Archiv der Kategorie: Taiwan

250523 – Tag 22 – Kreuzfahrt Tag 2 / Freitag, 23.5. – ein Seetag –

Wir haben die erste Nacht auf See sehr gut geschlafen, das sanfte Geschaukel ist eigentlich recht angenehm. Nach dem Frühstück (es ist zwar ein ausgezeichnetes Frühstücksbuffet, aber  die Kaffeemaschine suchen wir hier vergeblich, den Kaffee muss man beim Ober bestellen, und bis der Kaffee gebracht wird, sind wir mit Frühstück fertig) schauen wir uns am Schiff um. Die „Hanseatic Inspiration“, unter maltesischer Flagge fahrend, ist seit 5 Jahren unterwegs, die Japanreise ist eine Premiere für das Schiff, Japan und Südkorea sind Land Nr. 49 und 50, die angelaufen werden.

Es sind 201 größtenteils deutschsprachige Gäste an Bord. Unser rettungsdienstlich geschultes Auge hat uns gestern bei der Einschiffung bereits auf das auf den ersten Blick recht hoch erscheinende Reanimationspotential aufmerksam gemacht (für Eingeweihte: Buchbergergasse oder Barbaraheim auf hoher See) 

Die 161 Crewmitglieder sind bunt gemischt, von den Philippinen über Bulgarien, Polen und Lettland bis Tunesien und Mexiko, der Kapitän kommt aus Deutschland und die Maitre D‘ aus Salzburg, und ein Koch aus dem Waldviertel ist auch dabei.

Am Vormittag folgt dann die Vorstellung des „Expeditionsteams“ inklusive Friseuse, Masseurin und Fitnesstrainer (Ja, tatsächlich, wir haben uns nicht verhört). Für die nicht-deutschsprachigen Gäste erfolgen die Vorstellungen und auch die Borddurchsagen auf Englisch, und das ist teilweise etwas qualvoll anzuhören. Es sind auch fünf Experten an Bord, unter anderem ein Geologe, ein Zoologe und ein Japanologe – wir freuen uns schon auf die Vorträge und die Experten-begleiteten Ausflüge.

Das ist bereits unsere vierte Kreuzfahrt, aber ohne Zweifel die luxuriöseste. Es gibt, abgesehen von den Nobelrestaurants, noch viel mehr unerwarteten – und für uns völlig unnötigen – Luxus an Bord, so etwa 2 Pianos und dazu 2 Entertainer, ein Spa mit breit gefächertem (und entsprechend teurem) Beauty-Angebot (zielgruppenorientiert halt), Friseur und Fitness-Studio. Nur den Rollator-Verleih haben wir (noch) nicht gefunden. Dafür wird viel Papier bedruckt – das Programm für den nächsten Tag steckt am Vorabend als A3-Folder an unserer Kabinentür, obwohl es am großen Fernseher / Info-screen in der Kabine auch nachzulesen ist.

Am Nachmittag stellt sich dann beim von der Schiffsärztin organisierten Medizinertreffen heraus, dass 20 Ärztinnen und Ärzte unter den Passagieren sind, von denen einige auch willens sind, bei eventuellen Notfällen mit anzupacken 

– die Zahnärzte und die Pathologin winken dankend ab. Wir geben natürlich unser Einverständnis und hoffen, dass wir diesmal nicht gebraucht werden.

Am Abend gibt der Kapitän den Willkommens-Cocktail-Empfang am Pooldeck, und jetzt wähnen wir uns wirklich am falschen Dampfer: die Damen sind teilweise bodenlang gekleidet, mit Stöckelschuhen, Abendtäschchen und viel Glitzer, die Herren im Dinnerjacket – das ist KEINE Expedition Cruise, wie wir sie kennen – Traumschiff lässt grüßen (sagt Sigi, ich hab die Serie nie gesehen). Vielleicht hätten wir doch das Kleingedruckte unter „Bord-ABC: Hinweise von A bis Z“ auf der website genauer lesen sollen. Mittlerweile fragen wir uns, was wir hier eigentlich machen. Aber morgen beginnen die Landausflüge, hoffentlich wird es dann besser.

Day 22 – Cruise Day 2 / Friday, May 23 – Day at Sea

We slept very well our first night at sea—the gentle rocking was quite pleasant. After breakfast (an excellent buffet, though there’s no self-serve coffee machine; you have to place your order with the waiter, and by the time the coffee arrives, we’re done eating), we explore the ship.

The Hanseatic Inspiration, sailing under the Maltese flag, has been in service for five years. This is its first voyage to Japan, making Japan and South Korea countries number 49 and 50 to visit. There are 201 mostly German-speaking guests on board. And yesterday, during embarkation, our EMS trained eyes have already noticed a rather high resuscitation potential….

The 161 crew is international, coming for example from the Philippines, Bulgaria, Poland, Latvia, Tunisia, and Mexico, to name a few. The captain is from Germany, the hotel manager from Salzburg, and one of the chefs is from the Austrian Waldviertel region.

In the morning, the “expedition team” is introduced—including a hairdresser, a masseuse, and a fitness trainer (yes, really). Non-German-speaking guests receive announcements and introductions in English, which is sometimes a bit painful to listen to. There are five experts onboard, including a geologist, a zoologist, and a Japanologist. We’re looking forward to their lectures and guided excursions.

This is our fourth cruise but definitely the most luxurious. Besides the fancy restaurants, there are plenty of unexpected—and at least for the two of us unnecessary—luxuries: two pianos with two entertainers, a spa with a broad (and pricey) beauty menu (well, target group focused), a hair salon, and a gym. The facility we have not found (yet) is the walker rental. On the other hand, lot of paper is printed—each evening we find an A3-sized program folder for the next day on our door, although the information is also available on the cabin’s big screen.

In the afternoon, the ship’s doctor organizes a meetup for medical professionals, and we learn that among the passengers there are 20 doctors, some willing to assist in emergencies. Dentists and the pathologist kindly decline. Of course, we agree to help if necessary and hope we won’t be needed this time.

In the evening, the captain hosts a welcome cocktail on the pool deck. Now we really feel like being on the wrong ship: the ladies are in evening gowns, heels, clutch bags, and plenty of glitter; the men in dinner jackets. This is NOT the expedition cruise we imagined—more like a “Love Boat” episode (says Sigi, I’ve never seen the show). Perhaps we should have read the fine print under “A-Z Guide” on the website more carefully. At this point, we’re wondering what we’re doing here. But the shore excursions start tomorrow—hopefully, things will improve.

