Freitag / Friday, April 21, 2023
Tag 369 / 345 – Hexenhöhlen, Seelenbrunnen und Schwefel
Aufstehen, solange es noch dunkel ist, ist nicht so unser Ding. Aber die Sonne geht heute erst um 8:06 auf, und da müssen wir schon wegfahren. Wir schaffen es pünktlich zum Besucherzentrum der Caverna de las Brujas, der Hexenhöhle. Der Ursprung des Namens: ein Hirte sah zwei Frauen in der Höhle verschwinden; als er ihnen folgte, fand er dort aber nur zwei Schwäne – die Frauen waren Hexen und hatten sich verwandelt. Wir bekommen Helme mit Lampe ausgehändigt und die Belehrung: die Besichtigung ist kein Spaziergang, sondern anstrengend, weil steil, eng und auf 2.000m Seehöhe; nicht geeignet für Leute mit Klaustrophobie, Angst vor Dunkelheit, Herz- oder Gelenksproblemen. Also wie geschaffen für uns
Und es ist in der Tat ein Erlebnis. Die Hexenhöhlen sind nicht unbedingt die beeindruckendsten Höhlen, die wir besucht haben, aber auf jeden Fall die abenteuerlichsten. Wir hangeln uns an Seilen entlang, krabbeln auf allen vieren durch enge Durchlässe, schieben uns seitlich durch schmale Gänge – und links und rechts geht es in unergründliche Tiefen, die die Lampen nicht ausleuchten können. Unsere Führerin ermahnt uns, immer beide Hände frei zu haben und die Handys gut zu verstauen – wenn sie fallen, sind sie einfach weg. Auf meine Frage, wie viele Touristen hier schon ihr Mobiltelefon oder die Kamera verloren haben, grinst sie nur. In ferner Zukunft (sofern es eine solche gibt) werden Archäologen sich über den Elektronik-Friedhof wundern – rituelle Bestattungen? Opfergaben an die Götter?
Die Klettertour führt bis zu einem großen Stalagmit, nach den Pflichtfotos geht es zurück, und das ist genauso anstrengend, wir sind froh, als wir wieder Tageslicht erblicken. Zwei Ziegen haben inzwischen unser Krasses Pferd bewacht und sind ganz enttäuscht, als wir wegfahren. In Malargüe machen wir kurz Pause, dann geht es ein Stück auf der Ruta 40 weiter nach Norden, und dann biegen wir auf die 222 nach Westen ab. Wir besuchen die „Pozos de las Ànimas“, die Brunnen der Seelen – keine Vulkankrater, sondern Dolinen, der Legende nach gefüllt mit den Tränen der Indígenas, die hier ihre Toten beweinen.
Dann suchen wir die Thermen, die es im Valle Las Molles geben soll. Schließlich finden wir sie auch – im einzigen Hotel & Thermal-Komplex, der das ganze Jahr offen hat – alle anderen Einrichtungen hier im Tal haben nur im Winter geöffnet. Es handelt sich um schwefelhaltiges Thermalwasser, das zu therapeutischen Zwecken eingesetzt wird, vor allem bei Muskel-und Gelenksbeschwerden – diesmal wirklich genau richtig für uns. Man darf sich in Einzelkabinen 15 min im heißen Wasser entspannen, je nach Wunsch zwischen 36 und 40 ° C, dann gibt es 15 min Relaxen auf der Liege. Herrlich entspannt sitzen wir dann noch vor dem großen offenen Kamin im Restaurant, bevor wir uns, dezent nach Schwefel duftend, in unser Heim auf Rädern zurückziehen. Wir dürfen hier am Parkplatz übernachten – vielleicht gehen wir morgen früh nochmals ins Thermalwasser.
Day 369 / 345 – Witches´ Caves, Wells of Souls and Brimstone
Getting up while it is still dark outside is not one of our favorite things. But the sun rises today at 8:06 am, and at that time we have to leave already. We make it on time to the visitor center of the Caverna de las Brujas, the Witches´ Caves. Legend has it that a shepherd saw two women disappear into the cave. As he followed them, he only found two swans – the women were witches and had turned themselves into white swans. We receive helmets with lamps and information: this is not a leisurely walk, this is an exhausting adventure, steep, narrow and at 6.560 ft above sea level, not for people with claustrophobia, fear of the dark, heart or muscle and joint problems. Just right for us
And it is an impressive tour, indeed. The caverns aren´t the most beautiful ones we have visited but definitely the most adventurous. We cling to ropes, get through narrow passages on our hands and knees, wind through tiny openings – and to our right and left there are unknown depths which the light of our lamps cannot reach. Our guide reminds us to always hold on with both hands and to put away the cellphones – if they fall, they are gone. Forever. When I ask her, how many tourists have lost their phones or cameras here, she just grins. In a distant future (if there is one), archeologist will try to find the reason for the electronic cemetery down below – ritual funerals? Offerings to the gods?
The tour ends at a giant stalagmite where we take our selfies, then we turn around – the way back is also very exhausting, we are happy to be back in the light of day. Two goats have been guarding our brave camper in the meantime – they are very disappointed when we leave. We take a break in Malargüe, continue north on Ruta 40 for some miles and then we turn left on 222, direction west. We visit the „Pozos de las Ànimas“, the Wells of the Souls. These two immense, water-filled holes with dangerously steep walls are not of volcanic origin, but they are cisterns, according to legend filled by the tears of the Indígenas who mourn their dead here.
Then we search for the thermal pools which should be here in the Las Molles Valley. And we find them, in the only hotel and thermal complex which is open all year; everything else is open only in winter. The sulphury water is used for therapeutic purposes, mostly for muscle and joint problems, like arthritis – exactly right for us. There are single bath booths with water temperature between 96,8 and 104 F to choose, the maximum time allowed is 15 minutes, followed by another 15 minutes of relaxation under a blanket on a lounger. Later, we are sitting in front of the fire place in the restaurant before we return to our home on wheels, faintly smelling like brimstone. We ask for permission to stay the night on the hotel´s parking lot – we might take another thermal bath tomorrow.


