Archiv der Kategorie: LIDAR Scan

230619 – Wo die Steine vom Himmel fielen >

Montag / Monday, June 19, 2023

Tag 428 / 404 – Wo die Steine vom Himmel fielen

Es war eine ruhige Nacht unter einem tollen Sternenhimmel, von dem auch nichts heruntergefallen ist. Kurz vor 10 postieren wir uns vorm Museum, aber wir sind zu früh – die nette Señora erklärt den verdutzten Touristen, dass das Museum dann aufsperrt, wenn mehr Besucher da sind. Bitte?!? Und was passiert, wenn keine weiteren Besucher kommen? Ach, es werden sicher welche kommen, heute ist ja Feiertag – was, schon wieder ein Feiertag?

Um 11 Uhr öffnen sich dann tatsächlich die Türen, es sind mittlerweile doch ein Dutzend Interessenten eingetrudelt. Im Erdgeschoß gibt es einen kurzen geschichtlichen Überblick – die lokalen Indígenas wussten immer schon um die Präsenz der himmlischen Steine, deren Fragmente in ihrer Religion eine wichtige Rolle spielten. Die Spanier fanden, vermassen und dokumentierten einige der Meteoriten, dann geriet das „Feld des Himmels“ für 200 Jahre in Vergessenheit. Erst im vorigen Jahrhundert begannen Landvermesser und Geologen mit Unterstützung der Einheimischen mit der wissenschaftlichen Erforschung des Gebiets, und auch in den letzten Jahren wurden immer noch Meteoriten hier gefunden.

Die Ausstellung wird im Untergeschoß fortgesetzt, wo außerirdische Gesteinsbrocken in Reih und Glied in den Regalen liegen. Und zum Abschluss gibt es einen sehr gut gemachten Film – Zusammenfassung: 2036 könnte der Meteorit Apophis, der Zerstörer, auf die Erde stürzen und wir werden alle sterben. Aber eine Chance haben wir noch – 2029 kommt er schon so nahe, dass man versuchen wird, seine Bahn zu verändern und die Apokalypse zu verhindern. Wenn Hollywood zur Realität wird, Stichwort „Armageddon“.

Mit leicht gedämpfter Stimmung ob der endzeitlichen Aussichten verlassen wir das Museum und machen uns auf die Suche nach Einschlagstellen. Wir finden ganz in der Nähe Krater 1, Rubín de Celis und dahinter Krater 2, La Cañada. Beide sind Explosionskrater, heute im Prinzip von Vegetation überwachsene annähernd kreisrunde Senken, die wir nie im Leben mit einem kosmischen Ereignis in Verbindung gebracht hätten. Wir schauen noch bei Krater 13 vorbei, „La Sorpresa“- die Überraschung, wo der 27.000 kg schwere Meteorit „William Cassidy“, nach einem der Wissenschaftler benannt, an seinem Auffindeort ruht.

Dann machen wir uns auf den langen Rückweg nach Osten. Wieder einmal finden wir bei einer YPF Tankstelle ein Plätzchen für die Nacht, bevor es morgen an Resistencia vorbei und durch Corrientes Richtung Misiones geht, der letzten Provinz, die wir bei diesem Aufenthalt in Argentinien noch besuchen wollen. 

Day 428 / 404 – Where stones fell from the sky

The night under the brilliant starry sky was quiet, and nothing fell down. Around 10 am we show up at the museum, but we are too early – the nice Señorita explains to the baffled  tourists that the museum will open as soon as more visitors show up. Come again?!? And what will happen if no one shows up? Oh well, there will be visitors, after all today is a public holiday! Again?? Another public holiday??

At 11 am the museum doors finally open, around a dozen visitors have gathered in the meantime. The exhibition on the ground floor explains a bit a local history – the indígenas have always known about the presence of the stones which fell from the sky – the fragments have played an important part in their religion. The Spaniards found some of the meteorites, measured and documented them, but for the next 200 years no one cared about the “field of the sky”. Mid-20th century, systematic research began, carried out by        and geologists with the help of locals who know where to look. And even in recent years, more meteorites have been discovered.

The exhibition continues in the basement where the extraterrestrial stones are neatly presented in show cases. The museum tour concludes with a – very well done – movie; the message in a nutshell: in 2036, the asteroid “Apophis” (the Destroyer) will collide with earth and we will all die. But we have one shot (literally) in 2029, when the asteroid will pass by so close to our home planet that NASA and ESA will try to alter its course and prevent the apocalypse. Reality catching up with Hollywood (“Armageddon”).

We leave the museum with somewhat dampened spirits due to the apocalyptical vision and search for meteorite craters. In close vicinity, we find crater #1, Rubín de Celis, and crater #2, La Cañada. Both of them are explosion craters, today just shallow depressions in the ground, grown over with vegetation; we would never have identified any of them as the site of a cosmic event. Finally, we visit crater #13, La Sorpresa – the surprise, where the almost 60.000 lbs meteorite “William Cassidy”, named after one of the scientists, is exhibited on its original discovery site. 

Then we start the long drive back direction east. Once again, we find shelter for tonight at a YPF gas station. Tomorrow, we want to continue past Resistencia and through Corrientes towards Misiones, the last province we want to visit in Argentina for now.

Route 230619

230505 – Talampaya >

Freitag / Friday, May 5, 2023

Tag 383 / 359 – Talampaya

Gestern hat uns der nette Mitarbeiter am Ticketschalter des Talampaya Nationalparks erklärt, heute ab 8:15 können wir die Tickets für die Tour um 9:00 kaufen. Also ziehen Peter und ich um 8:05 los, kaufen die Tickets für uns vier – und dann bricht Hektik aus, weil wir sollen schon um 8:30 beim Bus sein. Nur ein halbes Frühstück und kein zweiter Kaffee (armer Sigi), wir schnappen Kamera und Wasserflasche und laufen zum Bus – mit dem eigenen Fahrzeug darf man die Talampaya-Schlucht nicht befahren. Der Bus ist gut gefüllt mit Austauschstudenten aus Europa – aus Frankreich, Belgien, Dänemark, Norwegen, Deutschland und sogar ein Österreicher ist dabei, Jakob aus Klagenfurt. Es sind gerade noch vier Plätze frei, und wir hegen den Verdacht, dass man uns deswegen einfach auf den früheren Bus gebucht hat.

Macht nichts, das Licht ist in der Früh super zum Fotografieren. Der Bus fährt im ausgetrockneten Flussbett Richtung Schlucht. Bei der ersten Station gibt es schon recht verwitterte, aber noch erkennbare Petroglyphen zu sehen. Von dort geht es weiter zur „Echo-Wand“ – die 150 m hohen, senkrechten Sandsteinwände sind von der Erosion glatt geschmirgelt, und die völlig gleichmäßigen, vertikalen Rinnen sehen aus wie von einem Riesenbohrer gebohrt. Oder wie Kaminschlote. Natürlich dürfen wir das Echo auch ausprobieren – bis zu fünfmal wird der Schall zwischen den Felswänden hin- und hergeworfen, bis er verebbt. Hoch oben auf einem Sims schläft ein Kondor, völlig unbeeindruckt.