250522 – Tag 21 – Kreuzfahrt Tag 1 / Donnerstag, 22. Mai – Einschiffung auf die Hanseatic Inspiration –

Das Hotel in Keelung war gut gewählt, nur ein paar hundert Meter vom Kreuzfahrt-Terminal entfernt. Dennoch kommen wir schnaufend und stöhnend und schon wieder vollkommen durchnässt ob der hohen Luftfeuchtigkeit mit unserem Gepäck kurz vor 16 Uhr dort an. Wir wandeln unsere allerletzten New Taiwan Dollar in Kaffee um, und dann dürfen wir auch schon an Bord einchecken. Wir erhalten unsere Bordausweise und beziehen unsere Kabine auf Deck 5. Die Kabine ist schön, mit sehr viel Stauraum und gut gefülltem Kühlschrank, nur leider lassen sich die Fenster nicht öffnen. Und die Doppelverglasung behindert die Geo-Tagger – ein Tracking unserer Route auf See ist somit leider nicht möglich. Und eine Balkonkabine war in unserem Reisebudget nicht drin. Dafür finden wir eine Flasche Champagner am Tisch, einen netten Expeditionsrucksack, den wir dann auch behalten dürfen, sowie ein Fernglas und 2 Paar Wanderstecken zum Ausleihen – haben wir zwar selber auch mit, aber ok. In einem der beiden Aufzüge dürften Lasten transportiert worden sein – zum Schutz der Wände sind dicke, graue Matten angebracht – so muss sich eine Gummizelle anfühlen.

An der Rezeption werden wir darauf hingewiesen, dass wir schon einen Tisch im Restaurant reservieren können – jetzt sind wir verwirrt – wieso sollten wir fürs Buffet einen Tisch reservieren? Es stellt sich heraus, es gibt zusätzlich zum gewohnten Buffetrestaurant zwei Restaurants mit Bedienung an Bord, eines davon mit peruanisch-japanischer Crossover-Küche. Kommt uns für ein Expeditionskreuzfahrtschiff für etwas über 200 Passagiere ein wenig übertrieben vor, aber gut. Bis wir dann am Zimmer die Infomappe durchblättern – „ auf einer Expeditionsreise dreht sich alles um das Naturerlebnis, und die Entdeckeratmosphäre ist sportlich-elegant“. Für die Restaurants bzw. für besondere Anlässe sind Abendkleidung für die Damen und Dinnerjacket für die Herren empfohlen, Expeditionsoutfit und Laufschuhe oder gar Sandalen sind ein No-go. Wo sind wir hier bloß gelandet??

Nach dem Abendessen müssen nochmals alle Passagiere von Bord, die Ausreiseformalitäten erledigen. Anschließend absolvieren wir den üblichen, verpflichtenden Notfalldrill, eingepfercht in unsere unheimlich bequemen Schwimmwesten, und pünktlich um 22 Uhr verlassen wir nach dreimaligem Tuten des Schiffshorns und unter bombastischer Musik aus allen Schiffslautsprechern den „Po of Keelung“ (das „r“ und das „t“ vom Schriftzug haben den Dienst verweigert). Und dann fallen wir ins Bett – wir haben morgen einen ganzen Tag auf See, um das Schiff zu erkunden und um uns einzugewöhnen.

Day 21 – Cruise Day 1 / Thursday, May 22 – Embarkation on the Hanseatic Inspiration

The hotel in Keelung was a good choice —just a few hundred meters from the cruise terminal. Still, we arrive there huffing and puffing, and completely soaked once again because of the high humidity, shortly before 4 p.m. We convert our very last New Taiwan Dollars into coffee, and then we’re allowed to board the ship. We receive our cruise cards and move into our cabin on Deck 5. The cabin is nice, with lots of storage space and a well-stocked fridge—unfortunately, the windows can’t be opened, and the double glass interferes with our geo-tagging devices, so tracking our route at sea won’t be possible. But a balcony cabin was way out of our travel budget.

But, we find a bottle of champagne on the table, a nice expedition backpack we’re allowed to keep, as well as binoculars and two pairs of trekking poles for loan (though we brought our own). One of the elevators seems to have transported cargo—thick gray padding has been installed to protect the walls; it feels like a padded asylum cell.

At the reception desk, we’re told we may already reserve a table at the restaurant. We’re confused—why reserve a table at a buffet? Turns out, besides the usual buffet restaurant, there are two a la carte restaurants on board, one offering Peruvian-Japanese fusion cuisine. That seems rather extravagant for an expedition cruise ship with just over 200 passengers. Back in our cabin, we flip through the information binder: “An expedition journey is all about experiencing nature, and the explorer atmosphere is sportive and elegant.” For the restaurants or special occasions, evening wear for ladies and dinner jackets for men are recommended. Expedition outfits, running shoes or sandals are a no-go. What kind of cruise did we sign up for?

After dinner, all passengers must disembark again to complete emigration formalities. Then we go through the mandatory safety drill, squeezed into our extremely comfortable life jackets. At precisely 10 p.m., after three blasts of the ship’s horn and dramatic music over the loudspeakers, we leave the “Po of Keelung” (the “r” and “t” in the sign had failed). Then we collapse into bed—tomorrow we will have a full day at sea to explore the ship and get settled in.

250521 – Tag 20 / Mittwoch, 21. Mai – von Taipeh nach Keelung –

Beim Frühstück verabschieden wir uns von Ada und Johnny – die beiden bleiben noch auf Taiwan, aber für uns geht es morgen aufs Schiff und wir wollen noch ein paar Sehenswürdigkeiten hier in Taipeh besuchen. Als erstes geht es zum Lin An Tai Historic House & Museum, ein Anwesen mit im wahrsten Sinne des Wortes bewegter Geschichte. Vor über 250 Jahren erbaut, wäre der Gebäudekomplex in den 1970ern beinahe abgerissen worden, um einem baumbestandenen Boulevard der sich ausdehnenden Großstadt zu weichen. Widerstand regte sich, die Erhaltung der Häuser samt Garten wurde schließlich durchgesetzt, und im Endeffekt wurde jeder Raum Stein für Stein abgetragen, jeder Ziegel, jede Dachschindel, jedes Holzornament nummeriert, fotografiert und katalogisiert und in einem Depot gelagert. Von dort übersiedelten alle Teile nochmals an einen zweiten Lagerplatz, bevor das gesamte historische Anwesen samt Garten auf seinem heutigen Platz Stück für Stück wieder aufgebaut wurde.

