Archiv der Kategorie: Natur

260506 – Mittwoch, 6. Mai – Kaiserlicher Sommerpalast, Tempel und die Kangxi-Ceremony 

Unser Hotel in Chengde liegt sehr günstig in der Nähe des Südeingangs des kaiserlichen Sommerpalastes, und dort starten wir auch die heutige  Besichtigungstour. 

Die ganze Anlage, mit einer Fläche von über 5,5 Quadratkilometer größer als die verbotene Stadt in Beijing, ist zum größten Teil hügelig. In der Ebene, an den Seeufern, befinden sich der Kaiserpalast, viele einzelne Pavillons und weitere Gebäude. Kaiser Kangxi ließ die Anlage erbauen – hier ist es im Sommer deutlich kühler als in Peking (abgesehen davon, dass es heute vormittags ein bisschen regnet). 

Von den “Acht außen liegenden Tempeln”haben wir drei am Programm, als erstes geht es zum buddhistischen Xumi-Fushou-Tempel oder Tempel der Glückseligkeit und des Langen Lebens, welchen Kaiser Qianlong, Kangxis Enkel erbauen ließ. Noch viel deutlicher zeigt sich die Verbindung zum tibetischen Buddhismus beim Putuo-Zongcheng-Tempel oder Tempel der Potaraka-Doktrin – die Anlage ist dem Potala-Palast in Lhasa nachempfunden. Der

Puning-Tempel oder Tempel des Universalen Friedens schließlich, ein aktives Kloster, beherbergt eine unglaubliche, 23m hohe, goldlackierte Holzstatue eines Guanyin-Boddhisattwas.

Nach einem späten Mittagessen und einer kurzen Pause im Hotel machen wir uns – ganz brav mit dem öffentlichen Bus – auf den Weg zur “Kangxi Ceremony”, dem Hauptgrund unseres Besuches von Chengde – und das hat sich gelohnt! Eine spektakuläre Freilichtshow mit 500 DarstellerInnen und 100 Pferden erzählt Bild-und tongewaltig das Leben von Kaiser Kangxi. Ein unglaubliches Erlebnis, und ein würdiger Auftakt für unseren morgigen 27. Hochzeitstag.

Anschließend geht es – wieder mit dem Bus – zurück ins Hotel – heute haben wir über 30.000 Schritte (22,2 km) zurückgelegt, und das spüren wir…..

Wednesday, May 6 – Imperial Summer Palace, Temples, and the Kangxi Ceremony

Our hotel in Chengde is very conveniently located near the south entrance of the Imperial Summer Palace, which is also where today’s sightseeing tour begins.

The entire complex, covering more than 5.5 square kilometers and therefore larger than the Forbidden City in Beijing, is mostly hilly terrain. In the flatter areas along the lakeshores we get to see the imperial palace, numerous individual pavilions, and other buildings. Emperor Kangxi had the complex built — during the summer it is way cooler here than in Beijing (although this morning it is raining a little).

Of the “Eight Outer Temples,” we have three on today’s itinerary. First we visit the Buddhist Xumi Fushou Temple, or Temple of Happiness and Long Life, which was commissioned by Emperor Qianlong, Kangxi’s grandson. The connection to Tibetan Buddhism becomes even more apparent at the Putuo Zongcheng Temple, or Temple of the Potaraka Doctrine — the complex was modeled after the Potala Palace in Lhasa. Finally, the Puning Temple, or Temple of Universal Peace, an active monastery, houses an incredible 23-meter-high gilded wooden statue of the Guanyin Bodhisattva.

After a late lunch and a short break at the hotel, we set off —  being good tourists by using the public bus — to the “Kangxi Ceremony,” the main reason for our visit to Chengde – and it was absolutely worth it! A spectacular open-air show with 500 performers and 100 horses vividly tells the life story of Emperor Kangxi through stunning visuals and sound. An incredible experience, and a fitting celebration for our 27th wedding anniversary tomorrow.

Afterwards, we return to the hotel — again by bus. Today we walked more than 30,000 steps (22.2 km), and we can definitely feel it…..


250928 – Sonntag, 28.9.2025 – Nepal Tag 4- Kloster Namo Buddha und Wanderung –

Heute in der Früh geht es zur Namo Buddha Monastery, einen buddhistischen Kloster, in dem 200 Mönche leben. Am Weg dorthin erklärt uns Reiseleiter Yam die Grundzüge des Buddhismus; Buddha wurde ja als Prinz Siddhharta Gautama in Lumbini hier in Nepal geboren.

Wir haben Glück und kommen zu einer Zeremonie zurecht– das gemeinsame Gebet der Mönche in der opulent geschmückten großen Halle dauert knapp eine Stunde. Wir verstehen zwar kein Wort, aber es ist trotzdem eindrucksvoll, hat meditativen Charakter und ist sehr entspannend – wenn da nicht dazwischen die Schalmeien, Tschinellen und Gyalingtrompeten wären, die einen ordentlichen Wirbel machen. 

Nach der Zeremonie unterhalten wir uns ein wenig mit den Mönchen, die auch recht gut englisch sprechen, dann geht es noch ein Stückchen den Hügel hinauf. Am Kloster-Areal finden sich acht Stupas, natürlich mehrere Souvenirshops sowie am Gipfel noch eine einzelne Stupa, mit Gebetstüchern behangen. Die Aussicht von hier oben ist phänomenal.

Nach einer Kaffeepause beginnt dann die auch im Programm angekündigte Wanderung, aber erfreulicherweise hat unser Reiseleiter das heutige Programm für uns umgedreht – wir sind mit dem Bus zum Kloster hinauf gefahren und wandern den Rückweg zu Fuß, größtenteils bergab. Unterwegs begegnet wir weiteren Einheimischen wie etwa einer Baby-Himalaya-Schmucknatter oder einer wunderschön gefärbten Geisterheuschrecke.

Es ist heiß und wir sind jedem einzelnen Baum für den Schatten dankbar. Allerdings halten sich an einigen schattigen Stellen noch Wasserlöcher und schlammige Passagen nach dem Regen der letzten Nacht. Und ein kleiner Fehltritt führt dann zu meinem ersten unfreiwilligen Kniefall in Nepal und ich bleibe mit beiden Schuhen im Matsch stecken. Mein linkes Knie protestiert lauthals, und die Kamera ist mit Schlamm bedeckt.  

Am Abend stellt sich dann heraus, dass der Kamera nichts passiert ist – sie war zu dem Zeitpunkt nicht eingeschalten, das Objektiv war nicht ausgefahren, und der Schlamm klebt nur außen an der Hülle fest. Die Schuhe und die Kleidung kann man waschen, und meiner Haut hat die Schlammpackung auch nicht geschadet.

Sunday, September 28, 2025 – Nepal Day 4 – Namo Buddha Monastery and Hike

This morning we head to Namo Buddha Monastery, a Buddhist monastery where 200 monks live. On the way, our guide Yam explains the basics of Buddhism; after all, Buddha was born as Prince Siddharta Gautama, in Lumbini, here in Nepal.

