Schlagwort-Archive: 4×4

221108 – Automundo in Tulcán >

Dienstag / Tuesday / Martes, November 8, 2022

Tag 205 – Automundo in Tulcán

Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht am Parkplatz bei der Einreise nach Ecuador finden wir – dank IOverlander – in Tulcán, ein paar km hinter der Grenze, die Werkstatt Automundo. Anna, die Schwiegertochter von Firmenchef René senior und Gattin von dessen Sohn, der auch René heißt, ist aus Gleisdorf in der Steiermark, und freut sich, wieder einmal Österreicher zu treffen. Wir dürfen ohne Termin unser armes krankes Krasses Pferd einfach in die Werkstattbox stellen und man beginnt, die Bremsen auseinanderzunehmen. Die Bremsbeläge sind vorne fast völlig verbrannt – vielleicht waren wir doch ein wenig zu schwungvoll unterwegs und zu sorglos beim Bremsen. Dafür sind die Bremsen hinten in Ordnung.

Während das Werkstatt-Team arbeitet, gehen wir Obst und Gemüse einkaufen, besorgen SIM-Karten fürs internet in Ecuador, nehmen die Wäscherei in Anspruch und erledigen emails und räumen das Auto ein bisschen auf. Am Abend sind wir bei Anna und René zum Essen eingeladen, und wir plaudern noch lange. Dann übernachten wir in unserem Haus auf Rädern in der Werkstatt; die Bremsen sind zwar fertig, aber es wurden noch andere Schäden festgestellt, die morgen behoben werden. Diese Werkstatt war wirklich ein Glücksgriff.

Day 205 – Automundo in Tulcán

After a quiet night at the Ecuadorian immigration parking lot, we drive a few miles to Tulcán to “Automundo”, a car workshop (mentioned in the IOverlander App), owned by René senior. His son, René junior, is married to Anna, an Austrian from Gleisdorf in Styria, who is happy to meet fellow Austrians. The team of Automundo takes care of our poor, sore camper – the front brake pads are almost completely burned – we might have been driving down the mountains a bit too careless – and too fast. The rear brakes are ok, though.

In the meantime, we go grocery shopping, buy sim cards for internet access in Ecuador, bring the laundry to the lavandería, write emails, and reorganize stuff in the camper. Anna and René invite us to dinner at their home, and we have a lot to talk about. Then we spend the night in our camper at the car workshop; the work on the brakes is done, but there are some more damages which will be fixed tomorrow. We are lucky to have found this place!

Día 205 – Automundo in Tulcán

Después una tranquila noche en el estacionamiento de la inmigración ecuatoriana manejamos algunos kilómetros hasta Tulcán donde encontramos el taller “Automundo” (gracias, IOverlander App). El dueño, René senior, tiene un hijo, René junior, quien está casado con Anna, una austríaca – ella está feliz encontrar austríacos. Los mecánicos desmontan nuestros frenos – los frenos delante están casi completamente quemados. Quizás bajamos las montañas demasiado rápido. Pero los frenos traseros están bien. Mientras tanto vamos a comprar frutas y verduras, obtenemos tarjetas sim, y llevamos la ropa a la lavandería. Anna y René nos invitan a cenar a su casa, y tenemos mucho de qué hablar. Luego pasamos la noche en nuestra caravana en el taller – los frenos están listos, pero se

Route 221108

221103 – Von der Wüste in die Berge >

Donnerstag / Thursday / Joves, November 3, 2022

Tag 200 – Von der Wüste in die Berge

In der Früh machen wir einen kurzen Rundgang und bewundern die Desierto de Tatacoa, für eine ausgedehnte Wanderung ist es zu heiß, es hat um 8 Uhr schon knapp 30 °C. Die Wüste lebt – auf den roten Gesteinsformationen, zwischen den Kakteen, finden sich Büsche mit weißen, gelben und blauen Blüten, große Bienen und Hummeln flitzen umher, Tauben und Falken lassen sich völlig unbeeindruckt auf den Kakteen nieder.

Es geht zurück nach Villavieja, wo wir zuerst die Kirche und dann das Museo Paleontologico besuchen – ganz nett, aber die „Knochen eines Gürteltieres von Traktorgröße“, wie im Reiseführer angekündigt, suchen wir vergebens – die sind mittlerweile im Museum in Bogotá.