Die nächste „Haltestelle“ heißt „Kathedrale“, ob der vielen Säulen und Türmchen, und beim letzten Stopp bekommen wir „El Torre“ und „El Tótem“ – Turm und Totem – zu sehen, und ein Stückchen weiter Felsformationen in Form einer Schildkröte oder eines Mönchs (mit ein bisschen Fantasie). Am Rückweg zeigt sich noch mehr Fauna – ein Pecari kreuzt eilig unseren Weg und verschwindet in den Büschen, drei Maras dagegen lassen sich geduldig fotografieren, und auch die neugierigen Guanakos haben Zeit. Schließlich wohnen sie hier.

Zurück am Campingplatz machen wir erstmal Mittagspause, dann schauen wir uns die lustigen bunten Dinosaurier an, die entlang des kleinen Trias-Spazierweges zu sehen sind. Von einem Lessemsaurus sauropoides oder einem Zupaysaurus rougieri haben wir wirklich noch nie gehört. Zurück beim Auto lernen wir noch die Overlander Yani und Ximena aus Bolivien kennen und tauschen Kontakte aus, dann brechen wir auf. Unser Ziel liegt 130 km nördlich, in San José de Vinchina. Die „Estrellas de Vinchina“ sind mehrfarbige, sternförmige Muster aus Steinen, der größte Stern hat 10 Zacken und 30 m Durchmesser. Angeblich wurden fünf solcher Sterne im näheren Umkreis gefunden. Sie werden der Diaguita-Kultur zugeschrieben, sonst weiß man nicht besonders viel darüber. Es gibt hier leider auch vor Ort keine Informationen, nur ein verschlossenes Gebäude; und irgendwie sehen die Steinsterne so aus, als könnten sie auch vorige Woche gelegt worden sein. Aber sie sind paläontologische Stätte auf unseren Karten eingetragen, also wird das wohl schon seine Richtigkeit haben.

Wir könnten jetzt durch die Troya-Schlucht weiterfahren, zur Laguna Brava auf über 4.000 m Seehöhe. Aber man braucht einen Guide für diese Strecke, es wird bereits empfindlich kalt in der Nacht – es ist Herbst hier – und die – nicht durchgehend asphaltierte – Straße führt von dort weiter nach Chile. Wir wollen in Argentinien bleiben und fahren daher zurück nach Villa Unión, die Sierra Famatina im Osten ist bereits von der untergehenden Sonne zartrosa angestrahlt und der Mond geht auf. In der Abenddämmerung finden wir wieder einmal bei einer YPF-Tankstelle einen Übernachtungsplatz für unsere beiden Wohnmobile. Morgen geht es weiter nach Chilecito – Julie und Peter wollen zum Farmer´s market, wir wollen uns ein oder zwei Museen anschauen.

Day 383 / 359 – Talampaya

Yesterday we were told to buy the tickets for the 9 o´clock tour into the Talampaya Nation Park today at 8:15 am. Peter and I go to the ticket counter at 8:05, get the tickets for the 4 of us – and suddenly it is a bit stressful because we are supposed to be at the bus at 8:30. We haven´t finished our breakfast, there is no time for coffee #2 (poor Sigi) – we just grab camera and water bottle and run to the bus – you can´t drive into the park with your own car. The bus is filled with exchange students from all over Europe – France, Belgium, Denmark, Norway, Germany, and even an Austrian, Jakob from Klagenfurt, Carinthia. There are exactly 4 free seats – we suppose we were put on an earlier bus to fill the seats.

Doesn´t really matter, the morning light is perfect for photography. The bus driver used the dry river bed as road, heading towards the gorge. At the first stop we get to see petroglyphs – a bit damaged by erosion. From there we continue to the echo wall – 490 ft high vertical sandstone walls, smoothened by wind and weather, looking like giant drill holes or chimneys. Of course, we get to hear the echo – the whole group shouts “Ola”, and the echo reverberates up to five times. High up on a rock a condor is still sleeping, not impressed at all.

Next stop: the cathedral, named for the many columns and turrets, and at the last stop there are formations like „El Torre“ and „El Tótem“ – tower and totem-, monk and turtle. On the way back, we get to see some of the wildlife – a peccary hurries across the road and vanishes in the bushes, three maras – not in a hurry – pose for pictures and the curious guanacos seem to have all the time in the world. Of course. They live here.

Back at the camp site, we take our lunch break, then we walk the “Triassic walk” with a lot of colorful dinosaur models. We have never heard of a Lessemsaurus sauropoides or a Zupaysaurus rougieri before. Back at our car, we meet Yani and Ximena, overlanders from Bolivia, and then we are off again. Our next destination lies 80 miles north, in San José de Vinchina. The “Estrellas de Vinchina” are colorful, star-shaped patterns made of stones, the largest star has 10 arms and 98 ft in diameter. Five of these stars have been found, they allegedly were formed by the Diaguita people, but that´s all we know. Unfortunately, there is no further information here, just a locked building. And somehow those stone stars look as if they were built last week. But all our navigation maps identify the place as archeological site, so we guess they are legit.

From here, we could continue through the Troya gorge to Laguna brava at more than 13.000 ft, but we would need a guide, it is autumn and therefore rather cold at night up there and the – unpaved – road leads to Chile. We want to stay in Argentina, so we drive back to Villa Unión, along the Sierra Famatima in the east – looking pink due to the sunset – and the moon is rising over the mountains. We find shelter for tonight for our two campers at an YPF gas station again. Tomorrow we will continue to Chilecito – Julie and Peter want to go to the Farmer´s Market, we plan to visit one or two museums.

Route 230505

230225 – Sightseeing in Ushuaia >

Samstag / Saturday, February 25, 2023

Tag 314 – Sightseeing in Ushuaia

In bester Gesellschaft, zwischen einem Dutzend anderer Wohnmobile, haben wir eine halbwegs ruhige Nacht verbracht, obwohl der Parkplatz an der Haupt-Durchfahrtsstraße von Ushuaia liegt. Nach dem Frühstück bringen wir einen großen Sack Wäsche in die Wäscherei, und dann nehmen wir uns Zeit für Museen und die Stadt Ushuaia selbst.

