Archiv der Kategorie: Museum, Historische Stätte

250614 – Tag 44 – Samstag, 14. Juni – Ghibli Park und Museumsschiff Fuji – 

Heute haben wir nicht so viel Glück mit dem Wetter, es regnet. Aber wir haben für heute Tickets für den Ghibli Park gebucht (online, sehr mühsam und kompliziert – man kann immer am 10. des Monats für den übernächsten Monat buchen, das versuchen dann gefühlt 10.000 Fans zugleich, daher haben wir auch nur die Basic Tickets ergattern können), also Regenschirme einpacken und los geht’s. Ghibli Park ist kein Vergnügungspark, sondern im Prinzip die dreidimensionale Version vieler Kulissen aus Filmen wie.  „Prinzessin Mononoke“, „Kikis Delivery Service“, „Mein Nachbar Totoro“ oder „Spirited away“, ein Teil davon im sogenannten Grand Warehouse mit diversen Shops. Wo man sich wieder anstellen muss, so wie auch bei den einzelnen Foto-Spots. Weitere Ghibli-Bereiche wie zum Beispiel „Mononoke Village“ finden sich verstreut in einem riesigen Areal, nämlich dem Gelände der Expo von 2005. im „Tal der Hexen“ etwa steht unter anderem die Bäckerei aus Kikis Delivery Service, und viele Häuser aus anderen Filmen – in die wir aber mit unserem Basic Ticket nicht hinein dürfen. Und leider regnet es noch immer, also hält sich der Spaßfaktor in Grenzen, und wir sind auch nicht die hardcore Ghibli-Fans, aber es war trotzdem nett.

Trotz Regen fahren anschließend wieder zum Hafen und besichtigen den Eisbrecher Fuji, der insgesamt 18 mal die Reise in die Antarktis und retour absolviert hat. Ein  Hubschrauber aus dem Jahr 1965 ist noch an seinem Platz, im Hangar war Platz für drei der Fluggeräte. Unter Deck finden wir Küche und Messe, Bordhospital und die Quartiere von Offizieren und Mannschaft – da hatten wir es während unserer Fahrt mit der Hanseatic Inspiration schon deutlich bequemer. Leider ist wegen des Regens die Brücke gesperrt und nicht zu besichtigen. Und wir sind mittlerweile ziemlich durchnässt, vor allem unsere Schuhe. Aber wir haben ja im Hotel einen Schuhtrockner – in der Form der beheizten WC-Brille.

Day 44 – Saturday, June 14 – Ghibli Park and  Museum Ship Fuji

Today we aren’t so lucky with the weather – it’s raining. But we’ve already booked tickets for Ghibli Park (online, very tedious and complicated – tickets can only be purchased on the 10th of the month for dates in the month after next, and it feels like 10,000 fans are trying all at once). So we only managed to get the basic tickets. We pack our umbrellas and head out.

Ghibli Park is not an amusement park, but more of a three-dimensional version of many film sets from Studio Ghibli movies like Princess Mononoke, Kiki’s Delivery Service, My Neighbor Totoro, or Spirited Away. Part of it is located in the so-called Grand Warehouse, which includes several shops – where you have to queue again, just like at the various photo spots. Other Ghibli-themed areas such as “Mononoke Village” are scattered across a vast area, namely the site of the 2005 Expo. In the “Valley of Witches,” for example, you’ll find the bakery from Kiki’s Delivery Service and many houses from other films – though with our basic tickets, we’re not allowed to enter them. And unfortunately, it’s still raining, which limits the fun somewhat. We’re not hardcore Ghibli fans, but it was still a nice experience.

Despite the rain, we return to the port and visit the Fuji icebreaker, which made a total of 18 round trips to Antarctica. A helicopter from 1965 is still in place on the deck – the hangar once held up to three aircrafts. Below deck, we explore kitchen and dining room, the onboard hospital, and the officers’ and crew quarters – and realize how much more comfortable we were on our voyage with the Hanseatic Inspiration. Unfortunately, due to the rain, the bridge is closed and can’t be visited. By now, we’re pretty soaked – especially our shoes. But luckily, the hotel provides a shoe dryer – in the form of a heated toilet seat.

250613 – Tag 43 – Freitag, 13. Juni – Von Osaka nach Nagoya – 

Heute früh geht es vom Universal Resort über Shin-Osaka nach Nagoya, mit dem Shinkansen – eine sehr angenehme Art des Reisens – komfortabel, leise und super schnell, die Fahrt dauert nicht mal eine Stunde. Unser Hotel in Nagoya liegt ganz nahe am Bahnhof, auch der erste Besichtigungspunkt, das Toyota Industrie- und Technologie-Museum ist von hier zu Fuß erreichbar. 

Und da haben wir gestaunt – für uns galt immer: Toyota = Auto. Dass die Toyota-Gruppe ihren Ursprung in der Textil-Industrie hat, war uns nicht bekannt.  Neben verschiedenen Baumwollsorten gibt es Webstühle zu sehen, von einfachen hölzernen manuellen Geräten bis zu brandneuen Industriemonstern, viele der Geräte werden von MuseumsmitarbeiterInnen auch erklärt und vorgeführt. Und die Geschichte dahinter ist gleichzeitig Werdegang und Lebenswerk von Sakichi Toyoda und vor allem seinem Sohn Kiichiro – der zweite Teil des Museums ist der Entwicklung der Werkzeugmaschinen, der Motoren und schließlich den Automobilen gewidmet. Ein Museum, dass man in Nagoya unbedingt besuchen sollte!

Es ist früher Nachmittag, ein Besuch im Nagoya Port Aquarium geht sich noch aus. Außer Orcas und Delphinen bekommen wir riesige japanische Krabben zu sehen, wunderschöne Quallen, bunte Röhrenaale, Tiefseeschnecken und andere Meeresbewohner, und viele Schildkröten – Aufzucht des Schildkrötennachwuchses ist einer der Schwerpunkte des Aquariums. 

Gegenüber vom Aquarium liegt die Fuji vor Anker, ein Eisbrecher, der jetzt als Museum dient, mit Hubschrauber an Deck und Antarktis-Kettenfahrzeug davor geparkt. Würde uns auch sehr interessieren – heute ist es leider schon zu spät, vielleicht morgen.

Day 43 – Friday, June 13 – From Osaka to Nagoya

Early this morning, we’re heading from the Universal Resort via Shin-Osaka to Nagoya by Shinkansen – a very pleasant way to travel: comfortable, quiet, and super fast. The trip takes less than an hour. Our hotel in Nagoya is located very close to the train station, and even our first sightseeing destination – the Toyota Commemorative Museum of Industry and Technology – is within walking distance.