In Neiva gehen wir einkaufen und legen eine Mittagspause ein. Dann raus aus der Stadt – die Brücke ist breit genug für uns, aber durch die Betonpfeiler vor und nach der Brücke passen wir mit Müh und Not durch. Die weitere Strecke Richtung Tierradentro führt uns am Río Magdalena entlang und über die Staumauer. Am Parkplatz treffen wir eine sechsköpfige Familie, die von unserem Krassen Pferd ganz begeistert ist – Führung, Selfies und neue Instagramm-Follower.

Über die Dammstraße geht es weiter, die Gegend wird hügeliger, die Straßen schlechter – was aber auch fliegende Händler mit Kaffee und Snacks auf den Plan ruft und Einmann-Straßenausbesserungsunternehmen – man schaufelt Erde in die Löcher und hält den vorbeifahrenden Autos die Mütze hin für ein paar Münzen.

2 km vor der letzten Abzweigung nach Tierradentro, stecken wir vor einer Baustelle fest – es fehlt ein großer Teil Straße wegen Hangrutsch. Aber nicht die Baustelle selbst ist das Problem, sondern ein LKW mit gebrochener Kardanwelle, der die Steigung nicht geschafft hat. Als der große Bagger dann endlich den LKW rückwärts aus der Engstelle schleppt und der Weg somit frei ist, ist es dunkel. Wir fahren noch die 2 km bis zur nächsten Abzweigung nach Puerto Valencia – bestehend aus genau 4 Straßen, einer Kirche und einem Park, in dem Pferde grasen. Der Parkplatz beim Park wird unser Nachtquartier heute – der freundliche Besitzer vom Lebensmittelgeschäft vis-a-vis meint, das ist gar kein Problem. Gottseidank, wir haben echt genug für heute.


Day 200 – From the desert to the mountains

In the morning we take a short walk, taking pictures of the beautiful Desierto de Tatacoa – it is too hot for a longer hike, 86°F already at 8 am. The desert is alive – large bees and bumblebees are busy in the shrubs with white, yellow and blue flowers between the high Saguaro cacti, doves and falcons are sitting on top.

We drive back to Villavieja, where we visit the church and then the paleontological museum – nice, but the “bones of an armadillo as big as a tractor” which our travel guide book promised, aren´t there any more, they are in a museum in Bogotá.

After grocery shopping and lunch break in Neiva we continue, passing a bridge which is wide enough for our camper, but the concrete pillars on both ends of the bridge are a challenge. We follow the Río Magdalena upstream towards Tierradentro. At the parking lot of the dam, we meet a local family, three of them police officers – they are fascinated by our camper – we take selfies and exchange contacts.

The road, leading towards the mountains, gets worse again – offering business opportunities for mobile coffee vendors and entrepreneurs filling the holes in the road with dirt, hoping to earn some coins from the passing cars.

Then, 1,5 miles before the last turn towards Tierradentro, the traffic stops completely – a part of the road is missing due to a landslide, and a truck got stuck trying to drive uphill. After some time, a huge construction machine is able to tow the truck, and we can pass, but now it is dark. We drive to Puerto Valencia, consisting of four streets, one church and one park, where horses are grazing. We drop our camper in front of the park, we have had enough action for today.


Día 200 – Desde el desierto hasta las montañas

En la mañana damos un paseo corto, tomando fotografías del hermoso Desierto de Tatacoa – hace demasiado calor para una caminata más larga, 30 °C ya a las ocho. El desierto vive – grandes abejas y abejorros, arbustos con flores blancas, amarillas y azules entre los altos cactus saguaros, donde palomas y halcones están sentados en la parte superior.

En Villavieja visitamos la Iglesia y el museo paleontológico – bonito, pero el “esqueleto de un armadillo del tamaño de un tractor”, como prometí en la guía, ya no está aquí – está en un museo en Bogotá.

Seguimos el Río Magdalena aguas arriba hacia Tierradentro. En el estacionamiento de la represa nos encontramos con una amable familia, tres de ellos son policía – tienen preguntas sobre nuestra camper – tomamos selfis y nos conectamos en Instagram.

