Heute früh geht es vom Universal Resort über Shin-Osaka nach Nagoya, mit dem Shinkansen – eine sehr angenehme Art des Reisens – komfortabel, leise und super schnell, die Fahrt dauert nicht mal eine Stunde. Unser Hotel in Nagoya liegt ganz nahe am Bahnhof, auch der erste Besichtigungspunkt, das Toyota Industrie- und Technologie-Museum ist von hier zu Fuß erreichbar.
Und da haben wir gestaunt – für uns galt immer: Toyota = Auto. Dass die Toyota-Gruppe ihren Ursprung in der Textil-Industrie hat, war uns nicht bekannt. Neben verschiedenen Baumwollsorten gibt es Webstühle zu sehen, von einfachen hölzernen manuellen Geräten bis zu brandneuen Industriemonstern, viele der Geräte werden von MuseumsmitarbeiterInnen auch erklärt und vorgeführt. Und die Geschichte dahinter ist gleichzeitig Werdegang und Lebenswerk von Sakichi Toyoda und vor allem seinem Sohn Kiichiro – der zweite Teil des Museums ist der Entwicklung der Werkzeugmaschinen, der Motoren und schließlich den Automobilen gewidmet. Ein Museum, dass man in Nagoya unbedingt besuchen sollte!
Es ist früher Nachmittag, ein Besuch im Nagoya Port Aquarium geht sich noch aus. Außer Orcas und Delphinen bekommen wir riesige japanische Krabben zu sehen, wunderschöne Quallen, bunte Röhrenaale, Tiefseeschnecken und andere Meeresbewohner, und viele Schildkröten – Aufzucht des Schildkrötennachwuchses ist einer der Schwerpunkte des Aquariums.
Gegenüber vom Aquarium liegt die Fuji vor Anker, ein Eisbrecher, der jetzt als Museum dient, mit Hubschrauber an Deck und Antarktis-Kettenfahrzeug davor geparkt. Würde uns auch sehr interessieren – heute ist es leider schon zu spät, vielleicht morgen.
Day 43 – Friday, June 13 – From Osaka to Nagoya
Early this morning, we’re heading from the Universal Resort via Shin-Osaka to Nagoya by Shinkansen – a very pleasant way to travel: comfortable, quiet, and super fast. The trip takes less than an hour. Our hotel in Nagoya is located very close to the train station, and even our first sightseeing destination – the Toyota Commemorative Museum of Industry and Technology – is within walking distance.
And we are truly amazed – we had always thought: Toyota = car. We had no idea that the Toyota Group originated from the textile industry. In addition to various types of cotton, the museum features looms – from simple wooden manual devices to brand-new industrial giants. Many of the machines are also explained and demonstrated by museum staff. The story behind all that is also the life journey and the legacy of company founder Sakichi Toyoda and especially his son Kiichiro. The second part of the museum is dedicated to the development of machine tools, engines, and ultimately, automobiles. A must-see when in Nagoya!
It’s still early in the afternoon, so we can squeeze in a visit to the Nagoya Port Aquarium. In addition to orcas and dolphins, we get to see enormous Japanese crabs, beautiful jellyfish, colorful garden eels, deep-sea snails and other sea creatures – and many turtles. Breeding and raising young turtles is one of the aquarium’s main focuses.
Right across from the aquarium lies the Fuji, an icebreaker now serving as a museum ship, with a helicopter on its deck and an Antarctic snow vehicle parked in front. It looks fascinating, too – unfortunately, it’s too late to visit today, but maybe tomorrow.
Die Studios machen um 8:30 auf, aber das schaffen wir heute nicht, nach dem gestrigen Tag. Wir schlafen aus, gehen gemütlich frühstücken und sind dann kurz nach zehn im Park. Als erstes besuchen wir das „4D-Abenteuer mit Doraemon und Nobita“, und dann die „Detective Conan 4D Live Show: Jewel under the starry sky“. Naja. Lediglich die Pre-Shows waren mit englischen Untertiteln versehen, die Hauptshow war rein auf japanisch, und eigentlich nur sehr bunt, sehr laut und mit kreischenden japanischen Darstellerinnen. Also quasi wie ein Don Quijote Kaufhaus auf der Bühne. Und die Grafiken und Animationen haben uns auch nicht wirklich überzeugt. Aber wir wissen auch über Doraemon nicht viel, und Conan kennen wir nur als Barbar, aber nicht als Detektiv.
Wir haben heute keinen Stress, weil wir haben „Area timed entry tickets“, diese beinhalten neben dem Express Zugang zu einzelnen Attraktionen auch den generellen Zugang zum gesamten jeweiligen Bereich – war ziemlich mühsam und kompliziert online zu buchen, und außerdem relativ teuer. Allerdings wäre am frühen Nachmittag der Zugang zur Super Nintendo World ohne dieses Ticket gar nicht möglich gewesen – die maximal mögliche Besucheranzahl war erreicht. Kein Wunder, weil dieser Teil vom Park ist ja wirklich gut gelungen. Wir fahren „Mario Kart: Koopas Challenge“ und „Yoshis Abenteuer“, jetzt ohne Wartezeit, und dann „Donkey Kong: Mine Kart Madness“, eine äußerst gelungene Hochschaubahn. Und hier bleiben wir auf einem Steilstück stecken – zuerst bleibt unser Wagerl einfach stehen, und dann fällt auch die Musik aus. Nach einigen Minuten ist die Unterbrechung behoben, und wegen dieses beeinträchtigten Vergnügens dürfen wir die Fahrt gleich noch einmal antreten, jetzt störungsfrei.
Etwas später geht es dann in den Harry Potter Bereich – die Attraktionen sind die gleichen wie in Florida, die Shops auch, das Preisniveau ist allerdings höher, und ich finde auch kein Souvenir, das ich unbedingt haben muss. Auch gut.
Am frühen Abend drehen wir nochmals eine Runde durch den Park – geht relativ schnell, weil der Park deutlich kleiner ist als in Florida. Die Super-Nintendo World ist wieder für alle Besucher offen, das nutzen wir nochmals (also eigentlich hätten wir uns die „Area timed entry tickets“ sparen können, aber das wussten wir vorher nicht) und dann verabschieden wir uns vom Park. Wir haben somit fast alle Universal Studios weltweit besucht – Florida, Kalifornien, Singapur und Japan – Peking fehlt uns noch. Planen wir mal für nächstes Jahr.