Dann geht es weiter zum Xingtian Tempel mit langen Besucherschlangen, die sich geduldig anstellen, zuerst für ein Reinigungsritual durch TempelmitarbeiterInnen mittels Räucherstäbchen und dann fürs Gebet um Gesundheit. Dieser Tempel war mit Abstand der geschäftigste, den wir bis jetzt gesehen haben.

Schließlich besuchen wir noch das Miniatures Museum of Taiwan, wo wir nicht nur Gebäudeminiaturen in verschiedenen Maßstäben finden, wie etwa den Buckingham Palast (ohne Queen, ohne Corgis), sondern auch Szenen aus Disney Classics wie Schneewittchen, Alice im Wunderland oder Peter Pan.

Es ist früher Nachmittag, wir holen unsere Koffer aus dem Hotel und bestellen uns einen Uber nach Keelung an die Nordküste, die Fahrt dauert grade mal eine halbe Stunde. Wir checken in unserem Hotel ein und erkunden dann die Gegend. Im Hafen liegen Schiffe der Küstenwache und auch ein sehr großes Kreuzfahrtschiff. Ein paar Straßen weiter sind die ersten Händler bereits eifrig dabei, ihre Stände für den Nachtmarkt aufzubauen, der auf ganz Taiwan für sein Streetfood, vor allem Meeresfrüchte, bekannt ist. Am Markt finden wir wieder zwei Neuzugänge für unsere Sammlung, und dann finden wir auch noch zwei sehr hübsche Tempel, Ching-an Tempel mit vielen, vielen roten Lampions, und den Dianji-Tempel mit großem Reiterstandbild. Zufrieden ziehen wir uns mit ein paar kleinen Köstlichkeiten vom Nachtmarkt ins Hotel zurück, morgen heißt es Abschied nehmen von Taiwan.

Day 20 / Wednesday, May 21 – from Taipeh to Keelung

At breakfast, we say goodbye to Ada and Johnny—they’re staying in Taiwan a bit longer, but we will be boarding our cruise ship tomorrow and we still want to see a few more sights in Taipei. First stop: the Lin An Tai Historic House & Museum, an estate with quite literally a “moving” history. Built over 250 years ago, the complex was nearly torn down in the 1970s to make room for a tree-lined boulevard as the city expanded. Resistance grew, and eventually, preservation was enforced. Every room was dismantled stone by stone, every tile, roof shingle, and wood carving numbered, photographed, cataloged, and stored. The entire structure was later relocated a second time before being reconstructed piece by piece at its current site, along with its garden.

Next, we visit the Xingtian Temple, where long queues of visitors are patiently lining up—first for a purification ritual conducted by temple staff with incense sticks, then for prayers for good health. This is by far the busiest temple we’ve seen yet.

Last sightseeing stop of the day: the Miniatures Museum of Taiwan, where we find architectural miniatures in various scales—such as Buckingham Palace (no Queen, no Corgis!)—and scenes from Disney classics like Snow White, Alice in Wonderland, and Peter Pan.

In the early afternoon, we pick up our luggage from the hotel and order an Uber to Keelung on the northern coast, just a 30-minute ride. After checking into our hotel, we explore the neighborhood. In the harbor we see Coast Guard ships and a massive cruise liner. A few streets over, vendors are already busy setting up for the night market, which is famous throughout Taiwan for its street food, especially seafood.

At the market, we find two more items for our collection, and then discover two very beautiful temples: Ching-An Temple, adorned with countless red lanterns, and the Dianji Temple, featuring a large equestrian statue. We return to the hotel, with a few tasty treats from the night market. Tomorrow, we will say farewell to Taiwan.

250520 – Tag 19 / Dienstag, 20. Mai – noch ein Tag Taipeh Sightseeing –

Wir beginnen den Tag heute im National Palace Museum, wo neben fantastischen Skulpturen von Gottheiten auch Nachbildungen goldener Pagoden, großartige Kalligraphien und Landschaftsbilder zu bewundern sind. Ganz in der Nähe informiert das Shung Ye Museum of Formosan Aboriginals über die ersten Bewohner Taiwans, anhand sorgfältig ausgewählter und präsentierter Töpferwaren, Kleidungsstücke, Schmuck und Musikinstrumente. Man kann sich auch an Tanzschritten versuchen – Ada und ich haben viel Spaß!

Dann geht es in den Shilin Residence Park mit Rosengarten und großem Biotop. Im Park befindet sich auch Chiang Kai-Sheks Shilin Residence, das ehemalige Wohnhaus des ersten Präsidenten Taiwans und seiner Gattin. Hier wurden ausländische Staatsoberhäupter und Würdenträger empfangen, wie viele Fotografien bezeugen – ein Stück Zeitgeschichte.

Viel Geschichte wird auch im National Revolutionary Martyr‘s Shrine präsentiert – Schlachten und Aufstände werden beschrieben, sowie die Menschen, die dabei ums Leben kamen. Und auch hier gibt es eine Wachablöse – wieder ein Touristenspektakel.

Heute ist es nicht ganz so heiß wie gestern, und auch die Luftfeuchtigkeit erscheint nicht so schrecklich hoch – wir haben noch Lust auf mehr und nehmen den Bus in den Stadtteil Zhongshan am Tamsui River. Hier finden wir rein zufällig DAS Fachgeschäft, MJ Miniatures & Trains – wir haben nicht danach gesucht, wir wussten nicht mal, dass es hier ein Modellbaugeschäft gibt. Wir entdecken sechs Neuzugänge für unsere Sammlung, und dann stellt sich auch noch heraus, dass der nette Mitarbeiter selbst Paramedic ist.

Dann besuchen wir den Konfuzius Tempel, mit den wunderbaren Drachen am Dach, und anschließend den taoistischen Dalongdon Baoan Tempel, der Baoshen geweiht ist, einem berühmten Arzt und Heiler. Und wir haben noch immer nicht genug, ein Tempel geht noch. Und der Mengjia Longshan Tempel überrascht uns dann mit seinem hauseigenen Wasserfall – sehr hübsch, und sehr ungewöhnlich.

Day 19 / Tuesday, May 20 – one more Sightseeing in Taipeh

We begin the day at the National Palace Museum, where we find fantastic sculptures of deities, replicas of golden pagodas, magnificent calligraphy, and stunning landscape paintings. Just nearby, the Shung Ye Museum of Formosan Aboriginals offers insights into Taiwan’s first inhabitants through carefully curated displays of pottery, clothing, jewelry, and musical instruments. You can even try some traditional dance steps—Ada and I had a blast!

