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Freitag / Friday, May 5, 2023

Tag 383 / 359 – Talampaya

Gestern hat uns der nette Mitarbeiter am Ticketschalter des Talampaya Nationalparks erklärt, heute ab 8:15 können wir die Tickets für die Tour um 9:00 kaufen. Also ziehen Peter und ich um 8:05 los, kaufen die Tickets für uns vier – und dann bricht Hektik aus, weil wir sollen schon um 8:30 beim Bus sein. Nur ein halbes Frühstück und kein zweiter Kaffee (armer Sigi), wir schnappen Kamera und Wasserflasche und laufen zum Bus – mit dem eigenen Fahrzeug darf man die Talampaya-Schlucht nicht befahren. Der Bus ist gut gefüllt mit Austauschstudenten aus Europa – aus Frankreich, Belgien, Dänemark, Norwegen, Deutschland und sogar ein Österreicher ist dabei, Jakob aus Klagenfurt. Es sind gerade noch vier Plätze frei, und wir hegen den Verdacht, dass man uns deswegen einfach auf den früheren Bus gebucht hat.

Macht nichts, das Licht ist in der Früh super zum Fotografieren. Der Bus fährt im ausgetrockneten Flussbett Richtung Schlucht. Bei der ersten Station gibt es schon recht verwitterte, aber noch erkennbare Petroglyphen zu sehen. Von dort geht es weiter zur „Echo-Wand“ – die 150 m hohen, senkrechten Sandsteinwände sind von der Erosion glatt geschmirgelt, und die völlig gleichmäßigen, vertikalen Rinnen sehen aus wie von einem Riesenbohrer gebohrt. Oder wie Kaminschlote. Natürlich dürfen wir das Echo auch ausprobieren – bis zu fünfmal wird der Schall zwischen den Felswänden hin- und hergeworfen, bis er verebbt. Hoch oben auf einem Sims schläft ein Kondor, völlig unbeeindruckt.

Die nächste „Haltestelle“ heißt „Kathedrale“, ob der vielen Säulen und Türmchen, und beim letzten Stopp bekommen wir „El Torre“ und „El Tótem“ – Turm und Totem – zu sehen, und ein Stückchen weiter Felsformationen in Form einer Schildkröte oder eines Mönchs (mit ein bisschen Fantasie). Am Rückweg zeigt sich noch mehr Fauna – ein Pecari kreuzt eilig unseren Weg und verschwindet in den Büschen, drei Maras dagegen lassen sich geduldig fotografieren, und auch die neugierigen Guanakos haben Zeit. Schließlich wohnen sie hier.

Zurück am Campingplatz machen wir erstmal Mittagspause, dann schauen wir uns die lustigen bunten Dinosaurier an, die entlang des kleinen Trias-Spazierweges zu sehen sind. Von einem Lessemsaurus sauropoides oder einem Zupaysaurus rougieri haben wir wirklich noch nie gehört. Zurück beim Auto lernen wir noch die Overlander Yani und Ximena aus Bolivien kennen und tauschen Kontakte aus, dann brechen wir auf. Unser Ziel liegt 130 km nördlich, in San José de Vinchina. Die „Estrellas de Vinchina“ sind mehrfarbige, sternförmige Muster aus Steinen, der größte Stern hat 10 Zacken und 30 m Durchmesser. Angeblich wurden fünf solcher Sterne im näheren Umkreis gefunden. Sie werden der Diaguita-Kultur zugeschrieben, sonst weiß man nicht besonders viel darüber. Es gibt hier leider auch vor Ort keine Informationen, nur ein verschlossenes Gebäude; und irgendwie sehen die Steinsterne so aus, als könnten sie auch vorige Woche gelegt worden sein. Aber sie sind paläontologische Stätte auf unseren Karten eingetragen, also wird das wohl schon seine Richtigkeit haben.

Wir könnten jetzt durch die Troya-Schlucht weiterfahren, zur Laguna Brava auf über 4.000 m Seehöhe. Aber man braucht einen Guide für diese Strecke, es wird bereits empfindlich kalt in der Nacht – es ist Herbst hier – und die – nicht durchgehend asphaltierte – Straße führt von dort weiter nach Chile. Wir wollen in Argentinien bleiben und fahren daher zurück nach Villa Unión, die Sierra Famatina im Osten ist bereits von der untergehenden Sonne zartrosa angestrahlt und der Mond geht auf. In der Abenddämmerung finden wir wieder einmal bei einer YPF-Tankstelle einen Übernachtungsplatz für unsere beiden Wohnmobile. Morgen geht es weiter nach Chilecito – Julie und Peter wollen zum Farmer´s market, wir wollen uns ein oder zwei Museen anschauen.

Day 383 / 359 – Talampaya

Yesterday we were told to buy the tickets for the 9 o´clock tour into the Talampaya Nation Park today at 8:15 am. Peter and I go to the ticket counter at 8:05, get the tickets for the 4 of us – and suddenly it is a bit stressful because we are supposed to be at the bus at 8:30. We haven´t finished our breakfast, there is no time for coffee #2 (poor Sigi) – we just grab camera and water bottle and run to the bus – you can´t drive into the park with your own car. The bus is filled with exchange students from all over Europe – France, Belgium, Denmark, Norway, Germany, and even an Austrian, Jakob from Klagenfurt, Carinthia. There are exactly 4 free seats – we suppose we were put on an earlier bus to fill the seats.

Doesn´t really matter, the morning light is perfect for photography. The bus driver used the dry river bed as road, heading towards the gorge. At the first stop we get to see petroglyphs – a bit damaged by erosion. From there we continue to the echo wall – 490 ft high vertical sandstone walls, smoothened by wind and weather, looking like giant drill holes or chimneys. Of course, we get to hear the echo – the whole group shouts “Ola”, and the echo reverberates up to five times. High up on a rock a condor is still sleeping, not impressed at all.

Next stop: the cathedral, named for the many columns and turrets, and at the last stop there are formations like „El Torre“ and „El Tótem“ – tower and totem-, monk and turtle. On the way back, we get to see some of the wildlife – a peccary hurries across the road and vanishes in the bushes, three maras – not in a hurry – pose for pictures and the curious guanacos seem to have all the time in the world. Of course. They live here.

Back at the camp site, we take our lunch break, then we walk the “Triassic walk” with a lot of colorful dinosaur models. We have never heard of a Lessemsaurus sauropoides or a Zupaysaurus rougieri before. Back at our car, we meet Yani and Ximena, overlanders from Bolivia, and then we are off again. Our next destination lies 80 miles north, in San José de Vinchina. The “Estrellas de Vinchina” are colorful, star-shaped patterns made of stones, the largest star has 10 arms and 98 ft in diameter. Five of these stars have been found, they allegedly were formed by the Diaguita people, but that´s all we know. Unfortunately, there is no further information here, just a locked building. And somehow those stone stars look as if they were built last week. But all our navigation maps identify the place as archeological site, so we guess they are legit.

From here, we could continue through the Troya gorge to Laguna brava at more than 13.000 ft, but we would need a guide, it is autumn and therefore rather cold at night up there and the – unpaved – road leads to Chile. We want to stay in Argentina, so we drive back to Villa Unión, along the Sierra Famatima in the east – looking pink due to the sunset – and the moon is rising over the mountains. We find shelter for tonight for our two campers at an YPF gas station again. Tomorrow we will continue to Chilecito – Julie and Peter want to go to the Farmer´s Market, we plan to visit one or two museums.

Route 230505