We are lucky to arrive just in time for a ceremony – the monks’ communal prayer in the opulently decorated main hall lasts nearly an hour. We don’t understand a word, but it is still impressive, with a meditative character and very relaxing – if it weren’t for the interludes of shawms, cymbals, and gyaling trumpets creating quite a loud sound.

After the ceremony we chat a little with the monks, who speak quite good English, then we continue a bit further up the hill. The monastery grounds feature eight stupas, of course several souvenir shops, and at the summit one solitary stupa draped with prayer flags. The view from up here is phenomenal.

After a coffee break we set out on the hike that was also announced in the program, but fortunately our guide rearranged today’s schedule for us – we took the bus up to the monastery, now we are walking back down on foot, mostly downhill. Along the way we encounter more locals, such as a baby Himalayan trinket snake and a beautifully colored ghost grasshopper.

It is hot, and we are grateful for every single tree that offers shade. However, in some shaded spots there are still waterholes and muddy patches left over from last night’s rain. One small misstep leads to my first involuntary kneefall in Nepal, and both my shoes get stuck in the mud. My left knee protests loudly, and the camera ends up covered in muck.

In the evening it turns out that nothing happened to the camera – at the time it wasn’t switched on, the lens wasn’t extended, and the mud only stuck to the outside of the casing. Shoes and clothes can be washed, and my skin feels nice and smooth after the mud bath.

250927 – Samstag, 27.9.2025 – Nepal Tag 3 – Mt. Everest –

Warum läutet der Wecker um 4:30, also kurz nach Mitternacht?? Ach ja, Reiseleiter Yam hat für uns einen tollen Ausflug abseits des regulären Programms organisiert. Wir sollten um 5:30 am Flughafen sein, aber der Verkehr ist auch am frühen Morgen schon die Hölle – doch das Flugzeug wartet auf uns. Shree Airlines bietet knapp 1stündige Rundflüge an, jeder hat einen Fensterplatz, und so kommen wir in den Genuss, Mt. Everest, Lhotse und Makalu, also dem höchsten sowie dem viert- und fünfthöchsten Berg der Erde auf Augenhöhe zu begegnen, ohne Aufstieg vom Basislager, ohne zusätzlichen Sauerstoff oder Sherpas. 

Dann geht es zurück ins Hotel, nach dem Frühstück brechen wir auf Richtung Bungamati und Karyabinayak / Khokna, zwei alte Dörfer der Newari, berühmt für ihre kunstvollen Schnitzereien an Türen, Fenstern und Balkonen. Auch hier finden sich die zentralen Plätze mit Tempeln, vieles ist noch eingerüstet- das große Erdbeben von 2015 hat hier viele Todesopfer gefordert und einen Großteil der Häuser zerstört. Hunde, Katzen, Gänse und Ziegen koexistieren friedlich zwischen den Baumaterialhaufen – die Ziegen kümmern sich auch vorbildlich um die Reste der Opfergaben, da ist kein Altar zu hoch. 

Auf der Fahrt nach Dhulikel, Richtung tibetische Grenze, geht unser “Sprachkurs mit Yam” weiter: am ersten Tag haben wir “Namaste – Guten Tag” gelernt, gestern “dhanyabaad – danke” (Eselsbrücke für uns: Tanja ist im Bad- Tanjabad). Das heutige Wort des Tages ist die passende Antwort auf dhanyabaad, nämlich “Svagatom – Bitte sehr” (Eselsbrücke für uns: der Schwager heißt Tom – Svagatom). Ob sich die Familienverhältnisse dann ändern, wenn Schwager Tom mit Tanja im Bad ist, blieb allerdings unbeantwortet….

Saturday, 27 September 2025 – Nepal Day 3 – Mt. Everest

Why does the alarm go off at 4 a.m, shortly after midnight?? Ah yes, our tour guide Yam has arranged a great excursion for us, in addition to the regular program. We were supposed to be at the airport by 5:30, but even in the early morning traffic is hell – still, the plane waits for us. Shree Airlines offers short round-trip flights of just under an hour, everyone gets a window seat, and so we have the privilege of seeing Mt. Everest, Lhotse, and Makalu – the highest, fourth-highest, and fifth-highest mountains in the world – at eye level, without climbing from base camp, without extra oxygen, and without Sherpas.

Then it’s back to the hotel, and after breakfast we set off toward Bungamati and Karyabinayak / Khokna, two ancient Newari villages, famous for their intricate carvings on doors, windows, and balconies. We visit the central squares with their temples, many still under scaffolding – the great earthquake of 2015 claimed many lives here and destroyed much of the housing. Dogs, cats, geese, and goats coexist peacefully among the piles of building materials – the goats also dutifully take care of the remains of the offerings; no altar is too high for them.

On the drive to Dhulikel, towards the Tibetan border, our “language course with Yam” continues: on the first day we learned Namaste – good day, yesterday dhanyabaad – thank you(mnemonic for us: “Tanja is in the bath – Tanjabad”). Today’s word of the day is the proper reply to dhanyabaad, namely Svagatom – you’re welcome (mnemonic for us: “there is a man called Tom, and he is the brother-in-law; the German word for brother-in-law is Schwager, Svagatom”). Whether family relations would change if brother-in-law Tom joined Tanja in the bath, however, was left unanswered….

250610 – Tag 40 – Dienstag, 10. Juni – Olympische Ringe, rote Pandas und kuschelnde Tanukis –

Gestern haben wir die olympische Sprungschanze in den Hügeln im Südwesten der Stadt vom Sapporo Fernsehturm aus der Ferne gesehen, heute nehmen wir den Bus und fahren hin, soweit wir kommen – das letzte Stück müssen wir zu Fuß zurücklegen, weil der direkte Bus fährt nur einmal pro Stunde und den haben wir verpasst. Ist aber ein Glück, wir kommen am Ritaru Café mit einer unglaublichen Auswahl an Kaffeesorten vorbei, und Sigi ist happy.

Vom Olympiamuseum führt ein Sessellift (diesmal mit Sicherheitsbügel) zur Aussichtsplattform, oben erwarten uns die Maskottchen der Winterolympiade 1972, ein Fuchs und ein Bär mit den Startnummern 19 und 72. Wir haben noch immer Glück mit dem Wetter, es ist strahlend sonnig und wir sehen bis ins Stadtzentrum, zum Otori Park mit Fernsehturm. Dann drehen wir eine Runde durch das Museum, bestaunen uralte Holzskier, und versuchen uns im Skispringen – virtuell natürlich. Nicht für alles Geld der Welt würden wir die echte Schanze hinunterspringen! Und dann finden wir auch noch ein Foto von Annemarie Moser-Pröll, der Abfahrts-Olympiazweiten von 1972. Nur Spuren vom großartigen Karl Schranz, dem leider-nicht Olympiasieger, suchen wir vergebens (auch wenn wir damals beide erst 11 Jahre alt waren, erinnern wir uns gut an den Skandal der Disqualifizierung).