And we are truly amazed – we had always thought: Toyota = car. We had no idea that the Toyota Group originated from the textile industry. In addition to various types of cotton, the museum features looms – from simple wooden manual devices to brand-new industrial giants. Many of the machines are also explained and demonstrated by museum staff. The story behind all that is also the life journey and the legacy of company founder Sakichi Toyoda and especially his son Kiichiro. The second part of the museum is dedicated to the development of machine tools, engines, and ultimately, automobiles. A must-see when in Nagoya!

It’s still early in the afternoon, so we can squeeze in a visit to the Nagoya Port Aquarium. In addition to orcas and dolphins, we get to see enormous Japanese crabs, beautiful jellyfish, colorful garden eels, deep-sea snails and other sea creatures – and many turtles. Breeding and raising young turtles is one of the aquarium’s main focuses.

Right across from the aquarium lies the Fuji, an icebreaker now serving as a museum ship, with a helicopter on its deck and an Antarctic snow vehicle parked in front. It looks fascinating, too – unfortunately, it’s too late to visit today, but maybe tomorrow.

250610 – Tag 40 – Dienstag, 10. Juni – Olympische Ringe, rote Pandas und kuschelnde Tanukis –

Gestern haben wir die olympische Sprungschanze in den Hügeln im Südwesten der Stadt vom Sapporo Fernsehturm aus der Ferne gesehen, heute nehmen wir den Bus und fahren hin, soweit wir kommen – das letzte Stück müssen wir zu Fuß zurücklegen, weil der direkte Bus fährt nur einmal pro Stunde und den haben wir verpasst. Ist aber ein Glück, wir kommen am Ritaru Café mit einer unglaublichen Auswahl an Kaffeesorten vorbei, und Sigi ist happy.

Vom Olympiamuseum führt ein Sessellift (diesmal mit Sicherheitsbügel) zur Aussichtsplattform, oben erwarten uns die Maskottchen der Winterolympiade 1972, ein Fuchs und ein Bär mit den Startnummern 19 und 72. Wir haben noch immer Glück mit dem Wetter, es ist strahlend sonnig und wir sehen bis ins Stadtzentrum, zum Otori Park mit Fernsehturm. Dann drehen wir eine Runde durch das Museum, bestaunen uralte Holzskier, und versuchen uns im Skispringen – virtuell natürlich. Nicht für alles Geld der Welt würden wir die echte Schanze hinunterspringen! Und dann finden wir auch noch ein Foto von Annemarie Moser-Pröll, der Abfahrts-Olympiazweiten von 1972. Nur Spuren vom großartigen Karl Schranz, dem leider-nicht Olympiasieger, suchen wir vergebens (auch wenn wir damals beide erst 11 Jahre alt waren, erinnern wir uns gut an den Skandal der Disqualifizierung).

Vom Museum ist es nicht weit zum Maruyama Zoo, der uns anfangs nicht so gut gefällt wie der Zoo in Akita. Liegt vielleicht auch daran, dass es beinahe Mittag und drückend heiß ist, und die tierischen Bewohner spüren das offensichtlich genauso wie wir. Aber dann finden wir neugierige Seehunde, grinsende Ghaviale, gut getarnte Moos-Baumfrösche, einen ungeniert badenden Braunbären, entzückende rote Pandas und ein paar fluffige kuschelnde Tanukis, Marderhunde, und alles ist gut.

Es ist mitten am Nachmittag, und ich hätte optional noch einen Besuch der Sapporo-Bierbrauerei mit Museum am Programm, aber wir haben eigentlich keine Lust, und Bier trinken wir sowieso nicht. Also spazieren wir Richtung Stadt, durch das an den Zoo angrenzende, naturbelassene Waldstück (mit Warnschildern – Achtung vor Bären), wo wir dann auch endlich einen Schrein finden, und ein Denkmal für im Einsatz verunglücktes Einsatzpersonal. Am Abend heißt es dann Koffer packen, morgen geht es weiter nach Osaka.

Day 40 – Tuesday, June 10 – Olympic Rings, Red Pandas, and Cuddling Tanukis

Yesterday, we spotted the Olympic ski jump nestled in the hills southwest of the city from afar, from the Sapporo TV Tower. Today, we’re taking the bus to visit the Olympic area—but since the direct bus only runs once per hour and we missed it, we have to walk the last stretch. That turns out to be a stroke of luck: we pass by Ritaru Café, which boasts an incredible selection of coffee, and Sigi is delighted.

From the Olympic Museum, a chairlift (this time with a safety bar) takes us to the viewing platform. At the top, we’re greeted by the mascots of the 1972 Winter Olympics: a fox and a bear wearing bib numbers 19 and 72. The weather continues to be in our favor—brilliant sunshine allows for a clear view all the way to the city center, including Ōdōri Park and the TV Tower. We take a walk through the museum, marvel at ancient wooden skis, and try our hand at ski jumping—virtually, of course. There’s no way we’d launch ourselves off the real ski jump for any amount of money! We even spot a photo of Annemarie Moser-Pröll, who took silver in the downhill at the 1972 Olympics. Sadly, we find no trace of the great Karl Schranz, the almost-Olympic champion, who was controversially disqualified. (Even though we were both only 11 years old back then, we remember the scandal well.)

From the museum, it’s not far to the Maruyama Zoo, which at first doesn’t impress us quite as much as the one in Akita. That might be due to the fact that it’s almost noon and oppressively hot—the animal residents clearly feel the same way we do. But then we come across some curious seals, grinning gharials, well-camouflaged mossy tree frogs, a brazenly bathing brown bear, adorable red pandas, and a few fluffy, cuddling tanukis (raccoon dogs), and suddenly everything is wonderful.

It’s mid-afternoon, and I have a visit to the Sapporo Beer Museum as ‘maybe’ on the list, we’re just not feeling it—and we don’t drink beer anyway. So instead, we wander back towards the city through the natural forest area next to the zoo (complete with bear warning signs), where we finally stumble upon a shrine and also a memorial to rescue workers who died in the line of duty. In the evening, it’s time to pack our bags—tomorrow, we’re off to Osaka.

250609 – Tag 39 – Montag, 9. Juni – von Otaru nach Sapporo – 

Nach 18 Tagen endet heute unsere „Expedition Cruise“, die eigentlich eine Sightseeingtour mit schwimmendem Hotel war, in Otaru auf Hokkaido. Kurz vor 9 Uhr wird die Gruppe der individuell abreisenden Gäste aufgerufen, wir nehmen am Pier unsere Koffer in Empfang, passieren die Zollkontrolle (warum eigentlich?) und fahren mit dem Taxi zum Bahnhof von Otaru. Wir deponieren unser Gepäck und spazieren dann durch den Ort. 

