Archiv der Kategorie: Peru

221218 – Jetzt reichts – raus aus Perú >

Sonntag / Sunday, December 18, 2022

Tag 245 – Jetzt reichts – raus aus Perú

Um halb sechs Uhr morgens, es ist gerade hell geworden, hören wir LKWs fahren. Sie kommen von Süden, also springen wir in unser Gewand und fahren los. Einige Straßensperren sind unbewacht, dort können wir problemlos durch. Bei anderen Blockaden bedarf es längerer Verhandlungen, und die Entscheidung fällt immer die ganze Gruppe an Protestern gemeinsam. Wir zeigen Verständnis für die schwierige Situation der Peruaner, ersuchen aber auch um Verständnis für uns – mein holpriges Spanisch sorgt für Erheiterung und so oft für eine Entspannung der Situation. Manchmal dauert es eine halbe Stunde, eine Stunde, oder auch zwei, aber dann dürfen wir durch.

Vor einer Sperre aus riesigen Baumwurzeln ist dann Schluss, da kommen wir auch mit dem besten Verhandlungsgeschick nicht durch. Nach einiger Zeit entschließen wir uns, rechts in den Ort abzubiegen und einer ungepflasterten Nebenstraße zu folgen. So kommen wir wieder ein paar km weiter nach Süden, dann geht gar nichts mehr. Die 3S ist mit riesigen Schutthaufen blockiert, die Nebenstraße, wo auch schon ein paar LKWs auf der anderen Seite warten, ist auch verbarrikadiert. Man hört uns geduldig zu, und verspricht uns, um 17 Uhr dürfen wir durch. Also warten wir – mehr oder weniger – geduldig die vier Stunden ab.  Als um 16 Uhr eine Ambulanz kommt und die Sperre geöffnet wird, zwängen sich auch alle LKWs hinter der Ambulanz durch, und auch wir nutzen unsere Chance und fahren schnell durch.

Und dann fahren wir einfach immer weiter – bei den Sperren zeigt sich, dass auch die Bevölkerung schon etwas mürbe ist – LKW-Fahrer, Peruaner mit ihren PKWs, Touristenbuschauffeure und die Touristen selber, alle legen Hand an, um dort wo es möglich ist Sperren zu beseitigen, es wird nicht mehr verhandelt. Das letzte wirklich große Hindernis hält uns in Sicuani etwa eine Stunde auf, und wir müssen mit Leuco auf unsere Windschutzscheibe „Viva el Paro“ – es lebe die Blockade – kleben, damit wir durchgelassen werden. Es geht immer weiter Richtung Süden, es wird dunkel – ist uns egal, heute fahren wir, soweit wir kommen. Etwa um Mitternacht sind wir nahe dem Titicaca-See, dann passieren wir Puno – jammerschade, dass wir Puno nicht besichtigen können. Immer wieder fahren wir durch – mittlerweile – unbewachte und teilweise beseitigte Sperren, Steine liegen unvorhersehbar auf der Straße, und wir sehen auch Zeichen der Verwüstung wie verbrannte Mauthäuschen am Highway oder Autowracks. Um drei Uhr früh sind wir dann endlich an der Grenze zu Bolivien (und hier liegt übrigens Schnee!!!). Wir hatten eigentlich nicht erwartet, soweit zu kommen, und nicht geplant, die Nacht durchzufahren, aber wir wollten nur mehr raus. Schräg gegenüber der Grenzstation parken wir das Auto am Straßenrand und fallen ins Bett.

Day 245 – Enough is enough – let´s get out of Perú

At 5:30 am, it is just dawning, we hear trucks driving into Combapata. They come from the south, so we jump into our clothes and start driving. Some road blocks aren´t guarded, these we can pass easily. At other blocked points we have to negotiate, and the decision is made by the whole group of protesters together. We explain that we understand the difficult situation in Perú, but ask them to understand our situation as well. My far from perfect Spanish makes them smile and helps to relax the situation a bit. We have to wait half an hour, an hour or two, but then we may pass.

The next blockade, consisting of huge tree trunks, is unpassable – negotiating won´t help, we´d need a bulldozer. So, we decide to take back roads again, which brings us a few miles south, then we have to stop again, in front of huge amounts of earth and dirt and gravel on the 3S. The alternate route, where a long line of trucks is waiting, is also blocked. We explain and beg again, people are listening, and promise to let us through at 5 pm – meaning we´d have to wait four hours. At 4 pm an ambulance arrives, the blockades are lifted, all the trucks fall in line behind the ambulance and we grab the chance and leave hastily.

And then we just drive and drive – at some blockades we notice that the people here have had enough, too – truck drivers, Peruvians in their private cars, tourist bus drivers and the tourists themselves, they all work together to open blockades; no more negotiations. At the last really big blockade in Sicuani we have to wait an hour, and we have to write “Viva el paro” – long live the total blockade – on our windscreen, with tape, so that they let us through. We continue south, it is getting dark, we don´t care – we will drive as far as possible tonight. Around midnight we are near Lake Titicaca, a bit later we pass Puno – what a pity that we can´t visit the town. From time to time we drive through rests of blockades, all of a sudden there are stones on the highway, and we also see signs of violence like burnt down toll booths on the highway or car wrecks. At 3 am we arrive at the border to Bolivia (there is snow on the street here, by the way!). We had not expected to get this far tonight and we had not planned to drive all night, but we just wanted to get out. We park our car near the border station and fall into our beds.

