250515 – Tag 14 / Donnerstag, 15. Mai – Fledermäuse und Schildkröten –

Andy holt Sigi, Ada und Johnny kurz vor 9 Uhr ab, sie fahren in den Kenting NP, und Sigi berichtet am Abend, was mir entgangen ist:

„Unser erster Stop ist der Eluanbi Park. Abgesehen von einigen schönen Aussichtspunkten bietet der Park zwei interessante „landmarks“: der „Qixingyan Basepoint“ hat eine wichtige territoriale Bedeutung für Taiwan. Er ist Ausgangs- und Messpunkt für die 14 Kilometer – Zone rund um Taiwan und bestimmt den territorialen Anspruchs Taiwan auf die umgebende Meeresfläche. Der zweite historisch – und auch für die Seefahrt – wichtige Punkt ist der Eluanbi Leuchtturm mit kleinem Museum.

Nach einem kurzen Foto-Stop an der Küste des Longpan Parks geht es weiter nach Manzhou – Lide Village. Hier wartet ein zwei Kilometer Fußmarsch entlang der Küste auf uns. Das Spektakuläre an diesem Fußmarsch sind die vielen durch Erosion entstandenen Felsformationen. Als kleine Draufgabe gibt es noch einige Vogelarten und immer wieder auftauchende und lärmende Affen zu sehen. 

Dann geht es weiter in den Kenting National Forest Park – am Programm stehen drei Höhlen und ein Aussichtsturm. Die erste Höhle, die Stalagmitenhöhle, entpuppt sich als abgesperrtes „Felsenloch“ und wirkt eher enttäuschend. Die Fairy Cave dagegen, mit ihren engen Durchlässen und den vielen sich dort ausruhenden Fledermäuse ist ein wahres Schmuckstück. Am Ende steht dann noch die Silver Dragon Cave auf dem Programm, die zwar keine Fledermäuse zu bieten hat, aber dennoch durchaus beeindruckend ist.

Der Anblick des Seaview Towers lässt uns kurz überlegen, ob wir wirklich die Stufen zur Plattform erklimmen wollen – aber zum Glück: es gibt einen Aufzug. Oben angekommen bietet sich ein atemberaubender Rundumblick vom Meer bis hin zu den üppigen Wäldern der Insel. In der beginnenden Dämmerung erreichen wir dann wieder die Tauchschule.“

Für mich geht es heute gemütlicher los, der erste Tauchgang findet um erst 10:30 statt. Außer meinem Tauchcomputer, der GoPro mit Hülle und den Brevets habe ich keinerlei Ausrüstung mit – wir sind ja sieben Wochen mit nur einem Koffer pro Kopf unterwegs, und für einen Tag tauchen zahlt sich Equipment mitschleppen auch gar nicht aus. Also Ausrüstung ausleihen – trotz 28 Grad Wassertemperatur werde ich in einen 3mm Anzug komplimentiert – es gibt Quallen hier, abgesehen von scharfkantigen Felsen am Einstieg. 

Vom etwas mühsamen Ein- und Ausstieg über den felsigen und rutschigen Uferzugang abgesehen, sind die beiden Tauchgänge am Vormittag und am Nachmittag entspannt, die Sicht ist annehmbar, und die Unterwasserwelt scheint in recht gutem Zustand zu sein. Viele Weichkorallen, bunte Rifffische, lustige Feilenfische, ein Schwarm Barrakudas, ein Kofferfisch und eine von den Zweibeinern völlig unbeeindruckte grüne Meeresschildkröte sorgen für viele, viele Bilder. Auch beim Nachttauchgang lässt sich eine Schildkröte blicken, und dann schwimmt ein kleiner Tintenfisch vor uns her – offensichtlich verärgert über die lästigen Begleiter lässt er eine Tintenwolke ab und empfiehlt sich – das habe ich auch noch nie live gesehen.

Nach drei Tauchgängen bin ich völlig erledigt und wirklich froh, dass wir zwei Nächte hier gebucht haben. Morgen geht es dann schon wieder zurück Richtung Norden, die Hälfte unserer Zeit auf Taiwan ist schon um.


Day 14 / Thursday, May 15 – Bats and Turtles

Andy picks up Sigi, Ada, and Johnny shortly before 9 a.m. They head to Kenting National Park, and in the evening Sigi reports what I missed:

“Our first stop is Eluanbi Park. Apart from a few scenic viewpoints, the park offers two notable landmarks: the ‘Qixingyan Basepoint’ holds significant territorial importance for Taiwan. It is the reference point for the 14-kilometer zone around Taiwan and determines Taiwan’s territorial claims over surrounding maritime areas. The second historically and also maritime important site is the Eluanbi Lighthouse, which includes a small museum.

After a brief photo stop at the Longpan Park coastline, we continue to Manzhou – Lide Village for a 2-kilometer coastal hike. The highlight of this walk: many rock formations created by erosion. As a bonus, we spot several bird species and are occasionally startled by noisy monkeys.

Next, we explore the Kenting National Forest Park—with three caves and a viewing tower on the itinerary. The first cave, the Stalagmite Cave, turns out to be a fenced-off rock hole and is rather underwhelming. In contrast, the Fairy Cave is a real gem with its narrow passages and the many bats sleeping in there. Lastly, the Silver Dragon Cave impresses despite the absence of bats.

Seeing the Seaview Tower, we briefly consider whether to climb the stairs—but thankfully, there’s an elevator. At the top, we are rewarded with a breathtaking 360° view from sea to the island’s lush forests. At dusk, we return to the dive school.”

For me, the day starts more relaxed, with the first dive at 10:30 a.m. Besides my dive computer, GoPro underwater camera and diving certification cards, I didn’t bring any gear—we’re traveling for seven weeks with just one suitcase each, and bringing equipment for a single day of diving didn’t make sense. So, I rent the gear. Despite the 28°C water temperature, Heng from the dive center talks me into wearing a 3mm wetsuit—there are jellyfish and sharp rocks at the entry point.

Aside from the challenging entry and exit over slippery rocks, both the morning and afternoon dives are relaxed, visibility is decent, and the underwater world seems to be in good shape. Many soft corals, colorful reef fish, amusing filefish, a school of barracuda, a boxfish, and a huge green sea turtle provide plenty of photo ops. Even on the night dive, a turtle shows up—and then a small octopus swims ahead of us. Apparently annoyed by our presence, it releases an ink cloud and darts off—I’ve never seen that before.

After three dives, I’m completely exhausted and very happy that we booked two nights here. Tomorrow, we will head back north – half of our time in Taiwan is already over.