Archiv der Kategorie: Allgemein

260520 – Mittwoch, 20.5 – Zwei Kaiser und zwei Schluchten – 

Und wieder haben wir von unserer nächtlichen Fahrt, diesmal über 212 km bis nach Fengjie,  nichts mitbekommen. Das Programm heute Vormittag: die Stadt des weißen Kaisers, auf dem Berg des weißen Kaisers, einer Insel am Eingang zur Qutang-Schlucht. Mehrere Hundert Stufen führen hinauf, und es ist strahlend schön und heiß. Es gäbe auch die Möglichkeit, sich mit einer Sänfte hinauf tragen zu lassen, aber wir beschließen, uns diesen Besuch zu erarbeiten. Kaiser Liu Bang, Begründer der Han Dynastie, wird hier als Sohn des weißen Kaisers verehrt. Und hier begegnen wir auch Kaiser Liu Bei und seinem loyalen Kanzler Zhuge Liang wieder.

Den Nachmittag verbringen wir am Sonnendeck, wegen des phänomenalen Panoramas. Als erstes fahren wir in die malerische Qutang-Schlucht, die auch auf der Rückseite des 10-Yuan-Scheins abgebildet ist: mit 8 km ist sie die kürzeste und engste der drei Schluchten. An den steilen Felswänden sehen wir in unregelmäßigen Abschnitten Löcher – hier wurden früher Pflöcke waagerecht in den Fels getrieben, und die Verstorbenen darauf gebettet.

In der Provinz Chongqing gibt es über 20.000 Brücken. Bei der Einfahrt in die zweite der drei Schluchten, die Wu-Schlucht, passieren wir die letzte dieser Brücken, bevor wir in die Provinz Hubei wechseln. Wir sind jetzt in Zentral China, die Provinz Hubei hat 75 Mio EW, allein die Bevölkerung der Hauptstadt Wuhan übersteigt mit 12 Millionen die Bevölkerungszahl Österreichs. An den steilen Hängen der Schlucht kleben Tempel (bitte, wie hat man das Baumaterial da hinauf geschafft?), und im etwas flacheren Terrain sehen wir Orangenhaine.

Nach dem Abendessen gehen wir voller Neugierde zum im Abendprogramm angekündigten Gruppen-Tanzunterricht, der für uns aussieht wie eine Mischung aus Tai Chi und Linedance. Da macht die anschließende Dance Party mit der beschwingten Musik von Toni und Coco schon mehr Spaß. Inzwischen legt das Schiff 274 km bis Yichang zurück; wir haben heute zumindest 13.077 Schritte bzw. 8,8 km geschafft – und da ist die Danceparty nicht mitgerechnet.

Wednesday, May 20 – Two Emperors and Two Gorges –

Once again, we missed everything from our overnight journey of 212 km to Fengjie. This morning’s program: the City of the White Emperor, located on White Emperor Mountain, an island at the entrance to the Qutang Gorge. Several hundred steps lead up to it, the weather is beautiful and hot. There is also the option of being carried up in a sedan chair, but we decide to earn this visit ourselves. Emperor Liu Bang, founder of the Han Dynasty, is revered here as the son of the White Emperor. And here we also encounter Emperor Liu Bei and his loyal chancellor Zhuge Liang once again.

We spend the afternoon on the sun deck because of the phenomenal panorama. First, we sail through the picturesque Qutang Gorge, which is also depicted on the back of the 10-yuan banknote. At only 8 km, it is the shortest and narrowest of the Three Gorges. On the steep rock faces we see holes at irregular intervals—this is where people used to put their dead: wooden stakes were driven horizontally into the cliffs, with the deceased laid to rest upon them.

There are more than 20,000 bridges in Chongqing Province. As we enter the second of the Three Gorges, Wu Gorge, we pass the last of these bridges before crossing into Hubei Province. We are now in Central China. Hubei Province has 75 million inhabitants, and the population of its capital, Wuhan alone—12 million—exceeds the population of Austria. Temples cling to the steep slopes of the gorge (seriously, how did they get the building materials up there?), and in the flatter areas we see orange groves.

After dinner, full of curiosity, we attend the group dance lesson announced in the evening program, which looks to us like a mixture of Tai Chi and line dancing. The dance party afterward, with the lively music of Toni and Coco, is much more fun. Meanwhile, the ship covers another 274 km toward Yichang. Today, at least, we managed 13,077 steps, or 8.8 km—and that doesn’t even include the dance party.

260519 – Dienstag, 19. Mai – Geisterstadt, Megadamm und Feuer in den drei Königreichen – 

Wir haben seit gestern Abend leise und unbemerkt 177 km zurückgelegt (nein, nicht zu Fuß), heute früh wachen wir in Fengdu auf, und hier lernen wir: Beijing ist die Hauptstadt von China, aber Fengdu ist die Hauptstadt der Unterwelt. Das Wetter mit mystischen Nebelfetzen passt hervorragend dazu.

Über eine lange Pontonbrücke erreichen wir das Ufer, dann geht es mit dem Shuttle weiter. Der ausgedehnte Tempelkomplex, malerisch auf dem Ming Berg am nördlichen Ufer des Yangtze gelegen, kombiniert Elemente aus Buddhismus, Taoismus und Konfuzianismus. Hier müssen die Toten drei Tests bestehen – eine Brücke überqueren, einen Torbogen durchschreiten und einbeinig auf einer Kugel stehen – bevor sie ins Leben nach dem Tod weiter ziehen dürfen; furchterregende Dämonenstatuen säumen den Weg. Wer die Tests nicht besteht, landet in der 18. Hölle, die recht plastisch dargestellt ist. Und außerdem lernen wir: die Herren steigen mit dem linken Fuß über die Tempelschwelle und die Damen mit dem Rechten, weil: „die Damen haben immer recht!“

Am Nachmittag gibt’s Fortbildung: zuerst die äußerst interessante Dokumentation „Megadamm“ und dann eine Präsentation zum Dreischluchtendamm, den wir übermorgen besuchen werden. Unser Schiff legt inzwischen 62 km bis nach Zhongxian zurück, und nach dem Abendessen geht es von dort mit Bussen ca 30 min zur Show „Feuer in den 3 Königreichen“, wieder ein Mega-Spektakel: eine Freiluftaufführung mit Kriegern zu Pferd auf einer gewässerten Bühne, die den Yangtze symbolisiert, schirmschwingenden Tänzerinnen, die sich inmitten von blühenden Pfirsichbäumen aus der Luft abseilen, beweglichen Kulissen mit riesigen Projektionsflächen sowie rotierendem Auditorium. Also quasi „Kangxi Ceremony“ x „Chongqing 1949“, nur leider ohne englische Untertitel oder Kopfhörer. Von der Story (die zur Zeit der drei Königreiche in China ab 220 n. Chr. spielt) haben wir daher nicht viel mitbekommen, aber die war ja auch eher Nebensache – Reitkunst, Akrobatik, Technik und Spezialeffekte waren die eigentlichen Hauptdarsteller.

