Archiv der Kategorie: Natur

250517 – Tag 16 / Samstag, 17. Mai – Fahrt mit der Schmalspurbahn zum Alishan Forest –

Die nostalgische Fahrt mit der Schmalspurbahn Richtung Alishan Forest ist immer 14 Tage im voraus online buchbar – deswegen haben wir uns gleich nach unserer Ankunft in Hongkong am 3. Mai als Erstes die begehrten Tickets gesichert – natürlich wieder unter Angabe unserer Reisepassdaten (die Erklärung hier: sonst könnte ja irgendjemand alle Tickets kaufen, und dann teuer weiter verkaufen)

Heute Morgen ist es soweit, am Bahnhof tauschen wir die Reservierung gegen Vorlage der Reisepässe in Papiertickets um, und kurze Zeit später kommt auch schon unser Zug. Wir zuckeln von Chiayi nach Osten, Richtung Berge, und schon nach der zweiten Station wird es deutlich grüner, zuerst Obst- und Gemüseplantagen, dann beginnt der Wald, bunt gemischt, von Riesenfarnen und Huflattich über Ficus, Datura und Bambus bis zu Zedern ist alles vertreten. Wir sehen Siedlungen, die am Berghang kleben und einsame Tempel mitten im Grün, und es gibt jede Menge wunderbare Wanderwege. Leider geht sich Wandern gehen nicht aus, und wir können auch die Schmalspurstrecke nicht zur Gänze befahren, der Fahrplan ermöglicht das leider nicht – wir müssten eine Nacht oben in Alishan verbringen und wir haben ja insgesamt nur knapp 2 Wochen, um so viel wie möglich von Taiwan zu sehen.

Also fahren wir soweit es möglich ist, das sind 3 Stunden von Chiayi bis nach Shizilu, wir geniessen die Aussicht und erfreuen uns an den vielen verschiedenen Grün-Schattierungen. In Shizilu machen wie Mittagspause, trinken Kaffee und dann geht‘s von ca 1580 m wieder hinunter und retour Richtung Westen. In der Station Fen Chi Hu löst sich dann auch das Rätsel, warum der Zug für die Rückfahrt eine halbe Stunde länger braucht – er macht hier einfach Pause. Und wir nutzen die Zeit, um das kleine Eisenbahnmuseum zu besuchen.

Auf der Weiterfahrt stellen wir fest, dass wir mal wieder Glück mit dem Wetter hatten – die Wolken hängen tiefer, und dann beginnt es zu regnen. Im Wald. Regenwald, also. Schließlich öffnet der Himmel alle Schleusen, und es schüttet. Macht aber nix, die Sonnenscheinfotos haben wir ja vormittags schon gemacht.

Andy holt uns an der Zugstation in Chiayi ab, es geht weiter nach Norden bis Taichung. Abendessen gönnen wir uns heute in einem japanischen Tepanyaki-Restaurant, Show-Kochen quasi. Und dann erwartet uns eine Überraschung. Wir haben ein Motel gebucht, dieses liegt in einem Stadtviertel mit vielen hellen Neonreklamen, gleich neben einem grell beleuchteten Karaoke-Etablissement. Die roten Neonherzen an der Mauer und in der Einfahrt lenken unsere Vermutungen in eine bestimmte Richtung; die Whirlpool-Wanne für 2, die Kondome am Nachttisch und das Filmangebot für Erwachsene bestätigen den Eindruck dann. Wir haben das Motel ganz normal über eine Hotelplattform gebucht, und es gibt auch nix zu meckern, die Zimmer sind schön, geräumig und sehr sauber. Und die whirlpool-Wanne tut nach den vielen, vielen Besichtigungs-Kilometern der letzten Woche und der ruckeligen Bahnfahrt heute wirklich gut. Wir haben sehr gelacht, wir hatten viel Spaß.

Day 16 / Saturday, May 17 – Narrow-Gauge Railway to Alishan Forest

The nostalgic ride on the narrow-gauge train towards Alishan Forest may be booked online 14 days in advance—so we secured the highly coveted tickets right after arriving in Hong Kong on May 3, but we had to provide our passport info to get them (explanation: otherwise scalpers could buy up all the tickets and resell them for a higher price)

This morning at the train station, we exchange our reservation for paper tickets by showing our passports, and then our train arrives. We trundle eastward from Chiayi into the mountains. After the second station, the scenery turns greener—first fruit and vegetable farms, then forest: giant ferns, coltsfoot, ficus, datura, bamboo, and cedars. We see hill-clinging settlements, isolated temples in the forest, and many wonderful hiking trails. Sadly, there’s no time to hike, and we can’t ride the entire railway line—it would require staying overnight in Alishan, and we only have two weeks to see as much of Taiwan as possible.

So we go as far as possible—three hours from Chiayi to Shizilu. We enjoy the views and the many shades of green. At Shizilu, we take lunch and a coffee break, then descend from about 1,580 meters and head back west. At Fen Chi Hu station, we discover why the return trip takes 30 minutes longer—the train simply pauses there for a visit the small railway museum.

Continuing the journey, we notice we got lucky with the weather—clouds are hanging low, and then the rain starts pouring down. In the forest. So, a rainforest, after all. No problem—we took our sunshine photos in the morning.

Andy picks us up at Chiayi station, and we head north to Taichung. Dinner is at a Japanese teppanyaki restaurant—basically a cooking show. Then we are in for a surprise. Our motel is located in a district full of bright neon signs, right next to a glaring karaoke bar. Red neon hearts on the wall and in the driveway lead to certain assumptions, which are confirmed by the whirlpool tub for two, the condoms on the nightstand, and the adult film selection.

We booked the motel via a regular hotel platform—and there’s nothing to complain about: the rooms are spacious, clean, and lovely. And the whirlpool tub feels amazing after all the sightseeing kilometers during today’s bumpy train ride. We laughed a lot and we had great fun.

250515 – Tag 14 / Donnerstag, 15. Mai – Fledermäuse und Schildkröten –

Andy holt Sigi, Ada und Johnny kurz vor 9 Uhr ab, sie fahren in den Kenting NP, und Sigi berichtet am Abend, was mir entgangen ist:

„Unser erster Stop ist der Eluanbi Park. Abgesehen von einigen schönen Aussichtspunkten bietet der Park zwei interessante „landmarks“: der „Qixingyan Basepoint“ hat eine wichtige territoriale Bedeutung für Taiwan. Er ist Ausgangs- und Messpunkt für die 14 Kilometer – Zone rund um Taiwan und bestimmt den territorialen Anspruchs Taiwan auf die umgebende Meeresfläche. Der zweite historisch – und auch für die Seefahrt – wichtige Punkt ist der Eluanbi Leuchtturm mit kleinem Museum.