Wir bekommen etliche historische Gebäude zu sehen, alte überwucherte Eisenbahnschienen – und unendlich viele Souvenirgeschäfte. Otaru ist berühmt für seine  Spieluhren, und das Spieluhrenmuseum ist eigentlich auch größtenteils ein Shop. Es gibt einige historische Exponate zu sehen, alles andere kann man kaufen. Nur Rettungsauto-spieluhr war leider keine dabei.

Am Rückweg zum Bahnhof kommen wir am Museum der Bank of Japan vorbei und schauen kurz hinein – ein schönes Gebäude mit einer Ausstellung über die Entwicklung der japanischen Währung. Im Tresorraum darf man die Hand an 100.000.000 Yen legen (1 Million). Dann holen wir unser Gepäck und steigen in den nächsten Zug nach Sapporo, die Fahrt dauert knapp 40 min. Am Weg zum Hotel in Sapporo gibt unser drittes Gepäckstück den Geist auf, wir verlieren eine Kofferrolle nach der anderen – damit heißt das Programm für den Rest des Tages: Koffer besorgen.

Wir spazieren vom Hotel los Richtung Shopping – und jetzt erst bemerken wir den frappanten Unterschied zu den letzten 2 Wochen. Wir sind in einer Millionenstadt mit viel Verkehr und sogar Straßenbahnen, ein Hochhaus reiht sich an das nächste, weit und breit keine Tempel oder Schreine zu sehen. Dann durchqueren wir einen Park mit Seerosen- und Ententeich und finden so zufällig doch ein paar Stückchen Geschichte – ein roter Ziegelbau, der gerade renoviert wird, das alte Hokkaido Verwaltungsgebäude. Ein paar Blocks weiter finden wir den Uhrturm der ehemaligen Trainings- und Zeremonienhalle der landwirtschaftlichen Hochschule von Sapporo, geleitet von Dr. William Smith Clark aus Massachusetts. Die Uhr ist die älteste noch funktionierende Turmuhr Japans, und der 20 m hohe Uhrturm war bei seiner Errichtung 1881 das höchste Gebäude in Sapporo – heute kaum zu glauben.

Und dann ist da noch ein Turm in der Nähe – im Otori-Park steht der Fernsehturm von Sapporo. Von der Aussichtsplattform auf 100 m Höhe sieht man unter anderem in der Ferne auch die Sprungschanze, die für die Olympischen Winterspiele 1972 gebaut wurde. Da wollen wir dann morgen hin.

Day 39 – Monday, June 9 – From Otaru to Sapporo – 

After 18 days, our “Expedition Cruise”—which was actually more of a sightseeing tour with a floating hotel—comes to an end today in Otaru, on Hokkaido. Shortly before 9 a.m., the group of guests departing individually is called. We collect our suitcases at the pier, pass through customs (why, actually?), and take a taxi to Otaru Station. We leave our luggage in storage and then stroll through town.

We see quite a few historic buildings, overgrown old railway tracks—and countless souvenir shops. Otaru is famous for its music boxes, and the Music Box Museum is really mostly a store. There are some historical exhibits to see, but everything else is for sale. Sadly, there wasn’t a single music-box ambulance.

On the way back to the station, we pass the Bank of Japan Museum and step inside briefly—a beautiful building featuring an exhibition on the development of Japan’s currency. In the vault room, you’re allowed to touch 100,000,000 yen (1 million). Then we retrieve our luggage and take the next train to Sapporo, which takes just under 40 minutes. On the way to the hotel in Sapporo, our third suitcase gives up—the wheels fall off one after the other. So, the program for the rest of the day is: buy a new suitcase.

We head out from the hotel toward the shopping area—and now we notice the striking contrast to the past two weeks. We’re in a metropolis with heavy traffic and even streetcars, one skyscraper after another, and no temples or shrines in sight. Then we pass through a park with water lilies and a duck pond and accidentally stumble upon a few pieces of history after all—a red brick building currently being renovated, the old Hokkaido Government Office. A few blocks further, we find the clock tower of the former training and ceremonial hall of the Sapporo Agricultural College, led by Dr. William Smith Clark from Massachusetts. The clock is the oldest still-functioning tower clock in Japan, and when it was built in 1881, the 20-meter tower was the tallest building in Sapporo—hard to believe today.

And then there’s another tower nearby—the Sapporo TV Tower in Ōdōri Park. From the observation deck 100 meters high, you can see the ski jump built for the 1972 Winter Olympics in the distance. That’s where we plan to go tomorrow.

250608 – Tag 38 – Kreuzfahrt Tag 18 – Sonntag, 8. Juni – Hakodate, der letzte Landausflug – 

Nach einem kurzen Besuch am Morning Market (frischer Fisch, Obst und Gemüse sowie Souvenirs sind im Angebot) fahren wir zum Goryokaku Tower, der von der Aussichtsplattform auf 100 m einen tollen Blick auf die Stadt bietet, und damit auch auf die außergewöhnliche fünfeckige Anlage der ehemaligen Festung, heute ein Park. Hier haben sich auch außergewöhnliche Ereignisse abgespielt: nach der Meji-Restauration 1868 wollten einige Samurai das Ende des Shogunats und die Öffnung Japans nicht so einfach hinnehmen. Man zog sich nach Hokkaido zurück, sagte sich vom Kaiserreich los und gründete hier die Republik Ezo. Der Traum von Demokratie währte gerade mal ein halbes Jahr, dann mußten sich die Rebellen ergeben – aber diesmal wurde das Potential des Anführers erkannt – anstatt ihn zu hinzurichten, machte man ihn zum Minister. Auch eine Lösung. Auf den Besuch des restaurierten Gebäudes im Park verzichten wir – ziemlich sicher leere Räume mit Tatami-Matten. Und Schuhe ausziehen.

Dann geht es mit der Gondelbahn auf den Mt. Hakodate mit seinen stolzen 350 m.  Nebelschwaden ziehen umher, manchmal sieht man die Stadt, den Goryokaku Turm und auch unser Schiff im Hafen, dann wieder nicht. Aber der Besucher wird ja bereits am Eingang vorgewarnt – „es ist möglich, dass die Aussicht unsichtbar ist“. 

Die Gondelbahn bringt uns wieder hinunter, und wir spazieren durch das völlig atypische Motomachi Viertel – richtig exotisch für japanische Verhältnisse, wir finden zum Beispiel eine evangelische und eine russisch-orthodoxe Kirche. Dazwischen so lustige Angebote wie Tintenfisch-Tinteneis (nein, haben wir nicht probiert – ich erinnere mich immer noch mit Schaudern an das Hummer-Eis in Maine, USA, 2022) und das „zweitbeste Eiscreme- Melonenbrot der Welt“ (und ja, das war gut). Und die Krönung war dann das alte Rathaus, ein Traum in blau-gold, innen mit Möbeln, ohne Tatami-Matten, aber trotzdem mit Schuhe ausziehen. Am alten Britischen Konsulat und der Statue von Matthew Perry vorbei geht es zurück zum Bus und zum Schiff, um 13:00 Uhr laufen wir aus, Richtung Otaru.