Und somit waren wir während dieser zwei Wochen in China öfter im Theater als in den letzten Jahren daheim! Dafür waren es heute nur 11.454 Schritte oder 7,5 km. 

Tuesday, May 19 – Ghost City, Mega Dam, and Fire in the Three Kingdoms –

Since yesterday evening, we’ve quietly and unnoticed covered 177 km (no, not on foot). This morning we wake up in Fengdu, and here we learn: Beijing is the capital of China, but Fengdu is the capital of the underworld. The weather, with its mystical wisps of fog, fits the theme perfectly.

We reach the shore via a long pontoon bridge and continue by shuttle. The extensive temple complex, picturesquely situated on Ming Mountain on the northern bank of the Yangtze, combines elements of Buddhism, Taoism, and Confucianism. Here, the dead must pass three tests—cross a bridge, walk through a ceremonial archway, and stand on a sphere on one foot—before they are allowed to move on into the afterlife; terrifying demon statues line the path. Those who fail the tests end up in the 18th Hell, which is portrayed in rather graphic detail. We also learn another important fact: men step over the temple threshold with their left foot first, and women with their right—because “women are always right!”

In the afternoon, we watch the extremely interesting documentary Mega Dam, followed by a presentation about the Three Gorges Dam, which we’ll visit the day after tomorrow. Meanwhile, our ship travels another 62 km to Zhongxian, and after dinner we take buses for about 30 minutes to see the show Fire in the Three Kingdoms—another mega-spectacle. It’s an open-air performance featuring warriors on horseback on a flooded stage symbolizing the Yangtze, dancers twirling parasols and descending from the sky among blooming peach trees, moving stage sets with enormous projection screens, and even a rotating auditorium. Basically, it’s like Kangxi Ceremony × Chongqing 1949, only unfortunately without English subtitles or headphones. As a result, we didn’t understand much of the story (which is set during China’s Three Kingdoms period beginning in 220 AD), but that was almost secondary—the real stars were the horsemanship, acrobatics, technology, and special effects.

And so, during these two weeks in China, we’ve gone to the theater more often than we have in recent years back home! On the other hand, today we only managed 11,454 steps, or 7.5 km.

260518 – Montag, 18. Mai – bye bye Chongqing – Ahoi Century Legend –

Heute gehen wir’s gemütlich an – wir schlafen länger, nützen die hoteleigene Waschmaschine und den Trockner und frühstücken ausgiebig. Gegen Mittag spazieren wir unerschütterliche Touristen trotz leichten Regens zum Luohan Tempel –  vor beinahe 1000 Jahren gegründet, immer wieder zerstört und wieder aufgebaut, beheimatet der Tempel Hunderte Buddhas und Arhats. Die Architektur ist atemberaubend, ebenso der Kontrast zu den Hochhäusern ringsherum. Dies ist wohl der schönste Tempel, den wir bis jetzt gesehen haben.

Dann stolpern wir in ein Kaufhaus, dessen 8. Stockwerk nur aus Spielzeuggeschäften besteht. So ein Zufall…. Schwer beladen mit vielen Rettungsautos kehren wir ins Hotel zurück und müssen natürlich Koffer umpacken, bevor wir uns, jetzt mit drei Gepäckstücken, auf den Weg machen. Wie hügelig Chongqing tatsächlich ist, merken wir am Weg, den unser Taxifahrer nimmt: um den Stau in der Innenstadt zu vermeiden, nimmt er doch tatsächlich den Weg durch eine Parkgarage – Einfahrt in Ebene 8, Ausfahrt auf Ebene 1, nahe der Uferstraße, bei  朝天门11码头 (No.11 Chao Tian Men Pier). Und von hier legt heute Abend unser Kreuzfahrtschiff, die Century Legend, ab.

Nach fünf verschiedenen Hotels in fünf verschiedenen Städten in den letzten zwei Wochen sind wir froh, jetzt nicht nach zwei oder drei Tagen wieder Koffer packen zu müssen, sondern 10 Nächte im gleichen Bett schlafen zu können. Die 11-tägige Yangtze-Flussfahrt von Chongqing nach Shanghai ist unsere mittlerweile fünfte Kreuzfahrt, und wir sind schon sehr gespannt. 

Wir beziehen unsere gemütliche Kabine und gehen Abendessen – dann stellen wir plötzlich fest, dass sich das Schiff bewegt- wir haben völlig unbemerkt abgelegt. Schnell hinauf auf Deck 6, das nächtliche Chongqing zieht an uns vorbei – ein fantastischer Anblick, und eine tolle Stadt, die einen längeren Besuch verdient hätte.

Dann gibt es die übliche Sicherheitsunterweisung sowie die Vorstellung des Programms für die kommenden Tage – ziemlich schnell und auf chinesisch, aber wir haben Kopfhörer mit englischer Übersetzung. Anschließend bietet das philippinische Duo Toni & Coco live Musik bis zur Willkommensparty des Kapitäns und da gibt es dann noch mehr Musik und Tanz. Und damit kommen wir dann doch immerhin auf 15.356 Schritte bzw. 10 km.

Monday, May 18 – Bye Bye Chongqing – Ahoy, Century Legend –

Today we’re taking it easy — we sleep in, make use of the hotel’s washing machine and dryer, and enjoy a long breakfast. Around noon, we fearless tourists set off despite the light rain and walk to the Luohan Temple. Founded almost 1,000 years ago and repeatedly destroyed and rebuilt over the centuries, the temple is home to hundreds of Buddhas and Arhats. The architecture is breathtaking, as is the contrast with the surrounding skyscrapers. This is probably the most beautiful temple we’ve seen so far.

