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Samstag / Saturday, August 26, 2023
Tag 496 – Eine Basilika und ein paar außergewöhnliche Museen

Nachdem uns gestern das Marine-Museum so gut gefallen hat, wollen wir heute das Luftfahrt-Museum in Morón besuchen. Ich schaue nochmals auf der website nach wegen der Öffnungszeiten, und finde, oh Schreck, ein Formular zur Voranmeldung (das Museum befindet sich auf einem Stützpunkt der argentinischen Luftwaffe), der nächste mögliche Tag für einen Besuch scheint morgen zu sein. Wir schreiben aber trotzdem eine Email, hoffen, dass wir im Laufe des Tage noch eine Antwort bekommen und drehen unser geplantes Besichtigungsprogramm einfach um – wir nehmen den Schnellbus über die Autobahn und fahren nach Luján.

Dort stehend wir staunend vor einem unglaublichen Bauwerk, der neugotischen Basilika Nuestra Señora de Luján, mit über 100 m hohen Spitztürmen, großartigen Lüstern und einem kunstvollen Hauptaltar im lichtdurchfluteten Inneren. Es herrscht reges Kommen und Gehen, draußen kann man sich im Vorbeigehen am Bendiciones-Stand bei einem Jungpriester seinen Segen abholen, drinnen wird gerade eine Messe gelesen, und die beiden Paramedics Graziela und Andrés wachen über die Besucher.

Gleich neben der Basilica befindet sich das historische Museum, in einem schön restaurierten kolonialen Gebäudekomplex gibt es Details zur argentinischen Geschichte mit Exponaten wie Uniformen, Waffen oder Gaucho-Zubehör. Im angrenzenden Gebäude finden wir das Museo del Transporte und daneben das Museo del Automóvil – beide nicht groß, aber absolut sehenswert. Neben einem Straßenbahnwagon stehen hier im Transportmuseum unter anderem die „Porteña“, die erste Lokomotive in Argentinien; das Flugboot „Plus-Ultra“, das 1926 in 59 Stunden mit 7 Zwischenlandungen als erstes Flugzeug die 10.270 km lange Strecke von Europa nach Südamerika bewältigte; das Fahrrad von Ricardo Núñez Saavedra, der von März 1963 bis Oktober 1966 auf seinem Fahrrad die Welt umrundete und dabei 63 Länder auf 5 Kontinenten besuchte; die „LEHG“, das erste Schiff von Weltumsegler Vito Dumas (die LEHG II haben wir gestern in Tigre gesehen); und die beiden ausgestopften Criollo-Pferde Gato und Mancha, und das ist eine ganz besondere Geschichte. 

Der Züchter Aimé Tschiffely, ein nach Argentinien ausgewanderten Schweizer, wollte die besonderen Eigenschaften dieser Pferderasse demonstrieren, vor allem Belastbarkeit, Anpassungsfähigkeit und Ausdauer, und ritt bzw. marschierte mit den beiden damals 15 und 16 Jahre alten Pferden von April 1925 bis September 1928 (also fast dreieinhalb Jahre!) über 21.500 km in 504 Etappen von Buenos Aires nach New York, wo er auf der 5th Avenue empfangen wurde. Die Pferde durften anschließend wieder auf ihre Hacienda zurück und lebten dort ein langes glückliches Pferdeleben bis ins hohe Alter von 37 bzw. 40 Jahren.

Im Museo del Automóvil gibt es auch ein paar Gustostückerl zu sehen, zum Beispiel Limousinen der argentinischen Präsidenten oder den Autobus, den dem Papst Johannes Paul II bei seinem ersten Besuch in Argentinien benutzte – ein gewöhnlicher Bürosessel diente als Sitzgelegenheit. Bei der zweiten Reise, Jahre später, war dann schon das Papamobil im Einsatz, das auch hier zu sehen ist. 

Wir kontrollieren unseren Posteingang – nein, es kam keine Antwort vom aeronautischen Museum, also fahren wir einfach auf gut Glück hin. Mittlerweile kommen wir mit den Öffis hier ganz gut zurecht, auch wenn man beim Umsteigen die Bushaltestellen manchmal erst mühsam suchen muss. Wir steigen vor der Airforce Basis aus dem Bus, zücken unsere Reisepässe – die niemand sehen will; es gibt keine Kontrollen, die Wachposten winken nur freundlich, und so marschieren wir quer durch das Militärgelände zum Museum. Und dieses Museum ist quasi ein „Muss-seh-um“, hier stehen wahre Schmuckstücke: unter anderem ein Fiseler Storch; eine russische MIG-15, übrigens das einzige aller hier ausgestellten Fluggeräte, das noch flugfähig ist; die Präsidentenmaschine von J. D. Perón; eine DC-3; eine Douglas C-47; eine Herkules-Transportmaschine; ein Chinook-Hubschrauber; eine BO-105 in Rettungsversion; Flugzeuge und Gerätschaften der Antarktis-Expeditonen. Und ein Oldtimer, das erste argentinischer Automobil, ein Anasagasti aus dem Jahr 1910, der immer noch fahrtauglich ist und heute auf dem Rollfeld ein paar Meter fahren darf.

