250517 – Tag 16 / Samstag, 17. Mai – Fahrt mit der Schmalspurbahn zum Alishan Forest –

Die nostalgische Fahrt mit der Schmalspurbahn Richtung Alishan Forest ist immer 14 Tage im voraus online buchbar – deswegen haben wir uns gleich nach unserer Ankunft in Hongkong am 3. Mai als Erstes die begehrten Tickets gesichert – natürlich wieder unter Angabe unserer Reisepassdaten (die Erklärung hier: sonst könnte ja irgendjemand alle Tickets kaufen, und dann teuer weiter verkaufen)

Heute Morgen ist es soweit, am Bahnhof tauschen wir die Reservierung gegen Vorlage der Reisepässe in Papiertickets um, und kurze Zeit später kommt auch schon unser Zug. Wir zuckeln von Chiayi nach Osten, Richtung Berge, und schon nach der zweiten Station wird es deutlich grüner, zuerst Obst- und Gemüseplantagen, dann beginnt der Wald, bunt gemischt, von Riesenfarnen und Huflattich über Ficus, Datura und Bambus bis zu Zedern ist alles vertreten. Wir sehen Siedlungen, die am Berghang kleben und einsame Tempel mitten im Grün, und es gibt jede Menge wunderbare Wanderwege. Leider geht sich Wandern gehen nicht aus, und wir können auch die Schmalspurstrecke nicht zur Gänze befahren, der Fahrplan ermöglicht das leider nicht – wir müssten eine Nacht oben in Alishan verbringen und wir haben ja insgesamt nur knapp 2 Wochen, um so viel wie möglich von Taiwan zu sehen.

Also fahren wir soweit es möglich ist, das sind 3 Stunden von Chiayi bis nach Shizilu, wir geniessen die Aussicht und erfreuen uns an den vielen verschiedenen Grün-Schattierungen. In Shizilu machen wie Mittagspause, trinken Kaffee und dann geht‘s von ca 1580 m wieder hinunter und retour Richtung Westen. In der Station Fen Chi Hu löst sich dann auch das Rätsel, warum der Zug für die Rückfahrt eine halbe Stunde länger braucht – er macht hier einfach Pause. Und wir nutzen die Zeit, um das kleine Eisenbahnmuseum zu besuchen.

Auf der Weiterfahrt stellen wir fest, dass wir mal wieder Glück mit dem Wetter hatten – die Wolken hängen tiefer, und dann beginnt es zu regnen. Im Wald. Regenwald, also. Schließlich öffnet der Himmel alle Schleusen, und es schüttet. Macht aber nix, die Sonnenscheinfotos haben wir ja vormittags schon gemacht.

Andy holt uns an der Zugstation in Chiayi ab, es geht weiter nach Norden bis Taichung. Abendessen gönnen wir uns heute in einem japanischen Tepanyaki-Restaurant, Show-Kochen quasi. Und dann erwartet uns eine Überraschung. Wir haben ein Motel gebucht, dieses liegt in einem Stadtviertel mit vielen hellen Neonreklamen, gleich neben einem grell beleuchteten Karaoke-Etablissement. Die roten Neonherzen an der Mauer und in der Einfahrt lenken unsere Vermutungen in eine bestimmte Richtung; die Whirlpool-Wanne für 2, die Kondome am Nachttisch und das Filmangebot für Erwachsene bestätigen den Eindruck dann. Wir haben das Motel ganz normal über eine Hotelplattform gebucht, und es gibt auch nix zu meckern, die Zimmer sind schön, geräumig und sehr sauber. Und die whirlpool-Wanne tut nach den vielen, vielen Besichtigungs-Kilometern der letzten Woche und der ruckeligen Bahnfahrt heute wirklich gut. Wir haben sehr gelacht, wir hatten viel Spaß.

Day 16 / Saturday, May 17 – Narrow-Gauge Railway to Alishan Forest

The nostalgic ride on the narrow-gauge train towards Alishan Forest may be booked online 14 days in advance—so we secured the highly coveted tickets right after arriving in Hong Kong on May 3, but we had to provide our passport info to get them (explanation: otherwise scalpers could buy up all the tickets and resell them for a higher price)

This morning at the train station, we exchange our reservation for paper tickets by showing our passports, and then our train arrives. We trundle eastward from Chiayi into the mountains. After the second station, the scenery turns greener—first fruit and vegetable farms, then forest: giant ferns, coltsfoot, ficus, datura, bamboo, and cedars. We see hill-clinging settlements, isolated temples in the forest, and many wonderful hiking trails. Sadly, there’s no time to hike, and we can’t ride the entire railway line—it would require staying overnight in Alishan, and we only have two weeks to see as much of Taiwan as possible.

So we go as far as possible—three hours from Chiayi to Shizilu. We enjoy the views and the many shades of green. At Shizilu, we take lunch and a coffee break, then descend from about 1,580 meters and head back west. At Fen Chi Hu station, we discover why the return trip takes 30 minutes longer—the train simply pauses there for a visit the small railway museum.

Continuing the journey, we notice we got lucky with the weather—clouds are hanging low, and then the rain starts pouring down. In the forest. So, a rainforest, after all. No problem—we took our sunshine photos in the morning.

Andy picks us up at Chiayi station, and we head north to Taichung. Dinner is at a Japanese teppanyaki restaurant—basically a cooking show. Then we are in for a surprise. Our motel is located in a district full of bright neon signs, right next to a glaring karaoke bar. Red neon hearts on the wall and in the driveway lead to certain assumptions, which are confirmed by the whirlpool tub for two, the condoms on the nightstand, and the adult film selection.

We booked the motel via a regular hotel platform—and there’s nothing to complain about: the rooms are spacious, clean, and lovely. And the whirlpool tub feels amazing after all the sightseeing kilometers during today’s bumpy train ride. We laughed a lot and we had great fun.