Day 42 – Thursday, June 12 – USJ Universal Studios Osaka
The park opens at 8:30 a.m., but we don’t make it that early today—we sleep in, enjoy a leisurely breakfast, and enter the park shortly after ten. First up is “Doraemon & Nobita’s 4D Adventure”, followed by “Detective Conan 4D Live Show: Jewel under the Starry Sky”. Meh. Only the pre-shows had English subtitles—the main show was entirely in Japanese, and basically just very colorful, very loud, and featured shrieking Japanese actresses. Kind of like watching a Don Quijote department store on stage. The graphics and animations didn’t really impress us either. But then again, we don’t know much about Doraemon, and when we hear “Conan,” we still think the Barbarian, not the detective.
We’re taking it slow today since we have “area timed entry tickets”, which include express access to specific attractions as well as timed entry to designated zones. Booking them online was pretty tedious and complicated—and they weren’t cheap either. But by early afternoon, access to Super Nintendo World would have been impossible without such a ticket—the visitor capacity had been maxed out. No surprise, because that part of the park is incredibly well done. We ride “Mario Kart: Koopa’s Challenge” and “Yoshi’s Adventure” again—this time with no wait—and then “Donkey Kong: Mine Kart Madness”, an exceptionally well-designed roller coaster. And here we get stuck on a steep incline—first, our cart just stops, and then even the music cuts out. After a few minutes, the ride resumes, and since our experience was interrupted, we’re allowed to ride again—this time without any issues.
Later, we head into the Harry Potter area. The attractions are the same as in Florida, the shops too, though the prices are noticeably higher. I don’t find any must have souvenirs—fine, saved some money.
In the early evening, we do one last lap around the park. Super Nintendo World is now open to all guests again, so we take advantage of that one more time. (In hindsight, we probably would not have needed the “area timed entry tickets” after all—but we couldn’t have known that in advance.) With that, we say goodbye to the park. We’ve now visited nearly all the Universal Studios locations worldwide—Florida, California, Singapore, and Japan. Beijing is the only one left. Let’s plan for that next year
Hokkaido macht uns den Abschied leicht – als wir um 6:30 Uhr morgens am Airport New Chitose aus dem Zug aus Sapporo steigen, haben noch fast alle Shops geschlossen – die Suche nach Kaffee gestaltet sich schwierig. Und außerdem liegt dichter Nebel über dem Gelände – ein Flug an die Ostküste Japans musste wegen der Wetterlage sogar umkehren. Aber für uns klappt dann alles – Gepäckabgabe kein Problem, auch wenn zwei Koffer knapp an der Gewichtsgrenze kratzen und der dritte ein wenig darüber liegt, Kaffee finden wir dann auch und der Flug ist pünktlich. Es ist ein kurzer Flug, aber es gibt zumindest Getränke – die kalte Zwiebelsuppe lassen wir dann doch aus.
Nach 2 Stunden landen wir am Kobe Airport, erwischen gerade noch den Direktbus zu den Universal Studios – und es regnet. Das ist das erste Mal Regen seit über 2 Wochen – während der Kreuzfahrt hatten wir unverschämtes Glück mit dem Wetter, fast immer Sonne und Temperaturen bis 28 Grad C. Als wir mit unserem Gepäck Richtung Hotel rollen, treffen wir auf 2 offensichtliche Nicht-Japaner. Noah und Steven aus Baden-Württemberg teilen ihre mitgebrachten Snacks mit uns, man darf kein Essen in den Park mitnehmen und sie haben zuviel eingekauft.
Und um 15 Uhr dürfen auch wir dann in den Park – wir haben 1,5 Tages-Tickets – auch das ist etwas Neues für uns, aber eigentlich recht praktisch. Wir verschaffen uns erstmal einen Überblick – und stellen fest, dass dieser Park wesentlich kleiner ist als die anderen Universal Studios, die wir kennen. Und es ist absolut ungewohnt, hinter den Kulissen von New York die realte Welt zu sehen, nämlich die Hochhäuser, Autobahnbrücken und den Verkehr von Osaka.
Wir starten mit „Minion Mayhem“ – klingt sehr seltsam auf japanisch – und außerdem feiern die Minions immer noch Ostern. Dann spazieren wir über Amity Island (die „Weißer Hai“ Bootsfahrt ist leider wegen Renovierung geschlossen) nach Jurassic Park, streicheln ein paar Dinosaurierbabys und finden uns dann plötzlich gemeinsam mit Snoopy, Hello Kitty und Elmo im quietschpinken „Easter Celebration Wonderland“. Also tatsächlich immer noch Ostern hier. Gleich nebenan liegen Hogsmeade und Hogwarts, von ziemlich vielen Muggles, ein paar Zauberern und einem Hippogriff bevölkert, und ein Stückchen weiter tauchen wir in Mario und Luigis Super Nintendo World ein – und die ist wirklich gelungen. Die Farben, die Kulissen und der Sound sind grandios, man hat das Gefühl, mitten im Spiel zu sein. „Yoshis Abenteuer“ und „Mario Kart: Koopas Challenge“ machen wirklich Spaß und sind technisch perfekt. Da nimmt man auch 30 bis 40 Minuten Wartezeit in Kauf.
Anschließend gönnen wir uns am Universal City Walk noch ein schnelles Abendessen, dann fallen wir im Hotel ins Bett – morgen haben wir den ganzen Tag für den Park zur Verfügung.
Day 41 – Wednesday, June 11 – From Sapporo to Osaka –
We say good-by to Hokkaido —when we get off the train from Sapporo at New Chitose Airport at 6:30 a.m., nearly all the shops are still closed, making the search for coffee rather challenging. On top of that, a thick fog blankets the area—one flight to Japan’s east coast even had to turn back due to the weather. But for us, everything works out: no issues with checking in the luggage, even though two of our suitcases are right on the weight limit and the third slightly over. We eventually do find coffee, and our flight leaves on time. It’s a short flight, but at least they serve drinks—we decide to pass on the cold onion soup, though.
After 2 hours, we land at Kobe Airport and just barely catch the direct bus to Universal Studios—and it’s raining. This is the first rain we’ve seen in over two weeks. During the cruise, we had ridiculously good weather, with sunshine almost every day and temperatures up to 28°C. As we’re rolling our luggage toward the hotel, we meet two obvious non-Japanese travelers: Noah and Steven from Baden-Württemberg. They generously share some of their snacks with us—they brought too much, and outside food isn’t allowed inside the park.
By 3:00 p.m., we’re finally allowed into the park. We have 1.5-day tickets—something new to us, but actually quite practical. First, we get our bearings—and quickly realize that this park is significantly smaller than the other Universal Studios we’ve been to. It’s also quite odd to see the real world—skyscrapers, overpasses, and Osaka traffic—just behind the New York backlot sets.