Vom Museum ist es nicht weit zum Maruyama Zoo, der uns anfangs nicht so gut gefällt wie der Zoo in Akita. Liegt vielleicht auch daran, dass es beinahe Mittag und drückend heiß ist, und die tierischen Bewohner spüren das offensichtlich genauso wie wir. Aber dann finden wir neugierige Seehunde, grinsende Ghaviale, gut getarnte Moos-Baumfrösche, einen ungeniert badenden Braunbären, entzückende rote Pandas und ein paar fluffige kuschelnde Tanukis, Marderhunde, und alles ist gut.

Es ist mitten am Nachmittag, und ich hätte optional noch einen Besuch der Sapporo-Bierbrauerei mit Museum am Programm, aber wir haben eigentlich keine Lust, und Bier trinken wir sowieso nicht. Also spazieren wir Richtung Stadt, durch das an den Zoo angrenzende, naturbelassene Waldstück (mit Warnschildern – Achtung vor Bären), wo wir dann auch endlich einen Schrein finden, und ein Denkmal für im Einsatz verunglücktes Einsatzpersonal. Am Abend heißt es dann Koffer packen, morgen geht es weiter nach Osaka.

Day 40 – Tuesday, June 10 – Olympic Rings, Red Pandas, and Cuddling Tanukis

Yesterday, we spotted the Olympic ski jump nestled in the hills southwest of the city from afar, from the Sapporo TV Tower. Today, we’re taking the bus to visit the Olympic area—but since the direct bus only runs once per hour and we missed it, we have to walk the last stretch. That turns out to be a stroke of luck: we pass by Ritaru Café, which boasts an incredible selection of coffee, and Sigi is delighted.

From the Olympic Museum, a chairlift (this time with a safety bar) takes us to the viewing platform. At the top, we’re greeted by the mascots of the 1972 Winter Olympics: a fox and a bear wearing bib numbers 19 and 72. The weather continues to be in our favor—brilliant sunshine allows for a clear view all the way to the city center, including Ōdōri Park and the TV Tower. We take a walk through the museum, marvel at ancient wooden skis, and try our hand at ski jumping—virtually, of course. There’s no way we’d launch ourselves off the real ski jump for any amount of money! We even spot a photo of Annemarie Moser-Pröll, who took silver in the downhill at the 1972 Olympics. Sadly, we find no trace of the great Karl Schranz, the almost-Olympic champion, who was controversially disqualified. (Even though we were both only 11 years old back then, we remember the scandal well.)

From the museum, it’s not far to the Maruyama Zoo, which at first doesn’t impress us quite as much as the one in Akita. That might be due to the fact that it’s almost noon and oppressively hot—the animal residents clearly feel the same way we do. But then we come across some curious seals, grinning gharials, well-camouflaged mossy tree frogs, a brazenly bathing brown bear, adorable red pandas, and a few fluffy, cuddling tanukis (raccoon dogs), and suddenly everything is wonderful.

It’s mid-afternoon, and I have a visit to the Sapporo Beer Museum as ‘maybe’ on the list, we’re just not feeling it—and we don’t drink beer anyway. So instead, we wander back towards the city through the natural forest area next to the zoo (complete with bear warning signs), where we finally stumble upon a shrine and also a memorial to rescue workers who died in the line of duty. In the evening, it’s time to pack our bags—tomorrow, we’re off to Osaka.

250607 – Tag 37 – Kreuzfahrt Tag 17 – Samstag, 7.6. – Akita – 

Wir haben heute keinen Ausflug gebucht, wir haben vorerst mal genug von Palästen (leere Räume mit Tatami-Matten, Schuhe ausziehen), historischen Verwaltungsgebäuden (leere Räume mit Tatami-Matten, Schuhe ausziehen) und Samurai-Häusern (leere Räume mit Tatami-Matten, Schuhe ausziehen). Stattdessen fahren wir mit dem Shuttle Bus in die Stadt und dann weiter mit dem öffentlichen Bus in den Zoo von Akita. Dort gibt’s Rote Pandas, Amur-Tiger und Schneeleopard zu sehen, japanische Makaquen zu füttern und Kängurus zu streicheln. Ohne Schuhe ausziehen. 

Und in dem kleinen Vergnügungspark im Zoo können wir eine Runde Rettungsauto fahren – damit wir keine Entzugserscheinungen bekommen.

Kurz nach Mittag fahren wir mit dem Bus zurück in die Stadtmitte und gehen hungrig in den Citizens Market, aber leider – wir haben übersehen, dass heute Samstag ist, die meisten Verkaufsstände haben bereits geschlossen oder räumen gerade weg. Also ein Stückchen weiter zum durchaus imposanten Bahnhof, wo wir einen riesigen Plüsch-Akita finden – die knuffigen Fellknäuel, einst für die Jagd gezüchtet, sind mittlerweile das Symbol für die Stadt und die Region. Detail am Rande: wir haben heute den ganzen Tag in der Stadt zugebracht, und wir haben weder einen echten Akita Inu noch die kleinere Ausgabe Shiba Inu gesehen – aber hunderte Plüschversionen.

Wir spazieren weiter, in den Senshu-Park mit den Überresten der Kubota Burg und dem restaurierten Burgturm sowie dem Hachiman Akita Schrein. Dann wollen wir ins Folk Art Museum mit den tollen Lampions, die während der Festivals durch die Straßen getragen werden. Der Shuttle Bus fährt uns vor der Nase davon, also nehmen wir ein Taxi – um dann am Zielort draufzukommen, dass wir im falschen Museum gelandet sind. Wie bekommen zwar schöne Lampions zu sehen, aber nicht die in drei, vier oder sogar fünf Etagen gestapelten Lampionstangen für die Umzüge. Macht nix, dafür steht hier ein sensationeller Festival-Umzugswagen mit furchterregend dreinschauenden Figuren, und mit Wasserfall. Und abends, beim Sortieren der Bilder, bemerken wir, dass wir ja sowohl am Bahnhof als auch im Burgturm Lampionstangen gesehen haben.

Vom Museum sind es nur ein paar Schritte zum Selion Tower am Hafen, der mit einer Aussichtsplattform in knapp 100 m Höhe einen schönen Blick über die Stadt bietet. Und dann geht es schon wieder zurück zum Schiff, wir legen heute schon um 17 Uhr ab. Wir nützen die Zeit am Abend, um die ersten beiden Koffer zu packen – ist recht schnell erledigt, sind ja nur Schachteln mit Rettungsautos. Allerdings schleppen wir jetzt dann die nächsten 2 Wochen drei große Gepäckstücke quer durch Japan …. Was tut man nicht alles für die größte Rettungsautosammlung der Welt….

Day 37 – Cruise Day 17 – Saturday, June 7 – Akita

We didn’t book an excursion today; for now, we’ve had enough of palaces (empty rooms with tatami mats, shoes off), historic government buildings (empty rooms with tatami mats, shoes off), and samurai houses (empty rooms with tatami mats, shoes off). Instead, we take the shuttle bus into town and then continue by public bus to the Akita Zoo. There we can see red pandas, Amur tigers, and snow leopards, feed Japanese macaques, and pet kangaroos. No shoes-off required. And in the small amusement park inside the zoo, we get to ride in a rescue vehicle — just to prevent any withdrawal symptoms.