Then we happen to wander into a shopping mall where the entire 8th floor consists only of toy stores. What a coincidence… Heavily loaded with numerous ambulances for our collection, we return to the hotel and, of course, have to repack our luggage before setting off again — now with three pieces of baggage.

We realize just how hilly Chongqing really is from the route our taxi driver takes: to avoid downtown traffic, he actually drives through a parking garage — entering on Level 8 and exiting on Level 1 near the riverside road by 朝天门11码头 (No. 11 Chao Tian Men Pier). And this is where our cruise ship, the Century Legend, will depart this evening.

After staying in five different hotels in five different cities over the last two weeks, we’re happy not to have to pack our suitcases again after just two or three days, but instead to spend 10 nights sleeping in the same bed. The 11-days Yangtze River cruise from Chongqing to Shanghai is already our fifth cruise, and we’re very excited.

We settle into our cozy cabin and then head to dinner — and suddenly realize that the ship is moving. We had completely missed the departure without noticing! We quickly rush up to Deck 6, and nighttime Chongqing glides past us — a fantastic sight and a wonderful city that would have deserved a much longer visit.

We attend the usual safety briefing and the presentation of the program for the next days — quite fast and in Chinese, but we have headphones with English translation. Afterwards, the Filipino duo Toni & Coco provides live music until the captain’s welcome party, where there is even more music and dancing.

And with that, we still manage to end up with 15,356 steps — about 10 km.

260517 – Sonntag, 17. Mai – ein Ausflug auf chinesisch – 

Die weltberühmten Felsskulpturen von Dazu befinden sich etwa 100 km westlich von Chongqing, verteilt auf mehr als 75 Höhlen und Grotten. Die Besichtigung auf eigene Faust ist zwar möglich, aber langwierig und mühsam– daher buchen wir einfach eine Tour, um uns die komplizierte Anfahrt zu ersparen. Und weil es eigentlich nur um den stressfreien Transport geht, nehmen wir eine chinesische Tour – kostet einen Bruchteil einer englischsprachigen Tour, und die Informationen über die Sehenswürdigkeiten haben wir uns vorher brav durchgelesen.

Der Tour Anbieter kontaktiert uns am Vorabend über WeChat, wir werden in der Früh pünktlich vom Hotel abgeholt und die komplette Kommunikation läuft ebenfalls, simultan übersetzt, über WeChat.

Nach einem kurzen Stopp in der Altstadt von Changzhou mit Besichtigung des Büros des ehemaligen Gouverneurs geht es schon nach Beishan, ganz mystisch, mit etwas Nebel und leichtem Regen. Im Wald. Regenwald also. Mittendrin: wunderbare Felsskulpturen, teilweise sogar noch mit etwas Farbe, Guanyin-Statuen in allen Varianten. Besonders beeindruckend finden wir die Pfauenkönig-Skulptur.

Anschließend haben sich die braven Touristen Mittagessen verdient, auch das ist bestens organisiert, und dann kommt der Höhepunkt der Tour, nämlich die Felsskulpturen von Baoshan, die wir mittels Shuttle vom Busparkplatz aus erreichen. Wir sehen Wasserbüffel und ihre Hirten. Und die Wächter der buddhistischen Gesetze. Und Avalokitesvara mit 1000 Händen – eigentlich sind es 1007 Hände und in jeder Handfläche sitzt ein Auge. Und das Rad des Lebens. Und den großen liegenden Buddha. Und, und, und – wir kommen aus dem Staunen nicht heraus, und irgendwie macht sich Indiana Jones Feeling breit.

Im angeschlossenen Museum sind lokale Exponate zu sehen, und auch solche aus anderen Höhlentempeln, in China und weltweit – da hätten wir schon wieder ein paar Reiseziele gefunden. 

Anschließend geht es mit dem Bus zurück, wir steigen in der Nähe der Yangtze Seilbahn aus – die dürfen wir natürlich nicht auslassen. Heute ein Touristenmagnet, war es einst ein ganz gewöhnliches Transportmittel, dass die Einwohner auf die andere Seite des Flusses brachte. Wir streunen ein wenig durch das Viertel am Südufer des Flusses, mit vielen netten Lokalen und kleinen Geschäften und ausgefallener Straßendekoration. Dann geht es mit der Seilbahn wieder zurück, die Gebäude sind mittlerweile abendlich beleuchtet, wir gehen durch die Fußgängerzone mit dem Befreiungsdenkmal zurück zum Hotel – aber wir kommen nur langsam voran, weil wir immer wieder Fotostops einlegen. Die Stadt hat uns total überrascht, wir haben vorher noch nie von Chongqing gehört, und wenn die Kreuzfahrt nicht hier beginnen würde, wären wir wahrscheinlich auch nie hier gelandet. Und heute haben wir brav 19.656 Schritte oder 12,6 km hinter uns gebracht.

Sunday, 17 May – An Excursion in Chinese

The world-famous Dazu Rock Carvings are located about 100 km west of Chongqing, spread across more than 75 caves and grottoes. Visiting them independently is possible, but time-consuming and rather complicated— in order to spare ourselves the hassle of the difficult journey, we simply book a tour. A Chinese tour—it costs only a fraction of an English-speaking tour, and we had diligently read up on the sights beforehand anyway.

The tour provider contacts us via WeChat the evening before. In the morning, we get picked up punctually at the hotel, and all communication is handled through WeChat as well, with simultaneous translation.

After a short stop in the old town of Changzhou and a visit to the office of the former governor, we continue on to Beishan. Everything feels wonderfully mystical: a bit of fog and light rain. In the forest. Therefore: Rainforest, really. Right in the middle of it: magnificent rock carvings, some still showing traces of color, and Guanyin statues in all kinds of variations. We are especially impressed by the Peacock King sculpture.

Afterward, the well-behaved tourists have earned lunch, which is also perfectly organized. Then we move on to the highlight of the tour: the Baoshan rock carvings, which we reach by shuttle from the bus parking area. We see water buffalo and their herders. The guardians of Buddhist law. Avalokitesvara with 1,000 hands—although there are actually 1,007 hands, and each palm contains an eye. The Wheel of Life. The great reclining Buddha. And so much more—we simply cannot stop marveling, and somehow an Indiana Jones feeling starts to take over.