El paisaje se vuelve más montañosa, el camino peor – vemos vendedores ambulantes de café y chicos paleando tierra en los huecos en el camino para ganar algunos pesos.

A 2 km del último cruce hasta Tierradentro tenemos que parar – el camino resbaló y un camión tiene problemas. Cunado la excavadora grande finalmente puede remolcar el camión, está de la noche. Manejamos los 2 km hasta Puerto Valencia (que consiste de 4 calles, 1 iglesia y 1 parque, donde pastan tres caballos) y nos estacionamos en el parque para pasar la noche.

Route 221103

221102 – In der Wüste >

Mittwoch / Wednesday / Miércoles, November 2, 2022

Tag 199 – In der Wüste

Wir haben gestern immerhin noch 80 km zurückgelegt, und uns dabei von 2.500 m auf etwa 550 m Seehöhe heruntergeschraubt. Dann war es Mitternacht und wir so müde, dass wir unser Krasses Pferd einfach nach einer Mautstelle am Beginn einer Baustelle hinter zwei LKWs abgestellt haben – und trotz des Verkehrs haben wir erstaunlich gut geschlafen.

Nach dem Frühstück geht es weiter Richtung Süden – die Gegend ist flach und grün, die Berge nur mehr rechts und links im Hintergrund zu erkennen, aber die Straße ist endlich mal ausgezeichnet. Bis zu dem Moment, wo wir links abbiegen, Richtung Desierto de Tatacoa – Piste, teilweise gatschig, rutschig, Schlaglöcher, tiefe Spurrillen, Pfützen und Furten; dann kommen zwei Tunnels, durch die wir grade mal so durchpassen, und eine wenig Vertrauen erweckende Brücke – dafür wird es landschaftlich wieder interessant. Jetzt haben wir es endlich begriffen: Straßen perfekt = Landschaft langweilig. Landschaft aufregend = Straßen auch.

Nach 33 km, für die wir knapp 2 Stunden benötigen, stoßen wir auf das Örtchen La Viktoria. Wir haben auf der Strecke bereits einige Hinweise auf das örtliche Naturkundemuseum gesehen, das nicht mal im Reiseführer steht – aber es sieht, zumindest von außen, ansprechend aus, also halten wir und klingeln. Und dann die große Überraschung: das „Museo de la Historia natural de Tatacoa“ ist gleichzeitig ein paläontologisches Forschungszentrum; unser Guide, Ruben, hat im zarten Alter von 8 Jahren sein erstes Fossil gefunden, damit war die Laufbahn vorgezeichnet. Stolz führt er uns durch das noch recht neue Museum und zeigt uns unglaubliche Fossilien – riesige Kaimanschädel und Schildkrötenpanzer, prähistorische Boa-Wirbel oder Faultierfingerknochen. Außerdem wurde hier eine bislang unbekannte Art entdeckt, eine prähistorische Schildkröte, die jetzt seinen Familienamen Vanegas bekommt. Wir sind wirklich beeindruckt!

Anschließend rumpeln wir noch weiter über die schlechte Piste, bis nach Villavieja, und biegen links ab Richtung Desierto de Tatacoa. Leider ist es am frühen Abend bewölkt, keine der drei astronomischen Beobachtungsstationen hat geöffnet – wirklich schade. Wir trösten uns mit einem Parkplatz mit einer schönen Aussicht über die rötlichen Gesteinsformationen der Wüste und einigen Schnappschüssen von geflügelten Einheimischen. Später, so gegen 21 Uhr, verziehen sich die Wolken und die ersten Sterne werden sichtbar.

Day 99 – In the desert

Last night we drove 50 miles, climbing from …. Ft down to … ft. At midnight we were so tired that we just dropped our camper on the side of the road at the beginning of a construction zone – and we slept well, despite the traffic.

After breakfast, we continued south, through flat, green country, the mountains are far away, right and left in the distance – but the road is fantastic, for a change. Until we turn left, towards Desierto de Tatacoa – earth road again, muddy and slippery, holes and deep ruts, puddles and creeks to cross, then two tunnels just big enough for us to pass and a bridge which has seen better times – but the landscape gets interesting again. Now, finally, we realize: Roads perfect = landscape boring; Landscape exciting = roads, too.

