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Freitag / Friday, February 3, 2023

Tag 292 – alte Autos, Ruinen und ein unglaubliches Museum

Erster Punkt für heute ist das Museo C´ars in San Pedro – hier gehen wir auf Zeitreise auf 2.000 Quadratmeter. Liebevoll gepflegte Fahrzeuge – viele davon an die 100 Jahre alt und noch immer funktionsfähig – zeugen von der großen Epoche, als Autos noch „Kurven“ hatten und das Design sich nicht am möglichst geringen Luftwiderstand orientierte. Neben den Autos ergänzen original eingerichtete Geschäfte wie z.B. Friseurladen, Apotheke, Arztpraxis, Schreibwarengeschäft, Tankstelle, Reparaturwerkstatt die Ausstellung. Unzählige Fotografien, Werbeplakate und Schilder, sowie Zubehör wie Lenkräder, Tankdeckel, Felgen hängen an den Wänden, Fahrräder hängen von der Decke und in einer Vitrine entdecken wir Modellautos, darunter auch zwei Ambulanzen. Eine davon haben wir in unserer Sammlung, die andere steht ab sofort auf der „Wanted“-Liste. Im Freigelände stehen noch mehr Fahrzeuge – in der Halle reicht der Platz nicht mehr aus.

Es geht weiter nach Norden, vor Carmelo biegen wir rechts ab, zu einer der wenigen Jesuitenreduktionen in Uruguay, die Calera de las Huérfanas. Die Kirche steht noch fast vollständig (nur das Dach fehlt), von der restlichen Anlage sind nur mehr ein paar Mauerreste übrig. Einer der Gründe dafür steht am Hauptplatz von Carmelo – für das ab 1830 erbaute Sanctuario del Carmen, die neue Kirche für die Namensgeberin und Schutzpatronin von Carmelo, holte die Bevölkerung das Baumaterial einfach von der Jesuitenruine. Die Holzbänke und der schöne Fliesenboden im Inneren sind original und bestens erhalten. Eine weitere Sehenswürdigkeit von Carmelo ist die Puente giratorio, die einzige handbetriebene Drehbrücke Südamerikas (sagt zumindest unser Buch). Wir sind uns nicht ganz sicher, ob die rot lackierte Stahlkonstruktion noch funktioniert, aber als wir Einheimische danach fragen, heißt es: ja, klar funktioniert sie noch!

Und dann finden wir auf Google Maps zufällig das Museo de Madera, das „Holzmuseum“ – die Bilder wecken unsere Neugier, also suchen wir das Museum. Ratlos stehen wir in der Gasse, angeblich genau davor, aber da ist nur ein „ich-hab-alles“-Laden. Erst beim dritten Mal hinschauen finden wir die Tafel „Museo abierto“. Noch immer nicht ganz sicher betreten wir den Laden und fragen nach dem Museum. Die Señora lächelt, deutet uns mitzukommen, führt uns nach hinten ins Geschäft und durch eine dunkle Passage betreten wir das Museum. Und das ist schlicht und einfach WOW. Wir wissen gar nicht, wohin wir zuerst schauen sollen. Minuten später kommt der Künstler/Schöpfer, um uns persönlich zu begrüßen und herumzuführen. José Castro González, ein gebürtiger Spanier, der 1957 nach Uruguay ausgewandert ist, präsentiert uns sein Lebenswerk. Skulpturen, Reliefbilder, Spielzeug, Puzzles, Schränke, Mobile, Wandbilder, Malereien, Skizzenbücher, Sessel, Schachspiele, Windräder, Hundehütten und vieles mehr, alles aus Holz. Wir sind überwältigt von seinem künstlerischen Schaffen. Ein Besuch, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Es geht noch ein Stück weiter nach Norden. Nach einem kurzen Halt in Dolores bei der Iglesia de Nuestra Señora de los Dolores (die Kirchtürme waren kilometerweit zu sehen, wir sind neugierig geworden), schauen wir uns in Mercedes noch die Catedral de Nuestra Señora de Merced an. Auf den Kirchtürmen stehen beindruckende, überlebensgroße Engelsfiguren, die leider nicht mehr richtig zur Geltung kommen, weil das rechts ganz knapp an die Kirche gebaute (und ziemlich hässliche) Wohnhaus den Sakralbau überschattet. Anschließend lenken wir unser Krasses Pferd über eine Brücke auf die Isla del Puerto im Río Negro – heute übernachten wir wieder auf einem Campingplatz, um unsere Batterien aufzuladen.

Tag 292 – vintage cars, antique ruins and an incredible museum

First stop today: the Museo C´ars in San Pedro – here we go on a journey into the past on 6.500 square ft. Perfectly preserved cars, many of them almost 100 years old and still running, are witnesses of the great era when automobiles still had attractive curves and weren´t designed only to minimize air resistance. Old shops are outfitted with original interior like a barbershop, pharmacy, a doctor´s office, a gas station or a repair shop; countless pictures, advertisement signs and prints are mounted on the walls, as well as automobile parts like old steering wheels, gas caps or rims. Bicycles are hanging from the ceiling, and in a display of miniature vehicles we spot 2 ambulances – we have one of them already in our collection, the other one is on our “wanted” list now. In the open-air part of the museum there are even more vehicles – there is no more room inside.

We continue north direction Carmelo and turn right, visiting one of the few Jesuit ruins in Uruguay, the Calera de las Huérfanas. The church is still there, only the roof is missing, the but there are only a few remains of the other buildings visible. One of the reasons for that can be visited at the main plaza of Carmelo – the building material for the Sanctuario del Carmen, the new church for the patron Saint of Carmel, was taken from the Jesuit mission buildings. The wooden benches and also the floor tiles are original. Another sight of Carmelo is the Puente giratorio, the only hand-drawn rotating bridge in South America (that´s what our guide book says). We are not sure if the bright red steel construction is still in working order, but the locals say yes, of course it is!

By chance, we find the Museo de madera, the wood museum, on Google Maps; the pictures pique our interest, so we go and search for the museum. A bit lost, standing in front of a “a little bit of everything” shop, we look around, but it takes us some time to see the sign “museo abierto”- museum open. Still not sure, we enter the shop and ask for the museum – the Señora smiles and guides us through the shop and a dark corridor into the museum. And then it´s WOW time. The artist, painter and sculptor Señor José Castro González, born in Spain and emigrated to Uruguay in 1957, shows us around and presents his life´s work. Sculptures, reliefs, toys, puzzles, cupboards, mobiles, paintings, sketch books, chairs, chess sets, wind wheels, dog houses and much more, all made of wood. We are overwhelmed, and we will remember this visit for a long time.

We drive a bit further north; after a short stop in Dolores at the Iglesia de Nuestra Señora de los Dolores (we had seen the bell towers of the church from afar and got curious), we visit the Catedral de Nuestra Señora de Merced in Mercedes. Unfortunately, the adjacent (rather ugly) house was built too close to the church, overshadowing the beautiful façade with the huge larger-than-life angel sculptures. Then we cross a small bridge and drive to the Isla del Puerto in the Río Negro – tonight we´ll stay at a camp site again to charge our batteries.

Route 230203