The attached museum displays local exhibits as well as pieces from other cave temples, both in China and around the world—we immediately discover several more travel destinations.

Afterward, we head back by bus and get off near the Yangtze Ropeway—which, of course, we cannot miss. Today it is a tourist attraction, but it once served as an ordinary means of transportation that carried residents across the river. We wander through the neighborhood on the southern bank of the Yangtze River, with its many charming restaurants, small shops, and unusual street decorations.

Then we take the cable car back. By now, the buildings are illuminated for the evening, and we walk back to the hotel through the pedestrian zone near the Liberation Monument—but we make slow progress because we keep stopping for photos.

The city completely surprised us. We had never even heard of Chongqing before, and if our cruise were not starting here, we probably would never have ended up here at all.

And today we completed 19,656 steps—or 12.6 km.

260516 – Samstag, 16. Mai – ein Museum, ein Musical und ein Abend mit Freunden – 

Die letzte unserer vier geplanten Zugfahrten bringt uns in 1,5 Stunden von Chengdu nach Chongqing, auch diesmal klappt alles wieder bestens. Insgesamt ist das Reisen mit dem Zug in China angenehm, stressfrei und bequem, auch in der 2. Klasse. Und niemand hat sich für den Inhalt oder die Größe unserer Koffer interessiert – im Vorfeld hatten wir Befürchtungen, da im Internet maximale Kofferabmessungen sowie Beschränkungen bei Flüssigkeiten wie etwa Toilettenartikel angegeben waren. Dass man Spraydosen wie zum Beispiel Deosspray nicht mitnehmen darf, wussten wir ja schon.

Vom Bahnhof geht es mit der U-Bahn Richtung Stadtzentrum, wir müssen einmal umsteigen, und da gibt es die erste Überraschung: hier fährt eine Monorail, so wie in Walt Disney World! Wir bekommen einen ersten Eindruck von der Stadt – sehr hügelig, und viele viele, architektonisch sehr interessante Wolkenkratzer.

Unser Hotel liegt im quirligen Stadtzentrum, nach dem Checkin geht es gleich Richtung People‘s Square mit der monumentalen Halle des Volkes, architektonisch dem Himmelstempel in Beijing nachempfunden. Über 4000 Besucher passen ins Auditorium, welches für Versammlungen und Theateraufführungen genutzt wird – und manchmal von ermatteten Touristen einfach auch für ein Schläfchen zwischendurch. 

Und auf der anderen Seite des Platzes steht das Dreischluchten Museum, wieder ein riesiges Museum mit freiem Eintritt, aber reservierungspflichtig; und diesmal – wir sind ganz stolz auf uns – haben wir die online Reservierung auf WeChat in Chinesisch auch ganz allein geschafft.

Das Museum bewahrt tausende Artefakte auf, die ansonsten durch Überflutung durch den Bau des drei Schluchtendamms  unwiederbringlich verloren gewesen wären. Wir sehen kunstvolle Bronzegefässe und Goldornamente bis hin zu Haarschmuck der Damen von vor 2000 Jahren, ein Prunkstück ist die Hu-Krone mit dem Adler auf der Spitze; alte Münzen beziehungsweise Währungen und Zahlungsmittel in der Form von Muscheln oder Metallplättchen; Tonfiguren und Skulpturen, wie etwa einen Wachtturm – ein Beweis für Modellbau vor 2000 Jahren.

Weitere Ausstellungen zeigen Chinesisches Porzellan wie Krüge, Vasen und kunstvolle Urnen aus vergangenen Dynastien – die Porzellanherstellung begann bereits im 17. Jhd. v. Chr. in der Shang Dynastie. Auch die verschiedenen Ethnien im Südwesten Chinas, sind mit ihren Kostümen, Schmuck und Bräuchen in einer eigenen Ausstellungen repräsentiert.

Und ganz besonders interessant ist die Stadtentwicklung von Chongqing, die auch die historische Rolle der Stadt im Widerstand gegen die Okkupation durch Japan beleuchtet. Und daran schließt sich nahtlos unser Abendprogramm an: wir schauen uns die Show „Chongqing 1949“ an, eine Mischung aus Bühnenstück und Musical mit sensationeller Bühnentechnik. Die Show ist zwar auf chinesisch, aber wir bekommen Kopfhörer mit englischer Übersetzung, die Bühne dreht sich, das Auditorium dreht sich, die Darsteller seilen sich von der Decke ab, und es war ein unvergessliches Erlebnis. Und wem verdanken wir das alles? Dem nächsten unglaublichen Zufall, nämlich einem lieben Rot-Kreuz-Kollegen, der Sigis Posts auf Instagram verfolgt hat.

Stephan und Benedikt sind zwei Wochen in China unterwegs, und genau jetzt genau hier – sie haben für heute Abend Tickets für diese Show gebucht und wir schließen uns einfach spontan an, um den Abend gemeinsam zu verbringen. Wenn wir uns das vorher ausgemacht hätten, hätte es sicher nicht geklappt…

Unsere heutige sportliche Leistung war durchschnittlich : 19.940 Schritte oder 11,6 km.

Saturday, May 16 – A Museum, a Musical, and an Evening with Friends –

The last of our four planned train journeys takes us from Chengdu to Chongqing in 1.5 hours, and once again everything works perfectly. Overall, traveling by train in China is pleasant, stress-free, and comfortable—even in second class. And no one is interested in the contents or size of our suitcases. Before the trip, we had concerns because online information listed maximum luggage dimensions and restrictions on liquids such as toiletries. We already knew, however, that spray cans like deodorant are not allowed.

From the train station, we take the subway toward the city center. We have to change lines once, and that’s where the first surprise awaits us: they have a monorail here—just like in Walt Disney World! We get our first impression of the city: very hilly, and full of fascinating, architecturally impressive skyscrapers.

Our hotel is located in the bustling city center. After checking in, we head straight toward People’s Square with its monumental Great Hall of the People, architecturally modeled after the Temple of Heaven in Beijing. More than 4,000 visitors fit into the auditorium, which is used for assemblies and theater performances—and sometimes simply by exhausted tourists for a quick nap in between.