After 20 miles which cost us 2 hours, we arrive at La Victoria, a tiny village which holds a surprise: the „Museo de la Historia natural de Tatacoa“, is an active paleontological research center. Our guide, Ruben, found his first fossil when he was 8 years old, and that was the beginning of his career. He walks us through the museum, we get to see huge fossil caiman heads and turtles, prehistoric boa vertebrae and sloth finger bones. They also discovered a previously unknown prehistoric turtle which will be named after Ruben Vanegas. We are impressed!

Then we continue on the bad road to Villavieja and turn left towards Desierto de Tatacoa. Unfortunately, there are clouds early evening and so none of the three astronomical observation stations open the doors – what a pity. We console ourselves with a nice spot for the night, overlooking the desert, and some good pictures of winged locals. Later, around 9 pm, the clouds slowly vanish and the first stars are visible.

Día 199 – en el desierto

La noche pasada hemos manejado 80 km, bajando desde 2.500 m hasta 500 m sobre el mar. Muy cansados, hemos parqueado detrás de una estación de peaje, y hemos dormido bien, pese al tráfico.

Después el desayuno continuamos al sur, a través de un paisaje plano y verde, las montañas están muy lejas, pero la Carretera es muy bien. Pero solo hasta giramos a la izquierda, dirección Desierto de Tatacoa – pista muy mala, resbaladiza, huecos, charcos, y vados a atravesar, dos pequeños túneles y una vieja puente. Pero el paisaje es interesante otra vez. Ahora, por fin, hemos entendido: carretera perfecta = paisaje aburrido; paisaje excitante = carretera emocionante también.

Después de 33 km y 2 horas llegamos a La Victoria, donde encontramos una sorpresa: el „Museo de la Historia natural de Tatacoa“ es también un centro de investigaciones paleontológicos. Guía Rubén encontró su primer fósil cuando tenía 8 años – ese fue el inicio de su carrera profesional. Podemos ver gigantes cabezas de caimanes prehistóricos, tortugas, prehistóricos vertebrales de un boa y dedos de un perezoso gigantico. Una nueva especie de Tortuga ha sido descubierta que va recibir el nombre de Rubén, Vanegas.

Finalmente manejamos hasta Villavieja y Desierto de Tatacoa. Todas las tres estaciones de observación astronómica están cerradas porque está nublado. Nos quedamos a un estacionamiento con una vista del desierto muy bonita y podemos tomar algunas fotos de pájaros locales. Un poco más tarde, a las nueve, las nubes desaparecen, y podemos ver algunas estrellas.

Route 221102

221025 – Jetzt reicht´s dann aber (mit den schlechten Straßen) >

Dienstag/Tuesday, Oktober 25, 2022

Tag 191 – Jetzt reicht´s dann aber (mit den schlechten Straßen)

In der Früh regnet es und kurz nach San Mateo leuchtet eine Warnleuchte auf – Motor kontrollieren lassen – das hat uns gerade noch gefehlt. Wir checken sicherheitshalber den Ölstand, der ist in Ordnung, und werden auch den Luftfilter wechseln. Unser zuverlässiger und blitzschneller Kontakt bei unserer Iveco-Fachwerkstatt in Wien meldet sich auf unsere sms sofort – gelbe Warnleuchte heißt, wir können weiterfahren und bei Gelegenheit in einer Werkstatt den Fehler auslesen lassen – werden wir in Bogotá machen.

Dann fahren wir weiter Richtung El Cocuy, das Wetter wird besser, die Straße ist halbwegs akzeptabel, die Landschaft dramatisch. In Guacamaya bleiben wir stehen – der Ort ist genauso farbenfroh wie die bunten Aras, nach denen er benannt ist. Wir finden liebevoll bemalte Häuser und tolle Wandmalereien, viel Kunsthandwerk und eine hübsche Kirche, und sogar hier sitzt ein Ara am Taufbecken. Das nächste Dorf, Panqueba, hat sich auf Bienenzucht, Honig und Honigprodukte spezialisiert – dementsprechend ist die Statue des Kaziken auch von Bienen und Honigwaben umgeben.