Route 221218

221217 – Noch eine Woche bis Weihnachten – >

Samstag / Saturday, December 17, 2022

Tag 244 – Noch eine Woche bis Weihnachten –

Und kein bißchen Weihnachtsstimmung. Wir stecken jetzt den fünften Tag hier fest, und langsam macht sich etwas Lagerkoller bemerkbar. In diversen Nachrichtenmedien steht, dass die Straßen wieder frei gemacht werden, aber die Realität sieht anders aus. Auch die Polizei weiß nichts Neues zu berichten.

Nachmittags ist es schön, blauer Himmel und Sonnenschein, und wir gehen eine Runde spazieren. Die Straßen sind gespenstisch leer, einige wenige kleine Shops und Restaurants haben offen. Wir marschieren ein Stückchen die Hauptstraße entlang, bis wir die Brücke nördlich von Combapata sehen – Blockaden an beiden Seiten der Brücke, genauso wie seit Montag.

Dann zieht wieder einmal ein Demonstrationszug durch den Ort, der erste seit drei Tagen; allerdings ist die Gruppe viel kleiner als die große Demo von Donnerstag. Später kommen etliche Gruppen mit Rucksäcken, die sich – teilweise seit Tagen – zu Fuß durchschlagen, Peruaner genauso wie Touristen – wir reden mit Italienern und Spaniern, und versorgen zwischendurch einen völlig erschöpften Vierjährigen. Die Mama meint, er hätte Fieber und würde husten; die Temperatur ist jedoch normal und die Lungen hören sich auch gut an. Er hat aber sicher zu wenig getrunken, über den angebotenen Becher Coca-Cola freut er sich sichtlich. Und über die Rot-Kreuz-Malstifte und den Zeichenblock auch.

Am späten Nachmittag wird es dunkelschwarz, ein Gewitter zieht auf und es beginnt heftig zu regnen. Wir denken an die armen Fußgänger, die jetzt klatschnass werden, und sind froh, dass wir wenigstens ein Dach über dem Kopf haben und einen trockenen Platz zum Schlafen.

Day 244 – One week till Christmas Eve –

and absolutely NO Christmas feeling. We have been stuck here for 5 days now, and it´s getting to us. Various online news mention that the roads are being cleared, but the reality is different. The police have no news, either.

The afternoon is sunny and warm, blue sky and sunshine, so we go for a walk. The streets are empty, it is eerie, a few small shops and restaurants are open. We walk along the main route, the 3S, until we can see bridge north of Combapata – which is still blocked on both sides, the situation hasn´t changed since Monday.

A bit later, a group of protesters marches through the village, the first one for three days; but the group is way smaller than the large demonstration of Thursday. Then we see groups of people on foot, with backpacks; some of them have been walking for days, Peruvians and tourists alike. We talk to Italians and a Spanish couple, and we also take care of a totally exhausted 4-years-old kid. His mum says, he is running a fever and he is coughing, but the temperature is within normal range and his lungs sound fine, too. But he has not had enough fluid, he seems to be happy with the cup of Coca-Cola we offer him; and he also seems to like the Red-Cross-Crayon set and the drawing paper.

Late afternoon, the sky turns dark grey and black, a thunderstorm is coming, bringing heavy rainshowers. We think about the people traveling on foot, and we are glad that we at least have a roof over our heads and a dry place to sleep.

Route 221217

221216 – Laaaaangweilig! >

Freitag / Friday, December 16, 2022

Tag 243 – Laaaaangweilig!

Es tut sich gar nichts – die S3 ist, wie viele andere Straßen, weiterhin blockiert, wir können weder vor noch zurück (zurück wollen wir eh nicht). Bei uns hier in Combapata ist alles friedlich, in anderen Landesteilen gibt es allerdings nach wie vor Flughafensperren sowie Tote und Verletzte bei Zusammenstößen der Demonstranten mit der Polizei.

Wir halten Kontakt mit unseren Reisebekanntschaften aus Peru – Susan und Michael aus Kalifornien, die mit ihren Töchtern in Cuzco im Lockdown sind (wenigstens in einem tollen Hotel), Stefan aus der Steiermark, der in Lima festsitzt, und Sylvia und Richard aus Zürich, die gerade in der Region Pisco unterwegs sind, wo es aktuell (noch) friedlich ist und keine Straßenblockaden das Weiterkommen unmöglich machen.

Dann unterhalte ich mich längere Zeit mit Mario von der Polizei – er würde auch gern reisen, Schweiz und Österreich wären seine Wunschziele. Und weil er bemerkt, dass ich mittlerweile schon etwas verzweifelt bin, rät er mir zu „paciencia“ – wenn ich bloß wüsste, was das ist und wo man es bestellen kann – Unsinn, nützt eh nichts, könnte ja wegen der Straßensperren sowieso nicht geliefert werden!

Nachmittags dürfen wir unser braves Krasses Pferd in der Pfarrei an den Strom hängen, und bei der Señora im Minimarkt gibt es wieder frisches Brot. Es regnet, der Nebel kriecht langsam über die Berge herunter, Sigi räumt seinen Laptop auf und mir ist laaaaangweilig!

Day 243 – Boooooring!

Nothing is happening – the S3 is still blocked as are many other roads, we cannot move forward or back (we wouldn´t want to drive back anyway). It is peaceful here in Combapata, but in other parts of the country airports are closed and there are reports of dead and injured people due to confrontations of protesters with the police.

