Gegen 7:00 Uhr früh verlassen wir unser nettes Hotel im Lishi Hutong und fahren – ganz brav wieder mit den Öffis – zum Westbahnhof von Beijing. Unser SchnellZug fährt um 8:10 Uhr pünktlich ab, und bewältigt die über 1.200 km in 4 Stunden und 20 Minuten. Es war eine angenehme Fahrt, und wir haben eine nette, vierköpfige Gruppe Individualreisender aus Deutschland getroffen – wer weiß, vielleicht sehen wir sie ja morgen bei der Terrakotta Arme wieder.
Die U-Bahn Linie 2 verbindet den Nordbahnhof von Xian ideal mit unserem Hotel in der Stadt, also stellen wir Alipay einfach auf die neue Destination um und schon können wir auch hier mit den Öffis fahren.
Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel geht es gleich los, als Erstes zur Großen Moschee von Xian. Dies ist wohl die ungewöhnlichste Moschee, die wir je gesehen haben – keine Kuppeln, keine Minarette, nur eine kleine Pagode, die dem Muezzin als Turm dient. Abgesehen von der großen Gebetshalle mit den Teppichen am Ende der Anlage, ein paar symmetrischen Mustern und ein wenig arabischer Kalligraphie wirkt die Anlage wie ein traditioneller chinesischer Tempel. Außerdem benötige ich hier weder ein Kopftuch noch eine Weste, die die Schultern bedeckt. Der lange Rock, der die Knie bedeckt, genügt völlig. Darüber bin ich sehr froh, denn es ist unglaublich heiß hier.. Aber dafür es ist ruhig und friedlich, nur wenige Touristen finden den Weg hierher. Und außerdem müssen wir hier zum ersten Mal Eintritt zahlen – den freien Eintritt für Senioren gibt es hier nur für chinesische Besucher.
Von hier geht es durchs Stadtzentrum weiter, vorbei an einem Schokolade Museum mit unglaublichen Exponaten wie zum Beispiel Terrakotta-Kriegern oder einer detaillierten Nachbildung des Trommelturms (es hat 33° hier – dass die Schokokrieger nicht schmelzen, ist ein Wunder), vorbei am echten Trommelturm und am Glockenturm zum Beilín-Museum, dem „Stelenwald“. Hier sind über 3000 Steintafeln aus mehreren Jahrtausenden in einem ansprechenden Museum sehr gut präsentiert. Zu den Prunkstücken gehört unter anderem Schriften des Konfuzius oder die Nestorianische Stele, die Zeugnis ablegt von der Ankunft des Christentums in China im Jahr 781 zur Zeit der Tang-Dynastie.
Der Weg zurück führt durch ein Kaufhaus, hier finden wir die nächsten fünf Stück für unsere Rettungsautosammlung, dann besichtigen wir eines der Wahrzeichen von Xian, den Glockenturm mit dem kleinen Museum. Die hier hängende Bronzeglocke wiegt 6,5 t (also so viel wie unser Wohnmobil), dabei handelt es sich hier nur um eine Kopie – das Original aus dem Jahr 711, welches wir im Stelenwald gesehen haben, wiegt über 10 t.
Und schließlich klettern wir auch noch auf den Trommelturm, auch hier gibt es ein nettes, kleines Museum, viele antike Trommeln, sowie gratis Kunstflug Vorführungen: ganze Geschwader von Schwalben wohnen unter den Dachschindeln und zeigen jetzt am frühen Abend ihre Kunststücke.
Es ist inzwischen dunkel, aber die Menschenmassen werden mehr statt weniger, und die Betreiber vieler mobiler Verkaufsstände wetteifern mit Megaphonen um Kunden. Es ist sehr voll, sehr laut und wir können uns der Souvenir Verkäufer und mobilen Masseure kaum erwehren. Wir flüchten in eine ruhigere Seitengasse, finden ein nett aussehendes Nudellokal, bestellen mit Hilfe der Übersetzungs-App unser Abendessen und fallen dann im Hotel nach 20.516 Schritten oder 13,4 km nur mehr ins Bett.

Monday, May 11 – From Beijing to Xian –
Around 7:00 a.m., we leave our lovely hotel in Lishi Hutong and — being good tourists — take public transport to Beijing West Railway Station. Our high-speed train departs punctually at 8:10 a.m. and covers the more than 1,200 km journey in just 4 hours and 20 minutes. It was a pleasant ride, and we met a nice group of four fellow travelers from Germany — who knows, maybe we’ll run into them again tomorrow at the Terracotta Army Museum.
Xian North Railway Station is ideally connected to our hotel in the city via Metro Line 2, so we simply switch Alipay to the new destination and can immediately use public transport here as well.
After a short break at the hotel, we head straight out again, first to the Great Mosque of Xian. This is probably the most unusual mosque we have ever seen — no domes, no minarets, just a small pagoda serving as the muezzin’s tower. Apart from the large prayer hall with carpets at the far end of the complex, a few symmetrical patterns, and some Arabic calligraphy, the site looks much more like a traditional Chinese temple. Also, for once I don’t need a headscarf or a cover for my shoulders; my long skirt covering my knees is completely sufficient — which I’m very happy about, because it’s incredibly hot here. On the plus side, it’s peaceful and quiet, with only a few tourists finding their way here. Also, this is the first place where we actually have to pay admission — the free senior entrance only applies to Chinese visitors.
From here we continue through the city center, passing a chocolate museum with unbelievable exhibits such as Terracotta Warriors and a detailed replica of the Drum Tower (it’s 33°C here — it’s a miracle the chocolate warriors aren’t melting), past the real Drum Tower and Bell Tower, and onward to the Beilin Museum, the “Forest of Steles.” More than 3,000 stone tablets from several millennia are beautifully displayed in this impressive museum. Among its highlights are writings of Confucius and the Nestorian Stele, which documents the arrival of Christianity in China in the year 781 during the Tang Dynasty.
On our way back, we pass through a shopping mall where we find the next five pieces for our rescue vehicle collection. Then we visit one of Xian’s landmarks, the Bell Tower with its small museum. The bronze bell hanging here weighs 6.5 tons (about the same as our motorhome), but this is only a copy — the original from the year 711, which we saw in the Forest of Steles, weighs over 10 tons.
Finally, we also climb the Drum Tower. Here too there is a lovely little museum, many antique drums, and even free aerobatic performances: entire squadrons of swallows live beneath the roof tiles, showing their flying skills now in the early evening.
By now it’s dark, but instead of thinning out, the crowds only grow larger. Operators of countless mobile stalls compete for customers using megaphones. It’s extremely crowded and noisy, and we can barely fend off souvenir sellers and mobile masseurs. We escape into a quieter side street, find a nice-looking noodle restaurant, use our translation app to order dinner, and then it’s back to the hotel and – after 20.516 steps or 13,4 km (8,3 miles) on foot – to bed.