Schliesslich kommen wir endlich in El Cocuy an, einem hübschen Dorf ganz in weiss und grün, und hier scheint die Sonne. Wir legen eine Pause ein bei Kaffee und Meringones, und fragen die netten Einheimischen im Café, wo wir denn einen guten Blick auf die Sierra Nevada im Nationalpark El Cocuy bekommen können. Man schickt uns einige km die Straße weiter nach Süden, zu einem Hotel, das angeblich eine fantastische Aussicht auf die schnee- und eisbedeckten, mehr als 5.000 m hohen Gipfel bietet. Leider benötigen wir für die paar Kilometer fast eine Stunde, weil die Straße schon wieder entsetzlich schlecht ist. Inzwischen trübt es sich wieder ein, die Bergrücken hüllen sich in Watte, die Sicht ist schlecht und die Enttäuschung groß – wir bekommen rein gar nichts zu sehen.

Eigentlich wäre der Plan gewesen, genau diese Straße weiter nach Süden zu fahren bis Sogamoto und zum Lago de Tota. Aber der Straßenzustand ist furchtbar, wir würden mehr als 10 Stunden benötigen für die 224 km, und müssten außerdem auf 4.000 m Höhe klettern. Das trauen wir uns nicht, schon gar nicht mit der Motor-Warnleuchte. Also zurück, und dann über El Espino die Alternativroute zurück zur Carretera 55. Aber auch diese Route ist nichts für schwache Nerven – meist einspurig, überhängende Felswände auf der einen Seite und Abgrund bis hinunter zum tosenden Fluss auf der anderen Seite – wir benötigen mehr als 2 Stunden für die knapp 40 km.

Endlich wieder auf der guten, asphaltierten Carretera 55 angekommen, sind wir fast dankbar, dass uns die Polizeikontrolle anhält und somit von den letzten Stunden etwas ablenkt. Die Polizisten sind auch hier, so wie überall bisher, sehr freundlich, höflich und interessiert, geben uns die Hand, fragen nach unserer Reiseroute und wie uns Kolumbien gefällt. Nach Kontrolle der Papiere posieren sie mit Freuden für ein Foto mit uns und wünschen uns eine gute Reise. Die Polizei, dein Freund und Helfer, das wird hier wirklich gelebt.

Day 191 – Enough already (with the bad roads)

In the morning, it is raining, and shortly after San Mateo a yellow warning light appears on the instrument panel – “have your engine checked” – that´s not what we need right now. We check the motor oil, which is ok, and we will also check the air filter. We send a message to our reliable and very fast contact at our Iveco specialist workshop in Vienna and get the advice that we should consult a repair shop here to find the problem, but we can continue driving for now.

Then we continue direction El Cocuy, the weather gets better, the road is acceptable, the scenery dramatic. We stop in Guacamaya – the village is as colorful as the parrots to which it owes its name. We see carefully painted houses and fantastic murals, a lot of artisan shops and a nice church – with a Guacamaya on the baptismal front. The next village, Panqueba, specializes in beekeeping, honey and honey products; even the statue of the Kazike is surrounded by bees and honeycombs.

Finally, we arrive in El Cocuy, a nice village, white and green are the dominant colors, and the sun is shining again. We stop for coffee and merigones, and ask the nice locals at the café, where we would have to go to get a peek at the Sierra Nevada in El Cocuy National Park. They send us a few miles south to a hotel which offers a fantastic view of the snow- and ice-capped mountains. Unfortunately, we need about an hour for the few miles because it is a very bad road. Again. In the meantime, the weather turns, fog covers the mountains, visibility is low and we are disappointed because we can´t see anything of the famous mountains.

The original plan was, to continue south on exactly this road, to Sogamoto and Lago de Tota. But the “road” is a disaster, we would need more than 10 hours for the 140 miles, and we would have to climb up to more than 13.000 ft. We don´t dare to do that, especially with the warning light on the instrument panel. So, we turn around and take the road via El Espino back to Carrereta 55. But this one is also not for the faint of heart – mostly only one lane, overhanging rocks on one side and a steep cliff on the other side, leading down to the river – we need more than 2 hours for the 25 miles.

Finally, we are back on the paved Carretera 55 – and we are almost thankful that a police control stops us and takes our mind off the last hours. The police officers are friendly, polite and interested, they shake hands with us, ask questions about our travel and if we like Colombia. After checking our papers, they happily agree to pose for a picture with us and wish us safe travels. All the police officers on our journey so far have been friendly, correct and helpful, and we are grateful for their service.