Nach einem kurzen Foto-Stop an der Küste des Longpan Parks geht es weiter nach Manzhou – Lide Village. Hier wartet ein zwei Kilometer Fußmarsch entlang der Küste auf uns. Das Spektakuläre an diesem Fußmarsch sind die vielen durch Erosion entstandenen Felsformationen. Als kleine Draufgabe gibt es noch einige Vogelarten und immer wieder auftauchende und lärmende Affen zu sehen. 

Dann geht es weiter in den Kenting National Forest Park – am Programm stehen drei Höhlen und ein Aussichtsturm. Die erste Höhle, die Stalagmitenhöhle, entpuppt sich als abgesperrtes „Felsenloch“ und wirkt eher enttäuschend. Die Fairy Cave dagegen, mit ihren engen Durchlässen und den vielen sich dort ausruhenden Fledermäuse ist ein wahres Schmuckstück. Am Ende steht dann noch die Silver Dragon Cave auf dem Programm, die zwar keine Fledermäuse zu bieten hat, aber dennoch durchaus beeindruckend ist.

Der Anblick des Seaview Towers lässt uns kurz überlegen, ob wir wirklich die Stufen zur Plattform erklimmen wollen – aber zum Glück: es gibt einen Aufzug. Oben angekommen bietet sich ein atemberaubender Rundumblick vom Meer bis hin zu den üppigen Wäldern der Insel. In der beginnenden Dämmerung erreichen wir dann wieder die Tauchschule.“

Für mich geht es heute gemütlicher los, der erste Tauchgang findet um erst 10:30 statt. Außer meinem Tauchcomputer, der GoPro mit Hülle und den Brevets habe ich keinerlei Ausrüstung mit – wir sind ja sieben Wochen mit nur einem Koffer pro Kopf unterwegs, und für einen Tag tauchen zahlt sich Equipment mitschleppen auch gar nicht aus. Also Ausrüstung ausleihen – trotz 28 Grad Wassertemperatur werde ich in einen 3mm Anzug komplimentiert – es gibt Quallen hier, abgesehen von scharfkantigen Felsen am Einstieg. 

Vom etwas mühsamen Ein- und Ausstieg über den felsigen und rutschigen Uferzugang abgesehen, sind die beiden Tauchgänge am Vormittag und am Nachmittag entspannt, die Sicht ist annehmbar, und die Unterwasserwelt scheint in recht gutem Zustand zu sein. Viele Weichkorallen, bunte Rifffische, lustige Feilenfische, ein Schwarm Barrakudas, ein Kofferfisch und eine von den Zweibeinern völlig unbeeindruckte grüne Meeresschildkröte sorgen für viele, viele Bilder. Auch beim Nachttauchgang lässt sich eine Schildkröte blicken, und dann schwimmt ein kleiner Tintenfisch vor uns her – offensichtlich verärgert über die lästigen Begleiter lässt er eine Tintenwolke ab und empfiehlt sich – das habe ich auch noch nie live gesehen.

Nach drei Tauchgängen bin ich völlig erledigt und wirklich froh, dass wir zwei Nächte hier gebucht haben. Morgen geht es dann schon wieder zurück Richtung Norden, die Hälfte unserer Zeit auf Taiwan ist schon um.


Day 14 / Thursday, May 15 – Bats and Turtles

Andy picks up Sigi, Ada, and Johnny shortly before 9 a.m. They head to Kenting National Park, and in the evening Sigi reports what I missed:

“Our first stop is Eluanbi Park. Apart from a few scenic viewpoints, the park offers two notable landmarks: the ‘Qixingyan Basepoint’ holds significant territorial importance for Taiwan. It is the reference point for the 14-kilometer zone around Taiwan and determines Taiwan’s territorial claims over surrounding maritime areas. The second historically and also maritime important site is the Eluanbi Lighthouse, which includes a small museum.

After a brief photo stop at the Longpan Park coastline, we continue to Manzhou – Lide Village for a 2-kilometer coastal hike. The highlight of this walk: many rock formations created by erosion. As a bonus, we spot several bird species and are occasionally startled by noisy monkeys.

Next, we explore the Kenting National Forest Park—with three caves and a viewing tower on the itinerary. The first cave, the Stalagmite Cave, turns out to be a fenced-off rock hole and is rather underwhelming. In contrast, the Fairy Cave is a real gem with its narrow passages and the many bats sleeping in there. Lastly, the Silver Dragon Cave impresses despite the absence of bats.

Seeing the Seaview Tower, we briefly consider whether to climb the stairs—but thankfully, there’s an elevator. At the top, we are rewarded with a breathtaking 360° view from sea to the island’s lush forests. At dusk, we return to the dive school.”

For me, the day starts more relaxed, with the first dive at 10:30 a.m. Besides my dive computer, GoPro underwater camera and diving certification cards, I didn’t bring any gear—we’re traveling for seven weeks with just one suitcase each, and bringing equipment for a single day of diving didn’t make sense. So, I rent the gear. Despite the 28°C water temperature, Heng from the dive center talks me into wearing a 3mm wetsuit—there are jellyfish and sharp rocks at the entry point.

Aside from the challenging entry and exit over slippery rocks, both the morning and afternoon dives are relaxed, visibility is decent, and the underwater world seems to be in good shape. Many soft corals, colorful reef fish, amusing filefish, a school of barracuda, a boxfish, and a huge green sea turtle provide plenty of photo ops. Even on the night dive, a turtle shows up—and then a small octopus swims ahead of us. Apparently annoyed by our presence, it releases an ink cloud and darts off—I’ve never seen that before.

After three dives, I’m completely exhausted and very happy that we booked two nights here. Tomorrow, we will head back north – half of our time in Taiwan is already over.

250514 – Tag 13 / Mittwoch, 14. Mai – Schwimmen mit Capybaras –

In der Früh besuchen wir als erstes den Tempel des Kriegsgottes, den Sacrificial Rites Martial Temple. Und dieser Gott schaut wirklich zum Fürchten grimmig drein.

Anschließend geht es etwa 100 km nach Süden, die Küste rückt näher, und wir kommen an Shrimpfarmen und Obstplantagen vorbei. An einem Stand am Straßenrand versorgen wir uns mit frischem Obst – die Mangos hier schmecken unvergleichlich süß, und die grünen Wasseräpfel sind saftig und ausgezeichnete Durstlöscher.