Auf der Brücke siehts aus wie in einem Blumenladen, neben den Vasen liegen die Plaketten der insgesamt 16 Häfen aufgereiht, die die Hanseatic Inspiration auf dieser Kreuzfahrt zum allerersten Mal angelaufen hat. Wir packen das letzte Gepäckstück, machen Abschiedsfotos mit Rezeptionist Philipp, Sous-Chef Gregor aus dem Waldviertel und Pasta-Spezialist Hristo aus Bulgarien und schreiben für das Kuvert mit dem Trinkgeld für die Crew „Danke“ in 18 verschiedenen Sprachen. Ein malerischer Sonnenuntergang beschließt den letzten Tag am Schiff.

Day 38 – Cruise Day 18 – Sunday, June 8 – Hakodate, the Final Shore Excursion – 

After a brief visit to the Morning Market (offering fresh fish, fruits and vegetables, as well as souvenirs), we head to the Goryokaku Tower, which provides a fantastic view of the city from its 100-meter-high observation deck—including a clear look at the unique star-shaped layout of the former fortress, now a park.

Some remarkable events unfolded here: after the Meiji Restoration in 1868, some samurai weren’t ready to accept the end of the shogunate and the opening of Japan. They retreated to Hokkaido, declared independence from the empire, and founded the Republic of Ezo. The dream of democracy lasted just half a year before the rebels were forced to surrender. But this time, the potential of their leader was recognized—rather than executing him, they appointed him a minister. We skip visiting the restored building in the park—most likely just empty rooms with tatami mats. And shoes off, of course.

Next, we take the cable car up Mt. Hakodate, a proud 350 meters high. Wisps of fog are swirling around; sometimes you can see the city, the Goryokaku Tower, and even our ship in the harbor—sometimes not. But visitors are warned right at the entrance: “It is possible that the view will be invisible.”

The cable car brings us back down, and we stroll through the very atypical Motomachi district—genuinely exotic by Japanese standards. For example, we find both a Protestant and a Russian Orthodox church. Along the way, we encounter quirky offerings like squid-ink ice cream (no, we didn’t try it—I still shudder at the memory of lobster ice cream in Maine, USA, 2022), and “the second-best ice cream melon bread in the world” (yes, that one was good). The crowning highlight was the old town hall, a dream in blue and gold, with furniture inside, no tatami mats—but still: shoes off.

We pass the old British Consulate and the statue of Matthew Perry on our way back to the bus and the ship. At 1:00 p.m., we set sail toward Otaru, our final destination. The ship’s bridge looks like a flower shop; alongside the vases, the plaques of all 16 maiden ports of call for the Hanseatic Inspiration on this cruise are lined up. We pack the final suitcase, take farewell photos with receptionist Philipp, sous-chef Gregor from the Waldviertel, and pasta specialist Hristo from Bulgaria, and write “Thank you” in 18 different languages on the envelope for the crew’s tip. A picturesque sunset closes our final day on the ship.

250607 – Tag 37 – Kreuzfahrt Tag 17 – Samstag, 7.6. – Akita – 

Wir haben heute keinen Ausflug gebucht, wir haben vorerst mal genug von Palästen (leere Räume mit Tatami-Matten, Schuhe ausziehen), historischen Verwaltungsgebäuden (leere Räume mit Tatami-Matten, Schuhe ausziehen) und Samurai-Häusern (leere Räume mit Tatami-Matten, Schuhe ausziehen). Stattdessen fahren wir mit dem Shuttle Bus in die Stadt und dann weiter mit dem öffentlichen Bus in den Zoo von Akita. Dort gibt’s Rote Pandas, Amur-Tiger und Schneeleopard zu sehen, japanische Makaquen zu füttern und Kängurus zu streicheln. Ohne Schuhe ausziehen. 

Und in dem kleinen Vergnügungspark im Zoo können wir eine Runde Rettungsauto fahren – damit wir keine Entzugserscheinungen bekommen.

Kurz nach Mittag fahren wir mit dem Bus zurück in die Stadtmitte und gehen hungrig in den Citizens Market, aber leider – wir haben übersehen, dass heute Samstag ist, die meisten Verkaufsstände haben bereits geschlossen oder räumen gerade weg. Also ein Stückchen weiter zum durchaus imposanten Bahnhof, wo wir einen riesigen Plüsch-Akita finden – die knuffigen Fellknäuel, einst für die Jagd gezüchtet, sind mittlerweile das Symbol für die Stadt und die Region. Detail am Rande: wir haben heute den ganzen Tag in der Stadt zugebracht, und wir haben weder einen echten Akita Inu noch die kleinere Ausgabe Shiba Inu gesehen – aber hunderte Plüschversionen.

Wir spazieren weiter, in den Senshu-Park mit den Überresten der Kubota Burg und dem restaurierten Burgturm sowie dem Hachiman Akita Schrein. Dann wollen wir ins Folk Art Museum mit den tollen Lampions, die während der Festivals durch die Straßen getragen werden. Der Shuttle Bus fährt uns vor der Nase davon, also nehmen wir ein Taxi – um dann am Zielort draufzukommen, dass wir im falschen Museum gelandet sind. Wie bekommen zwar schöne Lampions zu sehen, aber nicht die in drei, vier oder sogar fünf Etagen gestapelten Lampionstangen für die Umzüge. Macht nix, dafür steht hier ein sensationeller Festival-Umzugswagen mit furchterregend dreinschauenden Figuren, und mit Wasserfall. Und abends, beim Sortieren der Bilder, bemerken wir, dass wir ja sowohl am Bahnhof als auch im Burgturm Lampionstangen gesehen haben.

Vom Museum sind es nur ein paar Schritte zum Selion Tower am Hafen, der mit einer Aussichtsplattform in knapp 100 m Höhe einen schönen Blick über die Stadt bietet. Und dann geht es schon wieder zurück zum Schiff, wir legen heute schon um 17 Uhr ab. Wir nützen die Zeit am Abend, um die ersten beiden Koffer zu packen – ist recht schnell erledigt, sind ja nur Schachteln mit Rettungsautos. Allerdings schleppen wir jetzt dann die nächsten 2 Wochen drei große Gepäckstücke quer durch Japan …. Was tut man nicht alles für die größte Rettungsautosammlung der Welt….

Day 37 – Cruise Day 17 – Saturday, June 7 – Akita

We didn’t book an excursion today; for now, we’ve had enough of palaces (empty rooms with tatami mats, shoes off), historic government buildings (empty rooms with tatami mats, shoes off), and samurai houses (empty rooms with tatami mats, shoes off). Instead, we take the shuttle bus into town and then continue by public bus to the Akita Zoo. There we can see red pandas, Amur tigers, and snow leopards, feed Japanese macaques, and pet kangaroos. No shoes-off required. And in the small amusement park inside the zoo, we get to ride in a rescue vehicle — just to prevent any withdrawal symptoms.