Shortly after noon, we take the bus back to the city center and head to the Citizens Market with growling stomachs. Unfortunately, we forgot that it’s Saturday, and most of the market stalls are already closed or packing up. So we continue a little further to the rather impressive train station, where we discover a giant plush Akita — these adorable furballs, once bred for hunting, are now the symbol of the city and region. Fun fact: we spent the whole day in the city and didn’t see a single real Akita Inu or even the smaller Shiba Inu — but we saw hundreds of plush versions.

We continue our walk to Senshu Park, with the ruins of Kubota Castle and the restored castle tower, along with the Hachiman Akita Shrine. After that, we want to visit the Folk Art Museum, known for its beautiful lanterns that are carried through the streets during festivals. The shuttle bus leaves just before we arrive, so we take a taxi — only to realize at our destination that we ended up at the wrong museum. We do see some lovely lanterns, but not the multi-tiered lantern poles (three, four, even five levels) used in parades. Oh well — instead, there’s a spectacular festival float here, featuring fearsome-looking figures and even a waterfall. And later, while sorting our photos in the evening, we notice we actually did see lantern poles — at both the train station and the castle tower.

The museum is just a few steps from Selion Tower at the harbor, which offers a nice view over the city from its nearly 100-meter-high observation deck. Then it’s already time to head back to the ship — we’re setting sail today at 5 p.m. sharp.

We use the evening to pack the first two suitcases — done quickly, since it’s just boxes of rescue vehicles. However, over the next two weeks, we’ll be lugging three large pieces of luggage across Japan… All for the sake of owning the world’s largest collection of rescue vehicles!

250604 – Tag 34 – Kreuzfahrt Tag 14 – Mittwoch, 4.6. – 2 Schreine und 1 Sessellift – 

Wir legen in der Früh in Nishi-Maizuru an, mit dem Bus geht es dann knapp eine Stunde  ostwärts nach Obama (nein, hat mit dem Präsidenten nix zu tun). Heute stehen zwei besondere Tempel am Programm: zuerst besuchen wir den über 1.200 Jahre alten buddhistischen Myotsu-ji Tempel, der zu den Nationalschätzen Japans zählt. Tetsuen Nakajima, der rüstige, 83 jährige Oberpriester erzählt uns von der Gründungslegende des Tempels, und dass die Standbilder der drei Hauptgottheiten, die hier verehrt werden, alle aus dem Holz des Kampferbaumes geschnitzt wurden, der vorher an der Stelle wuchs, wo jetzt der Tempel steht. Außerdem war und ist der rüstige Priester Aktivist gegen Atomkraftwerke und begrüßt uns mit einem akzentfreien „Guten Morgen“.

Dann geht es zum Jingu-ji Tempel, den viele Japaner seltsam finden – über dem Eingang hängt ein gedrehtes Seil mit weißen Papierstückchen – eindeutig shintoistisch. In der Haupthalle stehen im Hauptaltar und im linken Seitenaltar je eine Statue einer buddhistischen Gottheit, aber an Stelle des rechten Seitenaltars  ist Platz für die Verehrung einer shintoistischen Gottheit, und dafür gibt es keine Statue. Das stört natürlich das Symmetrieempfinden der Japaner, aber: es ist einfach ein buddhistischer Tempel mit Shinto-Elementen – wir finden das toll, gleichberechtigt nebeneinander und einfach total tolerant  – wenn das bloß überall so wäre! 

Anschließend fahren wir nach Wakasa zum Fischmarkt – aber leider, der hat ausgerechnet heute geschlossen, nur das Gebäude mit den Souvenirshops hat geöffnet – interessiert uns nicht wirklich. Der Bus bringt uns anschließend zurück zum Cruise Pier nach Nishi-Maizuru, aber es ist erst kurz nach Mittag, wir haben strahlenden Sonnenschein und Landgang bis 18:30. Also springen wir, mit Hilfe von Michael, einem netten Deutschen, der hier als Touristiker arbeitet, kurzentschlossen in ein Taxi und lassen uns nach Amanohashidate bringen.

Wir fahren mit einem Sessellift, der in Mitteleuropa nie und nimmer eine Betriebsbewilligung bekäme (kein Sicherheitsbügel, keine Kette, keine Fußstütze, kein Schutz vor Hinunterfallen, man kann sich nur selber anklammern – EpiAnfall am Lift wäre keine gute Idee), auf den Hügel oberhalb des Ortes, zum Amanohashidate Viewland, ein kleiner Vergnügungspark mit grandioser Aussicht. Unter uns liegt die Himmelsbrücke, eine der drei „schönsten Ansichten Japans“. Eine 3,6 km lange Sandbank, bepflanzt mit mehreren tausend Kiefern und herrlichem Sandstrand , der zum Baden einlädt – wenn da nicht die Quallen wären. 

Mit dem Sessellift geht es wieder hinunter – fast unfallfrei, ich verliere meinen Kaffeebecher, aber der Mitarbeiter ist unglaublich schnell, saust hinterher, rettet den Becher und reicht ihn Sigi hinauf – der Sessellift hat etwa 1,5 m Bodenabstand. Unten angekommen, besuchen wir den Chionji-Tempel und kommen dann gerade zurecht, um die Kaisenbrücke, eine Drehbrücke, in Aktion zu sehen. Nach einem kurzen Besuch am Sandstrand der Himmelsbrücke wird es Zeit, den Rückweg zum Schiff anzutreten. Und jetzt nehmen wir den Zug, der besteht aus einem einzigen Wagen mit Lokführer, der gleichzeitig auch als Schaffner fungiert. Die Strecke ist malerisch, bis auf kurze Stückchen vor und nach den Stationen eingleisig und führt durch etliche Tunnels.

Wir sind zufrieden, wir haben jetzt die zweite der „drei schönsten Ansichten Japans“ gesehen. In Nishi-Maizuru steigen wir aus und gehen die 2 km zum Hafen zu Fuß. Wir kommen an mehreren verlockend schönen Tempeln und Schreinen vorbei, aber wir haben keine Zeit mehr – um 18:20 checken wir wieder am Schiff ein – heute waren wir die letzten Ausflügler. Und auch heute gibt es wieder Trommler, die das Schiff am Pier verabschieden.

Am Abend trauen wir uns ausnahmsweise ins Hanseatrium – heute hat das Küchenteam seinen großen Auftritt, alle 20 Köchinnen und Köche werden vorgestellt, mitsamt den Speisen, die sie heute fürs Dinner gezaubert haben, und auch die Küchengehilfen – und sie alle haben sich viel Applaus verdient.

Day 34 – Cruise Day 14 – Wednesday, June 4 – 2 Shrines and 1 Chairlift

In the morning, after docking in Nishi-Maizuru, the bus takes us almost an hour east to Obama (no connection to the president!). Two special temples are on the agenda today. First, we visit the over 1,200-year-old Myotsu-ji Buddhist Temple, a designated National Treasure of Japan. The spirited 83-year-old head priest, Tetsuen Nakajima, tells us the founding legend of the temple and about the statues of the three main deities worshipped here – they were all carved from the wood of a camphor tree that once stood here before the temple was built. The priest, an outspoken anti-nuclear activist, greets us in flawless German with a cheerful “Guten Morgen.”