Unterwegs bleiben wir beim Checheng Fu‘ an Tempel stehen, einer weiteren großartigen Tempelanlage. Wir entdecken immer neue Variationen der Drachen- und Pfauskulpturen auf den Dächern, steinerne Wächterlöwen mit roten Halsbändern, unglaublich detaillierte Schnitzereien und reich verzierte Statuen der jeweiligen Gottheiten. Wenn wir richtig gezählt haben, dann ist das bereits Tempel Nr. 14 auf unserer Taiwanreise, aber wir sind noch immer nicht „übertempelt“.

Und dann folgt eine Attraktion, auf die wir uns schon lang gefreut haben: wir dürfen Capybaras füttern, und zwar in ihrem Territorium. Also rein in die Badekleidung und ab in den Pool – eine Wohltat bei über 30Grad im Schatten. Sobald die Riesenmeerschweinchen die Zweibeiner sehen, springen sie ins hüfthohe Wasser, lassen sich das Grünzeug schmecken und haben keinerlei Berührungsängste. Nach etwa einer halben Stunde ist alles aufgegessen, die Capybaras sind satt und die Touristen glücklich.

Anschließend geht es in den Kenting National Park zum südlichsten Punkt Taiwans, dann in den Maobitou Park und schließlich an den Baishawan Strand für ein paar Sonnenuntergangsfotos und einmal Füße ins Wasser halten – die Temperatur ist sehr angenehm. Dann checken wir in unserem Quartier für die nächsten beiden Nächte ein, in der PADI/SSI-Tauchbasis Dive Pro – morgen dürfen Sigi, Ada und Johnny alleine losziehen, ich schau mir Taiwan unter Wasser an.

Day 13 / Wednesday, May 14 – Swimming with Capybaras

In the morning, our first stop is the Temple of the God of War, the Sacrificial Rites Martial Temple. And this god truly looks intimidating – a fierce and grim expression carved into his statue.

Afterwards, we head about 100 kilometers further south, drawing closer to the coast, passing by shrimp farms and fruit plantations. At a roadside stall, we stock up on fresh fruit – the mangoes here are unbelievably sweet, and the green wax apples are juicy and perfect for quenching our thirst.

Along the way, we stop at the Checheng Fu’an Temple, another magnificent temple complex. We keep discovering new variations of dragon and peacock sculptures on the rooftops, stone guardian lions with red collars, and incredibly detailed carvings alongside lavishly decorated statues of various deities. If we’ve counted correctly, this is temple number 14 on our Taiwan trip – and we’re still not “templed out”!

Then comes an experience we’ve been looking forward to for a long time: feeding capybaras – in their own territory! So, we change into our swimwear and walk right into the pool – a real relief with temperatures above 30°C in the shade. As soon as these giant guinea pigs spot the two-legged visitors, they jump into the waist-deep water, happily munching on the greens, and showing absolutely no fear of contact. About half an hour and hundreds of photos later, all the food is gone, the capybaras are full, and the tourists are happy.

We continue on to Kenting National Park to visit the southernmost point of Taiwan, then to Maobitou Park, and finally to Baishawan Beach for some sunset photos and a quick dip in the water – which feels pleasantly warm. Then we check into our accommodation for the next two nights, at the Dive Pro PADI/SSI diving center – tomorrow, Sigi, Ada, and Johnny will go off exploring on their own while I get to experience Taiwan underwater.

250513 – Tag 12 / Dienstag, 13. Mai – Vom Sonne-Mond-See nach Tainan –

Strahlender Sonnenschein heute Morgen schreit förmlich nach einer kleinen Programmänderung, und so besuchen wir noch zwei Sehenswürdigkeiten am Sonne – Mond – See: zuerst den Xuanguang Tempel, der die sterblichen Überreste eines hier sehr verehrten Mönchs beherbergt, und dann stapfen wir durch Mischwald mit viel Bambus tapfer bergauf zur Ci‘ en Pagode. Das neunstöckigen Bauwerk wurde von Chiang Kai-Shek zu Ehren seiner Mutter errichtet, der Hauptgrund für unseren Besuch ist aber der einmalige Blick über den See.

Dann geht es weiter zum kollabierten Tempel von Jiji. Am 21. September 1999 ereignete sich hier ein schlimmes Erdbeben, wobei die untere Ebene des Haupttempels und der Pagoden kollabierte, die Dächer aber mehr oder weniger erhalten blieben. Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt oder getötet und zu Ehren dieses Ereignisses wurde der Tempel in diesem Zustand belassen und hat sich seitdem zu einer Sehenswürdigkeit entwickelt. Dann kommen wir an der alten Bahnstation, komplett mit Dampflok, vorbei – auch hier muss ein Fotostopp einfach sein.

Anschließend fahren wir knapp 2 Stunden Richtung Süden, Richtung Tainan und Anping. Als erstes besichtigen wir das (größtenteils rekonstruierte) Fort Zeelandia in Anping – 1624 als Verteidigungsanlage erbaut, musste die holländische Ost-Indien-Kompanie ihren Handelsposten bereits 1662 wieder aufgegeben – General Koxinga eroberte die Stadt und vertrieb die Holländer. Gleich neben dem Gelände des alten Forts befindet sich der Matsu Tempel von Anping, davor stehen etliche bunt bemalte Ruderboote, Ende des Monats findet ja das Drachenboot Festival mit Bootsrennen statt.

Dann geht es zurück ins Zentrum von Tainan, zuerst zum Konfuzius Tempel, nüchtern und auf ein Minimum beschränkt – ein scharfer Kontrast zu den bisher besuchten opulenten buddhistischen Tempeln. Hier stehen wunderschöne alte Banyan-Bäume, die wir dann auch im Park rund um das große südliche Stadttor mit Resten der alten Stadtmauer  sehen – ein Baum klammert sich mit seinen Wurzeln an die Mauer – wer da wen festhält, ist nicht ganz klar. Am Weg zum Hotel legen wir noch einen Stopp bei Koxingas Tempel ein – dem General gewidmet, der die holländische Präsenz auf der von den Portugiesen „Ilha Formosa“ getauften Insel abrupt beendet hat.

Gleich neben unserem Hotel finden wir den Matsu Tempel, eine verschachtelte Anlage, die auch mal als Palast gedient hat. Und gegenüber stehen noch weitere Zeugen der holländischen Präsenz auf Taiwan – der Chikhan Tower im ehemaligen Fort Proventia. Leider ist der größte Teil der Anlage derzeit eingerüstet, aber zumindest der alte Originaleingang ins Fort ist zu erkennen. Und dann reicht‘s für heute, die braven Touristen ziehen sich ins Hotel zurück – morgen in der Früh steht hier noch ein Tempel auf dem Programm, dann geht es weiter Richtung Süden.