Then we head to Shilin Residence Park, which includes a rose garden and a large biotope. Within the park is Chiang Kai-Shek’s Shilin Residence, the former home of Taiwan’s first president and his wife. Foreign dignitaries and heads of state were received here, as shown in numerous historical photographs—a real slice of living history.

More history awaits at the National Revolutionary Martyrs’ Shrine, where battles and uprisings are described, as well as the people who lost their lives in them. There’s also a changing of the guard ceremony—yet another tourist spectacle.

Today isn’t quite as hot as yesterday, and the humidity isn’t as oppressive either—so we’re still up for more. We hop on a bus to the Zhongshan District by the Tamsui River. Here we randomly discover THE specialty store, MJ Miniatures & Trains—we weren’t even looking for it and had no idea a model shop was nearby. We find six new additions for our collection, and to top it off, the friendly staff member turns out to be a paramedic himself.

Next, we visit the Confucius Temple, with its wonderful dragons perched on the roof, followed by the Dalongdong Baoan Temple, a Taoist sanctuary dedicated to Baoshen, a famous doctor and healer. And we still haven’t had our fill of temples—one more to go. The Mengjia Longshan Temple surprises us with its in-house waterfall—very pretty and quite unusual.

250519 – Tag 18 / Montag, 19. Mai – Stadtbesichtigung Taipeh –

Heute geht es als erstes zu Fuß in den 2-28 Peace Park – eine weitläufige Grünanlage mit Denkmal und Museum zur Erinnerung an ein Massaker am 28. Februar 1947 – leider ist das Museum montags geschlossen. Aber gleich hinter dem Park liegt der Präsidentenpalast – die Besichtigung allerdings ist eher enttäuschend – wir wollten ja den eigentlich öffentlich zugänglichen Bereich des schönen Gebäudes im Kolonialstil mit seinem markanten Turm in der Mitte sehen, die große Eingangshalle mit den Treppen und Säulen. Aber leider ist nur ein Rundgang im Erdgeschoss rund um die beiden Innenhöfe, mit einer Ausstellung, möglich- dafür haben wir gelernt, dass der Grundriss des Gebäudes dem chinesischen Zeichen für „Sonne“ entspricht.

Vom Palast geht es am Taipeh East Gate, einem Überbleibsel der ehemaligen Stadtmauer, vorbei zum  Liberty Arch Square, dem großen Platz mit Nationaltheater, Konzerthalle und der beeindruckenden Chiang Kai-Shek Memorial Hall & Museum  mit der überlebensgroßen Skulptur des ersten Präsidenten Taiwans. Jeweils zur vollen Stunde findet hier die Wachablöse statt, die auf uns wir eine Mischung aus Ballett und Operetteninszenierung wirkt.

Dann begeben wir uns in die Unterwelt, genauer gesagt, ins U-Bahn-Netz von Taipeh. Und die Benützung der Öffis ist hier relativ unkompliziert und günstig, wir nehmen die U-Bahn zum Zoo – wir wollen die Panda-Bären sehen. Und alle anderen Tiere natürlich auch – aber wir haben nicht damit gerechnet, wie riesig dieser Tiergarten ist, ein kompletter Rundgang geht sich gar nicht aus. Und dummerweise sind heute die Gondeln, die vom Südeingang des Zoos auf den Maokong, einen der Hausberge Taipehs führen, nicht in Betrieb – Montag geschlossen, das stand weder im Reiseführer noch auf Google Maps – damit fällt der Rest des geplanten Programms mit Gondelfahrt und Besuch von Tempel und Palast oben am Berg leider aus.

Wir nehmen daher den Shuttle-Bus retour zum Nordeingang, und trösten uns dann mit einem anderen Besuch in großer Höhe – es geht zu Taipeh 101, dem markanten Hochhaus mit der sensationellen Aussicht. Wir haben Glück, das Wetter spielt mit, und wir können sogar den heute besuchten Präsidentenpalast und das Chiang Kai-Check Memorial in der Ferne erkennen. Viele, viele Fotos später machen wir uns dann auf den Rückweg zum Hotel. Es war entsetzlich heiß heute, mit erdrückend hoher Luftfeuchtigkeit, und wir haben 23.000 Schritte hinter uns. Wir gönnen uns ein japanisches Abendessen, dann fallen wir im Hotel in unsere Betten

Day 18 / Monday, May 19 – Taipei City Tour

Today, we start the day on foot with a visit to the 2-28 Peace Park – a spacious green area featuring a memorial and museum commemorating the massacre of February 28, 1947. Unfortunately, the museum is closed on Mondays. The Presidential Office Building is situated just behind the park – although the visit turns out to be it somewhat disappointing. We had hoped to see the publicly accessible part of the beautiful colonial-style building with its distinctive central tower, especially the grand entrance hall with its stairs and columns. But unfortunately, only a ground-floor circuit around two inner courtyards is open to visitors, featuring an exhibition. However, we did learn that the building’s floor plan resembles the Chinese character for “sun.”

From the palace, we walk past the Taipei East Gate, a remnant of the old city wall, towards Liberty Arch Square – a vast plaza flanked by the National Theater, Concert Hall, and the impressive Chiang Kai-shek Memorial Hall and Museum, which houses a larger-than-life statue of Taiwan’s first president. Every hour on the hour, the changing of the guard takes place – which struck us as a mixture of ballet and operetta.

Next, we descend into Taipei’s subway system. Using public transportation here is fairly simple and inexpensive. We take the metro to the zoo – our goal: the panda bears. And of course, all the other animals too – though we hadn’t anticipated how huge this zoo is. There’s simply not enough time for a full tour. To make matters worse, the gondolas from the zoo’s south entrance up to Maokong – one of Taipei’s local mountains – aren’t operating today. Closed on Mondays. That wasn’t mentioned in the guidebook or on Google Maps. So we have to change the rest of today’s plan, the gondola ride and visits to the temple and palace atop the mountain.

Instead, we take the zoo shuttle train back to the north entrance and then we embark on another high-altitude experience – a visit to Taipei 101, the iconic skyscraper with its spectacular view. We’re lucky with the weather, and we can even spot the Presidential Office and Chiang Kai-shek Memorial, the places we visited earlier in the day. Many, many photos later, we head back to the hotel. It was incredibly hot today, with stifling humidity, and we logged 23,000 steps. We treat ourselves to a Japanese dinner and collapse into bed back at the hotel

250518 – Tag 17 / Sonntag, 18. Mai – auf nach Taipeh –

Heute bringt uns Andy zu einer Sehenswürdigkeit, die gar nicht im Reiseführer steht, nämlich zum Rainbow Village. Die Geschichte dahinter: nach dem chinesischen Bürgerkrieg folgten viele ehemalige Soldaten ihrem Anführer Chiang Kai-Chek nach Taiwan und liessen sich in kleinen Dörfern nieder. Um seine Siedlung, die nur mehr aus wenigen Häusern bestand, vor Verfall und Abriss zu bewahren, begann Ex-Soldat Huang Yung-Fu die Häuser zu bemalen, und so entwickelte sich eine Touristenattraktion.

