Der erste Landgang beginnt mit der Einreise in Japan, das heißt Paß- und Zollformalitäten am Kreuzfahrtpier von Naha erledigen, dann zurück aufs Schiff. Um kurz nach 10 Uhr startet unser erster Ausflug „Eindrücke von Okinawa“. Der Bus mit der laut Ankündigung sehr gut deutsch sprechenden einheimischen Tourbegleiterin bringt uns zuerst zum Shikinaen Garten, einem ehemaligen Anwesen der königlichen Familie von Ryukyu, komplett mit Wohngebäuden, Teich, steinernen Brücken und kleinem Pavillon, und viel gepflegtem Grün. Und scheinbar Giftschlangen.
Von dort geht es weiter zum Shurijo Schloss (unser Bus fährt hier tatsächlich in die Tiefgarage), welches der königlichen Familie bis zum Ende des Ryukyu Königreichs 1879 als Wohnsitz diente. Durch etliche verschiedene Tore geht es hügelaufwärts bis zum Hauptgebäude, welches laut Fotografien unglaublich prunkvoll und beeindruckend gewesen sein muss – bevor es 2019 leider einem Feuer zum Opfer fiel. Inzwischen wurde mit der Rekonstruktion begonnen. Über die Überreste des Palasts hat man eine große Halle gebaut, um die Arbeiten witterungsgeschützt durchzuführen zu können. Und die Besucher können sich auf drei Ebenen vom Fortgang der Arbeiten ein Bild machen.
Anschließend bringt uns der Bus ins Stadtzentrum von Naha, zur Kokusai-dori, einer bekannten Einkaufsstraße. Wir ziehen voller Hoffnung los, aber es gibt hier eigentlich nur Souvenirs und Kitsch, und dazwischen Cafés und Restaurants. Wir finden zwar ein paar Patches mit Rettungsdienstbezug (Henri Dunant Starfleet International finden wir besonders kreativ), aber Spielzeug suchen wir vergeblich, auch in den wenigen Kaufhäusern, und es ist furchtbar laut, aus beinahe jedem der grell-bunten Shops dröhnt Musik und dazwischen japanische Texte aus den Lautsprechern. Hungrig lassen wir uns in einem kleinen Schnellrestaurant nieder, wo so etwas wie „Maki-Burger“ angeboten wird. Eine gute Wahl – erstens hat es gut geschmeckt, und zweitens haben wir somit genau die 15 Minuten, die der tropische Regenguss gedauert hat, im Trockenen verbracht.
Wir machen uns auf den Weg zum Schiff, vorbei an den beiden imposanten Drachensäulen, die die Straße in die Stadt bewachen. Zurück an Bord finden wir für morgen abend eine Einladung: „Ihre Offiziere laden Sie zum Dinner ins Nikkei Restaurant ein“. Oh Schreck – wir haben natürlich nichts Passendes zum Anziehen mit, und was ist eigentlich der Anlass? Wir fragen an der Rezeption nach: diese Einladung erging an alle Gäste, die zum ersten mal mit Hapag-Lloyd Cruises unterwegs sind, und es ist eine Art „Speed-Dating“: nach jedem Gang wechseln die Offiziere den Tisch. Aha. Wir fragen nach wegen dem Dress-Code, und erhalten den guten Rat, wir mögen uns doch in der Bordboutique angemessene Kleidung besorgen. Nein, vielen Dank – abgesehen vom Preisniveau würden wir die hier angebotenen Stücke niemals freiwillig anziehen. Also melden wir uns einfach vom Event ab und lassen auch das Angebot fürs Champagnertasting (Unkostenbeitrag € 90,00 pro Person) dankend aus. Dafür schauen wir uns im Bordfernsehen die Aufzeichnung des gestrigen Experten-Vortrages an: Landeskunde Japan – eine allgemeine Einführung in das Land – Christian Wagner ist mit einer Japanerin verheiratet, lebt seit Jahren in Japan und weiß wovon er spricht – vielen Dank für den interessanten und witzigen Vortrag – Arigato gozaimas!
Day 23 – Cruise Day 3 / Saturday, May 24 – Okinawa
Our first shore excursion begins with immigration into Japan, this means passport and customs checks at the Naha cruise terminal, then back onboard. Shortly after 10 a.m., our excursion “Impressions of Okinawa” starts. The bus and our local guide (supposedly fluent in German), takes us to Shikinaen Garden, once an estate of the royal Ryukyu family, with the (very humble) royal residence, ponds, stone bridges, a small pavilion, and beautifully maintained greenery. And possibly venomous snakes.
Next stop: Shurijo Castle (our bus actually drives into the underground parking garage), the royal family’s residence until the end of the Ryukyu Kingdom in 1879. We walk uphill, passing several gates to reach the main building, which, according to photos, was stunningly beautiful before being destroyed by fire in 2019. Reconstruction has started—visitors can view the work across three levels under a large protective hall built over the ruins.
After that, we head to Naha city center and Kokusai-dori, a well-known shopping street. Full of hope, we explore, only to find mostly souvenirs and kitsch, with cafés and restaurants in between. We find a few EMS-themed patches (we find “Henri Dunant Starfleet International” especially creative), but no toys—even in the few department stores. It’s terribly loud, with blaring music and Japanese announcements from every garish shop. Hungry, we settle into a small fast-food place offering “Maki-Burgers.” A good choice—tasty, and we stay dry during the 15-minute tropical downpour.
On our way back, we pass the two impressive dragon pillars guarding the street. Back onboard, we find an invitation for tomorrow evening: “Your officers invite you to dinner at the Nikkei Restaurant.” Oh no—we don’t have anything to wear! What’s the occasion? Reception desk informs us it’s for first-time Hapag-Lloyd guests—sort of a speed-dating dinner where officers change tables after each course. We ask about the dress code and are advised to buy something appropriate at the onboard boutique. No, thank you—not just because of the prices, but we would never wear those outfits voluntarily. We politely decline both the dinner and also the € 90-per-person champagne tasting. Instead, we watch yesterday’s recorded lecture on Japanese culture by Christian Wagner. He’s married to a Japanese woman and lives in Japan—a great, informative, and funny talk. Arigato gozaimasu!