Route 221025

221024 – grottenschlechte Straße 2 und ein Feuer >

Montag/Monday, Oktober 24, 2022

Tag 190 – grottenschlechte Straße 2 und ein Feuer

Wir haben wirklich gut geschlafen hier oben, es ist herrlich kühl und von hier sehen wir zum ersten Mal ein Schneefeld und einen eisbedeckten Gipfel in der Ferne – Parque Nacional de Cocuy. Dann rumpeln wir die letzten Kilometer hinunter nach San Joaquin und halten kurz in der Nähe der hübschen Kirche. In den engen Gassen liegen Plastikplanen ausgebreitet, und was wir anfangs für Maikörner gehalten haben, sind zum Trocknen ausgebreitete Kaffeebohnen. Sigi fühlt sich gleich wieder motiviert.

Es geht weiter nach Onzaga, wo wir eine Pause einlegen, mit Empañadas und Kaffee am Platz vor der Kirche – die ist auch hübsch, erscheint fast zu groß für den kleinen Ort. Die freundlichen Einheimischen beruhigen uns – die 30 km bis zur asphaltierten Carretera 55 bei Santa Rosita schaffen wir locker in einer Stunde. Nicht wirklich – die Route führt uns wieder über Stock und Stein, an Abgründen und Hangrutschgebieten entlang, durch Furten und bis auf eine Höhe von 3.359 m. Und plötzlich sind wir in einer ganz anderen Landschaft, ein breites, flaches Gebirgstal tut sich auf, Schafe weiden, ein Hausschwein stellt sich uns mutig in den Weg und Espeletien blühen – ein Vorgeschmack auf den Páramo.

Und dann haben wir endlich die Carretera 55 erreicht und damit wieder Asphalt unter den Reifen, Gottseidank! Nach ein paar km sehen wir eine Rauchsäule aufsteigen, ein Pick-up parkt am Straßenrand, und die Insassen stehen hilflos vor der brennenden Kapelle der „Virgen del Carmen el Páramo“. Somit kommt unser Feuerlöscher das erste Mal zum Einsatz – die gute Tat für die neue Woche ist hiermit auch schon erledigt.

In Soatá stärken wir uns nochmals mit Kaffee und Empanadas, der freundliche Wirt meint, die Strecke nach El Cucoy ist gut, fast durchgehend asphaltiert, kein Problem. Jo, eh. Die ersten 30 km bis La Uvita sind auch gut, aber dann wiederholt sich alles – Löcher, Hangrutsch, fehlende Begrenzungen, und so weiter und so fort. Wir schaffen es noch bis San Mateo, fragen die Polizei ob wir hierbleiben dürfen, und lassen dann das Auto am Kirchenplatz fallen. El Cocuy muss bis morgen auf uns warten.

Day 190 – awful roads part 2 and a fire

We had a really good night´s sleep here, nice and cool, and in the morning we see, for the first time, some snow and an ice-capped peak in the distance – Cocuy National Park. Then we drive the last few miles down to San Joaquin and stop for some pictures near the nice church. Black tarps with tiny beads are spread out in the narrow streets, we thought it was corn, but no – coffee beans are laid out to dry in the sun. Sigi´s motivation is rising again.

We continue to Onzaga, we stop for empañadas and coffee at the central plaza in front of the church – a very nice church, a bit big for the small village. The friendly locals assure us – we won´t need more than an hour for the 18 miles to Santa Rosita where we will find the paved Carretera 55. Well, no. The road is very bad again, large holes and mud puddles, missing curbs, rock slides, through creeks and up to 11.020 feet. And all of a sudden, we are in a completely different landscape – in a wide, flat mountain valley with grazing sheep, a very brave pig and lots of blooming espeletia – first impression of the Páramo.

Finally, we reach carretera 55 – a paved road, hail Mary! After a few miles, we see smoke rising, a pick-up parked at the side and a couple standing helplessly in front of the burning chapel “Virgen del Carmen el Páramo”. This is the first time we have to use our fire extinguisher – good deed for the new week – check.