Day 12 / Tuesday, May 13 – From Sun Moon Lake to Tainan

Brilliant sunshine this morning calls for a slight change of plans. So, we decide to visit two more sights at Sun Moon Lake: first, the Xuanguang Temple, which is home for the mortal remains of a highly revered monk, and then we hike uphill through mixed forest with plenty of bamboo to reach the Ci’en Pagoda. This nine-story structure was built by Chiang Kai-Shek in honor of his mother, but the main reason for our visit is the spectacular view over the lake.

We then continue to the collapsed temple of Jiji. On September 21, 1999, a devastating earthquake struck the area, causing the lower levels of the main temple and pagodas to collapse, while the roofs remained more or less intact. Miraculously, no one was injured or killed, and to honor the event, the temple was preserved in its damaged state and has since become a local attraction. We also pass by the old train station, complete with a steam locomotive – another must for a photo stop.

Afterward, we drive about two hours south toward Tainan and Anping. Our first stop is the (mostly reconstructed) Fort Zeelandia in Anping. Built in 1624 as a defensive structure, the Dutch East India Company had to surrender it in 1662 – General Koxinga conquered the city and drove out the Dutch. Right next to the old fort grounds stands the Matsu Temple of Anping, and in front of it are numerous colorfully painted rowing boats – the Dragon Boat Festival with its races is coming up at the end of the month.

We then head back to downtown Tainan, starting with the Confucius Temple – minimalist and sober, a stark contrast to the ornate Buddhist temples we’ve seen so far. Beautiful old banyan trees grow here, and we spot more of them in the park around the great south city gate, where parts of the old city wall are still standing – one tree has wrapped its roots tightly around the wall. It’s unclear who’s holding on to whom.

On our way to the hotel, we make another stop at the Temple of Koxinga – dedicated to the general who abruptly ended Dutch presence on the island once known as “Ilha Formosa” by the Portuguese.

Right next to our hotel, we discover the Matsu Temple, a labyrinth-like complex that once served as a palace. And directly across the street are more remnants of Dutch colonial history in Taiwan – the Chihkan Tower, located on the site of the former Fort Provintia. Unfortunately, most of the site is currently hidden under scaffolding due to Restauration, but at least the original entrance to the fort is still visible.

And that’s enough for one day – these dutiful tourists retreat to their hotel. Tomorrow morning, we’ll visit one more temple here in Tainan before continuing our journey south.

240713 – Zeitreise / Time travel >

In der Früh sammelt der Bus die Touristen aus den verschiedenen Hotels in Longyearbyen ein und bringt uns in den Hafen, zu unserem Schiff, der Billefjord. Wir fahren in den Isfjord hinaus, wenden uns nach rechts in den Sassenfjorden, recht nah an den Steilklippen, wo Vogelkolonien brüten. Eissturmvögel, Dreizehenmöwen und Papageitaucher begleiten uns. Unser Mittagessen kommt frisch vom Grill, dazu gibt’s das grandiose Panorama des gewaltigen Nordenskjöldgletschers.

Auf der Nordseite des Fjords kommen dann schon die ersten Industrieruinen in Sicht – stillgelegte Förderbänder und Kohlerutschen, verlassene Gebäude mit kaputten Fenstern. Am leise vor sich hinrostenden Kran im Hafen flattern sowohl die alte sowjetische als auch die aktuelle russische Fahne, und unsere lokale Reiseführerin Olga trägt ein Gewehr. Wegen eventueller Eisbären natürlich. Wir sind in Pyramiden angekommen, in der Vergangenheit. 1920 gegründet, Ende der 1920er von der russischen Bergbaugesellschaft Arktikugol übernommen, wurde hier bis 1998 Kohle abgebaut, dann wurde der Ort aufgegeben. Die letzte geförderte Tonne Kohle ruht in einem Wagon vor der roten Stahlpyramide, dem Symbol des Ortes.

Neben dem verlassenen Heliport grast friedlich ein Rentier, und vor einem heute noch – allerdings nur von Scharen von Möwen – bewohnten Gebäude gibt ein Polarfuchs eine Extravorstellung. Wir bekommen etliche Gebäude von innen zu sehen – so etwa ein Veranstaltungsgebäude mit einem großartigen Mosaik im ersten Stock, den Swimming Pool, die Kulturhalle mit Theater und Kinosaal, Sporthalle, Ballettsaal und Musikzimmer. Die Lenin-Büste vor der Kulturhalle blickt die Straße des „60. Jahrestag des großen Oktobers“ hinunter und auf den Nordenskjöldgletscher im Hintergrund. Im Souvenirshop gibt es Borscht, 40%igen Vodka und Eisbär-Matrioschkapuppen zu kaufen. Etwa dreißig Einwohner hat Pyramiden heute, zumindest im Sommer, und das hauptsächlich wegen der Touristen; im Winter ist es eine echte Geisterstadt.

Nach dieser Zeitreise fahren wir weiter bis in die Skansbukta mit ihren mächtigen, festungsähnlichen Felsformationen, an deren Fuß ebenfalls noch Zeugen aus der Bergbauvergangenheit zu sehen sind, hier der Eingang zu einer Gipsmine und ein paar Schienenreste. Ein Stück weiter nach Westen kommen wir dann am „schwedischen Haus“ vorbei, einem Schauplatz dramatischer Ereignisse. 17 Männer, Besatzungsmitglieder zweier im Eis eingeschlossenen Walfängerschiffe, retten sich im Winter 1872 hierher. Das Haus war komplett ausgestattet, mit genügend Feuerholz und Vorräten, vor allem Lebensmitteln in Dosen, um hier überwintern zu können. Dennoch starben alle 17 Männer, kurz hintereinander, aus lange ungeklärter Ursache. Erst 2008 ergab die Obduktion einiger der im Permafrost gut erhaltenen Leichen, dass die Männer alle an einer Bleivergiftung gestorben waren, weil sie das Essen in den mit Blei hergestellten Dosen erhitzten.

Gegen Abend sind wir zurück in Longyearbyen. Wir sichten die vielen, vielen Fotos von heute, und dann packen wir unsere Koffer – morgen geht es zurück nach Oslo.

Saturday, July 13th – Time travel

In the morning, the shuttle bus collects the tourists from various hotels in Longyearbyen, bringing them to the “Billefjord”, our ship for today´s adventure. We move out into the Isfjord and turn right into the Sassenfjorden, close to the steep cliffs where large colonies of seabirds are nesting. Arctic fulmars, kittiwakes and puffins are accompanying us. For lunch, the chef is preparing a barbecue right in front of the magnificent panorama of the powerful Nordenskjöld glacier.