We stay in contact with the new friends we made here in Perú – Susan and Michael from California who are in lockdown in Cuzco together with their daughters (at least they are in a very nice hotel); Stephan from Styria, who is marooned in Lima; and Sylvia and Richard from Zurich who are in the Pisco region right now, where at the moment everything is peaceful without any blockades.

Then I chat some time with police officer Mario – he would love to travel himself; Switzerland and Austria are on the top of his wish list. And because he notices that I am a bit desperate, he advises me to have to “paciencia”. If I only knew what that is and where to order it – nonsense, wouldn´t help, couldn´t be delivered anyway due to the road blocks!

In der afternoon, we are allowed to connect our brave camper to an electricity outlet at the parish, and the Señora at the minimarket has fresh bread. It is raining, fog is crawling slowly down the mountains, Sigi is organizing his laptop, and I am booooored!

Route 221216

221215 – Noch immer in Combapata >

onnerstag / Thursday, December 15, 2022

Tag 242 – Noch immer in Combapata

Wir schlafen uns aus – wir haben ja sonst gerade nichts zu tun – und gönnen uns ein gemütliches Frühstück. Dann raffe ich mich auf, gehe duschen und beginne, Wäsche zu waschen, als es an der Türe klopft. Einer der netten Polizisten von gegenüber informiert uns, dass es mittags hier eine Kundgebung geben wird, und rät uns, sicherheitshalber den Standort zu wechseln, falls die Demo genau vor der Polizeistation stattfinden sollte. Also folgen wir seiner Empfehlung, uns auf die gegenüberliegende Seite der Plaza de Armas zu stellen.

Gegen Mittag kommen dann zwei Demonstrationszüge an uns vorbei, sehr diszipliniert in Zweierreihe, mit Megaphonen und großen Transparenten, Fahnen und Spruchbändern, Frauen in Tracht, teilweise mit Kind im Rückentragetuch, alles laut, aber völlig friedlich, sie lächeln uns Touristen in der ersten Reihe fußfrei zu und winken. Eine Stunde später sind sie zurück, und versammeln sich zu Ansprachen – natürlich nicht vor der Polizeistation, sondern genau hinter unserem Krassen Pferd, das jetzt auf vielen peruanischen Handy-Videos als malerischer und exotischer Hintergrund zu sehen ist.

Nach einer Stunde zerstreut sich die Versammlung, die Leute gehen nach Hause oder zurück zu ihren Posten an den Straßenblockaden, und es ist wieder alles ruhig hier, fast gespenstisch. Nach duschen und Wäsche waschen ist unser Abwassertank beinahe voll, und auch der Toilettentank muss entleert werden. Es gibt keine öffentlichen Toiletten oder Sanitäranlagen, also fragen wir wieder mal bei der Polizei:  Dürfen wir die Tanks in die Kanalisation entleeren? Antwort: „Nein, lieber in der Pampa“. Ernsthaft?!? Ja, einfach drei Blocks weiter beim Friedhof im Gelände ausleeren. Na gut …. Das haben wir auch noch nicht gemacht!

Der Energieanfall hält noch ein wenig an, das Gewürzregal wird geputzt, und nach einem starken Regenguss wird das gratis Wasserangebot genutzt, um unser Krasses Pferd zumindest teilweise von den Schlammspritzern zu befreien. Dann fragen wir beim Pfarrer nach, ob wir uns morgen an einer Steckdose in der Pfarrei anstecken dürfen, falls uns der Strom ausgeht – ja, gern, kein Problem. Brot zu bekommen, ist dagegen ein Problem, es gibt keines mehr – Folge der Streiks und Blockaden. Gottseidank haben wir noch Vorräte. Aber einen Lichtblick gibt es doch – die Polizei meint, morgen würden die Blockaden geräumt und die S3 wird wieder befahrbar sein – schau ma mal!

Am Abend stellen wir fest, dass wir eigentlich gar keinen Hunger haben, aber immer noch viel Zeit. Und somit gibt es heute endlich mal S´mores, die wir in Kanada gekauft haben und seit nunmehr knapp 8 Monaten und durch 12 Länder mit uns geschleppt haben. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt für ein bisschen klebrig-süßes kalorienreiches Glücksgefühl.

Day 242 – Still in Combapata

We sleep in – there´s nothing else to do right now – and treat ourselves to a nice breakfast. Just when I decide to do at least something useful – shower and doing some laundry – one of the friendly policemen knocks at the door. He informs us that there will be a rally around noon and suggests that we move our camper, in case that the rally should manifest right in front of the police station where we are parked. Of course, we follow his advice and place ourselves on the other side of the Plaza de Armas.

Around noon two demonstrations pass right on front of us, very disciplined in two rows, with megaphones and flags, women in traditional clothes, even with babies on their backs; loud, but completely peaceful, they smile at us, the tourists in the front row seats, and wave. An hour later they are all back and gather on the Plaza de Armas for speeches – and of course NOT in front of the police station, but right behind our camper – which now provides a scenic and exotic background on many Peruvian cellphone-videos.

About an hour later, the rally is over, people go home or back to their posts at the road blocks and it is very quiet here again. After showering and doing the laundry, the greywater tank is almost full, and we need to empty the septic tank, too. There are no public toilets or dump stations here, so we ask the friendly policemen again. May we empty our tanks into the canalization? Answer: “no, it is better to do that in the pampa”. Really?!? Yes, dump the stuff three blocks ahead near the cemetery. Alright …. That is something we have never done before!

