230509 – Von Fiambalá nach Londres >

Dienstag / Tuesday, May 9, 2023

Tag 387 / 363 – Von Fiambalá nach Londres

Wir beginnen heute im Museo del Hombre in Fiambalá. Bei Bauarbeiten für die Passstraße zum Paso San Francisco, Richtung Grenze zu Chile, wurden zwei Mumien gefunden, ein junges Mädchen und ein junger Mann, aufgrund des trockenen und kalten Klimas natürlich mumifiziert. Aus diesem Anlass wurde das Museum errichtet, die Mumien sind hier aufbewahrt, zusammen mit ihrer Kleidung und Grabbeigaben. Es sind auch andere Artefakte wie Begräbnisurnen oder Pfeilspitzen ausgestellt sind. Ein extra Saal ist den mutigen Bergsteigern gewidmet, die hier die schnee- und eisbedeckten Fünf- und Sechstausender bezwungen haben, so auch Reinhold Messner.

Wir werfen noch einen Blick in die Iglesia de Fatima am Hauptplatz von Fiambalá – der Vorbau vor dem Eingang ist mit Symbolen der Gegend geschmückt – Kaktus und Weintrauben. Dann geht es zur Iglesia de San Pedro, eine Adobe-Kirche südlich von Fiambalá. Die Heiligenfigur stammt aus Bolivien, in einem Schrank finden sich Dutzende Gewänder und unzählige Paar Schuhe – San Pedro wird immer dem liturgischen Kalender entsprechend eingekleidet. In der Kirche finden sich Gemälde aus Cuzco in Perú – unser Guide, ein Diaguitá, erklärt uns die Unterschiede der spanischen Gemälde zu denen, die von Indígenas gefertigt wurden und erzählt von der Konstruktion der Kirche. Die Adobe Ziegel sind original, ebenso der Fußboden und die Holzbalken. In einige Holzbalken wurde für jede Taufe ein Zeichen eingeschnitzt – registriert wurde nur die Anzahl der Taufen, nicht die Namen. Heute sind die Kirchen entlang der Ruta del Adobe verwaist, die katholische Kirche hat sich zurückgezogen, es gibt keine Pfarrer, es werden keine Messen mehr gelesen, aber die Heiligenstatuen sind geblieben, die indigenen Gemeinschaften pflegen die Bauwerke und halten hier ihre spirituellen Zeremonien ab.

Ein paar km weiter finden wir eine weitere Adobe-Kirche, die Capilla Virgen del Rosario de Andacollo, eine bildhübsche kleine Kirche, quasi mitten im Nichts. Zurück in Tinogasta, legen wir am Hauptplatz Mittagspause ein und suchen anschließend das Casagrande de Adobe, das als offizieller Anfang der Ruta del Adobe gilt; heute ist es ein Hotel der gehobeneren Klasse. Dann besuchen wir das Museo Tulio Ribaudi – klein, aber fein – neben verschiedenen archäologischen Funden aus der Gegend wie Töpferwaren oder Pfeilspitzen sind auch einige Mumien zu sehen. 

Und dann springt uns entlang der Ruta 60 ein quietschrosa Gebäude ins Auge – die gerade frisch gestrichene Iglesia de Nuestra Señora de la Candelaria – das pinkeste Bauwerk, das wir je gesehen haben, innen und außen. Das wär die richtige Kirche für die Hochzeit von Barbie und Ken. Wir fahren weiter, streckenweise begleiten uns wieder die Schienen und Eisenbahnbrücken der schon lange stillgelegten Ferrocarril Belgrano, manchmal nur mehr eine Schiene, oder gar nur mehr der Bahndamm. Wir biegen wieder auf die Ruta 40 Richtung nach Norden ein und erreichen am frühen Abend Londrés. Morgen wollen wir uns die ehemalige Inkastätte El Shincal anschauen, heute dürfen wir am Parkplatz vor dem Museum übernachten.

Day 387 / 363 – From Fiambalá to Londrés

We start the day at the Museo del Hombre in Fiambalá. When the road to Paso San Francisco, the border to Chile was built, two bodies were found, an adolescent female and a young man, naturally mummified due to the dry and cold climate. The museum was built to be their new home, complete with the clothes and all the possessions they had been buried with. There are also more artefacts like funeral urns or arrow heads, and one room is dedicated to the brave mountaineers who have conquered the snow- and ice-caped mountains – including Reinhold Messner.

We have a quick look at the Iglesia de Fatima on the main square of Fiambalá, where we notice local symbols on the front – a cactus and grapes. Then we continue to the Church of San Pedro, an adobe church south of Fiambalá. The statue of the saint was made in Bolivia, in a glass showcase there are dozens of robes and pairs of shoes – the saint gets dressed according to the liturgical calendar. Inside the church, there are paintings from Cuzco, Perú, and our guide, a Diaguitá, explains the differences between the Spanish paintings and the paintings made by indigenous people. He also talks about the construction of the building – the adobe bricks are original, as well as the floor and the wooden beams. Several wooden beams were used as a sort of baptism register – a mark was carved into the wood for every baptism, so only the numbers were registered, not the names. Today, the churches along the Ruta del Adobe are not cared for by the roman-catholic church anymore, there are no priests, no masses; but the statues of the saints are still here, and the indigenous communities take care of the buildings and meet here for their spiritual ceremonies.

A few miles down the road, we find another beautiful adobe church, the Capilla Virgen del Rosario de Andacollo, right in the middle of nowhere. Back in Tinogasta, we take our lunch break at the central plaza, then we search for the Casagrande de Adobe. This building, now a nice hotel, marks the official beginning of the Ruta del Adobe. Then we visit the Museo Tulio Ribaudi, a small but very nice archeological museum, exhibiting regional artefacts like ceramics or arrow heads, and also several mummies. 

Driving on Ruta 60, we suddenly notice a very, very pink building – the Iglesia de Nuestra Señora de la Candelaria just got a fresh coat of paint – this is the pinkest building we have ever seen. Would be the right church for Barbie and Kens´wedding. We continue, again along the tracks and railway bridges of former Ferrocarril Belgrano; sometimes, there is only one rail visible, or none at all. We turn onto Ruta 40 again, direction north, and in the early evening we arrive at Londrés. Tomorrow, we want to visit the museum and the Inca ruins of El Shincal, tonight we are staying at the parking lot right in front of the entrance.

Route 230509

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