On the northern shore of the fjord, we see the remains of some industrial buildings – shut down conveyor belts and coal chutes, abandoned buildings with broken windows. In the harbor, the old loading crane with both the old Sovjet Union as the actual Russian flag on top is silently rusting into oblivion; and Olga, our guide, is carrying a rifle – you never know if there is a polar bear behind the corner. We have arrived in Pyramiden, and in the past. The coal mining town was founded in 1920 by a Swedish company, taken over by the Russian mining company Arktikugol in the late 1920s, operating till 1998, then it was given up and everybody left. The last ton of coal ever mined here sits in a wagon at the foot of the red steel pyramid, the symbol of the town.

Next to the empty heliport, a reindeer is grazing, and in front of one of the derelict but still inhabited buildings (hundreds of kittiwakes live and breed here) an arctic fox is giving an extra performance for the delighted tourists. We visit several buildings like an event building with a fantastic mosaic on the second floor, the swimming pool, the cultural events hall with theater and cinema, ball court, ballet room and music room. In front of the cultural hall, a Lenin bust is looking down the Street of the „60th anniversary of the glorious October“, with the Nordenskjöldbreen in the background. The souvenir shop offers borscht, vodka (40% alcohol …) and russian polar bear stacking dolls. During the summer, there are about 30 people living here, mainly because of tourism; during the winter, Pyramiden is a real ghost town.

After this time travel we sail on to the Skansbukta with its massive, fortress-like rock formations; at the foot of the rocks, we again see silent witnesses of the mining history, like the entrance to a gypsum mine and the remains of train tracks. A bit later, we pass the “Swedish Hut”, the scene of dramatic events in the winter of 1872, when 17 men, part of the crew of two whaling ships which were caught in the ice, arrived here. The hut was completely equipped with enough firewood and provisions, including lots of canned food, to survive the winter; nevertheless, all 17 men died within a short period of time. In 2008, when the remains of the men, very well preserved in the permafrost, where exhumed, the cause for their deaths were found out – it was lead poisoning because the men heated their food in the lead-lined cans.

In the evening, we arrive in Longyearbyen. We try to sort the many, many photos we took today, and then we pack our suitcases – we will fly back to Oslo tomorrow.

240712 – wieder in Longyearbyen / back in Longyearbyen #oceanwideexpeditions >

Heute weckt uns zum letzten Mal Marcel‘s liebliche Stimme – nach dem Frühstück heißt es Abschied nehmen.

Wir sind mit der Kreuzfahrt rundherum zufrieden – das Expeditionsteam hat uns bestens betreut, die Schiffsbesatzung hat uns rund um Spitzbergen, hinauf ins Packeis und sicher wieder zurückgebracht und die Hotelcrew hat uns verwöhnt. Und wir haben die „Big 5“ der Arktis in ihrem natürlichen Umfeld zu sehen bekommen – Eisbären und Polarfüchse, Walrosse, Wale, und Rentiere. Und jede Menge Seevögel. Und wir haben wieder viele liebe Menschen kennengelernt, wir hoffen, den einen oder die andere irgendwo auf der Welt mal wieder zu sehen.

In Longyearbyen deponieren wir unser Gepäck im Hotel, dann marschieren wir als Erstes zum Krankenhaus. Nein, es geht uns gut, aber wir haben während der Reise bei einem Vortrag die Geschichte der holländischen Forscher gehört, die 1988 eine folgenschwere Begegnung mit einem jungen Eisbären hatten. Der Wissenschafter, mehr oder weniger skalpiert, wurde gerettet und im Longyearbyen Hospital zusammengeflickt. Der Bär hat nicht überlebt und steht nun ausgestopft im Krankenhaus-Foyer.

Von dort geht es weiter ins Svalbard Museum, das uns jetzt wie eine Zusammenfassung unserer Reise vorkommt – erdgeschichtliche Entwicklung, Geologie, Fauna und Flora, Entdeckung und Eroberung dieser Welt hoch im Norden – vieles davon haben wir in den letzten 10 Tagen zu sehen und / oder zu hören bekommen. Ebenso im North Pole Expedition Museum, wo wir wieder Fritjof Nansen, Umberto Nobile und Roald Amundsen begegnen, aber auch Walter Wellman, einem unerschrockenen, aber nicht ganz so erfolgreichen amerikanischen Polar-Abenteurer, von dem wir bisher noch nichts gehört haben.

Dann laufen wir Richtung Hafen, sehen ein Marineschiff, einen seltsam aussehenden offiziellen Kreuzer (Sysselmestre) und ein riesiges Kreuzfahrtschiff, die Viking Star, für knapp 1000 Passagiere. Nein, danke, nichts für uns. An der Straße zum Hafen finden wir das RotKreuz-Gebäude, das wir im Vorbeifahren gesehen hatten – keine Rettungswache wie bei uns, sondern mehr ein Depot für Hilfsgüter, soweit wir das durch die Fensterscheiben erkennen können. Das Rote Kreuz hat hier andere Aufgaben als bei uns, daher finden wir den lokalen Rettungswagen auch nicht hier, sondern auf der Feuerwache. Charles, der nette Rettungswagenfahrer, führt uns herum und erzählt uns ein wenig über den Dienstbetrieb.

Dann haben wir uns eine Pause im Café Huskies verdient, wo man am Weg zur gemütlichen Sitzecke über ein oder mehrere der fluffigen Angestellten steigen muss. Die Hunde sind absolut gechillt, an Touristen gewöhnt und lassen sich willig streicheln und fotografieren. Und der Kaffee ist auch sehr gut.

Anschließend erledigen wir noch das Pflicht-Shopping – ein T-Shirt aus Svalbard muss natürlich sein. Im Hotel bereiten wir uns dann noch auf morgen vor – wir haben ja noch einen ganzen Tag Zeit, daher haben wir heute in der Früh spontan für morgen eine Schiffstour nach Pyramiden gebucht, in der Hoffnung, dass das Wetter mitspielt.

Friday, July, 12th – back in Longyearbyen

Today, expedition leader Marcels´ lovely voice wakes us up for the last time – after breakfast, we have to check out and disembark. We are very very happy about this cruise – the expedition team was fantastic, the captain and his crew took us around Spitzbergen, high up into the pack ice and safely back again, and the hotel crew pampered us. And we got to see the “big 5” of the Arctic in their natural habitat – polar bear and arctic fox, walrus, whale and reindeer. And plenty of sea birds. And we met some very lovely and special people whom we hope to meet again, somewhere on the globe.