In einer Ecke in der zweiten Halle entdecken wir eine Ford F-150 Ambulanz, wir haben bereits das Modell im Maßstab 1:43. Wir würden gern näher heran, um ein paar gute Fotos zu machen, aber das Fahrzeug steht im abgesperrten Bereich. Also suche ich einen netten Soldaten, dem ich erstmal erklären muss, warum zwei leicht verrückte Österreicher unbedingt für ein paar Fotos hinter eine Absperrung wollen. Fabian hat Verständnis und begleitet uns; auch zur BO-105 in Rettungsversion dürfen wir dann noch für ein paar Fotos, und dann ist es bereits 17 Uhr und das Museum schließt. Hier hätten wir noch einige Zeit verbringen können.

Alle Bilder vom Museo Nacional Aeronàutica: https://ottenweinerts.blog/fotogallerie/museo-nacional-de-aeronautica/

Day 496 – A Basilica and some extraordinary museums

We want to visit the Aviation Museum in Morón this morning; I check the opening hours on their website again – and now I find a reservation form to fill in prior to any visit (the museum is located inside an Airforce base), at least a day in advance. We send an email asking for permission to visit today, hope that we might get an answer during the day and simply start with number 2 of today´s sightseeing program, taking the fast highway bus to Luján.

There, we stand at the central plaza, marveling at the incredible neo-gothic Basilica Nuestra Señora de Luján, with two more than 330 ft high bell towers, fantastic chandeliers and an ornate main altar inside. There are many visitors; outside, in the churchyard, you can get a walk-through-benediction from a young priest, while inside mass is delivered. The paramedics Graziela and Andrés are watching over the visitors.
Right next to the Basilica, there is the historical museum inside a nicely restored complex of colonial buildings, offering a lot of information about Argentina´s history, and exhibiting uniforms, weapons and Gaucho items. Inside the adjacent building, we find the Museo del Transporte and the Museo del Automóvil – both not very large, but absolutely worth a visit. The transport museum exhibits, among other vehicles, the “Porteña”, the first locomotive in Argentina; the flying boat “Plus-Ultra” from 1926, the first vehicle to fly the 6.383 miles distance from Europa to South America, in 59 hours with 7 stops; the special bicycle of Ricardo Núñez Saavedra, who biked around the world from March 1963 to October 1966, visiting 63 countries on 5 continents; the “LEHG”, the first boat of Vito Dumas (yesterday in Tigre, we have seen the LEHG II with which he sailed around the world); and the two taxidermized Criollo horses Gato and Mancha, and this is a very special story.

Aimé Tschiffely, born in Switzerland and emigrated to Argentina, wanted to demonstrate the special abilities of this horse breed – resilience, adaptability, and endurance; so he rode and walked with the two horses, at the time 15 and 16 years old, from April 1925 till September 1928 (almost three and a half years!) the distance of 13.362 miles from Buenos Aires to New York, where he was received on 5th avenue. After the journey, the horses retired to their hacienda where they spent the rest of their lives, reaching 37 respectively 40 years of age.

At the Museo del Automóvel, we get to see some very special vehicles, too; for example, limousines of Argentinian presidents, or the bus which Pope John Paul II used when he visited Argentina for the first time; an ordinary office chair was put inside the bus. Years later, during his second visit, he was riding in his white Papamobil which is also exhibited here.

We check our emails – no, we have not received any answer from the aeronautic museum yet, so we just try our luck and take the bus (several busses actually; we are sort of used to the public transport system by now although finding the bus stations can be a challenge sometimes). We arrive at the Airforce base, our passports in hand – but no one wants to see the, no controls, we get waived through, so we march across the military area to the museum. And this one is a “Must-see-´em”, there are some jewels stored here. For example: a Fiseler Storch; a Russian MIG-15 (by the way the only plane here which is still able to fly); the presidential plane of J. D. Perón; a DC-3; a Douglas C-47; a Hercules transporter; a Chinook helicopter; a BO-105 rescue helicopter; vehicles of the Antarctic missions. An a very rare Oldtimer, the first Argentinian automobile, a Anasagasti from 1910, which is still in working order and allowed to drive a few yards on the tarmac today.

Inside hall number 2, in the far corner, we spot a Ford F-150 ambulance – we have the model in scale 1:43. We would love to get closer to get some good pictures, but the area is cordoned off. So I try to explain to a nice young soldier, why two slightly crazy Austrians want to cross the barrier in order to take pictures. But Fabian understands – he accompanies us to the ambulance and afterwards also to the BO-105 rescue helicopter for pictures. And then it´s 5 pm, the museum closes – we would have loved to stay longer.

All pictures of Museo Nacional Aeronàutica: https://ottenweinerts.blog/fotogallerie/museo-nacional-de-aeronautica/

Route 230826 – Buenos Aires

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