Shortly after noon, we take the bus back to the city center and head to the Citizens Market with growling stomachs. Unfortunately, we forgot that it’s Saturday, and most of the market stalls are already closed or packing up. So we continue a little further to the rather impressive train station, where we discover a giant plush Akita — these adorable furballs, once bred for hunting, are now the symbol of the city and region. Fun fact: we spent the whole day in the city and didn’t see a single real Akita Inu or even the smaller Shiba Inu — but we saw hundreds of plush versions.

We continue our walk to Senshu Park, with the ruins of Kubota Castle and the restored castle tower, along with the Hachiman Akita Shrine. After that, we want to visit the Folk Art Museum, known for its beautiful lanterns that are carried through the streets during festivals. The shuttle bus leaves just before we arrive, so we take a taxi — only to realize at our destination that we ended up at the wrong museum. We do see some lovely lanterns, but not the multi-tiered lantern poles (three, four, even five levels) used in parades. Oh well — instead, there’s a spectacular festival float here, featuring fearsome-looking figures and even a waterfall. And later, while sorting our photos in the evening, we notice we actually did see lantern poles — at both the train station and the castle tower.

The museum is just a few steps from Selion Tower at the harbor, which offers a nice view over the city from its nearly 100-meter-high observation deck. Then it’s already time to head back to the ship — we’re setting sail today at 5 p.m. sharp.

We use the evening to pack the first two suitcases — done quickly, since it’s just boxes of rescue vehicles. However, over the next two weeks, we’ll be lugging three large pieces of luggage across Japan… All for the sake of owning the world’s largest collection of rescue vehicles!

250606 – Tag 36 – Kreuzfahrt Tag 16 – Freitag, 6.6. – Ogi / Sado Island – 

Um 8:00 früh legen wir in Ogi an, wo wir nicht nur mit rotem Teppich, Karpfenfahnen und einem Oga-Dämon, sondern auch mit der deutschen Bundeshymne begrüßt werden. Das hatten wir auch noch nicht. Der Bus bringt uns zur Aikawa-Goldmine, der einst größten und ergiebigsten Goldmine Japans, mittlerweile ein Schaubergwerk mit zwei begehbaren Stollen. Die bekannteste Ansicht der Mine liegt allerdings an der Oberfläche – ein mehr als 70 m tiefer und 30 m breiter Einschnitt zeigt an, wo durch die unterirdischen Arbeiten ein Spalt im Berg entstand. Die Eintrittstickets sind auf ein Blatt Papier gedruckt, und goldfarben. Blattgold, also. Im Museum kann man versuchen, einen 12,5 kg schweren Goldbarren zu heben – ist gar nicht so einfach.

Von dort geht es zum ehemaligen Verwaltungsgebäude, und dann zur Flotationsanlage, mittlerweile eine Industrieruine, wo sich die Natur Stück für Stück ihr Terrain zurückerobert. Den Raubvogel oben am Eck freut es sichtlich. Der Bus bringt uns rechtzeitig zum Mittagessen zurück zum Schiff, dann haben wir aber immer noch einige Stunden Zeit für eine Runde durch den Ort Ogi. Eigentlich wollten wir ja zu Fuß gehen, aber das GSM Team (Green Slow Mobility) fängt uns ab und komplimentiert uns in eines seiner Elektromobile für die Touristen. Fixe Route mit Fahrplan, festgelegten Stopps und englischsprachigem Guide – gefällt uns. Allerdings bringen die unmöglichen Touristen dann alles durcheinander, als tatsächlich ein Tanuki, ein Marderhund, die Straße überquert und ich aus dem Mobil springe, um zu fotografieren. 

Schließlich steigen wir bei einem regulären Stop aus, um eine Runde mit einem der berühmten Tonnenboote zu fahren – einst wegen ihrer Wendigkeit geschätzt, sind sie heute nur noch eine Touristenattraktion. Hinter dem Tonnenbootpier finden wir in einer großen Halle eines der historischen Segelboote, die einst den Warenverkehr zwischen Sado und Kyoto (Edo) sicherstellten. Ganz in der Nähe liegt ein malerischer Shinto Schrein und dann umrunden wir eine kleine Landzunge. Herrlich, keine Touristen, nur Natur, Lilien, große blaue Schmetterlinge, und zankende Möven draußen auf den Felsen. 

Zum Abschied gibt es wieder roten Teppich, KarpfenFahnen (wir haben kleine Exemplare in einem Shop in Ogi gefunden – das ideale Souvenir – wiegt fast nix), Trommler, die dem Schiff beim Ablegen heftig trommelnd bis ans Ende des Piers nachlaufen, und die deutsche Bundeshymne. Abends bereitet uns einer der Experten dann auf die Ziele der nächsten 2 Tage vor – und das sind dann auch schon die letzten Stopps, am Montag ist die Kreuzfahrt zu Ende.

Day 36 – Cruise Day 16 – Friday, June 6 – Ogi / Sado Island

At 8:00 AM, we dock in Ogi, where we are greeted with a red carpet, koi flags, an Oga demon, and the German national anthem — a first for us! The bus takes us to the Aikawa Gold Mine, once the largest and richest in Japan, now a museum with two accessible tunnels. The most iconic view is actually above ground — a 70 m deep and 30 m wide split where the mountain cracked due to mining. The tickets are printed on gold-colored paper, a nod to gold leaf. In the museum, you can try lifting a 12.5 kg gold bar — no easy feat.

Next, we visit the former administration building, then the flotation plant, now an industrial ruin being reclaimed by nature — much to the delight of a raptor perched atop it. The bus returns us to the ship for lunch, but we still have time to explore Ogi. We wanted to walk, but the GSM (Green Slow Mobility) team whisks us away in an electric vehicle for tourists — fixed route, set stops, English-speaking guide. Great idea — until a tanuki (raccoon dog) crosses the road and I jump out to take a photo, throwing the schedule into chaos.

Later, we get off at a regular stop to ride in one of the famous tub boats. Once prized for their maneuverability, they are now just a tourist attraction. Behind the boat pier, in a large hall, we discover one of the historic sailing ships that once carried goods between Sado and Kyoto (then Edo). Nearby is a scenic Shinto shrine, and then we walk around the small peninsula — no tourists, just lilies, blue butterflies, and squawking seagulls on the rocks.

We depart to another round of red carpet treatment, koi flags (we bought small ones as souvenirs — very lightweight!), and drummers running along the pier as the ship sets sail, accompanied again by the German anthem. In the evening, one of our experts prepares us for the last two destinations of the journey — the cruise ends on Monday.

