time with two high-definition cameras (a dash-cam and a GoProMax), so we could provide the police with a video and several mug shots of the guerrilleros – the police were very happy about that. All the police personnel in Rio Plata have earned our respect. They did everything to make us feel safe again. After writing down a protocol, they organized a safe overnight place for us; on the next morning, they brought us to a mechanic who did the necessary repair for a fair price; they even guided us to the ATM to get cash. For the next several weeks we stayed in contact and they made sure that we were ok.

Several days after the incident, we found two bullets in our living room – one in the seat cushion, the other one went through the deep freezer under the seat, ruining the freezer box. Weeks later, the police sent us a TV-spot of the regional news – they had been able to apprehend one of the assailants. He was wanted for several criminal offenses – our video was the decisive evidence for the police.

With friendly permission by Viviane Llorente, RCN Television S.A. – Beitrag copyright by RCN TV – 2023 / Download, distribution and use without written permission is forbidden t.

This incident is a classic “at the wrong place at the wrong time”. When we mentioned it to other overlanders during our journey, we were often asked if we didn´t think of returning home after this “adventure”. But astonishingly, we never thought about that. And furthermore, Colombia is a great travel destination, with wonderful nature, high mountains, beautiful beaches, friendly people (most of them, anyway). So please don´t change your plans to travel to / through Colombia – just don´t go to the south of department Cauca (and maybe also not to the northeast near the border to Venezuela).

We did NOT mention this incident on our daily blog – first of all, the police of La Plata asked us not to post anything online in order not to put the investigations at risk. And secondly, we didn´t want to preoccupy our family at home and our friends who were traveling with us, so to speak, by reading our blog. (and right now, we can see our American friends who have turned very pale, throwing their hands up in horror, and we can almost hear them – “told you so if you go to South America!”). The perforated side mirror and the two bullets we found will remain as souvenirs in our sun room at home.

230917 – Ein paar Zahlen für unsere Statistikfreunde – some numbers for our friends who like statistics >

Wir waren 500 Tage und 499 Nächte unterwegs – wo haben wir die Nächte verbracht:

Our adventure lasted 500 days and 499 nights – where did we spend the nights:

  • in Hotels: 23 
  • auf offiziellen Campingplätzen – at official campgrounds: 114
  • auf informellen Übernachtungsplätzen (Tankstellen, Shoppingcenter oder Ketten wie Walmart in den USA, oder Restaurants wie Cracker Barrel) – informal camp sites (gas stations, shopping centers like Walmart, restaurants like Cracker Barrel: 255
  • freies Stehen – wild camping: 67 
  • privat – private: 24 (inklusive – including AirBnB)
  • am Schiff – on board the ship: 15
  • im Flugzeug am Heimflug – on the plane on the flight home: 1

Besuchte Länder– visited countries: 19 (eigentlich 20, wenn man das britische Antarktis-Gebiet Port Lockroy mitrechnet – 20, if you count the British Antarctic Territory of Port Lockroy)


Grenzübertritte – border crossings: 

  • offiziell – officially 31 (manche Länder mehrfach besucht – we visited several countries more than once: 2x Brasilien / Brazil, 3x Uruguay, 4x Chile, 7x Argentinien / Argentina); 
  • für die Antarktis-Reise haben wir Argentinien verlassen und waren in internationalen Gewässern unterwegs – for the Antarctic adventure we left Argentina, cruising through international waters; 
  • für das britische Antarktis-Gebiet Port Lockroy gab es keine Ein/Ausreise-Formalitäten – there were no immigration formalities for the British Antarctic Territory at Port Lockroy

Aufenthaltsdauer pro Land – days per country

  • Der längste Aufenthalt entfiel auf Argentinien mit insgesamt 118 Tagen bei 7 Besuchen, der kürzeste auf Costa Rica mit leider nur 4,5 Tagen (weil wir schnell nach Panama mussten wegen der Verschiffung nach Kolumbien); the country where we spent the most days was Argentina with 118 days and 7 visits; the shortest visit was in Costa Rica with only 4,5 days (we had to hurry to Panama to ship our Brave Camper to Colombia)