Next is the Jingu-ji Temple, which many Japanese find unusual – above the entrance hangs a twisted rope with white paper strips, clearly Shinto-style. The main hall features a Buddhist statue at both the main and left side altars, but the right side there is no altar – the space is reserved for a Shinto deity — no statue, just space. This lack of symmetry bothers some Japanese, but we find the blend of Buddhist and Shinto elements wonderful and refreshingly tolerant — if only the rest of the world could be so inclusive.

We continue to Wakasa’s fish market, which – unfortunately – is closed today. Only the souvenir shops are open, which we’re not really interested in. We return to the cruise pier in Nishi-Maizuru, the sun is shining, and we have shore leave until 6:30 PM. So, with the help of Michael, a friendly German working in local tourism, we hop into a taxi to Amanohashidate.

There, we ride a chairlift that would never be approved in Central Europe (no safety bar, no chain, no footrest, no fall protection — you just cling on — not a good place to have an epileptic fit). It takes us up the hill to Amanohashidate Viewland, a small amusement park with a stunning view of the “Bridge to Heaven”, one of the Three Most Scenic Views in Japan: a 3.6 km-long sandbar lined with thousands of pines and a gorgeous beach, ideal for swimming – unfortunately there are jellyfish.

The chairlift takes us back down — almost without incident. I drop my coffee mug, but a staff member rushes to retrieve it and hands it up to Sigi — the lift is about 1.5 meters above the ground. Next, we visit the Chionji Temple and then get to witness the Kaisen Bridge, a turning bridge, in action. After a quick walk along the beach, it’s time to return. This time we take the train — a single-car train with the driver also acting as conductor. The scenic route is mostly single-track and passes through many tunnels.

We’re happy — we’ve now seen the second of the “Three Most Scenic Views of Japan.” In Nishi-Maizuru, we walk the 2 km back to the harbor. Several beautiful shrines and temples tempt us along the way, but there’s no time — we check in at 6:20 PM, the last ones back. As always, drummers see us off from the pier.

In the evening, we attend the crowds at HanseAtrium for once — the kitchen crew is in the spotlight tonight. All 20 chefs and kitchen assistants are introduced, along with the dishes they’ve prepared for tonight’s dinner – they all get a big applause.

250603 – Tag 33 – Kreuzfahrt Tag 13 – Dienstag, 3.6. – Nishinoshima / Oki-Islands –

In der Früh legen wir auf Nishinoshima an, einer der vier bewohnten Inseln der Oki-Inselgruppe. Früher der Verbannungsort für aufmüpfige Kaiser, leben heute hier 3.100 Einwohner, 600 Kühe (die Kälber werden nach Kobe verkauft, d.h. das berühmte Kobe-Rindfleisch kommt eigentlich von den Oki-Inseln) und ca 60 Pferde, diese sind aber nicht domestiziert. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs, und der Legende nach schlug ein Feuerball ein Loch in die Bergwand – genau dort steht heute der Takuhi-Schrein.

In leichtem Nieselregen bringt uns der Bus auf den Parkplatz am Mt. Takuhi (der ganze Berg ist stolze 352 m hoch, sollte also eigentlich eher Takuhi Hill heißen). Dennoch ist der Aufstieg zum Schrein sehr mühsam. Es sind zwar nur 800 m, aber der Weg ist steil und sehr rutschig, die 300 Stufen unregelmäßig und von naßen Blättern bedeckt. Dafür dürfen wir uns dann oben im Schrein auf Tatami-Matten ausruhen, während der nette Shinto-Priester geduldig unsere Fragen beantwortet. 

Um Shinto-PriesterIn zu werden, muß man studieren, 2 Universitäten gibt es dafür in Japan, und das Studium dauert 4 Jahre. Nur in den großen Schreinen reichen die Spenden und Opfergaben für die Erhaltung des Tempels und die Finanzierung der Ober-Priester und ihrer Familien, die Priester der kleinen Tempel haben reguläre Jobs –  der Ober-Priester des Takuhi-Schreins arbeitet in der örtlichen Bücherei. Und Priester dürfen auch in Pension gehen, aber in den kleineren Schreinen gibt es oft Nachwuchsprobleme, da ist das dann doch oft ein Job bis zum Lebensende. Nach der Fragestunde bekommen wir noch traditionell zubereiteten Tee gereicht – grün und leicht bitter, und dann geht es zum zweiten Besichtigungspunkt.

Leider spielt das Wette nicht mehr so ganz mit – es regnet zwar nicht mehr, aber eine dicke Nebelschicht legt sich wie Watte auf die Insel. Vom Busparkplatz zum Aussichtspunkt auf die Matengai-Klippen laufen wir 200 m Kuhfladenslalom, und dann sehen wir immerhin eine große Infotafel mit Bild vom Ausblick, den wir hier haben könnten – bei Sonnenschein und ohne Nebel. Zwischen den Nebelfetzen erhaschen wir einmal einen kurzen Blick auf die über 250 m hohen, steil abfallenden Klippen, dann treten wir den Rückweg an.

Der Bus bringt uns zurück zum Hafen, wir machen noch einen kurzen Abstecher zum Yurahime-Schrein, wo für einen guten Tintenfischfang gebetet wird. Der Tintenfisch ist auch das Maskottchen der Stadt. Vor dem Auslaufen werden wir wieder von Damen in Kimonos und Trommlern am Pier verabschiedet. Und ich werde quasi genötigt, mitzutrommeln. Das Schiff legt ab, drei Boote mit begeistert Flaggen schwingenden JapanerInnen begleiten uns noch lange.

Am Abend wird eine Vorschau auf die Ausflüge der nächsten Tage mit Infos für Erkundungen auf eigene Faust geboten, und dann holen wir den Vortrag „Ost-Asiens Küste – Leben am und unter Wasser“ im Bordfernsehen nach. Dass Japans südlichste Inseln in subtropischen Breitengraden liegen, haben wir an der hohen Luftfeuchtigkeit zwar bemerkt, aber dass es Ostmangroven (nur im asiatischen Raum und Pazifik) und Westmangroven (Afrikas Westküste, Atlantik, Ostküste des amerikanischen Doppelkontinents) gibt, haben wir erst heute gelernt.

Day 33 – Cruise Day 13 – Tuesday, June 3 – Nishinoshima / Oki Islands

This morning, we dock on Nishinoshima, one of the four inhabited islands of the Oki Island group. Once a place of exile for rebellious emperors, it is now home to about 3,100 residents, 600 cows (the calves are sold to Kobe, meaning the famous Kobe beef actually originates from the Oki Islands), and around 60 horses, though these are not domesticated. The islands are of volcanic origin, and according to legend, a fireball struck a hole into the mountain wall—right where the Takuhi Shrine now stands.

