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230428 – Weinert Wein und Aconcagua Ansicht >

Freitag / Friday, April 28, 2023

Tag 376 / 352 – Weinert Wein und Aconcagua Ansicht

Am späten Vormittag verabschieden wir uns von unseren neuen Freunden und Overlanderkollegen Ivo & Andrea, Julie & Peter, und machen uns auf den Weg zu einer Weinkellerei in Luján de Cuyo, südlich von Mendoza. Die „Bodega y Cavas de Weinert“ wurden von Don Bernardo Weinert, einem gebürtigen Brasilianer mit deutschen Vorfahren gegründet. Der Schweizer Hubert Weber ist der Chef-Önologe, und sein Sohn Benjamin begrüßt uns in der Bodega – er hat in der Nähe von Graz gearbeitet und spricht uns auf deutsch an. Nach einer netten Plauderei und vielen Fotos mit allen „Weinert“ Schriftzügen, die zu finden sind, ersteht Sigi 2 Flaschen Wein und ein T-Shirt mit seinem Namen drauf und ist zufrieden. 

Es geht weiter auf der Ruta 40, diesmal ein paar km nach Süden, dann biegen wir rechts ab auf die Ruta 7 Richtung Chile – ganz so weit wollen wir allerdings nicht. Wir fahren auf die Andenkordillere zu, in Potrerillos beim türkisblauen Stausee legen wir einen Fotostopp ein. Wenn wir der original Ruta 7 gefolgt wären, hätte unser armes Krasses Pferd jetzt nasse Füße – die alte Trasse führt durch den Stausee. Jede Menge Wasservögel sind hier zu Hause, und Kitesurfer sind zu Gast. Dann folgen wir dem Río Mendoza flussaufwärts, Schlauchboote mit Raftern sind in die andere Richtung unterwegs. Am anderen Flussufer laufen noch die Schienen der schon lange stillgelegten Transanden-Schmalspurbahn Ferrocarril Belgrano auf einer teils abenteuerlichen Trasse, am Abgrund entlang, über Brücken oder durch enge, in die Felsen gesprengte Galerien und Tunnel. Dann führt auch die Ruta 7 durch Tunnel, 11 an der Zahl. Die Vegetation wird karger, die Felsen bunter, die Berge höher und das Flusstal enger. Und plötzlich weitet sich das Tal zu einer herbstlich grün-gelb gefärbten Hochebene, die alten Eisenbahnschienen laufen mittlerweile links von uns, und vor uns grüßt der „Uspallata“-Schriftzug vor einem grandiosen Panorama.

Die Ruta 7 macht in Uspallata einen Linksknick, wir folgen weiterhin dem Río Mendoza, auch die Schienen sind – größtenteils – noch zu sehen. Wir fahren durch den zur Zeit völlig verwaisten Skiort Los Penitentes, Skilifte führen die Hänge hinauf; im Winter ist hier sicher viel los. In Los Puquios machen wir am Cementerio de los Andinistas halt. Einst als Friedhof für die Eisenbahnarbeiter angelegt, wurde 1928 ein am Aconcagua verstorbener britischer Offizier hier beerdigt, seitdem ist es auch ein Bergsteigerfriedhof, viele Gräber sind mit Bergstiefeln, Wanderstöcken oder Kletterhilfen geschmückt. Auch ein Österreicher, Hans Stepanek, 1925 eines der ersten Opfer des Aconcagua, fand hier seine letzte Ruhestätte.

Dann steht noch das Pflichtfoto vom Aconcagua am Programm – wenn wir schon hier sind, wollen wir den mit 6.962 m höchsten Berg Amerikas schon gerne sehen. Aber – oh Schreck – wir sehen eine lange, lange Autoschlange – die argentinische Grenz- und Zollkontrolle befindet sich vor der Abzweigung zum Park mit dem Aussichtspunkt. Wir erklären dem netten Grenzbeamten, der das Blechchaos zu schlichten versucht, dass wir nicht ausreisen, sondern nur ein paar Fotos machen und dann zurückkommen wollen. Damit ersparen wir uns jegliches Warten, dürfen zum Parkeingang fahren und den mächtigen Berg fotografieren, und dann auch ohne Grenzformalitäten wieder zurück.

Es dämmert bereits, am Parkplatz von Puente del Inca finden wir einen halbwegs ebenen und zumindest ein wenig windgeschützten Platz für die Nacht. Wir machen noch einen kurzen Spaziergang zum Aussichtspunkt auf den Viadukt, aber es ist kalt und windig, und wir verschieben die Besichtigung auf morgen. Und dann geht die Sonne unter und beschert uns für ein paar Minuten ein glorioses orange-rotes Farbenspiel.

Day 376 / 352 – Weinert wine and Aconcagua view

Late morning, we say good-bye to our new friends and fellow overlanders Ivo & Andrea, Julie & Peter, and drive to a winery in Luján de Cuyo, south of Mendoza. The „Bodega y Cavas de Weinert“ were founded by Don Bernardo Weinert, a Brazilian with German ancestors. The chief enologist Hubert Weber was born in Switzerland, his son Benjamin greets us in the bodega – in German, he has been working near Graz, Austria, for some time. After a nice chat and many, many pictures with everything “Weinert”, Sigi buys to bottles of Weinert wine and a T-Shirt with his name on it – and he is happy.

We continue on Ruta 40 south for a few miles, then we turn right onto Ruta 7 direction Chile – but we won´t drive that far today. The road leads towards the Andean mountains, passing the Potrerillos reservoir where we stop for some pictures. If we had followed the original Ruta 7, our poor Brave Camper would have wet feet now – the old track leads right through the water. There are lots of water fowl, and kite surfers are having fun. We follow Río Mendoza upstream, and we see some rafting boats gliding in the other direction. The old tracks of the narrow-gauge Trans Andean Train Ferrocaril Belgrano are still visible on the other side of the river, leading over bridges, through galleries and tunnels; the train was shut down many decades ago. Our road then leads through some tunnels, too; the vegetation gets scarce, the rocks get more colorful, the mountains higher and the valley narrower. And then, all of a sudden, we arrive at a wide-open plane, in green and yellow autumn colors, the old train tracks are on our left side and there is the “Uspallata” sign in front of a fantastic panorama.

In Uspallata, Ruta 7 turn left, following the Río Mendoza and the train tracks. We pass through Los Penitentes, a skiing village in winter, a ghost town right now. In Los Puquios we stop at the Cementerio de los Andinistas. It was founded as cemetery for the train workers, but in 1928 a British officer who died at Mt. Aconcagua was buried here. Since then, it has become a cemetery for mountaineers, many graves are decorated with hiking boots, walking poles or other special equipment pieces. An Austrian, Hans Stepanek, in 1925 one of Aconcagua´s first victims, also found his last resting place here.

Last order of the day: the view point of Aconcagua, where we “have to” take some pictures – we are here, so we want to see America´s tallest mountain, 22842 ft high. But in front of us , we see a very long line of vehicles – the Argentinian customs and border control is located about a mile before the entrance to the park and the mirador. We explain to the nice border police officer who is trying to keep some order in all the chaos, that we don´t want to leave Argentina – we just want to take some pictures and then turn around and come back. He understands, we don´t have to wait, we may drive to the park entrance, take some pictures of the mighty mountain and then return without formalities. 

It´s dusk already, at the parking lot of Puente del Inca we find an acceptably flat spot, somewhat sheltered from the wind. We take a short walk to the view point of the old Inca bridge, but it is cold and windy, and we postpone visiting the area till tomorrow. And today´s grand finale is an incredible, flaming orange and red evening sky.

Route 230428