Im Presidio von Ushuaia haben schon sehr viele Menschen sehr viel Zeit verbracht, die meisten allerdings unfreiwillig – das radial angelegte Gebäude mit fünf Pavillons ist das ehemalige Gefängnis von Ushuaia. Heute beherbergt es gleich mehrere Museen – das maritime Museum mit vielen sehr detailliert gearbeiteten Modellen historischer Schiffe sowie nautischen Geräten; das Antarktis-Museum, das sich hauptsächlich mit der Tierwelt beschäftigt sowie den Expeditionen in die Antarktis; ein historisches Museum mit Informationen über Ushuaia selbst; eine Abteilung, die über die früheren Bewohner der Insel (Selk´nam, Alakaluf, Haush und Yamaná) informiert; ein Polizei- und Gefängnismuseum mit Berichten über die Insassen und Infos über viele verschiedene ehemalige Gefängnisse weltweit, heute ebenfalls Touristenattraktionen und Museen. Einen Souvenirshop und ein Café gibt es auch – auch wir haben hier viel Zeit verbracht, allerdings freiwillig.

Das „Museo del fin del Mundo“, zwei Blocks weiter in einem historischen Gebäude untergebracht, beschäftigt sich mit der marinen Tierwelt und mit den vielen Schiffsunglücken, die sich rund um Feuerland ereignet haben. Das alte „Casa del Gobierno“ widmet sich hauptsächlich dem Untergang des Kreuzfahrtschiffes „Monte Cervantes“ 1930; alle 1.400 Passagiere wurden gerettet und von den damals nur 800 Bewohnern Ushuaias aufgenommen und verpflegt, bis ein anderes Schiff kam, um sie abzuholen.

Im gut gemachten Museo de Historia warten lebensgroße Figuren und Audioguides auf die Besucher. Hier begegnen wir all den historischen Figuren aus den drei Museen vorher nochmals – zum Beispiel Darwin und Fitzroy, Humboldt, Postflieger Plüschow und Explorer Shakelton – und auch den Insassen des Presidio in ihren gelb-gestreiften Uniformen, die an der Gebäudefront aus den Fenstern zu entkommen versuchen – sieht recht witzig aus.

Wir schaffen es gerade noch knapp vor 18 Uhr, die Wäsche aus der Wäscherei abzuholen, dann geht es zurück auf unseren Parkplatz. Wir suchen die Reisetaschen aus dem Heckkompartment hervor, räumen die neue Kamera in den Fotorucksack und schreiben eine Liste all der Dinge, die wir nicht vergessen dürfen, wenn es übermorgen aufs Schiff geht – Antarktis, wir kommen!

Day 314 – Sightseeing in Ushuaia

We spent the night in good company, between at least a dozen of other campers; it was ok and not too noisy, although the parking area is right between the harbor and Ushuaia´s main street. After breakfast we carry a large bag of laundry to the nearby lavandería, and then it´s sightseeing time.

Many, many people have spent a lot of time at Ushuaia´s presidio – most of them involuntarily – this was the local prison. Today, it houses several very interesting museums – for example the Maritime Museum with a lot of very detailed ship models and nautical instruments on display; the Antarctic Museum with information mostly about the region´s fauna; a History Museum, about Ushuaia´s development; a special section about Tierra del Fuego´s former inhabitants, the Selk´nam, Alakaluf, Haush and Yamaná; a police and prison museum, telling the history of the prison and the inhabitants as well as presenting information about former prisons worldwide – all of them museums and tourist attractions today. And there is a souvenir shop and a cafeteria, too – we also “did time” here – but voluntarily!

The „Museo del Fin del Mundo” two blocks further, in a historic building, has a lot of information about the marine and aquatic fauna, and about the many shipwrecks at Fireland’s coast. The exhibition inside the old Government House tells the story of the “Monte Cervantes”, a cruise liner shipwrecked here in 1930; all 1.400 passengers were rescued and taken in and cared for by the 800 inhabitants of Ushuaia until another ship came to bring them home.

The nicely done, funny Museo de Historia offers life size figurines, telling their story via audio guide.  Here, we meet all the historic personas we have read about in the three previous museums, like Darwin and Fitz Roy, Humboldt, post pilot Plüschow and explorer Shakelton, and even the inmates of the presidio in their yellow-striped uniforms, who are trying to escape from the windows – funny idea.

We make it back to the lavanderia just in time to get our laundry, then we return to our home on wheels. We dive deep into the back compartment to get our luggage bags, we arrange the new camera in a special backpack, and we write a list of all the things we have to pack for our cruise on Monday – Antarctica, we´re coming!

Route 230225

230222 – Drei Museen und ein Grenzübertritt >

Mittwoch / Wednesday, February 22, 2023

Tag 311 – Drei Museen und ein Grenzübertritt

Obwohl die YPF-Tankstelle mit Truckstop äußerst geschäftig ist, hatten wir in unserem Eckchen zwischen den anderen Wohnmobilen eine erstaunlich ruhige Nacht. Der Shop hier ist auch gut sortiert, wir bekommen endlich den „Maximal-Geschwindigkeit“-Aufkleber für unser Krasses Pferd, den wir schon seit Wochen suchen. (Ist zwar nicht ganz korrekt, wir dürften laut Zulassungsschein 100 fahren, aber hier gibt´s nur die Varianten 80, 90 oder 110 km/h).

Dann geht´s in die Stadt hinein, vorbei am Denkmal für den Falkland-Krieg, direkt zum Museum mit dem gleichen Thema. Die Geschichte dieses – wie alle Kriege völlig unnötigen – Krieges Anfang der 80er Jahre ist anhand von Zeitungsausschnitten, Dokumenten und Fotografien, aber auch persönlichen Gegenständen der Soldaten sehr gut und recht neutral aufbereitet. Wir plaudern ein wenig mit der jungen Dame im Museum – die damals noch gar nicht auf der Welt war – sie hat eine recht nüchterne Sicht der Dinge und glaubt nicht, dass die Falkland Inseln jemals argentinisch werden, aber insgesamt haben wir den Eindruck, dass das Malvinas-Debakel schon sehr tief in der argentinischen Seele sitzt und immer noch schmerzt.

Ein paar Häuserbock weiter zeigt das „Museo de los Pioneros“ im ältesten Haus von Río Gallegos original Einrichtungs- und Gebrauchsgegenstände der ersten Bewohner der Stadt. Und siehe da, diese Bewohner kamen aus Deutschland, Kroatien (damals noch Jugoslawien), Spanien, Frankreich, und auch aus Chile. Und der erste Arzt hier, aus Irland eingewandert, war Chirurg, Gynäkologe, Augen- und Zahnarzt in einer Person. Und Friedensrichter auch. Und dann finden wir auch noch Spuren des „Kleinen Prinzen“ – ein Foto von Antoine de Saint-Exupéry hängt hier; der legendäre Pilot und Schriftsteller flog die schwierige Route Buenos Aires – Río Gallegos für die argentinische Post.

