Mittwoch / Wednesday, December 21, 2022
Tag 248 – Vom Titicaca-See nach El Alto / La Paz
In der Früh verabschieden wir uns von Elton und Pudel Nick und von Copacabana. Der Abschied fällt nicht schwer, es ist kalt, bewölkt und nieselt. Nach 30 km sind wir in San Pedro de Tiquina, wo wir mit der Fähre die schmalste Stelle des Titicaca-Sees überqueren müssen. Eigentlich hatten wir eine große Autofähre erwartet, wie etwa in Nicaragua zur Insel Ometepe, mit Cafeteria an Bord – stattdessen standen wir vor lauter einzelnen Barken, auf die grad mal 2 Vehikel draufpassen. Ein Erlebnis, das uns an die handbetriebenen Holzfähren in Belize erinnert. Und die Überfahrt hat grade mal 10 Minuten gedauert, da würde sich eine Cafeteria ohnehin nicht auszahlen.
Dann geht es weiter Richtung La Paz. Wir haben seit kurzem Probleme mit der Schaltung, wir brauchen einen Mechaniker. Elton hatte das gleiche Problem mit seinem VW-Bus, und er vermittelt uns einen Kontakt in El Alto, der selbst ein Allrad-Fan und gern bereit ist, zu helfen. Unterwegs chatten wir mit Señor Beto bezüglich Fahrzeugdetails, inzwischen werden die Verkaufsstände am Straßenrand zahlreicher und der Verkehr wird dichter. Es sind fast ausschließlich Sammeltaxis und Minibusse unterwegs, nur einige wenige Privatautos und Motorräder. Obwohl sehr viel los ist, läuft es halbwegs diszipliniert ab (zumindest für Südamerika) und macht keinen chaotischen Eindruck.
Wir sehen die Gondelbahn, die El Alto mit La Paz verbindet, und kommen am Flughafen vorbei. Inzwischen hat Señor Beto eine geeignete Werkstatt für uns ausfindig gemacht und uns die Adresse geschickt. Kurze Zeit später stehen wir vor der Einfahrt, durch die wir grade mal durchpassen. Alle drei Arbeitsplätze sind besetzt, also wird kurzerhand ein Vehikel hinausgeschoben und somit Platz für uns gemacht. Wir schildern unser Problem, der Chef hat auch schon eine Idee, woran es liegen könnte, aber heute schafft er das nicht mehr – ob wir bis morgen Zeit haben? Ja, natürlich – können wir einfach gleich hier in der Werkstatt bleiben? Der Chef schaut verblüfft, in der Nacht ist hier niemand außer den beiden Wachhunden. Als wir erklären, dass wir unabhängig sind, Küche, Bad und WC sowie Schlafzimmer an Bord haben und nicht aussteigen oder das Firmengelände verlassen müssen, ist er einverstanden. Und die beiden „Wachhunde“ haben Hühnchen von uns bekommen und sind seither unsere neuen besten Freunde – sie werden uns heute Nacht gut bewachen.
Day 248 – From Lake Titicaca to El Alto / La Paz
In the morning we say good-bye to Elton and Nick and to Copacabana. It is cold, cloudy and raining, so it´s not hard to leave. After 20 miles we arrive at San Pedro de Tiquina, where we have to cross Lake Titicaca. We were expecting a large RoRo-Ferry, like in Nicaragua for Ometepe island, with a cafeteria on board – instead we see lots of small, single barges, able to transport maximum 3 vehicles at a time. Reminds us of the wooden, hand-cranked ferries in Belize. The crossing takes about 10 minutes – no cafeteria needed.
We continue towards La Paz. We have had some problems with the gear shift for several days now, we need a mechanic. Elton had the same problem with his Volkswagen camper; he has a contact in El Alto who is a 4×4-fan himself and willing to help. While driving towards the city, we chat with Señor Beto, answering questions related to our camper. We see more and more mobile vendors along the road, and traffic is getting very dense. There are only few private cars and motorcycles, we see mainly collective taxis and mini busses. But – traffic seems to flow rather disciplined (at least for South America), it is not as chaotic as we feared.
We see the cable car connecting El Alto with La Paz and we pass by the airport. In the meantime, Señor Beto has found a mechanic for us and sent us the address. We find the place; the entry is just big enough for our brave camper. All three work stations are occupied, so one car gets pushed out into the street to make room for us. We explain our problem, and the owner has an idea what might be wrong, but he can´t do the repair today – if we have time till tomorrow? Sure, no problem – may we stay here for the night? The owner looks puzzled, but when we explain that we are self-contained with kitchen, bathroom and beds, so that we don´t need to exit the camper or the premises, he agrees. And the two “guard dogs” get the chicken bones from our lunch, so they are our new best friends and will guard us tonight.