We still have some energy left – for cleaning the spice rack and even cleaning the outside of our home on wheels a bit – after a rain shower, we use the free rain water to get some of the mud off our brave camper. Then we ask the padre of the local the church (located just next to the police station) if we may hook up our camper tomorrow, in case we need electricity – sure, no problem. Buying fresh bred on the other hand, turns out to be a problem – there is no fresh bread because of the shut down and the road blocks. Fortunately, we have enough food for several days. But maybe we won´t be here much longer – the police tell us that the road blocks will be cleared tomorrow and we should be able to use the highway – let´s hope so!

In the evening, we are not hungry, but we still have time and nothing to do. Therefore, we make some S´mores – which we bought in Canada and took with us for almost 8 months and through 12 countries. But now the time is right for some gooey happiness.

https://orf.at/stories/3297784/

Route 221215

221214 – Gestrandet >

Mittwoch / Wednesday, December 14, 2022

Tag 241 – Gestrandet

Wir stehen nach wie vor am Hauptplatz in Combapata vor der Polizeistation. Die Zeit tropft zäh vor sich hin. Eine der schlimmen Begleiterscheinungen in der aktuellen Situation ist die Tatsache, dass man absolut NICHTS beitragen kann, um weiterzukommen. Ein kleiner Erkundungsspaziergang zur Tankstelle bringt zwar ein wenig Abwechslung, aber auch nur die Erkenntnis, dass kein Diesel verkauft wird. Treibstoff haben wir vorsorglich schon auf der Durchfahrt durch Cuzco getankt.

Ein fahrender Obsthändler radelt vorbei, Bananen und Mangos sind im Angebot. Da einige wenige Geschäfte offen haben, versorgen wir uns auch mit weiteren Lebensmitteln. Wir haben zwar noch genügend Vorräte für die nächsten Tage, aber wir nutzen die Gelegenheit, plaudern mit den freundlichen Einheimischen und spielen mit einem zukünftigen Fußballstar Ball. Der Rest des Tages vergeht mit Fotos sortieren und speichern, Langeweile und immer wieder fragen, ob es etwas Neues gibt. Die Lust, die Zeit für systemerhaltende Arbeiten zu nutzen, hält sich in Grenzen. Und das Match Frankreich – Marokko verpassen wir leider, weil es uns nicht gelingt, irgendeinen Sender zum Streamen zu bewegen. Schade.

Am Nachmittag kontaktieren wir unsere Botschaft in Lima, um unseren Standort und Status bekanntzugeben. Im folgenden Chat stellt sich dann heraus, dass der Botschaftsmitarbeiter in Wiener Neudorf gewohnt hat und wir auch einige gemeinsame Bekannte haben. Ja, die Welt ist ein Dorf! Nichtstun macht müde – und so gehen wir auch früh zu Bett, in der Hoffnung auf ein paar gute Nachrichten morgen.

Day 241 – Marooned

We are still at the Plaza de Armas in Combapata, in front of the police station. Time is going by s-l-o-w-l-y. One of the worst things for us is the fact, that we can do absolutely NOTHING which would help us move on. A short walk to the gas station is a welcome break, but only makes us realize that they are not selling any fuel right now. Fortunately, we filled up on diesel while passing through Cuzco.

A fruit vendor on his tricycle passes by, the bananas and mangoes are looking good. A few small stores are open; we still have enough food for several days on board, but we use the opportunity and get some bread, eggs, butter, milk, the basic stuff, chat with the friendly locals and play ball with a future soccer star. Then we kill some time with managing and filing our pictures; from time to time we ask at the police station if there are any news. We are bored, even too bored to do stuff like cleaning or doing the laundry. We were looking forward to see the game France – Morocco, but we missed it because we couldn´t find a way to stream it. What a pity.

In the afternoon, we contact the Austrian Embassy in Lima, to tell them where we are and that we are ok. During the following chat, it turns out, that the embassy attaché is from our home town and that we have friends and acquaintances in common. Small world! Having nothing to do tires us out, so we go to sleep early, hoping for better news tomorrow.

Route 221214

221213 – Wir sitzen fest >

Dienstag / Tuesday, December 13, 2022

Tag 240 – Wir sitzen fest

Wie die meisten vielleicht aus den Medien wissen, macht Peru gerade eine schwierige Zeit durch. Die Ereignisse der letzten Tage haben auch uns eingeholt und die Reisepläne über den Haufen geworfen. Wir haben heute ein wenig länger geschlafen und starten gleich mal mit einer freundlichen Unterhaltung an der Mautstelle. Die Mitarbeiter bestätigen uns, was wir seit gestern auch schon wissen: es gibt Straßensperren und ein Vorwärtskommen wird SEHR schwierig.

Einige Kilometer später stehen wir dann vor der ersten Blockade – die einzige Option ist verhandeln. Die Peruaner sind freundlich und auch gesprächsbereit, aber Straßensperre ist nun mal Straßensperre. Also abwarten und nach einiger Zeit wieder das Gespräch suchen. Wir zeigen Verständnis für die Situation, ersuchen aber auch sie uns zu verstehen, dass wir eigentlich aus Peru raus wollen. Nach einiger Zeit geben sie für uns die Straße frei.

Zwei Kilometer später – im nächsten Ort – die gleiche Situation – wieder verhandeln. Diesmal stoßen wir jedoch auf vehemente Ablehnung. Siegfried spielt mit der Dorfjugend ein wenig Fußball und findet damit Gesprächsstoff bei den alten Bewohnern, die ihm Cocablätter anbieten – was er natürlich dankend ablehnt mit dem Hinweis, dass er ja noch Autofahren muss. Dann plötzlich kommt ein Rettungswagen mit Sondersignal und die Sperre wird entfernt. Wir sehen unsere Chance und weisen drauf hin, dass auch wir Rettungspersonal sind … und wir schlüpfen auch durch die Blockade.

