221007 – Trennung auf Zeit >

Freitag / Friday, Oktober 7, 2022

Tag 173 – Trennung auf Zeit

Nach einer ruhigen Nacht am Campingplatz packen wir in der Früh noch alles zusammen, was wir für die fünf Tage am Segelschiff brauchen und verstauen alles andere gut im Fahrzeug. Dann wollen wir uns noch die Schleusenstation an der Atlantikseite ansehen, in Colon gibt es sonst nicht wirklich viel zu sehen. Wir fahren an der großen Puente Atlantico vorbei, die man im dichten Nebel gerade noch erkennen kann, zum Besucherzentrum Agua Clara. Wir kommen gerade rechtzeitig um zu sehen, wie ein riesiger LPG Tanker das dreistufige Schleusensystem passiert. Agua Clara gehört zum neuen Panama-Kanal-System, das 2016 eröffnet wurde. Die Schleuse ist deutlich breiter, hier können Containerschiffe mit bis zu 14.000 Containern passieren, eigentlich unvorstellbar.

Danach geht es in den Hafen von Colon, Manzanillo, zuerst zum Zoll. Ohne Probleme erhalten wir alle erforderlichen Dokumente und Stempel (wir haben auch die entsprechende Anzahl an Kopien vorbereitet). Dann die Abgabe des Krassen Pferds im Container- und RoRoterminal, ein bisschen schwierig zu finden, Baustellen, viele LKWs und grottenschlechte Straße – eigentlich verwunderlich für so eine wichtige Handelsstadt. Auch im RoRo-Terminal klappt alles ganz gut, Papiere, Stempel, Dollars bar bezahlen; danach die Fahrzeuginspektion für die Übernahme, sogar ein Drogenhund wird eingesetzt. Dann winken wir unserem Krassen Pferd hinterher – nächste Woche gibt es ein Wiedersehen in Cartagena, hoffentlich unbeschadet und vollständig.

Die Probleme beginnen, als wir einen Uber bestellen wollen, um nach Portobelo zu kommen, wo wir heute übernachten wollen. „Kein Fahrzeug verfügbar“ – wird immer wieder in der App angezeigt. Nach einer Stunde geben wir auf und suchen nach Alternativen. Taxis fahren hier keine, Autostopp funktioniert nicht, weil es hauptsächlich Trucks sind, die nur zu den Terminals unterwegs sind und es eilig haben. Bei einem Imbiss-Stand bitten wir die Besitzerin, uns ein Taxi zu rufen; stattdessen ruft sie ihre Tochter Erica an, die uns abholt und uns die 50 km nach Portobelo fährt. Ist ein richtiger Familienausflug, Mama Jolanda, Ericas kleiner Bruder und der Neffe sind auch noch mit im Auto. Es ist ein bisschen beengt, und bei jeder Polizeikontrolle verschwindet der kleine Neffe vorne auf Mama Jolandas Schoß, unter dem Armaturenbrett. Der Verkehr ist echt brutal, die Straßenverhältnisse noch schlimmer, und so kommen wir dann, müde und durchgeschüttelt, gegen 17 Uhr endlich im Hotel an.

Day 173 – Temporary Separation

After a quiet night we pack our bags for the five days sailing trip to Colombia, everything else we store and secure in the vehicle. Then we want to see the Agua Clara lock system, there isn´t much else to see in Colón. We pass the huge Atlantic bridge, barely visible in the fog, and reach the Agua Clara Visitor Center. We are just in time to see a giant LPG tanker pass through the three-tiered locks. Agua Clara is the Atlantic part of the new Panama Canal system which was inaugurated in 2016. The locks are wider, enabling container ships with up to 14.000 containers to pass – incredible.

Then we drive to Manzanillo, Colón´s harbor. First stop: customs – no problems there, we get all the necessary documents and stamps (we did bring enough copies!). Then we have to deliver our camper to the RoRo-Terminal – this was a bit difficult to find, constructions sites, heavy truck traffic and hideous streets – not what we expected for such an important harbor. At the terminal again documents, stamps, vehicle inspection, including a narcotics search dog, and then we wave good-bye to our brave camper – tlll next week in Cartagena, hopefully undamaged and complete.

Trying to get an Uber for transport to our hotel in Portobelo turned out to be a problem. “All drivers are busy, no vehicle available” was the message in the app; after an hour we give up and start looking for alternatives. There are no taxis passing by, hitchhiking doesn´t work either because it´s only truck traffic here and they are in a hurry getting in or out of the port. At a food vendor we ask the owner to call a taxi for us – instead she calls her daughter Erica who will drive us the 33 miles to Portobelo. It is a real family event – Mama Jolanda, Erica´s little brother and her nephew are in the car, too – it´s a bit crowded, and every time we pass a police inspection, the boy on Jolanda´s lap in the front seat hides under the dashboard. The traffic is brutal again, the roads are worse, but around 5 pm, tired and a bit bruised, we finally arrive at the hotel.

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