230211 – Durch die Pampa oder wo Fuchs und Armadillo einander Gute Nacht sagen >

Samstag / Saturday, February 11, 2023

Tag 300 – Durch die Pampa oder wo Fuchs und Armadillo einander Gute Nacht sagen

Eigentlich wollten wir Tag 300 unserer Reise mit einem großen Frühstück oder noch besser einem Brunch feiern, aber da wir heute etwa 570 km zurücklegen wollen, wird es nur ein schneller Kaffee mit einer der süßen Köstlichkeiten von gestern. Wir verabschieden uns von unseren Gastgebern und machen uns auf den Weg nach Süden. Wir fahren an der Embalse Tercero vorbei, am Stausee vom dritten Fluss – als die Spanier vor 500 Jahren hier das Land erforschten, haben sie die Flüsse einfach durchnummeriert – etwas fantasielos, aber klar und eindeutig (später kommen wir dann auch an Río Cuarto, Vierter Fluss, vorbei).

Kein Wunder, das es hier so viele Touristen und gibt – die Gegend ist wirklich schön und für die hitzegeplagten Städter aus dem Großraum Buenos Aires ein leicht erreichbares Erholungsziel. 50 km später sind wir wieder aber schon wieder in der Pampa – für viele hundert Kilometer ist es rechts und links der Straße flach, grün und gelb – endlose Weizen-, Soja und Sonnenblumenfelder – die braunen, weißen und schwarzen Farbkleckse sind Rinder und Pferde. Wir überqueren überwucherte Schienen, die schon lange keine Eisenbahn mehr gesehen haben, und fahren vorbei an Einfahrtstoren zu Estancias, hinter denen kilometerlange Alleen hoher Bäume zum zugehörigen Gutshaus irgendwo am Horizont führen. Das Thermometer zeigt knapp 40°C – in drei Wochen, in der Antarktis, werden wir uns frierend und scheppernd daran erinnern.

Knappe 600 km später fahren wir beim Tor zur Reserva Natural Parque Luro vor (und sehen hier gleich den ersten Fuchs), in der Hoffnung, dass wir hier auf den Campingplatz dürfen, wo man angeblich eine Reservierung benötigt. Alles kein Problem, reservieren muss man nur die Cabañas; Zelte und Wohnmobile werden ohne Reservierung bis 18 Uhr eingelassen. Und der Pool hat bis 19 Uhr geöffnet. Wir springen erstmal ins Wasser, dann montieren wir die gestern erworbene Österreich-Fahne – kurze Zeit später kommt ein Fuchs zur Inspektion vorbei, und ein großes Rudel Hirsche zieht über den Campingplatz.

Nach dem Abendessen nehmen wir Stirnlampe, Nachtsichtgerät und große Stablampe, und gehen auf Pirsch. Wir begegnen Armadillos – Gürteltieren, die sich beileibe nicht einrollen wie im Comic, sondern in den Sand eingraben und einer Familie Füchse, die uns anbellen.

Ein Uhu ist auf Jagd, und die Hirsche sind auch noch da, am Waldrand. Die hier auch lebenden Pumas haben wir nicht gesehen (sie uns vielleicht schon). Morgen in der Früh wollen wir an die Lagune, vielleicht sehen wir dort Flamingos.

Day 300 – Crossing the Pampa or meet and greet with Fox and Armadillo

The plan was to celebrate day 300 with a big breakfast or even better with a brunch. But as we are planning to drive about 350 mile today, it´s only a quick coffee and some of the delicious sweets we bought yesterday. We say good-bye to our lovely hosts and start the long drive south. We pass by Embalse Tercero, the reservoir of the “Third River” – 500 years ago, the Spaniards who explored the land from the coast to the Sierra, just gave the rivers numbers – not very fancy, but efficient (a bit later, we pass by Río Cuarto, Fourth River).

It´s no surprise that this is a tourist area – the region is beautiful and not too far away from hot Buenos Aires – a perfect destination for a weekend trip. 30 miles later, we are in the Pampa again, for many hundred miles – flat, green and yellow – endless wheat, soy and sunflower plantations with some brown, white and black in between – cattle and horses. We cross grown-over train tracks which haven´t seen a train in ages, and we pass gates of estancias; staring right behind the gates, long alleys of huge trees lead to the farm house somewhere on the horizon. The thermometer crawls up to 100°F – in about three weeks, chilled to the bone in the Antarctic, we will remember this nice, warm day.

After 370 miles we reach the gates of Reserva Natural Parque Luro (where we see the first fox), hoping that we may spend the night in the reserve because allegedly a reservation is necessary. But, no problem at all, reservations are only needed for cabanas – not for tents or campers, and as we arrive just in time before 6 pm, we may stay. And the pool is open till 7 pm. We go for a swim first, then we mount the Austrian flag we bought yesterday. A few minutes later, another (or the same?) fox passes by for inspection, and a herd of deer passes by the camping area.

After dinner, we take a headlight, our night vision goggles and the large torch and walk through the park. We get to see Armadillos who don´t curl into a ball as they do in comic strips but burrow themselves in the sand; a family of foxes who bark at us; an owl is hunting, and the deer are still there, at the edge of the wood. We didn´t see any of the resident pumas (but maybe they saw us – we´ll never know). Tomorrow morning, we want to go to the salt lagune, maybe we´ll get to see flamingos. 

Route 230211

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