We start with “Minion Mayhem”—which sounds pretty bizarre in Japanese—and apparently, the Minions are still celebrating Easter. We stroll over Amity Island (sadly, the Jaws boat ride is closed for renovations) and head into Jurassic Park, where we pet a few baby dinosaurs. Suddenly, we find ourselves in the middle of the bright-pink “Easter Celebration Wonderland” with Snoopy, Hello Kitty, and Elmo. Yes, it’s still Easter here, too. Right next door are Hogsmeade and Hogwarts, bustling with quite a few Muggles, a handful of wizards, and a Hippogriff or two. A bit further on, we dive into Mario and Luigi’s Super Nintendo World—and it is truly impressive. The colors, the sets, and the sounds are spectacular—you really feel like you’re inside the game. “Yoshi’s Adventure” and “Mario Kart: Koopa’s Challenge” are both a blast and technically flawless. A 30–40-minute wait feels totally worth it.
Afterward, we grab a quick dinner at Universal City Walk, then collapse into bed at the hotel—tomorrow, we have the entire day to explore the park.
Gestern haben wir die olympische Sprungschanze in den Hügeln im Südwesten der Stadt vom Sapporo Fernsehturm aus der Ferne gesehen, heute nehmen wir den Bus und fahren hin, soweit wir kommen – das letzte Stück müssen wir zu Fuß zurücklegen, weil der direkte Bus fährt nur einmal pro Stunde und den haben wir verpasst. Ist aber ein Glück, wir kommen am Ritaru Café mit einer unglaublichen Auswahl an Kaffeesorten vorbei, und Sigi ist happy.
Vom Olympiamuseum führt ein Sessellift (diesmal mit Sicherheitsbügel) zur Aussichtsplattform, oben erwarten uns die Maskottchen der Winterolympiade 1972, ein Fuchs und ein Bär mit den Startnummern 19 und 72. Wir haben noch immer Glück mit dem Wetter, es ist strahlend sonnig und wir sehen bis ins Stadtzentrum, zum Otori Park mit Fernsehturm. Dann drehen wir eine Runde durch das Museum, bestaunen uralte Holzskier, und versuchen uns im Skispringen – virtuell natürlich. Nicht für alles Geld der Welt würden wir die echte Schanze hinunterspringen! Und dann finden wir auch noch ein Foto von Annemarie Moser-Pröll, der Abfahrts-Olympiazweiten von 1972. Nur Spuren vom großartigen Karl Schranz, dem leider-nicht Olympiasieger, suchen wir vergebens (auch wenn wir damals beide erst 11 Jahre alt waren, erinnern wir uns gut an den Skandal der Disqualifizierung).
Vom Museum ist es nicht weit zum Maruyama Zoo, der uns anfangs nicht so gut gefällt wie der Zoo in Akita. Liegt vielleicht auch daran, dass es beinahe Mittag und drückend heiß ist, und die tierischen Bewohner spüren das offensichtlich genauso wie wir. Aber dann finden wir neugierige Seehunde, grinsende Ghaviale, gut getarnte Moos-Baumfrösche, einen ungeniert badenden Braunbären, entzückende rote Pandas und ein paar fluffige kuschelnde Tanukis, Marderhunde, und alles ist gut.
Es ist mitten am Nachmittag, und ich hätte optional noch einen Besuch der Sapporo-Bierbrauerei mit Museum am Programm, aber wir haben eigentlich keine Lust, und Bier trinken wir sowieso nicht. Also spazieren wir Richtung Stadt, durch das an den Zoo angrenzende, naturbelassene Waldstück (mit Warnschildern – Achtung vor Bären), wo wir dann auch endlich einen Schrein finden, und ein Denkmal für im Einsatz verunglücktes Einsatzpersonal. Am Abend heißt es dann Koffer packen, morgen geht es weiter nach Osaka.
Day 40 – Tuesday, June 10 – Olympic Rings, Red Pandas, and Cuddling Tanukis
Yesterday, we spotted the Olympic ski jump nestled in the hills southwest of the city from afar, from the Sapporo TV Tower. Today, we’re taking the bus to visit the Olympic area—but since the direct bus only runs once per hour and we missed it, we have to walk the last stretch. That turns out to be a stroke of luck: we pass by Ritaru Café, which boasts an incredible selection of coffee, and Sigi is delighted.
From the Olympic Museum, a chairlift (this time with a safety bar) takes us to the viewing platform. At the top, we’re greeted by the mascots of the 1972 Winter Olympics: a fox and a bear wearing bib numbers 19 and 72. The weather continues to be in our favor—brilliant sunshine allows for a clear view all the way to the city center, including Ōdōri Park and the TV Tower. We take a walk through the museum, marvel at ancient wooden skis, and try our hand at ski jumping—virtually, of course. There’s no way we’d launch ourselves off the real ski jump for any amount of money! We even spot a photo of Annemarie Moser-Pröll, who took silver in the downhill at the 1972 Olympics. Sadly, we find no trace of the great Karl Schranz, the almost-Olympic champion, who was controversially disqualified. (Even though we were both only 11 years old back then, we remember the scandal well.)
From the museum, it’s not far to the Maruyama Zoo, which at first doesn’t impress us quite as much as the one in Akita. That might be due to the fact that it’s almost noon and oppressively hot—the animal residents clearly feel the same way we do. But then we come across some curious seals, grinning gharials, well-camouflaged mossy tree frogs, a brazenly bathing brown bear, adorable red pandas, and a few fluffy, cuddling tanukis (raccoon dogs), and suddenly everything is wonderful.
It’s mid-afternoon, and I have a visit to the Sapporo Beer Museum as ‘maybe’ on the list, we’re just not feeling it—and we don’t drink beer anyway. So instead, we wander back towards the city through the natural forest area next to the zoo (complete with bear warning signs), where we finally stumble upon a shrine and also a memorial to rescue workers who died in the line of duty. In the evening, it’s time to pack our bags—tomorrow, we’re off to Osaka.
Nach 18 Tagen endet heute unsere „Expedition Cruise“, die eigentlich eine Sightseeingtour mit schwimmendem Hotel war, in Otaru auf Hokkaido. Kurz vor 9 Uhr wird die Gruppe der individuell abreisenden Gäste aufgerufen, wir nehmen am Pier unsere Koffer in Empfang, passieren die Zollkontrolle (warum eigentlich?) und fahren mit dem Taxi zum Bahnhof von Otaru. Wir deponieren unser Gepäck und spazieren dann durch den Ort.
Wir bekommen etliche historische Gebäude zu sehen, alte überwucherte Eisenbahnschienen – und unendlich viele Souvenirgeschäfte. Otaru ist berühmt für seine Spieluhren, und das Spieluhrenmuseum ist eigentlich auch größtenteils ein Shop. Es gibt einige historische Exponate zu sehen, alles andere kann man kaufen. Nur Rettungsauto-spieluhr war leider keine dabei.