Dann geht es weiter nach Sanxia zum Qingshui Zushi Tempel, der als Besonderheit  nicht bloß vier, acht oder gar sechzehn kunstvoll verzierte Säulen aufzuweisen hat, sondern 156 (steht zumindest im Reiseführer, wir haben nicht nachgezählt). Die im Buch beschriebenen, eher seltenen Skulpturen von Bär, Truthahn und Octopus haben wir zwar leider nicht gefunden, aber zumindest Elefanten haben wir entdeckt. 

Direkt beim Tempel beginnt auch die Sanxia Old Street – alte Häuser mit neuem Innenleben, Shops und Restaurants – hier machen wir Mittagspause bevor es in die Hauptstadt Taipeh weitergeht.

Allerdings ist es noch viel zu früh, um im Hotel einzuchecken. Also ändern wir kurzentschlossen das Programm, und bitten Andy, uns nach Tamsui zu bringen.  Nordwestlich vom Stadtzentrum und strategisch günstig nahe der Mündung des Tamsui River gelegen, haben hier als erstes die Spanier ihre Spuren hinterlassen, und zwar in Form des Forts Santo Domingo. Später diente das Fort als Sitz des Britischen Konsuls, dahinter befindet sich das Oxford College, und unten am Ufer lagen die Zollgebäude. 

Nach dem Rundgang hier ist es dann Zeit für den Check in im Hotel, und jetzt heißt es „bye bye Andy“. In der Hauptstadt mit ihrem gut ausgebauten öffentlichen Verkehrsnetz macht es keinen Sinn, einen Wagen mit Fahrer zu mieten, und so verabschieden wir uns sehr herzlich von Andy. Er hat uns nicht nur gut und sicher neun Tage lang durch Taiwan kutschiert, er hat uns rundherum bestens betreut, unser Gepäck geschleppt, auf uns aufgepasst, uns beim Programm beraten und uns versteckte Sehenswürdigkeiten gezeigt, die wir nicht auf der Liste hatten, weil wir gar nichts davon wussten. Andy, es war uns ein Vergnügen, vielen Dank!

Nach dem check-in ziehen Sigi und ich noch los, wir haben ein paar Spielzeuggeschäfte auf dem Programm, und dann schauen wir uns noch den  Xinmending Walking District und Night Market an – allerdings werden wir hier nicht fündig, in den Toy Stores gibt es gar keine Rettungsautos, und der „Night Market“ hat mit einem echten, alteingesessenen Nachtmarkt nichts zu tun – es handelt sich um eine moderne Einkaufsstraße. Aber wir wollen nicht meckern, immerhin haben wir seit Beginn unserer Reise schon 34 Neuzugänge gefunden. Die wir jetzt übrigens die nächsten Wochen in unserem Gepäck mitschleppen müssen….. Dafür finden wir am Heimweg noch eine Fire & Rescue Station mit einer ganz lieben Ambulanz-Besatzung, da müssen wir einfach stehen bleiben, plaudern und Fotos machen.

Day 17 / Sunday, May 18 – Off to Taipei

Today, Andy takes us to a sight not even mentioned in the travel guide book: Rainbow Village. The story: after the Chinese Civil War, many former soldiers followed their leader Chiang Kai-shek to Taiwan and settled in small villages. To save his settlement—which had dwindled to just a few remaining houses—from decay and demolition, ex-soldier Huang Yung-Fu began painting the houses. Over time, it turned into a popular tourist attraction.

Next, we continue on to Sanxia to visit the Qingshui Zushi Temple, notable not four, eight, or even sixteen intricately decorated columns—but 156 of them (the guide book says; we didn’t count). The book also describes rare sculptures of a bear, turkey, and octopus, which we unfortunately didn’t find, but we did at least spot some elephants.

Right next to the temple begins Sanxia Old Street—old buildings with new interiors, filled with shops and restaurants. We pause here for lunch before heading on to the capital, Taipei.

However, it’s still far too early to check in at the hotel. So we spontaneously change our plans and ask Andy to take us to Tamsui. Located northwest of the city center and strategically situated near the mouth of the Tamsui River, this area was first marked by the Spanish, who left behind Fort Santo Domingo. Later, the fort served as the residence of the British Consul. Just behind it is Oxford College, and along the riverside stood the customs buildings.

After our walk through the area, it’s finally time for check in at the hotel—and that means it’s time to say “bye-bye Andy.” In the capital city, with its well-developed public transport system, hiring a car with a driver makes no sense. So we say a warm and heartfelt goodbye. Andy didn’t just drive us safely around Taiwan for nine days—he looked after us the whole time: carrying our luggage, keeping an eye on us, advising us on our plans, and showing us hidden sights that we didn’t even know existed and hadn’t included in our itinerary. Andy, it was a real pleasure—thank you so much!

After checking in, Sigi and I head back out—we’ve got a few toy stores on our list, and then we explore the Ximending Walking District and Night Market. Unfortunately, we don’t have much luck—none of the toy shops have any rescue vehicles, and the so-called “night market” is nothing like a traditional one—it’s just a modern shopping street. But we won’t complain—we’ve already found 34 new additions to our collection since the start of the trip. Which, by the way, we now have to carry around in our luggage for the next few weeks…

At least, on the way back, we stumble across a Fire & Rescue Station with an incredibly nice ambulance crew. We just have to stop, chat, and take a few pictures.

