230202 – Nueva Helvecia und Colonia del Sacramento >

Donnerstag / Thursday, February 2, 2023

Tag 291 – Nueva Helvecia und Colonia del Sacramento

In der Früh kommen wir mal wieder nicht weiter – wir plaudern mit unseren Nachbarn am Campingplatz – Didi und Martina aus Bayern, die wir schon im UY-Storage kennengelernt haben, Martin mit seinem Mercedes-Truck, der uns Reisetipps für Argentinien gibt, und mit den netten Italienern und Holländern – ein Europa-Treffen, quasi. Wir verabschieden uns von Rolf, dem Besitzer der Granja Hotel Suizo und werfen noch einen Blick in die Rezeption und die Gaststube – sieht aus wie ein kleines Schweizer Museum.

Und das war eigentlich auch schon das „schweizerischste“, was wir hier gefunden haben. Es gibt in Nueva Helvecia, der „Neuen Schweiz“, ein oder zwei Käsereien, dann noch ein paar Souvenirläden und einige Häuser, die mit Wappen der Herkunftsländer der Immigranten geschmückt sind. An der Plaza de los Fundadores wehen die Fahnen von Österreich, Deutschland, Frankreich und der Schweiz, und ein Schild weist in Richtung Schweiz, Entfernung 11.120 km. Aber das war´s auch schon. Keine Häuser im Stil der Schweizer Alpen. Das größte Bauwerk ist ein Turm des Wasserwerks, und vom Monumento al Queso, dem Käsedenkmal mit den vielen Wappen, hat jemand den Käse aus der Mitte geklaut. Oder gegessen. Dafür finden wir im Spielzeugladen wieder einen Neuzugang, das wird unsere Nummer 17983. Und als wir uns mit der Besitzerin, Susana, auf facebook verbinden, finden wir heraus, dass wir eine gemeinsame Bekannte haben – Nibia, die uns gestern die Geschichte der Waldenser nähergebracht hat. Kleine Welt!

60 km weiter westlich parken wir uns dann in Colonia del Sacramento an der Bastión de San Pedro ein – und auch hier kommen wir nicht gleich weg. Wir müssen unbedingt ein paar Fotos mit einer Gruppe brasilianischer Biker machen, damit sich Andi Sterba freut, dann gesellt sich ein Paar aus Brasilien mit Wohnmobil dazu. Spät aber doch beginnen wir den Rundgang an den Ruinen des Convents San Francisco mit einem Aufstieg auf den Leuchtturm – gib Touristen etwas zum Hinaufklettern, und sie zahlen auch noch dafür. Aber der Ausblick von oben lohnt die 118 Stufen auf der engen Wendeltreppe.

Dann besuchen wir das Museo municipal, das in vier verschiedenen Häusern ganz verschiedene Aspekte und Epochen der Geschichte beleuchtet. Zu sehen sind so unterschiedliche Dinge wie Skelette eines Gliptodonten (archaisches Riesen-Gürteltier) und eines Riesen-Faultiers aus prähistorischen Zeiten, ein typisches Wohnhaus einer portugiesischen Familie mit Originaleinrichtung, antike Uniformen und Waffen und alte Landkarten. Im Museo de Azulejos sind portugiesische Fliesen zu bewundern. Die Calle de los Sospiros, die Seufzerstraße, und die Bastión de San Miguel mit dem Portón de Campo, dem Tor mit Zugbrücke, sind weitere Zeugnisse der Geschichte der Stadt, um die einst Spanier und Portugiesen gekämpft haben. Hier steht auch die Iglesia Matriz, die älteste Kirche Uruguays (natürlich geschlossen). Obwohl das historische Sacramento ein touristisches Highlight ist und mit seinen bunten, ebenerdigen, blumenbewachsenen Häuschen und dem Kopfsteinpflaster Geschichte atmet, ist es nicht überlaufen. Man kann in Ruhe durch die Gassen spazieren, fotografieren und Kaffee trinken.

Auf der Suche nach einem Plätzchen für die Nacht (an der Bastión de San Pedro dürfen wir angeblich nicht stehen bleiben) kommen wir noch an der ehemaligen Stierkampfarena vorbei. Der Bau wurde 1908 begonnen, 1910 fertiggestellt und bereits 1912 nach nur 9 Stierkämpfen wieder geschlossen, da im Februar 1912 Stierkampf in Uruguay verboten wurde (gottseidank). Ein paar hundert Meter weiter, auf einem Parkplatz an der Rambla, parken wir uns dann ein und schauen der Sonne beim Untergehen zu – neben uns die Brasilianer von heute nachmittag.

Day 291 – Nueva Helvecia and Colonia del Sacramento

In the morning, we chat with our neighbors at the campsite – Martina and Didi from Bavaria whom we had already met at the UY Storage, Martin and his Mercedes Truck, who gives us valuable travel information about Argentina, and the nice couples from Italy and the Netherlands. We say good-bye to Rolf, the owner of the Granja Hotel Suizo, and take some pictures of the interior of the hotel – looks like a Swiss museum.

And this was the „most swiss“ thing we found here. In Nueva Helvecia – “New Switzerland”- there are some cheese shops and a few souvenir shops. Several houses are decorated with coats of arms – memories of their first owners´ origin. The flags of Austria, Germany, France and Switzerland are mounted at the Plaza de las Foundadores, and a signs points direction east, to Switzerland – 6.911 miles away. But that´s it. No Swiss Alps-style houses. The highest building is the tower of the city´s waterplant, and the big cheese which was in the center of the Monumento al Queso, the cheese monument with all the coats of arms, is missing. Maybe someone ate it. But we are happy to find ambulance #17.983 for our collection in a local toy store. When we connect with Susana, the owner, on facebook, we find out that we have a common acquaintance – Nibia, who told us so much about the history of Colonia Valdense yesterday. Small world!

In Colonia del Sacramento, some 37 miles west of Nueva Helvecia, we park our car at the Bastion de San Pedro – and find ourselves in a group of Brazilian Bikers – we have to take pictures for our friend Andi – and a couple from Brazil with their camper. Much later than anticipated, we start our city tour. We visit the ruins of San Francisco Convent and climb up the lighthouse – give tourists something to climb up, they will do it and happily pay for it. But the view from the top is reward enough for the 118 steps and the steep and narrow spiral staircase.

Then we visit the city museum, consisting of four different houses with a lot of exhibits, illustrating different aspects and time periods. We get so see the skeletons of a glyptodont (archaic giant armadillo) and a giant sloth from prehistoric times; a typical house of a Portuguese family with original interior, antique uniforms and weapons and old, hand-drwan maps. The Museo de Azulejos has beautiful old tiles on display. The Calle de los Sospiros (street of sighs) and the Bastión de San Miguel with the Portón de Campo, the city portal with the drawbridge, are also witnesses of the history of this – at times Spanish, at times Portuguese – city.

Looking for a place for tonight (we were told we couldn´t stay at the Bastión de San Pedro), we pass by the former bull fight arena. The building, finished in 1910, saw only 9 fights and was closed down in 1912 when bullfighting was forbidden in Uruguay. A few hundred yards away, at a parking area at the Rambla, we find a nice spot for tonight, and watch the sunset – like the nice Brazilian couple we met this afternoon.

Route 230202