On the other side of the square there is the Three Gorges Museum, once again a huge museum with free admission, but reservations are required. And this time—we’re quite proud of ourselves—we managed to make the online reservation in Chinese on WeChat completely on our own.

The museum preserves thousands of artifacts that otherwise would have been irretrievably lost due to flooding caused by the construction of the Three Gorges Dam. We see ornate bronze vessels and gold ornaments, including women’s hair accessories from 2,000 years ago. One of the highlights is the golden Hu crown with an eagle on top. There are also ancient coins and other forms of currency and payment, including shells and metal plaques; clay figures and sculptures, such as a watchtower—a testament to model-making 2,000 years ago.

Other exhibitions display Chinese porcelain—jugs, vases, and elaborately decorated urns from past dynasties. Porcelain production began as early as the 17th century BC during the Shang Dynasty. Various ethnic groups of southwestern China are also represented in their own exhibition, featuring costumes, jewelry, and customs.

Particularly fascinating is the exhibition on the development of Chongqing itself, which also sheds light on the city’s historical role in resisting Japanese occupation. And that connects seamlessly with our evening program: we attend the show “Chongqing 1949,” a mixture of stage play and musical with sensational stage technology. The show is in Chinese, but we receive headphones with English translation. The stage rotates, the auditorium rotates, performers descend from the ceiling— an unforgettable experience. And who do we have to thank for all this? The next incredible coincidence: a dear Red Cross colleague who had been following Sigi’s Instagram posts.

Stephan and Benedikt are traveling through China for several weeks, and at exactly this moment they are exactly here—they have booked tickets for tonight’s show, and we spontaneously join them to spend the evening together. If we had tried to arrange it beforehand, it probably never would have worked out…

Today’s athletic achievement was average: 19,940 steps or 11.6 km (7.2 miles).

260515 – Freitag, 15. Mai – Riesenpandas, Riesenbuddha und Riesenfreude –

Wir haben uns während der Reiseplanung überlegt, hier im RiesenPanda- Forschungszentrum von Chengdu – sowie im Jänner in der Central Florida Animal Reserve – ein „Keeper for a Day“ Programm zu machen, also Gehege reinigen, Futter zubereiten, und Panda Kuchen machen. Aber man darf die Pandas nicht mehr angreifen, und das Programm ist dermaßen unverschämt und damit abschreckend teuer, dass wir uns dann doch für einen normalen Besuch entschieden haben. 

Und das war gut so, wir haben eine Tagestour gebucht, und unser Guide Samuel empfiehlt uns dringend, im Forschungszentrum das Shuttle zu nehmen und das neue eröffnete Westareal zu besuchen. Hier gibt es viel, viel weniger Touristen als beim Südeingang, außerdem auch kleine rote Pandas und RiesenPandabären. Große und kleine. Junge und ältere. Dicke und noch dickere. Pandabären mit großen Ohren und Pandabären mit noch größeren Ohren. Beim Essen – Bambusblätter oder Bambussprossen –  oder schlafend. Und erfreulicherweise – sagt unser Guide – ist das Forschung und Zuchtprogramm so erfolgreich, dass die Pandabären nicht mehr auf der Liste der gefährdeten Arten stehen.

Etwa 2 Stunden und ungefähr 11.738 Fotos später steigen wir wieder ins Auto und fahren Richtung Süden, nach Leshan, wo wir vom Schiff aus die mit 71 m Höhe größte sitzende Buddhastatue der Welt bestaunen. Man kann die riesige Sandsteinskulptur auch zu Fuß besichtigen, wir sehen die Touristen die steilen Felstreppen hinauf- und hinunterkrabbeln, aber allein bei dem Anblick tun mir die Knie weh. Dann die Quizfrage des Tages: wie viele Locken hat der Buddha auf seinem Kopf? Es sind 1051. Die Zahl hat keine besondere Bedeutung, irgendjemand hat sich einfach den Spaß gemacht, die Locken zu zählen.

Dann geht es wieder 2 Stunden mit dem Auto zurück zu unserem Hotel, zum krönenden Abschluss des Abends: Julie und Peter warten hier auf uns. Wir haben die beiden, auch begeisterte Reisende und Wohnmobilisten, vor drei Jahren im Rahmen unseres Sabbaticals in Argentinien kennen gelernt und sind ein Stückchen der Reise gemeinsam gefahren. 

Vor ein paar Tagen hat sich Julie bei uns gemeldet, die beiden sind in Chongqing zum 100. Geburtstag von Julies Mama, sie kommen heute nach Chengdu und wir verabreden uns spontan zum Abendessen.

Die Wiedersehensfreude ist riesengroß, wir haben einander viel zu erzählen, und Julie bestellt für uns die lokalen Köstlichkeiten – sie hat ja hier Heimvorteil. Anschließend geht es zurück ins Hotel – heute waren es „nur“ 14.078 Schritte oder 9,75 km. Es heißt Koffer packen, morgen geht es weiter in die nächste Stadt am Programm. 

Friday, May 15 – Giant Pandas, Giant Buddha, and Giant Joy

While planning our trip, we considered joining a “Keeper for a Day” program here at the Giant Panda Research Center in Chengdu, like we did at the Central Florida Animal Reserve back in January. You usually get to clean enclosures, prepare food, and even make panda cakes. But you can’t hug a Panda anymore and it was so outrageously expensive that we decided against it and chose a regular visit instead.

And that turned out to be the right decision. We booked a day tour, and our guide Samuel strongly recommended taking the shuttle at the research center and visiting the newly opened western area. There are far fewer tourists there than at the south entrance, plus there are also little red pandas. And of course giant pandas. Big and small. Young and old. Chubby and even chubbier. Pandas with big ears and pandas with even bigger ears. Eating bamboo leaves or bamboo shoots—or sleeping. And fortunately, as our guide tells us, the research and breeding program has been so successful that giant pandas are no longer on the list of endangered species.

About two hours and roughly 11,738 photos later, we get back into the car and head south to Leshan, where we take a boat to admire the world’s largest seated Buddha statue, a towering 71 meters high. You can also visit the enormous sandstone sculpture on foot; we see tourists climbing up and down the steep stone stairways, but just looking at them makes my knees hurt.

Then comes the quiz question of the day: How many curls does the Buddha have on his head? The answer is 1,051. The number has no special significance—someone simply had fun counting them.