In Longyearbyen, we check in at the hotel, and then we visit the hospital. Not to worry, we are fine, but during our cruise we heard the story of the Dutch polar explorer, who had an unfortunate encounter with a young polar bear in 1988. The scientist got more or less scalped, but he was saved and treated in this hospital. The bear on the other hand didn´t survive – he is on display in the hospital´s lobby.

Then, we visit the Svalbard Museum which seems like a recap of the past 10 days to us – geology and paleontology, fauna and flora, the history of discovery and conquest of this hostile environment high up in the north – we have seen and / or heard a lot about all that during our expedition. Same experience in the North Pole Expedition Museum, where we meet Fritjof Nansen, Umberto Nobile and Roald Amundsen again, but also Walter Wellman, a fearless but not very successful American polar explorer, about whom we haven´t heard anything so far.

Afterwards, we walk towards the harbour, we see a marine vessel, the funny looking ship of the Sysselmaster, and a huge cruise ship, the Viking Star, with room for 1000 passengers. Not our way to travel. We also find the Red Cross building but it´s not an ambulance station, it seems to be a depot for disaster relief goods and machines (as far as we can see through the windows). The local Red Cross doesn´t offer any ambulance service here that´s why we find Spitzbergen´s ambulance not here, but at the fire station. Charles, the lovey EMT on shift, shows us around and talks about the work they do here.

Now we have earned a break, at Café Huskies, where you have to make your way to the cozy couches by stepping over one or more of the fluffy employees. These huskies are absolutely chilled, they are used to tourists and love being cuddled and photographed. And the coffee is very good, too.

Finally, we have to do some shopping – leaving Spitzbergen without some T-Shirts is a no-go. At the hotel, we prepare for tomorrow – we have one more day left here, so we spontaneously booked a boat tour to Pyramiden, hoping for nice weather tomorrow.

240711 – Planung versus Realität / Plan versus reality #oceanwideexpeditions >

Die für heute früh geplante Landung mit Spaziergang in Fleur de Lyshamna im Van Keulenfjord muss auf eine Zodiac-Cruise geändert werden – das Scout-Team hat einen Eisbären gesichtet, damit ist ein Landgang nicht möglich – Flexibilität ist bei Expeditionskreuzfahrten einfach erforderlich. Macht nichts, der Eisbär spaziert freundlicherweise am Strand entlang und wir folgen ihm mit den Zodiacs durch mehrere Buchten. Wir kommen an Hütten vorbei, die auch heute noch in Gebrauch sind, der „Walfriedhof“ in der Nähe – Haufen ausgebleichter Belugaschädel und Knochen – zeugt von den blutigen Ereignissen vergangener Jahrhunderte. Dann sichten wir einen Polarfuchs, der an mehreren Stellen am Strand Essbares findet, in Form toter Vögel. Sehr lebendig dagegen sind die Küstenseeschwalben (Arctic Terns), die hier ihr Mittagessen jagen, der Schneeammer (Snow Bunting) und die Eiderente, die über unser Zodiac hinwegfliegt.

Auch der Nachmittag verläuft anders als geplant – wir bemerken, dass unser Schiff eine Kehrtwendung macht, und an der Akseløya, der langgestreckten Insel am Eingang des Van Mijenfjords entlang wieder nach Süden fährt. Und dann kommt auch schon die Durchsage – Wellen und Wind verhindern den Landgang am Ingeborgfjellet am nördlichen Ufer des Bellsund, und Captain und Expeditionsleiter suchen gemeinsam nach einer alternativen Landungsmöglichkeit im Süden des Sunds – aber auch das ist nicht möglich. Also wird es eine Zodiac-Cruise im Recherchefjord, in der Lagune vor dem Recherchegletscher. Und das war eine gute Entscheidung, denn dort bekommen auch wir endlich Belugas zu sehen!

Das allabendliche Treffen in der Lounge beginnt heute mit Sekt, der Captain und das Expeditionsteam verabschieden sich von uns, dann bekommen wir noch ein Video mit Fotos und Filmsequenzen von unserer Reise zu sehen, zusammengestellt von Gabi. Beim Abendessen verabschiedet sich dann auch die Hotel- und Küchencrew von uns, das heutige Dessert, die Eistorte „baked Alaska“ ist mit 2 Eisbären verziert.

THURSDAY, July 11th – Plan versus reality

The plan for this morning – landing in Fleur de Lyshamna in the Van Keulenfjord and going for a hike there had to be changed to a zodiac cruise because the early morning scout team had discovered a polar bear on the way to the planned landig sight. Therefore, a landing is impossible – flexibility is a necessity for an expedition cruise, so we followed the polar bear with our zodiacs, along the shore line, through several bays. We pass several trapper huts, some still in use; a whale cemetery nearby (actually just some heaps of whale skulls and bones bleaching in the sun) is witness to the bloody events which took place here in the last centuries. We also spot an arctic fox dining on birds´ carcasses. And very much alive birds – arctic terns, snow buntings and common eider – are flying over our heads.

In the afternoon we also have to change our plans; as we notice that our ship is taking a 180 degree turn and heading south again, along the shore of Akseløya, the long stretched island at the mouth of the Van Mijenfjord, we get the information that wind and swell are prohibiting the planned landing at Ingeborgfjellet at the northern shore of Bellsund. Captain and expedition leader are trying to find an alternative landing site in the south of the sund, but this is impossible as well. Instead, we take a zodiac cruise in the Recherchefjord, in the lagune at the foot of the Recherche Glacier. And that was a lucky decision because there, finally, we get to see some Beluga whales.

Todays´recap starts with sparkling wine, Captain Artur and the expedition team bid us farewell, and then we get to see a film about our 10 days adventure, edited by Gabi. At dinner, the hotel and the kitchen crew also say farewell, presenting us a baked ice cream cake, adorned with two polar bears.

240710 – Im Hornsund / In the Hornsund #oceanwideexpeditions >

Über Nacht sind wir im Hornsund angekommen, dem südlichsten der großen Fjorde Spitzbergens. Wir frühstücken vor dem großartigen Panorama der Burgerbukta, dann geht es bei strahlendem Sonnenschein mit den Zodiacs in die Vestre Burgerbukta, den westlichen Teil der Bucht, bis zum Paierbreen am Ende, einem malerischen Gletscher. Auf einzelnen Eisschollen stehen ganze Scharen von Dreizehenmöwen, viele davon schlafen im Stehen.  Wir sehen auch Papageitaucher und Eiderenten, eine Gruppe von Zodiacs hat auch das Glück, eine Familie Belugawale kurz zu sichten.

Nach dem Mittagessen hören wir uns den Vortrag von Julian über „Svalbards Journey through the ages“ an – kaum zu glauben, dass Svalbard vor etwa 350 Millionen Jahren mal am Äquator lag und von dichtem Urwald bedeckt war.