Am Rückweg zum Bahnhof kommen wir am Museum der Bank of Japan vorbei und schauen kurz hinein – ein schönes Gebäude mit einer Ausstellung über die Entwicklung der japanischen Währung. Im Tresorraum darf man die Hand an 100.000.000 Yen legen (1 Million). Dann holen wir unser Gepäck und steigen in den nächsten Zug nach Sapporo, die Fahrt dauert knapp 40 min. Am Weg zum Hotel in Sapporo gibt unser drittes Gepäckstück den Geist auf, wir verlieren eine Kofferrolle nach der anderen – damit heißt das Programm für den Rest des Tages: Koffer besorgen.
Wir spazieren vom Hotel los Richtung Shopping – und jetzt erst bemerken wir den frappanten Unterschied zu den letzten 2 Wochen. Wir sind in einer Millionenstadt mit viel Verkehr und sogar Straßenbahnen, ein Hochhaus reiht sich an das nächste, weit und breit keine Tempel oder Schreine zu sehen. Dann durchqueren wir einen Park mit Seerosen- und Ententeich und finden so zufällig doch ein paar Stückchen Geschichte – ein roter Ziegelbau, der gerade renoviert wird, das alte Hokkaido Verwaltungsgebäude. Ein paar Blocks weiter finden wir den Uhrturm der ehemaligen Trainings- und Zeremonienhalle der landwirtschaftlichen Hochschule von Sapporo, geleitet von Dr. William Smith Clark aus Massachusetts. Die Uhr ist die älteste noch funktionierende Turmuhr Japans, und der 20 m hohe Uhrturm war bei seiner Errichtung 1881 das höchste Gebäude in Sapporo – heute kaum zu glauben.
Und dann ist da noch ein Turm in der Nähe – im Otori-Park steht der Fernsehturm von Sapporo. Von der Aussichtsplattform auf 100 m Höhe sieht man unter anderem in der Ferne auch die Sprungschanze, die für die Olympischen Winterspiele 1972 gebaut wurde. Da wollen wir dann morgen hin.
Day 39 – Monday, June 9 – From Otaru to Sapporo –
After 18 days, our “Expedition Cruise”—which was actually more of a sightseeing tour with a floating hotel—comes to an end today in Otaru, on Hokkaido. Shortly before 9 a.m., the group of guests departing individually is called. We collect our suitcases at the pier, pass through customs (why, actually?), and take a taxi to Otaru Station. We leave our luggage in storage and then stroll through town.
We see quite a few historic buildings, overgrown old railway tracks—and countless souvenir shops. Otaru is famous for its music boxes, and the Music Box Museum is really mostly a store. There are some historical exhibits to see, but everything else is for sale. Sadly, there wasn’t a single music-box ambulance.
On the way back to the station, we pass the Bank of Japan Museum and step inside briefly—a beautiful building featuring an exhibition on the development of Japan’s currency. In the vault room, you’re allowed to touch 100,000,000 yen (1 million). Then we retrieve our luggage and take the next train to Sapporo, which takes just under 40 minutes. On the way to the hotel in Sapporo, our third suitcase gives up—the wheels fall off one after the other. So, the program for the rest of the day is: buy a new suitcase.
We head out from the hotel toward the shopping area—and now we notice the striking contrast to the past two weeks. We’re in a metropolis with heavy traffic and even streetcars, one skyscraper after another, and no temples or shrines in sight. Then we pass through a park with water lilies and a duck pond and accidentally stumble upon a few pieces of history after all—a red brick building currently being renovated, the old Hokkaido Government Office. A few blocks further, we find the clock tower of the former training and ceremonial hall of the Sapporo Agricultural College, led by Dr. William Smith Clark from Massachusetts. The clock is the oldest still-functioning tower clock in Japan, and when it was built in 1881, the 20-meter tower was the tallest building in Sapporo—hard to believe today.
And then there’s another tower nearby—the Sapporo TV Tower in Ōdōri Park. From the observation deck 100 meters high, you can see the ski jump built for the 1972 Winter Olympics in the distance. That’s where we plan to go tomorrow.
Nach einem kurzen Besuch am Morning Market (frischer Fisch, Obst und Gemüse sowie Souvenirs sind im Angebot) fahren wir zum Goryokaku Tower, der von der Aussichtsplattform auf 100 m einen tollen Blick auf die Stadt bietet, und damit auch auf die außergewöhnliche fünfeckige Anlage der ehemaligen Festung, heute ein Park. Hier haben sich auch außergewöhnliche Ereignisse abgespielt: nach der Meji-Restauration 1868 wollten einige Samurai das Ende des Shogunats und die Öffnung Japans nicht so einfach hinnehmen. Man zog sich nach Hokkaido zurück, sagte sich vom Kaiserreich los und gründete hier die Republik Ezo. Der Traum von Demokratie währte gerade mal ein halbes Jahr, dann mußten sich die Rebellen ergeben – aber diesmal wurde das Potential des Anführers erkannt – anstatt ihn zu hinzurichten, machte man ihn zum Minister. Auch eine Lösung. Auf den Besuch des restaurierten Gebäudes im Park verzichten wir – ziemlich sicher leere Räume mit Tatami-Matten. Und Schuhe ausziehen.
Dann geht es mit der Gondelbahn auf den Mt. Hakodate mit seinen stolzen 350 m. Nebelschwaden ziehen umher, manchmal sieht man die Stadt, den Goryokaku Turm und auch unser Schiff im Hafen, dann wieder nicht. Aber der Besucher wird ja bereits am Eingang vorgewarnt – „es ist möglich, dass die Aussicht unsichtbar ist“.
Die Gondelbahn bringt uns wieder hinunter, und wir spazieren durch das völlig atypische Motomachi Viertel – richtig exotisch für japanische Verhältnisse, wir finden zum Beispiel eine evangelische und eine russisch-orthodoxe Kirche. Dazwischen so lustige Angebote wie Tintenfisch-Tinteneis (nein, haben wir nicht probiert – ich erinnere mich immer noch mit Schaudern an das Hummer-Eis in Maine, USA, 2022) und das „zweitbeste Eiscreme- Melonenbrot der Welt“ (und ja, das war gut). Und die Krönung war dann das alte Rathaus, ein Traum in blau-gold, innen mit Möbeln, ohne Tatami-Matten, aber trotzdem mit Schuhe ausziehen. Am alten Britischen Konsulat und der Statue von Matthew Perry vorbei geht es zurück zum Bus und zum Schiff, um 13:00 Uhr laufen wir aus, Richtung Otaru.