Anschließend besuchen wir auch noch das Eisenbahnmuseum. Die Eisenbahnlinie gibt es nach wie vor, sie transportiert die Kohle aus den Minen im Westen an den Hafen von Loyola, nur durch Río Gallegos fährt sie seit 1996 nicht mehr durch. Dennoch lebt hier die Erinnerung durch liebevoll zusammengetragene Stücke, vom Holz für den Schienenbau über Werkzeug der Minenarbeiter bis zu vielen Fotos; Carlos und Daniel haben zu jedem Ausstellungsstück und jeder Fotografie viel zu erzählen.

Und dann machen wir uns auf den Weg nach Chile. Kurz vor der Grenze biegen wir noch einmal rechts ab – die idyllische Laguna Azul, Kratersee eines erloschenen Vulkans, ist den Abstecher wert. Allerdings ist der Wind hier so stark, dass wir uns festhalten müssen, um nicht über den Rand des Kraters hinuntergeblasen zu werden. Wir verzichten auf den Abstieg zum See, es ist auch schon 18 Uhr, und fahren die letzten paar km bis zur Grenze. Hier ist gar nichts los, wir brauchen für die Ausreise aus Argentinien gerade mal 10 Minuten und für die Einreise nach Chile inklusive Fahrzeuginspektion keine 30 Minuten. Da wir brav alles aufgegessen bzw. verkocht haben, was wir nicht oder nicht roh einführen dürfen, gibt es keine Beanstandungen – und somit sind wir in Land #18 unserer Reise angelangt.

Viel Unterschied bemerken wir vorerst noch nicht – es ist genauso oder vielleicht noch ein bisschen stärker windig als im Süden von Argentinien, die Steppe sieht genauso aus, die Guanakos und die Ñandus auch. Aber – die Grenzziehung hat ja auch nicht Mutter Natur erfunden. Im einzigen Lebensmittelladen im Umkreis von 100 km können wir die Milch mit US $ zahlen – chilenische Pesos haben wir noch nicht, die argentinischen möchten wir hier nicht ausgeben, die brauchen wir noch. Und dann verstecken wir uns auf einem Parkplatz zwischen einem LKW und einem Anhänger vor dem kalten, böigen Wind.  Theoretisch nur noch 485 km bis Ushuaia – aber praktisch wahrscheinlich etwas mehr; wir müssen zuerst nach Punta Arenas, Ersatz für unsere verstorbene Kamera besorgen.

Day 311 – Three museums and a border crossing

Although the gas station with truck stop is a very busy one, we had a surprisingly quiet night in the back, between the other camper vans. In the shop here we find the sticker indicating the maximum velocity we have been looking for – it´s not totally correct because according to the vehicle papers we could drive 100 kilometers / hour, but here are only 80, 90 or 110 available.

We drive to the center of Río Gallegos, pass the Falkland War Memorial and arrive at the Museo de la Guerra Malvinas. The history of this – like all wars completely unnecessary – war at the beginning of the 1980 is documented well, using newspaper articles, documents and photos as well as personal items of the soldiers. We chat a bit with the young lady at the reception – she wasn´t even born when the war happened. She seems to have a rather realistic view, not counting on the Falkland Island becoming part of Argentina, but overall we are under the impression that the “Malvinas Argentinas” disaster is still an open wound in the soul of the country, hurting profoundly.

A few blocks further, the oldest house of Río Gallegos is home for the „Museo de los Pioneros”, exhibiting original furniture and mementos of the first settlers. These settlers immigrated from Germany, Croatia (then still Yugoslavia), Spain, France and Chile. The first physician here came from Dublin, Ireland – he was surgeon, ob-gyn, eye doctor and dentist all in one. And justice of peace, too. Here we also find traces of “The little Price”, a picture of Antoine de Saint-Exupéry; the legendary pilot and author was flying the difficult route from Buenos Aires to Río Gallegos for the Argentinian mail.

Finally, we visit the Museo de Ferrocarril. The train line is still operating, transporting the coal from the mines in the west to the harbor of Loyola, but the trains don´t go through Río Gallegos anymore, since 1996. But the memory is alive, carefully selected and well-preserved exhibits tell the story of the railway and the mines. Carlos and Daniel know a lot of details and are happy to share them with the visitors.

And then we are on our way to Chile. A few miles before reaching the border we turn right for a short visit to the idyllic Laguna Azul, a lake in an old volcano crater. It is beautiful, but the wind is very strong here and we have to hold on to the rocks in order not to be blown over the cliff. We skip the hike down to the lake, it´s 6 pm already, and continue to the border. Exiting Argentina takes us about 10 minutes, entering Chile less than 30 minutes including customs and vehicle inspection. As we have eaten everything we are not allowed to bring into the country and cooked all raw vegetables we also can´t bring, there are no problems at the inspection – and we have arrived in country #18 of our journey.

We don´t see any difference so far – it´s at least as windy as in the south of Argentina, the landscape looks the same, and the guanacos and ñandus, too. It was not mother nature who drew a border line on the map. In the only grocery store within dozens of miles, we get some milk, and we pay with US $ – we don´t have any Chilean pesos yet, and we don´t want to spend our Argentinian pesos, we will need all of them later. And then we hide at a parking area between trucks, somewhat sheltered from the cold, gusty wind. Theoretically only 301 more miles to Ushuaia, but in reality, maybe a bit more – we have to go to Punta Arenas first, to find a replacement for our deceased camera.

Route 230222

230111 – Bella Vista – Encarnación – San Cosme y Damián >

Mittwoch / Wednesday, January 11, 2023

Tag 269 – Bella Vista – Encarnación – San Cosme y Damián

Im Museo Los Fundadores in Bella Vista werden wir von Ernesto Fischer auf deutsch begrüßt. Sein Urgroßvater war 1917 einer der beiden Gründer der Auswanderersiedlung, der am ersten Morgen nach der Ankunft in der neuen Heimat die Gegend betrachtete und ausrief – „Was für eine schöne Aussicht – qué bella vista“. So kam die Stadt zu ihrem Namen. Ernesto hat aber nicht nur Geschichten, sondern auch Geschichte auf Lager – sein Museum ist vollgestopft mit Erinnerungsstücken aus der alten Heimat, die er in ganz Paraguay zusammengesammelt hat. Langsam geht ihm der Platz aus – wir wissen, wie das ist!

Mittagspause machen wir in Encarnación an der Strandpromenade. Die 27 km lange Uferstraße am Río Paraná ist die Hauptattraktion der Stadt – kein Wunder, ist doch Paraguay eines von nur zwei südamerikanischen Ländern, die keinen Zugang zum Meer und damit keine Küste haben. Es gibt mehrere Sandstrände hier, der Sand ist brennheiß, das Wasser zwar sehr sauber, aber zum Schwimmen viel zu seicht und lauwarm, also auch keine Abkühlung. Aber nett war´s trotzdem, und man sieht von hier die lange Puente International, die Paraguay mit Argentinien verbindet, seit einigen Jahren auch jede halbe Stunde per Zug, der mit den Farben von Paraguay und Argentinien bemalt ist. Dann versuchen wir noch, im Stadtzentrum eine der „Carumbés“ zu sehen, eine Pferdekutsche – aber bei 40°C haben die Tiere vielleicht Hitzeferien – wir sehen keine einzige Kutsche.