Tage pro Land – days per country:

  • Kanada / Canada: 11
  • USA: 95
  • Mexiko / Mexico: 25
  • Belize: 8
  • Guatemala: 7
  • Honduras: 7
  • Nicaragua: 6
  • Costa Rica: 4,5
  • Panama: 10,5
  • Kolumbien / Colombia: 26
  • Ecuador: 15
  • Peru: 26
  • Bolivien / Bolivia: 11,5
  • Paraguay: 15,5
  • Brasilien / Brazil: 58,5
  • Uruguay: 26,5
  • Argentinien / Argentina: 118
  • Chile: 18,5
  • Antarktis / Antarctica: 10

Zurückgelegte km – miles we have been driving:

  • Insgesamt sind wir 83.080 km gefahren (da fehlt noch Hamburg-Wiener Neudorf) – we drove a total distance of 51.634 miles (without the last part, from Hamburg to Wr. Neudorf)

Km pro Land – miles in each country:

  • Kanada / Canada: 866 km / 538 miles
  • USA: 23.753 km / 14.763 miles
  • Mexiko / Mexico: 4.355 km / 2.707 miles
  • Belize: 579 km / 360 miles
  • Guatemala: 712 km / 442 miles
  • Honduras: 1.159 km / 720 miles
  • Nicaragua: 526 km / 327 miles
  • Costa Rica: 667 km / 414 miles
  • Panama: 885 km / 550 miles
  • Kolumbien / Colombia: 3.189 km / 1.982 miles 
  • Ecuador: 1.436 km / 892 miles
  • Peru: 4.296 km / 2.670 miles
  • Bolivien / Bolivia: 1.920 km / 1.193 miles
  • Paraguay: 2.500 km / 1.554 miles
  • Brasilien / Brazil: 9.982 km / 6.204 miles
  • Uruguay: 3.350 km / 2.082 miles
  • Argentinien / Argentina: 20.184 km / 12.544 miles
  • Chile: 2.901 km / 1.803 miles
  • Antarktis: gar nix  / zero 

Zurückgelegte Schritte: 3.740.600 – steps we walked

Zu Fuß zurückgelegte km: 2.550,56 km – 1.585 miles on foot

Geradelt: nur 68,5 km (das nächste Mal lassen wir die Räder gleich daheim) – only 42,57 miles on our bicycles (next time we´ll leave them at home)


Spritverbrauch – diesel consumption and mileage: 

  • über 7.000 Liter Diesel (um genau zu sein: 7.359,878 Liter – in vielen Ländern zeigen die Zapfsäulen auf 3 Kommastellen an)
  • plus mehr als 1.400 Gallonen Diesel (1.417,195 Gallonen – in den USA, Belize, Guatemala, Ecuador und Peru wird in Gallonen berechnet)
  • umgerechnet gesamt 12.724,522 Liter bzw. 3.361,462 Gallonen Diesel
  • das bedeutet einen durchschnittlichen Verbrauch von 15,315 Liter auf 100 km – eigentlich ganz ok – wir können stolz sein auf unser Krasses Pferd
  • we needed more than 7.000 liters Diesel (exactly 7.359,878 liters – in many countries the diesel pumps showed three numbers after the coma)
  • plus, more than 1.400 gallons of diesel (1.417,195 to be exact – the US, Belize, Guatemala, Ecuador and Peru are using gallons)
  • in total: 12.724,522 liters respectively 3.361,462 gallons of diesel
  • this means an average consumption of 15,315 liters for 100 km, or – for our friends who are used to gallons and miles: we got on average 15,357 miles out of one gallon diesel, which is more than ok for our Brave Camper

Nächste Woche gibt´s wieder einen Beitrag – bleibt dran!

There will be another info post next week – stay tuned!