Auf der Brücke siehts aus wie in einem Blumenladen, neben den Vasen liegen die Plaketten der insgesamt 16 Häfen aufgereiht, die die Hanseatic Inspiration auf dieser Kreuzfahrt zum allerersten Mal angelaufen hat. Wir packen das letzte Gepäckstück, machen Abschiedsfotos mit Rezeptionist Philipp, Sous-Chef Gregor aus dem Waldviertel und Pasta-Spezialist Hristo aus Bulgarien und schreiben für das Kuvert mit dem Trinkgeld für die Crew „Danke“ in 18 verschiedenen Sprachen. Ein malerischer Sonnenuntergang beschließt den letzten Tag am Schiff.
Day 38 – Cruise Day 18 – Sunday, June 8 – Hakodate, the Final Shore Excursion –
After a brief visit to the Morning Market (offering fresh fish, fruits and vegetables, as well as souvenirs), we head to the Goryokaku Tower, which provides a fantastic view of the city from its 100-meter-high observation deck—including a clear look at the unique star-shaped layout of the former fortress, now a park.
Some remarkable events unfolded here: after the Meiji Restoration in 1868, some samurai weren’t ready to accept the end of the shogunate and the opening of Japan. They retreated to Hokkaido, declared independence from the empire, and founded the Republic of Ezo. The dream of democracy lasted just half a year before the rebels were forced to surrender. But this time, the potential of their leader was recognized—rather than executing him, they appointed him a minister. We skip visiting the restored building in the park—most likely just empty rooms with tatami mats. And shoes off, of course.
Next, we take the cable car up Mt. Hakodate, a proud 350 meters high. Wisps of fog are swirling around; sometimes you can see the city, the Goryokaku Tower, and even our ship in the harbor—sometimes not. But visitors are warned right at the entrance: “It is possible that the view will be invisible.”
The cable car brings us back down, and we stroll through the very atypical Motomachi district—genuinely exotic by Japanese standards. For example, we find both a Protestant and a Russian Orthodox church. Along the way, we encounter quirky offerings like squid-ink ice cream (no, we didn’t try it—I still shudder at the memory of lobster ice cream in Maine, USA, 2022), and “the second-best ice cream melon bread in the world” (yes, that one was good). The crowning highlight was the old town hall, a dream in blue and gold, with furniture inside, no tatami mats—but still: shoes off.
We pass the old British Consulate and the statue of Matthew Perry on our way back to the bus and the ship. At 1:00 p.m., we set sail toward Otaru, our final destination. The ship’s bridge looks like a flower shop; alongside the vases, the plaques of all 16 maiden ports of call for the Hanseatic Inspiration on this cruise are lined up. We pack the final suitcase, take farewell photos with receptionist Philipp, sous-chef Gregor from the Waldviertel, and pasta specialist Hristo from Bulgaria, and write “Thank you” in 18 different languages on the envelope for the crew’s tip. A picturesque sunset closes our final day on the ship.
Wir haben heute keinen Ausflug gebucht, wir haben vorerst mal genug von Palästen (leere Räume mit Tatami-Matten, Schuhe ausziehen), historischen Verwaltungsgebäuden (leere Räume mit Tatami-Matten, Schuhe ausziehen) und Samurai-Häusern (leere Räume mit Tatami-Matten, Schuhe ausziehen). Stattdessen fahren wir mit dem Shuttle Bus in die Stadt und dann weiter mit dem öffentlichen Bus in den Zoo von Akita. Dort gibt’s Rote Pandas, Amur-Tiger und Schneeleopard zu sehen, japanische Makaquen zu füttern und Kängurus zu streicheln. Ohne Schuhe ausziehen.
Und in dem kleinen Vergnügungspark im Zoo können wir eine Runde Rettungsauto fahren – damit wir keine Entzugserscheinungen bekommen.
Kurz nach Mittag fahren wir mit dem Bus zurück in die Stadtmitte und gehen hungrig in den Citizens Market, aber leider – wir haben übersehen, dass heute Samstag ist, die meisten Verkaufsstände haben bereits geschlossen oder räumen gerade weg. Also ein Stückchen weiter zum durchaus imposanten Bahnhof, wo wir einen riesigen Plüsch-Akita finden – die knuffigen Fellknäuel, einst für die Jagd gezüchtet, sind mittlerweile das Symbol für die Stadt und die Region. Detail am Rande: wir haben heute den ganzen Tag in der Stadt zugebracht, und wir haben weder einen echten Akita Inu noch die kleinere Ausgabe Shiba Inu gesehen – aber hunderte Plüschversionen.
Wir spazieren weiter, in den Senshu-Park mit den Überresten der Kubota Burg und dem restaurierten Burgturm sowie dem Hachiman Akita Schrein. Dann wollen wir ins Folk Art Museum mit den tollen Lampions, die während der Festivals durch die Straßen getragen werden. Der Shuttle Bus fährt uns vor der Nase davon, also nehmen wir ein Taxi – um dann am Zielort draufzukommen, dass wir im falschen Museum gelandet sind. Wie bekommen zwar schöne Lampions zu sehen, aber nicht die in drei, vier oder sogar fünf Etagen gestapelten Lampionstangen für die Umzüge. Macht nix, dafür steht hier ein sensationeller Festival-Umzugswagen mit furchterregend dreinschauenden Figuren, und mit Wasserfall. Und abends, beim Sortieren der Bilder, bemerken wir, dass wir ja sowohl am Bahnhof als auch im Burgturm Lampionstangen gesehen haben.
Vom Museum sind es nur ein paar Schritte zum Selion Tower am Hafen, der mit einer Aussichtsplattform in knapp 100 m Höhe einen schönen Blick über die Stadt bietet. Und dann geht es schon wieder zurück zum Schiff, wir legen heute schon um 17 Uhr ab. Wir nützen die Zeit am Abend, um die ersten beiden Koffer zu packen – ist recht schnell erledigt, sind ja nur Schachteln mit Rettungsautos. Allerdings schleppen wir jetzt dann die nächsten 2 Wochen drei große Gepäckstücke quer durch Japan …. Was tut man nicht alles für die größte Rettungsautosammlung der Welt….
Day 37 – Cruise Day 17 – Saturday, June 7 – Akita
We didn’t book an excursion today; for now, we’ve had enough of palaces (empty rooms with tatami mats, shoes off), historic government buildings (empty rooms with tatami mats, shoes off), and samurai houses (empty rooms with tatami mats, shoes off). Instead, we take the shuttle bus into town and then continue by public bus to the Akita Zoo. There we can see red pandas, Amur tigers, and snow leopards, feed Japanese macaques, and pet kangaroos. No shoes-off required. And in the small amusement park inside the zoo, we get to ride in a rescue vehicle — just to prevent any withdrawal symptoms.