Nächster Stopp: die Jesuitenreduktion von San Cosme y Damián. Die alte Kirche von 1760 wurde 1991 komplett restauriert und dient auch heute noch als Kirche – sie ist die einzige in der Gegend. Auch die angrenzenden Räume des alten Collegios sind in Verwendung, sie dienen als Klassenzimmer. Ein Torbogen ist noch erhalten, genauso wie die Sonnenuhr.

Dann versuchen wir nochmals, die Capilla de Nuestra Señora de Loreto in Santa Rosa zu besuchen, es liegt ohnehin am Weg. Aber leider – noch immer oder schon wieder zu. Wir geben es auf und fahren nach San Ignacio zu Señor Gustavo, auf dessen Anwesen wir bereits vorgestern übernachtet haben – er hat offen und er freut sich riesig, uns wieder zu sehen.

Day 269 – Bella Vista – Encarnación – San Cosme y Damián

Ernesto Fischer, owner of the museum Los Fundadores in Bella Vista, greets us in German. His great-grandfather was one of the two German immigrants who founded Bella Vista in 1917. Looking at the scenery the first morning after his arrival, he exclaimed “what a beautiful view – qué bella vista”. And the name stuck. Ernesto´s museum has thousands of antiques and mementos from old and new immigrants on display which he collects all over Paraguay. He is running out of space – yes, we know how that happens!

For lunch, we stop at the beach promenade of Encarnación. This 16 miles-long road along the Río Paraná is the main attraction here – Paraguay is one of only two South American countries without sea access and therefore without a coast. There are several sandy beaches here, the sand is scorching hot, the water is very clean but way too shallow to swim and lukewarm, so not really refreshing. But it was nice, and from here we see the long International Bridge, connecting Paraguay with Argentina; every 30 minutes even by train, painted in the Paraguayan and Argentinian colors. Then we try to see a “Carumbé”, a horse-drawn buggy, in the city center, but we can´t find a single one – maybe it´s too hot for the horses at 104°F.

Next stop: the Jesuitic mission of San Cosme y Damián. The old church of 1760 has been restored in 1991, and it is still in use – it is the only church in the region. The adjacent rooms of the former school are also used, they are classrooms, there is an old porticus and the sun dial is also still there.

Then we try once more to visit the Capilla de Nuestra Señora de Loreto in Santa Rosa because we pass through Santa Rosa anyway. But – the capilla is still closed. So, we give up and drive to Señor Gustavo in San Ignacio again where we have already stayed two nights before. His place is open for business and he is delighted to see us again.

Route 230111

221223 – Tiwanaku >

Freitag / Friday, December 23, 2022

Tag 250 – Tiwanaku

Spuren der Tiwanaku-Kultur, die als Urkultur des Südamerikanischen Kontinents gilt, haben wir bereits auf der Isla del Sol im Titicaca-See gesehen, jetzt stehen wir hier in der wichtigsten prähispanische Stätte Boliviens. Die ausgedehnte Anlage umfasst mehrere Tempel, vom höchsten Punkt aus konnten die ehemaligen Bewohner sowohl den Titicaca-See als auch den Illimani sehen – beide von großer spiritueller Bedeutung. Das herausragendste Bauwerk ist das Inti Punku, das Sonnentor, auf dem der Gott Wiracocha abgebildet ist. Aber auch der tieferliegende Tempel mit den insgesamt 175 in die Mauern eingearbeiteten Steinköpfen ist beeindruckend. Etliche Monolithe sind gut erhalten – der berühmteste, nach seinem Entdecker Bennet-Monolith benannt, steht im Museo Lithico, ist 7,30 m hoch und wiegt 20 t. Ums Eck im Museo Ceramico sind weitere Fundstücke aus Tiwanaku zu sehen.

Trotz Sonnenschein ist es kalt und windig hier am Altiplano, und nach einer kleinen Mittagsrast machen wir uns auf den Weg Richtung Oruro. Google Maps und Pocket Earth sind sich mal wieder nicht einig, welche Strecke die bessere ist – wir wollen auf jeden Fall vermeiden, noch mal nach El Alto fahren zu müssen und nehmen eine der vorgeschlagenen Routen, die nach ca. 25 km direkt auf die Carretera 1 führt. War jetzt auch nicht die beste aller Ideen – wir werden ziemlich durchgerüttelt, es ist eine Waschbrettpiste. Dafür bekommen wir den Illimani nochmals schön zu sehen, fast zum Greifen nahe.

Oruro ist das nächste Ziel, aber der einzige nett klingende Übernachtungsplatz, den wir auf IOverlander finden, ist der Flughafenparkplatz, und der sperrt um 18 Uhr zu, das schaffen wir nicht mehr. Also parken wir uns in Caracollo, der letzten Ortschaft vor Oruro, am Hauptplatz ein – auch hier blinkt ab Einbruch der Dämmerung ein Christbaum vor sich hin und Geschenkpäckchen hängen von den Bäumen. Stimmt, morgen ist Heiliger Abend!

Day 250 – Tiwanaku

We have already seen traces of the Tiwanaku-Culture, which is said to be the mother culture of all South America, at the Island of the Sun, Lake Titicaca, and now we are here, at the most important pre-Hispanic archeological site of Bolivia. The large area consists of several temples; from the topmost point of the highest building the former inhabitants could see Lake Titicaca as well as Illimani Mountain – both of them of high spiritual importance. The most famous building is the Inti Punku, the Sun Gate, with God Wiracocha in high relief. Another temple shows 175 stone heads in its walls, and there are several very impressive monoliths. The most famous one, named Bennet-Monolith in honor of the archeologist who found it, is on display at the Museo Lithico; the monolith is almost 24 ft high and weighs 20 tons. Around the corner, the Museo Ceramico shows lots of objects found in the area.

The sun is shining, but it is cold and windy here at the Altiplano. After a short lunch break, we start south, direction Oruro. Google Maps und Pocket Earth don´t agree about the route and we want to avoid driving through El Alto again. So, we chose one of the roads leading towards the Carretera 1 in south-east direction. This was not one of our best decisions – it is an uneven dirt road, and no fun to drive. But we get to see Illimani one more time, it is an impressive view.

Next destination: Oruro. But we can´t find a nice place for tonight on our IOverlander-App (the only option would be the airport, but that parking lot closes at 6 pm and we won´t make it in time). So, we stop in Caracollo, about 40 minutes short of Oruro and park at the main plaza. And of course, there is a Christmas tree on the plaza, lights are blinking, and gift packages are hanging from the trees. Right, tomorrow is Christmas Eve!