Keine zwei Kilometer später der nächste Stopp. Hier hilft uns Jose – ein peruanischer Reiseführer mit ausgezeichneten Deutschkenntnissen. Ja – wir dürfen durch – wir sollen nur noch etwas warten.

Wir biegen von der Hauptroute ab und wollen über Seitenstraßen, an vier malerischen Seen entlang, Richtung Süden kommen. Aber nicht ohne einen weiteren Stopp bei einer großen Kundgebung. Reden werden gehalten und Fahnen geschwungen. Dann zieht der Protestzug an uns vorüber. Wir zeigen unsere ebenfalls rot-weiß-rote österreichische Fahne und machen freundliche Gesichter, und bekommen auch solche von den Peruanern zurück.

Dann endlich geht es weiter, über freie Straßen, anfangs noch asphaltiert, dann wieder Schotterbelag. Nach rund zwei Stunden Fahrtzeit ist es aber auch hier aus. In einem kleinen Dorf sind mitten auf der Straße ein Erdwall und riesige Gesteinsbrocken aufgeschichtet, ohne Möglichkeit daran vorbeizukommen. Nach einigen Frustminuten stellen wir uns der Realität: wir müssen ein Stück zurückfahren und unseren Plan, über Seitenstraßen Richtung Süden zu kommen aufgeben. Wir schaffen es bis Combapata und parken uns vor dem Polizeigebäude ein. Die Polizisten sind freundlich und nett, wir dürfen hierbleiben und müssen abwarten – 450 km trennen uns noch von der Grenze zu Bolivien. Wie lange es dauern wird – das kann uns keiner sagen. Nur eines ist gewiss: die Straßen sind gesperrt und alles steht.

Day 240 – No way out

As most of you will probably know from the news, the situation in Perú is difficult right now. The events of the last few days affect us, too, and changed our travel plans. We slept in today and then had a friendly chat at the toll station, where we got confirmation that most of the roads are blocked and continuing south will be VERY difficult.

A few miles later we arrive at the first blockade, the only option is to negotiate. The Peruvians are very friendly and open for talks, but a blockade is a blockade. So, we wait and try to talk again after some time. We explain that we understand their situation, but ask them to understand us in return – that we just want to get out of the country. After some time, they let us pass.

About 1,5 miles later, in the next village, the same situation – we have to negotiate again, but here we have no chance. Sigi starts playing soccer with the kids, making the old guys on the side of the road smile. They offer him coca leaves – which he politely rejects because he has to drive. Suddenly, an ambulance arrives with lights and siren, and they open the blockade – we point to the star of life logo on our camper and Sigi´s star of life tattoo, explaining quickly that we are ambulance people as well, and we are able to get through.

At the next blockade, again after 1,5 miles, we meet Jose, a tour guide, fluid in German. He talks to the people watching the blockade and convinces them to let us through, we just have to wait a bit.

We leave the S3, the main route, trying to continue south on back roads, along four very scenic lakes. But first we have to stop because of a large rally; lots of protesters, people giving speeches, lots of red-white-red flags. Then the demonstrators march towards the main route, passing our camper. We show our also red-white-red flag and smile, and they smile back at us. Then we continue, the roads are free, and they are paved for the first few miles, then it is dirt roads again. After about two hours, we reach the end of the road, so to speak – a huge amount of dirt and large rocks are blocking the road in a small village, no chance to pass. After some frustrating minutes we have to face reality: we have to give up our plan to sneak south through the mountains. So, we drive back a few miles towards the S3, to Combapata, where we park in front of the police station. The officers are nice and friendly, of course we may stay here, but we have to be patient and wait – it´s 280 miles to the border, and no one knows how long the road blocks will be in place. For now, the country is on halt.

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Route 221213

221212 – Machu Picchu >

Montag / Monday, December 12, 2022

Tag 239 – Machu Picchu

In der Früh fahren wir mit dem Zug von Ollantaytambo nach Aguas Calientes. Die eineinhalbstündige Fahrt im Panorama-Zug ist bereits ein großartiges Erlebnis, die Landschaft ist phänomenal.

Wir schauen uns ein wenig in Aguas Calientes um, das hauptsächlich aus Restaurants und Hotels, Tourenanbietern und Souvenirshops besteht, werfen einen Blick in die Kirche und beschließen dann, mit dem Autobus zu fahren – 400 Höhenmeter Steigung auf 9 km bis zum Eingang der Inka-Stadt sind uns dann doch zu viel. Und auch die halbstündige Busfahrt über die Carretera Hiram Bingham ist ein Erlebnis, ein steiles und kurvenreiches allerdings.

Und dann können wir endlich einen weiteren Wunsch von unserer Liste abhaken – wir sind oben am Berg, in der wohl berühmtesten aller Inka-Städte. Machu Picchu muss man gesehen haben – die terrassenförmig angelegte Stadt am steilen Berg, die Tempel, die Wasserspiegel, das Wasserleitungssystem – eine unglaubliche Leistung. Auch wenn die Sonne nicht scheint, der Nebel macht es noch viel mystischer.