250517 – Tag 16 / Samstag, 17. Mai – Fahrt mit der Schmalspurbahn zum Alishan Forest –

Die nostalgische Fahrt mit der Schmalspurbahn Richtung Alishan Forest ist immer 14 Tage im voraus online buchbar – deswegen haben wir uns gleich nach unserer Ankunft in Hongkong am 3. Mai als Erstes die begehrten Tickets gesichert – natürlich wieder unter Angabe unserer Reisepassdaten (die Erklärung hier: sonst könnte ja irgendjemand alle Tickets kaufen, und dann teuer weiter verkaufen)

Heute Morgen ist es soweit, am Bahnhof tauschen wir die Reservierung gegen Vorlage der Reisepässe in Papiertickets um, und kurze Zeit später kommt auch schon unser Zug. Wir zuckeln von Chiayi nach Osten, Richtung Berge, und schon nach der zweiten Station wird es deutlich grüner, zuerst Obst- und Gemüseplantagen, dann beginnt der Wald, bunt gemischt, von Riesenfarnen und Huflattich über Ficus, Datura und Bambus bis zu Zedern ist alles vertreten. Wir sehen Siedlungen, die am Berghang kleben und einsame Tempel mitten im Grün, und es gibt jede Menge wunderbare Wanderwege. Leider geht sich Wandern gehen nicht aus, und wir können auch die Schmalspurstrecke nicht zur Gänze befahren, der Fahrplan ermöglicht das leider nicht – wir müssten eine Nacht oben in Alishan verbringen und wir haben ja insgesamt nur knapp 2 Wochen, um so viel wie möglich von Taiwan zu sehen.

Also fahren wir soweit es möglich ist, das sind 3 Stunden von Chiayi bis nach Shizilu, wir geniessen die Aussicht und erfreuen uns an den vielen verschiedenen Grün-Schattierungen. In Shizilu machen wie Mittagspause, trinken Kaffee und dann geht‘s von ca 1580 m wieder hinunter und retour Richtung Westen. In der Station Fen Chi Hu löst sich dann auch das Rätsel, warum der Zug für die Rückfahrt eine halbe Stunde länger braucht – er macht hier einfach Pause. Und wir nutzen die Zeit, um das kleine Eisenbahnmuseum zu besuchen.

Auf der Weiterfahrt stellen wir fest, dass wir mal wieder Glück mit dem Wetter hatten – die Wolken hängen tiefer, und dann beginnt es zu regnen. Im Wald. Regenwald, also. Schließlich öffnet der Himmel alle Schleusen, und es schüttet. Macht aber nix, die Sonnenscheinfotos haben wir ja vormittags schon gemacht.

Andy holt uns an der Zugstation in Chiayi ab, es geht weiter nach Norden bis Taichung. Abendessen gönnen wir uns heute in einem japanischen Tepanyaki-Restaurant, Show-Kochen quasi. Und dann erwartet uns eine Überraschung. Wir haben ein Motel gebucht, dieses liegt in einem Stadtviertel mit vielen hellen Neonreklamen, gleich neben einem grell beleuchteten Karaoke-Etablissement. Die roten Neonherzen an der Mauer und in der Einfahrt lenken unsere Vermutungen in eine bestimmte Richtung; die Whirlpool-Wanne für 2, die Kondome am Nachttisch und das Filmangebot für Erwachsene bestätigen den Eindruck dann. Wir haben das Motel ganz normal über eine Hotelplattform gebucht, und es gibt auch nix zu meckern, die Zimmer sind schön, geräumig und sehr sauber. Und die whirlpool-Wanne tut nach den vielen, vielen Besichtigungs-Kilometern der letzten Woche und der ruckeligen Bahnfahrt heute wirklich gut. Wir haben sehr gelacht, wir hatten viel Spaß.

Day 16 / Saturday, May 17 – Narrow-Gauge Railway to Alishan Forest

The nostalgic ride on the narrow-gauge train towards Alishan Forest may be booked online 14 days in advance—so we secured the highly coveted tickets right after arriving in Hong Kong on May 3, but we had to provide our passport info to get them (explanation: otherwise scalpers could buy up all the tickets and resell them for a higher price)

This morning at the train station, we exchange our reservation for paper tickets by showing our passports, and then our train arrives. We trundle eastward from Chiayi into the mountains. After the second station, the scenery turns greener—first fruit and vegetable farms, then forest: giant ferns, coltsfoot, ficus, datura, bamboo, and cedars. We see hill-clinging settlements, isolated temples in the forest, and many wonderful hiking trails. Sadly, there’s no time to hike, and we can’t ride the entire railway line—it would require staying overnight in Alishan, and we only have two weeks to see as much of Taiwan as possible.

So we go as far as possible—three hours from Chiayi to Shizilu. We enjoy the views and the many shades of green. At Shizilu, we take lunch and a coffee break, then descend from about 1,580 meters and head back west. At Fen Chi Hu station, we discover why the return trip takes 30 minutes longer—the train simply pauses there for a visit the small railway museum.

Continuing the journey, we notice we got lucky with the weather—clouds are hanging low, and then the rain starts pouring down. In the forest. So, a rainforest, after all. No problem—we took our sunshine photos in the morning.

Andy picks us up at Chiayi station, and we head north to Taichung. Dinner is at a Japanese teppanyaki restaurant—basically a cooking show. Then we are in for a surprise. Our motel is located in a district full of bright neon signs, right next to a glaring karaoke bar. Red neon hearts on the wall and in the driveway lead to certain assumptions, which are confirmed by the whirlpool tub for two, the condoms on the nightstand, and the adult film selection.

We booked the motel via a regular hotel platform—and there’s nothing to complain about: the rooms are spacious, clean, and lovely. And the whirlpool tub feels amazing after all the sightseeing kilometers during today’s bumpy train ride. We laughed a lot and we had great fun.

250516 – Tag 15 / Freitag, 16. Mai – Kaohsiung –

Heute bringt uns Andy als Erstes in WeiWu MiMi Village, einen Stadtteil von Kaohsiung mit großartiger Street Art, die Häuserfassaden sind bunt und teilweise durchaus fantasievoll bemalt. Von dort geht es über den Love River zum British Konsulate, dem schön restaurierten und zu Museum und Restaurant umgestalteten Gebäude einer ehemaligen britischen Handelskompanie. Wir werden eindringlich vor diebischen Affen gewarnt, die wir ja nicht füttern sollen – dass hier Paviane frei leben, ist mir bei der ReiseVorbereitung nicht aufgefallen – stand nicht im Reiseführer. Wir gönnen uns ein nettes Mittagessen mit tollem Blick über die doch recht enge Hafeneinfahrt, und schauen Tankern und Containerschiffen zu. 

Nachher bleiben wir kurz beim Zugmuseum stehen, etliche alte Loks und Waggons sind hier zu besichtigen. Die weitere Fahrt führt dann an einem der alten Stadttore vorbei zum Lotusteich mit den beiden berühmten Tiger- und Drachenpagoden. Wir werden darauf hingewiesen, die Anlage unbedingt durch den Drachen zu betreten, damit uns der Tiger nicht auffrisst, wenn wir diesen Eingang benutzen (und der Drache tut uns nix, oder wie??) Egal, wir treten durch das weit geöffnete Drachenmaul ein und bewundern die Darstellungen vom taiwanesischem Leben nach dem Tod- Himmel und Hölle sind dargestellt, teilweise recht drastisch. 