Then it’s another two-hour drive back to our hotel, leading up to the highlight of the evening: Julie and Peter are waiting for us there. We met the two of them—fellow travel enthusiasts and motorhome travelers—three years ago during our sabbatical in Argentina, where we traveled together for part of the journey.

A few days ago, Julie got in touch with us. The two of them are in Chongqing for Julie’s mother’s 100th birthday, and since they were coming to Chengdu today, we spontaneously arranged to meet for dinner.

The joy of seeing each other again is enormous. We have so much to catch up on, and Julie orders local specialties for us—she has the home advantage here, after all.

Afterward, it’s back to the hotel. Today it was “only” 14,078 steps or 9.75 kilometers. Time to pack our bags—tomorrow we move on to the next city on the itinerary.

260514 – Donnerstag, 14. Mai – von Xian nach Chengdu – 

Unser Eindruck nach 3 Tagen in Xian: die Ausgrabungsstätten und Museen bieten unvergleichliches Kulturgut, teilweise auch kostenfrei zugänglich – mit dem Massenandrang von Besuchern muss man sich halt einfach abfinden. Wir sind schon sehr gespannt, wie es in Chengdu zugeht, wo wir heute mittags nach 4 Stunden Zugfahrt ankommen. 

Der erste Eindruck ist sehr positiv, das Hotel ist wirklich nett, die Mitarbeiterinnen sind reizend und sprechen erfreulich gut englisch. Als erstes geht es ins Wenshu Kloster gleich gegenüber, ein aktiver buddhistischer Tempelkomplex, die Mönche sind gerade bei der Arbeit – singen und beten. Wir besichtigen die Halle der vier Himmelskönige, die Halle der drei Weisen des Westens, die Halle mit der Sakyamuni-Buddha-Staue und die 12 himmlischen Generäle, alle sehr bunt und sehr kunstvoll gestaltet.

Dann nehmen wir die U-Bahn zum  Qingyang Gong, dem „Palast der  schwarzen (grünen) Ziege“, einer beeindruckenden taoistischen Tempelanlage mit viel Gold und langbärtigen Statuen.

Letzter Programmpunkt für heute: der Wohou-Schrein oder Ahnentempel, ein ganz besonderer Tempel, in welchem Kaiser Liu Bei und sein Kanzler und Stratege Zhuge Liang gemeinsam verehrt werden – einzigartig in ganz China und eine wunderbare Anlage mit Bonsaigarten und Lotusteich.

Am Rückweg fällt uns eine kleine Garküche auf – somit gibt es Nudeln und Barbecue zum Abendessen. Die heutige sportliche Leistung läßt etwas zu wünschen übrig – nur 17.249 Schritte oder 11,5 km. Aber wir haben ja auch den Vormittag im Zug verbracht!

Thursday, May 14 – from Xian to Chengdu

Our impression after three days in Xian: the excavation sites and museums offer incomparable cultural treasures, some of them even accessible free of charge. You simply have to come to terms with the huge crowds of visitors. We are already very excited to see what Chengdu will be like, where we arrive today around noon after a four-hour train ride.

Our first impression is very positive: the hotel is really nice, the staff are charming and they speak English quite well. First stop is the Wenshu Monastery right across the street, an active Buddhist temple complex. The monks are currently at work — chanting and praying. We visit the Hall of the Four Heavenly Kings, the Hall of the Three Sages of the West, the hall with the statue of Sakyamuni Buddha, and the Twelve Heavenly Generals — all very colorful and beautifully crafted.

Then we take the subway to Qingyang Gong, the “Palace of the Black (Green) Goat”, an impressive Taoist temple complex with lots of gold ornaments and statues of long-bearded figures.

Last item on today’s agenda: the Wuhou Shrine, or ancestral temple — a very special temple where Emperor Liu Bei and his chancellor and strategist Zhuge Liang are honored together. It is unique in all of China and a wonderful site with a bonsai garden and lotus pond.

On the way back, we notice a small street food stall — so dinner is noodles and barbecue. Today’s not so athletic achievement: only 17,249 steps, or 11.5 km. But, we did spend the morning on the train!

260513 – Mittwoch, 13. Mai – noch ein Tag in Xian –

Erster Programmpunkt heute: das Shaanxi History Museum, Heimat von unbezahlbaren archäologischen Schätzen wie etwa die Fossilien des Lantian-Menschen (mit ca 1,15 Millionen Jahren ein Vorläufer des Peking-Menschen), Gegenstände und Figuren aus Bronze, Ton und Keramik und in einer Spezialausstellung (für die wir Überschuhe anziehen und extra Tickets besorgen mussten)  wunderbare Wandmalereien aus Gräbern der Tang-Dynastie. Das Museum bietet an sich freien Eintritt, man muss aber im Voraus über WeChat Datum und Uhrzeit für den Besuch reservieren (auf chinesisch) – war ein sehr schwieriges Unterfangen, aber wir haben es geschafft. So wie viele, sehr viele andere Besucher auch ….

Als wir das Museum verlassen, regnet es ein wenig – das kann uns tapfere Touristen (mit straff durchgeplantem Besichtigungsprogramm) aber nicht abhalten – dafür sind auch nicht so viele Besucher im Gelände der Dayan (Große Wildgans)Pagode. Die neunstöckige Pagode ist einer der Touristenmagneten von Xian, allerdings kann man sich den (nur mit zusätzlichem Ticket möglichen) Aufstieg in den 7. Stock eigentlich sparen, es gibt innen nicht viel zu sehen und der Ausblick von oben ist nicht wahnsinnig spektakulär. 

Umso spektakulärer präsentiert dann das Xian Museum seine Schätze, allen voran glasierte Tonfiguren wie das fliegende Pferd und der blaue Packesel oder Kamele und Musikanten, buddhistische Skulpturen, Jadeschmuck und kaiserliche Siegel. Dass wir dieses Museum überhaupt besuchen konnten, verdanken wir wieder Cici von Top China Travel – diesmal sind wir an der Reservierung über WeChat gescheitert – Cici hat es möglich gemacht Danke!!

Im Museums Areal befindet sich auch die 43 m hohe Kleine Wildganspagode – diese ist durch Erdbeben allerdings so beschädigt, dass sie nicht nicht zugänglich ist. 