250605 – Tag 35 – Kreuzfahrt Tag 15 – Donnerstag, 5.6. – Takayama, Klein-Kyoto in den japanischen Alpen – 

Der Experte nützt die Busfahrt von der Anlegestelle in Kanazawa nach Takayama, um uns viele interessante Details über Land und Leute zu erzählen. Jetzt wissen wir, warum es hier so viele Golf Driving Ranges gibt (die Angestellten üben hier, damit sie sich nicht blamieren, wenn der Chef sie dann mal zum Golfspielen mit einem wichtigen Kunden einlädt), dass Baseball DER Nationalsport ist (Japan hat in der letzten WM sogar die USA besiegt), und dass Japans Skigebiete extrem schneesicher sind (es gibt hier keine Schneekanonen, und im Norden wird die Schneehöhe in Metern gemessen).

Wir fahren nach Süden, durch das Tal des Weißen Flusses, hier wird neben Seidenraupenzucht auch Salpeterabbau betrieben. Im Hintergrund sieht man tatsächlich Berggipfel mit etwas Schnee. In Takayama führt uns der erste Weg in die Festwagenhalle, wo einige der Umzugswägen für das Matsuri Festival ausgestellt sind. Es sind eigentlich zwei Festivals, eines im Frühling und eines im Herbst, es gibt über 20 verschiedene Festivalwägen, die meisten stehen aber in hohen Garagen über die ganze Kleinstadt verteilt. Die Wägen sind unglaublich detailliert gestaltet, Zeugnisse großartiger Holzschnitzkunst, mit fantastischen Einlegearbeiten und Goldverzierungen, und Elementen sowohl aus dem Shintoismus (weiße PapierDekoration) als auch aus dem Buddhismus (Flaggen mit den fünf Farben schwarz, weiß, rot, gelb und grün).

Gleich nebenan steht der Sakurayamahachimangu Schrein – war eigentlich im Besichtigungsprogramm gar nicht vorgesehen, und laut Reiseleiter auch nicht so außergewöhnlich, aber uns gefällt er – wir können nicht widerstehen, laufen die Stufen hinauf ein machen ein paar Fotos. Anschließend geht es zu Fuß durch die historischen und ziemlich touristifizierten Gassen bis zum Takayama Jin‘ya, dem einzigen noch erhaltenen Verwaltungsgebäude der Edo-Zeit. Die violette Stoffbahn mit den Malvenblüten über dem Eingang war das Zeichen des Tokugawa-Shogunats. Hier wurden Gerichtsverfahren verhandelt, Akten gelagert, Steuern festgelegt und auch gelagert – die Steuern wurden mit Reis bezahlt.

Nach dem Mittagessen finden wir überraschenderweise ein kleines Spielzeugmuseum ganz in der Nähe, wo sich unter den ausgestellten Stücken auch ein paar Ambulanzen verstecken. Von dort geht es dann in ein Katzencafé – hier bezahlt man für Getränke und für die Zeit, die man mit den Tieren verbindet möchte. Das Café wurde vor  5 Jahren gegründet, nimmt herrenlose Katzen auf und hat bisher bereits 113 der schnurrenden Vierbeiner in ein neues Zuhause vermittelt. Die Miezen sind relaxt, der Kaffee ist gut – leider haben wir nur eine halbe Stunde Zeit, dann müssen wir zurück zum Bus. Eineinhalb Stunden später sind wir wieder am Schiff, wir sind froh, dass es ein 200-Passagiere-Schiff ist und nicht eines für 3000, wie die Costa Serena vis-a-vis (die wir auch in Busan schon gesehen haben). Ein Konzert am Pier und ein schöner Sonnenuntergang verabschieden uns aus Kanazawa. 

Day 35 – Cruise Day 15 – Thursday, June 5 – Takayama, Little Kyoto in the Japanese Alps

Our expert guide uses the bus ride from Kanazawa to Takayama to share fascinating insights about the country: why there are so many golf driving ranges (employees practice here so they won’t embarrass themselves if the boss invites them to a round of golf with a client), that baseball is the national sport (Japan even beat the USA in the last World Cup), and that the ski areas in Japan are incredibly snow-reliable (no snow cannons exist in Japan; snowfall is measured in meters in the north).

We head south through the White River Valley, an area known for silkworm farming and saltpeter mining. Snow-dusted peaks rise in the background. In Takayama, our first stop is the Festival Float Exhibition Hall, showcasing parade floats from the Matsuri Festivals — one in spring, one in fall. Over 20 elaborately decorated floats exist, most of them stored in tall garages around town. These masterpieces display exceptional woodcraft, intricate inlays, gold details, and both Shinto and Buddhist elements.

Next door is the Sakurayamahachimangu Shrine, which wasn’t actually on the itinerary, but we like it and can’t resist running up the steps to take pictures. Afterward, we stroll through the historic, touristy streets to the Takayama Jin’ya, the only surviving original government building from the Edo period. The purple curtain with hollyhock blossoms above the entrance is the Tokugawa shogunate flag. Court cases were held here, records stored, and taxes collected and also stored tax was payable in rice.

After lunch, we unexpectedly stumble upon a small retro toy museum, which even has a few ambulances on display. Then it’s off to a cat café, where you pay not only for drinks, but also for the time spent with the cats. Founded five years ago, the café rescues stray cats and has found new homes for 113 of them so far. The cats are relaxed, the coffee is good — unfortunately, we only have 30 minutes before we have to return to the bus. 90 minutes later, we’re back at the ship and grateful it’s a 200-passenger vessel, not a 3,000-passenger one like the Costa Serena, docked on the opposite side of the pier, which we also saw in Busan. A pier concert and a beautiful sunset bid us farewell from Kanazawa.

250604 – Tag 34 – Kreuzfahrt Tag 14 – Mittwoch, 4.6. – 2 Schreine und 1 Sessellift – 

Wir legen in der Früh in Nishi-Maizuru an, mit dem Bus geht es dann knapp eine Stunde  ostwärts nach Obama (nein, hat mit dem Präsidenten nix zu tun). Heute stehen zwei besondere Tempel am Programm: zuerst besuchen wir den über 1.200 Jahre alten buddhistischen Myotsu-ji Tempel, der zu den Nationalschätzen Japans zählt. Tetsuen Nakajima, der rüstige, 83 jährige Oberpriester erzählt uns von der Gründungslegende des Tempels, und dass die Standbilder der drei Hauptgottheiten, die hier verehrt werden, alle aus dem Holz des Kampferbaumes geschnitzt wurden, der vorher an der Stelle wuchs, wo jetzt der Tempel steht. Außerdem war und ist der rüstige Priester Aktivist gegen Atomkraftwerke und begrüßt uns mit einem akzentfreien „Guten Morgen“.

