Wir legen in der Früh in Nishi-Maizuru an, mit dem Bus geht es dann knapp eine Stunde ostwärts nach Obama (nein, hat mit dem Präsidenten nix zu tun). Heute stehen zwei besondere Tempel am Programm: zuerst besuchen wir den über 1.200 Jahre alten buddhistischen Myotsu-ji Tempel, der zu den Nationalschätzen Japans zählt. Tetsuen Nakajima, der rüstige, 83 jährige Oberpriester erzählt uns von der Gründungslegende des Tempels, und dass die Standbilder der drei Hauptgottheiten, die hier verehrt werden, alle aus dem Holz des Kampferbaumes geschnitzt wurden, der vorher an der Stelle wuchs, wo jetzt der Tempel steht. Außerdem war und ist der rüstige Priester Aktivist gegen Atomkraftwerke und begrüßt uns mit einem akzentfreien „Guten Morgen“.
Dann geht es zum Jingu-ji Tempel, den viele Japaner seltsam finden – über dem Eingang hängt ein gedrehtes Seil mit weißen Papierstückchen – eindeutig shintoistisch. In der Haupthalle stehen im Hauptaltar und im linken Seitenaltar je eine Statue einer buddhistischen Gottheit, aber an Stelle des rechten Seitenaltars ist Platz für die Verehrung einer shintoistischen Gottheit, und dafür gibt es keine Statue. Das stört natürlich das Symmetrieempfinden der Japaner, aber: es ist einfach ein buddhistischer Tempel mit Shinto-Elementen – wir finden das toll, gleichberechtigt nebeneinander und einfach total tolerant – wenn das bloß überall so wäre!
Anschließend fahren wir nach Wakasa zum Fischmarkt – aber leider, der hat ausgerechnet heute geschlossen, nur das Gebäude mit den Souvenirshops hat geöffnet – interessiert uns nicht wirklich. Der Bus bringt uns anschließend zurück zum Cruise Pier nach Nishi-Maizuru, aber es ist erst kurz nach Mittag, wir haben strahlenden Sonnenschein und Landgang bis 18:30. Also springen wir, mit Hilfe von Michael, einem netten Deutschen, der hier als Touristiker arbeitet, kurzentschlossen in ein Taxi und lassen uns nach Amanohashidate bringen.
Wir fahren mit einem Sessellift, der in Mitteleuropa nie und nimmer eine Betriebsbewilligung bekäme (kein Sicherheitsbügel, keine Kette, keine Fußstütze, kein Schutz vor Hinunterfallen, man kann sich nur selber anklammern – EpiAnfall am Lift wäre keine gute Idee), auf den Hügel oberhalb des Ortes, zum Amanohashidate Viewland, ein kleiner Vergnügungspark mit grandioser Aussicht. Unter uns liegt die Himmelsbrücke, eine der drei „schönsten Ansichten Japans“. Eine 3,6 km lange Sandbank, bepflanzt mit mehreren tausend Kiefern und herrlichem Sandstrand , der zum Baden einlädt – wenn da nicht die Quallen wären.
Mit dem Sessellift geht es wieder hinunter – fast unfallfrei, ich verliere meinen Kaffeebecher, aber der Mitarbeiter ist unglaublich schnell, saust hinterher, rettet den Becher und reicht ihn Sigi hinauf – der Sessellift hat etwa 1,5 m Bodenabstand. Unten angekommen, besuchen wir den Chionji-Tempel und kommen dann gerade zurecht, um die Kaisenbrücke, eine Drehbrücke, in Aktion zu sehen. Nach einem kurzen Besuch am Sandstrand der Himmelsbrücke wird es Zeit, den Rückweg zum Schiff anzutreten. Und jetzt nehmen wir den Zug, der besteht aus einem einzigen Wagen mit Lokführer, der gleichzeitig auch als Schaffner fungiert. Die Strecke ist malerisch, bis auf kurze Stückchen vor und nach den Stationen eingleisig und führt durch etliche Tunnels.
