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Unsere grundsätzlichen Erfahrungen:
- Wohnmobile/Reisemobile/Weltreisemobile sehen auf den Bildern der Hersteller bzw. Händler immer TOLL aus. Gehobener Luxus in der Innenausstattung zusammen mit dem Flair des 4×4 überall hinzukommen, verfehlt hier nicht die Wirkung.
- Kühlschrank, Backrohr, Gefrierbox, Klimaanlage sind Dinge, die für den beginnenden Overlander im Verkaufsgespräch sehr schnell zu einem unbedingten MUSS avancieren.
- Neigungsmesser, Bull-Bar, Sandbleche finden rasch den Weg in die Bestellliste.
- Nicht alles was gut aussieht, hat auch einen entsprechenden funktionellen Wert.
- Das Fahren auf Straßen in Mittel- und Südamerika kann man im europäischen Raum nicht üben und auch nicht lernen. Auch nicht in einem Steinbruch oder Kiesgrube und schon gar nicht in zwei Tagen. Hier darf man sich nicht in einer trügerischen Sicherheit wiegen.
- 4×4 ist NICHT der Garant für sicheres, unfallfreies Fahren auf jedem Untergrund, egal in welchem Gelände, egal zu welcher Jahreszeit.
- Allrad-Ausstatter (Zubehörhändler) wissen genau, was den Abenteurer in Dir anspricht – unabhängig vom tatsächlichen Nutzen der Teile, die sie Dir verkaufen.
- In Europa werden zumeist Wohnmobile/Reisemobile für den durchschnittlichen europäischen Reisenden, für europäische Straßenverhältnisse, für ein europäischen Servicenetz gebaut (und für die europäischen Abenteuer-Selfies mit dem geilen 4×4, mit dem man zumeist von Campingplatz zu Campingplatz zuckelt).
- Hinterher bist Du nach so einer Reise immer nicht nur um eine, sondern um viele Erfahrungen reicher – leider zahlst Du zumeist auch ein entsprechendes Lehrgeld.
- Je einfacher – umso besser (KISS – keep it simple and stupid).
- Der schonende Umgang mit den vorhandenen Resourcen ist ein (über)lebensnotwendiges MUSS (Wasser, WC-Tank, Energie, Müll, …)
- In Gesamt-Amerika ist der IVECO 4×4 ein unbekanntes Auto. In manchen Teilen Mittel- und Südamerikas wird der IVECO Daily vertrieben. Baugleiche Ersatzteile sind – abhängig vom Vertriebsnetz – erhältlich (mal einfacher – mal schwieriger). Spezifische Ersatzteile für den 4×4 nimmt man am besten selbst mit. Die FIN des europäischen IVECO 4×4 wird in Südamerika nicht erkannt – das bedeutet, dass für die IVECO-Werkstätten keine Möglichkeit besteht, auf die technische Dokumentation von IVECO 4×4 zuzugreifen.
- Iveco Werkstatthandbuch: die komplette Werkstattdokumentation für den Iveco 4×4 ist in der Print-Version erhältlich – vorausgesetzt man kennt die Bestellnummern. Englisch: 60395977; Spanisch: 60395981; Portugiesisch: 60395982 – ALLE ANGABEN OHNE GEWÄHR!!! – Für die Dokumentationen verlangte IVECO 2022 € 800,00 pro Exemplar + Versandkosten. Lt. Information besteht ein Exemplar aus 3 Ordnern mit rd. 2083 Seiten pro Sprache (= viel Gewicht und Platz). Auf die Online-Version haben leider nur die IVECO-Werkstätten darauf Zugriff. Der Vorteil der Online-Version ist natürlich auch, dass die Dokumentation auf Basis der FIN dargestellt wird.
- Die gute Nachricht für Südamerika: sie können alles reparieren!
- Die europäischen Ersatzteilnummern sind nicht ident mit den südamerikanischen Teilenummern. Die Ersatzteile werden in Brasilien sowohl für den europäischen als auch südamerikanischen Markt gefertigt, unterscheiden sich aber in der Nummerierung.
- In der Reisevorbereitung unbedingt prüfen, ob die aufgezogene Reifendimension im Zielgebiet erhältlich, verfügbar und lieferbar ist. Der Michelin XZL 255/100 R16 (mit dem sind wir losgefahren) ist zwar ein guter Reifen, aber in Nord-, Mittel- und Südamerika gar nicht oder nur sehr eingeschränkt mit 3 Monaten Lieferzeit erhältlich (Achtung: in Argentinien auf Grund von Zollbeschränkungen so gut wie gar nicht!) . Die Dimension 255/100 R16 ist keine gängige Dimension in diesen Ländern.
- Ersatzteillieferungen bzw. Amazon-Bestellungen nach Argentinien sind entweder unmöglich oder aber nur mit viel Aufwand durchzuführen (Zoll).
- Lebensmittel werden nach ihrem tatsächlichen Zustand und nicht nach (zumeist) nicht vorhandenen Ablaufdaten bewertet.
- Müllvermeidung sollte eigentlich etwas Selbstverständliches sein – möchten wir aber hier trotzdem auflisten.
- Mülltrennung gibt es in den meisten Ländern – die bunten Tonnen und Behälter sind vorhanden – jedoch wird es (vor allem in Südamerika) noch ein längerer Weg sein, bis sich die Trennung auch wirklich durchsetzt.
- Lebensmitteleinkäufe orientieren sich immer an dem (noch) vorhandenen Platz im Wohnmobil.
- Von allem, was ihr in der Reisevorbereitung meint „unbedingt zu benötigen“, könnt ihr getrost mindestens 50% zu Hause lassen! Wir haben bereits in den USA begonnen, Kisten mit unnötigen Sachen nach Hause zu schicken.
- Und so lässt sich die Liste sicher noch weiter ausführen.