Shortly after noon, we take the bus back to the city center and head to the Citizens Market with growling stomachs. Unfortunately, we forgot that it’s Saturday, and most of the market stalls are already closed or packing up. So we continue a little further to the rather impressive train station, where we discover a giant plush Akita — these adorable furballs, once bred for hunting, are now the symbol of the city and region. Fun fact: we spent the whole day in the city and didn’t see a single real Akita Inu or even the smaller Shiba Inu — but we saw hundreds of plush versions.
We continue our walk to Senshu Park, with the ruins of Kubota Castle and the restored castle tower, along with the Hachiman Akita Shrine. After that, we want to visit the Folk Art Museum, known for its beautiful lanterns that are carried through the streets during festivals. The shuttle bus leaves just before we arrive, so we take a taxi — only to realize at our destination that we ended up at the wrong museum. We do see some lovely lanterns, but not the multi-tiered lantern poles (three, four, even five levels) used in parades. Oh well — instead, there’s a spectacular festival float here, featuring fearsome-looking figures and even a waterfall. And later, while sorting our photos in the evening, we notice we actually did see lantern poles — at both the train station and the castle tower.
The museum is just a few steps from Selion Tower at the harbor, which offers a nice view over the city from its nearly 100-meter-high observation deck. Then it’s already time to head back to the ship — we’re setting sail today at 5 p.m. sharp.
We use the evening to pack the first two suitcases — done quickly, since it’s just boxes of rescue vehicles. However, over the next two weeks, we’ll be lugging three large pieces of luggage across Japan… All for the sake of owning the world’s largest collection of rescue vehicles!
Um 8:00 früh legen wir in Ogi an, wo wir nicht nur mit rotem Teppich, Karpfenfahnen und einem Oga-Dämon, sondern auch mit der deutschen Bundeshymne begrüßt werden. Das hatten wir auch noch nicht. Der Bus bringt uns zur Aikawa-Goldmine, der einst größten und ergiebigsten Goldmine Japans, mittlerweile ein Schaubergwerk mit zwei begehbaren Stollen. Die bekannteste Ansicht der Mine liegt allerdings an der Oberfläche – ein mehr als 70 m tiefer und 30 m breiter Einschnitt zeigt an, wo durch die unterirdischen Arbeiten ein Spalt im Berg entstand. Die Eintrittstickets sind auf ein Blatt Papier gedruckt, und goldfarben. Blattgold, also. Im Museum kann man versuchen, einen 12,5 kg schweren Goldbarren zu heben – ist gar nicht so einfach.
Von dort geht es zum ehemaligen Verwaltungsgebäude, und dann zur Flotationsanlage, mittlerweile eine Industrieruine, wo sich die Natur Stück für Stück ihr Terrain zurückerobert. Den Raubvogel oben am Eck freut es sichtlich. Der Bus bringt uns rechtzeitig zum Mittagessen zurück zum Schiff, dann haben wir aber immer noch einige Stunden Zeit für eine Runde durch den Ort Ogi. Eigentlich wollten wir ja zu Fuß gehen, aber das GSM Team (Green Slow Mobility) fängt uns ab und komplimentiert uns in eines seiner Elektromobile für die Touristen. Fixe Route mit Fahrplan, festgelegten Stopps und englischsprachigem Guide – gefällt uns. Allerdings bringen die unmöglichen Touristen dann alles durcheinander, als tatsächlich ein Tanuki, ein Marderhund, die Straße überquert und ich aus dem Mobil springe, um zu fotografieren.
Schließlich steigen wir bei einem regulären Stop aus, um eine Runde mit einem der berühmten Tonnenboote zu fahren – einst wegen ihrer Wendigkeit geschätzt, sind sie heute nur noch eine Touristenattraktion. Hinter dem Tonnenbootpier finden wir in einer großen Halle eines der historischen Segelboote, die einst den Warenverkehr zwischen Sado und Kyoto (Edo) sicherstellten. Ganz in der Nähe liegt ein malerischer Shinto Schrein und dann umrunden wir eine kleine Landzunge. Herrlich, keine Touristen, nur Natur, Lilien, große blaue Schmetterlinge, und zankende Möven draußen auf den Felsen.
Zum Abschied gibt es wieder roten Teppich, KarpfenFahnen (wir haben kleine Exemplare in einem Shop in Ogi gefunden – das ideale Souvenir – wiegt fast nix), Trommler, die dem Schiff beim Ablegen heftig trommelnd bis ans Ende des Piers nachlaufen, und die deutsche Bundeshymne. Abends bereitet uns einer der Experten dann auf die Ziele der nächsten 2 Tage vor – und das sind dann auch schon die letzten Stopps, am Montag ist die Kreuzfahrt zu Ende.
Day 36 – Cruise Day 16 – Friday, June 6 – Ogi / Sado Island
At 8:00 AM, we dock in Ogi, where we are greeted with a red carpet, koi flags, an Oga demon, and the German national anthem — a first for us! The bus takes us to the Aikawa Gold Mine, once the largest and richest in Japan, now a museum with two accessible tunnels. The most iconic view is actually above ground — a 70 m deep and 30 m wide split where the mountain cracked due to mining. The tickets are printed on gold-colored paper, a nod to gold leaf. In the museum, you can try lifting a 12.5 kg gold bar — no easy feat.
Next, we visit the former administration building, then the flotation plant, now an industrial ruin being reclaimed by nature — much to the delight of a raptor perched atop it. The bus returns us to the ship for lunch, but we still have time to explore Ogi. We wanted to walk, but the GSM (Green Slow Mobility) team whisks us away in an electric vehicle for tourists — fixed route, set stops, English-speaking guide. Great idea — until a tanuki (raccoon dog) crosses the road and I jump out to take a photo, throwing the schedule into chaos.
Later, we get off at a regular stop to ride in one of the famous tub boats. Once prized for their maneuverability, they are now just a tourist attraction. Behind the boat pier, in a large hall, we discover one of the historic sailing ships that once carried goods between Sado and Kyoto (then Edo). Nearby is a scenic Shinto shrine, and then we walk around the small peninsula — no tourists, just lilies, blue butterflies, and squawking seagulls on the rocks.
We depart to another round of red carpet treatment, koi flags (we bought small ones as souvenirs — very lightweight!), and drummers running along the pier as the ship sets sail, accompanied again by the German anthem. In the evening, one of our experts prepares us for the last two destinations of the journey — the cruise ends on Monday.
