230212 – Vom Parque Luro nach Bahía Blanca >

Sonntag / Sunday, February 12, 2023


Tag 301 – Vom Parque Luro nach Bahía Blanca


In der Früh schwingen wir uns wieder auf unsere Fahrräder und radeln durch den Park.

Die Nature Reserve ist ein Teil eines ehemals privaten, 20.000 ha großen Wildparks. Der frühere Besitzer Dr. Luro ließ Hirsche und Wildschweine aus Europa importieren, und die haben sich hier prächtig vermehrt. Auch heute früh sehen wir wieder Rehe, einen Fuchs, viele Vögel – vor allem Loros und Raubvögel, Eulen und einen Specht, außerdem Guanakos und schon wieder große Meerschweinchenverwandte – Maras oder Pampashasen, aber keine Wildschweine und leider auch keine Flamingos und auch keine anderen Wasservögel. Die Lagune ist fast völlig ausgetrocknet – wenn ich Flamingo wäre, würde ich auch nicht hierher kommen, es gibt nichts zu essen.
Kurz nach Mittag brechen wir auf, scheitern aber erstmal am verschlossenen Einfahrtstor des Parkes – außer einer Herde Guanakos ist niemand da. Also zurück zum Campingplatz, die nette Betreiberin des Imbissstandes fährt zum Tor und sperrt für uns auf. Dann geht es die schnurgerade Ruta 35 nach Süden und dann nach Südosten, Richtung Bahía Blanca. Links und rechts die schon bekannte, unaufregende Pampa, in der Mitte das wie mit einem Lineal gezogene Band der Ruta 35. Irgendwann mitten auf der Strecke hören wir ein seltsames, metallisches Geräusch von draußen, als ob wir über irgendetwas drübergefahren wären, das gegen unser Fahrzeug geschlagen hat, finden aber keine Ursache.
Vier Stunden, 300 km und ein Gewitter später stehen wir in Bahía Blanca vor einem versperrten Tor und einem netten Marinesoldaten, der uns erklärt, dass das Museo de la Aviación naval geschlossen ist – wegen Regen. Ernsthaft?!? Sind die Flugzeuge nass geworden? Der hilfsbereite Soldat schickt uns weiter nach Puerto Belgrano, dort gäbe es auch ein interessantes Marine- und Militärmuseum. So militärbegeistert sind wir dann doch nicht, wir wollten ja nur die Marineflieger sehen, also machen wir kehrt und fahren ins Zentrum von Bahía Blanca. Am Hauptplatz steht die Catedral Nuestra Señora de la Merced, mit ein paar sehenswerten Gemälden im luftigen, hellen Inneren. Leider hat man auch hier einen Wohnturm direkt an die Kathedrale angebaut, das stört schon den Gesamteindruck – die riesigen Figuren an der Kuppel kommen nicht mehr richtig zur Geltung.
Ansonsten reißt uns Bahía Blanca nicht unbedingt zu Begeisterungsstürmen hin, auch wenn auf großen Schildern „Bahía me gusta“ steht. Wir verlassen die Stadt auf der Ruta 3 Richtung Süden und parken uns an einer YPF Tankstelle mit Truckstop für die Nacht ein. Das Abendessen besteht aus „einmal quer durch den Kühlschrank“ – wenn wir morgen den Kontrollposten der Polizei Richtung Süden passieren, dürfen kein Obst, Gemüse oder Fleisch an Bord sein. Patagonien ist frei von Fruchtfliegen und Rinderseuche, und so soll es auch bleiben. Von hier sind es dann „nur noch“ 2.470 km nach Ushuaia.


Day 301 – From Parque Luro to Bahía Blanca


In the morning, we take our bicycles out again and explore the park. The large nature reserve is part of the former, even larger private estate of Dr. Luro, who had deer and boars imported from Europe. They escaped from their enclosure and started to reproduce, very successfully. We see deer and a fox again, lots of birds – mostly loros and raptors, burrowing owls and carpinteros (woodpeckers), and also Guanakos and another species related to guinea pigs – the Pampas hare (Mara), but neither boars nor flamingos or other water fowl. The salt lagune is almost completely dried out – if I were a flamingo, I wouldn´t come here, either – nothing to eat here!
After lunch we want to leave, but the gate of the park is locked, no one at the entrance booth except a herd of Guanacos. So, we have to go back to the camp site, and the nice lady there drives to the gate to let us out. Now we can continue on route 35, first direction south and then southeast, towards Bahía Blanca. To the left and to the right the already familiar, uneventful pampa, in the middle the dead straight road leading to the horizon. Somewhere in the middle of nowhere, we hear a strange, metallic noise, as if we had hit something but we can´t find anything.
Four hours, 186 miles and one rain shower with thunderstorm later, we arrive at Bahía Blanca, at a locked gate – the nice naval soldier explains to us that the Museo de la Aviación naval, the Navy Aviation Museum, is closed – due to the rain. Really?!?! Did the airplanes get wet?? The helpful soldier recommends another marine military museum, 10 miles south, in Puerto Belgrano. We are not the military afficionados, we just wanted to see the airplanes, so we turn around and drive to the center of Bahía Blanca. At the plaza central, we visit the Catedral Nuestra Señora de la Merced with some very nice large paintings in its light and airy interior. Unfortunately, a large apartment house has been built directly adjacent to the cathedral – reducing the impression of the church façade with the huge sculptures on the cupola.
Bahía Blanca doesn´t impress us very much although some large billboards convey the message “me gusta Bahía” – I like Bahía. We follow route 3 south and stop at a large YPF gas station and truck stop for the night. Dinner consists of left-overs from the fridge – we are not allowed to take any fruit, vegetables or meat through the checkpoint a few miles south because Patagonia is completely free of fruit flies and foot and mouth disease. Let´s keep it that way! From here, we have to drive “only” 1.535 miles to Ushuaia.

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