Dann geht es zum Jingu-ji Tempel, den viele Japaner seltsam finden – über dem Eingang hängt ein gedrehtes Seil mit weißen Papierstückchen – eindeutig shintoistisch. In der Haupthalle stehen im Hauptaltar und im linken Seitenaltar je eine Statue einer buddhistischen Gottheit, aber an Stelle des rechten Seitenaltars  ist Platz für die Verehrung einer shintoistischen Gottheit, und dafür gibt es keine Statue. Das stört natürlich das Symmetrieempfinden der Japaner, aber: es ist einfach ein buddhistischer Tempel mit Shinto-Elementen – wir finden das toll, gleichberechtigt nebeneinander und einfach total tolerant  – wenn das bloß überall so wäre! 

Anschließend fahren wir nach Wakasa zum Fischmarkt – aber leider, der hat ausgerechnet heute geschlossen, nur das Gebäude mit den Souvenirshops hat geöffnet – interessiert uns nicht wirklich. Der Bus bringt uns anschließend zurück zum Cruise Pier nach Nishi-Maizuru, aber es ist erst kurz nach Mittag, wir haben strahlenden Sonnenschein und Landgang bis 18:30. Also springen wir, mit Hilfe von Michael, einem netten Deutschen, der hier als Touristiker arbeitet, kurzentschlossen in ein Taxi und lassen uns nach Amanohashidate bringen.

Wir fahren mit einem Sessellift, der in Mitteleuropa nie und nimmer eine Betriebsbewilligung bekäme (kein Sicherheitsbügel, keine Kette, keine Fußstütze, kein Schutz vor Hinunterfallen, man kann sich nur selber anklammern – EpiAnfall am Lift wäre keine gute Idee), auf den Hügel oberhalb des Ortes, zum Amanohashidate Viewland, ein kleiner Vergnügungspark mit grandioser Aussicht. Unter uns liegt die Himmelsbrücke, eine der drei „schönsten Ansichten Japans“. Eine 3,6 km lange Sandbank, bepflanzt mit mehreren tausend Kiefern und herrlichem Sandstrand , der zum Baden einlädt – wenn da nicht die Quallen wären. 

Mit dem Sessellift geht es wieder hinunter – fast unfallfrei, ich verliere meinen Kaffeebecher, aber der Mitarbeiter ist unglaublich schnell, saust hinterher, rettet den Becher und reicht ihn Sigi hinauf – der Sessellift hat etwa 1,5 m Bodenabstand. Unten angekommen, besuchen wir den Chionji-Tempel und kommen dann gerade zurecht, um die Kaisenbrücke, eine Drehbrücke, in Aktion zu sehen. Nach einem kurzen Besuch am Sandstrand der Himmelsbrücke wird es Zeit, den Rückweg zum Schiff anzutreten. Und jetzt nehmen wir den Zug, der besteht aus einem einzigen Wagen mit Lokführer, der gleichzeitig auch als Schaffner fungiert. Die Strecke ist malerisch, bis auf kurze Stückchen vor und nach den Stationen eingleisig und führt durch etliche Tunnels.

Wir sind zufrieden, wir haben jetzt die zweite der „drei schönsten Ansichten Japans“ gesehen. In Nishi-Maizuru steigen wir aus und gehen die 2 km zum Hafen zu Fuß. Wir kommen an mehreren verlockend schönen Tempeln und Schreinen vorbei, aber wir haben keine Zeit mehr – um 18:20 checken wir wieder am Schiff ein – heute waren wir die letzten Ausflügler. Und auch heute gibt es wieder Trommler, die das Schiff am Pier verabschieden.

Am Abend trauen wir uns ausnahmsweise ins Hanseatrium – heute hat das Küchenteam seinen großen Auftritt, alle 20 Köchinnen und Köche werden vorgestellt, mitsamt den Speisen, die sie heute fürs Dinner gezaubert haben, und auch die Küchengehilfen – und sie alle haben sich viel Applaus verdient.

Day 34 – Cruise Day 14 – Wednesday, June 4 – 2 Shrines and 1 Chairlift

In the morning, after docking in Nishi-Maizuru, the bus takes us almost an hour east to Obama (no connection to the president!). Two special temples are on the agenda today. First, we visit the over 1,200-year-old Myotsu-ji Buddhist Temple, a designated National Treasure of Japan. The spirited 83-year-old head priest, Tetsuen Nakajima, tells us the founding legend of the temple and about the statues of the three main deities worshipped here – they were all carved from the wood of a camphor tree that once stood here before the temple was built. The priest, an outspoken anti-nuclear activist, greets us in flawless German with a cheerful “Guten Morgen.”

Next is the Jingu-ji Temple, which many Japanese find unusual – above the entrance hangs a twisted rope with white paper strips, clearly Shinto-style. The main hall features a Buddhist statue at both the main and left side altars, but the right side there is no altar – the space is reserved for a Shinto deity — no statue, just space. This lack of symmetry bothers some Japanese, but we find the blend of Buddhist and Shinto elements wonderful and refreshingly tolerant — if only the rest of the world could be so inclusive.

We continue to Wakasa’s fish market, which – unfortunately – is closed today. Only the souvenir shops are open, which we’re not really interested in. We return to the cruise pier in Nishi-Maizuru, the sun is shining, and we have shore leave until 6:30 PM. So, with the help of Michael, a friendly German working in local tourism, we hop into a taxi to Amanohashidate.

There, we ride a chairlift that would never be approved in Central Europe (no safety bar, no chain, no footrest, no fall protection — you just cling on — not a good place to have an epileptic fit). It takes us up the hill to Amanohashidate Viewland, a small amusement park with a stunning view of the “Bridge to Heaven”, one of the Three Most Scenic Views in Japan: a 3.6 km-long sandbar lined with thousands of pines and a gorgeous beach, ideal for swimming – unfortunately there are jellyfish.

The chairlift takes us back down — almost without incident. I drop my coffee mug, but a staff member rushes to retrieve it and hands it up to Sigi — the lift is about 1.5 meters above the ground. Next, we visit the Chionji Temple and then get to witness the Kaisen Bridge, a turning bridge, in action. After a quick walk along the beach, it’s time to return. This time we take the train — a single-car train with the driver also acting as conductor. The scenic route is mostly single-track and passes through many tunnels.

We’re happy — we’ve now seen the second of the “Three Most Scenic Views of Japan.” In Nishi-Maizuru, we walk the 2 km back to the harbor. Several beautiful shrines and temples tempt us along the way, but there’s no time — we check in at 6:20 PM, the last ones back. As always, drummers see us off from the pier.

In the evening, we attend the crowds at HanseAtrium for once — the kitchen crew is in the spotlight tonight. All 20 chefs and kitchen assistants are introduced, along with the dishes they’ve prepared for tonight’s dinner – they all get a big applause.