In light drizzle, a bus takes us to the parking lot at Mt. Takuhi (the entire „mountain“ stands a proud 352 meters tall, so it should perhaps be more accurately called Takuhi Hill). Still, the ascent to the shrine is quite strenuous. Although it’s only 800 meters, the trail is steep and slippery, the 300 steps are uneven and covered in wet leaves. But at the top, we get to rest on tatami mats inside the shrine while the friendly Shinto priest patiently answers our questions.

To become a Shinto priest, you have to study—there are two universities in Japan for this purpose, and the program lasts four years. Only large shrines receive enough donations and offerings to sustain the shrine and support the high priests and their families. Priests at smaller shrines often have regular day jobs—the head priest of Takuhi Shrine, for example, works at the local library. Priests are allowed to retire, but due to a shortage of successors in smaller shrines, the job often becomes a lifelong role. After our Q&A session, we are served a cup of traditionally prepared green tea—slightly bitter—and then it’s on to the second sightseeing stop.

Unfortunately, the weather isn’t on our side anymore. A thick layer of fog settles over the island like cotton wool. From the bus parking lot, we walk about 200 meters to the Matengai Cliffs viewpoint, carefully maneuvering through a slalom of cow patties. There we get to see a large information panel with a photo of the stunning view—which we could have seen, had there been sunshine and no fog. Between drifting fog patches, we catch brief glimpses of the over 250-meter-high, steep cliffs, and then we head back.

The bus takes us back to the port, and we make a quick stop at Yurahime Shrine, where people pray for a good squid catch. The squid is also the mascot of the town. Before departure, we are once again bid farewell by ladies in kimonos and taiko drummers at the pier. And I’m basically coerced into joining the drumming. As the ship departs, three boats with enthusiastic, flag-waving locals follow us for quite a while.

In the evening, there’s a preview of upcoming excursions, including tips for independent exploration. Later, we catch up on the lecture “East Asia’s Coast – Life On and Under the Water” on the ship’s TV. While we had noticed the high humidity suggesting the southernmost Japanese islands are in subtropical latitudes, we only learned today that there are Eastern mangroves (found only in Asia and the Pacific) and Western mangroves (on West Africa’s coast, the Atlantic, and the east coast of the Americas).

250529 – Tag 28 – Kreuzfahrt Tag 8 – Donnerstag, 29.5. – Miyajima, die heilige Insel –

Miyajima – einer der drei malerischsten Orte Japans. Das scheinbar über dem Wasser schwebende Torii des Itsukushima-Schreins ist wohl eine der bekanntesten Impressionen Japans. Wir liegen vor der Insel auf Reede, heute erfolgt der Transport zum Pier mit den Zodiacs, damit die auch mal raus dürfen. Und vermutlich auch, um die Bezeichnung der Reise als „Expeditionskreuzfahrt“ zu rechtfertigen. Man warnt uns vor – auf der heiligen Insel sind wir nicht alleine, die Besucher kommen in Scharen, mit Fähren vom Festland werden Schulklassen und Reisegruppen durchgeschleust. Es gibt für heute keine gebuchten Ausflüge, aber einen begleiteten Spaziergang zur Talstation der Gondelbahn. Am Weg dorthin laufen uns etliche Bambis über den Weg – die Sika-Hirsche leben in ganz Japan, aber hier auf der Insel verfolgen sie Touristen hartnäckig, kontrollieren Rucksäcke und fressen Papier – wie etwa Stadtpläne oder auch Geldscheine.

Wir fahren mit der Gondel mit einmal Umsteigen zur Aussichtsplattform auf 430 m, und dann geht es noch mal 100 Höhenmeter hinauf zum Misen-Schrein und auf den Mount Misen auf 535 m. Etwas anstrengend, aber lohnend, der Ausblick auf die Insel und hinüber auf Hiroshima ist toll. Wir nehmen den Rückweg hinunter zu Fuß in Angriff, auch in der Hoffnung, dass uns der Weg mehr oder weniger allein gehört. Nach etwa einer Viertelstunde ist uns klar, dass wir das  spätestens morgen früh, eventuell schon heute Abend bereuen werden. Viele, viele, verschieden hohe, schräge, rutschige Stufen wechseln sich mit unebenen, löchrigen und durch feuchtes Laub auch rutschigen Wegstücken ab. Und von wegen allein – unerwartet viele Touristen kommen uns entgegen, die meisten schnaubend und stöhnend – dennoch, unsere Hochachtung, wir hätten das bergauf nicht geschafft.

Irgendwann kommen wir dann unten beim Daishoin-Tempel an, und das ist womöglich die schönste Tempelanlage, die wir bis jetzt in Japan gesehen haben. Malerisch, mystisch und perfekt in die Landschaft integriert. Und mit hunderten teilweise angezogenen kleinen Statuen – die meisten mit roten gehäkelten Mützchen. Rotkäppchentempel, quasi.

Von dort ist es nicht weit zur Schatzkammer, in der einzigartige Rüstungen, Kalligrafien, Schwerter, Urnen und andere wertvolle Stücke gezeigt werden – nur ein Bruchteil der Sammlung ist ausgestellt, und leider ist Fotografieren verboten. Und natürlich muss man die Schuhe ausziehen, dafür gibt es – liebevoll mit dem Staubwedel abgestaubte – Schlapfen für die Besucher. Schlußendlich das Highlight der heiligen Insel, der Itsukushima Schrein. Wir haben in der Früh pflichtschuldigst die Fotos bei Flut gemacht, jetzt bei Ebbe sieht man gut, dass der ganze Tempel auf Stelzen ruht. Und man kann auch trockenen Fußes zum Torii gehen. 

Wir schaffen es mit dem vorletzten Zodiac zurück aufs Schiff, versenken uns dankbar im Whirlpool – wir bereuen den Fußmarsch jetzt schon, alle Muskeln schmerzen. Allerdings merken wir dann, dass der Chlorgehalt zu hoch sein dürfte – es schäumt, unsere Badesachen sind fast völlig ausgebleicht und wir riechen wie ein Fläschchen Bleichmittel. Und es juckt. Nach dem Abendessen fallen wir ins Bett, für den heutigen Zoologie-Vortrag um 21:30 sind wir viel zu müde, den werden wir uns übermorgen auf See dann im Bordfernsehen anschauen.

Day 28 – Cruise Day 8 – Thursday, May 29 – Miyajima, the Sacred Island

Miyajima – one of Japan’s most scenic spots. The floating torii gate of Itsukushima Shrine is one of the country’s most iconic views. We’re anchored offshore, using the Zodiacs to reach the island – which is a bit impractical and even unnecessary, but probably done to justify calling this cruise an “expedition cruise”.

We’re warned: we will not be alone on the sacred island. Ferries from the mainland bring in school groups and tourists by the dozens. There are no formal excursions today, but there is a guided walk to the ropeway base station.

Along the way, we’re greeted by numerous Sika deer, common across Japan. But on Miyajima, they’re particularly inquisitive – rummaging through backpacks, eating maps and even paper money.