Am Nachmittag landen wir bei Gnålodden, wo noch die Hütte der – zumindest in Norwegen – berühmten Walfängerin Wanny Wolstad steht. Tausende Dreizehenmöwen und Lummen brüten in den Steilklippen, sie sind nicht zu überhören. Von riesigen Felsen am Ufer sieht man über die Bucht, im Wasser dümpeln ein paar Papageitaucher, am Strand läuft eine Schneeammer aufgeregt herum, und auf einem der Felsen bewacht ein Paar Dreizehenmöwen ihren flauschigen, grauen Nachwuchs.

Abends erfahren wir von Hazel Wissenswertes über Belugas, und Gabi bringt uns die Geschichte der polnischen Polarstation im Hornsund näher. Anschließend gibt es Barbecue im Freien auf Deck 5, und dann Disco; anfangs schauen wir noch zu, aber bei „YMCA“ schließe ich mich dann der fröhlich tanzenden Gruppe an.

WEDNESDAY, July 10th – In the Hornsund

During the night, we arrived at the Hornsund, the southernmost of the large Fjords of Spitzbergen. After breakfast in front of the magnificent scenery of the Burgerbukta, we take the zodiacs for a cruise into the Vestre Burgerbukta, the western part of the fjord, until we arrive in front of the Paierbreen, a magnificent glacier. Small ice foes are floating in the water, populated by large flocks of kittiwakes, many of them standing and sleeping. There are puffins and common eiders flying above our heads, and one lucky group of zodiacs gets to see a small family of Beluga whales.

After lunch, we listen to Julian´s presentation about über „Svalbard´s Journey through the ages “– hard to believe that the archipelago of Svalbard was located at the equator and covered by dense forests – about 350 million years ago.

In the afternoon, we land at Gnålodden, near the hut of the – at least in Norway – famous female whale hunter Wanny Wolstad. Thousands of kittiwakes and guillemots are nesting in the steep cliffs, and they are making a lot of noise. From the top of the huge boulders on the beach, we get a good view over the bay; a handful of puffins is bobbing on the waves, a snow bunting is running around on the beach, and on top of one of the large boulders, a pair of kittiwakes is guarding its grey, fuzzy offspring.

In the evening, Hazel presents facts about Beluga whales, and Gabi talks about the Polish polar research station in the Hornsund. Tonight, we have dinner outside – the chefs have prepared a barbecue on deck 5, and then it´s disco night; at first, we just observe, but then they play “YMCA”, and I find myself at the dancefloor, in the middle of the group, dancing the night away.

240709 – Eisbär und Polarfuchs / polar bear and arctic fox #oceanwideexpeditions >

Über Nacht haben wir die Hinlopenstraße hinter uns gelassen, sind an der Ostseite der Barentsøya (Barents-Insel) nach Süden gefahren und ankern mittlerweile am Eingang des Freemansunds vor Kap Waldenburg. Die Zodiacs bringen uns an Land, in den steilen Klippen der Canyons brüten Tausende Dreizehenmöwen – ein eindrucksvolles Geräuscherlebnis in dem schmalen Canyon. Ein Polarfuchs ist auf der Suche nach Beute und lässt sich auch von uns nicht stören; und die Rentiere sind sowieso völlig unbeeindruckt von den Touristen.

Über Mittag fahren wir den Freemansund zwischen Barentsøya und Edgeøya, der drittgrößten Insel des Svalbard-Archipels, weiter nach Westen. Nachmittags wäre eine weitere Landung geplant gewesen, am Kap Lee an der Nordwestspitze der Edgeøya, aber ein vormittags von einem anderen Schiff gesichteter Eisbär ändert alle Pläne (eine Landung bei Eisbärensichtung ist ohnehin nicht möglich). Also warm anziehen, rein in die Zodiacs und hinter dem Eisbären her. Und der Bär tut uns wirklich den Gefallen, gemächlich die Küste entlang zu spazieren, vor der grandiosen Kulisse der Steilhänge, auf denen auch noch Rentiere grasen. Zum Abschluss machen wir noch einen Abstecher Richtung Dolerittneset, wo sich vor drei alten, grauen Trapperhütten eine Herde Walrosse am Strand räkelt.

Am Abend erzählt uns Philipp über die Pomoren, russische Jäger aus dem Weißmeergebiet, die im 17. Jhd. nach Svalbard kamen und bis etwa 1850 hier lebten und jagten. Dann berichtet Tom über die niederländische Forschungsstation, die von 1968-1989 in Kap Lee existierte. 4 Forscher verbrachten die Winter hier – ihre Ergebnisse führten direkt zur Restriktion der Eisbärjagd in 1971 und dem kompletten Verbot und dem Schutz der Eisbären im Jahr 1974. Außerdem war einer der 4 Forscher später an der Gründung von Oceanwide Expeditions beteiligt. Und abschließend erfahren wir von Grant Wissenswertes über Wellengang, Wind und Strömung.

Nach dem Abendessen sichern wir auf Empfehlung des Captains alle Gegenstände in unserer Kabine – wir fahren von der Westküste Edgeoyas nach Süden, um den südlichsten Zipfel von Spitzbergen herum, auf offener See, und nach Mitternacht wird stärkerer Wind und damit auch Wellengang erwartet – haben wir ja in Grants Vortrag gerade gehört.

Tuesday, July 9th – polar bear and arctic fox

During the night, we left Hinlopen Strait, passed the east side of Barentsøya and entered the Freemansund where we dropped anchor close to cape Waldenburg. The zodiacs transport us to shore and we walk towards the canyon between the steep cliffs where thousands of kittiwakes are nesting – an impressive sound experience in the narrow canyon. An arctic fox is searching for his lunch, obviously not at all disturbed by the many tourists with their cameras, and the reindeer are utterly unimpressed by us.

During lunch, we follow the Freemansund between the islands Barentsøya and Edgeøya, Svalbard’s third-largest island, westwards. The plan was to land at Cape Lee on the northwestern tip of Edgeøya, but a polar bear sighting by another ship changes that plan – it´s not possible to land anywhere near polar bears. So, we dress warmly, enter the zodiacs and head towards the shore where the bear was spotted. And there he is, trotting along the beach, in front of the grand backdrop of the steep slopes where reindeer are grazing – very picturesque. And so are the walruses, lying around on the shore at Dolerittneset, in front of three old, grey wooden trapper huts.