Wir sind zufrieden, wir haben jetzt die zweite der „drei schönsten Ansichten Japans“ gesehen. In Nishi-Maizuru steigen wir aus und gehen die 2 km zum Hafen zu Fuß. Wir kommen an mehreren verlockend schönen Tempeln und Schreinen vorbei, aber wir haben keine Zeit mehr – um 18:20 checken wir wieder am Schiff ein – heute waren wir die letzten Ausflügler. Und auch heute gibt es wieder Trommler, die das Schiff am Pier verabschieden.
Am Abend trauen wir uns ausnahmsweise ins Hanseatrium – heute hat das Küchenteam seinen großen Auftritt, alle 20 Köchinnen und Köche werden vorgestellt, mitsamt den Speisen, die sie heute fürs Dinner gezaubert haben, und auch die Küchengehilfen – und sie alle haben sich viel Applaus verdient.
Day 34 – Cruise Day 14 – Wednesday, June 4 – 2 Shrines and 1 Chairlift
In the morning, after docking in Nishi-Maizuru, the bus takes us almost an hour east to Obama (no connection to the president!). Two special temples are on the agenda today. First, we visit the over 1,200-year-old Myotsu-ji Buddhist Temple, a designated National Treasure of Japan. The spirited 83-year-old head priest, Tetsuen Nakajima, tells us the founding legend of the temple and about the statues of the three main deities worshipped here – they were all carved from the wood of a camphor tree that once stood here before the temple was built. The priest, an outspoken anti-nuclear activist, greets us in flawless German with a cheerful “Guten Morgen.”
Next is the Jingu-ji Temple, which many Japanese find unusual – above the entrance hangs a twisted rope with white paper strips, clearly Shinto-style. The main hall features a Buddhist statue at both the main and left side altars, but the right side there is no altar – the space is reserved for a Shinto deity — no statue, just space. This lack of symmetry bothers some Japanese, but we find the blend of Buddhist and Shinto elements wonderful and refreshingly tolerant — if only the rest of the world could be so inclusive.
We continue to Wakasa’s fish market, which – unfortunately – is closed today. Only the souvenir shops are open, which we’re not really interested in. We return to the cruise pier in Nishi-Maizuru, the sun is shining, and we have shore leave until 6:30 PM. So, with the help of Michael, a friendly German working in local tourism, we hop into a taxi to Amanohashidate.
There, we ride a chairlift that would never be approved in Central Europe (no safety bar, no chain, no footrest, no fall protection — you just cling on — not a good place to have an epileptic fit). It takes us up the hill to Amanohashidate Viewland, a small amusement park with a stunning view of the “Bridge to Heaven”, one of the Three Most Scenic Views in Japan: a 3.6 km-long sandbar lined with thousands of pines and a gorgeous beach, ideal for swimming – unfortunately there are jellyfish.
The chairlift takes us back down — almost without incident. I drop my coffee mug, but a staff member rushes to retrieve it and hands it up to Sigi — the lift is about 1.5 meters above the ground. Next, we visit the Chionji Temple and then get to witness the Kaisen Bridge, a turning bridge, in action. After a quick walk along the beach, it’s time to return. This time we take the train — a single-car train with the driver also acting as conductor. The scenic route is mostly single-track and passes through many tunnels.
We’re happy — we’ve now seen the second of the “Three Most Scenic Views of Japan.” In Nishi-Maizuru, we walk the 2 km back to the harbor. Several beautiful shrines and temples tempt us along the way, but there’s no time — we check in at 6:20 PM, the last ones back. As always, drummers see us off from the pier.
In the evening, we attend the crowds at HanseAtrium for once — the kitchen crew is in the spotlight tonight. All 20 chefs and kitchen assistants are introduced, along with the dishes they’ve prepared for tonight’s dinner – they all get a big applause.