We take the gondola to a viewing platform at 430 m, then hike another 100 m up to the Misen Shrine and Mount Misen (535 m). It’s a bit strenuous, but the view of the island and across to Hiroshima is stunning. We descend on foot, hoping for solitude. After 15 minutes, we realize we’ll regret this tomorrow, or maybe even tonight – countless uneven, slippery, mossy steps provide a very exhausting hike downhill. And we pass loads of panting and groaning hikers going uphill, we are impressed – we couldn’t have done the hike uphill.

Eventually, we reach Daishoin Temple, possibly the most beautiful temple we’ve seen in Japan so far. Picturesque, mystical, perfectly integrated into the landscape, filled with hundreds of little statues, many wearing red crocheted hats – a Little Red Riding Hood Temple.

Nearby is the treasure hall with rare armor, swords, calligraphy, and urns – only a small portion of the collection is on display, and no photos allowed. Shoes off, slippers provided (carefully dusted off with a feather duster!).

Finally, the highlight: Itsukushima Shrine. We took our high-tide photos in the morning – now, at low tide, we see the entire structure on stilts. You can even walk out to the torii.

We catch the second-last Zodiac back to the ship and immerse ourselves into the hot whirlpool. We already regret today’s hike, every muscle in our body is aching. But then we notice, that the chloride content seems to be too high – there is a lot of foam, our bathing suits have lost almost all color and we both smell like a bleach container. And we feel itchy. After dinner, we fall into our beds – far too tired for the 9:30 p.m. zoology lecture. We’ll watch it the day after tomorrow at sea.

250528 – Tag 27 – Kreuzfahrt Tag 7 – Mittwoch 28.5 – Steinbuddhas und Kugelfische –

Wir haben gestern Abend im Programm gelesen: 9:00 Uhr Ankunft in Beppu, und auch 9:00 Abfahrt zu unserem Tagesausflug- wir sind gespannt, wie das funktionieren soll.

Wir legen tatsächlich erst um 9:00 Uhr in Beppu an, am Pier werden wir von Musikerinnen und dem Häschen Beppyon, dem PR Manager von Beppu empfangen. Bereits vom Schiff aus sieht man auch ohne Fernglas Dampfsäulen an mehreren Stellen aus der Stadt aufsteigen – Beppu ist berühmt für seine „Onsen“, die heißen Quellen – ein Nebeneffekt der Lage Japans am pazifischen Feuerring. Uns zieht es aber nicht ins heiße Wasser (wir dürften ohnehin nicht hinein, wir sind beide tätowiert und das wird in Japan mit Yakuza – Mafia – und somit als unrein assoziiert), sondern zu den steinernen Buddhas nach Usuki, 50 Minuten südlich von Beppu. Und unser Ausflug verzögert sich schon mal um eine halbe Stunde. Dann gleich das erste Drama des Tages: Der Gurt reißt, meine RotKreuz-Trinkflasche fällt hinunter und ist kaputt. Tief durchatmen und auf zu den Buddhas. 

Die berühmten steinernen Buddhas von Usuki, von denen eigentlich niemand weiß, wer sie wann und warum geschaffen hat, wurden bei den Taifunen 1953 und 1954 schwer beschädigt. 1958 begann die jahrzehntelang dauernde Restaurierung, es wurden Pavillons und Dächer über die Figuren gebaut, Moos und Flechten abgekratzt, und abgebrochene Köpfe wieder aufgesetzt.

Von dort geht es zu den Überresten der Burg von Usuki, natürlich wieder auf einem Hügel, aber wenigstens nicht so hoch wie gestern in Uwajima. Anschließend besuchen wir ein Samurai-Haus – wie üblich ebenerdig, und mit Tatami ausgelegt – also Schuhe ausziehen, und dann noch ein Areal mit einigen Shinto-Schreinen.

Dann geht es durch ein paar verwinkelte Gassen mit vornehmlich Bars und Cafés zum Mittagessen, im lizensierten Kugelfisch-Restaurant. Leider gibt es zu wenig Plätze für alle, und bis Ordnung ins Chaos kommt, dauert es etwas. Das Essen ist ganz gut, allerdings trifft Kugelfisch nicht unbedingt unseren Geschmack – hat nicht viel Eigengeschmack. Aber zumindest haben alle das Essen unbeschadet überstanden. Nachher fällt das Schuhe anziehen allerdings deutlich schwerer als vormittags.

Auf der Rückfahrt würden wir gerne unterwegs aussteigen, um in den Affenpark von Takasukiyama zu gehen, aber leider, auch das ist nicht möglich. Aus versicherungstechnischen Gründen, wie uns die recht resolute lokale Reiseführerin erklärt. Und wir kommen statt wie geplant um 15 Uhr erst um 15:45 zurück zum Hafen.

Also schnell ins Taxi und ab zu den Affen, die hier in den Hügeln und Wäldern in verschiedenen Horden leben. Momentan sind es angeblich um die 850 Affen, fast alles Weibchen, viele davon mit Jungen. Es gibt nur ein paar wenige Männchen und da gibt es eine genaue Rangordnung. Und Nummer 1 sieht auch nicht so aus, als würde er Spaß verstehen. Wir Menschen müssen uns an genaue Regeln halten: nicht füttern, nicht berühren, nicht ärgern, und auch nicht in die Augen schauen – das mögen die Affen gar nicht, dann greifen sie an. Und das mögen wir nicht. Wir kommen gerade recht zur Fütterung, und wir sollen uns mit gegrätschten Beinen an die Absperrung stellen – wenn Affen da durchlaufen, dann bringt das Glück. Und wir haben tatsächlich Glück – wir werden nicht angegriffen oder gebissen….

Vom Affenpark fahren wir ganz tapfer mit dem öffentlichen Bus zurück, und das Fahrscheinsystem ist lustig: man steigt bei der hinteren Tür in den Bus ein und zieht ein Ticket. Beim Aussteigen wirft man das Ticket in einen Behälter beim Fahrer, dann wird der Fahrpreis angezeigt. Entweder man hat die Münzen passend, oder man muss die Maschine mit einem Geldschein füttern, dann wirft sie den gleichen Betrag in Münzen aus – und dann muß man die passenden Münzen wieder einwerfen. Besonders effizient ist das nicht. Egal, wir schaffen es problemlos rechtzeitig zum Schiff, wo wir kurz nach dem Ablegen die obligatorische Zodiac-Einweisung über uns ergehen lassen und dann noch Informationen für morgen bekommen.

Day 27 – Cruise Day 7 – Wednesday, May 28 – Stone Buddhas and Pufferfish

Today’s program announces our arrival in Beppu at 9:00 a.m., and the departure for our day trip also at 9 a.m. Curious how that’s going to work.

We dock exactly at 9:00, and are greeted at the pier by musicians and Beppyon the Bunny, Beppu’s PR mascot. From the ship, we can already see steam rising from multiple points in town – Beppu is famous for its “onsen” (hot springs), thanks to its location on the Pacific Ring of Fire. But we skip the hot baths (we wouldn’t be allowed in anyway – we’re both tattooed, which in Japan is linked to the Yakuza and seen as “unclean”) and head to the stone Buddhas of Usuki, about 50 minutes south.

