221213 – Wir sitzen fest >

Dienstag / Tuesday, December 13, 2022

Tag 240 – Wir sitzen fest

Wie die meisten vielleicht aus den Medien wissen, macht Peru gerade eine schwierige Zeit durch. Die Ereignisse der letzten Tage haben auch uns eingeholt und die Reisepläne über den Haufen geworfen. Wir haben heute ein wenig länger geschlafen und starten gleich mal mit einer freundlichen Unterhaltung an der Mautstelle. Die Mitarbeiter bestätigen uns, was wir seit gestern auch schon wissen: es gibt Straßensperren und ein Vorwärtskommen wird SEHR schwierig.

Einige Kilometer später stehen wir dann vor der ersten Blockade – die einzige Option ist verhandeln. Die Peruaner sind freundlich und auch gesprächsbereit, aber Straßensperre ist nun mal Straßensperre. Also abwarten und nach einiger Zeit wieder das Gespräch suchen. Wir zeigen Verständnis für die Situation, ersuchen aber auch sie uns zu verstehen, dass wir eigentlich aus Peru raus wollen. Nach einiger Zeit geben sie für uns die Straße frei.

Zwei Kilometer später – im nächsten Ort – die gleiche Situation – wieder verhandeln. Diesmal stoßen wir jedoch auf vehemente Ablehnung. Siegfried spielt mit der Dorfjugend ein wenig Fußball und findet damit Gesprächsstoff bei den alten Bewohnern, die ihm Cocablätter anbieten – was er natürlich dankend ablehnt mit dem Hinweis, dass er ja noch Autofahren muss. Dann plötzlich kommt ein Rettungswagen mit Sondersignal und die Sperre wird entfernt. Wir sehen unsere Chance und weisen drauf hin, dass auch wir Rettungspersonal sind … und wir schlüpfen auch durch die Blockade.

Keine zwei Kilometer später der nächste Stopp. Hier hilft uns Jose – ein peruanischer Reiseführer mit ausgezeichneten Deutschkenntnissen. Ja – wir dürfen durch – wir sollen nur noch etwas warten.

Wir biegen von der Hauptroute ab und wollen über Seitenstraßen, an vier malerischen Seen entlang, Richtung Süden kommen. Aber nicht ohne einen weiteren Stopp bei einer großen Kundgebung. Reden werden gehalten und Fahnen geschwungen. Dann zieht der Protestzug an uns vorüber. Wir zeigen unsere ebenfalls rot-weiß-rote österreichische Fahne und machen freundliche Gesichter, und bekommen auch solche von den Peruanern zurück.

Dann endlich geht es weiter, über freie Straßen, anfangs noch asphaltiert, dann wieder Schotterbelag. Nach rund zwei Stunden Fahrtzeit ist es aber auch hier aus. In einem kleinen Dorf sind mitten auf der Straße ein Erdwall und riesige Gesteinsbrocken aufgeschichtet, ohne Möglichkeit daran vorbeizukommen. Nach einigen Frustminuten stellen wir uns der Realität: wir müssen ein Stück zurückfahren und unseren Plan, über Seitenstraßen Richtung Süden zu kommen aufgeben. Wir schaffen es bis Combapata und parken uns vor dem Polizeigebäude ein. Die Polizisten sind freundlich und nett, wir dürfen hierbleiben und müssen abwarten – 450 km trennen uns noch von der Grenze zu Bolivien. Wie lange es dauern wird – das kann uns keiner sagen. Nur eines ist gewiss: die Straßen sind gesperrt und alles steht.

Day 240 – No way out

As most of you will probably know from the news, the situation in Perú is difficult right now. The events of the last few days affect us, too, and changed our travel plans. We slept in today and then had a friendly chat at the toll station, where we got confirmation that most of the roads are blocked and continuing south will be VERY difficult.

A few miles later we arrive at the first blockade, the only option is to negotiate. The Peruvians are very friendly and open for talks, but a blockade is a blockade. So, we wait and try to talk again after some time. We explain that we understand their situation, but ask them to understand us in return – that we just want to get out of the country. After some time, they let us pass.

About 1,5 miles later, in the next village, the same situation – we have to negotiate again, but here we have no chance. Sigi starts playing soccer with the kids, making the old guys on the side of the road smile. They offer him coca leaves – which he politely rejects because he has to drive. Suddenly, an ambulance arrives with lights and siren, and they open the blockade – we point to the star of life logo on our camper and Sigi´s star of life tattoo, explaining quickly that we are ambulance people as well, and we are able to get through.

At the next blockade, again after 1,5 miles, we meet Jose, a tour guide, fluid in German. He talks to the people watching the blockade and convinces them to let us through, we just have to wait a bit.

We leave the S3, the main route, trying to continue south on back roads, along four very scenic lakes. But first we have to stop because of a large rally; lots of protesters, people giving speeches, lots of red-white-red flags. Then the demonstrators march towards the main route, passing our camper. We show our also red-white-red flag and smile, and they smile back at us. Then we continue, the roads are free, and they are paved for the first few miles, then it is dirt roads again. After about two hours, we reach the end of the road, so to speak – a huge amount of dirt and large rocks are blocking the road in a small village, no chance to pass. After some frustrating minutes we have to face reality: we have to give up our plan to sneak south through the mountains. So, we drive back a few miles towards the S3, to Combapata, where we park in front of the police station. The officers are nice and friendly, of course we may stay here, but we have to be patient and wait – it´s 280 miles to the border, and no one knows how long the road blocks will be in place. For now, the country is on halt.

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Route 221213

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