Anschließend wollten wir uns eigentlich noch das Museum ansehen und die Ruinen von Ollantaytambo, aber im Bus retour nach Aguas calientes hören wir die Gespräche der anderen Passagiere – aufgrund der politischen Lage sind ab morgen Straßenblockaden angekündigt. Also ändern wir unsere Pläne, nehmen den nächsten Zug zurück nach Ollantaytambo, beeilen uns zu unserem Krassen Pferd, entleeren noch schnell die Abwassertanks und füllen Frischwasser auf, und machen uns auf den Weg. Die östliche Route über Urobamba, auf der wir Cuzco umfahren könnten, ist bereits blockiert, also nehmen wir die etwas schlechtere Straße westlich. In Cuzco ist Stau wegen Demonstrationen, der Flughafen ist geschlossen und von einem Großaufgebot an Polizei bewacht, wir brauchen etwa 2 Stunden durch die Stadt.

Wir fahren normalerweise nicht in der Dunkelheit, aber mittlerweile wollen wir nur noch raus aus Perú. Wir kommen bis Cusipata, 80 km südlich von Cuzco, dann ist Schluss – Straßenblockaden, kein Durchkommen möglich. Es ist nach Mitternacht, wir sind todmüde, also bleiben wir in der Nähe der Mautstelle auf einem LKW-Parkplatz stehen, und hoffen, dass wir morgen weiterfahren können.

Day 239 – Machu Picchu

In the morning we take the train from Ollantaytambo to Aguas calientes. The 90-minute train ride with panoramic view is already a highlight, the scenery is phenomenal. Then we stroll through Aguas Calientes, which consists mainly of restaurants and hotels, tour operators and souvenir shops. We look into the small church and then we decide to take the bus for 5,6 miles and 1.300 ft up to Machu Picchu. The drive up to the Inka City on the Hiram Bingham “Highway” is an adventure in itself.

And then we can check another item off our bucket list – we are at Machu Picchu, the most famous of all Inka cities. It is an impressive sight – the city built on terraces on the steep slopes of the mountain, the temples, the water mirrors, the canalization system. It is a breathtaking view, even when the sun is not shining – the fog makes it even more mysterious.

We had planned to visit the local museum and the ruins of Ollantaytambo, but during the bus ride down the mountain we hear the passengers talking – due to the political situation there will be street blockades starting tomorrow. So, we change our plans, take the next train back to Ollantaytambo, hurry to our camper, empty the grey water tanks and fill up on fresh water, and then we are on our way. The east route via Urobamba where we could avoid Cuzco is already blocked, so we have to take the west route. In Cuzco we lose about two hours due to demonstrations, the airport is closed and guarded by a lot of police.

Usually, we don´t drive after nightfall, but now we don´t care – we just want to get out of Perú. We make it to Cusipata, about 50 miles south of Cuzco, then we cannot continue anymore – road blocks, and the people won´t let us pass. It is after midnight, we are very tired, so we stay near the toll station on highway S3 at a truck parking lot, hoping to be able to continue tomorrow.

Route 221212

221211 – Cuzco und Ollantaytambo >

Sonntag / Sunday, December 11, 2022

Tag 238 – Cuzco und Ollantaytambo

Wir beginnen unseren Rundgang durch Cuzco´s historisches Zentrum an der Plaza de Armas. Am Weg finden wir zufällig einen Innenhof mit ein paar grasenden Lamas und Alpakas, da müssen natürlich ein paar Fotos gemacht werden.

Heute hat die prächtige Kathedrale offen, aber es ist gerade Messe und wir wollen nicht stören, also machen wir nur einen kurzen Blick hinein, und gehen weiter zum Museo del Arte precolombino. Dieses Museum sollte man auf keinen Fall versäumen – 3.000 Jahre Kultur aus den Anden werden anhand exquisiter Stücke beleuchtet. Kunstvolle Keramiken, Holzfiguren sowie Schmuck aus Muscheln, Silber und Gold von den alten peruanischen Kulturen der Cupisnique, Chavin, Salinar, Vicús, Virú und Paracas über die Nazca-Kultur bis hin zu den Inka sind zu bewundern.

Dann schauen wir kurz in der Iglesia de la Merced vorbei und wenden uns dann Richtung Plaza San Francisco. Der Konvent San Francisco beeindruckt durch einen großen Innenhof mit großformatigen Gemälden, wunderbaren Holzkassettendecken und vor allem durch die Bibliothek – eines der Prunkstücke ist eine Bibel in 7 verschiedenen Sprachen (hebräisch, griechisch, samaritanisch, syrisch, aramäisch, lateinisch und arabisch); in der Kirche finden sich ein großartiges Chorgestühl und Katakomben mit fein säuberlich geschlichteten Schädeln, Beckenschaufeln und langen Röhrenknochen.

Am Rückweg sieht Sigi einen Barbershop, der ihn anspricht – also werden die Haare geschnitten und der Bart getrimmt – war ohnehin schon wieder fällig. Dann statten wir noch der Iglesia de la Companía de Jesus mit ihrem kostbaren vergoldeten Altar einen Besuch ab.

Nach 4 Kirchen und einem Museum hat sich Sigi seinen Starbucks verdient – dieser befindet sich im ersten Stock eines kolonialen Gebäudes mit toller Aussicht auf die Plaza de Armas. Am Rückweg stolpern wir zufällig in einen Spielzeugmarkt hinein und finden tatsächlich zwei weitere Stücke für unsere Sammlung. Dann satteln wir unser Krasses Pferd, es geht 60 km nach Norden, immer den Zuggleisen entlang nach Ollantaytambo – ein kleiner Ort im Tal des Rio Urubamba, der von Tourismus lebt. Aguas Calientes, der Ausgangspunkt für den Besuch von Machu Picchu, ist nur mit dem Zug erreichbar, es führt keine Straße hin. Also werden wir morgen von hier mit dem Zug nach Aguas Calientes fahren, heute Nacht haben wir einen schönen Übernachtungsplatz in der Nähe vom Bahnhof, mit Blick auf die Ruinen von Ollantaytambo auf den steilen Berghängen. Und jetzt wissen wir auch, dass unser Notfall-Starthilfegerät funktioniert – eine peruanische Familie hatte das Licht beim Auto brennen lassen und benötigt Starthilfe.