Der Experte nützt die Busfahrt von der Anlegestelle in Kanazawa nach Takayama, um uns viele interessante Details über Land und Leute zu erzählen. Jetzt wissen wir, warum es hier so viele Golf Driving Ranges gibt (die Angestellten üben hier, damit sie sich nicht blamieren, wenn der Chef sie dann mal zum Golfspielen mit einem wichtigen Kunden einlädt), dass Baseball DER Nationalsport ist (Japan hat in der letzten WM sogar die USA besiegt), und dass Japans Skigebiete extrem schneesicher sind (es gibt hier keine Schneekanonen, und im Norden wird die Schneehöhe in Metern gemessen).
Wir fahren nach Süden, durch das Tal des Weißen Flusses, hier wird neben Seidenraupenzucht auch Salpeterabbau betrieben. Im Hintergrund sieht man tatsächlich Berggipfel mit etwas Schnee. In Takayama führt uns der erste Weg in die Festwagenhalle, wo einige der Umzugswägen für das Matsuri Festival ausgestellt sind. Es sind eigentlich zwei Festivals, eines im Frühling und eines im Herbst, es gibt über 20 verschiedene Festivalwägen, die meisten stehen aber in hohen Garagen über die ganze Kleinstadt verteilt. Die Wägen sind unglaublich detailliert gestaltet, Zeugnisse großartiger Holzschnitzkunst, mit fantastischen Einlegearbeiten und Goldverzierungen, und Elementen sowohl aus dem Shintoismus (weiße PapierDekoration) als auch aus dem Buddhismus (Flaggen mit den fünf Farben schwarz, weiß, rot, gelb und grün).
Gleich nebenan steht der Sakurayamahachimangu Schrein – war eigentlich im Besichtigungsprogramm gar nicht vorgesehen, und laut Reiseleiter auch nicht so außergewöhnlich, aber uns gefällt er – wir können nicht widerstehen, laufen die Stufen hinauf ein machen ein paar Fotos. Anschließend geht es zu Fuß durch die historischen und ziemlich touristifizierten Gassen bis zum Takayama Jin‘ya, dem einzigen noch erhaltenen Verwaltungsgebäude der Edo-Zeit. Die violette Stoffbahn mit den Malvenblüten über dem Eingang war das Zeichen des Tokugawa-Shogunats. Hier wurden Gerichtsverfahren verhandelt, Akten gelagert, Steuern festgelegt und auch gelagert – die Steuern wurden mit Reis bezahlt.
Nach dem Mittagessen finden wir überraschenderweise ein kleines Spielzeugmuseum ganz in der Nähe, wo sich unter den ausgestellten Stücken auch ein paar Ambulanzen verstecken. Von dort geht es dann in ein Katzencafé – hier bezahlt man für Getränke und für die Zeit, die man mit den Tieren verbindet möchte. Das Café wurde vor 5 Jahren gegründet, nimmt herrenlose Katzen auf und hat bisher bereits 113 der schnurrenden Vierbeiner in ein neues Zuhause vermittelt. Die Miezen sind relaxt, der Kaffee ist gut – leider haben wir nur eine halbe Stunde Zeit, dann müssen wir zurück zum Bus. Eineinhalb Stunden später sind wir wieder am Schiff, wir sind froh, dass es ein 200-Passagiere-Schiff ist und nicht eines für 3000, wie die Costa Serena vis-a-vis (die wir auch in Busan schon gesehen haben). Ein Konzert am Pier und ein schöner Sonnenuntergang verabschieden uns aus Kanazawa.
Day 35 – Cruise Day 15 – Thursday, June 5 – Takayama, Little Kyoto in the Japanese Alps
Our expert guide uses the bus ride from Kanazawa to Takayama to share fascinating insights about the country: why there are so many golf driving ranges (employees practice here so they won’t embarrass themselves if the boss invites them to a round of golf with a client), that baseball is the national sport (Japan even beat the USA in the last World Cup), and that the ski areas in Japan are incredibly snow-reliable (no snow cannons exist in Japan; snowfall is measured in meters in the north).
We head south through the White River Valley, an area known for silkworm farming and saltpeter mining. Snow-dusted peaks rise in the background. In Takayama, our first stop is the Festival Float Exhibition Hall, showcasing parade floats from the Matsuri Festivals — one in spring, one in fall. Over 20 elaborately decorated floats exist, most of them stored in tall garages around town. These masterpieces display exceptional woodcraft, intricate inlays, gold details, and both Shinto and Buddhist elements.
Next door is the Sakurayamahachimangu Shrine, which wasn’t actually on the itinerary, but we like it and can’t resist running up the steps to take pictures. Afterward, we stroll through the historic, touristy streets to the Takayama Jin’ya, the only surviving original government building from the Edo period. The purple curtain with hollyhock blossoms above the entrance is the Tokugawa shogunate flag. Court cases were held here, records stored, and taxes collected and also stored tax was payable in rice.
After lunch, we unexpectedly stumble upon a small retro toy museum, which even has a few ambulances on display. Then it’s off to a cat café, where you pay not only for drinks, but also for the time spent with the cats. Founded five years ago, the café rescues stray cats and has found new homes for 113 of them so far. The cats are relaxed, the coffee is good — unfortunately, we only have 30 minutes before we have to return to the bus. 90 minutes later, we’re back at the ship and grateful it’s a 200-passenger vessel, not a 3,000-passenger one like the Costa Serena, docked on the opposite side of the pier, which we also saw in Busan. A pier concert and a beautiful sunset bid us farewell from Kanazawa.
Wir legen in der Früh in Nishi-Maizuru an, mit dem Bus geht es dann knapp eine Stunde ostwärts nach Obama (nein, hat mit dem Präsidenten nix zu tun). Heute stehen zwei besondere Tempel am Programm: zuerst besuchen wir den über 1.200 Jahre alten buddhistischen Myotsu-ji Tempel, der zu den Nationalschätzen Japans zählt. Tetsuen Nakajima, der rüstige, 83 jährige Oberpriester erzählt uns von der Gründungslegende des Tempels, und dass die Standbilder der drei Hauptgottheiten, die hier verehrt werden, alle aus dem Holz des Kampferbaumes geschnitzt wurden, der vorher an der Stelle wuchs, wo jetzt der Tempel steht. Außerdem war und ist der rüstige Priester Aktivist gegen Atomkraftwerke und begrüßt uns mit einem akzentfreien „Guten Morgen“.