In Soatá we stop again for coffee and empañadas, and the friendly host explains that the road to El Cocuy is a good one, almost completely paved, no problem. Well, no. The first 18 miles are ok, but then it is a “déjà-vu” – holes, mud slides, rocks and trees on the road, and so on. We make it to San Mateo, ask the nice police officers if we may stay here, and then we just drop our camper on the central plaza in front of the church. El Cocuy has to wait till tomorrow.

Route 221024

221023 – Die Rettung einer Ziege und ein unerwarteter Höhenflug >

Sonntag/Sunday, Oktober 23, 2022

Tag 189 – Die Rettung einer Ziege und ein unerwarteter Höhenflug

Nach „Frühstück mit Aussicht“ beim Park de Chicamocha geht es weiter nach Süden, durch San Gil und Barichara – erster Stopp heute ist Guane. Das verschlafene kleine Nest hat eine hübsche Kirche, Santa Lucia geweiht; es ist gerade Messe, ein Hund wacht am Portal und am Platz vor der Kirche finden sich etliche Fossilien als Dekoration. Und dann gibt es ein Museum, das man hier nicht vermuten würde – das paläontologische und anthropologische Museum zeigt unzählige Fossilien, die in der Gegend gefunden wurden, vor allem Ammoniten und Muscheln, sowie das beinahe komplette Skelett eines Plesiosaurus. In zwei weiteren Räumen finden sich Relikte der hier einst heimischen indigenen Guane (eine 700 Jahre alte Mumie ist auch dabei) sowie religiöse Objekte und Memorabilia aus der jüngeren Vergangenheit.

Dann fahren wir zurück nach Barichara – ein äußerst pittoreskes Dorf mit bestens erhaltenen bzw. restaurierten, weiß getünchten Häuschen, welches (zumindest laut Reiseführer) schon oft als Kulisse für spanischsprachige Telenovelas und auch für Hollywood-Produktionen gedient hat. Die Kirche an der zentralen Plaza, Parroquía de la Inmaculada Concepción, hat interessanterweise eine zusätzliche Reihe Fenster oben im Hauptschiff – ungewöhnlich für spanische Kolonialarchitektur.

Am Kirchenplatz gönnen wir uns dann eine Pause mit Kaffee und Eisdessert, bevor es nach San Gil weitergeht. Während der Fahrt sehe ich eine Ziege am Straßenrand, die sich heillos in ihrem Strick verheddert hat und beinahe stranguliert. Wir bleiben stehen, und der nette junge Mann, der in der Werkstatt vis-a-vis gerade ein Motorrad repariert, versteht zumindest soviel von meinem aufgeregten spanischen Geplapper, dass er mitkommt und das Tier befreit. Die gute Tat der Woche hätten wir somit auch erledigt.

San Gil ist die Adrenalin-Hauptstadt Kolumbiens – von Rafting und Paragleiten über Zip-Line bis Extremklettern wird hier alles geboten. Das ist uns alles zu stressig, haben wir gar nicht vor, aber dennoch steigt auch bei uns der Adrenalinspiegel – wir haben dummerweise nicht die Hauptstraße genommen, sondern sind wieder mal der Routenführung von Google Maps gefolgt; die Straße ist zwar eben und gerade breit genug für unser Krasses Pferd, aber die Quergassen sind dermaßen unglaublich steil, dass jede Überquerung zur Herausforderung wird und ein Kippen des Fahrzeuges möglich erscheint. Einmal sitzen wir mit der hinteren Schutzstange auf, es macht ein lautes Geräusch, aber es ist nichts passiert. Trotzdem sind wir froh, als wir den Ort hinter uns lassen können.

Allerdings haben wir uns zu früh gefreut. Bis Mogotes ist ja noch alles in Ordnung, wir vertreten uns hier kurz die Beine, werfen in einen Blick in die Kirche und drehen eine Runde über die zentrale Plaza. Kurz nach dem Ortsende ist auch der Asphalt zu Ende und wir fahren auf einer ungepflasterten Straße, abwechslend aus Stein, Schotter, Erde und Lehm weiter. Wir haben lange die Hoffnung, dass die Straße wieder besser wird, zumal uns auch einige wenige LKWs und Busse entgegenkommen. Umdrehen geht nicht, es ist zu eng. Irgendwann, so auf 2.000 m Seehöhe, wird uns klar, dass die „Straße“ so bleiben wird. Kaum Verkehr, keine Netzabdeckung – wenn uns hier irgendetwas passiert, sind wir komplett auf uns allein gestellt.