Route 221223

221222 – Vom Mechaniker ins Tal des Mondes >

Donnerstag / Thursday, December 22, 2022

Tag 249 – Vom Mechaniker ins Tal des Mondes

In der Früh schaut sich der Werkstatt-Chef unser Getriebeöl an – es sind Schmutzpartikel drin und die Viskosität scheint auch nicht mehr zu passen. Kein Wunder, nach den schlechten Straßen in Mittel- und Südamerika ist ein Ölwechsel viel früher fällig als bei normaler Belastung und den Straßenverhältnissen in Europa. Also Getriebeölwechsel, und dann funktioniert die Schaltung wieder einwandfrei. Wir bedanken uns sehr herzlich beim Señor und dann geht´s raus aus El Alto und runter Richtung La Paz.

Von einem Aussichtspunkt auf etwa 4.000 m Höhe sehen wir die Stadt unten im Talkessel. Die Lage ist einmalig, eingerahmt von bizarren Felsformationen und hohen Bergen im Hintergrund – der Illimani mit seinen 6.462 m sieht besonders beeindruckend aus. Die Fahrt ist allerdings anstrengend für unser tapferes Krasses Pferd und die Besatzung – in engen Kurven schrauben wir uns hinunter auf 3.200 m, und auf der anderen Seite wieder ein wenig hinauf, bis wir beim Valle de la Luna angelangt sind. Und hier sieht es wirklich aus wie in einer anderen Welt. Bizarre Felsformationen, tiefe Schluchten, karge Vegetation. Erinnert uns ein wenig an den Parque Los Estoraques in Kolumbien.

Dann geht es wieder hinauf aufs Hochplateau und durch El Alto durch, diesmal Richtung Westen. Am Weg finden wir dank IOverlander eine Tankstelle, die uns Gringos Treibstoff verkauft. Das ist nämlich in Bolivien gar nicht so einfach. Für Bolivianer mit einer PIN kostet der Sprit ca 3,85 Bolivianos pro Liter (das sind ca. 55 Cents), aber als Ausländer ohne nationale PIN bekommt man an vielen Tankstellen einfach gar nichts. Das Zauberwort heißt „sin factura“ – ohne Rechnung, und auch dann bekommt man oft nur einen Kanister gefüllt, also 20 bis 25 Liter. Wir zahlen hier cash, 6 Bolivianos pro Liter, das ist ein guter Preis (immer noch unter einem Euro) und können unsere beiden Tanks vollfüllen.

Die schnee- und eisbedeckten Spitzen der Cordillera Real, der Königs-Kordillere mit Huayna Potosi (6.088m) und Ancohuma (6.427m) im Rückspiegel, fahren wir die Route 1 Richtung Westen, nach Tiwanaku, wo wir morgen die Ausgrabungen besichtigen wollen. Wir parken uns am Hauptplatz ein, wo uns ein lustiger Christbaum aus Plastikflaschen daran erinnert, dass übermorgen Weihnachten ist.

Day 249 – From the mechanics to the Moon Valley

In the morning the mechanic checks the gear oil – there are dirt particles in there and the viscosity isn´t good anymore. Due to all those bad and really bad roads in central and South America, the oil only lasts half as long as it would under normal conditions. So, our brave camper gets the gear oil changed, and then the problem seems to be solved. We say good-bye to the mechanics and the lovely guard dogs, and leave El Alto towards La Paz.

From a view point in 13.120 ft, we see La Paz, deep down in the valley, surrounded by bizarre rock formations and high mountains in the background – the Illimani, 21.200 ft high, is really impressive. But the drive is not so much fun for our brave camper and its crew. A steep, winding road leads us down to 10.500 ft and then on the south side of La Paz up again, until we arrive at the Valle de la Luna, the Moon Valley. And this place looks out of this world – bizarre rock formations, deep gorges, scarce vegetation – reminds us a bit of the Parque Los Estoraques in Colombia.

After the visit at the Moon Valley, we climb up again, drive through El Alto and direction west. On the way we find a gas station (thanks to IOverlander) which is willing to sell fuel to us gringos – that´s not easy in Bolivia. A Bolivian with a national PIN pays about 3,85 Bolivianos per liter (about 55 cents), but foreigners without a PIN don´t even get service on most gas stations. The Key word here is “sin factura” – no receipt, and even then, you mostly get only a canister filled. But we were lucky, we could fill both our tanks up to the brim, paying 6 Bolivianos per liter cash (still a very good price, less than a dollar) and no we are good for more than 600 miles.

The snow- and ice-caped Cordillera Real, the royal mountains with the impressive Huayna Potosi (almost 20.000 ft) and Ancohuma (21.085 ft) in the rear mirror, we follow route 1 direction west to Tiwanaku where we want to visit the archeological sites tomorrow. We stop for tonight at Tiwanaku´s central plaza, they have a funny Christmas tree there, made of plastic bottles – ooops, only 2 days till Christmas Eve.

Route 221222

221220 – Isla del Sol, Titicaca-See

Dienstag / Tuesday, December 20, 2022

Tag 247 – Isla del Sol, Titicaca-See

Die “Insel der Sonne” ist mit 11 km Länge die größte Insel im Titicaca-See, und auch die bedeutendste. Hier schickte – der Legende nach – der Sonnengott Inti seine beiden Kinder auf die Erde, die von hier aus das Inka-Imperium gründeten. Wir fahren an der Südspitze der Insel vorbei, sehen einen Inka-Palast und die Inka-Stiege vom Boot aus. Leider kann man derzeit nicht Süd- und Nordteil der Insel an einem Tag besuchen, da die beiden Orte miteinander und / oder mit dem Dorf in der Mitte der Insel im Streit liegen (das ändert sich alle paar Wochen).

Nach knapp eineinhalb Stunden Bootsfahrt gehen wir an der Nordspitze der Insel an Land und stapfen bergauf. Mit dabei sind auch Elton, Overlander aus Brasilien mit seinem Begleiter Nick, ein 14 Jahre alter Mini-Pudel. In den Ruinen des Chincana-Palastes zeigt uns unser Guide Vidal architektonische Spuren sowohl der Inka als auch der früheren Tiwanaku-Kultur (deren Dächer etwa waren aus Stein) und einen Eingang zu einem Tunnelsystem. Ob diese Tunnel wirklich unter dem Titikaka-See durch bis nach Cuzco führen, wagen wir allerdings zu bezweifeln. Vidal erklärt uns die Bedeutung des heiligen Steins und des Puma-Felsens, und zeigt uns die Fußspuren der Sonne – hier wurde der Legende nach der Sonne und dem Mond befohlen, in den Himmel aufzusteigen.