Und schlussendlich erklimmen wir auch noch die Stadtmauer – quasi touristisches Pflichtprogramm in Xian. Die komplette Umrundung der 14 km langen Mauer mit ihren beeindruckenden Toren und Wachtürmen würde zu Fuß etwa 3 – 4 Stunden dauern, aber wir haben heute schon 17 km oder 26.000 Schritte zurückgelegt – das reicht eigentlich.

Wednesday, May 13 – another day in Xian –

Today’s first item on the agenda: the Shaanxi History Museum, home to priceless archaeological treasures such as the fossils of the Lantian Man (about 1.15 million years old and considered a predecessor of Peking Man), bronze, clay, and ceramic objects and sculptures, and—featured in a special exhibition (for which we had to put on shoe covers and obtain extra tickets)—wonderful wall paintings from Tang Dynasty tombs. Admission to the museum itself is free, but you have to reserve a date and time in advance via WeChat (in Chinese). It was quite a challenge, but we managed it. Along with many, many other visitors…

When we leave the museum, it’s raining lightly—but that can’t stop brave tourists (with a tightly scheduled sightseeing plan). Besides, there aren’t as many visitors at the grounds of the Dayan (Giant Wild Goose) Pagoda. The nine-story pagoda is one of Xian’s major tourist attractions, although the steep climb up to the 7th floor (possible only with an extra ticket) is not really necessary. There isn’t much to see inside, and the view from the top isn’t especially spectacular.

The Xian Museum, however, presents its treasures in truly spectacular fashion, especially glazed clay figurines such as the flying horse and the blue pack donkey, as well as camels and musicians, Buddhist sculptures, jade jewelry, and imperial seals. We were able to visit this museum thanks to Cici from Top China Travel—this time we failed at making the reservation through WeChat. Cici made it possible—thank you once again!!

The museum grounds also contain the 43-meter-high Small Wild Goose Pagoda. However, it has been damaged by earthquakes and is therefore not accessible.

And finally, we climbe the city wall—practically a mandatory tourist activity in Xian. Walking the full 14-kilometer circuit around the wall, with its impressive gates and watchtowers, would take about 3–4 hours. But by today we had already covered 17 km (10.5 miles), or 26,000 steps—that’s really enough.

260512 – Dienstag, 12. Mai – die Terrakottaarmee von Xian –

Und wieder heißt es zeitig aufstehen – heute steht die berühmte Terrakottaarmee von Chinas erstem Kaiser Qin Shihuangdi auf dem Programm, etwa 30 km östlich von Xian, Fahrzeit mit den Öffis fast 2 Stunden.

Die monumentale Grabanlage aus dem 3. Jh. v. Chr. wurde erst 1974 zufällig entdeckt – inzwischen schützen große Hallen die einzelnen Ausgrabungsareale, in denen die lebensgroßen Krieger dicht gedrängt mit ihren Waffen und einigen Pferden zu sehen sind. Noch viel dichter drängen sich allerdings die Besucher – Klaustrophobie darf man hier wirklich nicht haben, und geduldig anstellen und warten für einen Platz in der ersten Reihe dürfte als Konzept hier nicht bekannt sein.

Nach dem Besuch von Museum und Grabungsstätten 1-3 (wo nach wie vor archäologische Arbeiten stattfinden) geht es mit dem Shuttle in den großen Park am Fuße des Lishan Berges, wo sich auch das eigentliche Grab des Kaisers befindet. Dieses wurde bis jetzt nicht geöffnet, einerseits aus Angst vor der Zerstörung der Artefakte durch plötzlichen Licht- und Sauerstoff Einfluss, andererseits auch als Angst vor eventuellen antiken Fallen, die Grabräuber abschrecken sollen. Hierher verirren sich deutlich weniger Besucher, obwohl hier die beiden berühmten Bronze-Pferdegespanne ausgestellt sind. 

Am späten Nachmittag sind wir wieder zurück in Xian – leider ein bisschen zu spät, um noch die große Wildganspagode besichtigen zu können. Macht nichts, wird auf morgen verschoben; stattdessen „besichtigen“ wir noch zwei Kaufhäuser, wo wir die nächsten fünf Neuzugänge für unsere Sammlung finden. 

Und heute waren wir auch recht brav – 23.913 Schritte oder 15,5 km.

Tuesday, May 12 – The Terracotta Army of Xian

Once again, we have to get up early – today we want to visit the famous Terracotta Army of China’s first emperor, Qin Shi Huangdi, located about 30 km east of Xian, and travel time by public transportation is nearly two hours.

The monumental burial complex from the 3rd century BC was only discovered by chance in 1974. Today, large halls protect the individual excavation sites, where the life-sized warriors can be seen standing tightly packed together with their weapons and some horses. The visitors, however, are packed even more tightly – you really shouldn’t suffer from claustrophobia here, and patiently queuing and waiting for a spot in the front row does not seem to be a familiar concept.

After visiting the museum and excavation pits 1–3 (where archaeological work is still ongoing), we take a shuttle to the large park at the foot of Mount Lishan, where the emperor’s actual tomb is located. It has not yet been opened, partly out of concern that sudden exposure to light and oxygen could damage the artifacts, and partly due to fear of ancient traps intended to deter grave robbers. Significantly fewer visitors make their way here, even though the two famous bronze horse chariots are on display.

By late afternoon we are back in Xian – unfortunately a little too late to visit the Giant Wild Goose Pagoda. No matter, that will be postponed until tomorrow. Instead, we “visit” two department stores, where we find the next five additions to our collection. And today‘s workout was quite ok, too – 23,913 steps, or 15.5 km (9.6 miles).

260511 – Montag, 11.Mai – Von Beijing nach Xian – 

Gegen 7:00 Uhr früh verlassen wir unser nettes Hotel im Lishi Hutong und fahren – ganz brav wieder mit den Öffis – zum Westbahnhof von Beijing. Unser SchnellZug fährt um 8:10 Uhr pünktlich ab, und bewältigt die über 1.200 km in 4 Stunden und 20 Minuten. Es war eine angenehme Fahrt, und wir haben eine nette, vierköpfige Gruppe Individualreisender aus Deutschland getroffen – wer weiß, vielleicht sehen wir sie ja morgen bei der Terrakotta Arme wieder. 

