Der Experte nützt die Busfahrt von der Anlegestelle in Kanazawa nach Takayama, um uns viele interessante Details über Land und Leute zu erzählen. Jetzt wissen wir, warum es hier so viele Golf Driving Ranges gibt (die Angestellten üben hier, damit sie sich nicht blamieren, wenn der Chef sie dann mal zum Golfspielen mit einem wichtigen Kunden einlädt), dass Baseball DER Nationalsport ist (Japan hat in der letzten WM sogar die USA besiegt), und dass Japans Skigebiete extrem schneesicher sind (es gibt hier keine Schneekanonen, und im Norden wird die Schneehöhe in Metern gemessen).
Wir fahren nach Süden, durch das Tal des Weißen Flusses, hier wird neben Seidenraupenzucht auch Salpeterabbau betrieben. Im Hintergrund sieht man tatsächlich Berggipfel mit etwas Schnee. In Takayama führt uns der erste Weg in die Festwagenhalle, wo einige der Umzugswägen für das Matsuri Festival ausgestellt sind. Es sind eigentlich zwei Festivals, eines im Frühling und eines im Herbst, es gibt über 20 verschiedene Festivalwägen, die meisten stehen aber in hohen Garagen über die ganze Kleinstadt verteilt. Die Wägen sind unglaublich detailliert gestaltet, Zeugnisse großartiger Holzschnitzkunst, mit fantastischen Einlegearbeiten und Goldverzierungen, und Elementen sowohl aus dem Shintoismus (weiße PapierDekoration) als auch aus dem Buddhismus (Flaggen mit den fünf Farben schwarz, weiß, rot, gelb und grün).
Gleich nebenan steht der Sakurayamahachimangu Schrein – war eigentlich im Besichtigungsprogramm gar nicht vorgesehen, und laut Reiseleiter auch nicht so außergewöhnlich, aber uns gefällt er – wir können nicht widerstehen, laufen die Stufen hinauf ein machen ein paar Fotos. Anschließend geht es zu Fuß durch die historischen und ziemlich touristifizierten Gassen bis zum Takayama Jin‘ya, dem einzigen noch erhaltenen Verwaltungsgebäude der Edo-Zeit. Die violette Stoffbahn mit den Malvenblüten über dem Eingang war das Zeichen des Tokugawa-Shogunats. Hier wurden Gerichtsverfahren verhandelt, Akten gelagert, Steuern festgelegt und auch gelagert – die Steuern wurden mit Reis bezahlt.
Nach dem Mittagessen finden wir überraschenderweise ein kleines Spielzeugmuseum ganz in der Nähe, wo sich unter den ausgestellten Stücken auch ein paar Ambulanzen verstecken. Von dort geht es dann in ein Katzencafé – hier bezahlt man für Getränke und für die Zeit, die man mit den Tieren verbindet möchte. Das Café wurde vor 5 Jahren gegründet, nimmt herrenlose Katzen auf und hat bisher bereits 113 der schnurrenden Vierbeiner in ein neues Zuhause vermittelt. Die Miezen sind relaxt, der Kaffee ist gut – leider haben wir nur eine halbe Stunde Zeit, dann müssen wir zurück zum Bus. Eineinhalb Stunden später sind wir wieder am Schiff, wir sind froh, dass es ein 200-Passagiere-Schiff ist und nicht eines für 3000, wie die Costa Serena vis-a-vis (die wir auch in Busan schon gesehen haben). Ein Konzert am Pier und ein schöner Sonnenuntergang verabschieden uns aus Kanazawa.
Day 35 – Cruise Day 15 – Thursday, June 5 – Takayama, Little Kyoto in the Japanese Alps
Our expert guide uses the bus ride from Kanazawa to Takayama to share fascinating insights about the country: why there are so many golf driving ranges (employees practice here so they won’t embarrass themselves if the boss invites them to a round of golf with a client), that baseball is the national sport (Japan even beat the USA in the last World Cup), and that the ski areas in Japan are incredibly snow-reliable (no snow cannons exist in Japan; snowfall is measured in meters in the north).
We head south through the White River Valley, an area known for silkworm farming and saltpeter mining. Snow-dusted peaks rise in the background. In Takayama, our first stop is the Festival Float Exhibition Hall, showcasing parade floats from the Matsuri Festivals — one in spring, one in fall. Over 20 elaborately decorated floats exist, most of them stored in tall garages around town. These masterpieces display exceptional woodcraft, intricate inlays, gold details, and both Shinto and Buddhist elements.
Next door is the Sakurayamahachimangu Shrine, which wasn’t actually on the itinerary, but we like it and can’t resist running up the steps to take pictures. Afterward, we stroll through the historic, touristy streets to the Takayama Jin’ya, the only surviving original government building from the Edo period. The purple curtain with hollyhock blossoms above the entrance is the Tokugawa shogunate flag. Court cases were held here, records stored, and taxes collected and also stored tax was payable in rice.
After lunch, we unexpectedly stumble upon a small retro toy museum, which even has a few ambulances on display. Then it’s off to a cat café, where you pay not only for drinks, but also for the time spent with the cats. Founded five years ago, the café rescues stray cats and has found new homes for 113 of them so far. The cats are relaxed, the coffee is good — unfortunately, we only have 30 minutes before we have to return to the bus. 90 minutes later, we’re back at the ship and grateful it’s a 200-passenger vessel, not a 3,000-passenger one like the Costa Serena, docked on the opposite side of the pier, which we also saw in Busan. A pier concert and a beautiful sunset bid us farewell from Kanazawa.