Wir hoffen, es bis zum Einbruch der Dunkelheit nach San Joaquin zu schaffen, rumpeln über die Piste, vorbei an abgerutschten Straßenrändern, Felsstürzen inklusive auf der Straße liegenden Bäumen und durchqueren mehrfach Furten. Wir haben ja einen Allrad. Es wird dämmrig, und wir finden auf 2.552 m einen Platz zum Stehen bleiben, neben einem kleinen Altar mit einer Maria und Jesus Statue. Es ist kalt, windig und beginnt zu regnen, aber wir bleiben hier – weiterzufahren wäre zu gefährlich in der Dunkelheit. Ein alter Campesino auf seinem Motorrad bleibt stehen, hält vor dem Altar inne und kommt dann auf uns zu und begrüßt uns. Ich frage ihn, ob wir hier bleiben können, ob es sicher sei – er lächelt breit, nimmt meine Hände in seine, und sagt: „Tranquila, mami, no te preocupes – la virgen te guarda“ – „Ganz ruhig, sorge Dich nicht – Maria wacht über Dich“. Na dann kann ja nichts schief gehen.

Day 189 – The rescue of a goat and an unexpected adventure

After „breakfast with a view”, still at Chicamocha Park, we continue south, driving through San Gil and Barichara to Guane. The sleepy little village has a nice church, Santa Lucia; locals are attending mass, a dog guards the entrance, and the place in front of the church is decorated with several fossils. Then there is the paleontological and archeological museum, exhibiting countless fossils which have been found in these valleys, mostly ammonites and mussels, and also an almost complete skeleton of a plesiosaur. Two more rooms show relicts of the former inhabitants, the indigenous Guane including a 700 years old mummy, as well as religious objects and memorabilia of more recent centuries.

Then we drive back to Barichara, a really picturesque village with still original or carefully restored small white houses; the village has been used as film set for Spanish telenovelas as well as for Hollywood productions. The church, la Parroquía de la Inmaculada Concepción, has an additional row of windows, high up in the main nave – a very unusual feature for a Spanish colonial church.

After coffee and deserts, we continue to San Gil. On the way, I spot a goat on the side of the road which got caught in its own rope, almost strangling the animal. We stop and I ask a nice young man at the motorcycle repair shop across the street for help. He seems to understand at least a part of my Spanish babble, and he is able to free the goat. Good deed of the week – check.

San Gil is Colombia´s “Adrenalin center” – rafting, paragliding, zip-lining, extreme rock climbing and more is possible here. We didn´t plan any of that, way too stressful for us, but we got our adrenalin kick anyway – unfortunately we didn´t take the main street through San Gil, but followed Google Maps suggestions. The street is even and wide enough for our camper, but the crossroads are incredibly steep – each crossing is a challenge and we are afraid that the vehicle might tip. At one point, we hear a loud noise – we hit the street with our back bumper, but everything is ok. We are VERY happy to leave San Gil behind.

But – no reason for happiness yet. The road is ok till Mogote, where we stop briefly, visit the church and take a walk over the central plaza. Shortly after leaving the village, the road turns into a bad stone, gravel, earth and clay path. We hope to reach a paved road again, as there is some oncoming truck and bus traffic. Turning around is not possible, the road is too narrow. At some point, at about 6.000 ft above sea level, we realize, that the “road” won´t get any better; almost no traffic anymore and no cell reception. If anything happens to us, we are on our own.

We hope to make it to San Joaquin before sunset, still climbing up the mountain, passing places where the curb is missing, rock slides with trees on the path, and we have to cross several small creeks. But we have a 4×4. It is getting dark, and at 8.300 ft above sea level we find a place to stop, next to an altar with Mary and Jesus statues. It is cold, windy and it is starting to rain, but we decide to stay for the night – driving in the dark would be too dangerous. An old Campesino on his motorbike stops, makes his way to the altar and then turns to greet us. I ask him, if he thinks we could stay here tonight, if it is safe – he smiles at me, takes my hands into his and says: „Tranquila, mami, no te preocupes – la virgen te guarda“– “Stay calm, no reason to worry – the Virgin will watch over you!” Well then …