250606 – Tag 36 – Kreuzfahrt Tag 16 – Freitag, 6.6. – Ogi / Sado Island – 

Um 8:00 früh legen wir in Ogi an, wo wir nicht nur mit rotem Teppich, Karpfenfahnen und einem Oga-Dämon, sondern auch mit der deutschen Bundeshymne begrüßt werden. Das hatten wir auch noch nicht. Der Bus bringt uns zur Aikawa-Goldmine, der einst größten und ergiebigsten Goldmine Japans, mittlerweile ein Schaubergwerk mit zwei begehbaren Stollen. Die bekannteste Ansicht der Mine liegt allerdings an der Oberfläche – ein mehr als 70 m tiefer und 30 m breiter Einschnitt zeigt an, wo durch die unterirdischen Arbeiten ein Spalt im Berg entstand. Die Eintrittstickets sind auf ein Blatt Papier gedruckt, und goldfarben. Blattgold, also. Im Museum kann man versuchen, einen 12,5 kg schweren Goldbarren zu heben – ist gar nicht so einfach.

Von dort geht es zum ehemaligen Verwaltungsgebäude, und dann zur Flotationsanlage, mittlerweile eine Industrieruine, wo sich die Natur Stück für Stück ihr Terrain zurückerobert. Den Raubvogel oben am Eck freut es sichtlich. Der Bus bringt uns rechtzeitig zum Mittagessen zurück zum Schiff, dann haben wir aber immer noch einige Stunden Zeit für eine Runde durch den Ort Ogi. Eigentlich wollten wir ja zu Fuß gehen, aber das GSM Team (Green Slow Mobility) fängt uns ab und komplimentiert uns in eines seiner Elektromobile für die Touristen. Fixe Route mit Fahrplan, festgelegten Stopps und englischsprachigem Guide – gefällt uns. Allerdings bringen die unmöglichen Touristen dann alles durcheinander, als tatsächlich ein Tanuki, ein Marderhund, die Straße überquert und ich aus dem Mobil springe, um zu fotografieren. 

Schließlich steigen wir bei einem regulären Stop aus, um eine Runde mit einem der berühmten Tonnenboote zu fahren – einst wegen ihrer Wendigkeit geschätzt, sind sie heute nur noch eine Touristenattraktion. Hinter dem Tonnenbootpier finden wir in einer großen Halle eines der historischen Segelboote, die einst den Warenverkehr zwischen Sado und Kyoto (Edo) sicherstellten. Ganz in der Nähe liegt ein malerischer Shinto Schrein und dann umrunden wir eine kleine Landzunge. Herrlich, keine Touristen, nur Natur, Lilien, große blaue Schmetterlinge, und zankende Möven draußen auf den Felsen. 

Zum Abschied gibt es wieder roten Teppich, KarpfenFahnen (wir haben kleine Exemplare in einem Shop in Ogi gefunden – das ideale Souvenir – wiegt fast nix), Trommler, die dem Schiff beim Ablegen heftig trommelnd bis ans Ende des Piers nachlaufen, und die deutsche Bundeshymne. Abends bereitet uns einer der Experten dann auf die Ziele der nächsten 2 Tage vor – und das sind dann auch schon die letzten Stopps, am Montag ist die Kreuzfahrt zu Ende.

Day 36 – Cruise Day 16 – Friday, June 6 – Ogi / Sado Island

At 8:00 AM, we dock in Ogi, where we are greeted with a red carpet, koi flags, an Oga demon, and the German national anthem — a first for us! The bus takes us to the Aikawa Gold Mine, once the largest and richest in Japan, now a museum with two accessible tunnels. The most iconic view is actually above ground — a 70 m deep and 30 m wide split where the mountain cracked due to mining. The tickets are printed on gold-colored paper, a nod to gold leaf. In the museum, you can try lifting a 12.5 kg gold bar — no easy feat.

Next, we visit the former administration building, then the flotation plant, now an industrial ruin being reclaimed by nature — much to the delight of a raptor perched atop it. The bus returns us to the ship for lunch, but we still have time to explore Ogi. We wanted to walk, but the GSM (Green Slow Mobility) team whisks us away in an electric vehicle for tourists — fixed route, set stops, English-speaking guide. Great idea — until a tanuki (raccoon dog) crosses the road and I jump out to take a photo, throwing the schedule into chaos.

Later, we get off at a regular stop to ride in one of the famous tub boats. Once prized for their maneuverability, they are now just a tourist attraction. Behind the boat pier, in a large hall, we discover one of the historic sailing ships that once carried goods between Sado and Kyoto (then Edo). Nearby is a scenic Shinto shrine, and then we walk around the small peninsula — no tourists, just lilies, blue butterflies, and squawking seagulls on the rocks.

We depart to another round of red carpet treatment, koi flags (we bought small ones as souvenirs — very lightweight!), and drummers running along the pier as the ship sets sail, accompanied again by the German anthem. In the evening, one of our experts prepares us for the last two destinations of the journey — the cruise ends on Monday.