250603 – Tag 33 – Kreuzfahrt Tag 13 – Dienstag, 3.6. – Nishinoshima / Oki-Islands –

In der Früh legen wir auf Nishinoshima an, einer der vier bewohnten Inseln der Oki-Inselgruppe. Früher der Verbannungsort für aufmüpfige Kaiser, leben heute hier 3.100 Einwohner, 600 Kühe (die Kälber werden nach Kobe verkauft, d.h. das berühmte Kobe-Rindfleisch kommt eigentlich von den Oki-Inseln) und ca 60 Pferde, diese sind aber nicht domestiziert. Die Inseln sind vulkanischen Ursprungs, und der Legende nach schlug ein Feuerball ein Loch in die Bergwand – genau dort steht heute der Takuhi-Schrein.

In leichtem Nieselregen bringt uns der Bus auf den Parkplatz am Mt. Takuhi (der ganze Berg ist stolze 352 m hoch, sollte also eigentlich eher Takuhi Hill heißen). Dennoch ist der Aufstieg zum Schrein sehr mühsam. Es sind zwar nur 800 m, aber der Weg ist steil und sehr rutschig, die 300 Stufen unregelmäßig und von naßen Blättern bedeckt. Dafür dürfen wir uns dann oben im Schrein auf Tatami-Matten ausruhen, während der nette Shinto-Priester geduldig unsere Fragen beantwortet. 

Um Shinto-PriesterIn zu werden, muß man studieren, 2 Universitäten gibt es dafür in Japan, und das Studium dauert 4 Jahre. Nur in den großen Schreinen reichen die Spenden und Opfergaben für die Erhaltung des Tempels und die Finanzierung der Ober-Priester und ihrer Familien, die Priester der kleinen Tempel haben reguläre Jobs –  der Ober-Priester des Takuhi-Schreins arbeitet in der örtlichen Bücherei. Und Priester dürfen auch in Pension gehen, aber in den kleineren Schreinen gibt es oft Nachwuchsprobleme, da ist das dann doch oft ein Job bis zum Lebensende. Nach der Fragestunde bekommen wir noch traditionell zubereiteten Tee gereicht – grün und leicht bitter, und dann geht es zum zweiten Besichtigungspunkt.

Leider spielt das Wette nicht mehr so ganz mit – es regnet zwar nicht mehr, aber eine dicke Nebelschicht legt sich wie Watte auf die Insel. Vom Busparkplatz zum Aussichtspunkt auf die Matengai-Klippen laufen wir 200 m Kuhfladenslalom, und dann sehen wir immerhin eine große Infotafel mit Bild vom Ausblick, den wir hier haben könnten – bei Sonnenschein und ohne Nebel. Zwischen den Nebelfetzen erhaschen wir einmal einen kurzen Blick auf die über 250 m hohen, steil abfallenden Klippen, dann treten wir den Rückweg an.

Der Bus bringt uns zurück zum Hafen, wir machen noch einen kurzen Abstecher zum Yurahime-Schrein, wo für einen guten Tintenfischfang gebetet wird. Der Tintenfisch ist auch das Maskottchen der Stadt. Vor dem Auslaufen werden wir wieder von Damen in Kimonos und Trommlern am Pier verabschiedet. Und ich werde quasi genötigt, mitzutrommeln. Das Schiff legt ab, drei Boote mit begeistert Flaggen schwingenden JapanerInnen begleiten uns noch lange.

Am Abend wird eine Vorschau auf die Ausflüge der nächsten Tage mit Infos für Erkundungen auf eigene Faust geboten, und dann holen wir den Vortrag „Ost-Asiens Küste – Leben am und unter Wasser“ im Bordfernsehen nach. Dass Japans südlichste Inseln in subtropischen Breitengraden liegen, haben wir an der hohen Luftfeuchtigkeit zwar bemerkt, aber dass es Ostmangroven (nur im asiatischen Raum und Pazifik) und Westmangroven (Afrikas Westküste, Atlantik, Ostküste des amerikanischen Doppelkontinents) gibt, haben wir erst heute gelernt.

Day 33 – Cruise Day 13 – Tuesday, June 3 – Nishinoshima / Oki Islands

This morning, we dock on Nishinoshima, one of the four inhabited islands of the Oki Island group. Once a place of exile for rebellious emperors, it is now home to about 3,100 residents, 600 cows (the calves are sold to Kobe, meaning the famous Kobe beef actually originates from the Oki Islands), and around 60 horses, though these are not domesticated. The islands are of volcanic origin, and according to legend, a fireball struck a hole into the mountain wall—right where the Takuhi Shrine now stands.

In light drizzle, a bus takes us to the parking lot at Mt. Takuhi (the entire „mountain“ stands a proud 352 meters tall, so it should perhaps be more accurately called Takuhi Hill). Still, the ascent to the shrine is quite strenuous. Although it’s only 800 meters, the trail is steep and slippery, the 300 steps are uneven and covered in wet leaves. But at the top, we get to rest on tatami mats inside the shrine while the friendly Shinto priest patiently answers our questions.

To become a Shinto priest, you have to study—there are two universities in Japan for this purpose, and the program lasts four years. Only large shrines receive enough donations and offerings to sustain the shrine and support the high priests and their families. Priests at smaller shrines often have regular day jobs—the head priest of Takuhi Shrine, for example, works at the local library. Priests are allowed to retire, but due to a shortage of successors in smaller shrines, the job often becomes a lifelong role. After our Q&A session, we are served a cup of traditionally prepared green tea—slightly bitter—and then it’s on to the second sightseeing stop.

Unfortunately, the weather isn’t on our side anymore. A thick layer of fog settles over the island like cotton wool. From the bus parking lot, we walk about 200 meters to the Matengai Cliffs viewpoint, carefully maneuvering through a slalom of cow patties. There we get to see a large information panel with a photo of the stunning view—which we could have seen, had there been sunshine and no fog. Between drifting fog patches, we catch brief glimpses of the over 250-meter-high, steep cliffs, and then we head back.

The bus takes us back to the port, and we make a quick stop at Yurahime Shrine, where people pray for a good squid catch. The squid is also the mascot of the town. Before departure, we are once again bid farewell by ladies in kimonos and taiko drummers at the pier. And I’m basically coerced into joining the drumming. As the ship departs, three boats with enthusiastic, flag-waving locals follow us for quite a while.

In the evening, there’s a preview of upcoming excursions, including tips for independent exploration. Later, we catch up on the lecture “East Asia’s Coast – Life On and Under the Water” on the ship’s TV. While we had noticed the high humidity suggesting the southernmost Japanese islands are in subtropical latitudes, we only learned today that there are Eastern mangroves (found only in Asia and the Pacific) and Western mangroves (on West Africa’s coast, the Atlantic, and the east coast of the Americas).