Der Lotus-Teich ist umrahmt von etlichen weiteren Götterskulpturen und Tempeln. Wir sehen die Weiße Frau, Guanyin, die in Asien viele Namen hat, wie etwa Avalokitesvara, auf einer Seeschlange reitend, gegenüber steht der Chiji-Tempel. Ein Stückchen weiter steht der Zuoying Yuandi Tempel, von dem aus eine lange Brücke in den Teich ragt. Hier finden wir Dutzende steinerne Götterfiguren auf teilweise sehr phantasievollen Reittieren.

Und dann geben wir auf, es hat 40 Grad im Schatten, die Kleidung klebt uns am Leib und wir wollen nur noch in unser klimatisiertes Auto und dann ins klimatisierte Hotel. Für morgen steht die Zugfahrt ins Landesinnere am Programm – hoffentlich hat der Zug auch eine Klimaanlage.

Day 15 / Friday, May 16 – Kaohsiung

Today, Andy first takes us to WeiWu MiMi Village, a district in Kaohsiung known for fantastic street art—the house facades are colorfully and imaginatively painted. From there, we pass the Love River to the British Consulate, a beautifully restored former British trading company building turned into a museum and restaurant. We’re sternly warned about thieving monkeys and told not to feed them—somehow I missed the fact that baboons live freely here; it wasn’t mentioned in the travel guide.We enjoy a pleasant lunch with a great view over the narrow harbor entrance, watching tankers and container ships.

Later, we stop briefly at the railway museum where we admire old locomotives and train cars, then we continue past one of the old city gates to the Lotus Pond with its famous Tiger and Dragon Pagodas. We’re advised to enter through the dragon’s mouth—otherwise, the tiger might eat us (and the dragon is harmless, apparently?). Whatever the case, we enter through the dragon’s wide-open jaws and marvel at the depictions of Taiwanese afterlife—heaven and hell, portrayed quite graphically at times.

The Lotus Pond is surrounded by various deity sculptures and temples. We see the White Lady, Guanyin—known in Asia by many names, including for example Avalokitesvara—riding a sea serpent, opposite the Chiji Temple. A little further we visit the Zuoying Yuandi Temple with the long bridge into the pond where we find dozens of stone god statues riding imaginative beasts.

Then we give up—it’s 40°C in the shade, our clothes stick to our skin, and we just want to get back into the air-conditioned car and hotel. Tomorrow, we have a train ride on our schedule—hopefully with A/C!

250515 – Tag 14 / Donnerstag, 15. Mai – Fledermäuse und Schildkröten –

Andy holt Sigi, Ada und Johnny kurz vor 9 Uhr ab, sie fahren in den Kenting NP, und Sigi berichtet am Abend, was mir entgangen ist:

„Unser erster Stop ist der Eluanbi Park. Abgesehen von einigen schönen Aussichtspunkten bietet der Park zwei interessante „landmarks“: der „Qixingyan Basepoint“ hat eine wichtige territoriale Bedeutung für Taiwan. Er ist Ausgangs- und Messpunkt für die 14 Kilometer – Zone rund um Taiwan und bestimmt den territorialen Anspruchs Taiwan auf die umgebende Meeresfläche. Der zweite historisch – und auch für die Seefahrt – wichtige Punkt ist der Eluanbi Leuchtturm mit kleinem Museum.

Nach einem kurzen Foto-Stop an der Küste des Longpan Parks geht es weiter nach Manzhou – Lide Village. Hier wartet ein zwei Kilometer Fußmarsch entlang der Küste auf uns. Das Spektakuläre an diesem Fußmarsch sind die vielen durch Erosion entstandenen Felsformationen. Als kleine Draufgabe gibt es noch einige Vogelarten und immer wieder auftauchende und lärmende Affen zu sehen. 

Dann geht es weiter in den Kenting National Forest Park – am Programm stehen drei Höhlen und ein Aussichtsturm. Die erste Höhle, die Stalagmitenhöhle, entpuppt sich als abgesperrtes „Felsenloch“ und wirkt eher enttäuschend. Die Fairy Cave dagegen, mit ihren engen Durchlässen und den vielen sich dort ausruhenden Fledermäuse ist ein wahres Schmuckstück. Am Ende steht dann noch die Silver Dragon Cave auf dem Programm, die zwar keine Fledermäuse zu bieten hat, aber dennoch durchaus beeindruckend ist.

Der Anblick des Seaview Towers lässt uns kurz überlegen, ob wir wirklich die Stufen zur Plattform erklimmen wollen – aber zum Glück: es gibt einen Aufzug. Oben angekommen bietet sich ein atemberaubender Rundumblick vom Meer bis hin zu den üppigen Wäldern der Insel. In der beginnenden Dämmerung erreichen wir dann wieder die Tauchschule.“

Für mich geht es heute gemütlicher los, der erste Tauchgang findet um erst 10:30 statt. Außer meinem Tauchcomputer, der GoPro mit Hülle und den Brevets habe ich keinerlei Ausrüstung mit – wir sind ja sieben Wochen mit nur einem Koffer pro Kopf unterwegs, und für einen Tag tauchen zahlt sich Equipment mitschleppen auch gar nicht aus. Also Ausrüstung ausleihen – trotz 28 Grad Wassertemperatur werde ich in einen 3mm Anzug komplimentiert – es gibt Quallen hier, abgesehen von scharfkantigen Felsen am Einstieg. 

Vom etwas mühsamen Ein- und Ausstieg über den felsigen und rutschigen Uferzugang abgesehen, sind die beiden Tauchgänge am Vormittag und am Nachmittag entspannt, die Sicht ist annehmbar, und die Unterwasserwelt scheint in recht gutem Zustand zu sein. Viele Weichkorallen, bunte Rifffische, lustige Feilenfische, ein Schwarm Barrakudas, ein Kofferfisch und eine von den Zweibeinern völlig unbeeindruckte grüne Meeresschildkröte sorgen für viele, viele Bilder. Auch beim Nachttauchgang lässt sich eine Schildkröte blicken, und dann schwimmt ein kleiner Tintenfisch vor uns her – offensichtlich verärgert über die lästigen Begleiter lässt er eine Tintenwolke ab und empfiehlt sich – das habe ich auch noch nie live gesehen.

Nach drei Tauchgängen bin ich völlig erledigt und wirklich froh, dass wir zwei Nächte hier gebucht haben. Morgen geht es dann schon wieder zurück Richtung Norden, die Hälfte unserer Zeit auf Taiwan ist schon um.