Day 238 – Cuzco und Ollantaytambo

We start our walk through Cuzco´s historic center at the Plaza the Armas; on the way we find a few alpacas and lamas in a courtyard – of course we have to take pictures!

Today the beautiful cathedral is open, but there is a mass going on and we don´t want to disturb, so we cut the visit short and continue to the Museo del Arte precolombino. And this is a place not to be missed – exquisite exhibits highlight 3.000 years of Andean culture. Ceramics, wooden figurines, and pieces made of shells, silver and gold, from the old Peruvian cultures of the Cupisnique, Chavin, Salinar, Vicús, Virú and Paracas to Nazca and Inka are on display.

Then we have a look into the Iglesia de la Merced, afterwards we walk towards Plaza San Francisco. The Franciscan convent has a large inner courtyard with huge paintings hanging on the walls, wonderful coffered wooden ceilings; the most impressive part might be the library, the center piece here being a polyglot bible in 7 languages (Hebrew, greek, samaritan, syriac, aramaic, latin and Arabic). In the church we get to see the elaborate choir and the catacombs with neatly arranged skulls, hip and femur bones.

On the way back we pass a barbershop, and Sigi decides to get a haircut and have his beard trimmed – it was time, anyway. Then we visit the Iglesia de la Companía de Jesús with the beautiful golden altar.

After 4 churches and a museum, Sigi has earned his Starbucks coffee. Starbucks is located on the first floor of an old colonial building with a great view of the Plaza de Armas. On the way back to our camper we happened to find a toy market, where we buy two new ambulances for our collection. Then we start driving north, about 37 miles along the rail lines to Ollantaytambo, a small village in the valley of Río Urubamba, but an important tourist stopp. Aguas calientes, where the visit to Machu Picchu starts, is accessible only by rail, there is no road leading there. So we will take the train tomorrow morning, and stay here tonight on a nice place near the train station, with the Inka ruins of Ollantaytambo on the steep mountain slopes visible out of our windows. And now we also know that our jump-start-set works – a Peruvian family had the lights on all day and now the car needs a jump start.

Route 221211

221210 – Auf nach Cuzco >

Samstag / Saturday, December 10, 2022

Tag 237 – Auf nach Cuzco

Nachdem sich die Morgennebel gelichtet haben, machen wir uns auf den Weg, wir haben noch über 250 km vor uns bis Cuzco. Nachdem wir die Pampa hinter uns gelassen haben, durchfahren wir sonnige Täler mit Wiesen und Feldern, Kühen und Ziegen – fast wie bei uns in den Alpen, wenn man von den Damen in ihren Trachten mit Hut und der Inka-Wahlwerbung an den Hausmauern absieht.

Mittags sind wir endlich in Cuzco – dichter Verkehr, aber wir finden zufällig einen guten Parkplatz in der Nähe des historischen Zentrums. Das Wichtigste: in der offiziellen Verkaufsstelle Eintrittskarten für Machu Picchu besorgen – morgen ist ausverkauft, aber wir bekommen Tickets für Montag, den 12.12. um 12 Uhr – und dann auch gleich bei Peru-Rail die Zugtickets von Ollantaytambo nach Aguas Calientes kaufen, wir entscheiden uns für den Observatory Train mit Rundumsicht.

Dann schlendern wir entspannt durch das Zentrum – Cuzco ist bunt, farbenprächtig, kolonial, touristisch – entspricht so ziemlich den Vorstellungen, die wir von Peru hatten. Imposante Kirchen, eine schöne Plaza de Armas, Sonnenschein, viele Menschen unterwegs. Wir freuen uns schon auf eine nette Besichtigungstour morgen – und natürlich auf Machu Picchu übermorgen.

Tag 237 – To Cuzco

As soon as the morning fog is gone, we leave – we still have to drive more than 155 miles to Cuzco. After driving through pampa for miles and miles, the scenery changes – sunny alpine valleys with meadows and plantations, cattle and goat herds – look almost as in the Austrian alps (except for the ladies in their traditional dresses with hat and the Inka-style murals for the local elections).

At noon we arrive in Cuzco – dense traffic, but by chance we find a nice parking spot near the historic center. The most important thing: buying tickets for Machu Picchu at the official ticket office – tomorrow is sold out, but we are able to get tickets for Monday, 12.12. at 12 noon. Next, we buy the train tickets from Ollantaytambo to Aguas Calientes, we decide to ride the Observatory Train with panoramic view.

And then we have time to take a stroll through the historic center – Cuzco is colorful, impressive, colonial, touristy – as we imagined Perú would be. Beautiful churches, a large Plaza de Armas, sunshine, lots of people. We are looking forward to sightseeing here in Cuzco tomorrow and at Machu Picchu on Monday.