In the evening, Philipp from Germany presents a lecture about the Pomors, Russian hunters from the White Sea area who came to Svalbard in the 17th century and lived here until 1850, give or take. Then Tom from the Netherlands talks about the Dutch research station, existing at Cape Lee from 1968 to 1989. Four researchers spent the winters here, and their research results led directly to the restriction of polar bear hunt in 1971 and consequently to the total ban of polar bear hunt in 1974. On top of that, one of these researchers was later involved in the founding of Oceanwide Expeditions. And then Grant from South Africa explains the basics about swell, wind and currents.

After dinner, we secure all loose items in our cabin – we will be cruising from the west side of Edgeøya southwards, around the southernmost tip of Spitzbergen on the open sea, and the captain is expecting a bit of wind and therefore some swell after midnight – exactly what we learned in Grants´ presentation.

240708 – Fuchs, du hast die Lumme gestohlen / Fox, you have stolen the guillemot #oceanwideexpeditions >

Die See in der Hinlopenstraße hat sich über Nacht beruhigt, dem Zodiacausflug zu den Vogelfelsen steht nichts im Wege. Der Alkefjellet, der „Lummenfelsen“ besteht aus bis 100 m hohen, steilen, zerklüfteten, schwarzen Basalttürmen – hier brüten über 60.000 Paare Dickschnabellummen, dazwischen einige Dreizehenmöwen und vereinzelte Paare Weißwangengänse und Eiderenten. Jede Nische, jeder Vorsprung ist bewohnt, der Flugverkehr ist entsprechend dicht (wird werden gewarnt, NICHT mit offenem Mund in den Himmel zu schauen, um unwillkommene Überraschungen zu vermeiden), auch im Wasser herrscht zeitweise Gedränge. Die Lummen sind quasi die Pinguine des Nordens – zwar nicht mit ihnen verwandt und außerdem flugfähig, aber mindestens so zahlreich, auch mit torpedoförmigem Körper und unglaublich schnelle und elegante Schwimmer unter Wasser.

Blauer Himmel, Sonnenschein, glitzernde Schneefelder zwischen den Basalttürmen – und dort sehen wir frische Spuren, und am Ende auch den Verursacher, einen Polarfuchs mit seiner Beute im Maul, einem – hoffentlich schon toten – Vogel.

Kurz vor dem Mittagessen, bereits zurück am Schiff, sammeln sich etliche unserer Expeditionsguides mit Ferngläsern zuerst auf der Brücke auf Deck 7 und starren angestrengt auf einen kleinen Streifen Land, dann verlagert sich die Party auf das offene Observationsdeck 8 – ich folge ihnen unauffällig. Als die Durchsage „Eisbär auf 9 Uhr“ durch die Lautsprecher kommt, habe ich bereits etliche Fotos und ein paar Minuten Video aufgenommen. Wir sehen ein einzelnes Männchen und eine Eisbärmama mit einem Jungen auf der Insel Gyldenøyane umherstreifen. Sowohl diese sehr gute Beobachtungsmöglichkeit als auch der stark auffrischende Wind ändern das geplante Nachmittagsprogramm. Der Landgang in der Palanderbukta wird gestrichen, weil das Einsteigen aus dem Schiff in die Zodiacs zu riskant wäre. Statt deswegen fahren wir immer wieder um die Insel herum, und die Eisbären spielen mit und lassen sich gerne fotografieren und filmen. Auf der anderen Seite der Insel taucht dann ein beeindruckendes Schiff auf, die Commandante Charcot, der weltgrößte Passagier-Eisbrecher, der direkt über den Nordpol fährt.

Am späteren Nachmittag berichtet Simon über Alken – Papageitaucher (Puffins), Gryllteisten (Black Guillemots), Dickschnabellummen (Brunnich’s Guillemots), Trottellummen (Common Guillemots), Razorbills, und Krabbentaucher (Little Alks). Fran präsentiert anschließend Pflanzen der Arktis, von Saxifragas über Butterblumen bis zu Bäumen wie Zwergbirke und Polarweide – winzige Pflanzen, die wir nie im Leben als Bäume identifiziert hätten. Unsere Hondius fährt inzwischen weiter die Hinlopenstraße nach Süden, Richtung Brasvellbreen, ein Gletscher mit sensationellen Schmelzwasserfällen an der Südostspitze von Nordaustland. Leider müssen wir uns mit den Bildern in unserem Reiseführer begnügen, der dichte Nebel hüllt die Landschaft komplett ein.

Monday, July 8th – Fox, you have stolen the guillemot

During the night, the sea has calmed down, there is almost no swell, so we start our zodiac cruise to the bird cliffs. “Alkefjellet”, the Auk Mountain, consists of up to almost 330 ft high, steep, rugged black basalt cliffs – about 60.000 pairs of Brunnich’s Guillemots have their nests here, and in between there are Kittiwakes, barnacle geese and common eider ducks. Every nook and cranny are inhabited, there is immense air traffic (we are warned NOT to look up with our mouths open in awe, in order to avoid some surprise deliveries from above), even in the water there is a lot of hustle and bustle. The auks are the penguins of the north, so to speak – not related and able to fly, but at least as numerous as penguins in the south with a torpedo-shaped body, and they are incredibly fast and elegant swimmers under water.

Brilliant sunshine, blue sky and glistening snow patches between the basalt towers – and there we see fresh tracks in the snow, and then we spot the one who made them: an arctic fox with his pray in his mouth, a – hopefully already dead – guillemot.

Back on the ship, just before lunch, several guides gather on the bridge on deck 7, staring through their binoculars on a small piece of shore of Gyldenøyane island, then they all move up to the open observation deck 8. I follow them, and when we hear the ship wide announcement “polar bear at 9 o´clock”, I have already taken a lot of pictures and some minutes of video. We get to see a single male and a mum with her cub walking around. This exciting observation as well as the increasing swell change the planned activities for this afternoon. The landing in Palanderbukta is cancelled because the swell makes getting into the zodiacs too risky. Instead, we cruise around Gyldenøyane island, and the polar bears happily pose for the many cameras of the excited expedition participants. On the other side of the island, the “Commandante Charcot” appears, the world´s largest ice breaker, the only passenger ship able to directly to the North Pole.

In the afternoon, Simon gives a brilliant lecture about auks (not hawks, not orcs) – Puffins, Black Guillemots, Brunnich’s Guillemots, Common Guillemots, Razorbills, and Little Auks. Then, Fran presents the plant world of the arctic, from saxifrage and buttercups to trees like dwarf birch and arctic willow – tiny plants which we would never have identified as trees. In the meantime, our ship is heading south in the Hinlopen Strait, towards Brasvellbreen, a glacier with sensational waterfalls at the southeast corner of North Austlandet. Unfortunately, we have to believe it and be content with pictures because dense fog is covering the scenery completely.