Anschließend fahren wir weiter, an der Isla de la Luna, der Mondinsel, vorbei zu einer der schwimmenden Totoro-Schilfinseln. Das sind zwar nicht die berühmten Originale (die befinden sich am nördlichen See Ende, vor Puno – mussten wir leider wegen der Situation in Perú auslassen), erfreuen sich aber dennoch großer Beliebtheit wegen der regionalen Spezialität – frische Forellen. Der Andrang ist so groß, dass wir aufs Essen verzichten – außerdem bringen wir es nicht übers Herz, uns eine lebende Forelle auszusuchen, die dann vor unseren Augen ihr Leben lassen muss. Stattdessen klettern wir auf den nahen Felsen, der eine schöne Aussicht über den See und einige der Pseudo-Totoro-Schilfinseln bietet.

Dann geht es zurück in den Hafen von Copacabana, vorbei an einer Station der Bolivianischen Marine. Bolivien hat zwar seit dem Salpeterkrieg Ende des 19. Jhd. keinen Zugang mehr zum Meer, leistet sich aber trotzdem noch eine Marine. Man soll die Hoffnung nie aufgeben. Es ist später geworden als geplant, der See ist deutlich kühler als gedacht, und ich verzichte auf das „ich war im Titicaca-See schwimmen“-Foto. Wir kehren zurück zum Campingplatz, den wir mit anderen Overlandern teilen – eine Familie aus Solingen, D, mit drei Kleinkindern in einem Hanomag, der fast so alt ist wie wir; ein weiteres Pärchen aus Deutschland in einem kleinen Geländewagen; die vierköpfige spanische Familie, die uns den Tipp mit dem Campingplatz gegeben hat; und Elton mit Pudel Nick aus Balneário Camboriú, Santa Catarina, Brasilien, in ihrem „NicKombi“, einem VW-Bus-Camper. Morgen geht es Richtung El Alto / La Paz weiter, in der Hoffnung, eine Werkstatt zu finden, die unsere Probleme mit der Schaltung beheben kann.

Day 247 – Isla del Sol, Lake Titicaca

The “island of the Sun” is the largest and the most important of all islands in Lake Titicaca. Legend has it that the sun good Inti sent his two children to this place on earth, from where the founded the Inka empire. Our Boot passes the Inka palace and the Inka stairs on the south tip of the island – unfortunately it isn´t possible to visit both north and south on the same day because the villages are fighting with each other and / or with the one in the middle of the island (situation changing every few weeks).

After 90 minutes boat ride we alight at the northern tip of the island and start walking uphill. We are a small group – Elton, overlander from Brazil and his 14 years-old mini poodle Nick, our guide Vidal and the two of us. In the ruins of the Chincana palace Vidal shows us the different architectural styles of the Inka and the Tiwanaku culture (who built their roofs with stones for example) and points out the entry to a tunnel system. These tunnels are believed to lead beneath Lake Titicaca north to Cuzco – not sure if we believe that. Vidal also explains the significance of the sacred stone and the puma rock and the footprints of the sun – here sun and moon were ordered to ascend to the sky, according to legend.

Then we continue, passing the Isla de la Luna, the Moon Island, and stop at one of the swimming Totoro-reed islands. These are not the original, famous ones (these are located on the northern end of Lake Titicaca, near Puno which we couldn´t visit due to the political situation in Perú), but they are famous for their local specialty – grilled trout. There are so many people in line waiting for their food that we decide to skip lunch – and we also don´t have the heart to choose a live trout which then has to die for our lunch right in front of us. Instead, we climb up a nearby rock – from the top we have a great view of the lake and several pseudo-Totoro-reed islands.

Then we return to the harbor of Copacabana, passing a complex of the Bolivian Marine corps. Due the War of the Pacific of late 19th century, Bolivia does not have access to the Pacific anymore – but it never gave up hope and still has a marine. It´s later than expected, the lake temperature is way lower than anticipated, and I decide to skip the “I went swimming in Lake Titicaca” picture. We return to our camping place which we share with several other overlanders – a family with three small kids from Solingen in Germany in a blue Hanomag truck which is almost as old as we are; another couple from Germany in a smaller off-road vehicle; the family of four from Spain who gave us the tip for this camping place; and Elton and poodle Nick from Balneário Camboriú, Santa Catarina, Brazil, in their “NicKombi”, a Volkswagen camper. Tomorrow we will continue towards El Alto / La Paz, hoping to find a mechanic who can solve the problems with our gear shift.

Isla del Sol – by ship
Route 221220

221202 – Lima >

Freitag / Friday, December 2, 2022

Tag 229 – Lima

Der Verkehr in Lima ist eine Katastrophe, die Fahrweise ruppig bis rücksichtslos und es wird dauernd gehupt. Wir quälen uns in der Früh eineinhalb Stunden lang (für 30 km) in den Osten der Stadt, wo wir mehrere Händler von Iveco-Ersatzteilen gefunden haben – wir wollen sicherheitshalber einen Satz Bremsen kaufen. Bei der dritten Adresse dann sind die Teile vorhanden – allerdings dauert es bis am späten Nachmittag, bis wir sie im Geschäft abholen können. Macht nichts, wir lassen unser Krasses Pferd hier stehen, bestellen einen Uber und fahren in die historische Innenstadt. Haben wir uns gedacht – hier muss man Uber 30 Minuten vorher reservieren, das haben wir auch noch nie erlebt. Also dann halt mit Taxi. Und auch das ist nicht so einfach – die ersten drei Taxler weigern sich schlicht und einfach, in die Innenstadt zu fahren, erst der vierte willigt ein – und fährt dann wie ein Formel-1-Pilot. Wir sind froh, dass wir heil ankommen!

Das Zentrum mit der Plaza Mayor in Lima ist wirklich schön, ringsum an der Plaza stehen der Regierungspalast, der Palast der Stadtverwaltung, die Kathedrale von Lima und das Erzbischöfliche Palais. In der Kathedrale finden wir eine Krypta mit Gebeinen, ein Museum mit unglaublich großen und bis zu 25 kg schweren Chorgesangsbüchern, und eine Seitenkapelle, in der die Gebeine von Francisco Pizarro, dem Gründer Limas, ruhen. Im Erzbischöflichen Palais ist alles prunkvoll – von den Türklopfern angefangen über die Stühle mit gekrönten Doppelgeiern als Rückenlehne bis zum Buntglasdach.

Kirche und Konvent von Santo Domingo sind ebenfalls sehenswert, traumhafte Holzkassettendecken, schöne Innenhöfe mit alten spanischen Fliesen, die fantastische Bibliothek und die Aussicht vom Glockenturm in 46 m Höhe über die Innenstadt. Und dann geht sich auch noch ein Besuch im Konvent von San Francisco aus – während der Wartezeit auf die obligatorische Führung sehen wir den Siegestreffer von Kamerun gegen Brasilien (ja, im Vorraum zum Konvent hängt tatsächlich ein riesiger Flachbildschirm). Dann geht es durch den Konvent, auch hier schöne Innenhöfe, 400 Jahre alte spanische Fliesen, eine tolle Bibliothek, und unter der Kirche die Katakomben.