Dann geht es zum Jingu-ji Tempel, den viele Japaner seltsam finden – über dem Eingang hängt ein gedrehtes Seil mit weißen Papierstückchen – eindeutig shintoistisch. In der Haupthalle stehen im Hauptaltar und im linken Seitenaltar je eine Statue einer buddhistischen Gottheit, aber an Stelle des rechten Seitenaltars ist Platz für die Verehrung einer shintoistischen Gottheit, und dafür gibt es keine Statue. Das stört natürlich das Symmetrieempfinden der Japaner, aber: es ist einfach ein buddhistischer Tempel mit Shinto-Elementen – wir finden das toll, gleichberechtigt nebeneinander und einfach total tolerant – wenn das bloß überall so wäre!
Anschließend fahren wir nach Wakasa zum Fischmarkt – aber leider, der hat ausgerechnet heute geschlossen, nur das Gebäude mit den Souvenirshops hat geöffnet – interessiert uns nicht wirklich. Der Bus bringt uns anschließend zurück zum Cruise Pier nach Nishi-Maizuru, aber es ist erst kurz nach Mittag, wir haben strahlenden Sonnenschein und Landgang bis 18:30. Also springen wir, mit Hilfe von Michael, einem netten Deutschen, der hier als Touristiker arbeitet, kurzentschlossen in ein Taxi und lassen uns nach Amanohashidate bringen.
Wir fahren mit einem Sessellift, der in Mitteleuropa nie und nimmer eine Betriebsbewilligung bekäme (kein Sicherheitsbügel, keine Kette, keine Fußstütze, kein Schutz vor Hinunterfallen, man kann sich nur selber anklammern – EpiAnfall am Lift wäre keine gute Idee), auf den Hügel oberhalb des Ortes, zum Amanohashidate Viewland, ein kleiner Vergnügungspark mit grandioser Aussicht. Unter uns liegt die Himmelsbrücke, eine der drei „schönsten Ansichten Japans“. Eine 3,6 km lange Sandbank, bepflanzt mit mehreren tausend Kiefern und herrlichem Sandstrand , der zum Baden einlädt – wenn da nicht die Quallen wären.
Mit dem Sessellift geht es wieder hinunter – fast unfallfrei, ich verliere meinen Kaffeebecher, aber der Mitarbeiter ist unglaublich schnell, saust hinterher, rettet den Becher und reicht ihn Sigi hinauf – der Sessellift hat etwa 1,5 m Bodenabstand. Unten angekommen, besuchen wir den Chionji-Tempel und kommen dann gerade zurecht, um die Kaisenbrücke, eine Drehbrücke, in Aktion zu sehen. Nach einem kurzen Besuch am Sandstrand der Himmelsbrücke wird es Zeit, den Rückweg zum Schiff anzutreten. Und jetzt nehmen wir den Zug, der besteht aus einem einzigen Wagen mit Lokführer, der gleichzeitig auch als Schaffner fungiert. Die Strecke ist malerisch, bis auf kurze Stückchen vor und nach den Stationen eingleisig und führt durch etliche Tunnels.
Wir sind zufrieden, wir haben jetzt die zweite der „drei schönsten Ansichten Japans“ gesehen. In Nishi-Maizuru steigen wir aus und gehen die 2 km zum Hafen zu Fuß. Wir kommen an mehreren verlockend schönen Tempeln und Schreinen vorbei, aber wir haben keine Zeit mehr – um 18:20 checken wir wieder am Schiff ein – heute waren wir die letzten Ausflügler. Und auch heute gibt es wieder Trommler, die das Schiff am Pier verabschieden.
Am Abend trauen wir uns ausnahmsweise ins Hanseatrium – heute hat das Küchenteam seinen großen Auftritt, alle 20 Köchinnen und Köche werden vorgestellt, mitsamt den Speisen, die sie heute fürs Dinner gezaubert haben, und auch die Küchengehilfen – und sie alle haben sich viel Applaus verdient.
Day 34 – Cruise Day 14 – Wednesday, June 4 – 2 Shrines and 1 Chairlift
In the morning, after docking in Nishi-Maizuru, the bus takes us almost an hour east to Obama (no connection to the president!). Two special temples are on the agenda today. First, we visit the over 1,200-year-old Myotsu-ji Buddhist Temple, a designated National Treasure of Japan. The spirited 83-year-old head priest, Tetsuen Nakajima, tells us the founding legend of the temple and about the statues of the three main deities worshipped here – they were all carved from the wood of a camphor tree that once stood here before the temple was built. The priest, an outspoken anti-nuclear activist, greets us in flawless German with a cheerful “Guten Morgen.”
Next is the Jingu-ji Temple, which many Japanese find unusual – above the entrance hangs a twisted rope with white paper strips, clearly Shinto-style. The main hall features a Buddhist statue at both the main and left side altars, but the right side there is no altar – the space is reserved for a Shinto deity — no statue, just space. This lack of symmetry bothers some Japanese, but we find the blend of Buddhist and Shinto elements wonderful and refreshingly tolerant — if only the rest of the world could be so inclusive.
We continue to Wakasa’s fish market, which – unfortunately – is closed today. Only the souvenir shops are open, which we’re not really interested in. We return to the cruise pier in Nishi-Maizuru, the sun is shining, and we have shore leave until 6:30 PM. So, with the help of Michael, a friendly German working in local tourism, we hop into a taxi to Amanohashidate.
There, we ride a chairlift that would never be approved in Central Europe (no safety bar, no chain, no footrest, no fall protection — you just cling on — not a good place to have an epileptic fit). It takes us up the hill to Amanohashidate Viewland, a small amusement park with a stunning view of the “Bridge to Heaven”, one of the Three Most Scenic Views in Japan: a 3.6 km-long sandbar lined with thousands of pines and a gorgeous beach, ideal for swimming – unfortunately there are jellyfish.
The chairlift takes us back down — almost without incident. I drop my coffee mug, but a staff member rushes to retrieve it and hands it up to Sigi — the lift is about 1.5 meters above the ground. Next, we visit the Chionji Temple and then get to witness the Kaisen Bridge, a turning bridge, in action. After a quick walk along the beach, it’s time to return. This time we take the train — a single-car train with the driver also acting as conductor. The scenic route is mostly single-track and passes through many tunnels.
We’re happy — we’ve now seen the second of the “Three Most Scenic Views of Japan.” In Nishi-Maizuru, we walk the 2 km back to the harbor. Several beautiful shrines and temples tempt us along the way, but there’s no time — we check in at 6:20 PM, the last ones back. As always, drummers see us off from the pier.
In the evening, we attend the crowds at HanseAtrium for once — the kitchen crew is in the spotlight tonight. All 20 chefs and kitchen assistants are introduced, along with the dishes they’ve prepared for tonight’s dinner – they all get a big applause.