Our trip is delayed by 30 minutes, and the today’s first drama happens: the strap of my bag breaks, my Red Cross water bottle falls and breaks. Deep breath, relax – onward to the Buddhas.

The stone Buddhas of Usuki – no one knows who made them, when, or why – were badly damaged in typhoons in 1953 and 1954. Restoration began in 1958, with pavilions and roofs built to protect them, moss removed, and broken heads reattached.

We then visit the ruins of Usuki Castle, perched on a hill of course, but thankfully not as high up as yesterday in Uwajima, and after that a Samurai residence, all on one level with tatami floors – shoes off again. We also see a group of Shinto shrines nearby.

We stroll through alleys filled with bars and cafés on our way to lunch at a licensed pufferfish restaurant. There aren’t enough seats, so it takes some time to sort everyone. The meal is okay, but pufferfish isn’t really our thing – it has little flavor. At least everyone survived. Putting shoes back on afterwards is harder than this morning.

We’d like to stop by the monkey park at Takasakiyama on the way back, but the no-nonsense guide says that’s not possible, we have to return with the tour bus, for insurance reasons. We return to the port at 3:45 p.m. instead of 3:00.

So we jump into a taxi and head to the monkeys – about 850 of them live here, mostly females with young. Males are few and strictly ranked. And the alpha male looks like he means business. There are strict rules for the humans: no feeding, no touching, no teasing, no eye contact with the monkeys – they don’t like that, they might attack. And that’s something we don’t like. We arrive just in time for feeding, and are told to position ourselves the barrier – if a monkey passes between your legs, it brings good luck – and several monkeys do.

We feel brave enough to take the public bus back to our ship, in spite of the funny ticket system. You board at the back and take a ticket. When exiting, you toss your ticket into a box next to the driver and your fare is shown on a screen. You either pay the exact amount or feed a bill into the machine, which returns coins – which you then insert. Not super efficient, but we manage and get back to the ship in time for the Zodiac safety briefing and some information for tomorrow.

250519 – Tag 18 / Montag, 19. Mai – Stadtbesichtigung Taipeh –

Heute geht es als erstes zu Fuß in den 2-28 Peace Park – eine weitläufige Grünanlage mit Denkmal und Museum zur Erinnerung an ein Massaker am 28. Februar 1947 – leider ist das Museum montags geschlossen. Aber gleich hinter dem Park liegt der Präsidentenpalast – die Besichtigung allerdings ist eher enttäuschend – wir wollten ja den eigentlich öffentlich zugänglichen Bereich des schönen Gebäudes im Kolonialstil mit seinem markanten Turm in der Mitte sehen, die große Eingangshalle mit den Treppen und Säulen. Aber leider ist nur ein Rundgang im Erdgeschoss rund um die beiden Innenhöfe, mit einer Ausstellung, möglich- dafür haben wir gelernt, dass der Grundriss des Gebäudes dem chinesischen Zeichen für „Sonne“ entspricht.

Vom Palast geht es am Taipeh East Gate, einem Überbleibsel der ehemaligen Stadtmauer, vorbei zum  Liberty Arch Square, dem großen Platz mit Nationaltheater, Konzerthalle und der beeindruckenden Chiang Kai-Shek Memorial Hall & Museum  mit der überlebensgroßen Skulptur des ersten Präsidenten Taiwans. Jeweils zur vollen Stunde findet hier die Wachablöse statt, die auf uns wir eine Mischung aus Ballett und Operetteninszenierung wirkt.

Dann begeben wir uns in die Unterwelt, genauer gesagt, ins U-Bahn-Netz von Taipeh. Und die Benützung der Öffis ist hier relativ unkompliziert und günstig, wir nehmen die U-Bahn zum Zoo – wir wollen die Panda-Bären sehen. Und alle anderen Tiere natürlich auch – aber wir haben nicht damit gerechnet, wie riesig dieser Tiergarten ist, ein kompletter Rundgang geht sich gar nicht aus. Und dummerweise sind heute die Gondeln, die vom Südeingang des Zoos auf den Maokong, einen der Hausberge Taipehs führen, nicht in Betrieb – Montag geschlossen, das stand weder im Reiseführer noch auf Google Maps – damit fällt der Rest des geplanten Programms mit Gondelfahrt und Besuch von Tempel und Palast oben am Berg leider aus.

Wir nehmen daher den Shuttle-Bus retour zum Nordeingang, und trösten uns dann mit einem anderen Besuch in großer Höhe – es geht zu Taipeh 101, dem markanten Hochhaus mit der sensationellen Aussicht. Wir haben Glück, das Wetter spielt mit, und wir können sogar den heute besuchten Präsidentenpalast und das Chiang Kai-Check Memorial in der Ferne erkennen. Viele, viele Fotos später machen wir uns dann auf den Rückweg zum Hotel. Es war entsetzlich heiß heute, mit erdrückend hoher Luftfeuchtigkeit, und wir haben 23.000 Schritte hinter uns. Wir gönnen uns ein japanisches Abendessen, dann fallen wir im Hotel in unsere Betten

Day 18 / Monday, May 19 – Taipei City Tour

Today, we start the day on foot with a visit to the 2-28 Peace Park – a spacious green area featuring a memorial and museum commemorating the massacre of February 28, 1947. Unfortunately, the museum is closed on Mondays. The Presidential Office Building is situated just behind the park – although the visit turns out to be it somewhat disappointing. We had hoped to see the publicly accessible part of the beautiful colonial-style building with its distinctive central tower, especially the grand entrance hall with its stairs and columns. But unfortunately, only a ground-floor circuit around two inner courtyards is open to visitors, featuring an exhibition. However, we did learn that the building’s floor plan resembles the Chinese character for “sun.”

From the palace, we walk past the Taipei East Gate, a remnant of the old city wall, towards Liberty Arch Square – a vast plaza flanked by the National Theater, Concert Hall, and the impressive Chiang Kai-shek Memorial Hall and Museum, which houses a larger-than-life statue of Taiwan’s first president. Every hour on the hour, the changing of the guard takes place – which struck us as a mixture of ballet and operetta.

Next, we descend into Taipei’s subway system. Using public transportation here is fairly simple and inexpensive. We take the metro to the zoo – our goal: the panda bears. And of course, all the other animals too – though we hadn’t anticipated how huge this zoo is. There’s simply not enough time for a full tour. To make matters worse, the gondolas from the zoo’s south entrance up to Maokong – one of Taipei’s local mountains – aren’t operating today. Closed on Mondays. That wasn’t mentioned in the guidebook or on Google Maps. So we have to change the rest of today’s plan, the gondola ride and visits to the temple and palace atop the mountain.

Instead, we take the zoo shuttle train back to the north entrance and then we embark on another high-altitude experience – a visit to Taipei 101, the iconic skyscraper with its spectacular view. We’re lucky with the weather, and we can even spot the Presidential Office and Chiang Kai-shek Memorial, the places we visited earlier in the day. Many, many photos later, we head back to the hotel. It was incredibly hot today, with stifling humidity, and we logged 23,000 steps. We treat ourselves to a Japanese dinner and collapse into bed back at the hotel