Dann ist es schon kurz vor 17 Uhr, schnell mit dem Taxi zurück zu unserm Camper beim Ersatzteilhändler, die bestellten Teile abholen und dann nix wie raus aus Lima – wir merken, dass der Verkehr an unseren Nerven zerrt. Wir finden auf IOverlander einen Campingplatz am Strand südlich der Stadt, innerhalb einer bewachten Wohnhaussiedlung und kommen gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang. Wir plaudern mit den netten Besitzern, der Pazifik rauscht, ein paar Hunde bellen, kein Verkehr – hier gefällt es uns!

Day 229 – Lima

Traffic in Lima is a catastrophe, driving style is reckless and honking is normal. Driving the 20 miles into the eastern part of the city where we found some Iveco dealers takes us about 1,5 nerve-wrecking hours. But we decided to try to get a new set of brakes – just in case. At the third address we get lucky, the parts are available – or will be available late afternoon. No problem, we leave our brave Camper right there, order an Uber and visit the historic center. At least that was the plan, but: here you have to order Uber at least half an hour in advance – that is new for us. Ok, a taxi, then. But: the first three taxi drivers won´t drive into the city center because of the traffic. The fourth one we ask agrees – and then drives like a Formula-1-pilot. We are lucky to arrive safe and sound!

The historic center with the Plaza Mayor is really nice, surrounded by the government palace, the municipal palace, the Cathedral of Lima and the Archbishop´s Palais. In the Cathedral we find a crypta with bones, a museum with huge and heavy (up to 55 lbs) coral books and a chapel with the skeletal remains of Francisco Pizarro, the founder of Lima. In the Archbishop´s Palais, everything is splendid – from the ornate door knockers to the wooden chairs with the crowned doble vultures on the backrest to the stained glass ceiling.

Church and Convent of Santo Domingo are also worth a visit – wonderful coffered wooden ceilings, beautiful patios with old Spanish tiles, a fantastic library and also the view over the city from the bell tower. Finally, we visit Church and Convent of San Francisco – while we wait for the mandatory guided tour, we see the winning goal of Cameroun against Brazil (yes, there is a huge flat screen hanging in the first room of the convent!). Then we visit the convent with peaceful patios, 400 years-old Spanish tiles, again a stunning library and the catacombs beneath the church.

Then it is almost 5 pm – we take a taxi back to our camper and the Iveco parts dealer, receive the ordered parts and then hurry to get out of the city, a bit unnerved by the traffic. We find a nice camping opportunity on the beach south of the city, in a gated community and recommended by IOverlander, and arrive just in time for sunset. We chat with the owners, a nice local couple; we hear the waves of the Pacific and a few dogs and birds, no traffic – that´s the way we like it!

Route 221202

221124 – Lambayeque und Túcume >

Donnerstag / Thursday, November 24, 2022

Tag 221 – Lambayeque und Túcume

Es geht weiter auf der Panamericana Richtung Süden – die Strecke ist leider an Unattraktivität kaum zu überbieten. Links Müll und Wüste, rechts Wüste und Müll – richtig deprimierend. Wir planen, Richtung Chachapoyas zu fahren, finden dann den Hinweis auf das „Museo de Tumbas reales de Sipán“ in Lambayeque und werden neugierig – das hatten wir gar nicht am Radar.

Wir fahren also nach Lambayeque, biegen zum Museum ab – und staunen nicht schlecht: allein die Architektonik ist sehenswert, das hätten wir nach dem, was wir bisher in Peru gesehen haben, wirklich nicht erwartet. Das Museum bietet eine ausgezeichnete Darstellung der Entdeckung der Gräber von Sipán, und die Exponate sind sensationell – von Kopfschmuck und Nasen- und Ohrringen über Brustplatten bis zum Zepter, aus Gold, Silber, Kupfer und Halbedelsteinen.

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Drei Blocks weiter steht das Museo arqueológico nacional Brüning, vom deutschen Archäologen Hans Heinrich Brüning vor über 100 Jahren gegründet. Hier finden wir einen Überblick über die Kulturen der Nordküste Perus und noch ein Highlight – die Funde aus dem Grab der Priesterin von Chornancap, erst 2011 entdeckt.

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Und ein paar km weiter finden wir dann noch eine spannende archäologische Stätte – die Pyramiden von Túcume. Auch hier ein gut gemachtes Museum, und dann geht es hinaus zu den Ausgrabungsstätten – Gräber mit wunderschönen Reliefs, Mauerreste und ein „Mirador“ mit einer tollen Aussicht über das ganze Gelände. Und hier treffen wir auf Stefan aus der Steiermark, auch ein Reisender, so wie wir.

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Und dann ist es plötzlich später Nachmittag, und wir suchen ein Plätzchen für die Nacht. Auf IOverlander finden wir die Rancho Santana, die Beschreibung liest sich nett, also fahren wir hin – und finden ein kleines Paradies bei Andrea aus Zürich. Also parken wir uns für die Nacht ein, gut bewacht von Hunden, Pferden, Hühnern und Gänsen und einem Kälbchen.

Day 221 – Lambayeque and Túcume

We follow the Panamericana south – unfortunately the road is very unattractive, desert and lots of waste on both sides of the highway, it is a depressing sight. The plan is to driuve direction Chachapoyas, but when we see the sign for the „Museo de Tumbas reales de Sipán“ in Lambayeque, we get curious – we didn´t know anything about that.

So we drive into the small town of Lambayeque – and find an outstanding museum construction (we were not expecting anything like that after our first impressions of Northern Peru). The museum provides excellent information about the discovery of the tomb of the Lord of Sipán, and the exhibits are sensational – head dress, nose- and earrings, pectorals and ruler´s staff, made of gold and silver, copper and semi-precious stones.

Three blocks away, we find the Museo arqueológico nacional Brüning, founded by the German archeologist Hans Heinrich Brüning more than 100 years ago. The museum provides a very good overview over the cultures of the northern coast of Peru, and also exhibits the contents of the tomb of the priestess of Chornancap, which was discovered only 11 years ago.

And a few miles further we find another interesting archeological site – the Pyramids of Túcume, including another interesting museum and several grave sites with perfect reliefs, remains of walls and a “mirador” with a superb view of the area. And here we find another Austrian, Stefan Wagner, a fellow traveler – what a coincidence.

All of a sudden it is late afternoon and we look for a place for the night. We find Rancho Santana on IOverlander, the description sounds nice, so we drive to the place and find Andrea from Zurich and her little patch of heaven. We park our brave camper in the yard, well-guarded by a lot of dogs, horses, chicken and geese and a calf.

Route 221124