230714 – Eine Höhle, eine Kirche und viel Spielzeug >

Freitag / Friday, July 14, 2023
Tag 453 / 429 – Eine Höhle, eine Kirche und viel Spielzeug

In der Früh ist es bewölkt und – erfreulicherweise – deutlich kühler als gestern. Was machen Touristen, wenn das Wetter nicht ganz so strahlend schön ist? Einkaufen oder indoor Sehenswürdigkeiten besichtigen. Ganz zufällig befindet sich eine weitere interessante Höhle, die Gruta Rei do Mato, in nur 4 km Entfernung. Also auf in die Höhle, wieder mit Schutzhelm, wieder Führung auf portugiesisch, und wieder in mitten einer Touristengruppe – diesmal keine Kids, sondern Pensionisten. Deutlich leiser und vieeeel langsamer, es geht nämlich ordentlich steil bergauf zum Höhleneingang und dann viele Stufen hinunter. 

Das Höhlensystem besteht aus mehreren großen Sälen mit fantastischen Felsformationen wie Kaskaden, Vorhängen und Lustern. Im letzten Saal steht ein außergewöhnliches, 35 m hohen Säulenpaar, mit ein bisschen Fantasie entpuppen sich Stalagmiten oder herumliegende Felsen als Strauß oder Kaiman. In einer weiteren kleineren Höhle wurden mehrere Tausend Jahre alte Felszeichnungen gefunden, sowie das Skelett eines Xenorhinotherium bahiense, eines prähistorischen Lama-Vorfahrens. Hier steht ein Replika, das Original befindet sich im naturhistorischen Museum in Belo Horizonte.

Nach Belo Horizonte führt uns dann auch der weitere Weg, genauer gesagt in den Vorort Pampulha, zur Igreja São Francisco de Asis. Der damalige Bürgermeister von Belo Horizonte und spätere Präsident Brasiliens, Juscelino Kubitschek, beauftragte den Landschaftsarchitekten Burle Marx mit der Gestaltung der Grünflächen rund um den künstlichen See, und einen damals noch ziemlich unbekannten Architekten namens Oscar Niemeyer mit dem Kirchenbau. Und dieser Bau mit seinen geschwungenen Linien und den wunderbaren Azulejos innen sowie an der Rückseite des Gebäudes machte Niemeyer weit über die Grenzen Brasiliens hinaus berühmt. Auch die Ausgestaltung des Innenraums ist sehenswert, und der Kreuzweg ist wohl einer der ungewöhnlichsten, die wir je gesehen haben.

Eigentlich wäre dann ein Besuch im Minen-Museum im Zentrum von Belo Horizonte geplant, aber wir haben auf Google Maps ein Spielzeugmuseum gefunden – das wirft unsere ganze Planung über den Haufen, da müssen wir natürlich hin. Die Parkplatzsuche ist sehr mühsam, aber schließlich stehen wir im Museum bei der Kassa – Iago, einer der Mitarbeiter spricht Englisch, gottseidank. Eingekeilt in einer kostümierten Kindergruppe (schon wieder), die eine unglaubliche Lautstärke entwickelt, bewundern wir die Stücke in den Vitrinen. Wir finden mehrere Ambulanzen, die wir auch daheim in unserer Sammlung haben, aber den Holz-Rettungshubschrauber des brasilianischen Herstellers „Estrella“ haben wir noch nie gesehen. Auch die hölzernen Lego-Spielwürfel sind uns neu. In einer anderen Vitrine entdecken wir Alf und E.T. – ob die Kids von heute überhaupt noch wissen, wer das ist? Nein, meint Iago, dafür kennen sie die Dino-Familie noch, mit der wir nichts anfangen können. 


Und schon wieder ist es später Nachmittag, wir brauchen einen Platz für die Nacht und wir würden gern in der Stadt bleiben, da wir ja morgen ins Minen-Museum wollen. Die Auswahl ist nicht berauschend, aber auf IOverlander finden wir einen Eintrag, der uns auf den Firmenparkplatz der Firma „Alalux“ führt. Und tatsächlich – wir dürfen hier übernachten (sicher verwahrt, das Tor wird um 18 Uhr geschlossen und kurz vor 9 morgen wieder geöffnet), es gibt Internet, Wasser, Toilette und Dusche, und man spricht Englisch, Spanisch, Italienisch, und einer der Mitarbeiter sogar Deutsch. Mitten in der Stadt, 7 min zu Fuß vom Museum entfernt, ein sicherer Platz. Finden wir ganz, ganz toll und superlieb von den Besitzern!

Day 453 / 429 – A cave, a church and a lot of toys

In the morning, it is overcast and – fortunately – far cooler than yesterday. What do tourists do in that case? It´s either shopping or some indoor sightseeing activity. What a coincidence, there is another interesting cave nearby, the Gruta Rei do Mato, in about 2,5 miles distance. So we go caving again, with helmet and a guided tour in Portuguese, again, and in the middle of a large tourist group, again, of course. But these are not kids, these are retirees. Far less noise than yesterday and also very slow because we have a rather steep track to climb up to the cave entrance and then lots of stairs to climb down.

The cave system consists of several large chambers respectively halls with fantastic sediment formations like cascades, curtains or chandeliers. In the last and largest hall, there is an extraordinary 114 ft high pair of columns, and with a bit of fantasy, stalagmites and rocks look like an ostrich or a caiman´s head. In one of the smaller caves, we get to see rock paintings, several thousands of years old; paleontologists found the fossilized remains of a Xenorhinotherium bahiense, a prehistoric ancestor of today´s Llamas. A replica has been placed here; the original is on display at a museum in Belo Horizonte.

And Belo Horizonte is our next stop, more specifically the Igreja São Francisco de Asis in the suburb of Pampulha. In the 1940s, the then-mayor of Belo Horizonte (and future president of Brazil), Juscelino Kubitschek, had landscape artist Burle Marx design the green areas around the artificial lake in Pampulhas, and a still rather unknown architect named Oscar Niemeyer design a church at the lake. And this building with its flowing forms and the fantastic blue tiles on the back side made Niemeyer famous. The interior of the church is also worth visiting, the stations of the cross are some of the most unusual we have ever seen.

Next on our agenda would have been the mine museum, but – we found a toy museum in the city center, turning our plan upside down – of course we have to go there. Finding a parking spot was really hard, but at last we arrive at the museum entrance. Iago, one of the staff, speaks English – thank God! Caught in the middle of a group of kids (again) with costumes and very, very loud voices, we examine the pieces in the show cases. We find several ambulances we also have in our collection, but we have never seen the wooden helicopter made by “Estrella” in Brazil before. Neither the wooden toy dice made by Lego. In another show case we see Alf and E.T – if today´s kids are still familiar with these aliens? No, says Iago, but they are familiar with the Dino-family which doesn´t mean much to us.

All of a sudden, it is late afternoon again and we need a place for tonight. We would like to stay in the city because we want to visit the mine museum tomorrow. There isn´t much choice in the city, but on IOverlander we find an entry which leads us to the parking lot of “Alalux”. And we are allowed to stay here (safe and secure, the gate closes at 6 pm and will be opened again tomorrow at 9 am); WiFi is available, as well as water, bathroom and shower. A safe place, in the middle of the city, a 7 minutes’ walk to the museum – The owners speak English, Spanish and Italian and one even German – a super, super nice family!

Route 230714

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