Route 221210

221209 – Vom Colca Canyon Richtung Cuzco >

Freitag / Friday, December 9, 2022

Tag 236 – Vom Colca Canyon Richtung Cuzco

Das Abwarten der Straßenblockade gestern und die Übernachtung bei der Granja de Colca hat sich ausgezahlt – wir sehen etliche Andenkondore, die sich in der Morgensonne in die Höhe schrauben, Riesenvögel mit einer Flügelspannweite von 2,80 m. Auch ein Andenkolibri lässt sich blicken.

Dann fahren wir den Canyon retour, die meisten Steinschläge sind inzwischen beseitigt und auch die gestrige Unfallstelle ist frei. In Maca machen wir am Hauptplatz kurz halt und besuchen die Kirche, wo die Heiligenfiguren in lokale Trachten gekleidet sind – der heilige Antonius von Padua trägt sogar eine Pfefferoni-Kette! Und endlich, endlich gibt es Alpaka-Kuschel-Fotos, mehrere Damen in wunderschön bestickten Trachten mit Hütchen haben Alpakas an der Leine. Das süße weiße kleine Alpaka-Baby ist erst 2 Wochen alt, und der braune, flauschige „Fernandito“ ist 6 Monate alt. Sie spucken nicht, sondern lassen sich kraulen und knutschen. Und auch die große Anden-Adlerdame „Princesa“, 11 Jahre alt, ist an Menschen gewöhnt und posiert für Fotos.

Eigentlich wollten wir in Chiflay links abbiegen, um Richtung Cuzco zu fahren, aber das ist eine nicht asphaltierte Strecke, und das wollen wir mit unseren Reifen möglichst vermeiden. Also zurück über den Paß beim Mirador de los Volcanos, bis Patahuasi und dann die „gute“ Straße nach Norden. Anfangs haben wir noch Sonnenschein, heute sehen wir die Vicuñas in der Pampa ohne Nebel, dann Regen, einmal kurz Hagel, in der Ferne dunkelgraue Wolken und Gewitterblitze. Unser tapferes Krasses Pferd fühlt sich heute nicht ganz so wohl, gestern waren 4.900 m kein Problem, heute schaltet sich bei 4.400 m der sogenannte „Notlauf“ ein – der Sauerstoffgehalt hier oben ist dem Motor zu gering, es geht nur mehr ganz langsam – aber wir kennen das schon, keine Panik, wir legen eine Pause ein, der Motor kann verschnaufen und dann geht es wieder normal weiter.

Plötzlich sind wir auf einer anderen Strecke als geplant, die vorgeschlagene Straße gibt es gar nicht, und dann finden wir uns auf einer furchtbaren Piste wieder, voller riesiger Schlaglöcher. Alle LKWs und Busse überholen uns, unser armes Krasses Pferd ist links voller Matsch; gottseidank geht es nach wenigen km zurück auf die 34J. Als kleine Entschädigung posieren ein paar peruanische Hasenmäuse für Fotos, auf einem Felsen ganz nah an der Straße.  Es regnet und wird rasch finster, wir bleiben bei einem Shop mit Restaurant stehen und fragen, ob wir hier übernachten dürfen. Die nette Besitzerin hat keine Einwände und teilt uns mit, dass wir ohnehin nicht mehr weit gekommen wären – ein Unfall blockiert die weitere Strecke, die erst morgen wieder befahrbar sein wird. Na dann …

Day 236 – From Colca Canyon towards Cuzco

Yesterday´s decision to wait till the road was clear after the landslide, and to stay at the Granja de Colca for the night was a good one – in the morning sun we see several Andean Condors cycling in the sky – enormous birds with a wing span of more than 9 ft. And we also get so see an Andean hummingbird.

Then we drive the road along the canyon back, the road has been cleared of most of the landslides and also yesterday´s accident leftovers. We stop at the main plaza in Maca and visit the church where the saints are dressed in embroidered local costumes – Saint Anthony of Padua even wears a chili necklace! And finally, we get to hug some Alpacas and take pictures with them, as nice ladies in beautiful embroidered dresses and hats have some Alpacas available. The cute white Alpaca-baby was born 2 weeks ago, and “Fernandito”, brown and very fluffy, is 6 months old. They don´t spit, they let us cuddle and pet them. And “Princesa”, the huge Andean Eagle, is also used to humans and poses for pictures.

The plan was to turn left on Chiflay, direction Cuzco, but this turned out to be an unpaved road, and we want to avoid these because of our tires. So we drive a part of yesterday´s route back, pass the Mirador of the volcanoes again, turn left at Patahuasi and take the “good” road direction north. The sun is shining, no fog, we see lots of vicunas in the pampa, but then rain sets in, even some hail, we see dark grey clouds and lightning way back in the mountains. And our brave camper doesn´t feel well today – yesterday there were no problems with the high altitude, but today the car goes into emergency mode – the motor doesn´t get enough oxygen at this altitude and we can drive only very slowly. But we´ve had that problem before, so no panic, we stop, take a late lunch break, the motor gets a break, too, and a little bit later we are able to continue.

All of a sudden, we are off the projected route, the road we were supposed to take, according to navigation, doesn´t exist – and then we are on a horrible, muddy, uneven dirt road, full of huge holes. All the passing trucks and busses throw mud and dirt onto out poor camper; fortunately, after a few miles, we are back on track on 34J, where some cute Peruvian viscachas pose for pictures, on a rock close to the road. It is raining again, it is getting dark rather fast, so we stop at a tiny shop with restaurant and ask for permission to stay for the night. The nice owner has no objections, and she tells us that we wouldn´t have been able to drive very far anyway – an accident is blocking the road a few miles ahead, the road will be clear in the morning.