Day 14 / Thursday, May 15 – Bats and Turtles

Andy picks up Sigi, Ada, and Johnny shortly before 9 a.m. They head to Kenting National Park, and in the evening Sigi reports what I missed:

“Our first stop is Eluanbi Park. Apart from a few scenic viewpoints, the park offers two notable landmarks: the ‘Qixingyan Basepoint’ holds significant territorial importance for Taiwan. It is the reference point for the 14-kilometer zone around Taiwan and determines Taiwan’s territorial claims over surrounding maritime areas. The second historically and also maritime important site is the Eluanbi Lighthouse, which includes a small museum.

After a brief photo stop at the Longpan Park coastline, we continue to Manzhou – Lide Village for a 2-kilometer coastal hike. The highlight of this walk: many rock formations created by erosion. As a bonus, we spot several bird species and are occasionally startled by noisy monkeys.

Next, we explore the Kenting National Forest Park—with three caves and a viewing tower on the itinerary. The first cave, the Stalagmite Cave, turns out to be a fenced-off rock hole and is rather underwhelming. In contrast, the Fairy Cave is a real gem with its narrow passages and the many bats sleeping in there. Lastly, the Silver Dragon Cave impresses despite the absence of bats.

Seeing the Seaview Tower, we briefly consider whether to climb the stairs—but thankfully, there’s an elevator. At the top, we are rewarded with a breathtaking 360° view from sea to the island’s lush forests. At dusk, we return to the dive school.”

For me, the day starts more relaxed, with the first dive at 10:30 a.m. Besides my dive computer, GoPro underwater camera and diving certification cards, I didn’t bring any gear—we’re traveling for seven weeks with just one suitcase each, and bringing equipment for a single day of diving didn’t make sense. So, I rent the gear. Despite the 28°C water temperature, Heng from the dive center talks me into wearing a 3mm wetsuit—there are jellyfish and sharp rocks at the entry point.

Aside from the challenging entry and exit over slippery rocks, both the morning and afternoon dives are relaxed, visibility is decent, and the underwater world seems to be in good shape. Many soft corals, colorful reef fish, amusing filefish, a school of barracuda, a boxfish, and a huge green sea turtle provide plenty of photo ops. Even on the night dive, a turtle shows up—and then a small octopus swims ahead of us. Apparently annoyed by our presence, it releases an ink cloud and darts off—I’ve never seen that before.

After three dives, I’m completely exhausted and very happy that we booked two nights here. Tomorrow, we will head back north – half of our time in Taiwan is already over.

250514 – Tag 13 / Mittwoch, 14. Mai – Schwimmen mit Capybaras –

In der Früh besuchen wir als erstes den Tempel des Kriegsgottes, den Sacrificial Rites Martial Temple. Und dieser Gott schaut wirklich zum Fürchten grimmig drein.

Anschließend geht es etwa 100 km nach Süden, die Küste rückt näher, und wir kommen an Shrimpfarmen und Obstplantagen vorbei. An einem Stand am Straßenrand versorgen wir uns mit frischem Obst – die Mangos hier schmecken unvergleichlich süß, und die grünen Wasseräpfel sind saftig und ausgezeichnete Durstlöscher.

Unterwegs bleiben wir beim Checheng Fu‘ an Tempel stehen, einer weiteren großartigen Tempelanlage. Wir entdecken immer neue Variationen der Drachen- und Pfauskulpturen auf den Dächern, steinerne Wächterlöwen mit roten Halsbändern, unglaublich detaillierte Schnitzereien und reich verzierte Statuen der jeweiligen Gottheiten. Wenn wir richtig gezählt haben, dann ist das bereits Tempel Nr. 14 auf unserer Taiwanreise, aber wir sind noch immer nicht „übertempelt“.

Und dann folgt eine Attraktion, auf die wir uns schon lang gefreut haben: wir dürfen Capybaras füttern, und zwar in ihrem Territorium. Also rein in die Badekleidung und ab in den Pool – eine Wohltat bei über 30Grad im Schatten. Sobald die Riesenmeerschweinchen die Zweibeiner sehen, springen sie ins hüfthohe Wasser, lassen sich das Grünzeug schmecken und haben keinerlei Berührungsängste. Nach etwa einer halben Stunde ist alles aufgegessen, die Capybaras sind satt und die Touristen glücklich.

Anschließend geht es in den Kenting National Park zum südlichsten Punkt Taiwans, dann in den Maobitou Park und schließlich an den Baishawan Strand für ein paar Sonnenuntergangsfotos und einmal Füße ins Wasser halten – die Temperatur ist sehr angenehm. Dann checken wir in unserem Quartier für die nächsten beiden Nächte ein, in der PADI/SSI-Tauchbasis Dive Pro – morgen dürfen Sigi, Ada und Johnny alleine losziehen, ich schau mir Taiwan unter Wasser an.

Day 13 / Wednesday, May 14 – Swimming with Capybaras

In the morning, our first stop is the Temple of the God of War, the Sacrificial Rites Martial Temple. And this god truly looks intimidating – a fierce and grim expression carved into his statue.

Afterwards, we head about 100 kilometers further south, drawing closer to the coast, passing by shrimp farms and fruit plantations. At a roadside stall, we stock up on fresh fruit – the mangoes here are unbelievably sweet, and the green wax apples are juicy and perfect for quenching our thirst.

Along the way, we stop at the Checheng Fu’an Temple, another magnificent temple complex. We keep discovering new variations of dragon and peacock sculptures on the rooftops, stone guardian lions with red collars, and incredibly detailed carvings alongside lavishly decorated statues of various deities. If we’ve counted correctly, this is temple number 14 on our Taiwan trip – and we’re still not “templed out”!

Then comes an experience we’ve been looking forward to for a long time: feeding capybaras – in their own territory! So, we change into our swimwear and walk right into the pool – a real relief with temperatures above 30°C in the shade. As soon as these giant guinea pigs spot the two-legged visitors, they jump into the waist-deep water, happily munching on the greens, and showing absolutely no fear of contact. About half an hour and hundreds of photos later, all the food is gone, the capybaras are full, and the tourists are happy.

We continue on to Kenting National Park to visit the southernmost point of Taiwan, then to Maobitou Park, and finally to Baishawan Beach for some sunset photos and a quick dip in the water – which feels pleasantly warm. Then we check into our accommodation for the next two nights, at the Dive Pro PADI/SSI diving center – tomorrow, Sigi, Ada, and Johnny will go off exploring on their own while I get to experience Taiwan underwater.