Die U-Bahn Linie 2 verbindet den Nordbahnhof von Xian ideal mit unserem Hotel in der Stadt, also stellen wir Alipay einfach auf die neue Destination um und schon können wir auch hier mit den Öffis fahren.

Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel geht es gleich los, als Erstes zur Großen Moschee von Xian. Dies ist wohl die ungewöhnlichste Moschee, die wir je gesehen haben – keine Kuppeln, keine Minarette, nur eine kleine Pagode, die dem Muezzin als Turm dient. Abgesehen von der großen Gebetshalle mit den Teppichen am Ende der Anlage, ein paar symmetrischen Mustern und ein wenig arabischer Kalligraphie wirkt die Anlage wie ein traditioneller chinesischer Tempel. Außerdem benötige ich hier weder ein Kopftuch noch eine Weste, die die Schultern bedeckt. Der lange Rock, der die Knie bedeckt, genügt völlig. Darüber bin ich sehr froh, denn es ist unglaublich heiß hier.. Aber dafür es ist ruhig und friedlich, nur wenige Touristen finden den Weg hierher. Und außerdem müssen wir hier zum ersten Mal Eintritt zahlen – den freien Eintritt für Senioren gibt es hier nur für chinesische Besucher.

Von hier geht es durchs Stadtzentrum weiter, vorbei an einem Schokolade Museum mit unglaublichen Exponaten wie zum Beispiel Terrakotta-Kriegern oder einer detaillierten Nachbildung des Trommelturms (es hat 33° hier – dass die Schokokrieger nicht schmelzen, ist ein Wunder), vorbei am echten Trommelturm und am Glockenturm zum Beilín-Museum, dem „Stelenwald“. Hier sind über 3000 Steintafeln aus mehreren Jahrtausenden in einem ansprechenden Museum sehr gut präsentiert. Zu den Prunkstücken gehört unter anderem Schriften des Konfuzius oder die Nestorianische Stele, die Zeugnis ablegt von der Ankunft des Christentums in China im Jahr 781 zur Zeit der Tang-Dynastie. 

Der Weg zurück führt durch ein Kaufhaus, hier finden wir die nächsten fünf Stück für unsere Rettungsautosammlung, dann besichtigen wir eines der Wahrzeichen von Xian, den Glockenturm mit dem kleinen Museum. Die hier hängende Bronzeglocke wiegt 6,5 t (also so viel wie unser Wohnmobil), dabei handelt es sich hier nur um eine Kopie – das Original aus dem Jahr 711, welches wir im Stelenwald gesehen haben, wiegt über 10 t.

Und schließlich klettern wir auch noch auf den Trommelturm, auch hier gibt es ein nettes, kleines Museum, viele antike Trommeln, sowie gratis Kunstflug Vorführungen: ganze Geschwader von Schwalben wohnen unter den Dachschindeln und zeigen jetzt am frühen Abend ihre Kunststücke.

Es ist inzwischen dunkel, aber die Menschenmassen werden mehr statt weniger, und die Betreiber vieler mobiler Verkaufsstände wetteifern mit Megaphonen um Kunden. Es ist sehr voll, sehr laut und wir können uns der Souvenir Verkäufer und mobilen Masseure kaum erwehren. Wir flüchten in eine ruhigere Seitengasse, finden ein nett aussehendes Nudellokal, bestellen mit Hilfe der Übersetzungs-App unser Abendessen und fallen dann im Hotel nach 20.516 Schritten oder 13,4 km nur mehr ins Bett. 

Monday, May 11 – From Beijing to Xian –

Around 7:00 a.m., we leave our lovely hotel in Lishi Hutong and — being good tourists — take public transport to Beijing West Railway Station. Our high-speed train departs punctually at 8:10 a.m. and covers the more than 1,200 km journey in just 4 hours and 20 minutes. It was a pleasant ride, and we met a nice group of four fellow travelers from Germany — who knows, maybe we’ll run into them again tomorrow at the Terracotta Army Museum.

Xian North Railway Station is ideally connected to our hotel in the city via Metro Line 2, so we simply switch Alipay to the new destination and can immediately use public transport here as well.

After a short break at the hotel, we head straight out again, first to the Great Mosque of Xian. This is probably the most unusual mosque we have ever seen — no domes, no minarets, just a small pagoda serving as the muezzin’s tower. Apart from the large prayer hall with carpets at the far end of the complex, a few symmetrical patterns, and some Arabic calligraphy, the site looks much more like a traditional Chinese temple. Also, for once I don’t need a headscarf or a cover for my shoulders; my long skirt covering my knees is completely sufficient — which I’m very happy about, because it’s incredibly hot here. On the plus side, it’s peaceful and quiet, with only a few tourists finding their way here. Also, this is the first place where we actually have to pay admission — the free senior entrance only applies to Chinese visitors.

From here we continue through the city center, passing a chocolate museum with unbelievable exhibits such as Terracotta Warriors and a detailed replica of the Drum Tower (it’s 33°C here — it’s a miracle the chocolate warriors aren’t melting), past the real Drum Tower and Bell Tower, and onward to the Beilin Museum, the “Forest of Steles.” More than 3,000 stone tablets from several millennia are beautifully displayed in this impressive museum. Among its highlights are writings of Confucius and the Nestorian Stele, which documents the arrival of Christianity in China in the year 781 during the Tang Dynasty.

On our way back, we pass through a shopping mall where we find the next five pieces for our rescue vehicle collection. Then we visit one of Xian’s landmarks, the Bell Tower with its small museum. The bronze bell hanging here weighs 6.5 tons (about the same as our motorhome), but this is only a copy — the original from the year 711, which we saw in the Forest of Steles, weighs over 10 tons.

Finally, we also climb the Drum Tower. Here too there is a lovely little museum, many antique drums, and even free aerobatic performances: entire squadrons of swallows live beneath the roof tiles, showing their flying skills now in the early evening.

By now it’s dark, but instead of thinning out, the crowds only grow larger. Operators of countless mobile stalls compete for customers using megaphones. It’s extremely crowded and noisy, and we can barely fend off souvenir sellers and mobile masseurs. We escape into a quieter side street, find a nice-looking noodle restaurant, use our translation app to order dinner, and then it’s back to the hotel and – after 20.516 steps or 13,4 km (8,3 miles) on foot – to bed.